Was dürfen wir denken?

welt–Debatte-um-Kreationismus-an-Bekenntnisschulen

Scharf aber kritisiert er eine »Stellungnahme« zu »Evolution und Schöpfungslehre«, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden »Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet«, sagte Leinfelder der »Welt«.

Wer mit »Falsch-und-Richtig« Parametern schon daherkommt, hat doch das Feld der Diskussion bereits verlassen. Er will bestimmen!

………………. weil Wissenschaft und Religion zwei völlig unterschiedliche Kategorien sind, die nicht dasselbe beschreiben«. Leinfelder weiter: »Wenn die Evolutionstheorie bestimmte Phänomene nicht erklären kann oder Lücken in der Befundlage feststellt – was zum täglichen Brot der Wissenschaft gehört –, dann muss weiter geforscht, müssen die Hypothesen überprüft werden. Es besteht aber keinerlei Anlass, den Glauben in die Lücken springen zu lassen.«

Und der Staat meint dazu:

Auch christliche Bekenntnisschulen seien an die geltenden Richtlinien und Lehrpläne gebunden, und laut denen werde im Biologieunterricht »ganz klar auf der Basis naturwissenschaftlich belegbarer Beweisführung Evolution unterrichtet«.

Wie die Welt gesehen werden soll, wird vorgeschrieben! ?

Alles, was »naturwissenschaftlich« nicht belegbar ist, ist unwahr und ein Schmarrn? Ist es denn wenigstens freigestellt, sich dieser Ansicht anzuschließen oder nicht? 😕

Der Staat kann nicht bestimmen, was die Bevölkerung zu denken hat. Warum? Der Staat sind Menschen aus Parteien, die mehrheitlich gewählt wurden. »Mehrheit« kann aber bedeuten, dass die »Minderheit« fast genauso groß ist. Außerdem wird fast immer unterschlagen, dass fast die Hälfte der Wahlberechtigten gar nicht mehr Wählen geht, also die Legitimation der Gewählten fragwürdig ist.

Auch das Argument, der Staat bezahlt die Schulen, deshalb dürfe er bestimmen, was die Kinder lernen, ist Quark. Wissen und Bildung muss den Menschen frei zugänglich sein. Einschränkungen gibt es dann, wenn die Meinungsfreiheit dazu benützt würde, die Meinungsfreiheit zu bekämpfen oder wenn die Pressefreiheit dazu benützt würde, dafür einzutreten, die Menschenrechte oder das Grundgesetz außer Kraft zu setzen.

Die Naturwissenschaften sind wichtig. Man sieht es daran, dass ein Smartphone funktioniert. Aber das materialistische Denken hat kein »Vorrecht«, aufgrund dessen anderes Denken und anderes »Wissen« ein Schattendasein führen müßte.

Wir brauchen kein einseitiges Wissen, welches allein eine »technische Welt« beschreibt, sondern ein vielfältiges Wissen, in denen Gefühle, die Phantasie, das geistige Leben eine Rollen spielen. Weil der Menschen selbst vielfältig ist und durch Einseitigkeit verarmen würde.

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