Totalitäre Gesellschaften

Teil des Tötungsapparats

Der Nachweis einzelner Gewalttaten sei nicht erforderlich, um einen Sobibor-Wachmann schuldig sprechen zu können. Was immer er in dem Apparat dort auch tat, es diente dem Morden; die einzige moralische Option wäre Verweigerung gewesen.

So ist es.

Was als Unrecht erkennbar ist, darf niemand unterstützen. Auch nicht dann, wenn einem selbst dadurch Unheil droht.

Der Mensch muss sich dem Gerechten und Guten gegenüber solidarisch erklären.

Und diese Botschaft lässt sich auch verallgemeinern.

In allen Staaten dieser Erde gilt es für die Menschen, zu schauen, was ist menschenwürdig und gerecht. Und in keinem Fall darf es passieren, dass sich Bürgerinnen und Bürger bereiterklären, offensichtliches Unrecht durch die Staatsführung, zu unterstützen und umzusetzen. – Auch wenn dieses noch so fein säuberlich durch Gesetze von den Herrschenden vorbereitet ist. Nicht dasjenige, was im Gesetz steht, ist zu beachten und zu befolgen, sondern jenes, das den moralischen und ethischen Gesichtspunkten einer humanen Welt entspricht. Um das zu erkennen, genügt bereits die Fähigkeit zu »fühlen«, und der Verstand kann dann auch noch hilfreich sein.

Wer sich aber bereiterklärt, in Kumpanei mit der Staatsführung, egal in welchem Gesellschaftssystem, in menschenrechtsverletzender Weise gegen die Mitmenschen in der eigenen Gemeinschaft vorzugehen, der offenbart einen bestimmten Charakter. Und dieser Charakter ist zu allen Zeiten vorzufinden. Nur sind manchmal die Rahmenbedingungen ungünstig, und diese Menschen halten sich bedeckt. Dann aber werden plötzlich menschenunwürdige Gesetze möglich und schnell sind die Stellen besetzt und Aufgaben werden erfüllt, von jenen, die sich einfinden, um im Windschatten der Befehle der Machthaber ihrem Wesen Ausdruck zu verleihen.

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