Kriegszustand – Kriegsgefahr

Wie soll ein Land in eine Alarmbereitschaft versetzt werden, wenn sich Staat und Bürger entfremdet haben? Wie soll der Staat eine Vorgabe machen, bezüglich Verhalten und Engagement, wenn die Menschen die demokratischen Bedingungen im Land als schon lange nicht mehr zeitgemäß und die Regierung als schon lange nicht mehr legitimiert ansehen, ihre Interessen zu vertreten?

Jetzt, in Phasen scheinbarer Stille in den weltpolitischen Geschehnissen (was unsere direkte Betroffenheit angeht), fällt das nicht weiter auf, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Regierungsführung ablehnt. Aber offensichtlich wird es in Krisenzeiten. – Denn dann wären die Machthaber auf sichtbare Zustimmung durch die gesamte Bürgerschaft angewiesen. Und die werden sie nicht bekommen.

Schon seit vielen Jahren ist die Zahl der Nichtwähler konstant oder nimmt wieder zu. Weit über die Hälfte der Bevölkerung lehnt das Prozedere der Parlamentarischen Demokratie ab und »spielt« nicht mehr mit, wählt nicht mehr. Die stärkste Gruppierung unter den Wahlberechtigten sind die Nichtwähler. Ihr Wahlboykott ist Ausdruck dafür, dass sie sich nicht mehr in einem akzeptablen gesellschaftlichen Gefüge sehen, dass keine fairen Beteiligungs- und Entscheidungsmöglichen für die Bevölkerung gegeben sind.

Je länger dieser Zustand anhält, um so mehr wird er sich verfestigen. Zumal die Herrscher überhaupt kein Interesse zeigen, die Fakten zu diskutieren. Sie sind nicht gesprächsbereit. – Das »böse Erwachen« wird darin gipfeln, dass das bisherige System mit einem Schlag hinfort gewischt sein wird.

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