Print und Medien

perlentaucher–die-panik-der-anderen

Ina Hartwig hat einen langen Artikel geschrieben über die Frankfurter Rundschau, zu der sie 1998 kam und deren Niedergang sie miterlebte. Sie glaubt, dass die Printmedien noch nicht am Ende sind, und sogar durch eine Subventionierung durch den Staat erhalten werden könnten.

Als junger Mensch habe ich oft die Rundschau gekauft, gerade die Wochenend-Ausgabe und Frau Hartwig beschreibt auch in ihrem Bericht, dass diese Wochenend-Ausgabe einige »Perlen« parat hatte, die es zu begutachten lohnte. Da war das Feuilleton, die »Auto und Verkehr«-Seite, die Wissenschafts- und die Frauenseite, die Reiseseite. Es fanden sich auch immer wieder Artikel abseits des Üblichen und das Ganze war schon lesenswert.

Aber mal ehrlich, die Zeitungen konnten doch nicht die Wirklichkeit abbilden. In ihr waren mikroskopisch kleine Auszüge des menschlichen Lebens aufgezeichnet. Das Mitgeteilte war ein Teilbereich des Lebens. Nur dadurch, das bestimmte Leute in diesen Medien präsent waren, konnten deren arg begrenzte Wahrheiten wiederum eine größere Gruppe von Personen per Zeitungspapier erreichen. Aber was hat das für eine Bedeutung gegenüber der ganzen Fülle des Wissens und der Wahrheiten der Menschheit, aller Menschen? Es ist nahezu bedeutungslos. – Insofern bin ich heilfroh, dass diese Beschränktheit dieser Zeitungspapier-Welten durch die digitalen Medien eine Ersetzung erlebt hat und das man aufatmen kann, in einer freieren Welt, in der mehr mitzuteilen endlich möglich ist, als es diese Berufstätigen je zustande brachten. Durch das Internet wurde mit einem Schlag die Bedeutung dieser »durchs Nadelöhr der Drucker gepressten« Wahrheiten auf das Niveau zurechtgestutzt, welches man als »realistisch« bezeichnen könnte.

Und mir geht es keinesfalls darum, die Leistungen dieser Berufsgruppen zu schmälern, aber gerade auch an diesem Beispiel wird deutlich, wie sehr »Arbeit und Beruf« sich an den Erfordernissen der Menschheits-Aufgaben zu messen hat. Sobald sich bessere Möglichkeiten ergeben, die Dinge für den Menschen zu gestalten und zu erledigen, müssen sie ergriffen werden, wenn denn ein Gespür für diese Notwendigkeiten vorhanden ist. Erst jetzt, durch die Blogs, privaten Internetseiten, durch die Projekte unterschiedlichster Initiativen, ist es möglich, die »ganze Wahrheit« mitteilen zu können und es wird spürbar, wie sehr Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau, FAZ etc. eine »Notlösung« waren, und das ganze Ausmaß an »Bedarf« nach Information, Wissen, Bildung, Unterhaltung, Diskurs nicht mal ansatzweise haben abdecken können.

(Dieselbe Perspektive gilt übrigens auch in Hinblick auf die »öffentlichen Rundfunkanstalten«, die es bis heute kurioserweise geschafft haben in vollem Umfange trotz digitaler Medienkonkurrenz zu überleben. Dies war nur möglich, durch »Zwangsgebühren« (ehemals GEZ-Gebühren), die sie von der Bevölkerung kassieren. Dieses Unrecht endlich zu beenden, ist eine der großen Aufgaben, die die Bevölkerung »als nächsten Schritt« vor sich hat, in Richtung Basis-Demokratie, Direkte Demokratie.)

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