Im Laufe der Zeit

    Männer und Frauen – Gedankengänge:
    Die Grundlagen zwischen Mann und Frau
    Männerleben – Männerverhalten
    Männertaten
    Sexismus bei Lassahn
    Sophie Dannenberg und Vera Lengsfeld
    Oh Mann oh Mann
    Frauenquote
    Wie macht man es richtig
    Gender – wozu?
    Ein Spätsommertag
    Sybille von Obernitz – Rücktritt der Wirtschaftssenatorin
    Männer und Frauen – entlang Lassahns Texten gedacht
    Triebe, Bedürfnisse, Phantasien, Handlungen:
    Sexualität – bloß wie
    Single-Sexualität
    Sexualität und Information
    Über Sexualität
    Kindesmissbrauch
    Gesellschaftlicher Kontext sexueller Verfehlungen
    Menschliche Entwicklung:
    Große und kleine Bedeutung
    Ein weiterer Job.
    Feststellung und Frage
    Abgrenzung und Selbst
    Psyche im Paket
    Zu tun
    Drama
    Gefühle entdecken
    Lebensweg und Aufgabenstellungen
    Hilfe im sozialen Raum
    Beziehungsschäden – Seelisch-geistige Aspekte
    Mensch-Werdung und seelische Organisation – Ein Podcast
    Die arme Seele
    Es geht nicht und »ich kann es nicht«
    Bedingungsloses Grundeinkommen:
    Dreigliederung und Grundeinkommen (04-2016)
    Arbeit, Wirtschaft, Geld – in Bezug zum bGE
    Fragestellungen und Überlegungen zu den Themen des Bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)
    Stichworte oder Thesen für ein Gespräch über die »Aktivisten für ein bGE«
    Unterschiedliche Herangehensweisen

Wie geht es weiter, in Deutschland
Zusammen leben
Märchen?
Auch keine Lösung
Darf der Mensch sich abgrenzen, darf er »feindlich« sein?
Verständnis für vergleichbare Umstände
Stippvisite
Erinnerung
Was ist wahr
Neues Outfit
Was ist für alle Menschen auf der Erde wichtig
Methode
Kooperation – mit wem – und gegen wen
Essenszeit
Blinklichter
Institution und Auftrag
Geschmacksache
Ganz genau, mit der Lupe
Gerechtigkeit durch das Individuum
Vorwürfe
Entscheidungswege
Einerseits – andererseits
Informationsbeschaffung und Entscheidung
Nicht wählerisch
Anthroposophie und Institutionalisierung
Tendenzen
Der Bioladen und seine Mitarbeiter.
Auf Abwegen
Anthroposophie
Propaganda, Beschäftigung, gemeinsam auftreten.
Demonstration abgesagt. – Aber warum.
Juden, Antisemitismus, Israel
Zusammen sein
Kopfsteine
Nähe
Distanz
Abstand
Krieg und Blog
Guten Appetit
Brennpunkt
Wohin
Aufgabe
Langeweile und Ablenkung
Der Frieden und der Adel
Tohuwabohu
Fernsehen
Bürgerinitiativen ohne Rückhalt
Weg
Unangemessen
Auf allen Wellen wird zurückgesendet.
Sichtweise
Wo bleibt meins
Wer macht gerne seine Arbeit
Kinderverachter
Und weiter
Reingelegt
Feinjustiert
Interview – Interviewer
Einblicke
Endlos dieser Krach.
Armut
Mülltrennung
Entwicklungen oder nicht
Das Budget der Ärzte und die Krankenversorgung
Themensalat
»Für mich selbst und meines Gleichen«
Lobbyarbeit und Behörden
Raum
Rückblick
Positionen
Nicht-Juden
Organisierte Anthroposophie
Üben, üben, üben.
Wissenschaft ist …
Versorgung mit dem was wir brauchen
Wirklich
Liebe oder was?
Ich weiß nichts. Ich weiß was.
Arbeitssituationen
Initiative in Deutschland
Grundeinkommen
Piraten
Sparpolitik
«Unschätzbarer Wert« – und die kapitalistische Logik
In welcher Welt spielen, und leben wir
Charaktere
Caféhaus-Besitzer
Die Logik und Welt der Hundehalter
Identität, Nation, Kultur
Achgut – nicht gut
Film und Wirklichkeit
Denunziation im öffentlichen Raum
Angriffe gegeneinander
Bloggen
Rudolf Bahro – Beziehungs-Leben
Zygmunt Bauman – Moderne und Ambivalenz
Das Bürgertum wurde vernichtet
Aus der Geschichte lernen
Autorität und Persönlichkeit
Zähneputzen – aber wie?
Krieg und Frieden
Gewalt – Ein notwendiger Teil unseres Lebens
Angebote im sozialen Raum
Volksentscheide
Handelsblatt-Interview mit Peter Sloterdijk
Kulturwissenschaftler Bazon Brock
Der Philosoph Peter Sloterdijk
Gesundheitssystem
Sportschützen-Morde
Religion oder Menschenrechte


Wie geht es weiter, in Deutschland

Ralph Boes zur Erneuerung der Bundesrepublik

Heute bin ich soweit, jedem Politiker das Vertrauen abzusprechen.

30:50

Die Richter in Deutschland, bis auf einen, haben nicht das Gefühl, dass Hartz4 menschenrechtswidrig sein könnte.

1:05:40

Leider wird er am Ende des Films ordinär. – Das entwertet mir den ganzen Beitrag, und ich will den Film deshalb auch nicht so ohne Weiteres empfehlen.

Nur so viel. – Sein Vorschlag, das Grundgesetz als Vorlage für eine neue Verfassung für Deutschland zu übernehmen, macht Sinn. Wer gleich alles in Frage stellen will, und »bei Null« anfangen möchte, kann ja für diese andere Idee nach Verbündeten suchen.

Wie Ralph aber sagt, ist das Grundgesetz im Kern wertvoll, weil es die Individualrechte des Menschen schützt, gegen den Staat. Auch wenn der deutsche Staat heute ganz offensichtlich diese Grundrechte verletzt, so ist doch die Verankerung dieser Rechte ganz am Anfang einer Verfassung sehr sinnvoll. Heute »sehen« alle Bürger, wie die Politiker die Grundrechte mit Füßen treten.

Auch die Aussage, in einer neuen Verfassung würden die Grundrechte der Bürger nicht geschützt, weil »die Mächtigen« so oder so die Deutungshoheit über die Grundrechte behalten werden, scheint mir nicht hinreichend, um den Weg den Herr Boes vorschlägt wieder zu verwerfen. – Weil das, was Ralph vorschlägt, den Bürgerinnen und Bürgern mehr Macht gibt. – Und das ist ein Fakt.


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Die Grundlagen zwischen Mann und Frau

Die Grundlage ist die Zuneigung. Sie trägt alles. Also auch den Streit. – Mag der Streit noch so heftig sein, wer sich der Zuneigung des Anderen gewiss ist, der kann in Ruhe streiten.

Ganz anders, wenn die Zuneigung, die Liebe fehlt. Dann wird jeder Streit zur unerträglichen Zumutung, zu etwas, das man sich auch ersparen kann und los wird, zum Beispiel durch Beendigung des Kontakts.

Ist die Person aus einem anderen Kulturkreis, können die »Verfehlungen« verziehen werden, weil es in den anderen Zusammenhängen halt so üblich ist/war, aber wenn die Person aus dem eigenen Kulturkreis kommt, gibt es so ein gnädiges Verzeihen nicht.

Lea Fleischmann hatte in ihrem Buch »Das ist nicht mein Land« diese »Mit dem Bad das Kind ausschütten« Philosophie beim deutschen Feminismus kritisiert. Aber die Männer scheinen ähnlich sich zu verhalten. – Vielleicht ist es auch der »Fluch der deutschen Geschichte«, dass es einfach zu Ende gehen muss, mit dieser (Un)Kultur.


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Zusammen leben

Wie entstehen eigentlich Dialog- und Verständigungsprozesse?

Wenn ich in die Vergangenheit schaue, und dabei die »Schuld« des anderen feststelle und diese jetzt aktuell beschreibe, was dieser alles falsch gemacht hat, ist das dann die Grundlage für »Dialog und Verständigung«? – Ich denke nicht.

Verständigung und Dialog können nur gelingen, wenn wir von heute aus in die Zukunft schauen und beide Seiten sich vorstellen können, wie ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Diese Vision ist dann Grundlage für das Gemeinsame. Und auf das Wirklichwerden dieser Vision hin, wäre eine Zusammenarbeit auszurichten.

Eine solche Vision von Zusammenleben in einem Gebiet, wäre Grundlage für »Dialog und Verständigung«.


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Märchen?

Wer sich religiös oder spirituell orientiert, gerät unweigerlich in einen Bereich, der nicht mehr materialistisch überprüft werden kann. Oder hat jemand Gott gesehen?

Es sind somit persönliche Entscheidungen, die man vielleicht mit anderen Menschen teilt, die jeder einzelne von uns aber selbst zu verantworten hat. Das heißt, ist das, woran wir glauben, wovon wir überzeugt sind, wahr, wenn es nicht beweisbar ist?

Außenstehende, Wissenschaftler, können immer »mit Recht« behaupten, dein Glaube ist auf Sand gebaut, alles was du dir vorstellst, existiert doch gar nicht. Oder kannst du das Gegenteil beweisen?

Kompliziert wird es, wenn der eine Gläubige dem anderen Gläubigen seine Wahrheit absprechen will. Denn das ist ja noch absurder.

Wenn ich also den Aussagen von Rudolf Steiner lausche, während sie von jemandem vorgelesen werden, kann ich nicht unentwegt der Meinung sein, diese Aussagen sind nicht wahr, sind die Unwahrheit, sind doch nur Geschichten, die er sich ausgedacht hat. – Wer der Meinung ist, die Aussagen von Rudolf Steiner sind nicht wahr, der sollte doch besser anderen Mitteilungen zuhören. Solchen, denen er zustimmt.

Was ist wahr? Eine der Religionen? Oder eine der spirituellen Lehren? Oder ist gar nichts wahr, was sich Menschen »ausgedacht« haben?

Gibt es »geistige Wesenheiten«? Kommt der einzelne Mensch, sein Seelenkern, mehrfach auf die Erde? – Es wird von Menschen behauptet, der Mensch stamme von den Tieren ab. Stimmt das? Auf Wikipedia heißt es, dass bis heute kein Nachweis für diese Behauptung erbracht wurde. Dass die Wissenschaftler vielmehr »vermuten«, aufgrund der Knochenfunde, dass der Mensch vom Affen abstamme.

Wir Menschen können »Wahrheit« immer auf das reduzieren, was wir »nachweisen«, beweisen und durch bestimmte Tests bestätigen können. Und wir können darauf verzichten, alles was sich uns »geistig« ergibt, durch reines Denken, Fühlen, Empfinden, als existent anzusehen.

Aber »wollen« wir das? Das wollen wir nicht!

Es gibt immer, überall auf der Welt Personen, die sich einer geistigen, spirituellen Welt öffnen. Es besteht ein Bedürfnis im Menschen, dies zu tun. Natürlich finden wir unter den Menschen reine Materialisten. – Aber die anderen sind eben auch da.

Deshalb ist es müßig, darüber zu streiten, was »wahr« ist. Jeder Mensch soll seine eigenen Wahrheiten haben. Im gemeinsamen Gespräch finden wir uns dann, in dem jeder Einzelne seine Perspektiven veranschaulicht. – Also leben und leben lassen.


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Auch keine Lösung

Jetzt lese ich den Beitrag einer umtriebigen Person. – Immer neue Problembereiche spricht er an, doch halt, dieses Mal ging es um »Politik« und da kenne ich mich aus. So dachte ich und schrieb ihm Lösungsvorschläge für die von ihm angesprochenen Probleme.

Aber das war ihm gar nicht recht. – Er schrieb, dass keine von den Vorschlägen, die ich als Lösungen darbot, geeignet wäre und das mit der Unzulänglichkeit zu leben sei.

Ach, sie einer an. Und warum tut er dann immer so, bei seinen Beiträgen, als ob neue Aufgaben auf uns zukommen, die zu bewältigen seien?

Oder würden Lösungen seinen Problemdarstellungs-Mitteilungen bald ein Ende bereiten? #FakeNews?


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Darf der Mensch sich abgrenzen, darf er »feindlich« sein?

Viele Bürgerinnen und Bürger sind zutiefst eingeschüchtert. Wird ihnen doch nahegelegt, sie sollen besser keine eigene Meinung haben, besser sich dem Mainstream anschließen, damit sie nichts falsch machen.

Wer die Tür seiner Wohnung zumacht und selbst bestimmen will, wer hineingelassen wird, muss sich schrägen Blicken erwehren. – Wo hört die Selbstbestimmung auf, wo fängt sie an. Ein Verortungsversuch.

Meinungsfreiheit scheint auf den ersten Blick nur zu bedeuten, »alles« an Meinungen ist erlaubt. Aber es bedeutet ebenso, eine Belästigung durch unsympathische Meinungen verhindern zu dürfen. – Ist der Staat eine totalitäre Vereinigung, dessen Propagandaapparat, Radio und Fernsehen, die Bewohner »indoktriniert«, dann kann der Bürger auf diese Einwirkung verzichten. Aber nur halb. Denn er soll weiterhin zahlen. Der Rundfunkbeitrag ist eine Zwangsgebühr. – Also der Staat will immer über die Türschwelle treten und seine Bürger belästigen.

Propaganda ist auch das Hartz4-System. Wir müssen aber keine Arbeitsgesellschaft sein. Wir können auch einfach »nur« eine Bürgergesellschaft sein. Jetzt las ich in einer Broschüre, »Sie wollen in Frankfurt und Offenbach leben und arbeiten«. Egal, was der Bürger tut und macht, er soll bloß nicht vergessen, dass er zum Arbeiten da ist. Das wollen sie uns einreden, die Politiker. – Die Grundeinkommens-Idee beweist, dass es sehr wohl anders geht.

Unter psychologischen Gesichtspunkten ist das »Abgrenzen« und feindselig sein, gesund. – Denn wie soll der Mensch sonst zu seinen eigenen Positionen gelangen, wenn nicht dadurch, dass er jenes, das ihm wertvoll erscheint, schützt und solches, das ihm wertlos, gefährlich, bedrohlich und einfach unerwünscht erscheint, von sich weist. – Nicht jedes Signal, das sich einem anbietet, hat es verdient, beachtet zu werden.

Aber wer soll über die Qualität entscheiden. Was ist gut, was ist schlecht? Immer entscheidet das Subjekt. Und niemand anderes. – Die Wahrheit ist, dass wir Menschen nicht einer Meinung sind. Aber wie kommen wir dann zu gemeinsamen Entscheidungen? Geht ein Zusammenleben dann überhaupt. Oder sind totalitäre Strukturen und eine diktatorische Gesellschaftsgestaltung nicht unvermeidbar, wenn wir nicht in ein Chaos abrutschen wollen?

Das Chaos ist die Normalität. Sie gilt es zu ertragen. Aber wir Menschen wollen zusammenarbeiten. Deshalb werden wir immer Lösungen finden. Die einfachste Lösung sind »Abstimmungen«. Wir stellen zwei, drei Optionen zur Wahl und der Mehrheitsentscheid gilt. Zum Beispiel bei einer Bürgerabstimmung über das Bedingungslose Grundeinkommen, wenn wir zwei, drei Umsetzungsvorschläge einbringen. Der Mehrheitsentscheid ist für alle verbindlich. Wer dennoch etwas anderes will, kann weiter für seine Ideen werben.

Feindliches, feindseliges Verhalten gegenüber anderen Menschen ist absolut berechtigt. Zum Beispiel wenn es darum geht, die eigenen Wertvorstellungen und Einstellungen zu schützen, sich gegen Diktatoren abzugrenzen oder nur einfach die eigene Existenz zu verteidigen. – Doch so einfach ist es nicht, bloß die Rollenverteilung aus der Tierwelt zu übernehmen: die einen sind die Schafe, die anderen Wölfe. – Es geht erstmal nur darum, den an sich gesunden Reflex des Selbstschutzes wieder zu aktivieren. Viele Menschen wirken so wehrlos.

Außerdem ist das Selbstbewusstsein des Individuums gekoppelt an die Möglichkeit, »ein Eigenes« zu entwickeln. Und das geht nicht ohne Abgrenzung. Die Entfaltung der eigenen Individualität ist nur möglich, wenn wir sagen können, was wir nicht sind und was wir nicht wollen und das dann auch umsetzen können.

Zu diesem Themenbereich gehört auch die »Zusammenarbeit«. – Einfach ist es für uns, wenn wir sagen, »jeder kann mitmachen«. Aber was ist, wenn wir wollen, dass einer nicht mehr mitmacht. Können wir das umsetzen, können wir das aussprechen? Wie ist es am Arbeitsplatz.

Schnell sind einige Leute eingestellt. Aber einer fehlt andauernd. Die anderen müssen für ihn mitarbeiten. Erklärungen für das Fehlen gibt es immer, und auch Nachweise. Doch darum geht es nicht. Die anderen Mitarbeiter haben die Nase voll, ständig für denjenigen, der dauernd fehlt, die Arbeit zu machen. – Die Gewerkschaft stellt sich hinter den Mitarbeiter. Er braucht den Arbeitsplatz. Der Arbeitsplatz ist seine Existenzsicherung. – Das wäre in einer Grundeinkommens-Gesellschaft schon mal anders. Da würde dieses Argument nicht mehr ziehen. Auch dem Chef ist es ein bisschen egal. Weil nicht er, sondern die übrigen Mitarbeiter die Arbeit mitmachen müssen, von demjenigen, der dauernd fehlt. – Aber selbst wenn die Firmeneigner, die Chefs persönlich versuchen würden, den Mitarbeiter loszuwerden, so kann das zu aggressiven Auseinandersetzungen führen. In Ländern mit regem Waffengebrauch, erschießt schon mal ein Entlassener seine Chefs, aus Rache. Oder es werden Arbeitsgerichtsprozesse angestrebt, in der Hoffnung auf hohe Abfindungen. – Aber was ist das Problem?

Jemand kommt in eine Gruppe. Aus dieser Gruppe bezieht derjenige seinen Lebensunterhalt. Sie ist Quelle für sein Einkommen. – Niemand wird so leicht diese Quelle aufgeben wollen. Auch wenn Arbeitgeber und Kollegen das anders sehen.

Wie ließe sich die Situation entschärfen? Am Anfang kommen die Leute zusammen. Sie lächeln, lachen. Dann beginnt der Alltag. Jeder hat seine Eigenheiten. Vielleicht sind sich manche »am Projekt« Beteiligten nach einem Jahr gar nicht mehr so grün. – Kann man sich gegenseitig sagen, »du, ich will mit dir nicht mehr zusammenarbeiten«? Oder muss die Sache diplomatischer angepackt werden.

Auch bei diesen Beispielen geht es um »Abgrenzung«. Erst war man zusammen, dann will man nicht mehr mit der Person zusammensein. In Ehen geht das oft übel aus. Die Leute (die Männer!) bringen dann sich, die Kinder und die Partnerin um, oder üben sonstwie Gewalt aus. – Es könnte ein spezielles Problem von Männern sein, aber ich vermute, auch Frauen sind beleidigt und stinkewütend, wenn man sie »vor die Tür« setzen will.

Aber so ist das nun mal. Und durchaus berechtigt. Denn das Zusammenwirken mit anderen Menschen muss beendbar sein. Etwas anderes ist einfach nur lächerlich. – Aber in der Hinsicht sind wir Menschen scheinbar sehr empfindlich.

Wie könnte die Sache zukünftig ausschauen? Erstmal sollten wir nicht mehr die »Angestellten« der anderen sein. Sondern alles »Selbständige«. – Dann sind wir nicht mehr »auf Lebenszeit« am Arbeitsplatz, sondern »projektbezogen« bei der Arbeit. Das heißt, wenn das Projekt um ist, ist auch die Zusammenarbeit beendet. Ob es eine neuerliche Zusammenarbeit geben wird, ist offen. Aber es ist möglich, die Arbeitsverhältnisse weiter zu entkrampfen. Zum Beispiel, in dem der Auftraggeber »die Bürger« sind. Und Aufträge für »öffentliche Dienste« nur jahresweise vergeben werden. Und die Bürger legen jedes Jahr von Neuem fest, wie viele eine neue Stelle bekommen. Gemeinsam mit den Mitarbeiter und Projektleitern wird das beraten. Das wiederum setzt voraus, dass alle Öffentlichen Dienste »transparent« über das Internet einsehbar und bewertbar sind. – Außerdem gehe ich von einer Grundeinkommens-Gesellschaft aus. – Die heutigen »Modelle«, Arbeitsgesellschaft, Jobcenter-Staat sind nicht für die Zukunft gedacht und wären ein Grund mehr, nicht in Europa zusammenarbeiten zu wollen. – Aber in einer Grundeinkommens-Gesellschaft sähe das schon anders aus.

Jedenfalls ist das »Abgrenzen« und sich »distanzieren« ein heikles Thema. Weil die Menschen schnell enttäuscht und wütend sind, aber auch, weil heute der Trend in Richtung Individualitätsverleugnung geht. – Eine eigene Persönlichkeit sein, mit eigenen Ansichten, passt nicht in einen Mainstream-Staat, der versucht alle »gleichzuschalten« und der eigenen Ideologie zu unterwerfen. Der Trend geht in Richtung »Diktatur«.

Über das Internet haben wir so viele Freiheiten. Die von Vielen aber wenig geliebt wird. Sie sehnen sich nach »Recht und Ordnung«, die ihnen von oben vorgesetzt wird. Sie wollen nicht »frei« sein, was bedeuten würde, sie müssten selber denken und selbst entscheiden, was richtig oder falsch ist. Und vor dieser Aufgabe fürchten sie sich, und fühlen sich überfordert.


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Es geht nicht und »ich kann es nicht«

Emotional mit den Eltern umgehen. [1] Wenn das nicht geht, leidet das Kind. Mit dem Vater konnte nicht emotional umgegangen werden, weil er diese Möglichkeit eingeschränkt hatte, durch körperliche Züchtigung. Und es kam hinzu, dass die Mutter den emotionalen Umgang mit dem Vater »verbot«, nachdem er die Familie verlassen hatte. Es sollte »kein emotionaler Umgang« mit ihm gepflegt werden, wenn die Kinder bei ihm waren, wenn er sie als »geschiedener Vater« abholte und für einen Sonntag zu sich mitnahm, zu seiner neuen Frau und seinen weiteren Kindern.

Eine emotionale Beziehung ging mit der Mutter nicht, weil sie es nicht wollte und nicht zuließ. Wenn es aber »ein Wunsch« des Kindes ist, eine emotionale Beziehung zu den Eltern zu haben, und es aus verschiedenen Gründen nicht geht, dann schleppt dieser Mensch ein Leben lang diese unerfüllte Bedürftigkeit mit sich herum. – Wenn diese Sehnsucht im Kindesalter und vielleicht noch ein bisschen im Jugendalter »berechtigt« da sein durfte, so ist diese Bedürftigkeit nicht mehr »angemessen«, wenn der Mensch »junger Erwachsener« oder Erwachsener ist. – Die Chance ist verpasst, »in der richtigen Zeit« die richtigen emotionalen Beziehungen zu haben.

Wenn dem Menschen die »emotionale Beziehung« zu den Eltern fehlte, dann hat er den Wunsch diese Beziehung nachholen zu wollen, obwohl er vom Alter eigentlich zu ganz anderen »emotionalen Leistungen« fähig sein sollte. Er sollte zum Beispiel fähig sein, eine erwachsene Beziehung zu einem Partner-Menschen aufzubauen, wenn er in dem dafür angemessenen Alter ist. Wenn aber die Beziehungserlebnisse, die davor hätten stattfinden sollen, nicht stattfanden, dann blockiert dieser Mangel alle weitere »normale« Entwicklung und »normales« Verhalten. – Der Mensch drängt danach, den Mangel auszugleichen, um sich »in der angemessenen Reihenfolge« entwickeln zu können.

Möglicherweise ist die Einhaltung dieser Reihenfolge der emotionalen Entwicklung wichtig und notwendig.

So kann es sein, dass der erwachsene Mensch keine angemessene Beziehung eingehen kann, »es geht nicht«, und es kann gleichzeitig so sein, dass er den Mangel an Beziehung zu Eltern-Figuren nicht nachholen kann, »er kann es nicht«, es gibt dafür keine Gelegenheit.

Psychotherapie

Die Psychotherapie ist sicher eine Art von »Nachholen«. Aber das, was sie leisten kann, ist nur rudimentär. Man könnte sagen, sie leistet es mehr »symbolisch«. – Der Erfolg einer solchen Psychotherapie kann darin bestehen, auf das umfängliche »Nachholen« zu verzichten »und es gut sein zu lassen« und sich anderen Dingen zuzuwenden. Das heißt, emotional sich zu trennen von der »fixen Idee« und sein Bewusstsein für die reale Welt zu öffnen und nicht mehr davon zu träumen, nicht Stattgefundenes nachzuholen.

Es kann aber auch sein, dass trotz der eigentlichen Unmöglichkeit, zur unpassenden Zeit bestimmte Wünsche sich erfüllen zu können, dass sie dennoch in realen Beziehungen eine gewisse »heilsame« Beachtung finden, und dies die therapeutischen Bemühungen komplettiert.

[1]
Es geht nicht darum, dass der Mensch »beziehungslos« aufwächst. Es geht darum, dass der Mensch »ohne emotionale Beziehung zu Eltern-Figuren« aufwächst. – Es geht darum, dass der Mensch gleich »erwachsen« sein soll, als »Mitbewohner«, Kompagnon. Lebens-Gefährte.


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Verständnis für vergleichbare Umstände

Wenn in Europa 50 Millionen Muslime leben, die aus Flucht- und Armutsgründen dorthin kamen, warum sollen nicht 8 Millionen Menschen in Palästina leben, die aus ähnlichen Gründen geflohen sind, und nach dorthin kamen?

Die Umstände sind vergleichbar.


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Stippvisite

Wie ist die Lage heute in Israel, im Nahen-Osten. . – Ein Zusammenleben der Volksgruppen, Ethnien, Religionsgruppen, wird ständig versucht, verbessert und sofern es mit friedlichen Mitteln geschieht, ist es sicher mit mehr Wohlwollen begleitet, als wenn sich die Menschen bekämpfen und sich gegenseitig schaden.

Personen aus 120 Nationen leben in Israel und nach dem Völkerrecht ist der Aufenthalt rechtens. Bei einer Zwei-Staatenlösung könnten sowohl in dem einen Staat, als auch in dem anderen Staat, Bürger des jeweils anderen Staates als Minderheit leben. So die Vereinbarungen zur Zwei-Staaten-Lösung. – Bodenschätze wurden gefunden, im Meer, in großer Tiefe, Erdgas. – Das Leben ist ein tagtäglicher Kampf, was die Bewohner aber auch stark macht.

Chaim Noll ist vor mehr als 20 Jahren von Deutschland nach Israel ausgewandert. Er ist Autor, Schriftsteller, in Ostdeutschland aufgewachsen, und war zu einer Lesung nach Deutschland gekommen. – Er meint, die politischen Diskussionen werden in Israel heftiger geführt, es gibt radikalere Positionen. In Deutschland wirkt die Politik dagegen eher ratlos, orientierungslos, ohne Ziel.

Andererseits bleibt es dann in Israel auch bei den »Diskussionen«, die wichtig sind, und die Entscheidungen werden wieder auf einer anderen Ebene, womöglich besonnener getroffen. – Mir fiel dazu ein, dass in Deutschland dieser wenig hilfreiche Hang besteht, in Gruppengesprächen alles »ausdiskutieren« zu wollen, bis dann nur noch eine Lösung übrigbleibt, der sich dann aber auch alle anschließen sollen, »weil sich ja dieser eine Weg als der richtige herausgestellt hätte«. – Dieser Weg der Entscheidungsfindung ist sicherlich archaischen Ursprungs, er ist aber in der heutigen Zeit völlig deplatziert und nicht hilfreich.

Noll repräsentiert die deutschsprachige, zeitgenössische Literatur. Er ist in den 50er Jahren geboren. Er ist sicherlich noch der »klassische Schriftsteller« und Autor, der seine Mitteilungen in »Büchern« verbreitet. Das sind solche holzigen »Pakete«, unterteilt in dünne Schichten, die der Mensch dann herumtragen muss und wenn er in ihnen etwas markiert, dann sind diese »Bücher« nur zu einem geringeren Wert wiederverkäuflich. Kurzum, er geht nicht mit der Zeit. Seine Werke sind überwiegend nicht als eBook erhältlich. – So hätte denn bei einer Lesung ein Papier-Buch erworben werden können, aber das schwere Teil muss dann mit sich herumgeschleppt werden. – Ja, so bleibt dann bei manchen Menschen doch die Zeit stehen.

Jetzt gerade aktuell hatte ich den Fall, dass jemand meinte, die »Datensammelwut« durch das Internet könne jeder Einzelne bremsen, indem die Informationen wieder häufiger per Brief verschickt werden. Ja klar, »Briefe schreiben« ist der Knaller. – Das war topaktuell 1920, oder vielleicht noch 1980. – Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert, bis die Menschen merken, dass mit dem Internet die Kommunikation deutlich beschleunigt werden kann. – Allen Datenschutz-Bedenken zum Trotz.


Nationale Identität. – Beim Besuch geschichtsträchtiger Städte, in denen die Worte »Volk«, Nation, Zusammenhalt, Heimat und dergleichen im Übermaß Verwendung finden, können die Gedanken schon einmal abschweifen und die Frage steht im Raum, was ist das, Identität, auf einen größeren Zusammenhang gebracht? – Wer sich damit zu viel beschäftigt, kann sich in seiner Haut unwohl fühlen. Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß, solche Gefühle zu empfinden? – Der nationale Körper ist tot. Er wird von vielen ausgeschlachtet, verwertet, genutzt, um weiterzuleben, mit anderen kulturellen Werten, neuen Perspektiven und neuen Hoffnungen. – Das alte Deutsche ist nicht mehr lebendig. – Oder doch? Vielleicht in der Sprache, die weiter gehegt und gepflegt wird.

Rudolf Steiner schreibt über die Psychoanalyse des Sigmund Freud nur in dem Sinne, dass diese Theorie ohne die »Geisteswelt« auskommt, die von Steiner selbst für so wichtig genommen wird. – Dabei ist die Psychoanalyse zu der damaligen Zeit nur Ausgangspunkt für viele weitere Betrachtungen, die alle gemein haben, dass sie sich mit dem beschäftigen, was im Kleinkindalter, Kindheit, und in der Jugend erlebt wird, was an »Schlechtem« erlebt wird, in den Beziehungen zu den Erwachsenen, Eltern, Bezugspersonen und was es an »guten Beziehungen« gibt, wie gute Beziehungen aussehen können und was es an »Beziehungen« zwischen den Menschen noch alles zu entdecken gibt. – Die Psychoanalyse war Ausgangspunkt für eine Betrachtung der guten und schlechten Beziehungen, die wir Menschen im Leben zu anderen Menschen haben und welche Art »Kommunikation« zwischen uns Menschen abläuft.

Daraus ist ein eigener Sektor in den Wissenschaften entstanden. Einmal die Psychologie, dann die verschiedenen Psychotherapieformen, die Psychiatrie. Aber auch das weite Feld der »sozialen Berufe« gehört dazu. Die Sozialarbeiter, Sozialpädagogen. In diesem weit gefassten Wissenschaftsbereich, werden die Beziehungsvorgänge zwischen uns Menschen unter die Lupe genommen und »in Beziehung« zu anderen Menschen gearbeitet.


Sind wir Deutsche »beziehungskrank«, beziehungsgestört. Leiden wir unter Autismus. Gehen wir schlecht miteinander um, schaden wir uns gegenseitig? – Bei den vielen Verbrechen, die immer wieder im Land zu vermelden sind, Taten, die sich die Bewohner gegenseitig antun, fällt es auf, dass schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen wird. Bloß nicht zu viel nachbohren, warum und wieso manche Menschen dies oder das getan haben, was sie für eine Kindheit hatten, wie sie aufgewachsen sind. – Vertuschen und verschweigen und weitermachen, wie gehabt.

Adler, immer wieder Adler, Löwe, Bär. Alles Raubtiere, die symbolisch stehen, für die alte staatliche Selbstdarstellung. Raubtiere. Ist das lustig, witzig, schön? Ein Raubtier tötet und sieht die Welt ausschließlich zu seinem Nutzen. – Jeder, der Opfer ist, hatte sein natürliches Schicksal.

Oder kann aus solchen Ursprüngen nie ein gutes Verhältnis, können nie »gute Beziehungen« entstehen. – Und so muss dann auch alles enden, irgendwie enden, weil es nicht mehr gebraucht wird, weil anderen personale Fähigkeiten vonnöten sind. So müssen solche Persönlichkeiten zu Ende gehen.


Aber bei Steiner, in der »geistigen Welt«, habe ich bis jetzt nicht so viel gefunden, dass sich mit den »persönlichen Beziehungen« der Menschen auseinandersetzt, ob sie gut oder schlecht miteinander umgehen. – Vielleicht ist das ja ein Ausweg, in die »geistige Welt« zu flüchten, wenn es auf Erden, unter den Menschen nicht mehr funktioniert.


