Boykott eines Wissenschaftsverlages

Wie gelingt es uns Menschen durch Bündelung unserer Kräfte beabsichtigte Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken. O.K., damit ist nicht ein »Gangsterstück« gemeint. ;-) Ich denke dabei z.B. an das Bedingungslose Grundeinkommen oder an Menschenrechte allgemein, die es durchzusetzen gilt, oder an die Beendigung ungerechtfertigter Macht. -

Ein Mathematiker will sich gegen einen Wissenschaftsverlag wehren, der hohe Abo-Gebühren verlangt, für die Bereitstellung seiner Fachzeitschriften. Der Brite Timothy Gowers schlägt vor, die Marktmacht des Verlages Elsevier zu brechen, indem die Wissenschaftler keine Veröffentlichungen mehr bei diesem Verlag platzieren. Eine andere Idee von ihm war, dass die Bibliotheken aufhören, Zeitschriften bei Elsevier zu abonnieren, aber er denkt, dass das nicht durchzusetzen sei.

Gowers schlägt in seinem Beitrag vor, eine Website einzurichten auf der man sich gegen die Interessen (maximalen Profit!) und das Monopol von Elsevier stellt und bekennt. Und er argumentiert, mit einem Boykott, nicht nur der Mathematiker, könnte dieser Verlag zum Einlenken gezwungen werden.

Ich bin gespannt, wie sich die Dinge in dieser Richtung entwickeln werden. Zu wünschen wäre es, das da noch mehr nachdrückliche Arbeit an dem Thema entsteht. Die Organisation von Entscheidungsmacht könnte ein zentraler Arbeitsschwerpunkt im Internetzeitalter werden: zu konkreten Aufgabenstellungen, Absichten, eine Hebelkraft in kürzester Zeit bereitstellen. Diese Hebelkraft ist die gebündelte Zustimmung zu einer bestimmten Entwicklung.

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