Archiv für den Monat Januar 2015

Batman regelt alles

In Gotham City gibt es Armut. – Was ist daran schuld?

Nach Meinung der Hollywood-Leute ist das »Verbrechen« daran schuld. – Gottseidank hat dieses Land die Waffenindustrie und es ist für jeden Waffenliebhaber und kampforientierten Menschen ein Leckerbissen zu sehen, wie Batman aus der Vielfalt der Waffen und sonstiger Technik das Beste heraussucht, um in seinem Kampf gegen die Übeltäter voranzukommen.

Was ist das für eine Welt, in der die Amerikaner leben? Die Menschen dort sind genauso technikbesessen, wie es einmal die Deutschen waren. Alle Probleme werden mit dieser Art Wissenschaft gelöst. Sie sind allerdings nicht in der Lage, die Perspektive zu wechseln und der »Pool an Ideen« aus dem sie ein Weltbild schöpfen, ist arg begrenzt.

Schauen wir uns doch einmal die Armut in den USA an. Ist es wirklich so, dass es die viele Armut dort gibt, weil das Verbrechen daran schuld ist? Oder ist es nicht eher so, dass in den Vorstellungen der Menschen dort, in den Vorstellungen der Menschen, die das Geld haben, Hollywoodfilme zu produzieren, nichts anderes vorkommt, als Erklärungen, die die Verwendung von Waffen sinnvoll erscheinen lassen.

Warum gibt es keinen »Gutman«, der auf die Verwendung von Waffen ganz verzichtet, der die Waffengesetze in den USA für fragwürdig hält? Warum gibt es nicht Filme für »kleine Jungs«, in denen ein Mann (eine Frau) Vorbild ist, der sich in Bürgerinitiativen für die Veränderung bestehender Gesetze einsetzt, die von korrupten, manipulativen, der Bevölkerung gegenüber feindseligen Lobbyisten-Politiker erlassen wurden? – Warum schreibt niemand Comics über so eine Vorbild-Person?

Hollywood ist spannend, solange »im Film« eine in sich schlüssige Dynamik aufgebaut wird, Hollywood ist aber immer mehr langweilig, weil diese »Industrie« schon lange nicht mehr einen Bezug zur Realität hat, sondern nur einen kleinen Rest an Erinnerung in ermüdender Weise repetiert. – Eine Erinnerung an »alte Werte«, die sicherlich in irgendeiner Weise immer noch ihre Berechtigung haben, aber schon längst abgelöst sein müssten, von den zeitgemäßen Tools, und es ist zu spüren, dass die Amerikaner nur marginal dabei helfen können, diese zu entwickeln. – Sie können sich eben keinen »Gutman« vorstellen und damit sind sie raus aus dem Rennen. Die Geschicke der Menschheit werden von anderen entschieden werden, weil in »Gotham City« die Leute einfach nicht fähig sind, die Problemstellungen zu erkennen und sie genauso tatkräftig mit neuen Werkzeugen anzupacken, wie es Batman in seiner kleinen Welt immer wieder tut.

Elinor Ostrom war eine US-amerikanische Wissenschaftlerin, die sich mit Commons, Gemeingütern und ihren Variationen beschäftigte. Ihre Erkenntnisse wurden in erster Linie aus Feldforschungen abgeleitet. – Vor Ort wurden in vielen Ländern die Bedingungen überprüft, wie mit Gemeingütern umgegangen wird, und welche Verbesserungen für eine optimale Nutzung von Gemeingütern sinnvoll erscheinen könnten.

Die USA haben in allen Ländern dieser Erde immer ihr Lebensmodel als das Beste verkaufen (und durchsetzen) wollen. Verknüpft mit der Vorstellung, dass die anderen Lebenskonzepte und Gesellschaftsmodelle nicht bloß die schlechteren sind, der eigenen Einschätzung gemäß, sondern, verbunden mit dem Urteil, dass es nicht zu erlauben sei, dass in anderen Ländern die Menschen in freier Entscheidung sich Konzepten zuwenden, die von den Amerikanern (und der übrigen westlichen Welt?) als »gefährlich« eingeschätzt wurden, dass sie bekämpft gehören.

