Soziale Netzwerke – Zwischenbericht

Soziale Netzwerke sind noch nicht ausgereift. – Vielleicht sollte gefragt werden, was können die Menschen gebrauchen? Eine Plattform für Tausch- oder Verkaufsgeschäfte. Ein Forum für Informationsvermittlung und Meinungsvergleich. Eine Basis für Vernetzung von (lokalen) Aktivitäten zu einem gemeinsamen Thema.

Und was passiert tatsächlich im Sozialen Netzwerk Google+.

Die einen veröffentlichen (posten) immerzu Naturfotografien. Die anderen posten immerzu Zeichnungen, Bilder von Kunstwerken. Die Dritte immerzu Innenarchitekturabbildungen. – Vielleicht bedienen diese Aktivitäten ein emotionales Bedürfnis. – Der Nächste facht immerzu tagespolitische Diskussionen an. Die anderen veröffentlichen immerzu ihre Position zu ganz bestimmten Themen. Nach einem Jahr ist dann die Position bekannt und die Haltung wird nicht geteilt oder halt doch. Aber es wiederholt sich eben. – Das ist dann ratlosmachend, wenn sich nichts ändern lässt und alles so bleibt, wie es ist, oder noch schlimmer wird. Oder es ist nervig, wenn die Meinung nicht geteilt wird.

Schwierig wird es, wenn im Netzwerk mit den, über die Zeit, guten Bekannten zu einem Thema eine Übereinstimmung besteht, darüber häufig gesprochen (geschrieben) wird, die Akteure sich gegenseitig (symbolisch) auf die Schulter klopfen und plötzlich gibt es ein weiteres Thema und es stellen sich unterschiedliche Meinungen zu dem Sachverhalt heraus. – Dann ist Schluss mit lustig. – Die ursprünglich doch vorhandenen Gemeinsamkeiten unter den guten Bekannten sind in Frage gestellt, die Menschen gehen wieder auf Distanz zueinander.

Auch hier gilt, sich der Aufgabe zu stellen, welche Kriterien nehme ich zur Hand, um mich in der Welt zu orientieren. Kann es akzeptabel sein, sich zum Beispiel nationalistischen Sichtweisen zu öffnen und die Forderung nach Beachtung der Menschenrechte aufzugeben? Ich denke, nein. – Wer die Menschenrechte nicht achtet, steht immer in der Kritik.

Eher abwegig ist es, ein Soziales Netzwerk als Treffpunkt für »Freunde« anzusehen. Niemand hat »tausend Freunde«, und auch nicht hundert. Dazu reicht die Tageszeit nicht, um sich mit dermaßen vielen Menschen so zu beschäftigen, dass sie Freunde genannt werden können.

Ein weiterer Aspekt ist das Eigentum an den Netzwerken. Wem gehört das Netzwerk. Den Guten oder den Bösen? Wer soll es bereitstellen. Eine Firma oder eine gemeinschaftliche Initiative.

Aber eines steht auch fest: Sozialen Netzwerken gehört in irgendeiner Form die Zukunft und sie sind wichtig. – Auch wenn ihre Nutzung noch nicht den optimalen Umfang und die zufriedenstellende Ausgestaltung erreicht hat, so spüren doch viele Menschen, dass es in die richtige Richtung geht.

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