Im Elfenbeinturm

novo-argumente–Liberalismus: Freiheit als Lebenselixier

Wir haben es über die Jahrhunderte so weit gebracht, weil unsere Entwicklung angetrieben war, von einem ständigen Wettbewerb des Wissens, der Ideen und der Erfindungen, die die Individuen hervorgebracht haben. Der Markt hat dabei als Entdeckungs- und Entmachtungsinstrument den Lebensstandard weltweit verbessert, den Menschen ein längeres und gesünderes Leben beschert. Es entstand ein immer differenzierteres soziales und rechtliches Regelwerk, das den Zusammenhalt und das Fortkommen der Gesellschaft ermöglichte. Doch ein Bewusstsein von dieser Erfolgsgeschichte, gar ein Stolz auf diese lange Entwicklung, scheint uns abhandengekommen zu sein.

Wenn die Herrschaften doch bloß nicht immer so »mit angehobener Nase« daherkämen. Warum schafft es Frau Ackermann nicht, über die konkreten gesellschaftlichen Probleme zu sprechen, und darüber, wie wir sie lösen können.

Weder der Staat noch die Gesellschaft haben demzufolge das Recht, sich in die privaten Angelegenheiten und Handlungen der Individuen, die nur sie selbst etwas angehen, einzumischen oder sie gar zu sanktionieren. Von staatlicher oder gesellschaftlicher Seite sind demnach Sanktionen nur zulässig, wenn diese Handlungen andere schädigen. Keiner darf zu seinem Glück gezwungen werden. …

Voraussetzung für die Herausbildung von Individualität und die Praxis eines eigenen Lebensplans ist deshalb die Freiheit eines jeden, zwischen verschiedenen Optionen unterscheiden und wählen zu können.

Indem die Menschen entsprechend der Vielfalt der Charaktere und Meinungen ihren eigenen Lebensplan entwerfen und ihm folgen, schaffen sie überhaupt erst die Pluralität der Lebensstile, ein Kaleidoskop von Lebensmöglichkeiten, die alternativ zur Wahl stehen.

Diese Aussagen ließen sich doch prächtig auf den Hartz4-Empfänger beziehen und sich dementsprechend auch gegen das Unrecht der Hartz4-Sanktionen verwenden lassen.

Liebe Frau Ackermann, meine Frage wäre, was für ein Gemeinwesen wollen sie heute? Stört es sie, dass es Hartz4 gibt? Dass 60000 Behördenmitarbeiter (überwiegend Frauen?) damit beschäftigt sind, andere Menschen zu drangsalieren und zu schikanieren. Haben sie etwas dagegen, dass wir immer mehr in einen totalitären Staat abgleiten, weil wir die Tür aufgemacht haben, zu einer Gesellschaft, in der Staatsbedienstete wieder Mitbürger bedrohen können?

Habe sie etwas dagegen, dass Menschen zu »Tafeln« gehen müssen, weil sie nicht genug Geld zum Leben haben, und wir wieder so viele Zwangsarbeiter haben? (Wie damals, bei Hitler.)

Spüren sie die Parteiendiktatur? Und was wollen sie dagegen tun? Was halten sie von Direkter Demokratie und wie stehen sie zum Bedingungslosen Grundeinkommen.

Erst wenn man das (und mehr) von Ihnen weiß, kann man einschätzen, in welche Richtung sie Ihre Abhandlung über die Geschichte der Freiheit und Individualitätsentwicklung des Menschen hingedeutet sehen wollen.

Und ja, es kann passieren, dass mir dann dieselbe Geschichte von jemandem anderen erzählt, besser gefällt, weil eine menschenwürdigere Zukunft von diesem anvisiert wird.

Wir brauchen deshalb einen starken, aber schlanken Staat, der seinen ordnungspolitischen Aufgaben nachkommt und der Versuchung widersteht, der bessere Unternehmer sein zu wollen. Ein Staat, der sich in seiner Interventionslust zurückhält und dafür sorgt, dass verfasste Regeln eingehalten werden.

Besser wäre es, wenn wir einen Staat hätten, der sinnvolle Regeln erst einmal verfasst und in Gesetzesform bringt. Daran hapert es am meisten. Die bestehenden »verfassten Regeln« sind voller Unrecht und Menschenrechtsverletzungen. – Da gibt es viel zu tun.

Ein Staat also, der die Grundversorgung und das Existenzminimum seiner Bürger garantiert, …

Ja, das will er aber nicht. – Sonst könnte er ja Arbeitslosengeld II bedingungslos zahlen.

Um unsere Wirtschafts- und Freiheitskrise zu meistern, sind ein neuer bürgerlicher Eigensinn, Phantasie, Selbsttätigkeit und kreative Dissidenz gegenüber der „sozialen Tyrannei“ der Mehrheit gefragt.

Das lässt aufhorchen. Aber in keinem guten Sinne. So, so. Die Mehrheit (Mehrheitsentscheidung?) ist verantwortlich für Tyrannei. Gibt es Beispiele?

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