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Dreigliederung und Grundeinkommen (04-2016)

Herr Gaston Pfister schreibt in der Zeitschrift »Sozialimpulse – Dezember 2015 – Nr. 4«:

Die Idee eines voraussetzungslosen Grundeinkommens (ohne Arbeitsleistung) findet sich denn auch bei Rudolf Steiner nirgends. Im sozialen Hauptgesetz spricht er unmissverständlich von zusammenarbeitenden und nicht von zusammenlebenden Menschen. Diese werden nicht bezahlt, sondern nur ihre Produkte und Dienstleistungen, allerdings nur insofern dafür artikulierte Nachfrage besteht.

Allein, er wird dem Thema nicht gerecht, weil er den Namen des Grundeinkommens mutwillig verunstaltet und damit schon den Gedanken nicht richtig wiedergibt. Ein Grundeinkommen ist selbstverständlich nicht »voraussetzungslos«, aber das ist ja auch »seine« Formulierung, und nicht die der Grundeinkommens-Befürworter, zum Beispiel in der Schweiz.

Er, Pfister, lässt sich gar nicht auf die Idee ein. Danach könnte er es gerne kritisieren. Da er aber die Idee unzureichend wiedergibt, ist seine Kritik wertlos, weil er ja nur sein eigenes Konstrukt kritisiert.


Deutlich wird auch, dass die »Kritik« sich nahtlos einfügt, in die Reihe der Faul-und-fleißig-Argumentierer. – Dazu muss er aber die steinerschen Positionen arg zurechtbiegen. – Steiner hat die »Trennung von Arbeit und Einkommen« deutlich beschrieben. Um diese Trennung wieder aufzuheben, muss Pfister zu einem Trick greifen: Zwar werde nicht der Mensch direkt bezahlt, da nur seine »Produkte und Dienstleistungen« bezahlt werden können, aber er wird »indirekt« bezahlt, da nur diese Produkte nachgefragt (bezahlt) werden, die der Markt anerkennt.

Und was »anerkannt« wird und was nicht, dass sehen wir ja in der Grundeinkommens-Diskussion. Die Faul-und-fleißig-Arbeitsideologen wollen das »bedingungslose Existenzrecht« der Menschen nicht anerkennen.

Nicht willkürliche, spekulative und verschwenderische Marktwirtschaft, nur Arbeit für andere bestimmt das Einkommen. …………. Sie verspricht weder ein Schlaraffenland noch einen bevormundenden Edelkommunismus.

Pfister tut sich schwer, überhaupt einen Bezug zum Grundeinkommen zu finden. – In seiner »Nur-Arbeit-bestimmt-das-Einkommen« Formulierung ist die alte Kopplung von Arbeit und Einkommen enthalten. – Er ignoriert, dass durch die Rationalisierung und Automation die gleichen Produktmengen wie vorher geschaffen werden können, mit weniger Personaleinsatz. Und er unterscheidet nicht zwischen notwendiger und der übrigen Wirtschaftstätigkeit.

Es ist aber so, dass Steiner die Entkopplung zwischen Arbeit und Einkommen in seiner Dreigliederung beschreibt.

Warum Pfister dann seine Überlegungen in der Zeitschrift der »Initiative Netzwerk Dreigliederung« veröffentlichen kann, ist ein Rätsel. – Er gibt nicht die Dreigliederungs-Ideen Rudolf Steiners wieder.

Die Arbeitspflicht, die durch das Bedingungslose Grundeinkommen aufgehoben würde, ist in Pfisters favorisierten Weltsicht weiterhin enthalten. – Zwangsarbeit wird aber niemals im Sinne Rudolf Steiners gewesen sein.

Es ist durchaus möglich, dass im Leben Vorgänge nicht nur in einem falschen Sinne erklärt werden, sondern dass sie sich in einem falschen Sinne vollziehen. Geld und Arbeit sind keine austauschbaren Werte, sondern nur Geld und Arbeitserzeugnis. Gebe ich daher Geld für Arbeit, so tue ich etwas Falsches. Ich schaffe einen Scheinvorgang. Denn in Wirklichkeit kann ich nur Geld für Arbeitserzeugnis geben.

Rudolf Steiner, Die Kernpunkte der sozialen Frage

Ein Für-einander-Leisten kann es nur geben, in individueller Freiheit und nie als Zwangsveranstaltung. – Das aber bedeutet, dass der Einzelne, das einzelne Menschenwesen selbst entscheidet, ob es »für den Markt« produziert. Und nicht der Unternehmer, nicht die Jobcenter-Mitarbeiter einen Arbeitslosen zur Arbeit zwingen können.

Es ist also nicht, wie Pfister suggeriert, eine Unterscheidung zwischen »privatem Vergnügen« und »Produktion für den Markt«, was die Freiheit ausmacht, die Rudolf Steiner anspricht, wenn er sagt, dass der Mensch nicht gekauft werden kann, sondern der Umstand, dass die Produktion für den Markt nur »aus freien Stücken« durch den Einzelnen geschehen kann.

Der Einzelne gibt nicht seine Freiheit wieder auf, weil er für den Markt produzieren »muss«. Zwar gibt es ein Für-einander-Leisten, aber dieses geschieht freiwillig. Wenn die Arbeitsbedingungen schlecht sind, als schlecht empfunden werden, wenn der Lohn zu niedrig ist, als zu niedrig empfunden wird, dann wird eben nicht füreinander geleistet. Wenn die Mitmenschen unsympathisch, unfreundlich, feindselig sind, dann wird nicht für diese produziert. Und so weiter. – Alle Produktion, die der Einzelne tätigt, tut er in Freiheit. Er kann diese Produktion somit auch verweigern und unterlassen, aus selbstgewählten Gründen.


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Erinnerung

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fuenf-jahre-holocaust-mahnmal-fiddeln-und-jiddeln-am-stelenfeld-a-692904.html

Das einzige wirkliche »Verdienst«, das man dem Denkmal zuschreiben kann, ist: Es zentralisiert das Gedenken und zieht einen tonnenschweren Schlussstrich unter die Erinnerung. Es dient der kollektiven Entlastung, nicht der individuellen Gewissensprüfung.

Ja, denn es geht nicht darum, gemeinsam auf den Friedhof zu gehen. Und die Dame führt uns. – Es geht darum, dass jeder einzelne Mensch, jede einzelne Person für sich selbst und mit sich selbst klärt, was habe ich aus der Geschichte gelernt. – Was sagen mir die Ereignisse der Vergangenheit.

Und nicht, dass wir als Gesellschaft »wie eine Schulklasse« durch die Geschichte geführt werden, und dieses oder jenes empfinden oder denken sollen. – Denn das ist anmaßend und bevormundend.


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Was ist wahr

Ein Leitmotiv des Talmud, das sich hindurchzieht wie ein roter Faden, ist der Halbsatz „An anderer Stelle wird gesagt…“, die legitime Bezweiflung der Wahrheit des von Menschen Gesagten und das Dagegenstellen eines anderen, gleichfalls aus der Schrift zu begründenden Wortes. Die Beschränktheit unserer menschlichen Erkenntnis und Einsicht wird ab initio angenommen, auf die Fiktion einer „objektiven“ menschlichen Wahrheit wird verzichtet.

Chaim Noll


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Neues Outfit

In der Flüchtlingskrise wirken die achgut-Beiträge seltsam hilf- und ratlos. Und es lohnt sich gar nicht, die Artikel zu lesen. – Jetzt ist das Format des Online-Mediums umgestellt worden. – Beim ersten Anblick wird der Zuseher fast erschlagen, von den großen Buchstaben und Bildern, die zum Einsatz kommen. – Scheinbar liegt diese Aufmachung »voll im Trend«.

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Außerdem wird um Spenden, oder besser »dauerhafte Subventionierung« gebeten. Der Vorteil ist, jeder kann selbst beurteilen, ob er die »Ideenschmiede« weiter unterstützen möchte. – Dieses Konzept ist sehr gut, gerecht und fair.

Ganz im Gegensatz dazu »Radio und Fernsehen«. – Diese Propaganda-Plattformen wollen sich ihre Alimentierung durch Zwangsmaßnahmen sichern: Politiker machen im Interesse der Rundfunk-Mitarbeiter die passenden Gesetze, und die übrige Bevölkerung »soll zahlen«. 😦


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Was ist für alle Menschen auf der Erde wichtig

Und plötzlich sprachen in Deutschland alle von der Leitkultur.

Und was ist die Leitkultur?

Die Grundrechte. Wenn wir uns auf sie berufen, dann verheddern wir uns nicht. …. Die Grundrechte wurden am 8. Mai 1949 nach einem Weltkrieg und der Schoa beschlossen. Sie sind unabänderlich. Und sie bestimmen unser Zusammenleben.


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Methode

Folgendes Problem: Seife und Shampoo sind im Bad, aber nicht das Handtuch. Wer duscht, muss sich erst das Handtuch aus dem anderen Zimmer holen, ansonsten steht die Person nass und ohne Handtuch nach dem Duschen da. – Was sehr unpraktisch ist.


Es wurde eine auffällige Postkarte unter die Seifenschale gelegt, damit die Person daran denkt und sich sagt: »Hallo, was bedeutet die Karte im Bad? Ach ja, du musst noch das Handtuch holen.«

Das funktionierte zwei, drei Mal, dann wurde die Karte ignoriert und wieder das Handtuch vergessen. – Neuer Versuch. Jetzt ist dem Shampoo ein Waschlappen übergestülpt, mit einem Zettel dran, mit Sicherheitsnadel befestigt. Auf dem Zettel steht dick mit Filzstift geschrieben: Handtuch!

Das hat erstmal gut geklappt. Mindestens 10 Mal. Beim elften Mal wurde einfach der Waschlappen zur Seite gelegt und wieder das Handtuch vergessen.

Neuer Versuch. Jetzt ist die Seife aus dem Bad genommen und in einem Beutel am Handtuch befestigt. Derjenige sieht, dass die Seife nicht da ist, und muss sie holen, am Handtuch.

Falls ich mich nicht mehr melde, wegen der Sache, hat diese Methode endlich geklappt. 🙂


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Kooperation – mit wem – und gegen wen

Wir leben in Zeiten, in denen sich Solidarität als notwendig erweist. – Aber mit wem sich zusammenschließen?

Da sich die Verhältnisse nicht ändern werden, in den bestehenden Konstellationen, wird es für viele Aktivisten anstehen, sich umzuschauen.

Mancher Aktivist, den ich unterstütze, beginnt andere Menschen zu zitieren oder diesen eine Plattform bereitzustellen, die mir als Verbündete zutiefst fragwürdig erscheinen. – Ich empfinde sie als »unsympathisch« und würde mit diesen nicht zusammen erwähnt werden wollen.


Respektvoll mit anderen Menschen umzugehen, bleibt nötig. – Aber ich weiß auch, dass Menschen ihre Moral aufzulösen beginnen, wenn sie sich von bestimmten anderen bedroht und in ihrer Existenz beeinträchtigt fühlen. – Der Umgang mit genau diesen Menschen wird verlodderter.

Das ist wie mit der »Todesstrafe«. – Die meisten emotionalen Befürworter der Todesstrafe, sind immer direkt mit den Taten solcher Angeklagten beschäftigt, und ziehen daraus ihre grenzüberschreitende Bereitschaft, andere anzugreifen.


Solange es möglich ist, werden die meisten Menschen sich ihre Moral erhalten. – Wer aber selbst durch Kontakt mit Regierungen und ihre Vertreter in irgendeiner Weise »verletzt« wird, beginnt sie aufzulösen und die Bereitschaft wächst, ethisch unangemessen zu handeln und zu agitieren.


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Essenszeit

Auf der Anzeigetafel steht nur »Currywurst«, sonst nichts. – Es steht dort nicht »Currywurst mit Brötchen«. – Und das hätte mich eigentlich schon misstrauisch machen sollen. Denn tatsächlich befindet sich auf dem Pappteller nur ein halbes Brötchen. – Hääh? – Ja, sie haben richtig gelesen. Ein halbes Brötchen war den Wurstschnitzeln beigelegt, mit der obligatorischen Ketchup-Curry-Soßenmischung.

Jetzt könnte überlegt werden, was denken sich die Imbissbetreiber dabei, wenn sie ein halbes, durchgeschnittenes Brötchen der Currywurst beilegen. Der Kunde verträgt nicht mehr? Oder die Currywurst wäre bei einem ganzen Brötchen 50 Cent teurer und das würde niemand bezahlen wollen.

An Seltsamkeiten war das auch noch nicht alles. – Das Brötchen war »wie Gummi« und konnte kaum mit den Zähnen zerrissen werden. Einen Tag war es mindestens alt. – Was ist mit den örtlichen Bäckern los? Haben die keine Zeit mehr zum Brötchen backen. Es war mittags um 12 Uhr. Warum hatte der örtliche Bäcker nicht morgens schon 20 Brötchen geliefert, damit der Imbiss den ganzen Tag genügend frische Brötchen hat? Fragen über Fragen, die die deutsche Wirtschaft betreffen. Und die Gesetzgebung durch Parteien und Bundestagsabgeordnete.

Was ist, wenn es sich nicht mehr lohnt, Bäcker zu sein? Weil zu wenig verdient wird, bei viel zu viel Arbeit. Weil es die Parteien, SPD und GRÜNE nicht schaffen, Gesetze für eine moderne Gesellschaft zu erlassen und so alle vor sich hinwurschteln müssen.

Oder dieser andere Imbissladen, der schon seit einiger Zeit geschlossen zu sein scheint. Warum lohnt es sich nicht, diesen Laden zu betreiben? – Fünf Menschen müssten davon leben können. – Heute geht das nicht mehr, weil bei der Arbeit nicht genug verdient wird. – In einer Grundeinkommens-Gesellschaft wäre das überhaupt kein Problem und die Bevölkerung wäre mit einer Reihe von Service-Angeboten zusätzlich versorgt. – Denn alles, was durch den Imbiss verdient würde, käme zusätzlich zum Grundeinkommen dazu. – Das würde sich für die Menschen lohnen, die die Arbeit machen. Auch wenn relativ wenig Kunden nur kämen. – Denn wenn die Grundversorgung gewährleistet ist, käme jeder verdiente Cent zur »freien Verfügung« hinzu.


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Blinklichter

Wer einige der Beiträge von Ansgar Martins auf seinem Blog durchliest, und dann seine »Geleitworte«, der könnte den Kopf schütteln über diese Aktivitäten.

Der anthroposophische Ideenkosmos, der auch der Pädagogik der Waldorfschulen zugrundeliegt, konserviert eine esoterische Gedankenwelt des 19. Jahrhunderts. Sie verspricht Einsicht in mannigfaltig differenzierte “höhere Welten”, erfüllt von den Hierarchien höherer Wesen. Steiner erläutert die tieferen Gründe unseres Da- und Soseins. Roter Faden seines Denkens ist die Kunde von einer kosmisch-galaktiven Geistes-Evolution, an der die Menschheit via Reinkarnation und Karma partizipiere.

https://waldorfblog.wordpress.com/zum-geleit/

Was, wenn Martins das Ganze nicht versteht. – Oder von Anbeginn kein Interesse hatte, oder ablehnend eingestellt war? – Und das dann als Grundlage für seine Texte nimmt.

Verwunderlich wäre das nicht.

Eine Vielzahl an Blogs und Texten ist im Internet zu finden. Und hält den einen oder anderen Menschen auf. – Wer sich von den dargebotenen Preziosen ablenken lassen will, der wird es dulden. – Die Leute sollen sich dem Palaver über zwischenmenschliche Beziehungen, persönliche Eitelkeiten und privatem Scheitern zuwenden, statt dem »geistigen Sein« zuzustreben. – Und für den einen oder anderen ist es ein voyeuristischer Genuss, zu lesen, wie bestimmte Mitmenschen (und Verblichene) herabgewürdigt und abgekanzelt werden.

Das ist so ähnlich, wie eine Zeitung mit großen Buchstaben. – Nur halt für »Gebildete«.

Interessant ist bei allen, die gegen andere Menschen gezielt und mit Nachdruck hetzen, intrigieren und polemisieren, dass sie meist in Bezug auf das Thema des Angegriffenen, selbst völlig farblos bleiben und nichts Wichtiges zu vermelden haben. – Der einzige Inhalt ihres Tuns, ist die Diskreditierung anderer Menschen. – Ihr Lebensinhalt besteht darin, andere Menschen anzugreifen.

Steiner lebte in einem anderen Jahrhundert, starb vor dem 2. Weltkrieg. Wer sich dies anschaut, kann das einordnen, kann auch manche Aspekte der Sprache, die in seinen Texten vorzufinden ist, in diesem Zeitkontext sehen.


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Institution und Auftrag

Im Abschnitt »Lebensfragen der theosophischen Bewegung« [1] schreibt Rudolf Steiner:

Man kann sagen: wer ist denn berechtigt, seine Meinung von der Mission der theosophischen Bewegung für irgendwie maßgebend zu halten? Der eine kann glauben: die Verbreitung «höherer Einsichten» sei das richtige; der andere mag eben der Meinung sein, es komme auf die Ausbreitung der Ergebnisse hellseherischer Forschung nicht an, sondern auf die Pflege des «geistigen und moralischen Lebens ».

…….

Aber im Grunde kommt es, von einem höheren Standpunkte aus betrachtet, gar nicht auf eine Diskussion darüber an, was die Theosophische Gesellschaft sein soll. Diese wird immer nur das sein können, was ihre Mitglieder wollen. Worum es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Es kommt darauf an, dass die Ausbreitung geheimwissenschaftlicher Lehren gegenwärtig zum weiteren Fortschritt der Menschheit notwendig ist.

Diese Aussagen über die Theosophische Gesellschaft gelten doch genauso für die Anthroposophischen Organisationen. – Nehmen wir zum Beispiel eine Zeitschrift, die im anthroposophischen Kontext angesiedelt ist. – Über was will diese berichten? – Entweder sie wird über dasjenige informieren, was die Herausgeber der Zeitschrift wollen oder sie müsste sich in den Dienst eines anthroposophischen Auftrags stellen. Zum Beispiel »Wie erreiche ich Erkenntnisse höherer Welten«. – Das wäre bestimmt interessant, wenn entsprechende Zeitschriften dem geneigten Leser bei dieser Arbeit zur Seite stehen.

Jetzt ist aber Folgendes zu finden. – In der Zeitschrift »Themen der Zeit« befindet sich ein Text, der erklärt, dass »Verschwörungstheorien« etwas Wichtiges meinen und es wird abgeraten, diesen Begriff weiterhin zu verwenden, weil dieser zu Unrecht die Entwickler solcher Theorien diskreditiert. [2]

Eine ganz andere Sicht ist in der Zeitschrift »Info Drei« zu verzeichnen. – In dieser wird genau das Gegenteil angemerkt. – »Reichsbürger, Rechtslastige und Verschwörungstheoretiker« scheinen bei manchen Anthroposophen herzlich willkommen zu sein, kritisiert das Blatt. [3]

Und die Verschwörungstheoretiker haben den Fuß richtig dick in der Tür zur Anthroposophie drinstehen. Denn einem Verschwörungstheoretiker, der noch dazu Waldorfschüler war, ist viel Raum in der Haus-und-Magen-Zeitschrift der Anthroposophen gewidmet worden: Im Goetheanum. [4]

Um was geht es eigentlich bei diesen Scharmützeln in den anthroposophischen Zeitschriften?

Am besten lässt sich das in Stichworten beschreiben. – Es geht einerseits um Mainstream-Medien und Lügenpresse. Aber auch um Parteien- und Regierungs-Propaganda und last, but not least um die »gute Sache«, die die Amerikaner repräsentieren. – Auf der anderen Seite befinden sich, wie schon erwähnt, die »Reichsbürger, Rechtslastige und Verschwörungstheoretiker« und die Putin-Versteher.

Um es verkürzt zu sagen, es handelt sich um einen »Ost-West-Konflikt«. – Die eine Seite behauptet, die Russen sind eine Gefahr für den Weltfrieden und die andere Seite sagt das Gegenteil, nämlich das die Amerikaner eine Gefahr für den Weltfrieden sind.

Was nun der Normalbürger mit diesem ganzen Gezackere zu tun hat, bleibt rätselhaft. – Aber noch viel dubioser ist der Umstand, dass dieses Thema Eingang in die anthroposophische Diskussion gefunden hat. – Wie war das möglich?

Deshalb auch mein Eingangszitat aus den Texten Rudolf Steiners. – Diejenigen Personen, die in den anthroposophischen Institutionen drinnen sind, bestimmen die Diskussionsinhalte, in dem sie das Instrumentarium in Händen halten, über die sich die Einrichtungen ausdrücken.

Was ist nun inhaltlich zu dieser Diskussion zu sagen. – An dem Verhalten der Amerikaner ist sicherlich einiges zu kritisieren. – Erstaunlich ist bloß, wie es die »Verschwörungstheoretiker« schaffen, mit keinem Wort die massive Missachtung und Verletzung der Menschenrechte zu erwähnen, die im Osten stattfindet. Ja, diese zu ignorieren und zu verschweigen und als nicht vorhanden darzustellen. – Dadurch wird deren »Kritik an den USA« ein gutes Stück weit entwertet. – Denn es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.

Dass die anthroposophischen Zeitschriften nicht überwiegend dadurch auffallen, dass sie die Inhalte der Steinerschen Erkenntnisse verbreiten, und helfen zugänglich zu machen, zeigt eine Schwäche der institutionalisierten Anthroposophie. – Sie wird möglicherweise von Leuten in Beschlag genommen, die ganz andere Interessen haben. – Und die an der Anthroposophie Interessierten müssen sich selbst zu helfen wissen und eigene Wege des Zugangs zu den Themen suchen und erarbeiten.

[1]
Rudolf Steiner
Lucifer – Gnosis
1903-1908
Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte

[2]
http://www.themen-der-zeit.de/content/Ein_toedliches_Waffenwort.1986.0.html

[3]

Er wird doch noch fragen dürfen

[4]

Bald Nato-Panzer vorm Goetheanum?


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Geschmacksache

Beim Fischimbiss gibt es Fischbrötchen. – »Ein Brathering-Brötchen bitte.« – Seit Jahren esse ich immer mal wieder Fischbrötchen. – Eigentlich wird alles schlimmer. – Und früher war alles besser. – Früher waren die Brötchen groß und knusprig. Heute sind sie zum Beispiel bei der Fischimbiss-Filialkette ganz winzig und ganz, ganz hell gebacken. Igitt. – Aber da der Markt kaum etwas Besseres hergibt, »frisst der Teufel Fliegen«.

Ja, und bei diesem Fischhändler hatte das Negative eine andere Ausprägung. Ich hatte mich schon gewundert, weil die Brötchen so seltsam glatt aussahen. Als ich dann die Speise verzehrte, erkannte ich die Sorte Brötchen. – Es waren »süße« Brötchen. Diese, bei denen dann Rosinen hinzugefügt werden und dann »Rosinenbrötchen« heißen. – Und in solche Brötchen wurde der Fisch hineingelegt und verkauft. – Igitt.

Kaffee und Kuchen. – »Eine Torte mit verschiedenen Früchten und eine Tasse Kaffee mit Milch bitte.« – Hhmm. So was von lecker war die Torte. Und der Kaffee schmeckte wunderbar. – Herrlich.

»Ruhe bitte.« – Besonders witzig ist der Hinweis auf die Musikgeräte. – So als ob die Melodien eines Gitarrenspiels überhaupt noch zu hören wären, bei dem Lärm, den die Wasserfontänen machen. Der ganze Park ist lärmbelastet. Es gibt kein ruhiges Plätzchen.

Diese Wasserspiele passen überhaupt nicht zu einem Kurpark. Sie machen einen gewaltigen Krach. Da kommt kein Musikinstrument gegen an. Geschweige denn, ein Singvogel. – Was denken sich die Parkverwalter bei einer solchen Gestaltung der Anlage.


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Ganz genau, mit der Lupe

In diesen Romanen werden die Menschen in allen Einzelheiten beschrieben. Was sie für eine Frisur tragen, welche Haarfarbe sie haben, wie ihre Stimme klingt und wie ihr Körper geformt ist. – So als ob das wichtig sei. Oder wurden früher so Romane geschrieben.

Wie unangenehm sich das anfühlt, mit diesen vielen Einzelheiten konfrontiert zu sein. – Was Vater, Mutter, Onkel und alle anderen Verwandten so unternehmen und was sie erlebt hatten. Könnte das nicht alles weggelassen werden.

Was wäre, wenn jeder einfach nur das ist, was er ist. Ohne groß ein Aufheben darum zu machen, was der andere ist. Und wir gehen unseren Beschäftigungen nach. Und lassen uns in Frieden leben.


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Gerechtigkeit durch das Individuum

Gemäß Wahrheit, Recht und Frieden richtet in euren Toren.

Chaim Noll schreibt [1], dass sich Ungerechtigkeit rächen würde. – Wer die Täter laufen lässt, oder mit ihnen »Vereinbarungen« trifft, den ereilt einen Fluch.

Gerechtigkeit ist besser, aber ist sie auch realistisch?

Wer Recht sprechen und »richten« will, muss die Kraft dazu haben, sollte nicht allein dabei sein, muss diese Kraft über die Zeit sein eigen nennen können und wäre gut beraten, diese Durchsetzungsfähigkeit auf andere übertragen zu können.

Es bedarf somit mehrerer, oder eines Einzelnen mit einem Rückhalt und die Macht und die Kraft dieser Wesen muss ohne Zweifel über alle anderen obsiegen. – Ansonsten mag sich doch niemand anmaßen, »richten« zu wollen.

Realistisch hingegen ist es, zu erkennen, dass die Verwalter eher schwach sind, und wenn sie sich zu weit vorwagen, werden sie hinweggefegt. – Aber wer ein Titan ist, wer der Erzengel »Gabriel« ist, der kann richten immerzu und unverborgen sein, sich vor alle Feinde und Schuldige stellen und muss keinen Angriff fürchten und kann »Richter und Vollstrecker« sein.

Richtig ist, dass Gnade erst nach Gerechtigkeit kommen sollte. Aber ein großer Teil der Menschen kann keine Gerechtigkeit bewirken.

Noll rechnet mit den Protestanten ab. – Er sagt, sie würden nur ihre Religion benutzen, um im »Tagesgeschäft« Vorteile erzielen zu können und an der Machtentfaltung teilzuhaben.

Religion aber, müsse »unabdingbar« gelten, für diejenigen, die vorgeben, sich auf diese beziehen zu wollen. – Wer behauptet, dass die »Heilige Schrift« gilt, der darf sich nicht aus taktischen Überlegungen heraus, über sie hinwegsetzen, sondern muss »gerade dann«, wenn die nicht-religiösen Menschen sich in ihrem Handeln verzetteln, mit festem Glauben zu den Worten in der Bibel stehen.

Und er sah, dass gerade die Protestanten eine lockere, wenn nicht verlotterte Beziehung zu ihrem Gott lebten, wenn sie sich auf »Deals« mit den Machthabern des DDR-Regimes einließen und nach dem Fall der Mauer die Verantwortlichen von ihrer Schuld reinwuschen.

Noll spricht wie selbstverständlich aus seiner Position. Aber es ist doch so, dass die Menschen seiner Umgebung, die Mehrheit der Bürger, eben nicht seiner Religion angehören, nicht seinem »Volk« angehören und somit er in eine Beziehungswelt hineinwächst, die für die meisten Menschen ganz anders aussieht. – Das heißt, er beschreibt etwas »aus seiner Sicht«. Sie ist nicht identisch mit der Sicht vieler anderer Menschen und dasjenige, was wir alle bestenfalls leisten können ist, sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen und versuchen, zu verstehen, warum der andere Mensch die Dinge so oder so sieht.

Wenn ich jetzt über dieses Buch schreibe, dann tue ich es 20 Jahre nach Erscheinen desselben. – Noll stellt den Nationen- und Volksbegriff nicht in Frage, und doch sind beide Worte von Bedeutung, wenn deutlich werden soll, was sich in den letzten Jahren geändert hat. – Diese Begriffe werden von den Menschen weiterhin hochgehalten, die sie brauchen, um sich selbst definieren zu können, die sie wollen, um sich selbst eine Identität geben zu können. – Aber sie sind für viele Menschen ein Balast, den sie abstreifen wollen, weil mit ihnen eine Enge beschrieben ist, die Zwang und Gewalt auf die Menschen ausübt und die Bürgerinnen und Bürger wollen das nicht mehr.

Aber eigentlich ist er doch selbst auf dem Weg zu dieser Erkenntnis:

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Das »freie« Individuum ist auch nicht mehr an Nation oder Volk gebunden und »gefesselt«. – Aber dazu kann sich Noll noch nicht entscheiden. Immerhin sieht er in der Jugend, die sich subjektiv äußern will, ein berechtigtes Dasein. – Wohingegen der Nationen- und Volksbegriff in eine Sackgasse führt. Aber da raus kann er erstmal nicht, weil er ja »dazugehören« möchte.

[1] Chaim Noll, Nachtgedanken über Deutschland


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Männerleben – Männerverhalten

In Anbetracht der Ereignisse jetzt gerade wieder in Deutschland, aber auch immer wieder in anderen Ländern, erinnerte ich mich an die »Männerzentren«, Männerinitiativen in Deutschland in den 80er Jahren. – Wie es in der Hinsicht heute aussieht, keine Ahnung. – Diese Aktivitäten waren rückblickend gesehen sehr wichtig. – Auch wenn damals die Leute belächelt wurden, wenn sie sagten, sie seien in der »Männnerbewegung« aktiv.

Was taten diese Männer:

Sie setzten sich mit ihrer Rolle als Mann auseinander, mit ihren Gefühlen, mit ihrer Sexualität. Sie beschäftigten sich mit ihrer Identität als Mann. – Sie beschäftigten sich aber auch mit der sie umgebenden Lebenswelt, mit der Gesellschaft, mit den Ansprüchen, die die Gesellschaft an sie stellen will und wie Mann damit umgehen kann.

Möglicherweise werden solche Aktivitäten zu gering geschätzt. Tatsächlich aber sind sie von hohem Wert, weil die Veränderungen, die mit unserer personalen Identität zusammenhängen, sich in fast genauso schnellem Maße abzeichnen, wie wir sie heute in der technischen Welt bemerken. – Umlernen ist angesagt. – Früher war der Mann der »Kämpfer«, Soldat. Er musste sich damit zufriedengeben, in jungen Jahren bereits zu sterben, weil es die Gruppe so wollte, der unvermeidliche Krieg bewirkte oder körperschädigende Arbeiten nach sich zog. Dann war der Mann der »Ernährer«, er musste (wie die Frauen auch) Rollen übernehmen, weil die Religion, der Staat, die Gemeinschaft, die Kultur das von ihm verlangte.

Heute scheint es besser zu sein (oder auch nicht), wenn der Mann »frei« ist, zu tun und zu lassen, was er will. Ohne die Ordnung, die die Gemeinschaft vorgibt, die sowohl Unfreiheit als auch Sicherheit und Geborgenheit bedeutet, kann der Mann auf sich selbst gestellt sein, herauszufinden, was er denn sein will, was für ihn im Leben wichtig ist. – Und all das war Thema in diesen Männergruppen.

Das bedeutet nicht, dass diese Männer davor gefeit waren, selbst in einen Strudel von Geschehnissen zu geraten, der sie gefährdet. Aber sie waren sich ihres Handelns und ihrer Lage bewusst, sie hatten das reflektiert, sich damit auseinandergesetzt. – Ob wir für uns selbst einen Ausweg finden, wie dieser aussieht, ob wir mit Drogen und Süchten leben, oder ohne sie, zeigt dann das Leben.


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Vorwürfe

Ralph Boes schreibt in seinem Blog, dass er von anderen Leuten angegriffen wird.

http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/ns-reflexion-blog.htm
http://www.sonnenstaatland.com/2013/11/18/wirklich-nur-ein-depp/

Die Täter agieren mit falschem Namen oder anonym. Da lässt es sich natürlich leicht lästern. Aber Ralph schreibt ja, dass das »Rufmord« ist und er deswegen von manchen Leuten geschnitten wird, die vielleicht meinen, da ist was dran.

Mittlerweile ist es aber so, dass sich Ralph zu allen möglichen Themen äußert, was ihn halt angreifbarer werden lässt. – War es früher Hartz4 und das Grundeinkommen, so ist es heute »die ganze Welt«. – Aber das bleibt nicht aus, denn die Dinge hängen nun mal irgendwie alle zusammen. Und Menschen, die sich exponieren, werden immer wieder bedroht. – Man sehe bloß die Politiker.

Sollten wir uns deswegen lieber nicht äußern, zu den Dingen die uns wichtig sind? – Vorsichtig sein ist ja nicht verkehrt. Nicht alle taugen zum Märtyrer. Manchmal genügt es schon, sich eine Methode zu überlegen, wie die eigenen Themen in der Öffentlichkeit zu platzieren sind. – Nicht alles muss auf Konfrontation angelegt sein.

Wie gehen die Täter vor.

Es sind Denunzianten. – Sie wollen andere Menschen in der Öffentlichkeit schlecht darstellen und diese »falschen Verhaltens« bezichtigen, so dass sie angreifbar werden. – Der Denunziant stellt Behauptungen auf, die in der Regel leicht zu widerlegen sind. Wenn es sich um mehrere Anschuldigungen handelt und sie werden einzeln aufgeschlüsselt, dann ist zu sehen, dass die Urteile »auf die Schnelle« zusammengezimmert sind. – Es geht demjenigen gar nicht darum, einen Umstand wahrheitsgetreu wiederzugeben und zu recherchieren, sondern darum, ein Feindbild aufzubauen, auf das dann mit Aggressionen reagiert werden kann.

