Kollegen in der Firma .. Kollegen im Dienst

Viele Menschen kennen diese Situation gar nicht. Sich mit anderen am Arbeitsplatz absprechen müssen, sich mit Kolleginnen und Kollegen arrangieren müssen.

Eine Menge Leute gestalten ihre Tätigkeiten selbständig, verfügen über einen eigenen Arbeitsplatz, den sie komplett selbst verantworten und gestalten können und sind somit auch nicht von anderen Personen dabei abhängig oder rechenschaftspflichtig. – Dazu gehören unter anderem Handwerker, Kulturschaffende, Künstler, Personen im Gesundheitsbereich und natürlich Unternehmer.

Aber es gibt nun einmal auch ganz viele, die ständig mit Kollegen sich absprechen müssen, zum Beispiel im Handel, in Verkaufsläden, im Lagerbereich. Und natürlich gibt es nicht nur die selbständigen Handwerker, sondern auch die vielen abhängig beschäftigten, die ihren Chef haben, ihren höher eingestuften Kollegen, mit denen sie sich arrangieren müssen und den ganzen Tag zusammen sind.

Ist es einfach, sich mit Kollegen abzusprechen?

Nein, es kann schwierig sein, mit manchen Kollegen. Am anstrengendsten sind Kollegen, die aggressiv, unfreundlich und unhöflich sind. Ja, es gibt sogar welche die sich unverschämt und beleidigend verhalten und sogar welche, die gezielt Mobbing betreiben, ihre Kollegen bedrohen, schikanieren, bewusst bei der Arbeit benachteiligen, schlecht stellen, provozieren, um diese Personen aus der Firma oder aus der Behörde oder Institution herauszutreiben, um den Arbeitsplatz Freunden, Verwandten oder Bekannten zuzuschustern. – Mit anderen Worten, es ist gar nicht so einfach, ein friedvolles Zusammenwirken zu gestalten, wenn man böswillige Mitmenschen als Kollegen hat.

Wie kann man nun damit umgehen, mit solchen Situation.

Einmal sind das allein private Vorgänge, die aber in einem öffentlichen Raum stattfinden. Wer mir privat in seinem Verhalten nicht sympathisch ist, diese Person kann ich einfach meiden, indem ich keinerlei physisches Zusammensein zulasse und im Internet meidet man solche Leute, indem man sie blockiert, ignoriert und einfach kein Gespräch mit ihnen führt.

Für den einfachen Mitarbeiter ist die Firma ein Ort, der nicht von ihm eingerichtet wurde. Jemand anderes hat ihn geschaffen. Der Firmengründer, der Firmenkäufer, der Besitzer der Firma, der Eigentümer der Firma. – Warum halten wir uns an diesen fremden Orten auf? Wir wollen Geld haben, und gehen dort hin, um für Arbeit Geld zu bekommen. Das ist oft der einzige Grund, warum wir an solche fremde Orte gehen. Wir haben kein persönliches Interesse, uns dort aufzuhalten. Wir wollen nur das Geld haben. – Und es gibt Menschen, die die Arbeit durchaus interessant finden, und vielleicht sogar gerne zur Arbeit kommen.

Nun haben wir aber einen absolut unsympathischen Kollegen. Und was nun?

Wenn wir den Kollegen meiden wollen, gehen wir nicht mehr zur Arbeit. Dann sehen wir die Kollegen nicht mehr, die einem unsympathisch sind. Aber wir bekommen auch kein Geld mehr, da wir nicht am Arbeitsplatz unsere Arbeit machen. Ein Problem!

Wir können uns beim Chef beschweren. Es können Gespräche stattfinden. Der gemobbte Mitarbeiter kann sich immer wieder über einen Kollegen beschweren, aber wie geht es jetzt weiter. Der Chef kann abwiegeln, kann sagen, das Angeführte sei nicht der Rede wert, in den Kasernen des Militärs gäbe es auch schon mal ein rauer Ton. Das müsse der geschädigte Mitarbeiter aushalten. Oder der Chef kann sich auf die Seite des Klägers stellen, kann die beschuldigte Person ermahnen, oder diese zum Gespräch bitten, kann ein Dreiergespräch anberaumen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. – Problematisch ist es, wenn der Chef oder der Vorgesetzte kein Verständnis für die Beschwerden des betroffenen Mitarbeiters aufbringt. – Wie kann es dann weitergehen?

Es ist im Grunde eine Konfrontationssituation, die sich nicht auflösen lässt. Eine Zusammenarbeit scheint unumgänglich, da alle Beteiligten aus der Arbeitssituation einen Gelderlös haben wollen. Wer sich zurückzieht, hat verloren, hat ein Einkommen verloren. Deshalb will sich niemand zurückziehen, aber es gibt Beteiligte, die mit Gewalt der Begegnungsangelegenheit ihr Gepräge aufdrücken wollen. – Dies müsste eigentlich abgewehrt werden. Aber von wem?

Der Chef kann sagen, »Geht mich nichts an. Die Leute in meiner Firma müssen schon selbst miteinander zurechtkommen«. – Ja, es ist wahr. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre die Situation für die Menschen viel leichter, weil sie nicht existenziell abhängig von den Einnahmen am Arbeitsplatz wären. Sie könnten sich bei miesen Arbeitsbedingungen, zu denen auch ein schlechtes Arbeitsklima zählt, zurückziehen. Allerdings sollten böswillige Menschen auch nicht die Möglichkeit erhalten, ihre Mitwelt zu terrorisieren. – Es muss also Gelegenheiten geben, solches Verhalten abzublocken.

Was kann eine betroffene Person tun?

Nehmen wir an, eine Kollegin spricht einen Kollegen vor den Kunden an, es sei die Arbeit nicht richtig gemacht worden. Einmal ist es nicht klar, ob diese Aussage überhaupt stimmt, zum Anderen geht es nicht, vor den Kunden einen anderen Mitarbeiter herunterzuputzen oder zu tadeln. Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob ein Rechtsanwalt zurate gezogen wird. Insbesondere dann, wenn es ein gut bezahlter Job ist. Denn um einen solchen Job zu kämpfen, würde sich lohnen. Oder wenn man in der Gewerkschaft ist, kann die Gewerkschaft eingeschaltet werden. Wenn beides nicht infrage kommt, muss der Chef auf das Thema angesprochen werden. Wie verhält er sich, zeigt er Verständnis für das Anliegen, oder blockt er ab und stellt sich sogar auf die Seite des Beschuldigten. – Die gemobbte Person muss deutlich machen, dass sie solches Verhalten nicht duldet. Wie sehen dann die Konsequenzen aus? Man kann ankündigen, dass man mit der beschuldigten Person in keinster Weise mehr zusammenarbeiten will. Und wie ist das zu bewerkstelligen, wenn es von den Arbeitsabläufen nicht möglich ist? Wenn die beschuldigte Person eine firmeninterne Vorgesetzte ist, entsteht ein kaum lösbares Problem.

Hier zeigt es sich wieder, wie heilend ein Bedingungsloses Grundeinkommen wirkt. Denn wir wären nicht aufeinander angewiesen, um zu existieren und wir könnten uns Beziehungsverhältnisse suchen, in denen wir uns wohlfühlen. – All das ist heute nicht möglich.

Advertisements