Grass Diskussion

Krass der Grass

Günter Grass hat den Literaturnobelpreis bekommen, er hat nicht gleich, aber später, gesagt, dass er Mitglied in der SS war. Er ist seit vielen Jahren Wahlkampfhelfer der SPD. Sein Altersgenosse Martin Walser, mit dem er zusammen ein ZEIT-Gespräch führte, war ebenfalls in der Diskussion, mit seinem Buch „Tod eines Kritikers“ involviert gegen Reich-Ranicki und schon vorher bei seiner Rede „zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels„.

Das sind die Umstände, die wahrzunehmen möglich ist.

Grass Äußerungen (ein Gedicht soll es dann doch nicht sein, meinen Fachleute) empören, weil er einen Tatbestand umdreht. Er sagt, dass die Drohung bestünde, Israel könnte Iran auslöschen. Wer aber seit Jahren aufmerksam die Berichterstattung verfolgt und den Konflikt beobachtet weiß, dass es genau andersherum ist: Seit der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad an der Macht ist, hat dieser mehrfach die Vernichtung Israels angedroht. Israel hat hingegen nie, mit keinem einzigen Wort, so etwas gesagt. Und jeder Mensch kann, wenn er die Situation durchdenkt, den Umständen so wie sie sich darbieten, nichts anderes beimessen.

Ich halte die Aussagen von Grass für völlig daneben. Vielleicht ist ja die Einschätzung von Elke Heidenreich nicht von ungefähr, die sie gegen die Schriftsteller Walser und Grass äußerte.

Advertisements