Gesellschaft im Überblick

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Ist das nun Rassismus? Oder einfach nur die Benennung von Tatsachen, mit denen man sich auseinandersetzen muss? Der Rassismus-Vorwurf jedenfalls ist die allerbilligste Münze im Kampf gegen eine unbequeme Wirklichkeitsbeschreibung, die das eigene Weltbild bedroht.

Aus dem Weg gegangen, wird der Lupe. Benutzen sie bitte die Lupe, um hinzuschauen. Wer erhebt den Rassismus-Vorwurf?

In Deutschland sind es jahrzehntealte Rituale, die sich immer wiederholen können, weil keiner diese Strukturen anrühren will. Um die Rechtsradikalen zu bekämpfen und gegen sie zu protestieren muss man selbst »gewaltbereit« sein, auf die Straße gehen und sich da, wo man wohnt mit den Rechten, von dort wo man wohnt, auseinandersetzen. Wollen sie das tun? Aha. So haben sich Person (Gruppen) herauskristallisiert, die diesen gesellschaftlichen Part erfüllen. Und es sind die gleichen, die schon früher, von Anbeginn an, die Gegenspieler der Rechten waren. Die Linken eben. Sie ähneln sich in den Ritualen, der Gewaltbereitschaft, dem Outfit, der Ideologie, dass Macht und Gewalt notwendige Ordnung schafft. Aber wenn man denen das Feld überlässt, die Rechten im Zaum zu halten, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese Leute auch insgesamt politischen Einfluss nehmen. Es ist wie eine gesellschaftsinterne Sondereinheit, die Spezialaufgaben für uns alle übernommen hat und wir das über die Zeit hinnahmen, eben weil wir nicht selbst aktiv werden wollen. Immer wenn diese Gruppe »Rassismus« ruft, zucken wir Deutschen zusammen, weil wir spüren, die Hüter unserer Rechtsordnung, im lokalen, privaten, öffentlichen Raum, sind wieder im Einsatz. Und klar haben die Leute auch irgendwann ihre Macht, ihren Einfluss erkannt und überziehen ihre Befugnisse, schüchtern Leute ein, indem sie sie in die Nähe ihres Feindbildes bringen. Die Gewaltdrohung, die ursprünglich von den Rechten ausging, gegen die Bevölkerung, geht dann von den Bekämpfern der Rechten, gegen die Bevölkerung aus. Das ist so, als ob die Polizei zwar die Bevölkerung beschützt, sie aber gleichzeitig bedrohen würde. – Das wollen wir dann auch nicht.

Es sind dies Momente, in denen ich mich ernsthaft frage: Bin ich jetzt reaktionär?! Oder sind es die anderen? Sind die einfach gaga, irre, nicht mehr ganz dicht?! Gerade wir alten Linken, erst recht die feministisch engagierten Frauen, hatten doch mit Religion „nichts am Hut“, wie es so schön hieß, von unschönen Kraftausdrücken zu schweigen.

»Nichts am Hut« hatte man mit der ganzen Gesellschaft. Sie ist schon lange ein »Open Space«, in den jeder reinkommt oder auch wieder rausgeht. Wir sind längst dabei in einer »Welt-Gesellschaft« zu leben. – Der freie Mensch hält sich da auf, wo er möchte.

Reinhard Mohr beschreibt den Versuch, wieder mal in den Raum hinein strukturierend wirken zu wollen, für den man es so lange nicht für nötig erachtet hatte, mit anderen Dingen beschäftigt war, oder einfach nur sein Privatleben genoss. Da gibt es Leute, die dies und das tun, und manches ist nach dem eigenen Empfinden nicht so in Ordnung. Ist es das? Dann mal ran! Mithelfen eine Ordnung herzustellen.

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