Nakba-Ausstellung

Alan Posener schreibt in seinem Beitrag zu der Nakba-Ausstellung und dem Artikel von Fikentscher/Neumann in der Neuen Rheinischen Zeitung (NRZ), das es antisemitisch sei, das Verhalten der Israelis gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis zu vergleichen.


http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article110306703/Propaganda-in-den-Kirchen.html
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17906
http://www.lib-hilfe.de/fakten_ausstellung_termine.html
http://koeln-bonn.dgb.de/themen/++co++81797fce-b3d6-11e1-6402-00188b4dc422

Bei dem Vergleich in der NRZ geht es wohl um einen »Verhaltensvergleich«. Also wenn ich sage die Gruppe A »atmet« und verhält sich somit gleich der Gruppe B, dann ist der Vergleich bezogen auf das Verhalten in Bezug auf »atmen«. Ob diese beiden Gruppen noch weitere Bezugspunkte haben, geschichtlich gesehen, wäre zu beachten.
Vielleicht gibt es aber einfach nicht so viele Möglichkeiten, mit Gewalt gegen andere Menschen vorzugehen, sodass sich gewalttätiges Handeln ab einem bestimmten Punkt irgendwie auch ähnelt. Und da die Deutschen wissen, wie es die Nazis gemacht haben, vergleichen sie das mit dem, wie es heute die Israelis machen und stellen Ähnlichkeiten fest.

Die Kritikpunkte bezüglich der Ausstellungsgestaltung sind berechtigt. Posener fasst das zusammen, was in der »Erklärung zur »Nakba-Ausstellung« in Köln« formuliert wird:

Es fehle »jeder Hinweis auf die Verstrickung palästinensischer Führer mit dem Naziregime in Deutschland ». Ebenso wenig werde der »massive und lebensbedrohliche Antisemitismus in vielen arabischen Ländern« thematisiert, der nach 1948 »zu einer gewalttätigen Vertreibung Hunderttausender Juden aus ihren angestammten Heimatorten führte«. Eine »kritische Auseinandersetzung mit der Behandlung der palästinensischen Flüchtlinge durch die umliegenden Staaten« suche man ebenso vergeblich wie »Hinweise auf palästinensischen Terrorismus, arabische Vernichtungsdrohungen und iranische Endlösungsrhetorik.«

Ich war erstaunt unter den Unterstützern der Ausstellung Personen wie Alfred Grosser und Stéphane Hessel zu finden, die ich eigentlich schätze. Aber ich kann es auch verstehen. Denn das Thema Nah-Ost-Konflikt ist in hohem Maße emotional besetzt und nur mit Mühe rational zu handhaben.

Für mich ist wichtig zu sehen bei der Ausstellung, dass sie eine Aussage macht über die zukünftigen Absichten der Menschen. Das ist zentral. Beim Nah-Ost-Konflikt geht es doch um die Frage, wie lösen wir dieses Problem, und wie sieht der Weg zu dieser Lösung aus. Und in der Nakba-Ausstellung ist eine Antwort eingepackt. Wer diese Ausstellung unterstützt, hat eine bestimmte Lösung des Nah-Ost-Konflikts im Sinn. Das ist hier wesentlich. – Wer die Nakba-Ausstellung unterstützt, will keine Lösung im Sinne Israels.

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