Öffentlicher Raum – Wie ist er zu gestalten

Nehmen sie einfach an, sie seien in einer Kleinstadt und es regnet und sie wollen sich nicht in der Wohnung aufhalten, sondern im Öffentlichen Raum. – Wie sollte dieser aussehen.

Ein öffentlicher Platz, ein großes rechteckiges Haus, die eine Seite des Gebäudes ist mehr für ruhige Beschäftigungen, die andere Seite mehr für laute Unternehmungen vorbereitet. Beide Seiten sind mit großzügigen Fensterfronten ausgestattet. Im ruhigen Bereich sind Stühle, Tische, aber außerdem viele bequeme Sessel, um angenehm lesen oder mit dem Tablet-PC arbeiten zu können. Es ist ebenso möglich zu schlafen, in Liegestühlen, auf Liegen. – In dem anderen Teil des Hauses kann Tischtennis gespielt, gesungen, Gitarre oder Klavier gespielt werden.

In einem weiteren Haus sind richtige Schlafmöglichkeiten vorhanden. Die Übernachtung, der Aufenthalt dort ist kostenlos.

Was bedeutet Öffentlicher Raum? Öffentlicher Raum ist für alle Menschen da. – Es ist der Raum, der uns allen gehört, der nicht in Privatbesitz ist. Öffentlicher Raum muss von uns Menschen gepflegt und gehegt werden. Denn wenn wir ihn nicht nutzen, tut es ein anderer Mensch. – So muss der Öffentliche Raum immer in guter Verfassung sein.

Nehmen wir als Beispiel einen heutigen Urlaubsort. – Alles, was von der Gemeinde den Urlaubern zur Verfügung gestellt wird, ist für diese zur Nutzung gedacht. – So wird die Gemeinde die Güter pflegen und hegen, damit die Urlauber sich wohlfühlen und wieder kommen. – Denn sonst würden die Urlauber sagen, die Öffentlichen Anlagen sind nicht gepflegt, es sind zu wenige Öffentliche Anlagen vorhanden, dorthin gehen wir nicht mehr, die Gemeinde macht ihre Arbeit nicht gut.

Als Jugendlicher konnte ich immer wieder erleben, dass Öffentliche Anlagen zerstört wurden. Die Anlagen wurden von niemandem betreut oder in viel zu großen Zeitabständen, es bestand kein Bewusstsein dafür, dass solche Angebote der Gemeinschaft für den Einzelnen von Wert sind.

Die Obdachlosen zum Beispiel, sind unsere Mitbürger. – Für sie wären funktionierende Öffentliche Anlagen besonders wichtig, weil sie von deren Vorhandensein abhängig sind. – Toiletten, aber auch Duschen, Bäder, Umkleideräume, Schlafräume. Diese Einrichtungen müssen, wie gesagt, betreut werden. Jemand muss nach den Anlagen schauen, dass sie gut in Schuss sind.

Aber auch für Durchreisende, junge Menschen, Personengruppen, die viel unterwegs sind, wären solche Angebote von Wert. – Ja, es könnte sogar sein, dass wir Bürger überhaupt einen Lebensstil uns angewöhnen, bei dem wir viel reisen und dann sind solche Angebote absolut notwendig.

Und um diesen Gedanken abzurunden kann gesagt werden, dass ein Grundeinkommen [1] zur »Zuordnung« vollumfänglich geeignet wäre. – Stromverbrauch wird mit einer individualisierten Verbrauchskarte belegt, mit der ebenso alles übrige zugeordet wird. [2] Da die Grundversorgung allen Menschen gemäß ihres Menschseins zusteht, wird diese nicht mehr »bezahlt«, sondern nur noch den einzelnen Personen beigemessen. – Von Bezahlen kann da nicht mehr gesprochen werden.

Diese Lebenswelt scheint futuristisch anzumuten. Dabei ist sie schon längst in der Erprobung und wird eingeübt, wie ich an dem Beispiel der Urlaubsorte zeigen konnte. Und die »Beimessung« geschieht heute bereits durch ALG II.

Unser aller Aufgabe ist es, neben unserem privaten Leben (Privatleben), ein Öffentliches Leben uns vorzustellen, uns darin zu üben und uns für ein solches einzusetzen. – Es ist eine Aufgabe, die in weiten Teilen heute von den »Politikern« mehr recht als schlecht erledigt wird. – Diese Gestaltung der Lebenswelt sollte unser aller Anliegen sein.

[1]
Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE)

[2]
Alles, was zur Existenzsicherung notwendig ist = Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie

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