Solche Aktionen können von Staaten oder von Lobbygruppen beauftragt und professionell durchgeführt sein. So können zum Beispiel politische Gegner im Vorfeld bereits »aus dem Rennen« geworfen werden, bevor sie sich überhaupt richtig in der Öffentlichkeit in Szene setzen konnten. – Wer sich die Hetze und Anschuldigungen durchliest, der weiß eigentlich schnell, woher der Wind weht.

Ungekehrt ist aber auch Folgendes festzustellen: Wir Menschen sind vollständig unterschiedlich. – Was heißt das? – Es ist unmöglich Bündnisse zu schließen, ohne »ein Kröte zu schlucken«. – Es gibt nicht die Situation, dass der politisch aktive Mensch einen Weg gehen will, zu einem bestimmten Thema eine Entwicklung in Gang bringen möchte, ohne das derjenige mit Menschen zusammengerät, die das auch wollen, aber weitere, andere Interessen haben, zu denen sich der Bürger vielleicht kritisch stellen könnte.

Am leichtesten ist die Nazi-Denunziation. – Alles an gesellschaftlichen Aktivitäten, an bürgerschaftlichen Engagement, an politischen Absichten lässt sich diskreditieren, indem es »mit Nazis« in Zusammenhang gebracht wird. – So hatte ja nur der Verdacht ausgereicht, dass sich Nazis an einer Hartz4-Demonstration beteiligen könnten, um eine solche Demo wieder abzusagen.

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/inge-hannemann-sagt-anti-hartz-iv-demo-ab-9001422.php

Im Umkehrschluss heißt das, wer bürgerschaftliches Engagement blockieren und verhindern will, braucht es nur in die rechte Ecke zu schieben oder den Leuten zu unterstellen, sie würden sich nicht deutlich genug »von den Rechten« abgrenzen und schon wäre eine solche Aktion ausgehebelt.

Wie ist dem zu begegnen?

Ein sicherer Weg ist, zu beschreiben, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, wohin wir unsere Kräfte ausrichten. – Vieles an Streitereien und Aggressionen ergibt sich, wenn sehr viel Zeit und Energie aufgewendet wird, andere zu beschuldigen. Das bleibt zwar nicht aus, sollte aber nur am Rande eine Rolle spielen.

Dann sollten wir nicht auf einem Auge blind sein, wenn wir die Menschenrechtsfragen uns anschauen. Es ist unglaubwürdig, wenn wir den einen politischen Apparat beschuldigen, aber den anderen loben und in Schutz nehmen, obwohl doch dort genauso Menschenrechtsverletzungen stattfinden und ein Terrorregime herrscht. – Das macht uns unglaubwürdig und angreifbar.

Es ist jedenfalls nicht möglich, wenn wir etwa für ein Thema eintreten, zu verhindern, dass sich auch alle anderen Menschen für dieses Thema engagieren können. Es ist nicht möglich zu sagen, weil du »Nazi« oder Anhänger totalitärer Gesellschaften bist, darfst du dich nicht für Umweltschutz einsetzen oder als Privatperson an einer Umweltschutzdemo teilnehmen.

Die gegen die Bürger vorgehenden Denunzianten wollen das diese einen lupenreinen Einsatz gegen oder für ihre Themen hinlegen, der in keinster Weise kritisierbar ist. – Aber das ist nicht möglich. – Es geht halt nicht, weil wir Menschen zu allen Themen immer gleichzeitig eine Meinung haben. Und bei Thema 1 und 2 verstehen wir uns mit bestimmten Leuten sehr gut, aber bei den Themen 3 und 4 können wir nur mit ganz anderen Personen reden, weil die dafür »ein Ohr« haben. – Das ist das Problem unseres Menschseins. Wir sind in unseren Orientierungen nie so, dass wir uns mit allen Menschen gleichermaßen verständigen könnten. – Unsere Verbindungen zu anderen Menschen sind aufgesplittet, auf unterschiedlichste Beziehungen aufgeteilt.

Im Gesangverein, bezüglich unserer Hobbys, sind wir mit anderen Menschen zusammen, als wir es zu Hause sind. Dann am Arbeitsplatz wieder mit anderen und im Internet, im Forum, in der Newsgroup, im Sozialen Netzwerk wieder mit anderen Menschen. Und in der Politik verbünden wir uns auch dort wieder mit anderen Menschen, als es in den anderen möglichen Gruppen der Fall ist.

Das bedeutet, dass ich im Einzelfall mit einer Person »verbündet« sein kann, mit der ich sonst im Alltag überhaupt keine Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten habe. – Soll ich jetzt dieses Bündnis ablehnen? – Vor dieser Frage stehen jeden Tag in der Welt eine ganze Reihe Parteien und andere politische Gruppierungen und ihnen wird auch ständig vorgeworfen, sie hätten sich mit »den Falschen« in ein Boot gesetzt.

Heute können wir dieses Problem auflösen, in dem wir erkennen, nicht das Bündnis mit »Organisationen« ist das richtige, sondern das mit einzelnen Personen. – Wer sich privat für ein Thema einsetzt und dafür in die Öffentlichkeit tritt, dem kann ich erstmal nicht vorwerfen, dass dieser in anderen Fragen des Lebens Positionen vertritt, die ablehnungswürdig sind. – Bezüglich dieser anderen Fragen kann ich mich dann auch ablehnend gegenüber dieser Person äußern. – Das wäre kein Widerspruch.

Und bezüglich Rudolf Steiner schreibt der Aggressor:

Ralph Boes wandelt auf den Spuren des Esoterikers Rudolf Steiner, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die erste Waldorfschule gründete und mit seinen Theorien den Grundstein für die irrationale anthroposophische Weltanschauung legte.

Interessant ist hier erst mal die Methode der Täter. Sie flechten in einen Bericht über scheinbare »Fakten« gleich hinein ihre persönliche Wertung. Diese (falsche) Darstellung dient dann den weiteren Beschuldigungen als Grundlage.

Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass alle Einschätzungen von Zusammenhängen, immer persönlich sind, auch wenn die Personen die das machen, den Eindruck erwecken wollen, sie würden »die Wahrheit« für uns alle verkünden. – Sie tun es nicht. – Es ist eben nur die »eigene Wahrheit«.

Tatsächlich tritt der spannende Moment dann ein, wenn wir genügend weitere Menschen finden, die in ähnlicher Weise die Dinge sehen. – Übereinstimmung ist doch unter uns Menschen viel schwieriger zu finden, als die Differenz.

Andererseits gibt es schon so etwas wie »universelle Wahrheit«. – Aber auch hier sind wir Menschen frei, diese zu finden und davon zu berichten. – Der Denunziant ist in diesem politischen Kontext der Menschen(rechts)feind. – Weil er die bestehenden persönlichen Orientierungen der Menschen mutwillig entwerten will, wozu er kein Recht hat.

Strenge einseitige Ordnung

Wer daran arbeitet, andere Menschen bloßzustellen, zu diskreditieren, in der Öffentlichkeit schlecht zu machen, ist ein idealer Mitarbeiter in Diktaturen und totalitären Gesellschaftssystemen. – Denn diese leben davon, dass es die »richtigen« Menschen gibt und andere auf dem falschen Weg sind. Diese anderen gilt es zu lokalisieren, zu beschuldigen, anzugreifen und zu schädigen.

In totalitären Systemen wird die Welt in einer schwarz-weiß Ansicht gesehen. Die Herrschenden sehen sich als Gruppe mit einem bestimmten Verhalten und Vorstellungen von der Welt. Wer sich nicht dieser Sicht anschließt, wird ausgestoßen, bedroht, bekämpft.

Das, was auch der Denunziant macht, eine scheinbare neutrale Beschreibung der Wirklichkeit, vermischt mit triefender Einseitigkeit der Wahrnehmung und Beurteilung, ist in solchen Gesellschaftssystemen vorherrschend.

Wissenschaft ist aus Sicht dieser Leute nie »frei«, sondern Teil ihres Herrschafts- und Machtanspruches und hat sich gefälligst diesem anzupassen. Jegliche Prüfszenarien, Versuchsaufbauten, Untersuchungskonstellationen sind so arrangiert oder werden nur dann als »gültig« zugelassen, wenn es dem Weltbild der Machthaber entspricht. – Das aber hat nichts mit »freiem Denken« und unabhängiger Forschung zu tun.

So ist der Denunziant auch ein Bote aus einer Welt, wenn sie denn die Übermacht bekommt, die die Menschen unterwirft und unterdrückt.

Alle Forschungsergebnisse müssen frei zugänglich und den Menschen frei zur Bewertung zur Verfügung stehen. Das ist freies Geistesleben. – Wer sagt, dass Globuli wirkungslos seien und dies in einer »Untersuchung« festgestellt wurde, hat nichts Allgemeingültiges gesagt. – Derjenige beschreibt nur seine momentane Einschätzung eines Umstandes. – Ob Globuli »wirken« entscheiden die Betroffenen, diejenigen, die sie einnehmen. Ob ihre Wirksamkeit bewiesen ist, kann niemand entscheiden. Vielmehr ist es so, dass wir Menschen diese Frage untersuchen können. Dabei verwenden wir subjektiv arrangierte Versuchsaufbauten und kommen zu subjektiven Ergebnissen aufgrund unserer persönlichen Auswahl. – Wie die anderen Menschen diese Ergebnisse beurteilen, ist ihnen freigestellt. – Der Denunziant will in erster Linie diese Freiheit zerstören. – Er will nicht dulden und nicht zulassen, dass andere Menschen sagen, es gab Untersuchungen und Ergebnisse und wir erkennen diese an. Er müsste in diesem Fall akzeptieren, dass seine Welt, seine Wirklichkeit, seine Wahrheiten nur »relativ« bedeutsam sind, gegenüber allen anderen Weltsichten und Wahrheiten. – Dies will er als totalitär-orientierter Mensch nicht hinnehmen. Nur seine Wahrheit ist »richtig«. – Das was die anderen Denken und machen ist »falsch«.

So finden wir auch in Diskussionen immer wieder die »falsch und richtig« orientierten Teilnehmer. – Sie versuchen, oft mit verbaler Gewalt, die versammelten Leute auf eine Weltsicht einzuschwören. Wer sich diesem Ansinnen widersetzt, wird bedroht und angegriffen. – Gerade in politischen Diskussionen ist das oft zu bemerken. Dabei ist diesen Personen zu sagen, dass es kein »richtig oder falsch« gibt. Zumindest nicht in der persönlichen Einschätzung der Lebenswelt. Hier gilt das Primat der individuellen (Ein)Sicht. Warum? – Weil es gar nicht anders geht. Der Mensch steckt in sich und kann nur so die Welt sehen. Wird versucht, diese Weltsicht zu unterdrücken, zum Beispiel mit der Behauptung, dass Wahrnehmungen und Einschätzungen »falsch« seien, handelt wider die Menschennatur und tut dem Menschen unrecht.

Und das ist auch kein Widerspruch zur Wissenschaft. Die Gültigkeit derselben, erarbeiten wir Menschen nach und nach. Dabei können wir eine Zeitlang der einen und dann vielleicht der anderen Ansicht mehr zugewandt sein. – Aber immer in Freiheit.


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Große und kleine Bedeutung

Alles, das wichtig ist, muss groß sein, in der Bedeutung, aber auch groß sein, in der Menge, im Auftreten, im Erscheinen. – So sind die Probleme nicht wichtig, sondern ihre Lösung! – An dem Erscheinen der Proportionen ist zu erkennen, wie mit den Dingen gehandelt wird, wie sie aus Perspektiven wirken. Eine Korrektur allein schon daran, ist bedeutsam.

Wer die Hilfe in den Vordergrund stellt, ist schon mehr auf dem Weg zur Lösung, als umgekehrt. Sprechen über die Dinge, ist schon mehr in Richtung Lösung, als umgekehrt. Das Handeln mit den Lösungswegen ist schon mehr »Lösung«, als wenn dies nicht getan wird.

Die Beschäftigung mit der Lösung ist schon mehr der Weg voran, als die Beschäftigung mit dem Problem. Das setzt allerdings ein Wissen voraus, oder zumindest eine Ahnung, was ist was.

Es gibt 2 Probleme. Eines betrifft das »Tagesgeschäft«. Jeden Tag fallen sie an: die Notwendigkeiten, die Bedürfnisse, ihre Beruhigung, die Zuwendung darauf. Das geschieht »sofort«, jeden Tag, so wie die Nahrung immer notwendig ist und da sein muss.So wie der Einsatz dafür geleistet werden muss, auf diese Dinge Antworten zu finden. – Neben diesem Tagesgeschäft, gibt es die großen, langfristigen Aufgaben. Ihre »Lösung« geschieht nicht jeden Tag von neuem, das »Ergebnis« stellt sich vielmehr »über die Zeit« ein, ist über einen längeren Zeitraum zu vermerken und feststellbar.

Somit sind das 2 getrennte Bereiche. – Nun kann dies aus Unwissenheit vermischt werden. Nehmen wir an, es gibt eine Beziehung. Für was ist sie gedacht: für die Tagesgeschäfte oder für die langfristigen Ziele? Natürlich können sich diese Dinge auch vermischen. Wenn es aber klar, ganz klar ist, dass die Beziehung zur Erreichung der langfristigen Ziele gedacht ist, dann sollte sie nicht weggeworfen werden, nur weil ein tagesaktuelles Bedürfnis und Anliegen einmal zu kurz gekommen ist!

Wer aber nicht weiß, dass diese Beziehung für diese große Aufgabe gedacht ist, der wirft vielleicht leichtfertig diese Beziehung weg. – Deshalb sollten die Hilfeanbieter durchaus bekannt machen, dass ihr Angebot eine große Aufgabe bewältigt und nur daran ihr Wert gemessen werden kann und nicht an der kurzfristigen Zufriedenheit.

Das führt aber wieder zurück zu den tagesaktuellen Anliegen. Natürlich ist es eine Notwendigkeit hier Angebote, Lösungen, Wege zu finden, die von den Betroffenen immer als Weg akzeptiert werden können. Dafür muss gesorgt sein!

Wenn der Drogensüchtige jeden Tag »sofortige Lösungen« für seine Anliegen sucht, dann müssen sie vorhanden sein. Die Gemeinschaft kann in Zukunft sicherlich noch weitere Angebote ins Programm nehmen, ein Urteil darüber, was hilft, obliegt aber immer den Betroffenen. – Davon getrennt ist dann die langfristige Arbeit. Bei dieser wird geschaut, was an Korrekturen und Veränderungen an der Persönlichkeit noch möglich ist. Dieser langfristige Prozess ist deutlich von den Tagesbedürfnissen zu trennen, auch wenn sich manches einmal überschneidet. – Hier ist eine größere Öffentlichkeit gefordert, dass die Hilfeanbieter über ihre erfolgreiche Arbeit berichten, statt das sie mit ihrem Tätigsein in der Versenkung verschwunden sind, und so der Gesellschaft weniger von Nutzen erscheinen.

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Entscheidungswege

Um sich gegen Gewalt und Terror wehren zu können, müssen sich die gutwilligen Menschen miteinander verbünden. – Aber wer sind die »gutwilligen Menschen«?

Wer sich für Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit, wer sich für eine egalitäre Gesellschaft einsetzt, in der die Menschen in Achtung voreinander sich verhalten, wer eine Gewaltenteilung in der Gesellschaft bevorzugt (Recht, Bildung, Wirtschaft, …), der visiert etwas an, dass ich für einen modernen Staat, eine Zivilisation angemessen erachte. Und so, wie wir zum Beispiel die christliche Religion behandeln, sie akzeptieren als vorhanden, ohne ihr dabei große Bedeutung beimessen zu müssen, so sollten wir auch den anderen Glaubensrichtungen einen Platz einräumen.

Solidarität ist wichtig! – Wir sollten jetzt die Werte benennen, für die wir einzutreten bereit sind und dann schauen, wer sie auch hochhält. – Da sind dann die Anknüpfungspunkte, wenn es sein muss in einem Kampf gegen das Böse.


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Ein weiterer Job.

Die Bewältigung seelischer Probleme ist nur eine weitere Aufgabe, wie andere auch. – Ob ich etwas ausrechne, mir vornehme auf dem Sprungturm von jedem Brett ins Wasser zu springen, oder in der Firma, im Büro für eine Fragestellung die richtige Lösung ausarbeite, überall ist das Gleiche von mir verlangt. – So auch bei den eigenen seelischen Problemen.

Wenn der Mensch seelische Probleme hat, muss er sie analysieren und sich überlegen, welche Art von Hilfe, Hilfestellung, Lösung am besten geeignet ist, das Problem zu bewältigen und eine Bereinigung der Situation zu schaffen.

Der Mensch muss frei sein, um sich in der Welt bewegen zu können. Ist er mit Sorgen belastet, mit einem Wust an Gefühlsnebeln umgeben und dadurch gefesselt, dann empfindet er dies und ist unglücklich und verzweifelt und kann nicht sein Wesen entfalten. – Erst muss er all dies, was ihn zurückhält bearbeiten, verarbeiten und von sich lösen, damit sich neue Perspektiven ergeben und ein Gefühl eintritt, dass das Leben an Fülle gewinnt und stimmig ist.

Wenn der Mensch so an die Sache herangeht, dann ist er wissenschaftlich, sachlich, objektiv und wahrhaftig. Er erkennt die Ursache und findet den passenden Ausweg.

Und warum gelingt das oftmals nicht?

Weil der Mensch verstrickt ist in der Gefühlswelt, die ihn umhüllt. Sie beeinflusst und ermattet ihn. Sie läßt die Hoffnung geringer werden und erzeugt die Idee, es wäre ein weiter so, wie bisher möglich. – Die Gefühlswelt ist gebunden an das Frühere. Wenn dieser Bereich zu stark ist, dann kann ein Ausbruch in ein eigenes Leben sehr schwer sein. – Wenn aber noch andere Anteile im Menschen sind, die nach einem eigenen Leben trachten, und die Gefesseltheit überwinden wollen, dann kann es sein, dass die Aufgaben doch noch angepackt werden und wie in einem Gefängnis mit Dornen umgeben, tut sich auf einmal eine Öffnung auf, um hinauszutreten.


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Einerseits – andererseits

Einerseits geht es bei dem Anschlag überhaupt nicht um »Satire«. Es geht darum, dass Vertreter einer Religionsgruppe alle anderen Menschen, die nicht dieser Religion angehören, bedrohen, angreifen und töten. – Und das nicht erst seit »gestern«, sondern seit vielen Jahren ist das der Fall. Weltweit, in Europa, überall.

Dem müssen wir widersprechen. Diese Bedrohung müssen wir bekämpfen.

Andererseits, was ist Satire. – Das entscheidet jeder selbst. – Wer feststellt und empfindet, dass eine Satire eine Beleidigung darstellt, denjenigen kann niemand daran hindern, dies festzustellen.

Wenn wir alle »zusammenleben« wollen, dann geht es wahrscheinlich nicht, dass die jeweiligen Interessen immer als Maximalforderung durchgesetzt werden. – Wir müssen Rücksicht aufeinander nehmen.

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Feststellung und Frage

Wenn auf einer gezogenen Linie alle Menschen aufgelistet werden könnten, die »ein Problem« haben, und es wird eine stufenlose Unterscheidung angenommen, wie die Menschen mit ihren Problemen umgehen, dann kann gesagt werden, die einen (auf der einen Seite) haben ein Problem und melden sich »sofort«, zeigen das der Öffentlichkeit und reklamieren Hilfe, beanspruchen den Wunsch, etwas verändern zu wollen. – Und auf der anderen Seite ist derjenige, der überhaupt nichts von seinen Problemen weiß, obwohl er sie hat und unbewusst so handelt, wie es die Ursachen zur Folge haben. Es ist derjenige, welcher der Gesellschaft zur Gefahr wird, weil er sich nichts dabei denkt, oder sein Verhalten vor der Öffentlichkeit verbirgt, und doch Dinge tut, die den Anderen zurecht hoch problematisch erscheinen oder den Mitmenschen sogar schaden.

Dazwischen sind alle möglichen Variationen von Verhalten und Bewusstsein, bezüglich der eigenen »Probleme«.

Jetzt stellt sich folgende Frage: Wenn für alle Probleme »Hilfen« angenommen werden können, könnte allen auch geholfen werden, wenn sie denn Hilfe annehmen würden? Das Hilfeangebot nenne ich jetzt einfach pauschal »Therapie«, obwohl es in der Praxis mehr oder weniger davon sein könnte.

Wenn tatsächlich allen geholfen werden könnte, dann bestünde das Problem nur darin, dass sie nicht alle von sich aus Hilfe in Anspruch nehmen. Würden aber alle Hilfe in Anspruch nehmen, so könnten alle eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erreichen. Das Hauptproblem ist also, dass die Leute keine Hilfe in Anspruch nehmen. – Die Öffentlichkeitsarbeit müsste diesen Umstand zu seinem Hauptgegenstand, Hauptarbeitsgebiet machen, und möglichst viele Menschen davon überzeugen, eine »Therapie« zu machen, »Hilfe« anzunehmen.

Es könnte aber auch Folgendes festgestellt werden: Therapie kann nicht helfen. Oder nur in manchen Fällen.

Nehmen wir noch einmal die gezogene Linie an, dann gäbe es eine Summe x an Menschen, die Probleme haben. Wie vielen Menschen kann geholfen werden?

Wenn wir sagen würden, nicht allen Menschen kann geholfen werden, wie vielen können wir nicht helfen. Warum können wir ihnen nicht helfen?

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Abgrenzung und Selbst

Es ist so, als ob die Menschen auf einem fremden Planeten in unterschiedliche Situationen geraten, agieren, handeln und aus diesen Prozessen, über die Jahre völlig unterschiedliche Persönlichkeiten entstehen. – Nachdem sie aus diesen Situationen wieder herauskommen, sind ihnen ganz unterschiedliche Konzepte eigen, wie sie mit der Welt umgehen, wie sie sich empfinden und mit den Wesen ihrer Umgebung handeln.

Gelingt es dem Menschen, sich in einer Weise zu schützen, vor dem was ihn bedroht, angeht, beeinträchtigen und beeinflussen will, so hat dies andere Erfahrungen zur Folge, als dann, wenn die Umgebung den Menschen überwältigt, umschließt, sein Eigenes ganz oder fast ganz eliminiert.

Alle Eindrücke führen dazu, dass der betroffene Mensch davon beeindruckt ist, und sich dies in seinem Verhalten, seinen Äußerungen niederschlägt. – Die einfache Form sich über Eindrücke zu äußern, ist darüber zu erzählen. Dann gibt es weitere Formen, wie sich das Erlebte in den Menschen äußert. – Erfahrungen können zu physischen Reaktionen führen, die unwillkürlich auftreten. Sogenannte Symptome. Schweißausbrüche, Zittern, sonstige Verhaltensauffälligkeiten, »Macken«. Aber auch innere Vorgänge, im Denken, im Fühlen, geistige, seelische Abläufe, die direkt durch die Erlebnisse verursacht wurden und als dauerhafte Erscheinungen in dem Menschen wirken.

Kann der Mensch die Überwältigung noch abwehren, dann kommt er mit »dem Schrecken« davon. Der Schrecken können Traumata sein, aber sie sind handelbar. – Wer die Überwältigung abwehren kann (oder verschont wurde), kann Psychotherapie aktiv verwenden, um für sich bessere Situationen erreichen zu wollen. Wer Überwältigung abwehren konnte, kann sich physisch von Gefahrenplätzen entfernen.

Ganz anders sieht es aus, wenn die Menschen in der Situation das Selbst nicht schützen konnten. Dann werden sie umhüllt, umschlossen. Diese Menschen leben ein anderes Leben.

Ich nehme als Beispiel den fremden Planeten. Werden wir ganz umhüllt, von dem was uns berührt, wehren wir uns im klassischen Sinne nicht mehr gegen diese Einwirkung, sondern versuchen eine Anpassung an den und Interaktion mit dem Zustand. Wir sind diesem Zustand »sehr nahe« über lange Zeit, was auch etwas Symbiotisches sein kann, obwohl dies nicht so gewollt war, aber dann sich ergibt.

Kommt der Mensch aus diesem Zustand wieder heraus, so hatte er sich keine Distanz bewahren können, sondern ist mehr »verbandelt« mit den Ereignissen. Es gibt keine natürlich Abwehrbereitschaft mehr. Eine gewisse Identifikation mit den Vorfällen findet statt. Der Mensch kann sich nicht mehr wirklich »befreien« von diesen Erlebnissen, sie sind ihm »Teil der Seele« geworden.

Wie aber verhält sich ein Mensch, der sich in dieser Weise mit Situationen und Erlebnissen auseinandersetzen musste. – Auch bei ihm äußern sich die Erfahrungen und Erlebnisse in späteren Zeiten in seinem Verhalten und seinen Äußerungen. – Wenn der Mensch überwältigt wurde, dann sind Seele und Geist beeinträchtigt, dann kann es zu physischen Symptomen kommen und es gibt womöglich bestimmte Verhaltensweisen, die auf die Ereignisse hindeuten. – Wird der Mensch sich aktiv für Veränderungen in seiner Persönlichkeit einsetzen, an seiner Seele arbeiten wollen und auf seine Gefühle einwirken?

Es sind verschiedene Szenarien vorstellbar. – Menschen, die sich der Beeinträchtigungen nicht mehr bewusst sind, und schlichtweg das, was sie geworden sind, handeln. Und solche, die sich zwar dunkel bewusst sind, der beeinträchtigenden Phasen in ihrem Leben, aber nicht mehr die Kraft haben, darauf noch einmal einwirken zu wollen. Menschen, die sich mit den »Verwandlungen«, die sie durchmachen mussten, identifizieren, und diese »neue« Persönlichkeit einfach leben. – Menschen, die sich der Umstände ihres so Gewordenseins zwar bewusst sind, aber keinen Ausweg aus der Lage sich vorstellen können.

Interessant ist natürlich, ob es denn überhaupt einen Ausweg gibt, wenn die Persönlichkeit vollständig in den Situationen aufging, die nicht abwehrbar waren. – In den Zeichnungen sind meine Überlegungen dazu.

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Informationsbeschaffung und Entscheidung

Es ist wie bei einem Ping-Pong-Spiel, das nicht endet. Immer wird der Zuhörer oder Zuschauer weitergeleitet, zu immer neuen Informationen. Dieser Umstand lässt die Menschen entnervt sich vom Fernseher oder dem Radio abwenden, ohne das sie an den Punkt gekommen sind, der wichtig ist: bei konkreten bestehenden Problemen selbst zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

Durch die Dauerberieselung mit »Datenmaterial« ergibt sich für viele Menschen keine Möglichkeit, sinnvoll zu »filtern«. Deshalb müssen zu allen Themen (von Interesse) eigene Positionen erarbeitet werden, unabhängig von diesem permanenten Datenfluss. Erst dann ist es möglich, selbst zu entscheiden, welche weitere Daten will ich mir zuführen, welche brauche ich jetzt erstmal nicht mehr.

Durch solche Auswahlverfahren werden auch große Datenmengen steuerbar. Entscheidend ist, dass wir Menschen selbst schauen, welche Themen berühren meine Lebenswelt, welchen Sachverhalten will ich mich zuwenden. – Dies ist ein permanenter Motivationsschub, aufmerksam zu sein. Und es geht nicht um eine Daueraufmerksamkeit, sondern um die baldige Lösung von anstehenden Aufgaben, um einen Entspannung zu erreichen.


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Psyche im Paket

Zu 90% bestehen die schier unlösbaren seelischen Probleme aus »unaussprechbaren« Problemen. – Denn könnten sie ausgesprochen, in allen Einzelheiten beschrieben, erläutert und erzählt werden, dann wären diese Probleme »fast« schon gelöst.

Die schweren seelischen Probleme, depressiven Verstimmungen sind in ihrem diffusen Gehalt auszumachen, oder daran, dass sie zwar erzählbar sind, es für sie aber in der Realität des heutigen Tages keine brauchbare Antwort gibt (und deshalb nicht angesprochen werden). – Sie äußern sich vielmehr im Verhalten der Protagonisten, zeigen sich anhand von Symptomen, müssen kompliziert zurückverfolgt, aus dem Alltagsverhalten abgeleitet und dahin verortet werden, wo sie ihren Ursprung haben.

Wenn sie nicht mehr aufzuschlüsseln, aufzulösen, in ihre Bestandteile zerlegt und an ihren rechten Platz in der Seele verfrachtet werden können, dann verschwinden sie zum Beispiel als »Altlasten« in einer Schublade der Seele, tausendmal durchgearbeitet, in Teilen durchaus verdaut und den Rest dort zurückgelassen, um weitergehen zu können. – Und das geht.

Das heißt, es findet sehr wohl in einer Therapie eine Aufarbeitung statt, aber sie verläuft ganz anders, als erwartet. Denn statt dass das Paket, wie erhofft und gewünscht, in seine Bestandteile zerlegt wird, ordnungsgemäß verarbeitet im Vielfältigen der Seele zerfließt, wird ein (nicht unbeträchtlicher) Teil weggepackt. – Aber immerhin. Dies ist ein Erfolg! – Nämlich dann, wenn diese Altlasten nicht mehr störend alles Leben überlagern und ersticken.

Denn jetzt ist endlich Raum und Zeit, sich für die Dinge zu interessieren und zu engagieren, die eigentlich auf natürliche Weise das Erdendasein ausmachen. – Im Erdendasein angemessen leben, empfinden die Menschen. Und wenn es durch Vergangenes und Erlebtes nicht möglich ist, werden sie dadurch behindert.

Es muss also etwas geschehen, und darum ist ein ganzes Menschenleben bemüht, trotz der Einstiegshürden eine Normalität zu erreichen. – Das ist die Aufgabe, die wir gegenüber uns selbst haben. Und das ist die Aufgabe, die wir gegenüber den Mitmenschen haben, ihnen dabei zu helfen.


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Zu tun

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Das Zuhause verlässt du als »fertige Person«. – Zu sehen ist dies daran, dass du nicht mehr »klein« bist und nicht mehr durch Erziehungsberechtigte betreut wirst.

Wenn Menschen an ihrer Seele leiden, dann deshalb, weil Dinge in ihrer Persönlichkeit nicht »richtig« sich entwickelt haben. Viele Menschen spüren das. Hier gibt es eine ganze Bandbreite an Reaktionsmöglichkeiten und Verhaltensweisen. Allein damit sich zu beschäftigen, würde ein ganzes »Kapitel« ergeben. Die einen agieren passiv ihr Unglück, die anderen aktiv. Die einen holen sich sofort Hilfe, den anderen fällt es sehr schwer sich Hilfe zu holen. Den einen ist das »Unglück« ihrer Seele bewusst, die anderen »leben« das Wesen, dass sich in ihnen entwickelt hat und sie sind ganz eins mit ihm. Die Umwelt kann zwar sofort erkennen, dass mit diesem Menschen etwas nicht stimmt, aber die Person ist in ihrem Gewordensein begraben und für Änderungen unzugänglich.

Ist der Mensch eine fertige Person, so lebt er gemäß seinen Empfindungen, Interessen, Ansichten und Impulsen sein Eigenleben. Das ist die ganze Welt des Individuums. – Haben sich aber Dinge in seiner Persönlichkeit nicht »richtig« entwickelt, dann ist ein Leben in Frieden zumindest für einige von diesen Menschen nicht möglich. Sie leiden unter diesen Unzulänglichkeiten, so als ob etwas noch berichtigt, geradegerückt, bearbeitet werden müsste, bevor sie sich voll und ganz dem Leben widmen und »in Frieden« leben können.

Ist der Mensch trotz dieser Schwierigkeiten in der Welt verankert, dann stehen ihm die sachlichen, seriösen und angemessenen Instrumentarien zur Verfügung, um nach einer Lösung für seine Sorgen zu suchen. Der Mensch unterscheidet sich dabei in Nichts von einem Wissenschaftler, der sich einem wichtigen Projekt widmet. Ein Beweis dafür, dass der Mensch in der Weise in der Welt verankert ist, wäre zum Beispiel die Fähigkeit einen Beruf auszuüben und in diesen Bereichen ihm übergebene Aufgaben erledigen zu können.

Keine Lösung

Gelingt dem Menschen nicht, über die rationalen, sachlichen Wege einen Weg zu erarbeiten, die mangelnde Integrität herzustellen, dann kann er verzweifeln. – Warum ist das so schwer. – Wenn der Mensch eine fertige Person ist, dann wird jede neuerliche Arbeit an dem Wesen zu einer Belastung. Es ist unangenehm, die Anteile noch einmal aufzubrechen, zu öffnen. Jede kleine Unpässlichkeit, wird wie in einem früheren Stadium, des Kindes, zu einem großen Schmerz. Das Ganze ist peinlich, wenig erfreulich, es wird Ärger und Unzufriedenheit empfunden. – So wird denn auch meistens die Arbeit nur so lange vorangetrieben, als das der Mensch dann dauerhaft frei von großen Belastungen sein kann und einen Grad an Lebensqualität erreicht, der akzeptabel ist.

Aufarbeitung

Dasjenige, was bei dieser Arbeit geschieht, ist Aufarbeitung der vorgefallenen Ereignisse. Diese Aufarbeitung »wühlt auf«, was vielleicht von der Person mühselig überdeckt und geradegerückt war.

