Harald Martenstein schreibt aus dem Leben

Was dieser Autor im Tagesspiegel schreibt ist inhaltlich überhaupt nicht erstaunlich. Bloß das es öffentlich Erwähnung findet, ist der Punkt. In derselben Zeitung werden Kommentare die solche Mitteilungen zum Inhalt haben in der Regel zensiert (darüber können aber scheinbar Betroffene in Kommentaren zu dem aktuellen Artikel berichten). Leiter der Kommentar-Redaktion ist Atila Altun.

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Die Deutschen verhalten sich auf der Straße, im Alltag nicht mehr als Gruppe (höchstens trotten sie mit der Bierflasche in der Hand ins Stadion). Wir sind in der säkularisierten Welt, in der wir leben, Individualisten, Einzelmenschen, die morgens alleine zur Arbeit und am Wochenende alleine aus dem Kino kommen (vielleicht geht ja die Freundin oder Freund noch ein Stück mit auf dem Heimweg). Ein »Gruppenleben« kennen wir gar nicht mehr (oder ein großer Teil der Bevölkerung jedenfalls nicht). Das hat allerdings auch Nachteile, die wir dann erkennen, wenn wir Menschen erleben, die noch in diesen stark gruppen-orientierten (archaischen?) Zusammenhängen ihr Dasein gestalten.

Straßenkriminalität, Überfälle, Raub, Körperverletzungen sind in den letzten Jahren immer wieder zu einem hohen Prozentsatz Intensiv- und Mehrfachtätern zugeordnet worden. Und in Jahresberichten der Polizei werden auch schon mal Zahlen genannt, zum Beispiel die ethnische Zugehörigkeit der Täterschaft in Prozent.
Diese Mitteilungen werden dann von manchen Politikern, Parteien und Pseudo-Gutmenschen gleich wieder kritisiert, weil sie dem Rassismus Vorschub leisten würden. Wobei sich doch die Frage stellt, was ist wichtiger, Probleme in der Gesellschaft anzusprechen oder sie vertuschen. – Den Schaden durch das Verschweigen haben in diesem Fall die Einheimischen.

Eine globale Welt, eine »Weltgemeinschaft« wird kommen. Die Interessen der Allgemeinheit müssen aber gegenüber den Sonderinteressen der Gruppen, Clans, Ethnien und Religionen Vorrang haben. Sonst verfehlen wir den Anspruch.

Wer seinen eigenen Vorteil in einer globalen Welt sucht, indem er die lokale Situation, die Besonderheit seiner eigenen Gruppe gegen anderen Menschen einsetzt, gefährdet die Gesamtidee und muss benannt werden. Den Rassisten findet man nicht nur auf Seiten der Einheimischen, sondern auch auf der anderen Seite. – Beide gefährden die Idee des globalen Zusammenlebens.

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