Warum siecht unser Gesundheitssystem dahin?

Die Arbeit der Leistungserbringer ist gut. Dafür sollen sie auch einen angemessenen Lohn erhalten. Aber unser Gesundheitssystem ist trotzdem krank. Wie kommt das?

Fragt man die Leistungserbringer, ist alles in Ordnung. Nur das Einkommen könnte etwas höher sein. Außerdem könnten mehr Leistungen aus der Krankenkassen-Finanzierung herausgenommen werden und nur noch die aufwendigen Arbeiten gesetzlich garantiert sein. Der »Rest« sollte die Bevölkerung selbst aus eigener Tasche bezahlen.

Fragt man die Patienten und Leistungsempfänger sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Seit Jahren wird die Grundversorgung aus der Kassenfinanzierung herausgenommen. Angefangen von der Brille, zusätzliche (aber sinnvolle) Augenuntersuchungen, Zahnarztarbeiten, Untersuchungen beim Hausarzt. Facharzt-Untersuchungen mit Krankenkassen-Scheckkarte sind nur möglich bei sehr langen Wartezeiten (oft über einen Monat z.B. bei Orthopäden, Augenärzte).
Die Standard-Versorgung für die Bevölkerung wird über die Jahre immer schlechter. Alles muss selbst bezahlt werden, ohne das die Krankenkassenbeiträge sinken. Diese steigen vielmehr.

Irgendwas läuft da schief. Aber was?

Um nochmal auf die Ausgangsbetrachtung zurückzukommen. Die ärztlichen Leistungen sind gut. Das Einkommen der Ärzte ist berechtigt. Aber die Klagen der Bevölkerung und der Patienten über die Verschlechterung der Versorgung sind auch berechtigt.

Was ist nun das Problem? Der Zugang zum Berufsfeld der Leistungserbringer wird nicht begrenzt! Dadurch kommen mehr Menschen in den Bereich, der durch Beiträge finanziert wird, als es sinnvoll ist. Dies müsste die Politik erkennen und durch Gesetze gegensteuern. Das aber macht sie nicht, weil die Politik eine lobbyorientierte Sphäre ist. Die Lobby der Leistungserbringer sorgt dafür, dass trotz der Einsicht das eine Zugangsbegrenzung notwendig ist, diese nicht umgesetzt wird. Die Lobbygruppen verhindern sinnvolle gesellschaftliche Entscheidungen, indem sie Einfluss nehmen auf Politiker oder ihre eigenen Leute als »Politiker« in den Parteien installiert haben. Auch in den Medien nehmen sie Einfluss und verhindern die Erkenntnis in der Gesellschaft, dass eine fehlende Zugangsbegrenzung das Hauptproblem unseres Gesundheitssystems ist.

Warum ist eine Zugangsbegrenzung notwendig?

Die notwendigen und sinnvollen »guten« Einkommen wollen alle haben. 🙂

Deshalb strömen sie auch zur Not mit Gewalt in diese Berufe. Für eine bestimmte Zahl von Patienten, für eine bestimmte Zahl an Bewohnern in einem Gebiet, kann ausgerechnet werden, wie viele Gesundheitsberufe für diese Menschen von Nöten sind. In anderen Ländern wird dies erfolgreich gemacht (Holland). Für eine solche begrenzte Zahl an Gesundheits-Dienstleister steht dann (berechtigt) ein bestimmter Haushaltsbetrag zur Verfügung.

Da wir in Deutschland aber nicht ein allgemeines (Bürgerinnen) Interesse staatspolitisch verfolgen, sondern gruppenorientiert die Politik gemacht wird, haben wir ständig »Gewinner« und »Verlierer« in der Gesellschaft. Statt dem »Allgemeinwohl« zu dienen, werden die egoistischen Anliegen, die sich am besten durchsetzen können, befördert. Unsere bundesdeutsche Demokratie ist von Grund auf ungerecht (organisiert).

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