Wie ich anfangs schon geschrieben habe, ist nicht gesagt, dass diese Aufarbeitung für jeden Menschen der Weg ist. Manche Personen leiden ihr ganzes Leben an dem Gewordensein, sie wollen aber auch auch ganz bewusst keine Aufarbeitung, weil sie dem Aufbrechen der Hilfskontruktion nicht zustimmen. Andere suchen frühzeitig nach Auswegen. Wiederum welche »agieren« ihr Wesen einfach aus, egal, was sie dabei in ihrer Umwelt damit bewirken.

Dann gibt es welche, die erst einen Weg finden, wenn es der Zufall so will. Womöglich gehört auch ein bisschen Glück dazu, aus diesem Schlamassel herauszukommen. Die betroffenen Menschen müssen ihrer Umwelt signalisieren, dass sie einen Bedarf nach Unterstützung haben, diese Unpässlichkeiten zu überwinden. Und vielleicht ergibt sich dann eine Anregung.


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Nicht wählerisch

(ome), ein neuer Schreiber auf der Plattform »achgut.com«. – Dann das Foto, der komplette Name, Oswald Metzger.

Etwa der Oswald Metzger, der durch Parteienhopping und recht eigene Ansichten zum Bedingungslosen Grundeinkommen und Hartz4-Empfänger aufgefallen war.

Wären alle Profile der Autoren nebeneinandergelegt, dann ergäbe sich auch ein Bild. 😥


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Arbeit, Wirtschaft, Geld – in Bezug zum bGE

Rudolf Isler hat auf einer Internetseite seine Sicht auf die Gesellschaft im Sinne der Dreigliederung aufgezeichnet und besonders der Blick auf das Geld ist bemerkenswert, zumal er einen Vergleich mit anderen Sichtweisen versucht, zum Beispiel mit dem »Vollgeld«.

Soziale Dreigliederung konkret

Kaufgeld, Leihgeld und Schenkgeld sind Aufteilungen des Geldes, so wie wir es denken können und es von Rudolf Steiner im »Nationalökonomischen Kurs« beschrieben wird. Wenn wir das Geld in den verschiedenen Verwendungen denken, erscheint es in seiner Sinnhaftigkeit und seinem Nutzen und was besonders wichtig ist, wie es in Anwendung kommen muss, damit es für den Menschen am besten zu gebrauchen ist.

Beim Kaufgeld ist die starke Verknüpfung zur Grundeinkommens-Idee sichtbar. Denn wenn wir von einem existenzsichernden Grundeinkommen sprechen, meinen wir genau dieses Geld.

Isler schreibt:

Das Kaufgeld als Zahlungsmittel und Liquidität ist eine Sache der Wirtschaft.

Und zum Vollgeld:

Die Vollgeld-Initianten haben erkannt, dass die fehlende Trennung von Zahlungsmittel-Geld und Kredit-Geld (Kapital) eine wichtige Ursache für die Krankheit unserer Finanzwirtschaft ist.

Weiter:

Kredit-Geld ist etwas ganz anderes als Zahlungsmittel-Geld. Kreditgeld entsteht nur, wenn Zahlungsmittel-Geld angehäuft wird. Man geht aber in der Vollgeld-Theorie nicht so weit, die Unterscheidung dieser Geldarten auch in der Geldschöpfung zu beachten. Man würde sonst darauf kommen, dass Geld seinem Wesen nach nur im Kauf entstehen kann. Die Menge dieses Zahlungsmittel-Geldes regelt sich dann in der Wirtschaft selbst, und eine Steuerung durch eine Geldpolitik von außen ist nicht nötig. Anders ist es beim Kreditgeld.

Was er hier anspricht hat große Bedeutung für die Grundeinkommens-Diskussion. Geld »entsteht« nur gleichzeitig mit dem Entstehen von Produkten und Dienstleistungen! Die Wertschöpfungsschwankungen in einer Gesellschaft würden entsprechenden Schwankungen auch in der Geldmenge gleichkommen. Wie wäre das vorzustellen: in einem anderen Beitrag hatte ich über die praktische Umsetzung der Grundeinkommens-Idee geschrieben und als Beispiel genannt, alle Personen bekommen eine Art »Bitcoin« auf ein Konto und mit dieser »Währung« werden alle Waren »bezahlt«, die von dem Grundeinkommen erfasst sind. Das Geld wird jeden Monat neu auf das bGE-Konto gebucht, »Restgeld« vom vergangenen Monat wird »gelöscht«.

Dieses »Kaufgeld« muss immer so hoch sein, dass es den Zugriff auf die notwendigen Güter und Dienstleistungen ermöglicht. Die Geldmenge ist äquivalent zur Menge der Wertschöpfung. Sie wächst oder sinkt mit der Menge der zur Verfügung stehenden Güter. – Insofern »steuert« die Wirtschaft die Geldmenge durch die Bereitstellung der Waren. – Denn wie wäre es, wenn wir Waren hätten, aber kein Geld um sie uns zu nehmen. So ist es heute in dem Parteienstaat in Deutschland. Und umgekehrt, wie wäre es, es gäbe viel »Geld« und es wären keine Waren vorhanden. So war es in dem sozialistischen Staat »Deutschland«.
Die Überlegung von Isler war auch, ist die Vollgeld-Initiative auf dem richtigen Weg. Er meint, dass die »Geldschöpfung« Sache der Wirtschaft sei, was ich mir praktisch nicht so recht vorstellen kann. Die Vollgeld-Initiative (in Deutschland) will die Steuerung der Geldmenge einer vierten Instanz im Staate übertragen, der Monetative. Sie würde über die Geldschöpfung und über die Vergabe von »Leihgeld« an die Banken die Geldmenge beeinflussen. – Isler will, dass das allein die Wirtschaft macht. Aber wie macht sie es, wenn sie weder Scheine und Münzen herstellen, noch Gelder auf Konten buchen könnte?

Wie auch immer, seine Idee, dass die Geldmenge eigentlich über die Produktivität festgelegt wird, hat schon etwas. – Er schreibt:

…, dass die Produktivität der Wirtschaft die einzige wahre Grundlage des Geldes ist.

Also, selbst wenn die Monetative in einem Vollgeldsystem über die Geldmenge wacht, müsste sie sich an der Produktivität der Wirtschaft orientieren.

Die Kaufgeldmenge entsteht »von selbst« durch wirtschaftliche Tätigkeit. Kreditgeld ist »gespartes Kaufgeld«. Nicht verwendetes Kreditgeld wird »verschenkt«.

Die Grundlage des Geldes ist die Produktionsfähigkeit eines Landes.

Zum Grundeinkommen steht er eher skeptisch. – Dabei entsteht aber eine Gesellschaft, bei der der Einzelne eine sehr starke Bindung an die Wirtschaft entwickelt, denn von dieser ist er ganz und gar abhängig. Nun könnte argumentiert werden, das ist doch so. – Aber in der Gesellschaftsgestaltung, wie sie hier Isler vornimmt, entsteht eine »übertriebene« Abhängigkeit von der Wirtschaft.

Bei der Diskussion um »Einkommen« kommt Isler zu anderen Ergebnissen, als wenn wir von einer Grundeinkommens-Gesellschaft ausgehen. So schreibt er: »Es geht nicht um einen Minimalbedarf, wie er für Betreibungen oder für die Sozialhilfe berechnet wird, sondern um ein Einkommen, das eine sparsame, aber gute Lebensführung erlaubt.«

Was aber unterscheidet die »sparsame, aber gute Lebensführung« von einem Grundeinkommen beziehungsweise »Minimalbedarf«?

»Der Bedarf soll der Wirtschaft Richtung und Impuls geben. Er darf nicht von der Wirtschaft hervorgerufen werden, sondern er kommt aus dem Kulturzustand der Menschen und ist für die Wirtschaft etwas Gegebenes.«

Dies ist die »notwendige Produktion«, wie ich sie nenne. Es müssen die Güter und Dienstleistungen hervorgebracht werden, für die die Menschen einen Bedarf haben und nicht, dass sich die Wirtschaft etwas ausdenkt und über Werbung in den Markt drücken will. – Deswegen ist Werbung zu einem großen Teil »Ressourcenverschwendung«.

Einen weiteren Aspekt, den ich für sehr wichtig halte und den Isler zur Sprache bringt, ist die Trennung von »Produktion« und »Verbrauch«. Isler sagt, dass der Bereich der Produktion ein eigenständiges Gebiet ist und seinen Abschluss findet, mit der Fertigstellung der Ware.

Die Verteilung der Ware ist ein neuer Abschnitt! – Was heißt das. – Eine Person backt einen Kuchen, besorgt die Zutaten, organisiert alles. Sie hätte vielleicht an mancher Stelle noch eine Unterstützung gebrauchen können, aber dann hat sie alles alleine geschafft. – Nun steht er da. – Sie unternimmt nun andere Dinge und sagt ihrer Tochter, diese könne die Hälfte des Kuchens mitnehmen. Diese wiederum verschenkt zwei Stücke an einen Freund. – Während ihre Mutter den restlichen Kuchen in ihrem kleinen Café verkauft.

Oder um es anders zu sagen, »die Produktionsumstände geben keine Auskunft darüber, wie die Verteilung der Waren vonstatten gehen soll«. Die Verteilung der Ware ist ein eigenständiger Bereich, der nach eigenen Gesetzmäßigkeiten und Regeln vonstatten geht.

Isler:

»Die Trennung von Arbeitsleistung und Einkommen ist eine Aufgabe der Wirtschaft. In ihr sind Arbeit und Einkommen insofern getrennt, als beide einseitig gerichtete Akte sind und den Charakter von Leistungen ohne Gegenleistung haben.«

Dies ist eine Antwort auf die oftmals von Grundeinkommens-Gegnern geäußerte Sicht, der Arbeitslose arbeite doch nichts und die Berufstätigen müssten diese Menschen miternähren. – Isler meint dazu, dass die Arbeit organisiert und erbracht wird, weil in der Arbeit selbst ein Sinn gesehen wird und der Arbeitnehmer weiß, über die Teilnahme an der Wirtschaft hat der Bürger seine Versorgung (und sein Einkommen). – Von diesem Bereich getrennt ist aber die Aufgabe, sich »um alle Menschen in der Gemeinschaft« zu kümmern und diese mit den lebensnotwendigen Gütern zu versorgen. Dazu gehöre es auch, die Menschen mit Waren auszustatten, die selbst nicht mehr (Alte) oder noch nicht (Kinder) an der Produktion teilnehmen können, oder »arbeitslos« sind. Er geht hier von einer moralischen Verpflichtung aus, diese Menschen der Gemeinschaft teilhaben zu lassen.

Was er in seiner Betrachtung [1] allerdings überhaupt nicht anspricht, ist die Veränderung der Wirtschaft durch Rationalisieren, Automatisieren, Computerisieren und Algorithmisieren. Er sagt zwar, durch Arbeitsteilung ist es so gut wie unmöglich, dass der Beitrag des Einzelnen bei der Herstellung eines Produktes genau zu beziffern sei, er will aber trotzdem den Menschen weiterhin in konkreter Abhängigkeit gegenüber der Wirtschaft sehen und daraus dessen »Einkommen« ableiten.

Warum aber, sollen wir uns nicht weitestgehend »unabhängig« von der Wirtschaft denken, durchaus wissend, dass wir nur existieren können, wenn diese ihre Arbeit macht?

Heute müssen wir davon ausgehen, dass das Soziale, die Sorge für das Gemeinwohl zur Wirtschaft gehört. Statt diese Sorge an den Staat abzuschieben, müssen wir lernen, das Soziale als wirtschaftende Menschen selbst zu tun. Wenn dafür auch ein langer Prozess nötig sein wird, so ist es doch der einzige Weg, der in eine menschliche Zukunft führt.

Isler orientiert sich an der Dreigliederung Rudolf Steiner insofern, als er sagt, die von Steiner angesprochenen »Assoziationen« (lose Zusammenschlüsse branchenübergreifender Unternehmen, aber auch Verbraucher) hätten die Aufgabe, über die Produktion hinaus, sich um die Mitarbeiter zu kümmern und dafür zu sorgen, dass diese im Einzugsgebiet der Gemeinschaft einer Beschäftigung nachgehen können. – Also wenn ein Unternehmen nicht mehr so viele Mitarbeiter braucht, sollten die anderen Unternehmen schauen, ob sie die »freigestellten« Arbeitnehmer vielleicht in ihren Betrieben aufnehmen können.

Die Arbeitsvermittlung sollte zu den Aufgaben der Assoziationen gehören.

Damit würde die Leitlinie, an der sich Isler orientieren will, nämlich das die Wirtschaft sich um die Arbeitslosen kümmert, erfüllt und der Zusammenhang zwischen »Einkommen« und Mitwirkung im wirtschaftlichen Geschehen bleibt gewahrt. – Was Isler scheinbar an der Grundeinkommens-Idee stört, ist, dass die Bürger von ihrer Einbindung in die Wirtschaft abgekoppelt agieren würden und dennoch Zugriff hätten auf die Wirtschaftsleistungen der Gemeinschaft. – Wenn man so will, ist diese Sichtweise eigentlich gar nicht so weit weg von derjenigen der deutschen Hartz4-Befürworter und der etablierten deutschen Parteien. – Zwar spricht auch Isler von der »Freiheit« der Bürger in einem Staat, aber so weit geht das bei ihm dann doch nicht, dass er die Kopplung von Arbeit und Einkommen in Form von »Wirtschaft und Einkommen« aufgeben will.

Die Arbeitskraft ist eine Eigenschaft des Menschen, ein Teil seines Wesens. Wenn ein Mensch feststellt, dass andere über seine Arbeitskraft verfügen und ihn zwingen können, etwas zu tun, was er gar nicht will, zum Beispiel Waffen oder Gift herzustellen, dann fühlt er sich in seinem Recht verletzt.

Somit lehnt Isler Zwangsarbeit ab. – Wie aber soll die Bindung der Menschen an die Wirtschaft erreicht werden, wenn sie nicht erzwungen wird?

Das Recht und die Pflicht zur Arbeit sind nicht in den Gesetzen aufgeschrieben; das muss auch nicht sein. Wenn wir aber unser Rechtsgefühl beachten, werden wir uns doch danach richten, und zwar im wirtschaftlichen Verhalten. Wir dürfen den Faulpelz und Schmarotzer nicht zu einer Arbeit zwingen, sondern er sollte sie freiwillig tun.

Aus eigenem Antrieb sollen die Menschen erkennen, dass sie ihren Beitrag in der Gemeinschaft zu leisten haben (Pflicht!).

In dem Abschnitt über den Arbeitsmarkt verzichtet Isler auf einen zentralen Aspekt einzugehen, der sich insbesondere bei der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens ändern würde: Die Position und Stärke der Marktteilnehmer. – Er schreibt nur darüber, dass Einkommen unangemessen entlohnt werden oder gar nicht am »Markt« Berücksichtigung finden (ehrenamtliche Tätigkeit). Dass der Arbeitnehmer durch ein bGE aber ein völlig anderes Verhältnis zu Projektleitern (Arbeitgebern) hätte, spricht er nicht an. Wahrscheinlich würde die Rollenveränderung nicht in sein Konzept der Abhängigkeit des Menschen von der Wirtschaft in Bezug auf den Bedarf passen. – Denn tatsächlich würde der Mensch um ein Vielfaches unabhängiger von der Wirtschaft durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE), als er es wäre mit einer so gedachten Umsetzung der Dreigliederung, wie sie Isler hier vorstellt.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob Isler hier Rudolf Steiner richtig interpretiert. Denn mehr als Interpretation ist es eh nicht. – Bis jetzt habe ich in den Schriften Steiners keine Anhaltspunkte gegen das Grundeinkommen gefunden. Im Gegenteil.

Zwar koppelt Isler weiterhin »Wirtschaft und Einkommen«, entkoppelt sehen will er aber »Arbeitsleistung und Einkommen«:

Die Arbeitsteilung, durch welche die moderne Wirtschaft immer leistungsfähiger wird, ist nicht zu denken ohne Zusammenarbeit. Einer allein, ob er nun Manager, Konstrukteur oder Handlanger ist, bringt hier nichts zustande. Dadurch sind beim einzelnen Mitarbeiter die Arbeitsleistung und das Einkommen nicht mehr direkt aneinander gekoppelt.

Was ist der Unterschied? – In der Grundeinkommens-Diskussion sprechen wir von »Trennung von Arbeit und Einkommen« und meinen damit, dass alle Menschen berechtigt sind, die lebensnotwendigen Güter zu erhalten, auch dann, wenn sie nicht am Arbeitsleben teilnehmen. – Isler meint etwas anderes. Der typische »Leistungslohn« ist kaum noch umzusetzen, weil eine genaue Bezifferung der Leistung des Einzelnen nicht möglich ist. Ist aber die genaue Bezifferung der Leistung nicht möglich, können daraus keine »Kosten« des Unternehmens abgeleitet werden. Stattdessen müsse der Mitarbeiter aus dem Gewinn einen Anteil bekommen, der von allen Mitarbeitern in gemeinsamer Beratung bestimmt wird.

Die Einkommen müssen nicht gleich sein, sondern gerecht. Unterschiede müssen einsehbare Gründe haben, z.B. die Berufserfahrung oder die Verantwortung. ………….
Es handelt sich aber immer um die Verteilung des Gesamtertrags, nicht um eine Bezahlung der Leistung des Einzelnen.

Eigentlich sind die Unterschiede zu einer Grundeinkommens-Gesellschaft gar nicht so groß. Islers Sorge ist scheinbar, die Menschen könnten »vergessen«, dass die Wirtschaft für ihre Existenz sorgt. Aber wäre das realistisch? – Eine Grundeinkommens-Gesellschaft würde weiterhin einen Arbeitsmarkt haben, mit einer verbesserten Position der Arbeitssuchenden. Gleichzeitig wären die Menschen in sicheren Lebensumständen und würden durch einen Job »mehr Geld« als nur das Grundeinkommen haben. – Sind das nicht ideale Umstände?

Das Zutrauen in den Menschen mag bei Rudolf Isler dann doch nicht so groß zu sein, sonst bräuchte er nicht den Pflichtbegriff in seinen Ausführungen verwenden.

Bei so genannter Teilzeitarbeit wird die Arbeitszeit des einzelnen Mitarbeiters proportional berücksichtigt. Wenn z.B. jemand auf Grund freier Vereinbarung nur 50 Prozent der normalen Arbeitszeit mitarbeitet, hat er auch nur Anspruch auf 50 Prozent seines Bedarfs und des Bedarfs seiner Angehörigen.

Das macht doch keinen Sinn, wenn der Mensch nicht von dem Geld seinen »ganzen Bedarf« decken kann. Ein »leistungsloses«, bedingungsloses Grundeinkommen sieht Isler ja nicht vor. – Dabei wird deutlich, wie wenig geeignet dieses Arrangement ist, von dem Isler überzeugt zu sein scheint: Was nützen in einzelnen Betrieben abgesprochene Bedarfe, wenn die Personen ein individuelles Zeitmanagement betreiben wollen, gemäß ihrer Lebensplanung, und bei »Teilzeitarbeit« wäre dann auf einmal der »Bedarf« nicht gedeckt. – Islers Bedarfsbegriff ist ungeeignet oder eher als bloße Ergänzung zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen sinnvoll. – Die Diskussion über den Bedarf des Einzelnen Mitarbeiters verläuft anders, wenn der Teilnehmer eines Projekts nicht in vollem Umfang von »seiner« Firma abhängig ist, als wenn dies der Fall wäre. – Aber genau diese Abhängigkeit will Isler mit seinem Konzept (das er der Dreigliederung zuordnet) erhalten.

Alles in allem sind eine Menge Impulse und wertvolle Informationen in den Textbeiträgen von Rudolf Isler enthalten. – Eine Diskussion über die bei ihm angesprochenen Sachverhalte wird notwendigerweise weitergehen.

[1]
Die Internetseite ist eine Zusammenfassung seines Buches »Rudolf Isler: Nachhaltigkeit, Wege aus der Krise durch freie Initiativen.«


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Anthroposophie und Institutionalisierung

Wenn von »Anthroposophie« gesprochen wird, ist nicht selten damit die konkrete, praktische Umsetzung der Ideenwelt Rudolf Steiners gemeint, wohingegen das Studium der Schriften des Autors wieder ein anderer Bereich ist. – Aber natürlich können Vertreter der Institutionen auch Quellenstudium betreiben und ihre eigenen Interpretationen kommen dann als »Anthroposophie« zum Tragen.

Die Schwierigkeit dabei ist, dass der Institutionsvertreter, der Angehörige einer anthroposophischen Institution ganz anders in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, als jemand, der ebenfalls die Schriften von Rudolf Steiner studiert, aber keiner dieser Institutionen angehört.

Durch die Zugehörigkeit zu einer anthroposophischen Institution wird ohne weiteres Zutun, den Positionen des Organisationsvertreters ein »Bonus« eingeräumt. »Das muss doch stimmen, was der Herr da sagt. – Der ist seit so vielen Jahren in der xxx-Vertretung engagiert«.

Und den endgültigen Segen haben solche Interpretationen dann, wenn die Protagonisten auch noch von einer (ökologisch-orientierten) Bank finanziert werden. – Dann sind doch die Äußerungen über jeden Zweifel erhaben. …..

So jedenfalls könnte die Meinung sein.

Wer jedoch unbefangen in die anthroposophische Landschaft schaut, wird feststellen, dass nur ein »Mischbiotop« der anthroposophischen Idee einen guten Nährboden liefert und so ist es gerade die Vielfalt der Äußerungen rund um die Anthroposophie, die die Fortentwicklung der Menschenkunde Rudolf Steiners und das Weltverständnis vorantreibt.


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Tendenzen

Die letzten Wochen waren eine Phase der Ernüchterung. – Viele hatten ihr »Coming-out«. – Personen, die schon lange mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE) beschäftigt sind, steigen groß ein, in die Weltpolitik, wissen ganz genau, wer schuld ist, woran es liegt, wenn der Krieg ausbricht. Friedensaktivisten sind zur Stelle, wenn der Konflikt bereits offen liegt, und fordern dazu auf, nicht gegeneinander zu kämpfen. Schuld ist nötigenfalls immer »der Westen«. – Also wir. – So titelt die Zeitschrift Das Goetheanum auf seiner neuen Ausgabe: »Europas Kriege wüten nicht in Europa«. – Europa und natürlich die USA sind schuld. Die Mächtigen in diesen Ländern, aber auch wir, also »du«, weil »du« es nicht verhinderst. So zumindest die Ideologie, die sich in vielen Fällen herauskristallisiert. – Als »Schmankerl«, quasi obendrauf, dann noch das viele Verständnis, wenn nicht gar Zustimmung für »den Herrn« da drüben im Osten, der doch nicht anders kann, als so zu handeln, wie er es jetzt macht, weil wir ihm »keine andere Wahl« lassen. – Das ist die Logik, die immer wieder in den Kommentaren und Artikeln herauszulesen ist, die in den letzten 2, 3 Monaten im Internet so im Umlauf waren.


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Der Bioladen und seine Mitarbeiter.

»Alles Bio oder was«.

Mittags um 13 Uhr im Bioladen, der es sich erlaubt, neben dem Regalverkauf und Frischware, auch noch eine Imbissecke zu haben, für den kleinen Snack, das Süppchen etc.

Der Kunde sitzt mit seinem offenen Essen, will sich einen Moment ausruhen, die Mittagspause genießen und es kommt der Reinigungsmann mit der Putzmaschine durch den Gang gefahren. Ein unangenehmer Lärm, es stinkt nach scharfem Reinigungsmittel und er kommt 2 mal langsam vorbeigefahren, lächelt freundlich. Auch die Mitarbeiterinnen scheinen guter Dinge. Alle lächeln fröhlich, als ob die Welt in Ordnung sei.

Ich habe noch nie erlebt, dass in einem Café, während die Kundschaft da sitzt, jemand mit einer Reinigungsmaschine durch die Gänge gefahren ist. – Aber in einem Bioladen, mit den netten Mitarbeiterinnen ist es jetzt geschehen.

Ich weiß nicht, wie krass die Leute drauf sind, dass sie nicht wissen, nicht merken, so etwas geht nicht. – Ein absolutes No-go.

Welchen Kostengründen ist das jetzt wieder geschuldet. 🙄


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Auf Abwegen

Es ist zum Haare raufen. – Da ist die Internetseite mit tollen Überlegungen zu einem wichtigen Sachverhalt, mit guten Vorschlägen zur Lösung, und ein paar Monate später ist diese Seite vollgepackt mit abstrusen Vorstellungen über Krieg und Frieden. – Schrecklich.

Wie sollen wir uns da noch die Hand reichen können, bei solchem Unfug, der dann da steht. Aber sei es drum. Es bleibt einzig eines übrig: Sich Thema für Thema vorarbeiten und nur und ausschließlich sich zu einem Thema zusammentun und verbünden. – Die übel Handelnden sind es, die ihre Mitmenschen dazu nötigen wollen, schlechte Entscheidungen, Wertungen und Meinungen mitzutragen. Sie wollen die Bürger in ihre Bahnen zwingen, um dann auch gleich das angeblich »Gemeinsame« zu zerstören.

Es ist die große Aufgabe, sich nicht nur für die Interessen der Allgemeinheit einzusetzen, sondern auch gleichzeitig sich abzugrenzen von Vereinnahmungsversuchen durch eine Wirklichkeit, die keine Zukunft hat.


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Anthroposophie

Ben Cherry sagt in dem Steiner-Film »The Challenge of Rudolf Steiner«, dass in der Anthroposophie Feststellungen, Aussagen enthalten sind, die in den verschiedensten Kulturen als »bereits bekannt« zur Kenntnis genommen werden. Das Wissen darüber gab es bereits in diesen Kulturen »vor langer Zeit«, aber es ging aus den verschiedensten Gründen teilweise verloren.

Die Erkenntnis heute, mittels der Anthroposophie, ist die, dass in allen Kulturen Erfahrungen und Wissen vorhanden war, welches auch Steiner in seinen Arbeiten anspricht, und das wir das Wesen des Menschen und der Menschheit wahrnehmen, die universellen Aspekte unserer Existenz sehen und feststellen, wir sind längst dabei eine neue Kultur, eine Weltkultur zu schaffen.

rudolfsteinerfilm.squarespace.com


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Propaganda, Beschäftigung, gemeinsam auftreten.

Wer Propaganda betreibt, gibt sich als Einzelperson auf und stellt sich in den Dienst einer höheren Einheit, Religion, Ideologie oder Macht, für die er eintritt und im Stakkatorhythmus die Weisheiten dieser Einheit repetiert. Warum? – Um dieser Einheit zu dienen.

Sich mit einem Thema beschäftigen, heißt »am Ball bleiben« über lange Zeit. – Bei jedem mag es andere Gründe geben. Das Grundeinkommen zum Beispiel ist eigentlich ein Thema, dass immer wieder Anlass bietet, sich mit weiteren Themen zu beschäftigen. Zum Beispiel mit dem Geldsystem, der Wirtschaft, der Seele, dem Geist, der Bildung, der Kultur, dem Sozialen und so weiter.

Dabei entdecken wir, dass die anderen Menschen sich zwar auch das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) als Basis nehmen, aber ganz andere Wege daraus ableiten, auf denen sie dann wandeln und zu ganz anderen Ergebnissen ihrer Überlegungen kommen, als wir. – Dennoch sind Überschneidungen zu sehen und daraus sind Gemeinsamkeiten möglich. – Ansonsten bleibt das Grundeinkommen ein Stichwort, mit dem jeder so verfährt wie er will, und wir anderen müssen das erkennen, was derjenige daraus macht und ob es sich für uns lohnt, sich auf diese Auseinandersetzung einzulassen.

Aber im Grunde führt die Beschäftigung mit dem bGE dazu, dass jeder der das tut, selbst zum »Politiker« wird, also sich berufen fühlt über »alle« Themen dieser Welt zu urteilen, eine Meinung zu haben und daraus abgeleitet Entscheidungen zu treffen. Das bGE-Thema ist somit eine Schule für jeden, der Politiker werden will (im übertragenen Sinne), der sich kompetent machen möchte, im Umgang mit den Themen seiner Lebenswelt.

Und hier finden wir (leider) dann auf einmal viel mehr Unterschiede in der Weltbetrachtung, als es anfangs (nur beim Grundeinkommen) vielleicht aussah. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass Menschen die sich sehr dezidiert zu Fragen rund um das bGE fundiert, sachlich und zielführend äußern, zu anderen Themen der Welt eher fragwürdig sich äußern und es stellen sich Irritationen ein.

Ist es dann noch möglich, gemeinsam Seit‘ an Seit‘ für das bGE anzutreten, wenn wir für andere Bereiche ganz konträre Vorstellungen entwickeln? Wer »Friedensaktivist« ist, wird nicht mit jemandem der »Ordnungspolitik« befürwortet zusammenarbeiten, wer die »Blut-und-Boden« Ideologie manchen Menschen dieser Erde zugesteht, wird wenig Verständnis dafür aufbringen, dass überall die Menschenrechte gelten sollen oder archaische Rechte zurückgestellt werden könnten. – Die Welt verkompliziert sich somit.

Was folgt daraus? Es können nur für jedes Einzelthema konkrete gemeinsame Aktionen angegangen werden. Für eine Demonstration bezüglich eines bestimmten Themas können sich Menschen zusammenschließen, und dann für Veränderungen eintreten.

Aber überall wo sich Menschen versuchen für ein Thema gemeinsam zu formieren, tauchen andere auf, die andere Themen in den gemeinsamen Auftritt »hineinschmieren« wollen. Dies passiert sowohl offline als auch online. Offline passiert es bei Demonstrationen, bei denen plötzlich Leute auftauchen, die Plakate mitführen, auf denen in einer Propagandaweise, in ideologischer Form weitere Themen eingebracht werden, die nichts mit dem gemeinsamen, ursprünglichen Anliegen zu tun haben.

Das ist ein großes Problem, hier findet im Grunde ein Kampf statt. Sollen weitere Meinungsäußerungen in Zusammenhängen, die sich einem Thema widmen wollen, unterdrückt werden? Klassischerweise sind es »linke« oder »rechte« Störer, die sich mit ihren Äußerungen mit Gewalt ebenfalls in eine »Demonstration der Gemeinsamkeit für ein Thema« hineindrücken wollen.

Dasselbe passiert aber auch laufend in Foren oder heute verstärkt in »Sozialen Netzwerken«, in dem (bei Google+ zum Beispiel) Communities missbraucht werden, in dem sie als Propagandaplattformen für ganz andere Themen fungieren, als diese eigentlich eingerichtet wurden. – Zum Beispiel um Werbung für Dinge zu verbreiten, die die Leute in diesen Communities gar nicht erwarten oder wollen.

Die Öffentlichkeit, in der sich Gruppen formieren können, wird zu einem Kampfplatz, indem Gruppen infiltriert werden, von Leuten, die ganz andere Absichten haben, als diese Gruppen nach außen in der Öffentlichkeit behaupten (zu solchen »Gruppen« zählen natürlich Organisationen ganz allgemein: Parteien, Verbände, Bürgerinitiativen, Selbsthilfegruppen, religiöse Gruppen, etc.).

Wie also lassen sich Aktionen zu einem Thema überhaupt umsetzen, ohne dass es zu solchen eben beschriebenen Beeinträchtigungen kommt? Indem reine Sachgespräche anberaumt werden. In dem ausschließlich inhaltlich gearbeitet wird, und andere Menschen aufgefordert werden, dies ebenfalls zu tun. – Letzten Endes müssen diese Arbeiten aber auch in die Öffentlichkeit finden, es muss deutlich werden, wenn viele Menschen sich bei einem Thema gemeinsam in eine Richtung äußern. – Hier wird sich noch zeigen müssen, welche Wege die richtigen sind.


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Demonstration abgesagt. – Aber warum.

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Als ich die Demonstration am 8. Mai ins Leben rief, habe ich einige Probleme nicht bedacht, darunter das, dass ich im Grunde die völlig falsche Person hierfür bin.

Inge Hannemann macht dabei den Eindruck, als würde sie sich am liebsten in ein Schneckenhäuschen zurückziehen. Dabei war ihre Idee absolut richtig: In die Öffentlichkeit gehen und dort den Protest gegen die herrschenden Gesetze organisieren. Denn diese sind Unrecht und Menschenrechtsverletzungen.

In Hamburg kommt es jedes Jahr bei Demonstrationen zu Gewalt. Kommt da jemand auf die Idee, aus diesem Grund im darauf folgenden Jahr auf Aktionen zu verzichten?

Außerdem ist es schon seltsam, im »vorauseilenden Gehorsam« auf etwas zu verzichten, was gar nicht so ablaufen muss, wie befürchtet. Warum muss es bei einer Demonstration gegen die Hartz4-Sanktionen zu Gewalt kommen? Oder ist das nicht eher eine Propaganda derjenigen, die solche Demonstration zu verhindern versuchen. Und sind es womöglich diejenigen dann auch, die Gewalt provozieren würden, wenn solche Demonstrationen doch stattfinden.

Wer aber hat daran ein Interesse, das es keine Demonstrationen gegen Hartz4 gibt.

Mit dem Argument, es könnten Nazis oder gewaltbereite Linke bei einer Demo auftauchen, kann somit jede Aktion verhindert, torpediert und jeglicher Bürgerprotest ausgebremst werden.

Kann das sein?

Stattdessen werden eingefahrene Wege genutzt, wie zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den »LINKEN«.

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Die Parteien aber sind das Problem und nicht die Lösung.


