Sklavenmentalität

Arbeitssituationen

Beispiel 1

Sie arbeiten in einer Firma. Und haben einen Vertrag unterschrieben. – In dem Vertrag stimmen sie zu, dass die Arbeit zu ihrem Nachteil gestaltet werden kann. – Etwa in Punkt 7 des Arbeitsvertrages hat der Arbeitgeber festgelegt, dass sie verpflichtet sind, bei Bedarf Überstunden zu leisten. Dies habe sie unterschrieben, weil sie sich nichts dabei gedacht haben, was das für Konsequenzen in der Praxis haben wird.

Der Arbeitgeber wird jetzt »in der Regel« sie dazu auffordern länger als vereinbart zu arbeiten, weil das die Arbeitsumstände erfordern.

Nun hatten sie eigentlich vorgehabt, jeden Donnerstag Abend um 18 Uhr eine Fortbildung zu besuchen. Da sie nicht pünktlich um 16 Uhr den Arbeitsplatz verlassen können, ist es ihnen nicht möglich die Fortbildung zu nutzen.

Beispiel 2

Sie haben ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, wann sie in Urlaub fahren wollen. Der Chef genehmigt ihnen aber diesen Zeitraum nicht. – Da sie aber einen wichtigen Termin mit Verwandten wahrnehmen wollen, fahren sie ohne die Erlaubnis des Chefs weg. – Daraufhin kündigt sie der Arbeitgeber fristlos. Die fristlose Kündigung wird später, nach dem Arbeitsgerichtstermin, in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt. – Der Arbeitgeber ist aber nicht mehr bereit, sie weiter zu beschäftigen.

Spüren sie den Nasenring. – Nein?

Sie sind der Sklave ihres Chefs. – Sie müssen das machen, was die Firma sagt. Ihre Interessen sind nichts wert und werden ignoriert. Wenn sie sich beschweren heißt es, sie hätten sich einen anderen Arbeitsplatz suchen sollen.

Das Arbeitsverhältnis ist ein Abhängigkeitsverhältnis. Sie müssen nach der Pfeife ihres Chefs tanzen. – Ja, natürlich gibt es Tricks. »Krankfeiern« ist einer der beliebtesten.

Der entscheidende Punkt ist aber, sie können sich überhaupt nicht solchen kontrollierenden und einschränkenden Situationen entziehen. Wenn Vereinbarungen, die im Arbeitsvertrag festgelegt wurden und die sie unterschrieben haben, nicht von ihnen eingehalten werden, gefährden sie mutwillig ihren Arbeitsplatz und bei Verlust desselben wird sie die Agentur für Arbeit für 3 Monate »sperren«. – Das heißt, sie bekommen kein Arbeitslosengeld und haben bestenfalls Anspruch auf ergänzende Hilfen vom Jobcenter. – Sie werden vom Staat bedroht.

Das heißt, wenn sie ihr Leben leben wollen, so wie sie ihre Zeit einteilen, dann werden sie für dieses Ansinnen vom Staat bestraft. Der Staat sagt, sie müssen ständig für ihre Einkünfte selbst sorgen, und wenn sie eine Einkommensquelle durch ihr Verhalten gefährden, dann will ihnen der Staat nicht helfen.

Was ist das für ein Denken der Politiker. – Wie finden sie solches Ansinnen?

Arbeit und Freiheit

Wenn wir Bürger keine Arbeitssklaven sein wollen, brauchen wir andere Gesellschaften mit anderen Gesetzen. – Wir brauchen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Die Hartz4-Gesetze müssen vollständig wieder abgeschafft werden.

An diesen Beispielen ist zu sehen, wie die Menschen in viehischer Abhängigkeit leben, es fehlt nur der Ring in der Nase. – Ja, das stimmt. Die Verhältnisse waren nicht immer so. – Erst mit Schröder und den GRÜNEN ist es richtig schlimm geworden. – Sie haben eine Demokratie in einen totalitären Staat verwandelt, mit ihrem Hartz4.

Recht und Gesetz

Jetzt las ich in einem Artikel der Wochenschrift für Anthroposophie (11/März 15), dass die Dreigliederung unserer sozialen Lebenswelt dann nicht funktioniert, wenn sich die Wirtschaft in das Rechtsleben einmischt, was zum Beispiel im Falle der TTIP Regelungen der Fall ist.

Mindestens genauso schlimm ist es aber, wenn das Rechtsleben, vertreten durch den Staat und die Gerichte, die Freiheit des Bürgers einschränkt und diese zu unterwürfig-abhängigen Menschen machen will.

Mit den Hartz4-Gesetzen hat der Staat Unrecht begangen und die Gerichte haben diesem frevelhaften Treiben ungerührt zugesehen und decken diese Schandtaten heute noch.

Dies dürfen wir als engagierte Bürger, gemäß unserem Rechtsempfinden, nicht hinnehmen.

Dreigliederung-Arbeit-15-03-23

Durch die Arbeitsideologie der Parteien, die auch bei vielen Mitbürgern noch virulent ist, obwohl die Realität des Lebens schon längst veränderte Bedingungen anmahnt, wird der Alltag, das Arbeitsleben »zwanghaft« in Bereiche aufgeteilt. – Dadurch haben wir Menschen es schwer, unser Leben zu gestalten und gesund zu bleiben.