Wenn Ostrom also in andere Länder reiste und Bedingungen »vorfand«, denen gemäß Gemeingüter behandelt werden, dann muss natürlich die Frage gestellt werden, ob nicht bereits »vorher« ihr Heimatplanet dort die großen Rahmenbedingungen abgesteckt hat und damit ihr, als Abkömmling aus genau dieser Welt und Vertreterin derselben dann in einer bestimmten Weise begegnet wird. – In vielen Fällen sind die »Bedingungen« von Anbeginn an verfälscht, weil politische Verhältnisse nicht geduldet wurden, die nicht den scheinbar richtigen (demokratisch genannten) entsprachen.

In allen Ländern, in denen »demokratische Verhältnisse« erzwungen wurden, sind die Gesellschaften vergiftet, durch die zerstörerisch wirkenden Kräfte, die aus den Parametern der Demokratie sich ableiten:

  • »Wettbewerb« um Stimmen, um die Mehrheit zu erreichen. – Allein dieser Gedanke ist verwerflich, weil er die Idee befördert, der »Sieger« im Wettbewerb hätte das recht, über andere zu herrschen. Warum also nicht in betrügerischer Absicht den eigenen Sieg herbeiführen, um dann über die Unterlegenen zu gebieten? – Die Unterlegen müssen ja gehorchen, es gelten doch die Spielregeln der »Demokratie« und das muss gut sein. Wehren gegen dieses Unrecht könnten sie sich nur, in dem sie nicht mehr mitspielen, die Wahlen und das Spiel »Demokratie« boykottieren und eine andere gesellschaftliche Organisation durchsetzen, die nicht »demokratisch«, sondern fair, gerecht, menschenwürdig gegenüber allen Menschen sich zeigt.
  • Herrschaft »des Siegers« (in Form von Parteien) über die Besiegten. – In dieser Sicht ist schon der Gedanke eingebaut, dass die »Verlierer« gar kein Recht haben können, gleichberechtigt neben den Siegern zu leben. – Sie haben sich gefälligst zu unterwerfen. – Die Sieger können (wie es teilweise heute der Fall ist) allein die Politiker sein, und die Verlierer sind die ganze übrige Bevölkerung (Parteiendiktatur).
  • Zerstörung und Verhinderung anderer gesellschaftlicher Organisationsformen, mit dem Argument, dass die Demokratie die beste Lösung sei. – Indem bestehende Formen gesellschaftlichen Desasters (Kommunismus) vorgeführt werden, wird der Schluss gezogen, dass überhaupt keine andere Organisationsform zu dulden sei, die nicht der »demokratischen« entspricht, denn diese sei die beste.
  • »Demokratie« ist Exportprodukt des Westens, wie damals vor langer Zeit, das Christentum »Exportprodukt« war.
  • Die Verbreiter des Exportschlagers »Demokratie« sind blind gegenüber den dramatischen Fehlern und Schwächen des Demokratiekonzepts. Sie können diese nicht sehen, weil sie selbst Profiteure dieses Modells sind. – Demokratie ist unrecht, weil es keine Gestaltung der Gesellschaft »im Interesse aller« vorsieht, sondern »das Recht des Stärkeren« nur in neue Kleider packt. Der Stärkere ist der »Wahlsieger«.

In einer gerechten Gesellschaft aber, sind alle Menschen gleichberechtigt, bezogen auf einen Katalog von Menschenrechten. Allen muss ein würdevolles Leben ermöglicht sein. – Schauen wir aber die Länder heute an, so sehen wir die unwürdigen Verhältnisse (die Armut, die Zwangsarbeit, der Waffenwahn in der Bevölkerung) und Mitschuld daran ist die vorherrschende Gesellschaftsorganisation »Demokratie«.

Ostroms ganze Forschungen sind dann nur Laborversuche »ohne Weltkontakt«, wenn die umgebende, insbesondere politische Welt, die aufoktroyierte ihres Heimatsterns (USA) ist. In diesem Labor kommen die Menschen zu nichts, weil es keine Freiheit gibt, weil die angeblichen Entscheider in den aufgesuchten Ländern in Wirklichkeit Unfreie sind.

So haben wir schon längst überall »Gotham City«, zumindest diese Wahrnehmung von Wirklichkeit, oder, das ist einzuräumen, noch schlechtere Verhältnisse.