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Juden, Antisemitismus, Israel

Heute etwas Fiktionales: Brief an einen geliebten Menschen

Markus Vahlefeld versucht sich an einer Erklärung, wieso es immer wieder zu antisemitischen Verhaltensweisen, Äußerungen, Protesten etc. kommt.

Dabei vergleicht er die Menschen, die sich dazu hinreißen lassen, mit Alkoholikern, denen es schwerfällt »trocken« zu bleiben. Bei der Frage, warum es überhaupt Antisemitismus gibt, ist er auch eher ratlos.

In uns allen schlummert ein Unbehagen am Jüdischen, das sich in Intervallen Bahn bricht.

Natürlich nur ganz unbestimmt und niemals konkret.

Die Matrix dahinter ist das Unbehagen am Jüdischen, ……

Vahlefelds Absichten sind ohne Zweifel ehrenwert und zu unterstützen. Es ist aber doch schon interessant, die Ratlosigkeit, das Unvermögen, die Dinge und Sachverhalte zu konkretisieren.

Was wäre noch zu sagen, das der Autor nicht im Text hatte.

Menschenrechte. – Menschenrechte sind Individualrechte. Aber was gilt, wenn sich Menschen ausdrücklich als »Gruppe« definieren. Dann gelten erst einmal die Menschenrechte für den Einzelnen. Und dort, wo Gruppenrechte reklamiert werden, müssen wir uns fragen, ob wir dafür Toleranz aufbringen können. – Dann, was wir über andere Menschen denken, muss deren Würde berücksichtigen. Weil wir andere Menschen verurteilen, aus Gründen der eigenen Maßstäbe und Weltbilder, berechtigt uns dies dennoch nicht, barbarisch zu handeln, Unmensch zu sein. – Aber das waren die Nazis. – Und außerdem beschäftigt sich der Autor nicht mit Israel in seiner Entstehung. – Aber das sollte passieren, denn es ist immer wieder Ausgangspunkt neuer Kriege, gegenseitiger Angriffe und verletzender Handlungen. – Wir müssen als Einzelmenschen ein Urteil darüber fällen, ob wir Verständnis dafür haben, dass die Juden in dieser Gegend, »Naher Osten« leben wollen. Haben sie eine Jahrtausende alte Beziehung zu dieser Gegend? – Und die Weltgemeinschaft muss ebenfalls sich die gleiche Frage stellen und in der Öffentlichkeit Position beziehen. Sollen die Juden dort, im Nahen Osten leben dürfen. Wollen wir als Weltgemeinschaft dies ermöglichen?


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Zusammen sein

Zusammensein muss freiwillig sein. – Ist es das nicht, dann steht noch etwas aus. – Und es muss nachgeholt werden, in nächster Zeit. – In einigen Jahren. – Jahrzehnten. – Jahrhunderten. …… oder gar nicht.


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Kopfsteine

Was waren noch einmal die Vorteile des Kopfsteinpflasters auf den Straßen im Jahre 2014? ……

Ich höre. …..

Aha. Gar keine. – Richtig. Es gibt überhaupt keine Vorteile bei der Benutzung von Straßen, wenn diese mit Kopfsteinen gepflastert sind. Und warum pflastern die Stadtverwaltungen, Gemeinden noch heute mit diesem Material? Weil es »früher« so üblich war und heute die Straßen für die Touristen so aussehen sollen, wie sie früher einmal ausgesehen haben.

Allen Stadtentwicklungsmitarbeitern sollte zweimal im Jahr ein Kopfstein verliehen werden, quasi als »steinerne Himbeere« für ihr Wirken.


Besonders krass anzuschauen und einem Schildbürgerstreich ähnelnd ist dies: Da die Straße mit Kopfsteinen gepflastert wurde und der Bürgersteig mit einigermaßen glatten Steinen, versuchen die Radler jetzt nur noch auf dem Bürgersteig zu fahren. – Dort bedrängen sie die Fußgänger, die daraufhin immer öfter auf die Straße »fliehen«.

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Nähe

In Freiheit? – Wie kann ein Mensch, der zwangsverheiratet wird, wissen, was Nähe ist. – Nähe muss doch die Möglichkeit beinhalten, gefahrlos und ohne Nachteil, auf Distanz gehen zu können. Wie sonst soll jemand »wissen«, was es ist, wenn es nicht erlaubt wäre, das Gegenteil zu erfahren. – Oder hat sich derjenige »verkauft«, der sich überhaupt auf Nähe einlässt? Und ein Wiederentwinden aus der Nähe ist »ohne Nachteil und Gefahr« gar nicht möglich. – Wenn wir Gefühle »investieren«, in Beziehungen, müssen wir diese wieder zurücknehmen, wenn Distanz kommt. – Gefühlsökonomie.


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Distanz

Wer die Nähe des anderen nicht will, fühlt das zumeist. Dann ist es egal, ob der andere zuerst da war oder später gekommen ist. Ein Zusammensein, zusammenleben ist nicht möglich, nicht gewünscht, wird abgelehnt. – Wäre die Erde eine kleine Kammer, müssten die Menschen versuchen miteinander auszukommen, Regeln finden, um ein erträgliches Leben miteinander zu schaffen. Wenn aber genügend Platz ist, brauchen wir uns nicht gegenseitig auf die Pelle zu rücken.

Kinder können mit allen anderen Kindern gemeinsam sein, mit ihnen die Welt entdecken, sich freuen, staunen, alles leben. Wenn sie »fremdeln« ist das meist ein Ergebnis des näheren Seins mit Erwachsenen oder Ausdruck von Erfahrungen.

Erwachsenen vorzuschreiben, wer mit wem zu leben hat oder auch nicht, versuchen Herrscher, Regierungen, versucht eine Mehrheit durchzusetzen und wenn diese grandios scheitern, versuchen umgekehrt einige wenige den Vielen einzureden, was richtig ist. – Beides hilft nicht weiter. Insbesondere dann, wenn es frühzeitig »spürbar« und deutlich erkennbar wird. Und das ist auch nicht zu reparieren über die Zeit. Vielmehr wird das Nichtzusammenpassen verleugnet, unter den Teppich gekehrt und nach Jahren, Jahrzehnten oder noch später bricht es Bahn und alles Beschwichtigen war umsonst.


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Abstand

Jüdische Allgemeine–Patrioten ohne Grenzen

Und dass es darum geht, eine Welt zu schaffen, in der immer weniger Patriotismus und immer mehr Menschenliebe herrscht? Dass wir also nicht Europa gegen andere abschirmen sollen, sondern gemeinsam eine Welt schaffen, in der wir mit Respekt mit- oder nebeneinander wohnen – ohne Grenzen, die uns trennen?

Jetzt nur rein theoretisch (der Fall kommt wahrscheinlich niemals vor), ob es auch zum »Respekt« gehört, nicht in die Nähe von anderen Menschen zu kommen, wenn diese das nicht wollen? Nein, solche Gefühle gibt es nicht. – Aber es ist schon so. Wir wünschen uns immer dasjenige, das in unser Weltbild passt. Und wenn die anderen sich darin nicht wiederfinden, »Uupps«.

Eine gemeinsame Welt ist eine, in der wir doch arg unterschiedliche Menschen eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten haben sollten. – Aber auch eine, in der wir mit Respekt die Empfindungen und Gefühle der Mitmenschen behandeln und im Einzelfall auf diese Rücksicht nehmen. – Grundlage kann nur sein, dass wir offen und ehrlich unsere Befindlichkeiten, Interessen, Wünsche und Vorstellungen bekanntgeben. – Dass wir uns dann einigen können, ist die Hoffnung und sicherlich unser aller Wunsch und Absicht.

Streitfragen müssen in einem großen, weltweiten Diskurs behandelt werden. Das wäre auch möglich bei einem Thema »Weltweit offene Grenzen«. In Europa, im Nahen Osten. Aber eben auch überall in der Welt. – Schwarmintelligenz, Teamwork, kreative Formen der Auseinandersetzung, könnten helfen. – Wir werden sehen.


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Krieg und Blog

Krieg ist auch dann, wenn kein Rauch über Trümmern zu sehen ist. Krieg bringen die Menschen mit, die ihn erlebt haben. Er ist in ihren Seelen. Egal, auf welcher Seite sie standen oder gekämpft haben. – Krieg ist ein Zustand des sich gegenseitig Töten. Er hält an, wenn das Töten anhält.

Überhaupt. Blogs. Oder auch Soziale Netzwerke. – Der Mensch spricht und schreibt dann, und macht sein Herz auf, wenn er Vertrauen hat. Leben wir in sicheren Verhältnissen, empfinden wir das so, dann riskieren wir auch eher in unseren Lebensgefühlen »über die Stränge« zu schlagen. – Sind wir hingegen von Angst und Sorge erfüllt, erscheinen die Machthaber schwach und unsicher, die eigene Regierung ungelenk und kleinlaut und kommt der die aktuelle Weltlage beobachtende Zeitgenosse zu dem Schluss, dass alles aus den Fugen gerät, dann ist die Neigung größer, sich in sein Schneckenhaus zu verziehen, oder den Finger in die Luft zu halten, abwartend, welche Seite wohl »gewinnen« wird, damit rechtzeitig für die »richtige« Perspektive Partei ergriffen werden kann.

Über konkrete Kriege zu schreiben ist genauso lebensgefährlich, wie konkrete Kriege fotografieren zu wollen. Und wo es doch geschieht, da sind es Propagandaseiten, die anonym erstellt oder von Organisationen betrieben sind.

Je unsicherer das Leben der Menschen ist, um so gefährlicher wird es, sich zu vielerlei Themen in seinem privaten Blog äußern zu wollen. Dabei ist ein Blog ja noch die ausführliche Variante. – Heute werden bereits die Menschen, die ein oder zwei Sätze auf Twitter posten, die der Staat nicht duldet, verfolgt, angezeigt und bedroht. Genau das, was das Internet anbietet, nämlich zu allem Möglichen sich zu äußern und mit anderen Menschen zu kommunizieren, das wird bekämpft von diktatorischen und totalitären Regimen und Bevölkerungsgruppen.

Lohnt es sich noch, in die nationale Idylle zurückzukehren?

Das ist alles vorbei. Wer diese Schiene glaubt noch fahren zu können, setzt auf das falsche Pferd. Der Nationalismus gibt keinen Schutz mehr, er ist weitestgehend entwertet und nicht die Aufgabe der Zeit. Die Menschheit kommt gar nicht mehr umhin, sich um einen Weltfrieden, verbunden mit einer Weltregierung und einer Weltarmee und Weltpolizei zu bemühen. Ein Zusammenleben aller Völker muss erreicht werden. Eine Separierung wie in alten Zeiten, in Volksgruppen und Nationen ist nicht mehr möglich. – Diejenigen, die das am schnellsten begriffen haben, werden einen Vorteil daraus ziehen.


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Guten Appetit

Warum nicht Pizza. Die schmeckt immer gut. – Er war hier schon einmal Kunde gewesen. Allerdings ist das Jahre her. Sind dieselben Besitzer noch im Laden? Es gibt nur große und supergroße Pizzen. Die großen kosten nahe 10 Euro. Die supergroßen noch darüber. Er bestellt eine mit Ei. Mit »Ess te« fängt der Name an. Nein, nicht Stracciatella. Aber irgendwie so ähnlich. – Dann noch einen Salat dabei.
Als der Salat als erstes fertig bereitsteht, stellt sich heraus, dass er viel zu groß ist. Es sollte ein »Beilagensalat« sein. Ein kleines Salattellerchen. Aber es ist ein großer Salat, der schon alleine satt macht. – Dann kommt die Pizza. Der Teig ist gut. Aber der Belag ist zu feucht, zu viel. Es schmeckt ihm alles. Aber es ist doch recht pampig. Die Cola fließt aus der Zapfanlage und ist lauwarm. Das ist nicht so toll bei den 35 Grad im Schatten. – Ein interessantes Erlebnis. – Hinterher stellt sich heraus, dass weiter unten, die Straße entlang, ein neuer Vegan-Laden aufgemacht hat und jemand anderes Bio-Burger anbietet. Na, vielleicht das nächste Mal.


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Brennpunkt

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Wenn man die Frage, ob ein lesbisches Paar Kinder bekommen sollte, nicht mehr stellen darf, ohne umgehend von der Leiterin einer staatlichen Einrichtung öffentlich abgemahnt zu werden, und wenn einem die Auswahl zwischen vier Geschlechtern angeboten wird – weiblich, männlich, trans- und intersexuell – dann zeigt das nicht, wie »inklusiv« und »tolerant« eine Gesellschaft geworden, sondern wie nah sie an den Abgrund herangerückt ist, in dem der nackte Wahnsinn den Ton angibt. Es ist Klientelpolitik und Populismus vom Schlimmsten.

Weil sie selbst nicht wissen, was zu leben ist, müssen sie das hätscheln, schützen und überbewerten, was schiefläuft.


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Drama

Egal, wie wir in die Welt gekommen sind, wir können mit Würde uns präsentieren. Als Menschen, mit den entsprechenden Erfahrungen. – Berichten, wie es gewesen ist, in das Dasein einzutauchen.

Sexualität

Eine Bandbreite von Erlebnissen und Gefühlen, die es zu kontrollieren und zu steuern gilt.

Haltlos

Die Eltern sind in die Nazizeit hineingewachsen und indoktriniert worden. Im Krieg wurden sie verschlissen, ihre Seelen korrumpiert. Jegliches ehrenvolle Leben zerstört. – In der Nachkriegszeit war noch die Idee da, eine Ehe einzugehen und Kinder zu zeugen. – Aber dann war schon Schluss. – Denn Erziehen und Betreuen, Wärme und Perspektive geben konnten sie schon nicht mehr. Zu sehr behinderte da das eigene Gewordensein. Diese Kinder hatten in der Folge keine Kinder mehr und waren mit sich selbst beschäftigt, mit der Aufarbeitung dessen, was die Eltern nicht bewältigen konnten. Mit dem Mangel und der starken Unterkühlung, die die Kälte der Begegnungen ausgelöst hatten.

Der Ausgleich für die Beziehungslosigkeit, die Ergebnis der gesellschaftlichen Zurichtung war, die die Eltern durchlitten hatten, waren Süchte aller Art. Drogen, Sex, Alkohol, Zigaretten. Alles musste herhalten, um den erlittenen Mangel zu kaschieren, um ein »mehr oder weniger« Überleben zu ermöglichen. In sublimierter Form sind es noch heute, »Höchstleistungen«, in Sport, im Beruf oder Ausgleich dessen, was das andere Geschlecht, mangels Erscheinung, nicht mehr tun kann, getarnt als Quote oder Gleichstellung. Die vollständige Zerstörung einer Kultur hatte ihren Beginn in der Unfähigkeit, einen zeitlich terminierten Umbruch so mitzugestalten, dass für alle eine Anpassung machbar gewesen wäre, ohne eine Kappung mit den Traditionen der Vergangenheit zu praktizieren. Stattdessen wurde alles vernichtet, was hätte anerkannt werden müssen. Statt einen langsamen Fortgang der menschlichen Wesenheitsentwicklung zu planen und durchzuführen, hatten sich die Fortschrittsgläubigen allein auf die Macht der Maschinen konzentriert, und versucht die Seelen an diesen auszurichten. – Zu sehen war eine Zerstörung fast aller bis dahin entwickelten Lebensformen, während die Maschinenmacht sich in den Händen der »Anderen« in besserer Obhut befand.
Das, was an Kultur und Einsicht vorhanden gewesen wäre, wurde von den Eigentümern und Promotoren der Maschinenwelten weggeschossen. Die besonnenen Kräfte hatten keine Kraft und keine Macht, der technisierten Ideenwelt ein Gegenkonzept vorzuhalten, dem sich die Gesellschaft hätte anschließen können, in freier Entscheidung. – Heute haben wir einen Rückfall in das »Nichtwissen« um die Dinge des Lebens, während die Technik weiter fortschreitet, und »leere Hüllen« in einem Raumschiff demnächst zum Mars fliegen werden. – Was wir brauchen ist »Zeit für das Ich«, um uns umeinander zu kümmern, um die Wunden zu heilen, um die Erkaltung unserer Seelen zu stoppen, um wieder aufblühen zu können. – Wann wird das stattfinden? Wie viele neue Versionen der Android-Systemsoftware müssen wir noch abwarten, welchen Umfang muss noch die Speicherkapazität der Medien erreichen, bis wir sagen, es ist eigentlich genug, jetzt sind andere Dinge wichtiger?


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Wohin

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Mehr denn je seien solche europaweiten Bündnisse der Zivilgesellschaft vonnöten, die „im Zusammenspiel mit den progressiven Kräften im Europaparlament ein gesamteuropäisches Veränderungspaket auf die Beine stellen“, fordert Autor Wilhelm Neurohr im Rundbrief Dreigliederung. Er sieht Europa derzeit am Scheideweg: Eine europäische Bürgergesellschaft müsse verstärkt in Erscheinung treten als „wahre pro-europäische Bewegung“, die „ein anderes Europa“ nachhaltig und demokratisch gestalten kann, wenn sie sich auch als europäische Kulturbewegung versteht.

Da steht nichts. Der ganze Artikel ist leer. – Wie sieht denn ein »anderes Europa« aus.

Direkte Demokratie

    Zu vielen Aufgabenstellungen sind direktdemokratische Verfahren einzuführen. – Wie das organisiert wird, können sich die »Europäer« von den Schweizern einmal zeigen lassen.

Parteien und der »Wahlzirkus« müssen in Zukunft von nachrangiger Bedeutung sein. Viel wichtiger ist, dass wir alle darüber Auskunft geben, in welchem Europa wollen wir leben.

Stabile wirtschaftliche Versorgung ohne Bedingungen

    Sichere Lebensverhältnisse für alle Bewohner. – Das wird erreicht durch eine Wirtschaft, die die Menschen beständig und langfristig mit allen lebensnotwendigen Gütern versorgt. – Es darf für keine Menschen mehr »Armut« geben. Und auch keine Zwangsarbeit.

Werden diese beiden »großen Ziele« anvisiert, ist schon sehr viel erreicht. Über diese beiden Ziele ließe sich sicher auch eine Übereinkunft mit allen europäischen Staaten erzielen. Für diese Ziele würde bestimmt ein großes Interesse in den Bevölkerungen bestehen.

Ja, ein »anderes Europa«. Es muss halt nur inhaltlich formuliert werden von den Menschen, die es wollen. 😉


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Aufgabe

Verbrechen gegen die Menschlichkeit müssen wir alle ablehnen und bekämpfen. Wer andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens, ihres Aussehens, ihrer Meinung tötet oder angreift, muss gestoppt werden. – Kein Verständnis für diese Taten ist möglich.

Solidarität unter den rechtschaffenen Menschen ist notwendig. Sie geschieht von Individuum zu Individuum. Denn anders ist es nicht möglich.

Wir müssen fragen, in welcher Welt, unter welchen gesellschaftlichen Verhältnissen wollen wir leben. Nach welchen Regeln und Gesetzen soll unsere Welt aufgebaut sein. Hier müssen wir Verständigung und Einverständnis anstreben. Sich über Staaten und deren Verfassungen zu orientieren, ist wenig hilfreich. Denn die meisten, oder alle missachten in irgendeiner Weise die Menschenrechte. – Was aber für uns alle gilt, ist der Maßstab.

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Jetzt sind die demokratischen Parteien gefordert, diesem Ungeist Einhalt zu gebieten und die europäischen Werte zu verteidigen und aufrecht zu erhalten. Erst an diesem Wochenende haben wir mit ansehen müssen, wie das Gespenst des Antisemitismus in Brüssel brutale Wirklichkeit wurde, als ein Mann im jüdischen Museum um sich schoss und vier Menschen ermordete. So etwas darf niemals akzeptiert werden, und diese Botschaft sollte die allererste sein, die von neuem europäischen Parlament ausgeht.

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Es gibt keine »europäischen Werte«, es gibt nur »universelle Werte«. Jeder Versuch, Werte »lokalisieren« zu wollen, ist absurd. Auch nützen »demokratische Parteien« nichts mehr, wenn die Mehrheit oder fast die Hälfte der Bürger nicht mitspielen und nicht wählen gehen. – Dadurch ist die Parteiendemokratie außer Kraft gesetzt.

Statt sich an den alten Orientierungspfosten festhalten zu wollen, sollten wir nach vorne schauen und erkennen, was möglich und machbar ist. Die Gesellschaften werden sich individualisieren und die Anerkennung des Individuums als eigentlichen Ansprechpartner, wird »das Neue« in den Gesellschaften ausmachen. Wohingegen die »Gruppen« (hinter denen in Wirklichkeit auch Individuen stehen, die aber nicht zu sehen sind, die sich absichtlich verborgen halten, um sich zu schützen) rapide an Bedeutung verlieren werden. Seien es die Parteien oder sonstige »Organisationen«.


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Langeweile und Ablenkung

Kleine Schriftsteller produzieren Sensationen, also das geistige Kokain. Medien auch. Mittlerweile fast alle: „Hast du schon gehört?! Nein, das darf doch nicht wahr sein! Wirklich?!“, usw. Schumi, Edathy, Ukraine, bald wird eine andere Sau durchs Dorf gejagt. Das gesamte Leben als Show. Kein Wunder, dass sich kaum jemand noch für das „Wetten, dass?“ interessiert, wenn die Medien täglich, ständig angebliche Sensationen, die sie sich aus den Fingern saugen, als Nachrichtenmeldungen dem dauernd überregten Publikum vorgaukeln.

Es sind keine Nachrichten mehr, es ist nur noch Show, es sind keine Politiker mehr, sondern Gaukler.

Die Frage ist, um was geht es. Wem sollen wir da zuhören. Oder sollten wir erst einmal eine Basis für ein sicheres Leben für uns alle schaffen? – Da hätten wir doch genug zu tun.

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Der Frieden und der Adel

Ich kann mich an Hoimar von Ditfurth erinnern. Im deutschen Fernsehen war er zu sehen. Ein netter, lieber Kerl, so mein Eindruck. Er machte Wissenschaftssendungen. – Seine Tochter ist Jutta Ditfurth. Sie hat anscheinend das »von« abgelegt. Sie ist nicht »ganz der Vater«. Sie wirkt wie eine Furie. – Ob sie während eines Studiums wissenschaftliches Arbeiten gelernt hat? Klaus Schmitt schreibt darüber, wie Ditfurth bei ihren Texten verfährt, und es kommt dabei nichts Gutes heraus. Frau Ditfurth bezichtigt und denunziert »leichtfertig« andere Menschen. Deshalb war ich überrascht bei Frau Kersten Artus, einer Politikerin der LINKEN aus Hamburg, zu lesen:

Jutta Ditfurth kenne ich als fleißige und exakte Rechercheurin. Zuletzt hat sie dies mit ihrem Buch “Der Baron, die Juden und die Nazis” bewiesen, das durch Hunderte Quellenangaben ein zeitgeschichtliches Dokument geworden ist. Ich hatte es rezensiert. Jutta streitet sich gern. Und provoziert. Und hat so gar keine Angst. Sie argumentiert außerdem – und zwar stichhaltig.

Ja dann.

Dann hat sich Klaus Schmitt mit seiner Analyse vertan? – Frau Ditfurth wurde vom Öffentlichen Rundfunk eingeladen (der die Bevölkerung um knapp 20 Euro jeden Monat erleichtert. In moralisch verwerflicher Weise). Gibt es dort keinen Redakteur, der sich vorher erkundigt, ob die Gesprächspartner seriös sind? Frau Ditfurth darf sich zu den neuen »Montagsdemonstrationen« äußern. Diese werden auch von den öffentlichen Medien verdächtigt. Sie stehen in Zusammenhang mit der Kritik an Hartz4. Das ist dann bestimmt einigen ganz recht. – Ein schöner Aufwasch im Sinne der herrschenden Parteien.

wikipedia–Hoimar von Ditfurth

Entspannen Sie sich, Frau Ditfurth!

Gefährliches Marketing mit dem Protest

Die neurechten Montagsdemos

Rechts-Links-Schwäche

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Tohuwabohu

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Wöchentlich sollen neue, unsortierte Unterlagen gefunden werden. Das deckt sich mit Siegles Aussagen. Demnach herrscht am BER Kompetenzwirrwarr. Die Firmen würden meist ohne Pläne gleichzeitig auf- und rückbauen, wenn überhaupt etwas gebaut werde. Bauarbeiten würden ausgeführt, obwohl es keine ausreichende Planungsgrundlage gebe. Die Pläne sind unvollständig, Änderungen teilweise nicht vermerkt. Es herrsche eine einseitige Orientierung auf eine wie auch immer geartete Fertigstellung ohne Rücksicht auf Planung, Dokumentation und den künftigen Betrieb des Flughafens.

Deckt sich nicht das Bild des Flughafens BER mit dem Gesamtzustand Deutschlands? Es geht immer mehr bergab. Nein, ich will auch nicht mehr in das Lamento einstimmen, dass die Politiker daran Schuld sind. Sicher sind sie das. Aber dies konnte man spätestens nach der Fiasko-Regierung Schröder-Fischer feststellen, dass es endgültig vorbei ist, mit einem funktionierenden Staat und unterstützenswerten Gesellschaft.

Was unterscheidet uns noch von Staaten wie Griechenland, mit ihren viel zu vielen Staatsbediensteten und Lobbygruppen. Haben wir hier nicht dieselben Interessenssphären, die sich unangemessen bereichern? In der Gesundheitsbranche, im öffentlichen Rundfunk oder durch Streiks erpresst. – Was wir jetzt brauchen, ist unsere eigene Zuständigkeit. Wir müssen die Gesellschaft definieren, in der wir leben wollen.

Fremdenfeindlichkeit ……… Bürgerfeindlichkeit.

…. Die Wahrnehmung einer unsolidarischen Gesellschaft und nicht funktionierenden Demokratie….

deutschlandfunk–politik-wir-und-die-anderen

Einwanderungspolitik in Kanada. Die Einwanderer werden am Flughafen abgeholt.

…… Von Anfang an weiß diese Person, dass sie begrüßt wird in der Gesellschaft, sie kennen jemand, sie werden durch diese Person andere Personen kennenlernen. – Und das muss auf dieser Ebene organisiert werden. ….

Nicht nur das Gesellschaft, der Staat, die Politik die Neu-Bürger begrüßt, es geht vielmehr um einen grundsätzlich wohlwollenden Umgang mit den Menschen durch die Gesellschaft, durch den Staat und die Gemeinden. »Grundsätzlich wohlwollend« ist aber Hartz4 niemals. – Es ist eine feindselige, unverschämte und niederträchtige Art und Weise, wie die Politiker und in der Folge die Staatsbediensteten mit den Mitbürgern umgehen.


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Fernsehen

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Aber gilt das nicht auch für »diesen« Beitrag? Konnte nicht schon Mitte der 90er Jahre festgestellt werden, was jetzt scheinbar »überraschend« zu verzeichnen ist. – Wer bei einigen Jahren »auf dem Rücken« heute noch fernsieht, »der hätte vielleicht einfach mal wahrnehmen müssen, und wäre dann auch nicht gezwungen, sich mit diesem Beitrag im ganzen Land erkennen zu geben«.


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Bürgerinitiativen ohne Rückhalt

Wenn die Menschen bei ihren Anliegen zu sehr die Politiker als Ansprechpartner im Blick haben, dann fallen sie dem Trugschluss anheim, zu glauben, über die Hinwendung zu diesen würden wir eine menschengemäße Gesellschaft erreichen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Lösung kann nur sein, in den Mitmenschen die richtigen und wichtigen Ansprechpartner wahrzunehmen und im Verbund mit diesen für eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft einzutreten.

Dies gelingt aber nur, wenn das eigene Anliegen als berechtigtes Interesse in einer Gemeinschaft erkannt wird, und die eigenen Anliegen keine »Klientelwirtschaft« und Lobbyismus darstellen.

Wer aber seinem Wesen nach Lobbyist ist, wird nicht die Allgemeinheit als Verbündeten suchen und finden.


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Weg

Menschen verschwinden einfach. – Dabei wäre es wichtig, dass die Mitwelt erfährt, welches Schicksal wir erfahren, um daraus lernen zu können.

Und es ist nicht klar, wer dafür verantwortlich ist, dass diese Menschen nicht mehr in der Öffentlichkeit auftauchen. Haben sie das entschieden, oder die »vormundschaftliche« Umgebung?

Was ist passiert, dass jemand einen »schweren« Schlaganfall erlitt. Was war passiert? Und warum ist in den Nachrichten zu lesen, »an einer schweren Krankheit« gestorben, wo doch ein Schlaganfall keine Krankheit, sondern eine Art Unfall ist, mit wahrscheinlichen Spätfolgen.

Aber in der Öffentlichkeit wollen viele nur den Hochglanz-Lebensstil präsentieren und nicht die Wahrheit.

presseportal–story

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taz–Nachruf-auf-Martin-Schulze


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Unangemessen

Wozu brauchen wir heutzutage noch Werbung?

Ein mehr an Konsum ist für viele Menschen mit geringen Einkommen überhaupt nicht möglich. Und zu was werden wir angeregt, zusätzlich zu kaufen? Beispiel Reizwäsche. Lange Zeit waren es große Kleidungsfirmen wie C&A, die die Bürger mit großformatigen Frauenbildern reizten. Jetzt sind es No-Name Läden, zumindest für denjenigen, der nicht in den einschlägigen Einkaufszentren regelmäßig verkehrt.

Momentan (Ende März 2014) habe ich den Eindruck, dass 70% der Werbeflächen in Frankfurt am Main für 2 Werbekampagnen gebucht wurden, auf denen leicht bekleidete Frauen abgebildet sind.

Sexismus? Ob den Frauen eine bestimmte Rolle wieder mal zugeordnet wird, mit diesen Abbildungen, und Männer nötigend auf Möglichkeiten hingewiesen werden, müssen wir selbst beurteilen. Und es kommt darauf an, ob sich der Betrachter bei dieser Art »Werbung« belästigt fühlt.

Die städtischen Behörden sollten einmal veröffentlichen, wie viele Stellflächen im öffentlichen Raum sie für Werbung in den letzten 20 Jahren vermietet haben und wie viel Geld sie dafür pro Jahr einnehmen. – Viele Stellflächen befinden sich an Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Haltestellen, was als besondere Unverschämtheit der Stadt empfunden werden kann. Denn nicht nur die Werber drangsalieren die Bürger in ihren Produkten. Auch die städtischen Mitarbeiter und gewählten Politiker tun dies, mit ihren Entscheidungen bezüglich der Werbeflächen im öffentlichen Raum.

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Sexualität – bloß wie

tagesspiegel–kampf-gegen-menschenhandel-in-deutschland-sind-flatrate-bordelle-salonfaehig

Zwischen freiwilliger, erzwungener und Armutsprostitution wurde nicht unterschieden. Das sei nicht zu unterscheiden, die Grenzen fließend, hieß es. Kann man aber wirklich eine Sexarbeiterin im noblen Studio mit einer verschleppten, minderjährigen Osteuropäerin vergleichen?

Neben diesen Fragen, und dem Fehlen der Vertreter anderer Meinungen, ist das Hauptmanko in der Diskussion über Sexualität, der Mangel einer genaueren Spezifizierung, um was es überhaupt geht:

Wie gehen wir Menschen mit sexuellen Bedürfnissen um, wie befriedigen wir sexuelle Bedürfnisse und welche Rolle spielt dabei die Gesellschaft.

In vielen Jahrzehnten, gar Jahrhunderten wurde die Sexualität in die Beziehung, genannt Ehe, gelenkt, und wer diesen Weg nicht gehen konnte, hat seine Sexualität »irgendwie« bewältigt. – Aber hat sich die Gesellschaft damit zu befassen, wie jeder einzelne (Mann) seine Sexualität handhabt? Ja, natürlich hat sie das. Der Weg, den die Schwarzer-Anhänger gehen, ist so verkehrt nicht. Es kann nicht sein, dass diese Vorgänge in der Gesellschaft ignoriert werden. Zumal dann nicht, wenn Menschen durch die Vorgänge Schaden nehmen. Also müssen wir uns damit beschäftigen.

Nur stellt sich die Frage, ob die Zielrichtung, die die Prostitutions-Gegner anvisieren, die richtige ist. Und das glaube ich nicht. Denn sie wollen zwar eine »Lösung« der sexuellen Bedürfnisse blockieren, es ist ihnen aber schnuppe, welche andere die Menschen für sich finden. Und das erscheint überheblich, arrogant und genauso menschenfeindlich, wie diese Leute die Bedingungen beschreiben, die sie angeblich zum Positiven verändern wollen.


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Auf allen Wellen wird zurückgesendet.

So müssen “Einrichtungen des Gemeinwohls” (etwa Kitas) künftig 5,99 bis maximal 17,98 Euro (bei mehr als acht Beschäftigten) pro Monat und Betriebsstätte bezahlen (inklusive aller Kraftfahrzeuge); eine generelle Gebührenbefreiung gibt es für sie nicht mehr.

Einfach nur noch pervers. Da werden Einrichtungen, die für die Allgemeinheit gedacht sind, auf üble Art und Weise abgezockt. Skrupelloser geht es gar nicht mehr. – Ich frage mich, wie kleine Terrorzellen aussehen. Niemand hat sie bis jetzt gesehen. Oder sind sie schon unter uns?

