Archiv für den Monat April 2012

Grass Diskussion

Krass der Grass

Günter Grass hat den Literaturnobelpreis bekommen, er hat nicht gleich, aber später, gesagt, dass er Mitglied in der SS war. Er ist seit vielen Jahren Wahlkampfhelfer der SPD. Sein Altersgenosse Martin Walser, mit dem er zusammen ein ZEIT-Gespräch führte, war ebenfalls in der Diskussion, mit seinem Buch „Tod eines Kritikers“ involviert gegen Reich-Ranicki und schon vorher bei seiner Rede „zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels„.

Das sind die Umstände, die wahrzunehmen möglich ist.

Grass Äußerungen (ein Gedicht soll es dann doch nicht sein, meinen Fachleute) empören, weil er einen Tatbestand umdreht. Er sagt, dass die Drohung bestünde, Israel könnte Iran auslöschen. Wer aber seit Jahren aufmerksam die Berichterstattung verfolgt und den Konflikt beobachtet weiß, dass es genau andersherum ist: Seit der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad an der Macht ist, hat dieser mehrfach die Vernichtung Israels angedroht. Israel hat hingegen nie, mit keinem einzigen Wort, so etwas gesagt. Und jeder Mensch kann, wenn er die Situation durchdenkt, den Umständen so wie sie sich darbieten, nichts anderes beimessen.

Ich halte die Aussagen von Grass für völlig daneben. Vielleicht ist ja die Einschätzung von Elke Heidenreich nicht von ungefähr, die sie gegen die Schriftsteller Walser und Grass äußerte.

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Die Sprache der Agentur für Arbeit

In den Anschreiben, die die Agentur für Arbeit (AfA) an Personen verschickt, die sich erdreisten Geldleistungen vom Staat beziehen zu wollen, ist ein dermaßen unfreundlicher Ton angeschlagen, man glaubt es kaum. Ist ihnen das auch schon aufgefallen? Oder hatten sie das Glück, nie in eine solche Situation geraten zu sein. Klar, wer will auch schon von der Gemeinschaft unterstützt werden. Kein Mensch.

Oder?

Oder könnte es sein, dass die Perspektive falsch ist, und Gemeinschaft per se für die Menschen da ist? Weil es im Wesen von Gemeinschaft drinsteckt, Leben für alle Geborenen zu ermöglichen, bei Achtung der Würde jedes Einzelnen.

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Krieg und Frieden


Die Friedensbewegung hat Ende März einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie zu Verhandlungen zwischen den Streitparteien USA und Iran aufgerufen hat. Möglichst mit Hinzuziehung Israels in diese Verhandlungen.

Außerdem wurde gestern ein Interview mit Andreas Buro veröffentlicht, in dem er über die Entstehung der Friedensbewegung, ihre Ziele und seine eigenen Motive für sein Engagement berichtete:

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Betrachtung gesellschaftlicher Vorgänge

Christa Meves hat sich als Kinder- und Jugendlichen-­Psychotherapeutin auch mit der sexuellen Entwicklung des Menschen beschäftigt und zieht diese Kenntnisse und Erfahrungen mit zurate bei der Einschätzung sexuell motivierter Straftaten. Durch Zufall bin ich auf ihre Blog-Beiträge gestoßen. Entlang ihrer Überlegungen sind die folgenden Beiträge entstanden:

Über Sexualität (1), (2)


Feminismus im Mantel der Zeit

Antje Schrupps Beitrag „Kampf gegen Windmühlen: Carearbeit und Grundeinkommen“ ist aus feministischer Perspektive gedacht.

Es geht um Ideologie(1) und die Frage, ob sie noch salonfähig ist. Und egal, mit welchem Buchstaben ein Thema anfängt, Inhalt ist immer die Prämisse, die Frauen sind die Guten, die Männer sind die Bösen.

Dann wird ein Thema lanciert, in der diese Falschaussage mit eingepackt ist und um Bestätigung gebeten. Und die Feministinnen werden sich freuen, dass immer wieder welche (natürlich auch Männer!) diesem Weltbild ihr Placet geben.

(1)
Feindbild-Orientierung kann ein Merkmal von Ideologie sein. Zum Beispiel die Männer, die Reichen, die Juden.