Probleme politischer Arbeit (2)

Ein Schiff ist unterwegs. – Einige Techniker sagen, dass eine bestimmte Maschine im Schiff veraltet ist und erneuert gehört. Diese neue Maschine könnte viel mehr Leistung erbringen und sie wäre dann auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Sie werben dafür, dass diese Maschine durch jene ersetzt wird, die sie sich überlegt haben. Überall erzählen sie von ihrer »Erfindung«, ihrem neuen Konzept. – Sie sind halt »Maschinisten« und wollen ihren Job »noch besser« machen. – Tagein, tagaus erzählen diese Menschen von ihrer Maschine und kein Monat vergeht, dass nicht eine »Veranstaltung« zu diesem Thema stattfindet, organisiert von den Maschinisten, damit endlich die neue Maschine gebaut werden kann.

Was dabei auffällt, ist eine gewisse »Betriebsblindheit« dieser Techniker. – Sie beschäftigen sich nicht damit, wohin das Schiff überhaupt fährt. Oder brauchen wir überhaupt ein Schiff. Könnten wir uns auch anders fortbewegen? Ist diese Maschine im Schiff überhaupt notwendig, oder kann auf sie ganz verzichtet werden.

Die Techniker mit ihrer Maschine haben keinen Blick für »das große Ganze«. Sie sind ganz erfüllt mit ihrer Detailarbeit. – Aber geht das überhaupt, sich nur auf Teilaspekte des menschlichen Lebens zu konzentrieren. Ja klar, nur muss »vorher« entschieden sein, dass diese Maschine gebaut und installiert wird. – Wer aber entscheidet das.


Wer »politisch« arbeitet, arbeitet für die Allgemeinheit. – Ausgangspunkt für eine solche Betrachtung müsste sein, »in welcher Welt will ich leben?«, wie soll sie aussehen. – »Ich« ist dabei ein Teil der Allgemeinheit. Ein untergeordneter Teil der Allgemeinheit. Wenn es der Allgemeinheit gut geht, geht es mir auch gut. Natürlich gibt es Sonderansprüche. Diese müssen aber einzeln geltend gemacht werden und bedürfen der Zustimmung durch die anderen. – Dennoch ist es richtig zu sagen, »in welcher Welt will ICH leben«. Nur ist es meine individuelle Entscheidung, was ich für mich als angemessen ansehe. Sehe ich mich so, dass ich als Teil der Gemeinschaft ebenfalls einen gewissen Anspruch habe, auf die Dinge dieser Welt, oder sehe ich mich als Lobbyist, der »mehr« bekommen muss, als viele andere oder verleugne ich die »Allgemeinheit« gänzlich und lehne jegliche »Egalität« ab und bin »Raubtier« unter Menschen.

Es geht also erstmal nicht darum, ob diese Maschine eingebaut wird, sondern darum, wie soll »das große Ganze« aussehen. Die Maschine im Schiff kommt relativ zum Schluss.


Wenn ich mir jetzt wieder die Geldreformer anschaue, dann müssen die sich fragen, »in welcher Gesellschaft will ich leben«. – Dass wir bei dieser Betrachtung »automatisch« dazu kommen, dass wir das Geldsystem brauchen, ist nicht sicher. Oder das Geldsystem würde vielleicht nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Oder die Möglichkeiten der »Blockchain« eröffnen ganz andere Chancen, und das bisherige Geldsystem zu verbessern ist uninteressant.

Können die Geldreformer weiterhin nur auf ihr Spezialgebiet schauen?

Wer politisch arbeitet, braucht im Grunde zwei Perspektiven. – Einmal den Blick auf ein Spezialgebiet, das einen vielleicht besonders interessiert. – Aber ohne den zweiten Blick auf »das große Ganze« geht gar nichts. – Denn das Spezialgebiet ist diesem immer untergeordnet. – Wer nur detailversessen politisch arbeitet, ist nicht sachlich.

Dann ist aber die aktuelle politische Arbeit vieler Menschen unzureichend und wird den tatsächlichen Umständen nicht gerecht.

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