Krankenhäuser werden künftig wie Unternehmen behandelt und nach Anzahl der Beschäftigten veranschlagt. Die Spanne reicht hier von 5,99 bis 3236,40 Euro pro Monat und Betriebsstätte (letzteres aber nur theoretisch ab 20.000 Beschäftigten, die es wohl in keinem deutschen Krankenhaus gibt) plus 5,99 Euro pro Kraftfahrzeug ab dem zweiten.

Normal ist das nicht. Oder ist das krank? Aber unser politisches System lässt das zu. Unser lobbygesteuertes Politsystem macht das möglich. Und wenn Krankenhäuser kaputt gehen, unser Gesundheitssystem nicht mehr funktioniert, ist doch alles egal. – Hauptsache der Rundfunk badet in Geld.

carta–nicht-gezahlte-gez-gebuhren-verwirrung-um-verjahrungsfrist


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Sichtweise

tagesspiegel–was-wissen-schafft-willkommen-im-kosmos

Die Billardkugel fällt scheinbar willkürlich in eine Vertiefung, gehorcht in Wirklichkeit jedoch den Gesetzen der Mechanik und damit Ursache und Wirkung.

Wirklich? »Scheinbar willkürlich«.

Nein, hier haben Wissenschaft wie Materialismus ebenfalls ihren Horizont erweitert.

Ja, aber wer ist der Autor. Er sagt es nicht. Ist er ein Materialist? Er redet jedenfalls so daher.

Ein schlechter Beitrag. Weil er das »schräge« Weltbild der Materialisten bloß wiederholt und die Idee mit der Horizonterweiterung ist notwendig, damit die Materialisten nicht eingestehen müssen, dass ihr Konzept der Wahrnehmung unvollständig ist. – Mit anderen Worten, sie wollen weiterhin »der Boss« bleiben und biegen das argumentativ so hin.


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Single-Sexualität

Als noch nicht ganz klar war, wie denn die Situation ist, stand auf einer der Nachrichtenseiten, er sei Single und hätte keine Kinder. – Ja dann.

Natürlich steht die Frage im Raum, wie lebt jemand seine Sexualität, wenn er Single ist. Und es ist üblich zu sagen, das ist halt Privatsache, wie das jeder hinkriegt. Aber ist es wirklich Privatsache?

Wie kann es Privatsache sein, wenn für dieses Anliegen Kinder missbraucht und Frauen vergewaltigt werden.

Im Zusammenhang mit Sexualstraftätern gab es immer wieder die Diskussion, sie auf ewig wegzuschließen, weil die Rückfallgefahr zu groß ist und Therapien nicht wirken (oder gar keine existieren oder in Anwendung kommen). Und die Gegner solcher Überlegungen wenden ein, dass die Gesellschaft es auszuhalten habe, wenn Täter rückfällig werden. Man können nicht einfach wegen ein paar Rückfalltätern alle Sexualverurteilte einfach für immer wegsperren. Das sei unmenschlich.

Richtig ist jedenfalls, dass die Gesellschaft ein Anrecht darauf hat, in Ruhe gelassen zu werden. Kinder und Jugendliche (und deren Eltern) sollten angstfrei leben können, dass sie nicht von Männern in ein Unglück gebracht werden. – Aber wo ansetzen?

Wenn Sexualität da ist, und gelebt sein will, ist es dem Einzelnen überlassen, welche Möglichkeiten er findet, oder die Gesellschaft mischt sich da schon ein, an diesem Punkt. Warum nicht Wege ebnen und andere in Frage stellen? Warum nicht die Sexualität des Einzelnen als unsere gemeinsame Aufgabe ansehen.

An Schwarzers Einwand gegen Prostitution kann der Aspekt des »Kaufs« aufgegriffen werden. Aber selbst da bin ich mir nicht ganz sicher. Denn wie der Mann die Sexualität erlebt, muss doch nicht gleich sein, mit dem, wie es die Frau empfindet. Und innerhalb der Geschlechter ist es noch einmal unterschiedlich. Wird das Sexuelle als Teil einer komplexen Beziehung gesehen, ist es anders, als wenn es »nur« als Reizlust empfunden wird, die Mann befriedigen will.

Die Sexualkunde muss mehr umfassen, als das Wissen, »wie es funktioniert«. Die Menschen müssen auch wissen, wie sie es leben können.


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Wo bleibt meins

tagesspiegel–ein-zwischenruf-zum-neoliberalismus-kampf-ohne-gegner

Die Kapitalisten hätten zu viel Unheil gebracht, als dass man ihnen nur eine Träne nachweinen könne, finden die Verfechter dieser neuen Form des Wohlfühl-Sozialismus.

Was für ein Gedöns, dann vom »Wohlfühl-Sozialismus« zu sprechen, wenn er gar nicht da ist. Was wir tatsächlich haben, ist zutiefst Unbehagen bereitend.

Aus dem vermeintlich Guten aber wird nie die beste politische Lösung, wenn es kein Gegenmodell gibt, gegen das es sich beweisen muss.

Frau Weidenfeld hat auch keine Ideen, wie es weitergehen könnte. Aber sie merkt, dass sie keine Vorteile hat, als »Mittelschicht«, in diesem System. Deswegen argumentiert sie als Lobbyistin. Die Ratlosigkeit der Politik und der Journaille ist in Wirklichkeit immer der eigennützigen Betrachtung unterworfen. – Dem Allgemeinwohl sind beide nicht verpflichtet.


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Wer macht gerne seine Arbeit

tagesspiegel–neuer-premiumdienst-in-berlin-innovation-kundenveralberung

Wer so etwas als Innovation vorstellt, hat vom modernen Dienstleistungsgewerbe nichts verstanden oder hält alternativ seine Kunden für sehr blöd.

Auch wer jammert, Taxifahrer hätten es schwer und nur einen kargen Stundenlohn, hat kein Recht, Frust und schlechte Erziehung an seinen Kunden auszulassen.

Viel schlimmer sind Journalisten, die von ihrem eigenen Land keine Ahnung haben, und so tun, als ob wir in akzeptablen Verhältnissen leben würden.

Wir befinden uns schon längst in einem totalitären Umfeld und natürlich sind bei den 18000 Taxifahrern Berlins auch solche, die entweder direkt von den Arbeitsagenturen odern Jobcentern in die Taxibranche vermittelt werden (es herrscht in Deutschland Arbeitspflicht!) oder sie haben aus lauter Not heraus sich breitschlagen lassen, sich als Taxifahrer zu verdingen.

Und das kommt dann dabei heraus, wenn Menschen gezwungen werden jeden Job anzunehmen, egal ob sie zu diesem einen Bezug haben oder nicht. Würden bei einem guten Verdienst und akzeptablen Arbeitsbedingungen die Menschen als Taxifahrer arbeiten, die das gerne machen wollen, dann wäre das schon einmal etwas anderes. Aber so ist das Gejammere der Ignoranten fast schwerer zu ertragen, als die berechtigte miese Laune der drangsalierten Menschen.


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Kinderverachter

Sind sie nicht alle kleine »Kinderverachter«?

Wenn sie nichts dabei empfinden oder es für in Ordnung halten, Menschen zur Arbeit zu nötigen und sie ihrer Freiheit zu berauben? Wer so selbstverständlich die Bürgerinnen und Bürger missbraucht und benutzt, schafft genau das Klima, in dem dann auch Kinder, die Ehepartner, die Mitmenschen abartig behandelt werden. – Da geht die Saat auf.


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Und weiter

tagesspiegel–missbrauchsvorwuerfe-gegen-woody-allen-betrogen-um-die-rolle-des-liebenden-vaters

Es kommt natürlich noch ein Aspekt in den Blick, der zugeschüttet ist, aufgrund der scheinbar blinden Wut, der Ex-Ehefrau und der daraus resultierenden (vermutlich nicht gerechtfertigten) Anklagen gegen den Ex-Ehemann:

Sie waren verheiratet, hatten eine Beziehung, und dann entdeckt sie, dass er die gemeinsame Adoptivtochter nackt fotografiert.

Für mich ist es auch so. Er hatte die Mia Farrow geheiratet. Wenn er nicht mehr mit ihr leben wollte, warum hat er sich nicht scheiden lassen? Danach hätte er ein anderes Leben beginnen können.

Und er näherte sich der Adoptivtochter sexuell. – Wie denkt man darüber.


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Reingelegt

Ein gaaanz langer Beitrag über die Gemeingüter. Zwischen drin hatte ich immer mal wieder das Gefühl, es wiederholt sich. Wie bei einer Mantra wirkte es aber gar nicht mal so schlecht.

Dann ganz am Ende, der Hinweis, dass das »Werk« maßgeblich von den GRÜNEN erstellt wurde. Ausgerechnet. Die Partei, die dafür gesorgt hat, dass in Deutschland wieder Zwangsarbeit möglich ist, will die Gemeingüter schützen. Bloß wie? Wenn die Arbeitslosen jeden nur erdenklichen Job annehmen müssen, egal, zu welcher Umweltzerstörung er beiträgt, jeden Gemeingüter-Missbrauch mitmachen, damit ein Erwerbseinkommen generiert werden kann, dann kommen sie als kreidefressender Wolf daher und wollen den Menschen ein Märchen ihrer Unschuld und Friedfertigkeit erzählen. – Gott behüte! 😦

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Fragestellungen und Überlegungen zu den Themen des Bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)

Das Erwerbseinkommen (EK) wird verrechnet mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE), wenn es höher ist als dasselbe. Die Höhe des Erwerbseinkommen wird mit dem Vertragspartner ausgehandelt.

Das Erwerbseinkommen wird hinzugerechnet, wenn bisher nur ein Grundeinkommen vorhanden war. Die Höhe des EK wird mit dem Vertragspartner (Arbeitgeber) ausgehandelt. (Siehe Bild)

bGE-Erwerbseinkommen-obendrauf-oder-verrechnet-a

Wenn der Unternehmer den Lohn des Mitarbeiters als Teil des Gewinns verbucht, und nicht als „Kosten“, wie wirkt sich das auf die doppelte Buchführung aus?

Muss der Lohn des Mitarbeiters überhaupt sinken (bei Bezug eines Grundeinkommens), wenn dieser »Teil des Gewinns« ist? Denn »verrechnen« macht ja nur Sinn, wenn die Einkommen der Mitarbeiter als »Kosten« in der Buchführung auftauchen. Wären die Einkommen aber Teil des Gewinns, dann wäre dies nicht nötig.

Ist die Finanzierung ein Problem.

Ein Grundeinkommen kann grundsätzlich dann allen Menschen eines Lebensraums gewährt werden, wenn dort die Güter und Dienstleistungen dafür vorhanden, also von den Menschen und Maschinen produziert und bereitgestellt sind.

Geld spielt somit immer erst im zweiten Schritt eine (eher untergeordnete) Rolle, um die Wertschöpfung unter den Menschen zu verteilen. Dabei ist das Geld das »Recht« auf die Produktion zugreifen zu dürfen. Wir könnten auch »rote Murmeln« vereinbaren.

Wer nicht in der Produktion tätig ist, darf nach Absprache der Gemeinschaft, trotzdem sich von der Produktion so viel nehmen, wie er/sie zum Leben braucht. Zum Beispiel die Politiker. Warum also nicht diese Regelung auf alle Menschen ausweiten, in der Höhe des existenzsichernden Konsums? – Das ist dann das Grundeinkommen.

Somit lockt die Frage: «Haben wir denn genug Geld für ein Grundeinkommen?« auf die falsche Fährte. Auch gibt der Hinweis, dass doch die Arbeitnehmer für die nicht Arbeitenden mitarbeiten müssten, keine Auskunft darüber, wer überhaupt in der notwendigen Produktion arbeitet. Denn die sind es doch, die für alle Anderen Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie zur Verfügung stellen, und nur um diese Grundversorgung geht es beim Bedingungslosen Grundeinkommen. Tatsächlich ist es so, dass wir einen »natürlichen Ausgleich« aller eingebrachten Aktivitäten der Menschen annehmen müssen, der es rechtfertigt, dass wir die Waren (und Leistungen) der Mitbürger in der Produktion in Anspruch nehmen dürfen.

Wie wird ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) finanziert?

In zwei Stufen. Erstens werden die Güter und Dienstleistungen produziert und bereitgestellt, die für die Existenzsicherung notwendig sind. Dies geschieht »zuerst«, weil diese Güter und Dienstleistungen das Grundeinkommen »sind«.

Im zweiten Schritt wird die Verteilung dieser Güter geregelt. Den Menschen wird in unterschiedlicher Weise das Recht eingeräumt, auf diese Güter und Dienstleistungen zugreifen zu dürfen. Dies geschieht dadurch, dass man ihnen »Geld-Scheine« gibt oder ihnen das Konto »auffüllt«, mit Geld. – Wer wie viel bekommt, ist dann Absprache in der Gemeinschaft.

Dabei ist Geld=Recht. Wer viel Geld hat, hat mehr Rechte, wer wenig Geld hat, ist so gut wie rechtlos.

Erdung

Die Verbindung mit der Vergangenheit feit den Menschen vor »falschem Denken«. So haben diejenigen in den Religionen einen »Ursprung«, der bei der Orientierung hilft. Ähnliches gilt für die Philosophie Rudolf Steiners.


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Feinjustiert

tagesspiegel–steuerhinterziehung-alice-schwarzer-wittert-eine-kampagne-gegen-sich

Doch Alice Schwarzer wäre nicht Alice Schwarzer, ließe sie es beim Eingeständnis eines Fehlers bewenden. Die Frau, die Jörg Kachelmann öffentlich noch einen Vergewaltiger nannte, als das Gericht den Wettermann schon nicht mehr rechtlich belangte, die ihre Nachfolgerin an der Spitze der Zeitschrift „Emma“ öffentlich der Unfähigkeit bezichtigte und auch sonst das scharfe rhetorische Schwert gegen niemanden scheut, gibt sich zart besaitet, wenn es um ihr eigenes Leben geht und die Frage, was Geld und Moral miteinander zu tun haben. Ausführlich beklagt sie „Denunziation“ und „Rufschädigung“. Sie habe gestanden und gezahlt und fordere nun „das Recht auf Privatsphäre und das Steuergeheimnis“ für sich.


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Interview – Interviewer

Ist das eigentlich ein Beruf oder bezeichnet das mehr die Halterung, an der das Mikrofon befestigt ist? Im Laufe der Jahre habe ich so viele Interviews gelesen, gehört, teils auch gesehen, in der im Mittelpunkt natürlich der Interviewte gestanden hat, an den Interviews aber das Auffälligste die Interviewer waren. Einfallslose, dümmliche, arrogante, unverschämte Fragen oder Bemerkungen waren da zu vernehmen, bei denen es kaum zu fassen war, dass der Interviewte überhaupt das Gespräch durchhält, ohne entnervt oder verärgert davonzueilen. Es blieb immer ein Rätsel, wie es diese Leute geschafft hatten, sich eines Mikrofons zu bemächtigen und einen Gesprächspartner zu finden. Die grottenschlechten Interviews waren daran zu erkennen, dass der Interviewer aber wirklich überhaupt keine Ahnung von dem Thema hatte, über das er Fragen stellen und ein Gespräch führen wollte. Und selbst die Fragen sahen dann so aus, als wären sie aus einer FAQ abgeschrieben oder von einem Inhaltsverzeichnis übernommen worden. Ein Gespräch mit einem Interviewpartner führen, setzt voraus, dass der Interviewer sich mit dem Thema gut auskennt, eine eigene Meinung hat, um sachdienliche und weiterführende Stichworte einbringen zu können. Und er sollte durchaus auch seine Sicht der Dinge mit einsprenkeln, um dem Gespräch eine persönliche Note zu geben.

Aber auch der Interviewte trägt eine (gewisse) Mitschuld an wirklich schlechten Interviews. Nämlich dann, wenn er es nicht merkt, nicht merken will, dass der Gesprächspartner wenig hilfreich war, um ein gutes Gespräch zu führen. Dann könnte nämlich auch der Interviewte seine Interviewer zukünftig besser auswählen, um dem geneigten Hörer/Seher/Leser die Qual zu ersparen. Aber möglicherweise verhindert das Ego diese Erkenntnis.


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Einblicke

sueddeutsche–missbrauchs-vorwuerfe-gegen-woody-allen-schatten-der-vergangenheit

neues-deutschland–tochter-wirft-woody-allen-sexuellen-missbrauch-vor

Hollywood habe die »Augen verschlossen«, hält Farrow in ihrem Brief der Filmgemeinde vor. Allen sei »davon gekommen« und als Künstler hofiert worden. »Was, wenn es dein Kind gewesen wäre, Cate Blanchett?«, wendet sich Farrow an die australische Schauspielerin, die in Allens Film »Blue Jasmine« die Hauptrolle spielt. Sie spricht auch andere Stars aus Allen-Filmen direkt an, unter ihnen Alec Baldwin, Emma Stone, Scarlett Johansson und Diane Keaton.
Sie selbst habe viele Jahre stark unter den Missbrauchsfolgen gelitten, schreibt Farrow. Nun wolle sie anderen Opfern Mut machen, die Wahrheit zu sagen. Er habe Allen um eine Stellungnahme gebeten, sagt der »New York Times«-Kolumnist Kristof, doch der Regisseur habe es abgelehnt, den Brief seiner Tochter zu kommentieren.

Es sind erstmal Beschuldigungen, die formuliert werden. Niemand von der »Öffentlichkeit«, die angesprochen wird, war bei dem dabei, das hier im Raum steht. Was erwarten die Menschen?

Wie soll ich jemanden verurteilen, der von sich sagt, ich habe dies nicht getan, was andere behaupten. Wem soll ich glauben. Und ist es nicht wie überall im Leben, dass man nach Vergleichbarem und Ähnlichem sucht, um irgendetwas für möglich zu halten?

Wäre Allen ein mehrfach vorbestrafter Sexualtäter, dann könnte gesagt werden, er hat schon wieder zugeschlagen. Wäre diejenige, die einen Mitmenschen beschuldigt eine, die bereits mehrfach Menschen zu unrecht beschuldigt hätte, dann wäre ein Vergleich möglich. Aber so?

Umgekehrt schreckt das natürlich ab, überhaupt noch private Situationen suchen zu wollen. Denn der Partner, die Partnerin könnten hinterher oder mittendrin Behauptungen aufstellen, und nach außen etwas erzählen, was angeblich innen passiert sei. Wie soll das aber bewiesen werden, wenn keiner dabei ist?

Videokameras in allen Räumen der Wohnung installieren? Immer vorsichtshalber »die Öffentlichkeit« dabei haben, wenn »Privatsphäre« angesagt ist. Die Beschuldiger scheinen ihre eigene Lebensplanung der Allgemeinheit vor die Füße werfen zu wollen. Was können aber wir anderen daran ändern, wie die Menschen ihr Leben gestalten? Diejenige, die beschuldigt, hat denjenigen geheiratet, den sie jetzt am liebsten von der Öffentlichkeit zerreißen lassen will. Sie hat Kinder mit in diese Beziehung gebracht und sie hat mit ihm Kinder gezeugt. Sollen wir anderen das jetzt ungeschehen machen.


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Endlos dieser Krach.

Lärm ohne Ende. Wenn es nicht die Feuerwehr, der Krankenwagen oder das Polizeiauto ist, dann doch wenigstens der Güterzug, das Flugzeug oder der Berufsverkehr. Und nein, das reicht nicht. Es fehlen noch die Teilzeithausmeister mit ihren Laubbläsern und der Mitarbeiter von der Straßenreinigung in seiner Minikehrmaschine, die jault wie eine aufgedrehte Katze.

Das wäre es aber doch. Oder? Nein, es fehlt das Gartenamt, dass jetzt die Bäume sägt, mit extra lauten Motorsägen, es fehlt die Tiefbaufirma, die die Erde aufreißt und riesige Rohre verbuddelt. Und es fehlen die Hundebesitzer, deren Tiere sich garantiert über irgendetwas aufregen und losbellen. – Die Stadt ist zum Abgewöhnen.


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achgut–eltern-die-sex-haben-sind-abartig

Super Text von Sophie Dannenberg zum Thema Sex und Jugendliche. 🙂


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Armut

achgut–in-der-politischen-korrektness-ersoffen

Ja, die Armut ist auf Wanderschaft, das werden wir nicht verhindern können. Aber dass in Deutschland immer noch brutale Ausbeutung möglich ist, es Verhältnisse, wie auf einem Sklavenmarkt gibt, das können wir verhindern – wenn wir nur wollen. Und da sehe ich weit und breit keinen ernsthaften Ansatz.

Hhmm, ja. Herr Ederer. Ich sehe bei Ihnen keinen Ansatz.

Was halten sie von einem Bedingungslosen Grundeinkommen?


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Mülltrennung

achgut–die-gesammelten-maerchen-der-gebrueder-gruen-teil-1

Dieser Artikel zeigt, dass achgut mittlerweile wirklich alles bietet. In achgut einen Beitrag herauszufischen, ist wie ein Griff in die Tonne. Manches ist brauchbar und ab und an hat man Perlen, aber es gibt auch vieles, das gleich wieder zurückgelegt werden darf. 🙂

Der Autor stinkt in einer Weise gegen die GRÜNEN an, die mehr auf ihn hinlenkt, als es ihm womöglich recht ist. Dass die GRÜNEN die Hauptschuldigen an Hartz4 sind, ist ihm keine Bemerkung wert. Und wie können sie da mit einer »Generation G« in Verbindung gebracht werden?

Ansonsten ist bei den GRÜNEN anzumerken, dass sie doch »in der Mitte der Gesellschaft« angekommen waren. Und wenn sie nicht sich selbst in ihrer Glaubwürdigkeit zerstört hätten, durch die Kumpanei mit dem Schröder, dann hätten sie mit ihrer ökologischen Agenda eine weiße Weste.

Aber zu welchem Klientel ist der Autor zu zählen? Vielleicht helfen manche Stichworte in seinem Text: Dynamik, unbändige Kraft und Bejahung aller Lebensprozesse; böse Mächte aus Industrie und Politik; Atom-Lobby.

»Es geht um Weltbilder, Weltanschauungen ….«

Genau. Aber der Schreiber hält mit seinen hinter dem Berg.


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Stichworte oder Thesen für ein Gespräch über die »Aktivisten für ein bGE«.

Aus der Sicht des Individuums.

Wenn ich mit anderen Menschen aktiv sein will, für gesellschaftliche Veränderungen, dann vertrete ich meine privaten Interessen.

Welche Interessen können das sein? Es sind die Interessen der Allgemeinheit und das Gemeinwohl. Und ich selbst bin mit meinen eigenen, privaten Interessen Teil der Allgemeinheit und Ziel des Gemeinwohls. Wenn es also allen gut geht, dann geht es auch mir gut.

Damit andere Menschen aber von meinen Interessen erfahren, muss ich mich fortwährend mitteilen, in Bezug auf die Dinge meiner Lebenswelt und meines Umfelds.

Wie erfahren die anderen Menschen nun, von meinen Interessen und meiner Meinung? Lokale, physische Begegnungen sind viel zu zeitaufwendig, als das sie bei den heutigen Möglichkeiten die »Methode der ersten Wahl« sind. Heute teilt man sich privat, mit seiner Meinung, im Internet mit. Dort können andere Menschen erfahren, welche Meinung ich habe und welche Interessen ich verfolge.

Viele Menschen haben in den letzten Jahrzehnten verlernt, ihre Meinung, ihr Denken, ihre Gefühle kundzutun. Man wurde darauf getrimmt, immer »das Richtige« zu sagen, und das Richtige war immer das, was die anderen, mächtigeren vorgaben. Heute gilt es wieder zu entdecken, die innere Stimme, das Gefühl, was richtig und was falsch ist, ernst zu nehmen, und danach zu handeln.

Mein Gefühl ist, dass die Menschenrechte geachtet gehören. Und meine Wahrnehmung sagt mir, dass die Menschenrechte und das Grundgesetz in Deutschland massiv missachtet werden und wir uns mittlerweile in einem Unrechtsstaat befinden. – Hier gilt es, aktiv nach Veränderung zu trachten.


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Entwicklungen oder nicht

Eigentlich bieten die »Freien Radios« die Möglichkeit, ein Gegenkonzept zur etablierten Öffentlichkeit zu schaffen. Aber nutzen sie die Chance?

Auf Lora aufmerksam wurde ich durch die Sendung zum Bedingungslosen Grundeinkommen, die Werner Klotzsche verfasst hat.

»LORA kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die Mitte der 80er Jahre beginnt.«

LORA ist die letzte verbliebene Stimme gegen den Medienmainstream in München und versteht sich als Forum für gesellschaftlich engagierte Initiativen, Organisationen und Institutionen. LORA ist ein Wortradio – frei von staatlicher Einflussnahme und frei von kommerziellen Interessen. Unser Anspruch ist, kritische Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Auch durch einen Werbespot im Kino.

Ja, »Mainstream« gibt es. Aber ihn gibt es von beiden Seiten. Von rechts und von links. Seit mindestens den 70er Jahren hört und liest man das Palaver vom Sozialismus als Alternative zum Kapitalismus und noch viel länger können wir Bürgerinnen und Bürger erleben, wie überall auf der Welt dieses Gesellschaftsmodell scheitert. Natürlich machen einen die Hinweise von gutmeinenden Menschen nachdenklich, dass, wenn die USA nicht mit Waffengewalt und Intrigen in Mittel- und Lateinamerika sozialistische Versuche bekämpft und unterbunden hätten, dann wären schon längst funktionierende linke Konzepte aufgeblüht. Will man es glauben? Sind die Kubaner zufrieden? Aber entscheidender sind doch die großen kommunistischen Staaten, wie sie sich entwickelt haben und noch ein anderer Punkt ist weltweit von Bedeutung: die Bewertungen dieser politischen Konzepte durch Migration. Kann es sein, dass viel mehr Menschen aus sozialistischen Ländern fliehen, flüchten, ausreisen (wollen), um in sogenannte »kapitalistische Länder« einzureisen, als es umgekehrt der Fall ist? Was ist denn aus den Global Playern des Kommunismus geworden. Russland, China. In China kann heute noch eine örtliche Polizeistation ohne Gerichtsverhandlung Menschen in Arbeitslager stecken. Lager, die es seit Mao Tse-tung gibt. Und Russland hat den Kommunismus mit einem totalitären Nationalismus ergänzt.

Aber in Deutschlands »kreativer« Medienlandschaft des Jahres 2013 wird immer noch behauptet, ein Gegenkonzept, abseits des »Mainstreams«, in der politischen Auseinandersetzung und Diskussion, sei der Sozialismus. Denn die Beschwörer der »neo-liberalen« Gefahr haben ja keine anderen Lösungen in petto.

Insofern sind die zu vernehmenden »alternativen« Betrachtungen genauso altbacken und unbrauchbar, wie die »Angebote« der von ihnen kritisierten vorherrschenden Welt.


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Unterschiedliche Herangehensweisen



freie-radios–Rolf Eckart: Das bedingungslose Grundeinkommen im Kreuzfeuer

Radio LORA

Rolf Eckart referiert gegen das Bedingungslose Grundeinkommen. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass es mich überzeugen könnte. Gegen Ende des Vortrags kam mir die Idee, dass er vielleicht vom Blatt abgelesen hat. Wie auch immer. Das bGE war wohl kaum das »Lebensthema« des Referenten. Überhaupt, »Rolf Eckart«. Der Autor der Radiosendung, Werner Klotzsche, leitet seinen Beitrag mit der Auskunft ein, dass Herr Eckart einmal Lehrer war. Also ein Pensionär, ehemaliger Staatsdiener, womöglich schon immer von Steuergeldern lebend (also Grundeinkommens-Bezieher) beurteilt die Bedeutung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) für die Gesellschaft und die Mitmenschen..

Im Einleitungstext von Herrn Klotzsche auf der Internetseite, wird nicht erwähnt, dass Herr Eckart als Grundeinkommens-Gegner referiert. Erst in der Anmoderation sagt Herr Klotzsche, fast beiläufig, »der Gegner des Bedingungslosen Grundeinkommen« ….

Wirkliche Argumente gegen das bGE findet man in dem Beitrag von Herrn Eckart nicht. Er arbeitet mehr mit Ressentiments (Pinochet und Milton Friedman auf einem Foto. Aber was bedeutet das für die Bewertung der Negativen Einkommenssteuer?), ideologischen Versatzstücken und Unterstellungen (zu Sascha Liebermann reiht er einige Stichworte aneinander, bei denen man nicht weiß, ob sie nicht der kritisierten Person in den Mund gelegt wurden). In wessen Auftrag der »pensionierte Lehrer« da vorträgt, kann man nur vermuten. Wie eine Mantra streut er immer wieder den Begriff des »Neo-Liberalismus« ein. Dabei bleibt der Begriff abstrakt und beziehungslos bezüglich der Themen, die den Arbeitslosen und Billiglohnjobbern auf den Nägeln brennen. Denn die Not der Menschen haben die GRÜNEN und die SPD verursacht. Das heißt, die Parlamentarische Demokratie und in der Folge, die Parteiendiktatur ist der Übeltäter. Aber die Profiteure dieser Herrschaft (der Beamtenapparat, die Lobbygruppen, der Gewerkschaftsapparat, das Parteienumfeld) wollen natürlich mit den Fingern auf andere zeigen. – Am besten auf die Wirtschaftsakteure. Dabei brauchen wir gerade die Wirtschaft, um auch in diesen Zeiten die Menschen mit allem zu versorgen, was sie zum Leben benötigen. Und der Sozialismus des Lehrers Eckart würde uns da auch nicht weiterhelfen.

Das bGE ändert nichts am Eigentum an den Produktionsmitteln, sagt er. Und? Ziel des bGE ist es, eine größere Freiheit gegenüber den Arbeitgebern und gegenüber dem Staat (und seinem Hartz4-Repressionssystem) zu erreichen. Dass die bGE-Befürworter nicht wüssten, dass die Grundlagen für ein bGE erarbeitet werden müssen, ist naiv und zeigt, die Gegner eines bGE gehen vielleicht von der Unbedarftheit ihrer eigenen Klientel aus. – Denn der Vortrag von Herrn Eckart markiert noch einmal, die alte (müde) sozialpolitische Streitbarkeit in Deutschland, deren größte Erfolge in die Zeit von Willi Brandt zurückreichen.

Aber mit Parolen und Feindbildern ist heute kein Staat mehr zu machen. Gott sei Dank. Die Bürger wollen nicht mehr stundenlang einem Guru zuhören, sondern selbst die Welt verändern. Der Individualismus widerspricht den einfach gestrickten Lösungen, die in den schwarz-weiß Bildern des Sozialismus mit enthalten sind.

Dem Autor der Radiosendung sei dank, dass er den Mut hatte, gegen Ende des Beitrags darauf hinzuweisen, dass Zuhörer während des Vortrags gegangen sind, und bei den übriggebliebenen die Haltung unentschieden war, und er zwei Zuhörerbeiträge Pro-Grundeinkommen und einen skeptischen an das Ende der Sendung stellte.


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Das Budget der Ärzte und die Krankenversorgung

Es gibt immer wieder Ausgaben, die nur dann ohne Probleme zu tätigen sind, wenn ein ausreichendes Einkommen zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall, werden von den Menschen sinnvolle Schritte nicht gegangen oder vor sich hergeschoben, eben aus Geldnot.

Da immer mehr Maßnahmen für die Gesundheit von der Regierung aus dem Dienstleistungskatalog der Krankenkassen herausgenommen werden (bei gleichbleibend hohen oder sogar steigenden Krankenkassenbeiträgen), »spart« der Bürger an der Gesundheitsvorsorge und bei den Gesundheitsausgaben für sich. – Die Geldzahlungen an die Gesundheitsdienstleistungsanbieter und den Krankenkassenverwaltungsapparat bleiben natürlich und für deren sicheres und oft auch standesgemäßes Einkommen und Auskommen ist gesorgt.

Aber was hat das mit einer guten Gesundheitsvorsorge und Krankenversorgung zu tun, bei der allen Menschen, dann, wenn sie krank sind, sofortige ärztliche Hilfe und umfängliche Rehabilitationsmaßnahmen garantiert sind?

Fast alle Standarddienstleistungen und Gesundheitsprodukte müssen heute extra bezahlt werden, obwohl die Menschen jeden Monat Krankenkassenbeiträge von ihrem Lohn in den Gemeinschaftstopf abführen. Was ist das für ein unsinniges Gesundheitssystem, bei dem es doch offensichtlich nicht in erster Linie um die umfängliche Versorgung der Bevölkerung mit ärztlichen und rehabilitativen Maßnahmen geht, sondern darum, die Gesundheitsbranche zu Lasten der Beitragszahler und Patienten, mit Geld zu versorgen.

Heute werden Arbeitnehmer und Konsumenten (Gesundheitsdienstleister, Belegschaft und Patienten) gegeneinander ausgespielt, weil sie angeblich unterschiedliche Interessen haben. Das Gegenteil ist aber der Fall. Wir als Bürgerinnen und Bürger sind immer in beiden Positionen involviert. Deswegen müssen wir die scheinbar unterschiedlichen Anliegen aufdröseln und wieder sinnvoll verbinden.

a)
Ein Gesundheitsbereich, den die Bürger als »gut« und angemessen empfinden. In dem sie »versorgt« sind und ihre Gesundheit und Krankheit zu ihrem Wohl behandelt sehen.

b)
Ein Grundeinkommen oder eine kostenlose Infrastruktur, über die für alle Menschen eine Existenzsicherung gewährleistet ist. Also auch für im Gesundheitsbereich Berufstätige.