Ach ja. – Es ist wahr, neben dieser Welt haben wir noch keine bessere. Wenn es nur Gotham City oder »schlechtere Verhältnisse« gibt, und keine Länder, in denen vorbildhaft die neuen Menschheitskulturen sich entwickeln, und es kommt wieder mal zu einem Krieg, dann ist Gotham City die attraktivere Stadt, mit deren Bewohnern (zu einem Teil) es sich lohnt sich zu verbünden. :-/

Batman Begins

Was mehr wird, wenn wir teilen: Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter;
Elinor Ostrom

Advertisements

Zusammenarbeit

Wie ist eine gemeinsame Gestaltung der Gesellschaft möglich, wenn wir in fast allen Einzelfragen unterschiedlicher Meinung sind? – Es geht nur, entweder über einen Machtapparat, der die Menschen zu ihrem »Glück« zwingt, oder durch Abstimmungen, deren Ergebnisse die Unterlegenen akzeptieren.

Wie können wir Menschen aber überhaupt zusammenleben, wenn wir so unterschiedlich sind, in unserem Denken, Fühlen, Wollen, Empfinden? Anpassung meint wohl auch, auf die Durchsetzung jeder eigenen Meinung zu verzichten und das Wirken der Anderen (Mächtigeren) zu ertragen und zu dulden.

Wie können zukünftig gemeinsam Entscheidungen auf den Weg gebracht werden, wenn wir das bisherige System der Parlamentarischen Demokratie nicht mehr wollen und Direkte Demokratie für sinnvoller erachten?

Wenn wir uns nur zu Einzelfragen miteinander verbünden, so erscheint dies erstmal sinnvoll und praktikabel. Schauen wir jetzt aber genauer hin: Wir machen eine Gruppe, die sich für kostenlosen ÖPNV einsetzt. Da sich das Thema ÖPNV aber nicht ablösen lässt von einer allgemeinen Diskussion über die gesellschaftlichen Verhältnisse, wird ebenfalls über andere Themen des täglichen Lebens gesprochen. Nun haben wir Menschen, die sich für eine Neugestaltung des ÖPNV einsetzen, die aber in Fragen der Zuwanderung völlig anderer Meinung sind, die in einem Fall eher nationalistische Tendenzen unterstützen, die andererseits mehr libertäre Ansichten und universelles Recht sich vorstellen können. – Wie geht das in der Zusammenarbeit zusammen?

Grundsätzlich ist einmal festzustellen, dass alle Menschen Teil der Bevölkerung sind. Wer nicht im Gefängnis sitzt, hat wie jeder andere Mensch auch, uneingeschränkte Bürgerrechte und die Mitwirkungschance. Ob wir im Einzelfall mit diesen Personen zusammenarbeiten, sollten wir individuell klären. Für den einen ist die Grenze überschritten, für den anderen nicht, wenn der »Nationale« sich konkret zu Themen äußert. Es gibt keinen Königsweg. Wer unterstellt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen im eigenen Interesse und zum Schaden der Mitmenschen sich bereichern, vertritt eine Tendenz. Wer behauptet, dass im Land sich Geheimarmeen befinden, von denen die Öffentlichkeit nichts weiß, skizziert eine weitere. – Mit welchen Menschen wollen wir uns gemein tun, um zu einer konkreten Sache Erfolg zu haben?

Hier ist zu sehen, dass alles gar nicht so einfach ist. Wir Menschen sind babylonische Wesen, die sich nur mit Mühe in gemeinsame Bahnen bringen lassen. Aber wenn es gelingt, können wir in unserem Wirken sehr erfolgreich sein. 😕

wirr-b

Zu mehreren einsam

Was die Bürgerinitiative gegen den Fluglärm für ein Konzept hat, bleibt schon seltsam unklar. – Einmal geht es um »uns«, und dann um »die Politiker«.

Die übrige Bevölkerung existiert für diese streitbaren Herrschaften überhaupt nicht.

Das ist nicht gut.

Andere Menschen im Rhein-Main-Gebiet haben auch ihre Sorgen. Warum werden diese nicht »im Paket« gegenüber der Politik eingebracht? (Verkehrslärm durch S-Bahnen und Güterzüge) Auch wäre bei einem solchen Vorgehen viel mehr Solidarität aus der gesamten Bevölkerung zu erwarten. – So aber stehen die Häuslebesitzer und Rentner tapfer am Flughafen, bleiben aber irgendwie in selbstgewählter Isolation.

demo-mon-flu-laerm-e

Nicht funktionierende Kommunikation in Sozialen Netzwerken und Blogs.

