Gedankensammlung 2018-01-06

Kung Fu Panda [Englisch] ist ein Film für die ganze Familie. – Die Moral dieser Film-Geschichte ist, dass wir an einen Menschen glauben können, an seine Entwicklung, seine Wandlungsfähigkeit, seine Möglichkeiten, einen bestimmten Weg zu gehen. – Dieser Mensch verwendet vielleicht andere Methoden, als wir es gewohnt sind, um zu einem Ziel zu gelangen, aber er kann es und schafft es.

Es ist aber auch ein Beitrag, der die individuelle Freiheit betont und die Individualität als etwas Wertvolles hervorhebt. – Die Einzigartigkeit von uns Erdenwesen, wird in dem Film anschaulich gemacht. – Aber auch die Freude, die wir haben, miteinander zu sein und uns gegenseitig zu schätzen und zu mögen.


Die Autorin Frances Coppola hat auf ihrem Blog einen Artikel über Eugenik veröffentlicht [Englisch] , in dem sie sich mit einem Beitrag von Toby Young auseinandersetzt.

Young will die Gesellschaft »verbessern«, indem intelligentere Menschen sie bevölkern, als es heute der Fall ist. Wie will er das erreichen? Mit Eugenik.

Eugenik ist eine labormäßige, technische, biologische Herumexperimentiererei am Menschen. Statt Eugenik könnte sie auch Frankensteinik genannt werden, so absurd, gefährlich und bedrohlich erscheint sie mir. – Die negative Eugenik eliminiert Unerwünschtes am Menschen, oder den Menschen selbst. Sie war bevorzugte Methode bei den Nazis.

Die positive Eugenik will Erwünschtes beim Menschen fördern. – In dem zitierten Artikel von Coppola geht es um »Intelligenz«, die erwünscht ist, und in der Gesellschaft einen Vorrang eingeräumt werden soll. Wie denkt sich Toby Young das?

Embryonen sollen untersucht werden. Jene, die wahrscheinlich den intelligenteren Menschen hervorbringen, sollen sich entwickeln dürfen, die anderen eher nicht. Dadurch würde sich die Qualität der Gesellschaften verbessern und leistungsfähigere, klügere Menschen hervorbringen.

Die Autorin verurteilt zurecht diesen Ansatz, obwohl sie meiner Meinung nach, viel zu viel Gedanken an dieses Konzept verschwendet.

Eugenik ist ja eben nicht »Gott spielen«. Es ist »Teufel spielen«.

Wir Menschen sind, wie wir sind. In die natürlichen Vorgänge einzugreifen, ist »Teufel spielen«. Statt einer Wahnidee hinterherzuhecheln, die uns alle zu Intelligenzbestien macht, soll das Leben selbst entscheiden, wie die Menschheit sich entwickelt. – Möglicherweise gibt es auch Ruhephasen in der Menschheitsentwicklung.

Was ist aber mit Eltern, die kein behindertes Kind großziehen wollen. Ist das berechtigt, Embryos auszusortieren? Das ist Privatsache. Wer es tun will, trägt auch die moralische Verantwortung dafür, dass ein Embryo nicht zur Entwicklung freigegeben wurde. Aber es ist nicht Sache und Angelegenheit der ganzen Gesellschaft.

Coppola beschreibt aus ihren persönlichen Erfahrungen und jene, mit ihrem Sohn, wie Schulprüfungen darüber entscheiden, ob man in angemessene Schulen gelangt und einen erwünschten Lebensweg gehen kann. – Das wird aber so dargestellt, als ginge es um Leben oder Tod.

In der heutigen Zeit wird den Menschen suggeriert, nur die Fittesten finden einen guten und gut-bezahlten Job. Der Wettbewerb gegeneinander ist wichtiger denn je, in den heute totalitären Pseudo-Demokratien. Und Frances Coppola scheint selbst in einer solchen zu leben.

Gesellschaften, in denen jegliche gegenseitige Fürsorge und Mitgefühl aufgegeben wurde und nur noch der nackte Überlebenskampf »Jeder gegen jeden« an der Tagesordnung ist, sind der ideale Nährboden für dämonische Vorschläge, wie die Eugenik, als Ausweg aus der Krise.

Statt sich der offensichtlich »kranken Seele« des Menschen zuzuwenden, wird an seiner Physis herumgebastelt, um ihn besser zu machen.

Ist die Entwicklung der Menschheit statisch? Sicher nicht. Es ist egal, ob 10 Milliarden Menschen sich weiterentwickeln, oder 10. Wenn sich die Erde durch den Klimawandel soweit verändert, dass ein Großteil der Menschheit stirbt, dann ist es halt so. – Wir Menschen müssen auch fühlen können, welcher Weg der richtige ist. Was moralisch vertretbar wäre, und was nicht. Wären die Nazis nicht gestoppt worden, wäre deren Denken heute noch Gesetz.

Toby Young, mit dem sich Frau Coppola in ihrem Beitrag auseinandersetzte, ist ja gerade in den letzten Tagen, Thema in England gewesen, weil er von der Tory-Regierung zur Aufsichtsperson über die Universitäten erklärt werden sollte. Dabei wurden viele seiner Tweets auf Twitter zitiert, die ihn in moralisch fragwürdiger Haltung zeigten. – Und da passen seine Ansichten zur Eugenik »wie die Faust auf’s Auge«.


