Ursachen

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Das portugiesische Problem resultiert also nicht aus der wirtschaftlichen Basis, sondern aus dem überfetteten Staatsapparat. So lagen im ersten Quartal 2013 die Einnahmen des Staats bei 39 % des BIP, die Ausgaben bei 49,6 % des BIP. Die Staatsverschuldung hat sich entsprechend auf 127 % des BIP Ende März 2013 entwickelt, mittlerweile dürften 130 % locker überschritten sein. Der Schuldendienst für die Staatsschuld beträgt 4,8 % des BIP. Da ein guter Teil der Zinsen an ausländische Anleihenhalter zu bezahlen ist, erleidet die portugiesische Wirtschaft einen permanenten Aderlass.

Seltsamer Beitrag über die Frage, was in Portugal nicht richtig läuft. Der Autor meint, es sei der überbordende Staatsdienst. Das ist ein absolut wichtiges Thema. Die Bevölkerung sollte stärker Einfluss haben, auf die Verwendung ihrer Steuern. Aber ist damit schon die Sache zu Ende diskutiert?

Wie kann es sein, dass »Geldgeber« einen Zustand finanzieren, den der Autor zurecht fragwürdig nennt? Es wird immer argumentiert, Staatsanleihen seien sicher, weil ja der Staat haftet. Also die gesamte Bevölkerung und nicht die jeweilige Regierung! Gerade aus diesem Grund sollten auch Geldgeber »mit Sorgfalt« ihr Handeln gestalten und nicht aus purer Geldgier und blind für offensichtliche Fehlentwicklungen in den zuständigen Behörden und gesellschaftlichen Organen, auch noch »Öl ins Feuer gießen«, in dem sie mit der Bereitstellung von weiterem Geld die Situation in solchen Ländern noch verschärfen.

Mitschuld an dem Elend in manchen Ländern haben demnach auch die weltweite Finanzindustrie, die wieder besseren Wissens in marode staatliche Strukturen weiterhin große Mengen Geld pumpen, um »zum Schluss« die Gesamtbevölkerung in Haftung nehmen zu wollen und dann die jeweiligen Länder ausplündern: Bodenschätze, Grund und Boden, Kulturgüter und was sonst noch verscherbelt werden kann, gerät in die Finger der geldgierigen Gläubiger, um deren »Anrechte« zu befrieden.

Ja ich würde sogar so weit gehen, dass die internationale Finanzindustrie weit mehr »verantwortlich« ist für das finanzielle Desaster in manchen Ländern, als die einheimische Bevölkerung und deren staatliche Vertreter.

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