Der User A schreibt immer wieder auf dem Blog von D seine Meinung zu den Beiträgen von D. In eigentlich allen Fällen ist er anderer Meinung als D.

Ein genauerer Blick auf diese Situation wirft einige Fragen auf. – Wenn der User A völlig anderer Meinung ist als D, warum erscheint er immer wieder auf der Homepage oder dem Blog von D? Wäre es nicht viel sinnvoller und schlüssiger, wenn sich A auf den Blogs und Internetseiten äußert, deren Meinung er teilt?

Im Grunde belästigt er den Blogger D. – Sicher gibt es immer wieder Leute, die die fixe Idee entwickeln, den Anderen »überzeugen« zu wollen. Aber dieses Überzeugen wollen hat etwas, oder bekommt etwas Aggressives und Penetrantes. Dieses Verhalten geht in Richtung Nötigung und Bedrohung.

Solche Situationen mögen sich harmlos aufbauen. Ein angeblicher »Rat unter Freunden«, der sich dann auf die Dauer immer mehr zu einer Feindseligkeit verdichtet.

Anfangs war es so, dass sich der Blogger D auf ein Gespräch einließ, denn er dachte, es ist doch alles halb so wild. Es wird doch nur geredet und unterschiedliche Meinungen werden selbstverständlich respektiert. – Das war eine großzügige Sichtweise.

Dies mochte dann der User A missverstehen (wollen), nämlich so, dass der Blogger bereit ist, sich »belehren« zu lassen. Und diese Chance will A dann gar nicht mehr aus der Hand geben. – Er überhört die deutlichen Hinweise des Bloggers, dass jetzt Schluss sei mit der Unterhaltung.

Der Blogger kann dann noch von Glück sagen, dass es nur bei der unangenehmen Auseinandersetzung über die Kommentare auf der Homepage ablief. – Gar nicht auszudenken ist das, wenn sich solche Feindseligkeiten auf die physische Welt verlagern.

Was heißt das für die Kommentarfunktion auf einem Blog. – Sie muss von dem Blogger restriktiv gehandhabt werden. Differenzen mit den anderen Usern im Internet müssen frühzeitig zu einem Abbruch der Kommunikation führen, weil sonst der Eindruck entsteht, das gegenseitige Angemaule sei erwünscht, geduldet oder »normale« Unterhaltung und könne fortgesetzt werden.

Kommunikation in Sozialen Netzwerken oder Blogs mit anderen Usern geht nur, wenn Übereinstimmung in den Sichtweisen besteht. Mit einer Person, die anderer Meinung ist, ist eine längerfristige Gesprächssituation und dauerhafter Kontakt nicht möglich.

Jetzt werden sie mit Recht sagen, dass das zu streng formuliert ist. – Nun, es ist so: wenn »unterschiedliche Meinungen« aufeinandertreffen, um einen Sachverhalt zu klären oder unterschiedliche Perspektiven zu sammeln, um ein vollständiges Bild einer Sache zu bekommen, dann sind selbstverständlich verschiedene Meinungen erwünscht. – In dem Beispiel mit dem Blogger und der Kommentarfunktion ging es aber um etwas anderes: da will ein Mensch die Meinung des anderen bekämpfen. Das nimmt fanatische Züge an. Da geht es darum, die andere Meinung nicht dulden zu wollen. – Statt das die Personen mit unterschiedlichen Meinungen getrennte Wege gehen, will einer von beiden dem anderen »an den Karren fahren« und ihm nahelegen, von seiner Meinung Abstand zu nehmen. – In dem Beispiel geht es um Meinungsfreiheit und den Versuch, diese einschränken zu wollen.

Derjenige, der sie einschränken will, möchte demjenigen, der eine andere Meinung hat, »erklären«, warum dieser seine Haltung und Ansichten aufgeben sollte. – In totalitären Staaten und Diktaturen erfahren solche Situationen ihre Steigerung darin, dass der Bedrohte mehrfach gewarnt wird, jetzt endlich von seiner Einstellung abzulassen, sonst …. Und so weiter.

