achgut–der-sprachlose-schwaetzer

Henryk M. Broder schreibt hier über ein Thema, das sicherlich von Bedeutung ist: Wem bietet das Internet die größeren Chancen, wer hat eher schlechte Karten, bei der Nutzung dieses Mediums, als Sprachrohr, »Mitteilungsmaschine«.

Die heute gewordene Demokratie ist doch keine »echte«. Wenn Demokratie bedeutet,
»Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen … ausgeübt.«, dann wird doch gerade dies durch die Praxis der Parlamentarischen Demokratie außer Kraft gesetzt. Durch tausenderlei Filterungen sind es zum Schluss nicht »die Bürger«, die über die Dinge ihres Lebens urteilen und entscheiden, sondern wieder mal nur ein Häufchen Menschen, die sich beim »Kampf um Macht« haben durchsetzen können und dann nicht »im Namen aller«, sondern über alle Köpfe hinweg gegen die Bevölkerung ihre (teils Unrechts-Gesetze) durch die Parlamente peitschen. – Wo ist da »Demokratie«, das Urteil und die Entscheidung des Einzelnen, gleichberechtigt nebeneinanderstehend?

Im Internet nun, in den Blogs, in den Sozialen Netzwerken passiert genau dies. Alle stehen gleichberechtigt mit ihren Urteilen und Entscheidungen zu den einzelnen Themen ihrer Betrachtung, nebeneinander. – Das muss eine schreckliche Vorstellung sein, für die Obermacker von anno dazumal. Aber die Entwicklungen in Richtung »moderne Gesellschaften« lassen sich nicht aufhalten.

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