In den USA wurde ein Fall diskutiert, der im Kontext »Diskriminierung« in Erscheinung trat. Ein Konditor, der sich auf Hochzeitstorten spezialisiert hatte, weigerte sich, einem homosexuellen Paar eine Torte zu kreieren. Hier ein Artikel darüber. [Englisch] – Ich habe den Fall nicht weiterverfolgt. Er dient mir hier als Aufhänger, um über das Thema »Arbeit« und Arbeitszwang zu sinnieren.

Es gibt ganz unterschiedliche Situationen von Arbeit. – Eine Person ist in einer großen Firma beschäftigt. Sie arbeitet in einem Abhollager. Die Kunden kommen mit der Kauf-Quittung zum Ausgabeschalter, um die Ware in Empfang zu nehmen. Die Person reicht nach Vorlage der Quittung die Ware aus.

Wenn nun diese Person die Ware nicht aushändigen würde, weil ihr die Kopfbedeckung eines Kunden nicht passt, der seine Ware abholen will, dann kann sie nicht an dieser Stelle arbeiten und wird höchstwahrscheinlich entlassen. – Oder es kommen zwei Männer, und die Person glaubt Homosexuelle zu bedienen, und sie weigert sich die Ware herauszugeben, dann wird sie ebenfalls höchstwahrscheinlich ihre Stelle verlieren. Aber hier wäre schon unklar, ob die Person belangt würde, weil sie ihre Arbeit nicht macht oder weil sie sich diskriminierend verhält.

Aber es wird bereits deutlich, dass für »abhängig Beschäftigte« die Situation viel klarer zu sein scheint. Denn abhängig Beschäftigte müssen gemäß den Anweisungen ihrer Arbeitgeber sich verhalten. Sie müssen das tun, was ihr Chef ihnen sagt, sonst verlieren sie diesen Arbeitsplatz wieder. Diskriminierung wäre in diesem Fall eine nachgeordnete Verfehlung. Vorrangig wäre die Arbeitsverweigerung, die belangt würde.

Anders sieht die Sache aus, bei Selbstständigen.

Selbstständig sein, kann nicht bedeuten, dass eine fremde Person mit einem Geldschein winkt, und der Selbstständige müsste das machen, was der Geldbesitzer will. Denn wäre das so, dann wäre der Selbstständige nicht selbstständig, sondern ein Sklave.

In den alten Sklavengesellschaften hob der »Master« die Peitsche, und der Sklave wusste, er muss jetzt das tun, was der Sklavenhalter will, sonst wird er geschlagen. Heute hat sich die Peitsche in einen Geldschein verwandelt. Zumindest glauben manche Geldbesitzer, sie könnten über arbeitswillige, aber selbstständige Menschen verfügen, wenn sie mit dem Geldschein winken. – In einer freien Bürgergesellschaft darf jedoch genau das nicht möglich sein, dass das Selbstbestimmungsrecht der Menschen mit der Bezahldrohung ausgehebelt wird. – »Ich drohe, dich zu bezahlen. Dann musst du das machen, was ich von dir will.« – So darf es eben nicht sein.

Gerade heute haben wir die Situation, dass viele Geldbesitzer, die sich ihr Geld (=Verfügungsrecht über Andere) womöglich auf dubiose Weise beschafft haben, meinen, sie könnten mit diesem Hebel beliebig über andere Menschen verfügen.

Nehmen wir den selbstständigen Schreiner. Er bekommt den Auftrag, einen Tisch neu herzurichten. Ein verschnörkeltes Muster soll eingraviert werden. Er macht sich große Mühe, aber der Kunde befindet, es sei nicht in Ordnung. Der Schreiner soll nun kostenlos eine Ersatzleistung erbringen.

Warum sollte es nicht möglich sein, nicht für Leute zu arbeiten, die einem aufgrund verschiedener Umstände unsympathisch sind? Und stattdessen seine Dienstleistungen nicht mehr offen, am Markt anzubieten, sondern nur noch privat. – Personen, die einem als vertrauenswürdig vermittelt werden, hätten die Gelegenheit, sich als akzeptable Kunden zu bewähren. – Wer als Kunde nur Ärger macht, bekommt keine Arbeitsleistung, auch wenn dieser noch so viele Geldscheine besitzt. – Eine Verpflichtung, für irgendjemanden zu arbeiten, gibt es nicht, im Bereich der Selbstständigkeit.

Wie wäre es denn, einmal festzuhalten, dass ein Selbstständiger niemals verpflichtet ist, für jemanden eine Leistung zu erbringen. Sondern immer nur »freiwillig« dies tut. Somit besteht auch für niemanden ein Recht, eine Leistung erwarten zu dürfen. Wer selbstständig ist, kann nach eigenen Kriterien entscheiden, für wen gearbeitet wird und ob überhaupt.

Sonst hätten wir ja wieder den Arbeitszwang für alle, über die Hintertür des Geldbesitzes. Wer Geld besitzt, könnte andere zwingen, für einen zu arbeiten. – Das kann aber niemals der Fall sein. Arbeit ist eine grundsätzlich freie Angelegenheit. Niemand, kein Staat, kein Richter, kein vermeintlicher Kunde hat das Recht, einen anderen Menschen zu irgendeiner Arbeit zu zwingen.

Diskriminierung meint aber etwas anderes. – Wenn allen Bürgern Leistungen zugänglich sind, und man würde bestimmte Personengruppen von diesen Leistungen ausschließen, das wäre Diskriminierung. – Aber individuelles Verhalten ist keine »allen Bürgern zugängliche Leistung«. Individuelles Verhalten benötigt die »Freiheit für das Individuum« und die eigene, unabhängige Entscheidung.

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