Im Grunde zeigt auch das Internet alle Formen gesellschaftlichen Umgangs der Menschen untereinander: Hass, Feindseligkeit bis zur freundlichen Zustimmung und »Liebesbekundungen«. 🙂

Die Differenz unter uns Menschen ist die Regel. Die Verständigung, die Ausnahme. – Erkennen wir das an, dann ist der Umgang miteinander sogar erleichtert.

gespraech-unter-ffre-j1

National

Klingt wie »banal«, ist es aber nicht ganz. – Manche Menschen können das fühlen, was »national« bedeutet. Wer es wagt, dies öffentlich zu machen, wird von Drohzecken angegriffen, die sofort »Nazi« schreien.

Dabei ist der Begriff »national« in anderen Ländern durchaus akzeptiert, etwa bei den »Siegermächten« USA, Russland, England und so weiter. Hier wird er oft gleichgesetzt mit »patriotisch«. Also verteidigen, das Recht (im eigenen Land) gegen das Unrecht (im anderen Land). – Es kann aber passieren, dass das damals einmal gültige Recht schon längst verwirkt ist, in der Gegenwart, weil das Unrecht mittlerweile auch im eigenen Land überhand genommen hat.

Das führt dazu, dass der eigentliche Hebel ins Blickfeld gerät, der die jeweiligen Argumente in die Ausführung bringt: Macht und Kraft, gegen das Andere siegreich zu sein.

Die Diskussion über die Argumente, Weltsicht und Kultur einer bestimmten Gruppe, wird davon abhängig, ob sie »Macht und Kraft« hat, oder nicht. Die Gruppe, die die Oberhand behält, deren Kultur wird anders diskutiert, deren Lebensweise bekommt in der Welt einen anderen Stellenwert, als es bei den anderen der Fall ist.

Wird also das »Nationale« argumentativ behandelt, und wird der Aspekt der Macht als ein separates Feld angesehen, dann muss die Frage lauten, welche Optionen bietet das »Nationale«, um die Aufgaben der Gegenwart zu bewältigen und die Gesellschaften der Zukunft zu gestalten.

Sofort auffällig ist der Aspekt der Abgrenzung. Denn das Nationale kann nur benannt werden, wenn es Nicht-Nationales gibt. Es müssen also Menschen ausgegrenzt werden, um dem Begriff des Nationalen einen Sinn zu geben. – Sicher fällt den meisten spontan ein, dass ein nationaler Staat einer ist, der sich eher minderheitenfeindlich, eher Flüchtlingen gegenüber ablehnend verhält. – Dabei ist der »Flüchtling« nur ein Synonym für den modernen Menschen, der sich die Orte einfach aussucht, an denen er leben möchte, ohne belästigt zu werden, von örtlichen »Nationalen«, die meinen, ihnen würde das Land gehören. Sofern die Wanderbewegungen für unsere Erde verkraftbar sind, gibt es keinen Grund, dass sich selbsternannte »Bodenwächter« den umherziehenden Menschen in den Weg stellen. – Der Mensch muss frei sein, seinen Aufenthaltsort wählen zu können. – Natürlich muss dieses Recht dann auch für alle gelten. Wer in Afrika leben möchte, sollte dies tun können, ohne von Ortsansässigen bedroht zu werden.

Allerdings hat sich die westliche Welt, als »moderne« Staatengemeinschaft, als »Zivilisation«, selbst in Misskredit gebracht. Wir sollten schleunigst dazu beitragen, dass wir eine funktionierende Weltgemeinschaft haben, in der die Menschenrechte oberste Maxime sind. Dann werden wir auch wieder in der Welt Verständnis vorfinden, für unsere persönlichen Anliegen.

Dass »das Nationale« irgendetwas an sich hat, welches sich heute wieder ausbreiten sollte, damit wir voran kommen, das kann ich nicht erkennen, auch wenn es als »Gefühl« immer mal in den Menschen aufflammen mag. Übrigens waren die beiden Kriegs-Vorkommnisse im 20. Jahrhundert Beispiel dafür, wie der Nationalismus (hier bei uns) irrtümlich für einen Ausweg gehalten wurde. Beides mal führte dieses »Gefühl« ins Unglück.