Zwangsarbeitslager in China

Laogai-Das-Zwangsarbeitslagersystem-der-Volksrepublik-China

Polizeidienststellen können ohne Richter und Anwälte Bürger der Volksrepublik China »administrativ« für bis zu vier Jahre zur »Umerziehung durch Arbeit« in Zwangsarbeitslager einweisen – ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und ohne eine Möglichkeit zur Verteidigung oder Berufung. Obwohl diese Praxis völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge verletzt, ist die Regierung der Volksrepublik nicht gewillt, diese Praxis zu beenden. Im Gegenteil: In einer schriftlichen Stellungnahme an die »tageszeitung« erklärte die chinesische Botschaft im Jahr 2007 »Umerziehung durch Arbeit sei ein legitimes Mittel, um die innere Sicherheit zu gewährleisten.«

China kenne ich als kommunistischen Staat, den es auch dann noch gab, als Gorbatschow für das andere große Land, das sich dem Sozialismus verschrieben hatte, eine Reform in Gang setzte. China beliefert mittlerweile die ganze Welt mit billigen Waren. Es ist einfach so. Wer wenig Geld hat, kauft diese Produkte. Vielleicht haben die Chinesen in bestimmten Bereichen sogar ein Monopol erlangt.

Nun, »nichts Gutes« fand ich immer selbstverständlich in einem Land, in dem politische Kader über die Masse der Menschen herrschen, aber die wirtschaftliche Annäherung, Globalisierung genannt, hat sicher in Teilen auch zu positiven Veränderungen geführt. Trotzdem bin ich doch sprachlos, wenn ich jetzt Einzelheiten über die chinesischen Arbeitslager erfahre. In B5-Aktuell habe ich es gehört und jetzt im Internet nachgegoogelt und diese Seite der »Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte« gefunden.

Polizeistationen können ohne Gerichtsverhandlung und nach eigenem Ermessen Menschen mehrere Jahre in Arbeitslager stecken. Man muss sich das Mal vorstellen bei uns, da könnte die nächstgelegene Polizeistation Menschen einfach so mirnichts dirnichts in Einrichtungen wegsperren. Das wäre der pure Horror, diese Vorstellung. Ohne in weitere Einzelheiten zu gehen, die die Lager selbst betreffen (Lebensbedingungen in den Lagern, Bedrohung und Körperverletzung durch andere Häftlinge, Hinrichtungen), ist allein der Umstand das eine Polizeistation Menschen ihrer Freiheit berauben kann, empörend. – Es sollte, es muss unser aller Aufgabe sein, darauf zu drängen, dass diese Menschenrechtsverletzungen in China ein Ende finden.

Auch interessant, und ich spreche es deshalb hier nochmal an, weil heute immer noch in Deutschland ganz viele »das linke Denken, das LINKS sein« so hoch halten, das Zwangsarbeitersystem in China ist ein Produkt linken Denkens. Die kommunistischen Kader haben sich diesen Terror gegen das eigene Volk ausgedacht. Das sollten wir nie vergessen, wenn wieder mal Menschen das »linke Denken« als einen Ausweg in politischen Krisen darstellen.

Die Zahl der Todesopfer wird von den Behörden der Volksrepublik China ebenso geheim gehalten wie die Zahl der Hinrichtungen. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass seit Errichtung der Lager 1949 zwischen 40 und 50 Millionen Menschen im Laogai inhaftiert waren.

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