Verschiedene Kultur und Toleranz

Das Stadtparlament in Schlieren hatte am Montagabend mit 22 zu 10 Stimmen die Verordnung über das Friedhof- und Bestattungswesen zurückgewiesen. Die Mehrheit war der Meinung, separate Grabfelder widersprächen dem Gebot der Toleranz und seien eine schlechte Grundlage für Integration.

nzz–enttaeuschung-nach-nein-zu-muslimischem-grabfeld

Es hängt auch davon ab, wie stark man den sozialen Raum als den »eigenen« wahrnimmt. Der eigene ist dann nicht der, der anderen. Wenn man in der Religion getrennte Wege gehen will, so wäre es aber viel wichtiger, bei den Menschenrechten und Grundrechten dieselben Wege zu gehen.

Wenn es da dann der Fall ist, dass offensichtliche Menschenrechtsverletzungen »im Namen der Religion« begangen werden, dann wäre es wichtig, dass sich die Mehrheit zwingend zu den Menschenrechten bekennt. Wenn man einer religiösen Minderheit dann aus »Toleranzgründen« die Verletzung von Menschenrechten erlaubt, dann ist dies ein starkes Stück, aber es müsste auch erstmal in »freier Abstimmung als Mehrheitsentscheid« unter allen Wahlberechtigten zustande kommen.

Dagegen ist das in dem Beitrag erwähnte Problem noch derart, dass die Einheimischen eine Gleichwertigkeit anderer Kultur im »heimischen« Kulturraum nicht dulden wollen.

Advertisements