Straßenkampfeindrücke

Es sind überwiegend Rentner, die sich die Zeit nehmen, zum Flughafen zu kommen. Und außerdem kostet die Fahrt fast 10 Euro hin und rück von Frankfurt Stadt. Schaue ich mir die »betroffene« Gegend an, so fallen die Ein-, Zweifamilienhäuser in der Umgebung auf und auch die ansonsten gute Wohnlage, direkt am Waldrand mit viel Grün. Wäre da nicht der Fluglärm der ständig an- und abfliegenden Flugzeuge. Bei ihren Straßenfesten sind sie mehr unter sich, keine Informationsstände findet man, höchstes eine Kaufmöglichkeit für diverse Plakate. Auffallend ist sowohl dort, als auch bei den Demos, dass es immer um die Politiker geht, mit denen man reden will, die überzeugt werden müssen, die mal wieder das Falsche entschieden haben, die beobachtet werden.
Was völlig fehlt, aus meiner Sicht, ist die Suche nach Solidarität mit den übrigen Frankfurtern, Anwohnern. Darum geht es überhaupt nicht. Gibt es noch andere Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, die vielleicht auch ihre Sorgen haben (Straßenbahn-, S-Bahn-, Güterzuglärm und natürlich Fluglärm in anderen Stadtteilen) und man könnte sich mit denen zusammenschließen? Ja, diese Frage wäre zu stellen. Aber von diesen Aktiven macht es niemand. Man ist seltsam »Ich« fokussiert. Plötzlich kam mir in den Sinn, dass es sich bei den Demonstranten nicht um eine Vertretung der Allgemeinheit handeln könnte, die sich dieser mitteilt, Teil von ihr ist, gemeinsam mit ihr auftritt, sondern um Lobbyisten, die genau für sich eine Lösung wollen und mehr nicht. Also wenn die Flugzeuge nicht mehr über »unsere« Häuser fliegen, dann ist das o.k. Wo sie dann drüber fliegen, ist uns egal. Lobbyisten sind es auch, die sich überwiegend und gezielt an die Politiker wenden, um ihre Interessen durchzudrücken, völlig unabhängig davon, wie die anderen Bürger von den Maßnahmen dann betroffen sind. Sie sind Egoisten, denken nur an ihren eigenen Vorteil, haben überhaupt keinen Gemeinsinn.

Tja so ist das mit berechtigten Anliegen. Wer sie egoistisch vertritt, fällt damit auf. 😦

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