Ja nun

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Ein sehr guter Beitrag, der eine wichtige Diskussion hoffentlich anschiebt, die mir auch am Herzen liegt.

Worum es mir geht? Ich möchte verhindern, dass unsere Söhne wie Zombies vor ihren Computermonitoren hängen, um dort ihre tägliche Dosis (sexueller) Gewalt zu verarbeiten.

Na ja, das sehe ich nicht so als Problem. Immerhin »verarbeiten« sie ja. 🙂

Im Islam kann der Mann noch Krieger sein, ist der Mann noch Mann und die Frau noch Frau, auf der Grundlage uralter Rollenbilder, …

Aber was soll das heißen? Rollenbilder können überkommen sein. Und es lohnt sich, andere Wege zu gehen. Das ist sicher eine Aufgabe. Die alten Rollenbilder haben auch noch ihren Anteil an dem Neuen. In abgewandelter Form. Was den »Krieger« angeht, da sollte jeder genau hinschauen. Sind es nicht überwiegend »Selbstmordattentäter« die da von sich reden machen? Und feige Mörder, die Wehrlose massakrieren? Was soll da zu lernen sein und ist übernehmenswert. Nichts! Die westlichen Krieger stehen da nicht viel besser. Wenn der General eine taktische und strategische Niete ist, muss sich der einfache Soldat trotzdem damit abfinden, dass er »verheizt« wird. – Was soll das? Menschen sind großgezogen worden, haben Zuwendung erhalten und den Eltern wird im Nachhinein erklärt, sorry, der Einsatz ist irgendwie schiefgelaufen, euer Sohn ist gefallen. Nein, das geht nicht mehr. Die Nieten im Militär sind das Problem und es sollte sich jeder (männliche) Staatsbürger dagegen wehren, nur als Rädchen im Getriebe zu fungieren.

In modernen, befriedeten Gesellschaften werden junge Männer ständig darauf hingewiesen, dass ihre Triebe nicht toleriert werden und Ideen von Ehre und Heldentum keine Wertschätzung genießen.

Stimmt nicht! Gescheitert sind sicherlich die Männer überhaupt. Definieren sie eine Welt, in der es sich lohnt zu leben? Eben nicht. Da fängt es schon an. Das Interesse der Männer müsste sein, lebenswerte Welten zu beschreiben, für die es sich lohnt aktiv zu sein, und im Bedarfsfall auch zu sterben. Diese werden nicht benannt. Gerade in den Computerspiel-Welten wird das Elend zelebriert, dass doch schon lange in den Köpfen vieler Menschen vorhanden ist. – »Das Gute« gilt es zu benennen, da müssen die Männer endlich wieder den Mund aufmachen und zeigen, dass sie etwas Schönes wollen.

So aber sieht es aus, als ob die Männer nur das Hässliche, das Böse, das Schlechte anstreben. Denn ständig beschäftigen sie sich nur mit dem. Nimmt man mal die Hollywood-Sparten als Grundlage von Lebenswelten der Männer, dann löst sich das auf in Kategorien wie Action, Horror, Komödie. Und quasi im »Off«, kommt dann noch Porno hinzu.

Verdächtig ist, dass von den männlichen Protagonisten so getan wird, als ob das Böse »ewig« vorhanden sei. Klar, denn dann braucht man auch nicht seine inneren Zustände anpassen und kann die »ollen Kamellen« weiterlutschen. 😐

Die Triebe sollten nicht negiert, sondern kanalisiert werden. Sie sollten in gesellschaftlich sinnvolles Verhalten münden, in Gefühle von Stolz und Ehre, in den Wunsch, kompetitiv zu sein und Verantwortung zu tragen.

Nehmen wir den Herrn Breivik. Aber auch die anderen Amokläufer speziell in den USA, und solche hier in Deutschland. Der Breivik soll ja auch so ein Fan der Computer-Ego-Shooter gewesen sein. Warum soll der Kampf gegen das Böse schlecht sein? Überhaupt nicht. Aber der Täter wählt die Rolle des Bösen. Das muss schon mal zu denken geben. – Wir müssen darüber nachdenken, warum die Männer »wie Zombies« aus der Wohnung kommen (nachdem sie ihre »tägliche Dosis Gewalt« an den Computermonitoren verabreicht bekamen), um Schlechtes zu tun.

Warum ermorden diese Computerspiele-beeindruckten jungen Männer wehrlose Menschen, Kinder? Genauso gut könnten sie auf die Idee kommen, dass die Diktatoren dieser Welt durch eine private Eingreiftruppe eliminiert gehören. Oder durch einen Selbstmordattentäter! Das wäre wenigstens etwas Sinnvolles. Stattdessen greifen sie aber ihre eigene Peergroup an, Menschen in ihrem gesellschaftlichen Zuhause und töten dort Gleichaltrige, Kinder. Warum? – Weil es Rache ist.

Es sind junge Männer, die sich rächen. Im Grunde genommen sagen sie, die Gesellschaft die ihr geschaffen habt, hasse ich. Es sind Söhne, die sich von ihren Vätern im Stich gelassen fühlen und sich eine kaum hilfreiche Ersatzwelt mit den Computerspielen schaffen. Die westlichen Gesellschaften haben in den letzten hundert Jahren sich immer mehr technisiert, aber dafür ist das Gespräch, das Zusammensein der Menschen in immer stärkerem Maße zu kurz gekommen. Junge Männer stehen mit 20 alleine da, weil der Vater nicht vorhanden war, nichts mitzuteilen hatte oder gar als Gegner empfunden wurde. – Unsere heutigen westlichen Gesellschaften sind inhuman.

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