Hinterherspioniert

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In Bayern wäre so etwas nicht mehr möglich. Der Landtag hat aus der »Verwandtenaffäre«, der vor allem die CSU erschütterte, Konsequenzen gezogen. Seit Mai dieses Jahres verbietet das Gesetz dort sogenannte Überkreuz-Beschäftigungen, bei denen etwa ein Ehemann statt von seiner Frau durch andere Abgeordnete beschäftigt wird. Das gilt ausdrücklich auch für ehemalige Ehepartner. Die Linke im Freistaat wirbt seit der Affäre mit dem Slogan, »garantiert amigofrei« zu sein – was die Parteifreunde im Bundestag nun wahrlich nicht von sich behaupten können.

Bei diesem Beitrag bleibt ein komisches Gefühl. »Die Welt«, eine parteiische Zeitung seit ewigen Zeiten, zelebriert auf peinliche Weise eine Schnüffelei, bei der es in Einzelfällen um Beträge von einigen hundert oder tausend Euros geht.

Und das in Bayern »so etwas nicht mehr möglich« ist, mag vielleicht sogar der Anlass gewesen sein, auch bei anderen nach »Dreck am Stecken« zu suchen, damit die CSU nicht so alleine dasteht, mit ihrem dekadenten Demokratieverständnis.

PS: Die Milliardentransaktionen der Banken im Zusammenhang mit den Finanzkrisen wären mal eine Aufgabe für die Zeitungs-Detektive (wer profitiert eigentlich von der Bankenrettung?). Aber dafür sind sie wohl zu begrenzt in ihren Möglichkeiten, und vielleicht auch in der Motivation.

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