Archiv für den Monat Dezember 2014

Was brauche ich und wer sagt es mir

Sicher war das nicht immer so, aber die Zeiten sind einfach vorbei, als es noch Sinn machte unterschiedliche Produkte gegeneinander antreten zu lassen. Allerdings war der »Wettbewerb« nie so wichtig für die Bevölkerung, er war es vielmehr für die Vertreter einer kapitalistischen Welt- und Wirtschaftsordnung. Sie waren es, die behaupteten, dass es besser sei, wenn wir in der Produktion Konkurrenten sind und dadurch würde die ganze Gesellschaft profitieren. – Ob das richtig war, für die 40er und 50er Nachkriegsjahre, sei es drum. Heute ist es jedenfalls völlig deplatziert.

In der Diskussion »The Psychology and Economics of Advertising« [1] wird sehr klar beschrieben, wie die Berufsgruppen »Psychologen, Werbefachleute« gegen die Interessen der Bürger Werbung kreieren und dabei die Menschen beeinflussen und manipulieren. Warum ist so etwas heute noch möglich. – Und es kommt hinzu, dass die Stadtverwaltungen durch die Vermietung des öffentlichen Raumes, Bürgersteige, Bushaltestellen, Wände öffentlicher Anlagen an dieser miesen Art der emotionalen Manipulation noch Geld verdienen. – Hier wird eindeutig gegen die Anliegen der Bürgerschaft gehandelt.

Momentan sind gefühlte 50% der Frankfurter Werbeflächen mit Plakaten vollgepflastert, die mit Sicherheit von vielen Personen als »sexistische« Beeinflussung empfunden werden. Hier geht es auch nicht um die »Freiheit« der Mitteilung, sondern um die Inanspruchnahme öffentlichen Raumes zum Zwecke der psychischen Manipulation und Belästigung von Menschen.

Jetzt haben wir Propaganda überall: auf den Werbeflächen, im Fernsehen und Radio durch die »staatsnahen« Berichterstatter. Einzig das Internet ist weiterhin den Bürgern überlassen. Aber schon tauchen die ersten Warner auf, dass über das Internet, die Blogs und Sozialen Netzwerke die ungefilterte Hetze und Unwahrheit möglich sei. Ja, nicht umsonst sind es Regierungen die mit immer mehr Nachdruck eine Kontrolle des Internets gegen die Bevölkerung durchsetzen wollen. – Wie wird dieser Kampf ausgehen: Meinungsfreiheit versus »Recht und Ordnung« im Sinne der Herrschenden.

[1]
The Psychology and Economics of Advertising

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Eigentlich ist das Thema »Werbeflächen« geeignet, sich dauerhaft damit zu beschäftigen. – Denn diese Flächen, die einst dazu dienten, in einer »vergleichenden« Werbung die möglicherweise besseren Argumente für ein Produkt zu liefern, sind mittlerweile zu Anmache- und Beeinflussungsstellen verkommen.

Seien es nun private Geldgeber, die dafür sorgen, dass auf diesen »Werbeflächen« halbnackte Frauen den Passanten entgegenschauen (warum?), oder es sind Firmen, die nachweislich die Bürger mit ihrer »Arbeit« krankmachen, aber in der Werbung den Leuten weißmachen wollen, die Firma wird einfach gebraucht, deshalb »Augen zu und durch« und am besten die Schädigungen an den Menschen übersehen.

Auf Werbeflächen werden die Mittel platziert, die bei den Bürgern die Angriffspunkte suchen, um sie für dumm zu verkaufen. – Gelingt das?

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Interessant auch. Auf dem Bild des halbnackten Menschen befindet sich der Wortteil »intim«. Heißt das nicht eher versteckt, verborgen. – Aber genau das Gegenteil passiert mit der abgebildeten Person. Sie wird in die Öffentlichkeit gezerrt. – Eine Botschaft an die Frauen, das »Intime« veröffentlichen zu sollen!? Womöglich eine aus den Männerphantasien entstandene »Nachricht«. – Von Produktwerbung kann eigentlich keine Rede sein. Wer interessiert sich für das bisschen Stoff. 😕

Außerdem schaut die Protagonistin nicht so aus, als ob sie das alles ganz toll findet.

Ja, und dann sind natürlich die Werbeflächen voll mit Propaganda einer Organisation, die eigentlich gar nicht für ihre Darbietungen werben muss. Denn sie kassiert so oder so von den Verbrauchern Geld für ihr Angebot. – Auch dieses Unternehmen füllt die Werbeflächen regelmäßig mit ihren Botschaften. – Dabei würde ein großer Teil der Bevölkerung (möglicherweise sogar die Mehrheit) auf die Berieselung durch diesen Anbieter (und die damit verbundene Geldausgabe) liebend gerne verzichten.

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Des Weiteren sind immer wieder »Botschafter der Nächstenliebe« auf den Werbeflächen präsent. Auch Spendensammler genannt. Nichts ist dagegen zu sagen, wenn diese Organisationen für arme Menschen sich einsetzen. Allerdings ist bei der Argumentation dieser Leute eine seltsame Inkonsequenz zu verzeichnen.

Sicher ist es richtig, wer monatlich spendet, hilft jeden Tag. Aber müsste uns alle das nicht stutzig machen. Klar brauchen Menschen ein regelmäßiges Einkommen, auch Kinder. Damit für sie alles besorgt werden kann, was sie für ihre Entwicklung und ihr Leben brauchen.

Bloß was hat das mit den »Almosensammlern« zu tun? Wäre das nicht eher die Aufgabe einer Gemeinschaft und in Vertretung dieser, eine Aufgabe der Gemeinschaftsführung, Staat, Regierung, dafür zu sorgen, dass die Menschen ein regelmäßiges Einkommen haben. Warum soll diese Aufgabe an oftmals dubiose Einrichtungen übertragen werden, deren Wirken beliebig ist und von der Laune der Spender abhängt, ob diese ihren Geldbeutel aufmachen?

Auch in diesem Szenerio bleibt der Bedürftige ein Bittsteller, ohne rechtlichen Anspruch. Er bleibt ein Bettler und Abhängiger von der Spendenbereitschaft und der Organisation der Spendensammler. – Ist das wünschenswert?

Allemal besser wäre daher ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE), an alle Menschen gezahlt. Stellvertretend für die Kinder bekommen deren erwachsene Betreuer das Geld. – Wenn also auch die Arbeit der Spendensammler einen Sinn haben mag, so sollten diese Organisationen sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen einsetzen, auch wenn das vielleicht einmal ihre Tätigkeit überflüssig machen würde (sie haben ja dann ebenfalls ein bGE). – Tun sie das? Wer erinnert sie an diese Aufgabe. Das müssen Aktivistengruppen machen. 😀

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