Irgendwie komisch

Jetzt wurde vom Nutzer über Google etwas gesucht, was den Gesundheitsbereich betrifft. – Es ging um Husten. – Klar, man kann Gespenster sehen. Aber einen halben Tag später finden sich Nachrichten in Google News, die genau diese Themen zum Inhalt haben. Zufall?

Was ist nun, wenn Google diese Suchverläufe speichert. Und später genau dazu passend, Werbung und Nachrichten platziert? Undenkbar? – Hhmm.

Anderes Beispiel.

Mit Google Mail wurden Bestellungen vorgenommen. Druckerpapier und Süßigkeiten. Die Email-Korrespondenz lief auch über Google-Mail.

Einige Zeit später besucht der Nutzer Internetseiten, Blogs, die mit dem Content-Management-System WordPress betrieben werden. Am Ende der Artikel wird Werbung angezeigt, wenn nicht die Abo-Version von WordPress genommen oder Webhosting genutzt wird. – Und siehe da, die Werbung beinhaltet genau die Dinge, die der Google-Nutzer vor kurzem gekauft hatte. – Zufall? Bestimmt.

OK. Muss das jetzt einen stören?

Die Google-Welt ist easy zu handeln, und was soll das bisschen Werbung, denkt man.

Ähnlich ist es mittlerweile bei Google Mail. Gmail ist in Rubriken unterteilt. »Allgemein, Soziale Netzwerke, Werbung, Benachrichtigungen, Foren«. – Mittlerweile ist unter »Netzwerke« und »Werbung« regelmäßig mit zwei Einträgen Werbung zu finden. Auch die bezieht sich auf Dinge, der der Google-Nutzer vor kurzem gesucht oder gekauft hatte.

Und weiterhin kommt es darauf an, mit welchem Gerät er auf YouTube unterwegs ist. Ist er mit dem Smartphone oder einem Linux-Notebook »online«, werden ihm bei jedem Film Werbeeinblendungen untergeschoben und sogar während der »Hauptfilm« läuft, werden Werbenachrichten dauerhaft eingeblendet, die erst mit einem »Klick« auf das X an der Werbenachricht, verschwinden.

Es entsteht nun der Eindruck, dass nach einem Kriterienkatalog ausgesucht, individuell auf die Googlenutzer zugeschnittene Programme eingesetzt werden. Das heißt, jeder bekommt seine angepasste Dosis Werbung »artgerecht« verabreicht.

Also was jetzt?

Google aufgeben? Niemals!

Zumindest nicht jetzt. Zumindest nicht, solange nichts Besseres vorhanden ist. Zumindest nicht, solange die Aversion gegen diese Vorgänge die »individuelle« Schmerzgrenze nicht überschreitet.

Und wann das ist, bestimmt nun mal jeder selbst.

Ach, noch was.

Eigentlich ist das Ganze doch verrückt. – Die Software, die Produkte von Google, und von vielen anderen großen Internetanbietern ist »super«. Liebend gerne verwendet der »User« die Software, die Hardware dieser Konzerne. – Alles ist eigentlich ok. Nur das Finanzierungskonzept dieser Firmen ist ein Problem. Sie haben es alle mit der »Werbung«. – Warum vermarkten sie ihre Produkte nicht, ohne die Kunden mit Werbung zu belästigen? Ist das nicht möglich? Doch, das geht. – Sie müssen es bloß herauskriegen, wie.

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