Archiv für den Monat Mai 2012

Wer hat recht?

Die Energiesparlampen-Kritiker oder die Befürworter.

Die Kritiker erwähnen den kleinen Buben, bei dem die eingeschaltete Energiesparlampe zerbrach. Wie häufig kommt das vor?
Was könnte man noch alles verbieten, weil was passieren kann? Nur zu.

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Der Mensch kann fliegen

Durch Zufall entdeckte ich Jeb Corliss, 36 Jahre alt, Amerikaner. Er kann fliegen.

Wenn jemand von einem Dach springt, fällt die Person wie ein Stein nach unten und schlägt auf der Erde auf. Zum Beispiel aus 10 Metern Höhe. Die Person ist nicht selten tot oder schwerst verletzt.

Jeb Corliss springt von Bergipfeln und hat einen Anzug an, der ihn »vogelähnlich« oder »flugzeugähnlich« einen freien Fall in ein fallendes Gleiten umwandeln lässt.

http://goo.gl/pyLah

Auf diesem Video, dass überwiegend von seiner Kopfkamera aufgenommen wurde, sieht man ihn, wie er von einem Schweizer Berg springt und eine lange Strecke mit diesem Anzug nach unten fliegt und es noch übertreibt, indem er sehr nahe am Boden entlang »düst«.

Jeb Corliss – Grinding The Crack

http://www.zapiks.com/jeb-corliss-grinding-the-cra.html
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/youtube-video-von-irrem-flugmann-aergert-die-schweizer-szene-124521470

Allein das ist schon verwegen und lebensgefährlich, denn Fliegen, das heißt steuern tut er seinen Flug mittels seiner Arm- und Beinbewegungen in seinem Anzug. Er fliegt über 100 Stundenkilometer schnell, eine Berührung mit einem Bergfelsen, Baum, würde für ihn den Tod bedeuten, Knochenbrüche, abgerissene Körperteile.

Jeb will etwas tun, bei dem er die Angst überwindet (er hatte sich vorher, bevor er zum Base-Jumpen kam, mit Schlangen und Haien »auseinandergesetzt«). Seine Mutter äußert sich über die Aktionen die Jeb plant (ich überlege, ob Jeb Kontakt zu seinem Vater hat). Jeb fliegt in China durch eine Öffnung in einer Felsformation.

Jeb übersteigt das bekannte Menschsein.

http://jebcorliss.net/

Dass diese Aktionen an der »Grenze« ausgeführt werden, bezeugen sein Unfall bei einem Flug in Südafrika in diesem Jahr. Er brach sich beide Beine, weil er eine Felskante mit seinem Körper während des Flugs berührte. In seinem Blog zeigt er Fotos von seinem verletzten Bein.

http://jebcorliss.net/blog/

Während eines Fluges zusammen mit Dwain Weston, einem australischen Base-Jumper (so nennt man diese Art zu fliegen) wollten sie gemeinsam eine Brücke unter- und überfliegen. Dwain Weston prallte mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h gegen das Brückengeländer und war tot, mit 30 Jahren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dwain_Weston

Schützenvereine und Waffenrecht

Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele forderte, dass Waffen und Munition von Mitgliedern eines Schützenvereins zentral in den Vereinsräumen verschlossen und bewacht werden müssten. Es gebe kein Grundrecht darauf, scharfe Waffen zuhause aufbewahren zu dürfen, sagte Ströbele.

Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist es schon längst klar. Bei anderen dauert die Einsicht etwas länger. Und immer muss erst was passieren, damit ein paar Menschen mehr erkennen, dass scharfe Waffen nun mal kein Spielzeug sind, die daheim aufbewahrt werden können.

Ob die Politiker jetzt die Gesetze verschärfen? …………. Oder lieber doch noch mal warten. 😦

I am watching you!


Ich kam erstmals mit Esowatch in Berührung, als ich zu einer Person Informationen suchte, die ich fragwürdig fand. Esowatch benutzt ein Wiki, was gleich mal seriös aussieht, so wie bei Wikipedia eben, der akzeptierten Informationsquelle. »Markenzeichen« von Esowatch ist ein böse dreinblickendes Tierauge.
Und ja, die Informationen, die ich auf Esowatch über die betreffende Person erhielt, entsprachen meinen Vermutungen, waren gut mit Daten unterfüttert, alles bestens eben.

