Sportlich?

Uli Hoeneß sagt, er sei kein »Sozialschmarotzer«.

Das ist verwirrend. – Als »Sozialschmarotzer« werden manchmal die Armen, Arbeitslosen und Hartz4-Empfänger bezeichnet, von böswilligen Menschen. Weil sie Geld vom Staat bekommen. Aber Uli Hoeneß hat 18 Millionen Euro an Steuern hinterzogen, und noch mehr an Einkommen erzielt. Das ist etwas ganz anderes.

Aber warum sagt er dann, dass er kein »Sozialschmarotzer« ist?

Weil er darauf hinweisen möchte, dass die wirklich moralisch verwerflichen Menschen diejenigen sind, die die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen. Und er unterstellt mit der Bezeichnung »Schmarotzer«, dass dies zu unrecht geschieht. Die Armen und Hilfsbedürftigen sind die eigentlich schlechten Menschen im Land, will er sagen. Weil sie es zu nichts gebracht haben. Im Gegensatz zu ihm.

Hoeneß hat mit seinen Geschäften und Unternehmungen viel Geld verdient. Hoeneß sagt, er ist kein Sozialschmarotzer und will damit sagen, ich habe etwas geleistet und dafür Anerkennung bekommen, in Form von Geld. Während andere nichts leisten und auch noch als dreiste Bittsteller beim Staat vorstellig werden, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu lassen. So ein, in seinen Augen, mieses Verhalten zeigt der Uli nicht.

Aber wie kann das jetzt eingeschätzt werden? Uli Hoeneß war einmal Fußballer und er kennt bestimmt »Fair Play«. Ist denn das »fair« was er da macht, was er da sagt? Na klar spielt der Uli in einer ganz anderen Liga, wenn er Einkommen hat, in der Höhe von mehreren Millionen Euro. Wieso aber nimmt er ausgerechnet die Ärmsten im Lande als Schutzschild, hinter denen er sich verstecken will? Ist das nicht hässlich und fürchterlich kleinkariert. Feige und hinterhältig? Da versteckt sich der Millionär Hoeneß hinter den Armen im Land, und behauptet indirekt, die eigentlich Bösen und Verwerflichen seien jene, und nicht er. – Pfui Teufel, kann das wahr sein?

Darauf jetzt inhaltlich einzugehen, und diesem infamen Angriff gegen eine bemitleidenswerte Gruppe innerhalb der Gesellschaft zum Zwecke der eigenen Verteidigung, zu widersprechen, ist nicht nötig. So ungeheuerlich und unverschämt ist dieses Manöver. – Mit solchen Faulspielen zum Erfolg zu kommen, kann ich keinem Verein wünschen.

derstandard–Hoeness-Prozess-startet-unter-grossem-Medienrummel

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