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Themensalat

welt–Sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-Porno

Ein irgendwie unangenehmer Beitrag. Nach dem Motto, »nichts Genaues weiß man nicht.«

Was gab es alles zu erzählen: Feminismus, Pornographie, Rassismus, Nazis, Autonome. Sitten und Gebräuche. – Und wie passt das alles zusammen? Irgendwie halt.

Sexualität geben wir einander. Von Mensch zu Mensch. Aus freien Stücken. – Mit der Pornographie »holen« wir uns das, was wir sonst nicht bekommen. Und die Idee kann sich verstärken, dass man es sich »holen« kann. Da ist es vom Kaufen zum Klauen nicht weit. – Und »von Mensch zu Mensch, aus freien Stücken« wird übergangen.

»Rassismus« betrifft die Menschenrechte. Lieber über die Menschenrechte sprechen. Das ist ergiebiger.

Feminismus brauchen wir noch? Wo sind die Grenzen zum Ressentiment und »Kopieren der Machtfülle der Männer«? – Gibt es gemeinsame Geschlechterpolitik?

Nazis und Autonome. Auf einer kreisförmigen Linie. …

Zum Zusammenleben gibt es keine Alternative. – Einfach Begriffe weglassen, die dieses behindern und stören.


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»Für mich selbst und meines Gleichen«

cicero–berliner-republik-demokratie

Es ist kein Zufall, dass Herr Grau auf Beispiele zu seinem Ideengebäude verzichtet. Warum auch an Hand konkreter Fälle Ethik und Moral diskutieren. Womöglich wird das Empörende dann doch zu deutlich. Und gerne will ich ihm seine Vorstellung von Demokratie lassen. Dass er sich despektierlich zur Idee des Gemeinwohls äußert, kann man auch nur zur Kenntnis nehmen. Aber durch die Hintertür kommt der Begriff bei den Befürwortern des »Individualismus« wieder zum Vorschein, wenn sie als Vertreter von Interessensgruppen das »Wohl« derselben im Auge haben. Nur halt nicht für »alle«. Allen soll es nicht »wohl« dabei werden.

Und war es nicht dann diese Wahrnehmung bei den Menschen, die über viele Jahre und Jahrzehnte mitbekamen, dass es den »Individualisten« einen feuchten Kehricht interessiert, wie es »allen« geht und deshalb genau mit diesen Gruppen nicht mehr für die Zukunft rechneten?


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Lobbyarbeit und Behörden

In den Mitteilungen des VAMV geht es immer wieder um die »Existenzsicherung« der Mütter, Väter und Kinder. Dabei wird ein Grundeinkommen gefordert. Mit unterschiedlichen Bezeichnungen, als Existenzminimum, existenzsichernde Grundrente, soziokulturelles Existenzminimum, Existenzsicherung für Kinder, existenzsicherndes Erziehungsgeld, existenzsichernde Lohnersatzleistungen, oder als existenzsichernde Entlohnung. Und es wird darauf verwiesen, dass die »Lebenszufriedenheit« auch mit der Einkommenshöhe zusammenhängt.

Somit ist das Anliegen dieses Interessenverbandes nicht anders geartet (von den klientelspezifischen Bedarfen einmal abgesehen), als bei vielen anderen Lobbygruppen auch, die für ihre Mitglieder und deren Angehörige eine sichere Existenz (unter menschenwürdigen Bedingungen) anvisieren.

Bei der Behandlung der Einzelthemen bleibt der Verband aber nicht selten an der Oberfläche des Themenkomplex stehen und die Auseinandersetzung erschöpft sich in der »Forderung« nach zum Beispiel bezahlbarem Wohnraum und guter Infrastruktur (hier wäre eine weitergehende Analyse der »Grund- und Bodenverhältnisse« notwendig, um Gründe für die viel zu hohen Mieten oder dem Mangel an preiswerten Wohnungen zu erhalten) und Geld (hier wäre der angebliche »Sparzwang« der Politiker zu überprüfen. Stichwort ist »die Geldschöpfung aus dem Nichts« und die Absurdität des Mangels an Geld). – Die Lobbygruppen müssen selbst herauszufinden trachten, warum ihre Forderungen nicht umgesetzt werden. Sind die Argumente der Politiker schlüssig, welche alternativen Wege aus der Krise sind möglich, für welche Wege setzen wir uns ein?

Außerdem stellt die Interessensgruppen orientierte Arbeit eine Einschränkung dar. Denn wer nicht zu dieser Gruppe gehört, wird sich womöglich für andere Angelegenheiten engagieren, die wichtig erscheinen. – Gruppengrenzen überschreitende Solidarität wird da eher erschwert.

Wenn aber festzustellen ist, dass die Anliegen in allen Gruppen ähnlich sind (Garantie der Existenzsicherung für die Mitglieder der Gruppe), und lassen sich diese individualisieren, dann können alle Menschen, unabhängig von ihrer Lobby, für »universelle« (eigene) Rechte eintreten und sich miteinander solidarisieren. – Gruppen brauchen dann nicht aus der gruppenspezifischen Besonderheit heraus einen Anspruch auf Berücksichtigung und Beachtung ableiten und könnten ihren »Auftrag zu sorgen«, in wesentlichen Teilen den einzelnen Menschen in ihren Kreisen überlassen und diese setzen sich dafür ein.

Äußert sich die Verwaltung einer Stadt zu den »Sorgen und Nöten« der Bewohner, so muss der aufmerksame Bürger berücksichtigen, dass die Behördenmitarbeiter möglicherweise Mitglied bei den Parteien sind, die die »Sorgen und Nöte« der Bevölkerung verursacht haben!

Wenn also »verschiedenerlei Gründe« für Armut angesprochen werden, dann ist ein Grund der, dass die GRÜNEN den unsäglichen Hartz4-Gesetzen zugestimmt und die daraus resultierende Verarmung von weiten Teilen der Bevölkerung mutwillig in Kauf genommen haben. – Aber darüber informieren dann die grünen Referatsmitarbeiter nicht in ihrer Broschüre.


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Raum

Der 32-jährige wohnsitzlose Albaner versuchte ….

Im Rahmen der sich anschließenden Fahndung konnten zwei junge Frauen, hier ohne festen Wohnsitz, ….

Der 26-jährige wohnsitzlose Slowene verschaffte sich ….

Der wohnsitzlose aus Osteuropa stammende Mann wurde ….

Eine 19-jährige wohnsitzlose Frau wurde am Samstagvormittag unter dem Verdacht ….

Bei dem Täter handelt es sich um einen wohnsitzlosen 35 Jahre alten Mann aus Bulgarien.

Das Pärchen – beide 30 Jahre alt, hier ohne festen Wohnsitz – wurde ….

Der Wohnsitzlose wurde in Polizeigewahrsam genommen….

Es handelte sich um einen 17-jährigen Wohnsitzlosen, der ….

Gesellschaften müssen so eingerichtet sein, dass die (vorhandenen!) Menschen leben können. Die Frage, ob jemand schuld ist, oder verantwortlich für bereits eingetretene Situation, hilft in keinem Fall weiter.

Was brauchen wir an Veränderung, damit die Gesellschaften den Erfordernissen der Neuzeit gerecht werden?

Frei zugängliche, kostenlose (im Winter warme) Unterkünfte, in denen Menschen (geschützt!) übernachten können. Diese sollten in genügender Zahl vorhanden sein. Es sind erstmal betreute Unterkünfte, mit Hausmeisterdienst, Concierge.

Keine Verfolgung aufgrund von Bedingungen: illegal, ohne Papiere, anderer Wohnort, …

Freier Zugang zu Nahrung, Kleidung, Energie in einem menschenwürdigen Umfang für jede einzelne Person.

Verstärkter Ausbau »Sozialer Dienste«: Aufsuchende Sozialarbeit, Unterstützung bei Lebensplanung, ….

Bewegungsfreiheit und unbeschränkte Arbeitserlaubnis müssen garantiert sein.

einfuehrung-des-bGE

Alle anderen »Lösungen« führen früher oder später zu undemokratischen und unmenschlichen Maßnahmen und Staaten, die ihre Kräfte in »Kontrolltätigkeiten« verpulvern.

Die Menschen sind geboren und wollen einfach nur leben.


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Rückblick

Vergleiche müssen passen. Man kann nicht den Massenmord an tausenden und Millionen von Menschen vergleichen mit der schikanösen und drangsalierenden Behandlung von Arbeitslosen. Selbst wenn man sie in die Zwangsarbeit bringt oder in die »staatliche gewollte Armut«, dann ist das noch einmal etwas anderes, als Menschen töten, foltern und schwer Körper zu verletzen.

Allerdings kann ich sehr gut verstehen, dass man einen Bezug zu der Zeit der Nazis nehmen will. Weil tatsächlich mit den SPD/GRÜNEN Gesetzen von Anfang der Nuller Jahre ein Schritt zurück in die totalitäre Gesellschaft gemacht wurde. – Aber statt sich mit den Opfern zu vergleichen, wäre angebrachter, ein Vergleich der heutigen »Vollzugsbeamten« und deren Charakter, mit dem Menschenschlag der damals gegen die eigene Bevölkerung und Menschen in anderen Ländern gewütet hat. Denn eins muss man sehen, die Bereitschaft einem totalitären System zu dienen, ist in jeder Bevölkerung und einem Teil dieser Menschen vorhanden. Bietet man durch entsprechende Gesetze ihnen Gelegenheit, dann tauchen sie (wieder) auf, und der nette Kollege am Arbeitsplatz oder Sportskamerad entpuppt sich als »Brüllaffe« im Namen der Räson, Anpassung und Unterwerfung. – Ja, so manch‘ einer dieser Mitarbeiter ähnelt den Menschenschindern und wir sollten daran arbeiten, so schnell wie möglich diesen Spuk »Hartz4« wieder zu verscheuchen.


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Positionen

Claudia Pinl ist Feministin. Ihre Beiträge verursachen ein Wechselbad der Gefühle. Dass ihre Mitteilungen auf Telepolis veröffentlicht werden, wundert mich nicht. Sie bezieht drastisch Position. Mir kommt es aber so vor, dass die Themen dabei oftmals nicht sorgfältig genug behandelt sind.

Auf sie aufmerksam wurde ich durch eine Radiosendung über das »Ehrenamt«. Beim Ehrenamt werden die Leute ausgebeutet, in Billiglohnjobs womöglich, für öffentliche Aufgaben, die auch bezahlt werden könnten, aber wegen der »leeren Kassen« ist dies nicht möglich.

Ihre Lösung:
Die Reichen werden heute durch zu niedrige Steuersätze geschont, sie können ihr Geld steuersparend in Stiftungen einbringen, über die sie dann nur das fördern, was ihnen in den Kram passt. Das muss geändert werden, sagt sie. Die Reichen sollen mehr Geld hergeben.

Frau Pinl hat für die Gewerkschaft gearbeitet, für die taz und sie ist Mitglied der Grünen.

Das war dann für mich auch ein Aha-Erlebnis. Denn ich hatte mich schon gewundert, warum sie beim Thema Arbeitslosigkeit argumentativ so herumeiert, statt klipp und klar zu sagen: »Hartz4 muss weg«. Aber kann sie das? Als Grünen-Parteimitglied? Wo doch die GRÜNEN (mit) Schuld sind, an diesem Unrecht.

Bei ihren Äußerungen zum Geschlechterverhältnis ist sie mir zu schnell bei einer Einschätzung angelangt. »Hoppla hopp, so isses.« Genauer hinschauen ist aber möglich. Um zu entdecken, dass es noch andere Sichtweisen gibt. – Sie hat den Gestus des »Unabdingbaren«. Nach dem Motto, »wer meine Sicht nicht teilt, kann nur mein Feind sein«.

Ihre Feststellungen zum Islam finde ich nachvollziehbar. Und wirklich klasse fand ich ihre Bemerkungen zu den Werbeflächen, die wir in den Städten haben. Wie absurd das ist, alles mit diesem Werbemüll vollzupflastern. – Ja, da hat sie absolut recht.
Die Straßen und Hauswände sind vollgepackt und zugestellt mit unwichtigen Botschaften. Aber mittlerweile sind sie dabei, die Belästigung auf die Sitz- und Stehplätze der U- und S-Bahnen auszuweiten, um die Menschen mit ihren »News« zu indoktrinieren: alle 3 Meter ein Werbemonitor. Und ich kann mich erinnern, da war der Flimmerkasten in einem Bus direkt vor dem Gesicht des sitzenden Fahrgastes montiert. Der Wunschtraum aller Werbeschaffenden.

Heute sind die Gesellschaften in einer Phase, in der alles möglich werden kann: neue Totalitarismen, Diktaturen, Herrschaftsverhältnisse. Oder ein weiterer Vorwärtsschritt der Menschheit mit einer noch lebenswerteren Welt. – In welche Richtung gehen wir?

gruenekoeln–Claudia Pinl über den Werbenutzungsvertrag für Köln
boell–Wo die Emanzipation wirklich beginnt
taz–Der ewig reizbare Mann
heise–„Freveltat gegen das Allerheiligste“
hr-online–Das Ehrenamt: Freiwillig zu Diensten?


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Nicht-Juden

Ein guter Beitrag von Herrn Schoeps.

So ist aber doch genauso die Frage zu stellen, wie die Nicht-Juden ihre Aufgabe bewältigen, ohne sich selbst zu beschädigen, zu vernichten, zu entwürdigen.

juedische-allgemeine–Unerwiderte Liebe

»Weist uns aus jeder Heimat«, heißt es in Lessings Essay, »stellt uns überall unter Ausnahmegesetze aus Furcht vor unserem Geist, aus Scham vor unserer Seele, entwürdigt, demütigt, kränkt, beleidigt. Aber denkt auch an eure eigene Seele. Aus der werdet ihr uns nie los, denn dank dieser Not unseres Lebens sind wir der tiefere Teil eurer selbst.« Und dann folgt der Satz: »Richtet uns, (dann) richtet (ihr) euch selbst.«

Wenn die Juden klüger sind als wir, so ist es unsere Aufgabe mindestens genauso klug zu sein. (Weil die Mehrheit zahlenmäßig die Minderheit überwiegt und dadurch eine größere Verantwortung hat.) In den 30er Jahren haben wir dann gezeigt, was wir sind. Und in den ersten 40er waren wir vollends viehisch.

So schwer ist es, die Differenz zu ertragen und an ihr zu reifen und zu wachsen, statt sie eliminieren zu wollen. Wer an dieser Aufgabe scheitert, muss an der Stelle weitermachen und von neuem beginnen, wohin das Ausmaß der Verwüstung das Menschengeschlecht zurückgeworfen hat.

Wir müssten anfangen zu lernen, und wenn wir an Klugheit zugelegt haben, können wir verbinden und erkennen und eine große, großzügige Seite zeigen.


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Organisierte Anthroposophie

Nicht nur, dass das Wort richtig geschrieben sein will (Gott sei Dank gibt es Shortcuts), wer sich Anthroposoph nennt, sollte es auch tunlichst nachweisen können, dass er einer ist.

Der Nachweis wird durch die Nähe und Anlehnung an Rudolf Steiner erbracht. Je näher man ihm ist, um so anthroposophischer ist das eigene Auftreten. Hundertprozentige Steinerianer sind somit »echte« Anthroposophen. – Aber wem ist es gegönnt dies zu überprüfen und festzustellen? Hier ist dann die Spielwiese all jener, die sich Anthroposophen nennen wollen und hier können sie sich zueinander abgrenzen und Spiegelfechtereien austragen, oder sich auch mal solidarisieren, wenn die Gelegenheit sich bietet.

Das Problem einer institutionalisierten Anthroposophie ist ihre Manipulierbarkeit. Dieses Problem haben viele Institutionen, zum Beispiel auch die Parteien. Hinter dem Aushängeschild »Anthroposophie« können sich Absichten und Personen verbergen, denen Steiner womöglich noch nicht mal die Hand geschüttelt hätte. Der Trick, den sie anwenden, um Institutionen zu okkupieren, ist, vorzugeben das sie die »echten« und »richtigen« Anthroposophen sind, und das ihr noch so schräges Denken sich zu 100% mit Steiners Ansichten decken würde, während alle anderen keine echten Anthroposophen seien und doch besser sich nicht Anthroposophen nennen sollten.

Was bedeutet das? Institutionalisierte Anthroposophie ist eher ein Problem, weil Machtkämpfe vorprogrammiert sind, wer denn der bessere und wahrhaftige Anthroposoph ist und wer nicht, wer in verantwortlicher Stelle (gut honoriert) Rudolf Steiner repräsentieren darf und wer nicht, wer in der Öffentlichkeit das Wort (im Sinne Steiners) ergreifen darf und wer nicht. Überall lauern Fettnäpfe und Fallstricke, was die Freude an der Beschäftigung mit der Anthroposophie manchem vermiesen könnte.

Wirkliche Anthroposophie kann eigentlich nur darin bestehen, sich den Schriften Rudolf Steiners zuzuwenden, eigene Erkenntnisse zu entwickeln und auf Grundlage dieses Wissens seinem Tagwerk nachzugehen. Wozu braucht man die Institutionen? – Oder, was auch noch angemessen wäre, zu sagen, meine Unternehmung ist anthroposophisch orientiert, die Umsetzung und Ausrichtung und die behauptete Interpretation verantworte ich als Privatperson selbst. Dann wäre es eine private Institution, von der die Vertreter derselben behaupten, sie sei anthroposophisch. Dem geneigten Publikum wäre es dann freigestellt, zu überprüfen, ob das stimmt.

Im Zusammenhang mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen bin ich nun mehrfach auf Personen gestoßen, im institutionalisierten Kontext, mit Vorstellungen und Überlegungen, die man nur schwerlich »im Sinne Rudolf Steiners« sehen kann. Dennoch scheinen sie Geldgeber zu finden, die ihr Tun befördern.

Und auch wenn immer wieder von »Geistesfreiheit« gesprochen wird, so ist es doch gar nicht so einfach, zu akzeptieren, dass Personen, bei denen man kaum »gute Gesinnung« feststellen kann, es schaffen sollten, Schulen zu gründen, um dann Kinder zu (be) lehren. Vielleicht sind aber gerade solche Schulen, durch »Bildungsfreiheit«, doch die besseren Schulen, weil wir alle (Eltern, Schüler, Öffentlichkeit) permanent aufgefordert sind, zu hinterfragen und zu überprüfen, ob das, was wir gewählt haben, wirklich das Gute ist, dass wir uns vorstellen, während die staatlichen Schulen eher unbemerkt ihre Arbeit machen können, weil »einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul«.


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Üben, üben, üben.

Im Café. Früher kam der Ober oder die Bedienung mit dem Notizblock an den Tisch. Warum heute nicht mehr? Ist das nicht cool genug. Wenn man neben dem Standardangebot eine eigene Zusammenstellung bestellt, ist die Person schnell überfordert. »Hatten sie das wirklich bei der Bestellung gesagt?« – Ja klar, hatte ich. – Bitte den Notizblock wieder einführen! 🙂

Super, das Geschirr wird wieder weggeräumt, so ist mehr Platz auf dem Tisch. Klasse. Doch halt, da waren noch Speisen drauf und ich war noch gar nicht mit dem Essen fertig.


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Wissenschaft ist …

  • Was ist Wissenschaft.

Wie geschieht Orientierung in der Welt? Durch Beobachtung und Erkenntnis. Einsicht und Verständnis.

Was ist eine »tatsächliche oder autorisierte Definition«? Sind wir Menschen nicht schwach und begrenzt in unseren Möglichkeiten, oder zumindest mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet.

Wenn man davon überzeugt ist, dass etwas richtig ist, ist das dann Religion oder Wissenschaft?

Wissenschaft beruht auf Erkenntnis von Fakten durch objektive Beobachtung. Diese Erkenntnis kann durch ungenügende/fehlerhafte Beobachtung objektiv falsch sein und später nach besseren Beobachtungen korrigiert werden, aber grundsätzlich sind diese Erkenntnisse verifizierbar.

»Erkenntnis« ist ein Vorgang im Subjekt, und nicht »Erkenntnis von …«. Wenn diese Aussage überhaupt richtig sein will, müsste es heißen: »Wissenschaft beruht auf Erkenntnis.« Die im nächsten Satz eingefügte Einschränkung bezieht sich auf »Fehler durch subjektive Betrachtung«. Sie kann sich aber nicht auf »Erkenntnis« beziehen, denn diese meint schon die »richtige Betrachtung«. Eine fehlerhafte Beobachtung kann sich auf das Verständnis einer Sache beziehen. »Verifizierbar« sind auch nicht »Erkenntnisse«, sondern zum Beispiel »Prämissen«.

Diskussionen um »richtig oder falsch« bekommen schnell eine aggressive Färbung, Gereiztheit. So gibt es Personen, Gruppen, die »wissen«, was richtig oder falsch ist. Diese bieten zwar ein Gespräch an, aber nur insoweit die Gesprächspartner sich überzeugen lassen, von deren Weisheit. »Diskussion« an sich hat die Tendenz, etwas zu öffnen, etwas (leicht) aus den Angeln zu heben. Schon dieser Umstand wird zum Beispiel in diktatorisch organisierten Kulturen als Bedrohung erlebt und möglichst schnell wieder unterbunden. »Diskussion« birgt die Gefahr, dass festgeklopfte Ansichten, Einschätzungen in Frage gestellt werden. Und dadurch werden Macht- und Deutungshoheiten gefährdet.

In Gruppen, in denen man sich einig ist, was »richtig und falsch« ist, werden »Eindringlinge«, Fremde danach bewertet, ob sie die Weltdeutung teilen, die in den Gruppen Usus ist. Tun sie das nicht, werden sie als »nicht zugehörig« angesehen.

  • Was ist Wissenschaft

Wissenschaft ist das Bemühen des Menschen, ein Verständnis zu erlangen, von der Welt, vom Menschen.

Am interessantesten aber sind die Probleme rund um den Wissenschaftsbegriff. Denn einige Menschen(A) wollen andere Menschen(B) dazu zwingen, ihre eigenen Erkenntnisse zu beweisen, ansonsten wollen sie diese nicht anerkennen und im Einzelfall sogar bekämpfen.

Dabei sollen die »Beweise«, die zu erbringen sind, dem »Regelwerk« der A-Menschen entsprechen. Das heißt, die A-Menschen beanspruchen für sich die Deutungshoheit. Dieser Anspruch ist aber nicht gerechtfertig, weil willkürlich. Denn Regeln, die für alle gelten sollen, können nur von allen gewollt sein. Ist aber nur einer gegen diese Regeln, so sind sie ungültig.

Die Lösung kann deshalb nur sein, dass man »vorläufig« über einen »Mehrheitsbeschluss« bei einer »Abstimmung« ein Regelwerk in einem Lebensraum für gültig erklärt, und bei Bedarf wieder über Abstimmungen die Gültigkeit überprüft.

Wahrheit und Erkenntnis ist subjektiv und darf von niemandem angezweifelt werden (außer vielleicht vom Subjekt selber). Wenn hundert Menschen zusammensitzen und über die Sonne sprechen, so können wir hundert verschiedene Einschätzungen haben. Unter den hundert Menschen mag sich auch ein Materialist befinden und er erzählt den anderen allerlei technische und materielle Weisheiten. Sein Wissen ist aber nicht »wertvoller« als das der anderen, oder »besser«. Und die Äußerungen der anderen sind weder »falsch« noch »richtig«.

Die Äußerungen des Subjektes gehören unangetastet. Sie sind heilig, weil aus dem Inneren des einzelnen Menschenwesen gekommen.

Dennoch versuchen immer wieder Menschen anderen Personen zu zwingen, zu nötigen, zu drängen, auf ihre eigenen Erkenntnisse zu verzichten und sich der allgemeinen und herrschenden Meinung anzuschließen. Diesem Druck sollten wir uns ein für alle Mal widersetzen.

Hauptziel der W. ist die rationale, nachvollziehbare Erkenntnis der Zusammenhänge, Abläufe, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen wie der historischen und kulturell geschaffenen Wirklichkeit; neben der Erweiterung des Wissens über die Welt liefern vor allem Naturwissenschaft und Technik die Mittel zu vorausschauender Planung und gezielter Veränderung der Wirklichkeit Als Hauptmerkmal der Wissenschaft wird (außer im Marxismus) eine von Wertungen, Gefühlen und äußeren Bestimmungsmomenten freie, auf Sachbezogenheit gründende Objektivität angesehen, welche neben dem methodischen Konsens die Verallgemeinerungsfähigkeit und allgemeine Nachprüfbarkeit wissenschaftlicher Aussagen begründet.«

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Wissenschaft

Das ist erst einmal eine viel bessere Beschreibung von Wissenschaft, als sie im Haupttext zu finden ist. Wozu spendet man immer wieder für Wikipedia (die Spendenaufforderung läuft weiter, obwohl man gespendet hat), wenn dann die Beiträge doch so schlecht sind.

Im Haupttext steht als erster Satz:

Wissenschaft ist die Erweiterung des Wissens durch Forschung, seine Weitergabe durch Lehre, der gesellschaftliche, historische und institutionelle Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird, sowie die Gesamtheit des so erworbenen Wissens.

Statt sich am Wissenschaftsbegriff abzuarbeiten, werden zwei weitere Begriffe ins Spiel gebracht: Forschung und Lehre. Besser als der erstgenannte Text ist dieser zweite aber dennoch, weil er sich damit beschäftigt, was Wissenschaft »ist«. Und nur darüber müsste man schon eine ganze Seite zu Papier bringen können. Was das »Ziel« von Wissenschaft ist, stellt schon eine Untergliederung der Auseinandersetzung mit dem Thema dar.

Wissenschaft ist sicherlich mehr als nur die »Erweiterung des Wissens durch Forschung«. Wissenschaft ist der Ausdruck »innerer Sensationen und Vorgänge« und die Beschäftigung damit. Wissenschaft ist die Sammlung von Informationen, Mitteilungen, Eindrücken aus dem Innen und aus dem Außen. Dies kann zu Erkenntnissen führen. Wissenschaft muss keinesfalls auf »Sachbezogenheit gründende Objektivität« beinhalten. Das ist vielmehr die Doktrin der A-Menschen, die sie den B-Menschen aufzwingen wollen.

Weder der »methodische Konsens«, noch die »Verallgemeinerungsfähigkeit und allgemeine Nachprüfbarkeit« von Aktivitäten, berechtigt die A-Menschen den B-Menschen ihr Unterfangen zu verbieten, zu entwerten oder zu relativieren. – Dies wohlgemerkt im direkten Gespräch unter einzelnen Subjekten, Individuen.

Wie aber kommen wir zu funktionstüchtigen Flugzeugen? In freier Entscheidung muss eine gemeinsame Entscheidung, Wertung zustande kommen, welcher Einschätzung wir uns anschließen. Dadurch bleibt die Autonomie und »Kompetenz« des Einzelnen unberührt und geachtet und es kann aber dennoch durch gemeinsamen Beschluss eine davon abweichende Sicht präferiert werden.


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Versorgung mit dem was wir brauchen

Vor dem Bioladen sitzt die Frau in der Kälte und bettelt.

Hat das etwas mit mir, mit uns zu tun? Die meisten Leute gehen vorbei, mit misstrauischem, empörtem, unfreundlichem Blick, oder tun so, als hätten sie die Person gar nicht bemerkt, die da freundlich lächelnd um eine kleine Spende bittet.

Jedem ist es freigestellt, etwas zu spenden. Das ist dann Privatsache, und es soll jeder entscheiden, wie er will. – Was kann man noch tun?

Wenn die Person in Not ist, zu wenig Geld für ihre Existenz hat, sind wir als Gemeinschaft aufgerufen zu helfen. Hier ist die Einflussmöglichkeit als Privatperson indirekt. Welche Partei wähle ich, gehe ich überhaupt wählen, wie muss eine Gesellschaft organisiert sein, damit alle Menschen versorgt sind? Ich muss mich entscheiden, wie ich politisch die Gesellschaft mitgestalten will, damit alle Menschen existentiell versorgt sind.

Wenn die Person bettelt und das Geld an ihren »Mann« (was immer das sein mag) abgeben muss, also Geld nicht personenbezogen verwendet wird, weil dies in Kulturen nicht üblich ist, müssen dennoch für Personen statt Geld die existentiell notwendigen Güter zugänglich sein: Öffentliche Infrastruktur ist da gefragt, die diese Dinge vorhält. Also Suppenküchen, Kleiderkammern, Wärmeräume, kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten, die dem Einzelnen auch Sicherheit bieten, für uns alle, die wir immer mal auf Wanderschaft sind. 😕

Ältere Frauen wühlen in den Mülltonnen. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass sie möglicherweise obdachlos sind. Junge Männer fischen in Abfalleimern nach Wertflaschen. Alle wirken bemüht und angestrengt und es sind kaum noch die alkoholkranken Obdachlosen zu sehen, die rauchend und trinkend viele Jahre anzutreffen waren. Wahrscheinlich haben die gar keine Kraft mehr, um nach Verwertbarem zu suchen.

Rings herum stehen viele Geschäfte leer. Die Menschen hasten durch die Straßen, und schauen sich so um, als ob sie sorgsam das schützen müssten, dass sie für sich an Möglichkeiten ergattert haben. Es ist eine »Gegeneinander-Gesellschaft«. – So heruntergekommen wie heute unsere Lebenswelt ist, war sie viele Jahre nicht. Den Zustand haben wir unseren »Verwaltern« zu verdanken, aber es liegt auch an uns allen, eine bessere Gesellschaft zu benennen und uns dafür einzusetzen.

Kurzzeitig lebten wir in fast paradiesischen Verhältnissen, in den 60er, 70er, 80er Jahren. Statt aber diese Umstände zu verstetigen und sie allen Menschen zugänglich zu machen, fingen wir an den Wohlstand zu verknappen mit dem Argument, nur wer einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz hat, darf in sicheren Verhältnissen leben. – Was ist nun mit dieser Regel? Sie entbehrt jeglicher Logik. Denn die Existenz des konkreten Einzelnen können wir gar nicht mit der konkreten Produktion von, zum Beispiel eines Brotes, in Zusammenhang bringen. Dennoch braucht aber der Einzelne genau dieses Brot um nicht zu verhungern. Einzelne Menschen in der Gesellschaft maßen sich an, für andere bestimmen zu wollen, unter welcher Bedingung sie versorgt sein können. Wollen wir diesen Zustand und diese Weltsicht beibehalten?


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Wirklich

sueddeutsche–blue-jasmine-im-kino-aberwitziger-selbstbetrug

Ich weiß nicht, wie der Film ist, aber die Rezension ist richtig öde. 😕

Die Antipathie gegen den Regisseur kann der Schreiber kaum zügeln. Nur mit Mühe gelingt es ihm, seine Ablehnung an Bestandteilen des Films glaubhaft zu machen. Durch die Buchstaben scheint hindurch, er will meinen, dass da eine Gruppe von Leuten unzufrieden ist, mit Benachteiligungen und andererseits andere (Reiche) unzureichend abgebildet und dargestellt werden.

Ich glaube ihm ehrlich gesagt, kein Wort. 😀

Nachtrag:
Aha, daher also diese Miesepetrikeit des Rezensenten in der Süddeutschen. Für den Kapitalismus gibt es keine Hoffnung. Das ist die Botschaft Allens. Und das passt natürlich den Leuten nicht, die an der »vom Tellerwäscher zum Millionär« These festhalten wollen.

perlentaucher–nackt-trotz-chanelkostuem

Aber es ist so. Der Kapitalismus hat genauso abgewirtschaftet und geht zu Ende, wie der Sozialismus nie richtig auf die Beine gekommen ist. Beide Systeme warten auf ihre Ablösung.


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Liebe oder was?

Liebe ist ein Gefühl, das ich aus freien Stücken, in Freiheit auf einen anderen Menschen ausrichte. Neben der Liebe gibt es noch die Bedürfnisse, das Habenwollen, die Hilfe, das Gebenwollen, das Haben, das Geben. Es ist nichts Unrechtes, wenn man seine Bedürfnisse befriedigen will und man bekommt, und das der Mensch die Bedürfnisse der anderen sieht, und deshalb gibt. Sind diese beiden Vorgänge im Menschen getrennt, ist eigentlich keine Schwierigkeit vorhanden.

Anders sieht es aus, wenn man die Dinge vermischt. Dann kommt ein Unheil zustande. Wenn ich Bedürfnisse habe, brauche ich nicht zu lügen, und behaupten ich würde den Menschen oder die Menschen »lieben«, die ich für meine Bedürfnisse in Anspruch nehmen will. Es geht ja »nur« um das Wohlgefühl, dass sich einstellt, wenn die Bedürfnisse befriedigt sind. Wie in einem Fokus sind diese Missverständnisse, bei der Partnersuche, oder vorgeblichen Partnersuche. Die einen sagen, sie suchen »Liebe«, die anderen behaupten sie wollen »lieben«, suchen aber in Wirklichkeit »nur« Bedürfnisbefriedigung.

Liebe »suchen«, geht gar nicht. Der Mensch liebt aus freien Stücken, dann, wenn er das will und kann. So sind es auch spontane Vorgänge. Darüber zu diskutieren, dass »zu wenig« Liebe im Spiel sei, ist lächerlich, weil man weder Zeitpunkt noch Menge abrufbar haben kann. Es ist ausschließlich und ganz im Individuum entschieden, wie dieses, und wie viel dieses und wann dieses »liebt«, und ist niemals von anderen Menschen zu bestimmen und abzurufen, wie »Liebe« in einer bestimmten Person vorhanden ist.