Dann habe ich das eine und das andere Mal in anderen Zusammenhängen wieder bei Esowatch nachgeschaut und ich hatte mich schon fast an diese Seite gewöhnt, ja bis, bis ich über die Leute, die ich selbst gut finde, ebenfalls Einträge bei Esowatch fand und ich dann doch dachte, ich schaue, wer hinter der Seite steckt und habe dazu einfach Wikipedia angesurft.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Esowatch-Seite wird anonym betrieben. Das kann man bei denen dann auch unter »Impressum« nachlesen, wo die Betreiber gleich keck sich mit denjenigen anlegen, die was dagegen haben könnten, dass sie anonym handeln. Die Internetseite ist in Hongkong registriert und den Namen des Anwalts der Betreiber samt Telefonnummer bekommt der Leser auch gleich serviert:

Linh Wang, 3617 Tower 1, Lippo Centre Hong Kong Queensway 89, Tel +852.367.89941, Fax +852.367.89941

Lustig, oder?

Jetzt kann man doch mal überlegen was diese Leute machen. Sie reden, schreiben über andere Menschen, über deren Verhalten, wo sie wohnen, mit wem sie verkehren, welche Interessen sie haben, wo sie Geld herbekommen, wie die Familienverhältnisse sind, an was sie glauben oder nicht glauben, wer sie unterstützt, was diese publizieren, wer deren Arbeitgeber sind. Und sie werden von verschiedenen Stellen »gelobt«, für ihre seriöse Recherche. – Das heißt, sie ziehen andere Leute (gegen deren Willen) nackt aus, und wenn es die Untersuchung erfordert, kriechen sie denen bis in den After. Natürlich alles notwendig wegen der journalistischen Investigation. 😉

Warum bleibt da ein fader Beigeschmack bei all diesen ehrenwerten Handlungen? Ich war doch selbst zufrieden mit deren Recherche-Ergebnisse. Was will ich mehr.

Einmal ist es der krasse Gegensatz der auf gleicher Ebene stattfindenden Vorgänge. Da wird von den Betreibern den anderen Menschen in der Nase rumgepopelt, (alles nur der journalistischen Absicht zuliebe), aber sie selbst zieren sich wie ein scheues Kätzchen auch nur einen Deut ihrer Identität preisgeben zu wollen.
Und zum Anderen, man stelle sich mal vor, die vertun sich. Klar, unbeabsichtigt. Und irgendwann, vielleicht, mal absichtlich. Vielleicht nur einmal. Niemand merkt es. Niemand merkt es? Na dann erst recht.

Die Sache ist nicht o.k. Das ist es. Es geht nicht darum, dass sie gute Arbeit machen. Darum geht es erst, nachdem sie zeigen, dass sie grundsätzliche Regeln befolgen. Und das tun sie nicht. Wer das mit Wikileaks vergleichen will, ich würde es nicht.

Ich denke, der Staat kann solche Vorgänge nicht zulassen. Hier wird ganz massiv das Persönlichkeitsrecht anderer Menschen tangiert. Womöglich verletzt. Und die, die das tun, wollen dabei anonym bleiben. Hähh, geht‘s noch? – Auf die Dauer wird es nicht ausbleiben, dass von Staatswegen gegen diese Leute ermittelt wird. Das ist ein Muss.

Eigentum

… das Menschenrecht auf Eigentum in Frage stellen und damit eine wesentliche Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft aus den Angeln heben könnten.

Ingo Langner schafft es in einem kruden Artikel auf der Achse des Guten ein »Menschenrecht auf Eigentum« zu behaupten (vordergründig geht es um die »Grenzen des Internet« und der Aussage, die Piraten würden es überbewerten), ohne Bezug zu nehmen auf die Entstehungsgeschichte von Eigentum überhaupt und die damit zusammenhängende Fragwürdigkeit des Eigentumsbegriffes.

Eigentum entstand geschichtlich gesehen, durch »Inbesitznahme« von zum Beispiel Land, welches vorher anderen Menschen gehörte (durch Gewalt enteignet) oder niemandem gehörte. Was aber niemand gehört, gehört allen.

