Wirtschaft, Gesellschaft – oder besser Gemeinschaft

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Andererseits war und ist der Kapitalismus auch dazu bereit, sich schamlos beim Sozialismus zu bedienen, wenn es um den Ausgleich zwischen den Gewinnern und Verlierern geht oder zwischen den mehr oder weniger Dynamischen.

Hhmm. Wenn das Mal nicht eine verunglückte Formulierung ist. »Schamlos beim Sozialismus zu bedienen«. Was‘n das? Profit ist eine Größe, die auf Kosten anderer Menschen, deren Gesundheit, Lebensplanung, Eigenständigkeit entsteht? Ist das gemeint. Oder entsteht aus gemeinschaftlicher Arbeit eine Wertschöpfung, die geteilt gehört.

Die etwas unbequeme These der drei Ökonomen lautet nun, dass die Schmusekissenvariante ohne die Knallhartausgabe gar nicht bestehen kann. Zwar würden beide kapitalistischen Subsysteme ungefähr das gleiche Wachstum generieren, aber entscheidend sei das Wachstum des vor allem von den USA verfolgten Wirtschaftsmodells. Das ziehe die anderen quasi mit. Und das hänge wiederum mit der technologischen Führungsrolle der Vereinigten Staaten zusammen. Cut throat bedeute, dass die Gesellschaft insgesamt reicher, aber auch ungleicher sei. Wobei aus der Ungleichheit wiederum der Anreiz stammt, erfindungsreich zu sein und den technologischen Wandel voranzutreiben. Cuddly heißt dagegen, dass mehr Gleichheit mit weniger Wohlstand erkauft wird, wobei das größere Maß an Sozialversicherung den Mangel an Reichtumsverheißung ersetzt.

Da liegt doch der Hase im Pfeffer. »Größeres Maß an Sozialversicherung« versus »Reichtumsverheißung«. Wen interessieren den heute »Reichtumsverheißungen«. Ein Popanz, wenn man sich mal die armseligen Reichen anschaut. Sie müssen sich verstecken, weil sie sonst entführt werden, erleiden schlimmste Erkrankungen, die medienwirksam zu ihrem Ende führen, oder schaffen sich zu Tode. Beziehungsweise verbringen ihr Leben als »Stars« in Einsamkeit. Reichtumsverheißung ist doch eine Lüge. Gerade USA. Dann noch die eigene Tochter verlieren, weil sie justament einem Amokschützen in der Schule begegnet ist. Oh je.

»Mehr Gleichheit mit weniger Wohlstand«. Meint der Autor den bis heute von den Politikern heruntergewirtschafteten Staat »Deutschland«. In dem es seit 30 Jahren nur noch bergab geht? Mehr Gleichheit in Armut OHNE eine noch einigermaßen funktionierende Versicherung. Sei es Rentenversicherung, Arbeitslosen- oder Krankenversicherung (der Tod wegen Untersorgung mit ausreichend gesundheitlicher Unterstützung ist heute durchaus möglich).

Der Autor lügt! So dreist? Ich weiß nicht. Vielleicht hat er wirklich keine Ahnung oder ist ein »Systemstabilisierer«.

Aber wenn die drei Ökonomen recht haben ……………

Sie haben nicht recht. 🙂

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