Wortakrobaten

Jannis Plastargias ist ein Schriftsteller aus Frankfurt am Main. Ich hatte ihn einmal live bei einer Kulturveranstaltung erlebt, bei der er aus seinem Buch »Plattenbaugefühle« vorlas und sich anschließend mit dem Publikum unterhielt. Er ist ein junger Autor (39 Jahre) und recht aktiv in der Kultur- und Literaturszene. Er macht einen interessanten Blog und ist auf Google+ vertreten. Ich habe ihn in einem meiner »Kreise«. Deshalb schaue ich ab und zu nach, was es Neues von ihm gibt.

schmerzwach.blogspot.de

In diesem Zusammenhang beschäftigt mich immer wieder die Frage, wie die heutigen Kulturschaffenden ihren Platz im politischen Umfeld definieren. Ist es ihnen wichtig, das die Leserschaft darüber Bescheid weiß, wie die Geistesproduzenten in dieser Hinsicht orientiert sind? – Von Günter Grass ist immerhin bekannt, dass er sich der SPD verbunden fühlt (was schlimm genug ist), aber was wissen wir Interessierte von den heutigen Verseschreibern.

Wie schätzen sie die Lebensqualität in den Ländern ein, die sie kennen. Schauen sie einmal nach, ob die Menschenrechte geachtet werden. Gehen sie wählen, wen präferieren sie. Fühlen sie sich wohl, in den Ländern, in denen sie leben?

Ehrlich gesagt, ist das Unpolitische dieser Menschen eher abschreckend. Welche Lyrik können diese Autoren schreiben, wenn sie gar kein Verhältnis zu ihrer politischen Umwelt haben. – Das ist so, als ob im Reich eines Diktators eine Kulturveranstaltung organisiert wird. Alle repräsentieren die Schande. Da können sie noch so gut in ihrem jeweiligen Fach sein.

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