Geistige Leistungen wiederum entstehen geschichtlich gesehen, über die Nutzung von Gemeingütern (Bibliotheken) und Hilfen, die von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden (Schulen, Universitäten) als Eigen- oder Gemeinschaftsprodukt. Dieses ist somit ohne die Gemeinschaft gar nicht möglich. Deswegen ist »Geistiges Privateigentum« in weiten Teilen unberechtigt.

Boykott eines Wissenschaftsverlages

Wie gelingt es uns Menschen durch Bündelung unserer Kräfte beabsichtigte Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken. O.K., damit ist nicht ein »Gangsterstück« gemeint. 😉 Ich denke dabei z.B. an das Bedingungslose Grundeinkommen oder an Menschenrechte allgemein, die es durchzusetzen gilt, oder an die Beendigung ungerechtfertigter Macht. –

Ein Mathematiker will sich gegen einen Wissenschaftsverlag wehren, der hohe Abo-Gebühren verlangt, für die Bereitstellung seiner Fachzeitschriften. Der Brite Timothy Gowers schlägt vor, die Marktmacht des Verlages Elsevier zu brechen, indem die Wissenschaftler keine Veröffentlichungen mehr bei diesem Verlag platzieren. Eine andere Idee von ihm war, dass die Bibliotheken aufhören, Zeitschriften bei Elsevier zu abonnieren, aber er denkt, dass das nicht durchzusetzen sei.

Gowers schlägt in seinem Beitrag vor, eine Website einzurichten auf der man sich gegen die Interessen (maximalen Profit!) und das Monopol von Elsevier stellt und bekennt. Und er argumentiert, mit einem Boykott, nicht nur der Mathematiker, könnte dieser Verlag zum Einlenken gezwungen werden.

Ich bin gespannt, wie sich die Dinge in dieser Richtung entwickeln werden. Zu wünschen wäre es, das da noch mehr nachdrückliche Arbeit an dem Thema entsteht. Die Organisation von Entscheidungsmacht könnte ein zentraler Arbeitsschwerpunkt im Internetzeitalter werden: zu konkreten Aufgabenstellungen, Absichten, eine Hebelkraft in kürzester Zeit bereitstellen. Diese Hebelkraft ist die gebündelte Zustimmung zu einer bestimmten Entwicklung.

Risiko, veräppelt zu werden

Susanne Wiest und „Ich kann Kanzler“

Ehrlich gesagt war ich schon ein bisschen überrascht, als ich hörte Susanne Wiest macht mit bei „Ich kann Kanzler“. War das nicht unter ihrem Niveau? Aber egal, das macht Spaß und die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen wird weiter bekannt.

Wenn man aber als Talk- und Mitspielgast veräppelt und verar… wird, und die Idee wird in den Schmutz gezogen, ist das noch lustig? Nein, niemand muss es so wahrnehmen, aber die Gefahr besteht, das der Gegner einen positioniert, um dann richtig Maß zu nehmen. Und bumm, eins hinter die Ohren und zack, noch eins drauf.

Vielleicht ist Susanne auch zu unbefangen, aus ihrer ostdeutschen Biografie heraus, und meint in den Öffentlich-Rechtlichen Dingen (West-Import) würde alles fair und korrekt zugehen. Ganz und gar nicht.

Fair und korrekt sind die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten selbst am allerwenigsten, wenn sie den Bürgerinnen und Bürgern gegen deren Willen das Geld aus der Tasche klauen (das GEZ-Monster geht um) und mit diesem Geld dann ihr Privatleben finanzieren.

Was soll man also von diesen „netten“ Menschen erwarten, wie sie mit dem Volk bei der Arbeit umgehen?

FAZ-Kommentar zur Sendung

Wiest vertrat ihre Idee des bedingungslosen Grundeinkommens allerdings mehr als unbeholfen. Auf die Finanzierungsfrage wusste sie einzig zu antworten, es komme „nicht auf das Rechnen an“, nur auf das Wollen. Sie flog denn auch bei der ersten Abstimmung raus, …………

Welt.de meint

Die 45-jährige Tagesmutter aus Greifswald warb für das bedingungslose Grundeinkommen: „Mich fasziniert an dieser Idee, dass es die Würde eines jeden von uns und unsere Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellt“, unterfütterte sie ihren Vorschlag mit verquaster Teestunden-Rhetorik statt stichhaltigen Argumenten.