Finanzkrisen – Management

Der Beitrag von Gerhard Schick im neuen Bankspiegel, GLS-Bank, Ausgabe 3/2011, ist bedrückend inhaltsleer. Einfach nur schrecklich. Fast so schrecklich wie die Finanzkrise selbst. 😉 Und vielleicht auch typisch wieder für parteipolitisches Argumentieren.

Was im Beitrag nicht drinsteht, und worüber eigentlich gesprochen werden müsste, will ich hier mal versuchen aufzuzeigen.

Monetative. Die Initiative „Monetative“ will die Geldschöpfung in die Hand der Öffentlichkeit legen und das Recht der Geldschöpfung den Geschäftsbanken entziehen. Die Argumente hierfür halte ich für schlüssig. Gerade jetzt in dieser Geldkrise ist dieser Ansatz sehr wichtig und sollte verstärkt öffentlich diskutiert werden.

Die Zins- und Zinseszins-Kritik, vertreten von Bernd Senf, Margret Kennedy, Helmut Creutz ist im Zusammenhang mit den Staatsschulden eminent wichtig und muss im Kontext der Finanzkrise eingebracht werden.

Und natürlich das Bedingungslose Grundeinkommen ist im Zusammenhang mit den Staatskrisen ein absolut wichtiges Thema. Denn was von den Analysten selten geleistet wird, sie erklären nicht, was mit dem Geld gemacht wird, dass die Staaten sich über Staatsanleihen auf ihre Konten holen: Das Geld wird verkonsumiert. Es ist zu 100% Einkommen irgendwelcher Menschen in diesen Staaten. Und dieser Fakt wird ganz selten ausgesprochen, weil man sich wahrscheinlich um diesen Umstand schämt.

Wir haben heute eine Krise der Einkommenslegitimation. Immer mehr Menschen brauchen einfach so, ein Einkommen, um ihre Existenz zu sichern. Nicht umsonst sind in den Krisenstaaten die Menschen in den öffentlichen Dienst geflüchtet, weil ja der Staat immer erhalten werden muss, egal was er für die Mitmenschen leistet, und die Nachbarstaaten keinen Staatsbankrott zulassen werden, erst recht nicht in der Europäischen „Gemeinschaft“. In der „Gemeinschaft“ wird man nicht im Stich gelassen, so die offizielle Formel, die durchaus sinnvoll ist.

Aber die Legitimation Einkommen einfordern zu dürfen, ist nicht vorhanden, deswegen muss „getrickst“ werden. Das Geld wird angeblich gebraucht für notwendige staatliche Investitionen, Ausgaben und so weiter. Wahrscheinlich sind immer mehr Menschen es einfach leid und sind müde, eine Arbeit zu machen, die sie nicht interessiert, die schlecht bezahlt ist, bei der das Arbeitsklima nicht stimmt, die sie als völlig sinnlos empfinden. Oder sie haben zu wenig Geld über die Arbeit, die sie gerne machen. Arbeit und Einkommen passen heute immer seltener über Jahre hinweg zusammen. (Das heißt, für das regelmäßige, notwendige Einkommen ist keine passende Arbeit aufzutreiben.) Dabei muss das Einkommen immer, egal wie die eigene Arbeitssituation sich entwickelt, muss das Einkommen immer vorhanden sein. Diesen Umstand empfinden die Menschen und können ihn noch nicht richtig formulieren, finden es beschämend, überhaupt in dieser Situation zu sein: Nahrung, Kleidung, Energie und Behausung brauchen wir ohne Wenn und Aber tagtäglich.

Statt also mittels immer neuer Staatsanleihen die prekäre Einkommenssituation der Menschen auszugleichen (und damit eine grundsätzliche Diskussion über diesen Sachverhalt zu verschleiern), wäre es sinnvoller, allen Menschen in der Europäischen Gemeinschaft ein Bedingungsloses Grundeinkommen auszuzahlen. Dies wäre absolut gerechtfertig und würde keinen finanziellen Schaden für die Gemeinschaft hervorrufen. Weil es ganz klar erwirtschaftbar und zuallererst ein praktisches Problem ist, das zu lösen wäre. Es müsste darauf geschaut werden, das die existenzsichernden Güter ausgegeben werden! Das hat im ersten Moment nichts mit Geld zu tun. Man kann aber die Ausgabe, zum Beispiel gegen Bezugsscheine, irgendwann gegen „Euro“scheine fortsetzen. Wichtig ist, dass die Produkte selbst vorhanden sind!

Das wäre jetzt ein Lösungsansatz für unsere gegenwärtigen Finanz- und Gesellschaftskrisen.

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