Entweder sind wir in der »Arbeitswelt« oder wir sind »arbeitslos«. – In der Arbeitswelt werden wir gnadenlos den Regelungen des Arbeitslebens ausgesetzt. Das heißt, dass »die Logik der Wirtschaft«, aber genauso die Logik jeglicher Arbeitseffizienz auf uns einwirkt und wir »menschliche Aspekte« gar nicht dagegen ins Feld führen können. Wir werden zermahlen in diesem System, wir werden zerstört und vernichtet, wenn wir uns nicht selbst versuchen zu schützen und unsere Nischen finden, in denen wir mehr recht als schlecht überleben.

Wer sich aber nicht offiziell diesem System unterwirft und dem Götzen »Arbeitsgesellschaft« huldigt, den versuchen die Arbeitsideologen zu diskreditieren, in der Gesellschaft bloßzustellen und wieder in die Maschinerie hineinzuzwingen. – Rudolf Bahro nannte diese Maschinerie »die Megamaschine«.

»Arbeitslose« sollen nicht zugelassen werden. Nach dem Motto, »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«.

Die Arbeitsideologie macht uns Menschen krank und zwingt uns in nicht-menschengemäße Situationen. – Die Grippewelle ist ein Beispiel dafür. – Aber auch die wütenden und aggressiven Aktionen der Berufsgruppen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und Absicherungen sind ein Hinweis, dass wir Menschen diesen Arbeitswahn der Parteiideologen nicht aushalten wollen und können.

Die im Wirtschaftsleben enthaltene Tendenz, den Menschen »auszubeuten«, kann nur begrenzt und eingeschränkt werden, wenn sich Überlegungen in der Gesetzgebung niederschlagen und durch Gerichtsurteile bestätigt werden, die ein »menschengemäßes Leben« unterstützen und die Bürger gegen Übergriffe aus der Wirtschaft schützen.

Keine Öffentlichkeit

Weiterhin ist zu bemerken, dass wir heute eine fast vollständige »Windstille« im Geistesleben haben. – Hätten nicht schon längst die verschiedenen Berufsgruppen, die doch eigentlich »ein gutes Menschenleben« im Blick haben, aufschreien müssen und eine langfristige Kampagne starten sollen, zu einer Neugestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse. – Wo sind die Philosophen, die Ökonomen, die gesellschaftlich engagierten Staatsrechtler, die nicht »neue Nazis, getarnt als Demokraten« haben möchten. Wo sind die Künstler und Kulturschaffenden, die die Umstände erkennen und dauerhaft Einspruch erheben?

Was ist mit den Sozialarbeitern los, was mit den Psychotherapeuten. Was ist mit den Psychologen. – Müssten nicht all diese Berufsgruppen, ihre Angehörigen, aus ihrem beruflichen Selbstverständnis heraus laut und deutlich gegen diesen Zwangsarbeiterstaat protestieren?

Kein Wort hören wir von diesen Leuten. – Wo sind die Organisationen, die diese Berufsgruppen vertreten. Sozialarbeiterverbände, Psychotherapeutenverbände, Psychologenverbände. Wo sind deren öffentlichkeitswirksamen Auftritte, deren Anklagen gegen eine Staat, der die demokratischen Verhältnisse aufgibt, um sich in ein totalitäres System zu verwandeln? Wo sind die aufrüttelnden Worte der Verbandsvorstände. – Nichts ist zu hören. – Das ist unser Geistesleben.

Dass das aber möglich ist, können wir in anderen Ländern beobachten. – In Kanada beschäftigt sich der Verband der Sozialarbeiter mit dem bedingungslosen Grundeinkommen.

Glenn Drover, Allan Moscovitch, and James Mulvale, “Promoting Equity for a Stronger Canada: The Future of Canadian Social Policy”

Das Geistesleben in Deutschland ist nicht mehr existent. Die Umwandlung unserer Gesellschaft in einen totalitären Staat, ist ohne dauerhaften Protest aus den Reihen der »Dichter und Denker« machbar. – Aber was bedeutet das?

Diese Menschen sind alle gestorben und niemand ist mehr nachgekommen.
Diese Menschen haben sich verändert, haben ihr Engagement aufgegeben, haben sich ins Private zurückgezogen. – Warum?

Entscheidungsträger

Sicherlich ist »das Geistesleben« auch nicht mehr so leicht zu verorten, wie es noch vor zwei, drei Jahrzehnten der Fall war. Die Printmedien, das Fernsehen, die verschiedenen Berufsgruppen und ihre Vertreter waren früher »zuständig« für die Welterklärung. – Heute wagen sich sogar Blogger, Aussagen über die Welt zu treffen und dies zu veröffentlichen.

Früher haben wir den »Herrn Doktor« gefragt, warum die Dinge so oder so sind, heute wissen wir dank Internet und moderner Software, dass der Herr Doktor seinen Titel durch Tricksereien erschlichen hat und zweifeln insgesamt die Kompetenz dieser Leute an, weil wir »selber denken« können und wollen und über das Internet alle Informationen zugänglich haben und uns selbst ein Bild von der Welt machen können. – Das Geistesleben ist nicht länger in bestimmten Kreisen ansässig, sondern »überall« zu finden, nur hat es noch nicht die Deutungszuständigkeit offiziell übertragen bekommen von den Resten der alten Garde der Welterklärer.

Schwarmintelligenz ist jedoch schon längst real.

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