Alltag

Im Alltag überwiegt die Bedürfnisbefriedigung. Wenn man das ohne Vorbehalt anerkennt und das nicht als etwas Schlechtes abwerten will, kann jede Person damit neutral, freundlich, liebe-voll umgehen. Die Lüge der Liebe braucht es, um das Praktische und das Bedürfnis verklären zu können. Warum aber ist das notwendig? Weil wir das letztendliche Ziel der menschlichen Entwicklung vorwegnehmen wollen, um das vermeintlich Kränkende der Gegenwart erträglicher zu machen. Lieber wird gelogen, dass man liebt, als zuzugeben und es selbstverständlich zu handhaben, dass die Bedürfnisbefriedigung Vorrang hat. Die Bedürfnisbefriedigung wird zu etwas Heiligem aufgebauscht, dass sie nicht ist.

Der Weg

Die Bedürfnisbefriedigung muss in allen Bereichen pragmatisch gesehen werden. Sie ist das, was im Menschen »zuerst« da ist. Später, wenn es sicher ist, dass der »Bedarf« gedeckt ist, dass man sich keine Sorgen machen muss, dass man mit ihm alleine dasteht, dann kann sich im einzelnen Menschen nach und nach die Fähigkeit entwickeln, lieben zu können und lieben zu wollen. Denn dann »liebt« man ohne es vermischen zu müssen mit seinen Bedarfsgefühlen. Man liebt aus der Freiheit, aus der inneren Freiheit heraus. Das ist Liebe.

Zur »Ehrenhaftigkeit« der Bedürfnisse gibt es dies zu sagen:

Wie viele Bedürfnisse das Neugeborene hat! Viele erleiden da schon großes Unglück, dass die Umwelt nicht aufpasst und das Kleinkind im Stich lässt. Sehen wir dann die Bedürfnisse der Kinder und auch die der Jugendlichen. Ist in all diesen Lebensabschnitten ein riesiges Maß an Bedarfsfrustration angesammelt [1], dann bleibt der Frust auch im Erwachsenenleben erhalten und (alles!) was an Mangel sich angesammelt hat, müsste nach und nach abgebaut werden, dass heißt, die Bedürfnisse müssten »nachträglich« befriedet werden. Da die Eltern-Kind-Beziehungen nur mit Mühe in therapeutischen Beziehungen nachgestellt werden können (viel zu wenig Zeit und zu teuer; meist nur eine therapeutische Hilfe, aber Eltern sind »zwei«), bleibt dann ein »ewiger« Frust und der »bedürftige Mensch« überwiegt das ganze Leben lang. Er kommt nie in den Zustand der Liebesfähigkeit, weil das (notwendige) Erstere fehlt.

[1]
Das ist kein Wunder in einer »Arbeitsgesellschaft«, in der sich der Staat und die Regierungen einen »feuchten Kehricht« darum kümmern, ob denn die Familienmitglieder in ihren wechselseitigen Beziehungen genügend Zeit füreinander haben und noch wichtiger, genügend materielle Ressourcen für eine gelingende Lebensgestaltung vorhanden sind. An vielen Bedürfnisfrustrationen des einzelnen Menschen sind die Regierungen und der Staat schuld. Denn der Staat muss mittels Gesetze dafür sorgen, dass der materielle Bedarf der Menschen (aller Menschen!) genügend gedeckt ist.


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Ich weiß nichts. Ich weiß was.

Eine Bekannte hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass diese doch recht bekannte Person aus dem Umfeld, einen Selbstmordversuch begangen habe, mit schwerwiegenden körperlichen Folgen. Über die Medien konnten man darüber nichts erfahren, da stand nirgendwo etwas und die Polizei teilte mit, dass über Selbstmorde und Selbstmordversuche grundsätzlich nicht berichtet würde, damit die Angehörigen geschützt bleiben.

Ich war da schon der Meinung, dass die Öffentlichkeit informiert gehört, damit sie sieht und weiß, in welcher Verfassung die Gemeinschaft ist, in welchem Zustand die Gesellschaft sich befindet. Denn stellen sie sich doch einmal vor, sie würden »ständig« über Selbstmorde informiert. Das würde sie doch nachdenklich machen. So aber weiß man von nichts und kann auch nicht gegensteuern.

Jetzt, einige Zeit später gibt es einen Artikel über den verhinderten Selbstmörder. Der Bericht wirkt wie eine Promotion, wie eine Werbeanzeige. Die Botschaft: Das Leben geht weiter, ja, ja, die Umstände, aber so ist das halt. Ärgern könnte man sich darüber, dass vorher jede Information verhindert und verweigert wurde, jetzt aber, nachdem der Vorfall in ein vertretbares Weltbild eingefügt ist (wahrscheinlich mussten alle erstmal warten, ob sich der Selbstmordversucher und seine Familie irgendwie wieder arrangieren). Es kann eine (fast) heile Welt präsentiert werden und deshalb ist offensive Vermarktung der Geschehnisse möglich.

So hat man aber das Gefühl, als Bürger manipuliert zu werden. Einmal werden jegliche Informationen verweigert, sie könnten ja anders interpretiert werden, als es Angehörige, der Betroffene oder auch gesellschaftlich Verantwortliche wollen. Dann wird an den Geschehnissen gearbeitet, und wenn es passt, wird der Bevölkerung die dramatische Story präsentiert. – Soll man sich da veräppelt vorkommen?


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Arbeitssituationen

Immer wieder ist es überraschend, festzustellen, dass Berufe und Tätigkeiten mit belastenden Arbeitsbedingungen, besonders schlecht bezahlt werden. Dabei müsste es eigentlich genau umgekehrt sein: Besonders beanspruchende Arbeiten gehören besonders gut entlohnt, weil der Mensch einen hohen Preis entrichtet: er ruiniert seine Gesundheit und verkürzt seine Lebenszeit mit diesen Tätigkeiten, weil er sie zeitlich am Tag, oder in der Lebensarbeitszeit, zu lange ausübt.

Bei bestimmten Angeboten sind wir Menschen aber nicht bereit mehr Geld zu zahlen. Eher würden wir auf die Dienstleistungen und Tätigkeiten verzichten.

Richtig wäre es also, dass diese Tätigkeiten nur zeitlich befristet (am Tag, im Leben) ausgeübt werden. Das ist möglich in einer Grundeinkommens-Gesellschaft. Denn das Einkommen wäre von der Arbeit getrennt. Weiterhin sollte alles Gesundheitsschädliche aktiv vermieden, verhindert werden, wenn man es denn lokalisiert hat. Das könnte, müsste eigentlich schon heute passieren.

Zum konkreten Beispiel: Im Freien. Es wird konzentriertes Reinigungsmittel mit Handsprühpumpen auf die Autos aufgebracht. Der Sprühnebel wird je nach Wind immer auch eingeatmet und kommt an die Augen. Im Eingangsbereich der Waschanlage ist es sehr laut und ein ständig stark wässriger Nebel, durchsetzt mit Reinigungsmitteln, wird eingeatmet. Die Kleidung wird durchfeuchtet.

Es scheint so zu sein: Wird geistige Arbeit aufgewendet, um die körperliche Arbeit zu ersparen, wird diese Leistung besonders hoch vergütet. Wird hingegen die körperliche Arbeit ausgeübt, wird sie so gering wie möglich bezahlt, weil die Menschen eher darauf verzichten würden, die Arbeit in Anspruch zu nehmen, als einen höheren Preis zu zahlen. Die Logik lautet: eine vollautomatisierte Waschanlage würde finanziert und in der Nutzung wäre sie für den Kunden preiswert. Deshalb muss die »Handwäsche« auch preiswert sein, sonst könnte sie nicht mit der Maschine konkurrieren.

Trotzdem fehlt mir noch das »Aha« Erlebnis, warum denn nun besonders belastende Arbeiten schlecht bezahlt werden. Aber da fällt mir ein, als Chirurg oder Operateur zu arbeiten, im 12-Stunden-Schichtdienst, ist ja auch belastend und anstrengend. Hhmm. 😐


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Sexualität und Information

https://plus.google.com/u/0/101055792269092081513/posts/TA5jqkAyAiS

Beziehung bedeutet, gemeinsam diese große Energie »Sexualität« aufzufangen und zu handhaben, um sich dann auch (in Ruhe) den anderen (wichtigeren?) Dingen im Leben zuwenden zu können.

Und dies bedeutet eben nicht, für die Phantasie-Akrobatik die am besten geeignete Person zu finden (oder gar ständig wechselnde Personen), denn dann würde die Sexualität überbewertet, diese Kraft und deren Ausleben zum Lebensinhalt gemacht, was eigentlich einer Verarmung des Daseins gleichkäme (sicher gibt es Menschen, die auch sonst wenig Lebensinhalte hätten, wenn sie sich nicht auf den Sex beziehen).

So könnte auch die Sexualität im Sexualkunde-Unterricht mit einem anderen Schwerpunkt dargestellt werden: Mit dieser großen Kraft umzugehen, ohne das anderen Menschen ein Leid angetan wird, oder Menschen ins Unglück gestürzt werden. Und wie gelingt das am ehesten.
Die Auseinandersetzung mit der Sexualität birgt große Gefahren und bringt andererseits große Befriedigung. Möglicherweise geht es darum, die Menschen zu unterstützen, einen gelungenen Umgang mit dieser inneren Energie zustande zu bringen.

Die Gefahren sind:
Ungewollte (frühe) Schwangerschaft, ungewollte (frühe) Vaterschaft.

Sexualität als Ausgleich (Ersatzwelt) für scheinbar unlösbare Probleme im seelisch-emotionalen Bereich, die eine Entfaltung der Persönlichkeit (gemäß dem Wesen und Streben des Menschen) verhindern und das »andersartige« Ausleben der Sexualität eine behelfsmäßige »Bearbeitung« der ungelösten Probleme darstellt. Hier ist zwar die unzureichende Hilfe, etwa im psychotherapeutischen Bereich »schuld«, aber es nützt nichts, die Gefahren müssen angesprochen und angegangen werden.

Das gewalttätige Ausleben der Sexualität (überwiegend durch die Männer). Eine Öffentlichkeit, die dies ächtet, aber den Männern konkrete Verfahrensvorschläge macht (und im Sexualkunde-Unterricht dies thematisiert, kreative Vorschläge zur Umsetzung ins öffentliche Gespräch bringt).


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Über Sexualität – Christa Meves

Zitat Christa Mewes:

Solche dranghaften Steigerungen sind die üblicherweise auftretenden Abläufe bei jeder Sucht, wenn ein großer Naturtrieb an die Maßlosigkeit ausgeliefert wird.

die entfesselte Sexualität so in Grenzen zu weisen, das nicht eine Vielzahl junger Menschen an ihre Gefahren ausgeliefert wird.

Sexualität gehört zu den animalischen Bedürfnissen und bei dieser Verortung könnte sie auch zu dem einen Ende zwischen der menschlich-geistigen Größe und dem rein Tierischen gerechnet werden. Braucht das eine Art Steuerung, oder ist das bei jedem Menschen(1) halt anders? Wenn beim Ausleben dieses Animalischen andere Menschen zu Tode kommen, schreit das geradezu nach Korrektiven.

Doch stellt sich die Frage, ob Frau Meves den Zusammenhang richtig dargestellt hat. Denn sie schließt, dass die Sexualität Ursache der Tat war. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie sich hierbei irrt. Im Grunde müsste dazu ein Blick in das Leben dieses Menschen möglich sein. Wie ist er aufgewachsen, mit welchen Bezugspersonen, wie haben sich diese verhalten und so weiter. Es könnte sein, dass das Sexuelle nur als Symptom seiner Gesamtpsyche sich ausdrückt und wir sehen dieses Symptom in der Tat.

Davon aber abgesehen denke ich, dass eine Diskussion und Anschauung auf das Sexuelle stattfinden sollte. Nur wer will schon gerne seine Sexualität zur Diskussion stellen, offenlegen und “Korrekturen” akzeptieren? Und doch bin ich überzeugt, es sollte getan werden. Denn mit den Trieben umgehen, und wie sie in Gedankenbildern und Bedürfnissen auftauchen, ist ein Thema von Menschen. Ist das “in Ordnung”, was da abläuft, brauche ich Hilfe im Umgang damit? Dies wäre ein notwendigerweise zu besprechender Sachverhalt.

(1)
Meistens sind die Männer in ihrer Sexualität „problematisch“, im Sinne von sich und andere schädigend. Zumindest lässt die Berichterstattung in den Medien darauf schließen. Diesbezügliche wissenschaftliche Untersuchungen, etwa auf eine Art prozentuale Verteilung wären interessant.


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Diskussion anhand eines Christa Meves(2) Textes(3)

Kindesmissbrauch: Ursachen und Konsequenzen

Ursachen:

1) Sexueller Kindsmissbrauch kann auf einem verantwortungslosen, gewissenlosen Bemächtigungsbedürfnis eines meist sexualisierten Erwachsenen gegenüber einem meist von ihm abhängigen Kind beruhen – eine Missachtung von dessen Würde und oft auch seiner Schutzpflicht.

2) In anderen Fällen entsteht die Neigung zu sexuellem Missbrauch an Kindern,

Frau Meves bezieht sich bei der Ursachenbeschreibung „Sexuellen Missbrauchs“ auf das, was bei Männern in ihrem Leben eingetreten sei (sexualisiert, selbst missbraucht), welche Bedürfnisse diese haben (Bemächtigungsbedürfnis), und wie deren Entwicklung (Seele, Persönlichkeit) verlaufen ist.

die Pädophilie, auf dem Boden einer partiellen Fehlentwicklung. Sie tritt zwar – wenn überhaupt – nach außen erst im Erwachsenenalter in Erscheinung, bahnt sich aber oft schon ab der Geschlechtsreife ein. Sie ist gekennzeichnet durch eine Fixierung der Gedankenwelt an meist sehr spezifische sexuelle Phantasien über einen sexuellen Umgang und über sexuelle Eingriffe an Kindern.
Die Ersterfahrungen pflegen vielfältig zu sein. In der Tätervorgeschichte lässt sich nicht selten sexueller Missbrauch in der eigenen Kindheit finden: Ein (meist wiederholtes) Bekannt-gemacht-werden mit pornographischen Materialien per Foto, Video, TV und Internet, manchmal exhibitionistische Schocks, Aufforderungen zu sexueller Befriedigung oder gelegentlich sogar das Erleiden direkter Eingriffe ins Genital.
Auf diese Weise wurde einst im Kind verfrüht die sonst noch in der Latenz verharrende Sexualität aktiviert. Es findet dann im seelischen Bereich eine Abspaltung des Geschlechtstriebs von der Gesamtentwicklung statt.

Ob sie die Vorgänge richtig beschreibt, die eintreten, wenn Kinder etwas Bestimmtes erleben, will ich dahingestellt sein lassen.(1) Dennoch sollte festgehalten werden: Die Sexualität kommt zu seiner Zeit. Eine zu frühe Bekanntmachung beeinträchtigt die Entwicklung des Menschen und bedarf einer Verarbeitung. Geschieht die nicht, so sucht das Thema von selbst seinen Weg in der Person und rückt ständig in den Vordergrund.

Wenn dem Erleben des Kindes keine Verarbeitung ermöglicht wurde, pflegen vielfältige Verhaltensänderungen einzutreten. Mit der Geschlechtsreife kann sich z. B. daraufhin in diesem Bereich ein vorrangig werdendes Interesse an sexueller Thematik, eine sich schließlich süchtig verstärkende Dominanz im Timbre der Gedankenwelt einstellen. Sexuelle Themen und sexuelle Materialien werden vorrangig gesucht, oft jetzt bereits mit einem pädophilen Akzent. Dieses Spezifikum unter den Sexualsüchten, das Interesse an sexuellem Umgang mit Kindern, kann sich eher bei einem männlichen Jugendlichen anbahnen, besonders wenn dieser – von schmalwüchsiger Gestalt – bisher wenig Anerkennung und Erfolg in seinem Umfeld erlebt hat.

Die weitere Abfolge unterliegt meist, wenn auch nicht immer, den regelhaft üblichen Suchtvorgängen: Die eigene sexuelle Stimulation muss durch immer stärkere Fantasien bzw. immer drastischere Außeneinwirkung hervorgebracht werden.

Warum? Vielleicht ist eine innere Leere anzunehmen und das „immer Stärkere“ macht Fülle.

Hat die innere seelische Situation diesen Status erreicht, bedarf es oft lediglich einer zufälligen Gelegenheit, um die lange praktizierten Phantasien im Umgang mit einem realen Kind zu verwirklichen. Es handelt sich dann aber auch meist nicht eigentlich darum, eine wirkliche Beziehung zu dem Persönchen Kind anzuberaumen, sondern es zu einem Objekt der Triebbefriedigung des Täters zu machen. Die Kindlichkeit des Opfers ist für den Täter die ihn subjektiv zwingende Bedingung seiner Suche. Erwachsenen, Starken fühlt er sich ohnehin von der Kindheit her in der Tiefe seiner Seele nicht gewachsen.

Bei der Beschreibung, warum die Tat mit welcher inneren Motivation durch den Täter geschieht, kommt mir viel Vermutung ins Spiel. Frau Meves spekuliert.

Der Vollzug kann den Täter schließlich in eine Art Trance unter Ausschluss jeglicher Gewissenskontrolle versetzen. Der Druck zur Wiederholung der Tat, der grundsätzlich mit einer eigenen sexuellen Erregung verbunden ist, verstärkt sich mit jeder Handlung dieser Art, im übelsten Fall bis zur Rauschhaftigkeit im brutal eskalierenden Geschehen, wie ich durch meine langjährige Tätigkeit als Gutachter bei Jugendgerichten erfahren konnte.

Verursachend muss nicht immer ein Mensch als Verführer stehen. Manchmal kann bereits Bildmaterial oder ein Film mit drastischen Sexszenen die Vorlage bilden. Später kann es dann durch die verwirklichte Tat meist sogar zu einer – wenn auch nur kurzfristigen – scheinbaren Befriedigung und damit zu einer gewissen Entlastung des süchtigen Verhaltens kommen, eine Hoffnung des Süchtiggewordenen, die sich rasch als irrig erweist.

Das sexuelle Verhalten als Sucht zu beschreiben, halte ich für gewagt und würde diesen Begriff ganz weglassen, bei der Betrachtung der Sachverhalte.

3) Die ab 1969 anberaumte Taktik der Neuen Linken, die „Befreiung zur Sexualität“ als ein Vehikel zur Gesellschaftsveränderung anzuberaumen, verstärkte pädophile Neigungen, weil jegliche „polymorph-perversen“ Aktivitäten einem erweiterten Normalitätsbegriff eingeordnet wurden und über mehrere Jahrzehnte hinweg dadurch auch zu einem laschen juristischen Umgang mit vielen pädophilen Straftaten führte. Erst durch die das Gesetz verschärfende Reaktion der CDU Regierung 1998 kurz vor ihrer Abwahl entstand wieder ein leicht angehobenes Bewusstsein der Gesellschaft über die Strafbarkeit pädophiler Handlungen.

Interessant ist jetzt ihr Wechsel zu einer Gesellschaftskritik. Das ist schon spannend. Nicht übersehen werden sollte, dass sie einer Generation angehört, die den Volkskörper und seine Gesundung im Auge hatte, dabei aber sich zu Ausschließungskriterien bekannte, die dem ganzen Konzept den Garaus machte und heute kaum noch dieser Ideenkomplex anzutreffen ist, aber bei Überlebenden dieser Zeit oder in Konzepten, die der Gemeinschaft wieder diese besondere Bedeutung verleihen.

Grundsätzlich halte ich diesen Ansatz für sehr gut. In der Gemeinschaft sollten wir uns umeinander kümmern. Sicher sind wir Inidividuen und wollen unsere Ruhe haben. Aber wenn es aus uns selbst ein Bedürfnis ist, Unterstützung und Hilfe erhalten zu wollen, so sollte die Gemeinschaft darauf vorbereitet sein.

4) Die Pädophilie muss zu den Fehlentwicklungen gerechnet werden, die in der Kindheit entstehen und die jenseits der Geschlechtsreife besonders im männlichen Geschlecht (durch dessen spezifische hormonelle Ausstattung) der Gefahr solcher sexualsüchtigen Teufelskreise mehr unterliegen als Frauen.

Das sind klare Worte von Frau Meves. Wow, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Die hormonelle Ausstattung ist das Testosteron.

5) Dem Boomen der Pädophilie ist durch den manipulierten, leichtfertig enthemmten Umgang mit dem Fortpflanzungstrieb – durch eine Entschämung der Bevölkerung von Kindesbeinen an – ein nur allzu fruchtbarer Boden für perverse und damit süchtige
Fehlentwicklungen bereitet worden.

Ich kann mich erinnern, dass Mitte der 70er Jahre die Pornografie freigegeben wurde und danach eine sich immer mehr steigernde Vermarktung und Ausbreitung des Sexuellen in der Gesellschaft stattfand, auch unter dem Begriff der „Freiheit“, das leben zu können, was in einem schlummert (und sei es auch noch so „anders“). Peepshows, Pornofilme, die TV-Privatsender mit Tutti-Frutti (später auch, Zeigen von sexuellen Handlungen), dann die Talkshows mit allen nur möglichen Sex-Orientierungen als Thema. Diese Entwicklung kam ins Stocken, als Berichte über Kinder-Pornografie und sexuellen Kindesmissbrauch sich häuften und Straftaten, insbesondere Sexualverbrechen, Morde, fast hysterische Reaktionen in der Öffentlichkeit hervorriefen und das ach so neckische Thema „Sex“ plötzlich ins Zwielicht geriet. „Höhepunkte“ dieser Verirrungen waren das Verwenden des eigenen Nachwuchses als auch die kannibalistischen Auswüchse. Und zuletzt durften wir erfahren, was bei dem „Ausleben“ der Sexualität noch so möglich war: die jahrelange sklavenhalterische Gefangennahme von Menschen zu sexuellen Zwecken.

Heute kann man von einer „Ernüchterung“ sprechen, was den Umgang mit Sexualität angeht. Freier Umgang mit Sex ist gesellschaftlich zwar weiterhin akzeptiert und der Zugang zu Sex-Materialien freigestellt, wobei allerdings bestimmte Bereiche wieder tabuisiert werden. Auch wenn von einem Ende der Alpträume nicht gesprochen werden kann, es scheint ein Nachdenken eingetreten zu sein, ob da nicht doch was falsch läuft und Christa Meves spricht die Dinge in richtiger Weise an, auch wenn ich in der inhaltlichen Handhabung dieses und jenes anders fokussieren möchte.

Konsequenzen

1) Kinderschänder sind infolgedessen seelisch schwer beeinträchtigte Menschen, erkrankt an einer Sucht, die sich wie jede andere Erkrankung dieser Art kaum heilen lässt, wenn sie langfristig praktiziert und eingewöhnt wurde.

Hier mag ich Frau Mewes nicht in der Einschätzung folgen. Diese Menschen sind nicht an „der Sucht“ erkrankt. Die Sucht ist vielmehr Folge dessen, was krank machte. Krank sind diese Männer an ihrem Leben geworden. Was da genau vorgefallen ist, können diese Personen am besten selbst erzählen. Ich vermute, sie würden das auch tun, wenn man sie denn entsprechend anspräche und dazu ermutigen würde.

„Heilung“ geschieht nur durch „Leben“. Leben müssten diese Männer in einer heilsamen Umgebung, die insbesondere die Defizite in der Entwicklung des Seelischen und Schädigungen der Persönlichkeit berücksichtigen würde. Eine solche aufwendige Hilfe wäre zum Beispiel möglich, wenn unsere Gemeinschaften eine Versorgung aller durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen garantieren würden. Dann können sich Einzelne in der Gemeinschaft Zeit nehmen für diese Aufgaben.

2) Wiederholte Täterschaft ist also ein Merkmal der Schwere des Erkrankungsgrades. Diese Erkenntnis zwingt die Jurisprudenz in ein Hinterfragen der Gesetzgebung. Ein Krankheitsgeschehen mit eingeschränkter Willensfreiheit während der Tat mindert die Berechtigung zur Bestrafung, macht aber Verwahrung umso zwingender. Und selbst sorgsame klinische Therapien bedürfen nach einer Entlassung der ständigen Kontrolle mit Ausschaltung von Gefahrenquellen: Von dem Alleinsein mit Kindern, von Anstellungen in pädagogischen Einrichtungen, durch Fernhalten von Saunen und FKK-Stränden.

Heute kommt der ganze Behandlungskatalog zum Tragen, den wir in einer Gesellschaft ohne Grundeinkommen bieten können. Es ist sehr wenig und hat dann eben den Charakter der Bestrafung und des Wegschließens. Mehr ist nicht drin.

Ist es nicht so, dass wir Menschen in die Welt geboren werden und dabei in der Hölle oder im Paradies „landen“? Oder irgendwo dazwischen. Diejenigen mit Höllenerfahrung werden immer auch „die Gesellschaft“ als Schuldige sehen, dass sie nicht verhindert hat, so in der Welt angekommen zu sein. Diese Schmach, diese Scham und dann dieser Hass, vielleicht genauso es zurückgeben zu wollen. Die Aufgabe für Gemeinschaften, Unrecht, das geschehen ist, wieder gutzumachen, ist vorhanden.

2) Zum Schutz der Kinder bedarf es zwar der Verwahrung der Täter; aber wirksame Abhilfe allein lässt sich so nicht erwarten, zumal besonders die Männer durch den Zugang zur Internet-Pornographie nun auch noch leicht zugänglichen Sex-Versuchungen ausgesetzt worden sind. Allein die Einsicht der gesamten Gesellschaft in die Ursachen des Boomens süchtig machender Perversionen kann eine Revision erbringen: Die Bemühung um eine sorgsame vorbeugende Bewahrung der Kinder durch die generelle Einsicht in die leichtfertige Fehleinschätzung der Großmacht Fortpflanzungstrieb. Die Natur rächt sich, wenn der Mensch sich über sie und ihren Dienst am Leben, über ihre Triebziele hinwegsetzt.
Das lässt eine Durchforstung des obligatorischen, aber ideologisierten Sexualkundeunterrichts in den Schulen, besonders unangemessene Verfrühungen in der Grundschule dringlich erscheinen.

Das sind Aussagen! Dass man so etwas heute noch lesen kann. Ich bin erstaunt. Ich denke, Frau Meves Positionen sollten ernst genommen und von viel mehr Menschen diskutiert werden.

3) Jedes Befallensein von einer Perversion, gleich welcher Art, (heute in „Paraphilie“ umbenannt), bedeutet tiefgreifendes Schicksalsdrama. Berechtigung, sich darüber zu erheben, bedeutet Ignoranz.

4) Die katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten dieses gesellschaftlichen Umbruchs auf einsamem Posten an ihrer auf der Schöpfungsordnung beruhenden Sexualmoral festgehalten. Sie bildet damit ein Bollwerk gegen die allgemeine sexuelle Enthemmung in der Gesellschaft. Dass sie als eine Institution mehrheitlich mit männlichen Wesen von den neuzeitlich gezüchteten Perversionen absolut unbehelligt bleiben würde, konnte nicht erhofft werden; denn derlei Fehlentwicklungen pflegen eben bereits in der Kindheit ihren Anfang zu nehmen. Die Chance zur rechtzeitigen Unterscheidung ist gering, da kein Angefochtener vor der Aufnahme ins Priesterseminar auffällig geworden sein wird, und er selbst hofft, davon ganz frei zu werden bzw. zu bleiben.
In aller Deutlichkeit hat es deshalb Papst Benedikt zum Ausdruck gebracht, dass ganz gewiss, ganz besonders in heiligen Ämtern, Sauberkeit unabdingbar ist.

Im Grunde genommen sagt sie damit, dass „Sexualmoral“ völlig wirkungslos ist, wenn die Männer bereits in der Kindheit „Fehlentwicklungen“ durchliefen. Man könnte dann aber auch sagen, dass der Punkt eben doch nicht die bessere Sexualmoral ist und weiterhilft, sondern optimale Rahmenbedingungen für eine seelisch-geistige Persönlichkeitsentwicklung.

(1)
Was fehlt und notwendigerweise veröffentlicht werden müsste, sind Berichte der Täter über ihr eigenes Leben. Diese Informationen würden helfen, die Hintergründe zu erschliessen, wie es zu solchen Taten kommen kann.

(2)
Christa Meves;
Kinder- und Jugendlichen-­Psychotherapeutin

(3)
Die Freie Welt; Kindesmissbrauch: Ursachen und Konsequenzen


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Gesellschaftlicher Kontext sexueller Verfehlungen

Christa Meves bildhafte Beschreibung der Sachverhalte ist beeindruckend. Ich fasse mal zusammen:

Großer Lebensbeweger Sexualität; durch elterlichen und familiären Schutz Selbstsicherheit erwerben; eine starke Mutter mit gesunden, an sie gebundenen Kindern; Problem: Großmacht Sexualität bedenkenlos wuchern lassen, (ist) missbräuchlicher Umgang mit der Natur; ein pfleglicher, den Kindern Orientierung gebender Sexualkundeunterricht; Sexualkundeunterricht in der Grundschule ist verfrüht; dem Schamgefühl der Kinder wieder Raum geben; Problem: Abspaltung des Geschlechtstriebes aus dem harmonischen Gesamtkontext der Entwicklung; sexueller Missbrauch wuchs nun eben auf dem Boden der allgemeinen Sexualisierung der Bevölkerung; Enttabuierung des Schamgefühls.

Bei einer normal verlaufenden Entwicklung mündet sie nach einem vorübergehenden Interesse des Kindes zwecks Findung seiner geschlechtlichen Identität, während der Grundschuljahre in die sog Latenzphase ein.

… spätestens ab ihrem vierten Lebensjahr; denn von diesem Alter ab entsteht in jedem gut gebundenen gesunden Kind das Bedürfnis, (bei den Jungen früher als bei den Mädchen) seine Genitalien zu verhüllen. Das ist eine innere instinktive Maßnahme, um sie gegen sexuelle Übergriffe in Distanz zu halten.

Den Einschätzungen Christa Meves zur kindlichen Entwicklung würde ich zustimmen. Kinder brauchen Schutz. Eine Entblösungs-Ideologie wäre absurd.

Und weiter:

… dass die in Deutschland allgemein übliche Verhüllungsgepflogenheit der Geschlechtsmerkmale eine Erfindung der Bourgeoisie sowie der prüden veralteten katholischen Kirche und deshalb ebenso unnatürlich wie überflüssig sei; denn der Mensch unserer Zeit besitzt einen außerordentlich wach gehaltenen Nachahmungstrieb; im Zuge der allgemein anberaumten Vergötzung des Geschlechtstriebes; denn weder sind schließlich die Kinderschänderindustrie noch die 114 000 Straftaten dieser Art in unserer Republik pro Jahr von heut auf morgen aus dem Boden gesprossen. Vielmehr war es die „Befreiung zur Sexualität“ ab 1970.

War es nicht Thema der 60er und 70er Jahre, die Befreiung von der elterlichen Bevormundung, von der „Autorität“ der Kriegsgeneration, der Menschen, die unsere Eltern waren und doch scheinbar schuld hatten, an den Verbrechen der Nazizeit? (Christa Meves gehört selbst zu dieser Eltern-Generation. Sie ist siebenundachtzig Jahre alt.)

Ich kann mich an den Schulrektor der Grundschule erinnern, der den Kindern den Hintern mit dem Rohrstock versohlte. Davon sich zu befreien war das Ziel. Und dennoch sollten die Eltern als Bezugspersonen und Ansprechpartner weiter da sein.

Ziel dieser Befreiung war es eben nicht durch Sexualisierung aller Lebensbereiche „auf Augenhöhe“ und die Altersunterschiede missachtend, miteinander sexuelle Handlungen auszuüben. Das wurde vielleicht von interessierter Seite so hineininterpretiert.

Richtig ist, sich um den Schutz der Menschen allgemein zu kümmern. Dazu bedarf eines aber keines Rückgriffs auf eine Funktion der Kirche. Die Erkenntnisse, die Frau Meves aus ihrem Studium und ihrer beruflichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gewonnen hat, sind doch ausreichend. – Ihre Einschätzungen bezüglich der Sexualisierung unserer Gesellschaft halte ich für zutreffend. Die Bedeutung, der sie der christlichen Orientierung in diesem Zusammenhang zubilligt, müsste weiter diskutiert werden.

Was man Frau Meves zugutehalten muss, ist die Idee der Verantwortlichkeit für die Gemeinschaft. Diese Aufgabe übernehmen heute kaum noch Menschen. Und besonders nicht die Politiker, die doch in unserem Namen zur gesellschaftlichen Gestaltung beitragen sollten. Aber auch die sogenannten „geistigen Größen“ haben in letzter Zeit kaum noch etwas beigetragen zur sinnvollen Entwicklung unseres Gemeinwesens. Alle sind nur mit sich selbst beschäftigt oder haben keine Ideen. Zusammenhalt und ein Interesse an der gemeinsamen Gestaltung des Alltagslebens ist nicht vorhanden.

……….

Die taz zum sexuellen Missbrauch


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Wie macht man eine Bewegung. …. Oder auch nicht.

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Grundeinkommen

Antizipieren

86. Johannes Ponader – München 13. Juni 2011 um 04:57 Uhr Weiter so! So leben, als gäbe es schon Grundeinkommen! Und weitersagen!

Johannes Ponader. Als Mitunterzeichner von Ralph Boes Brandbrief. Er hat recht!




Geht es Ihnen genauso? Irgendwann hat man es doch verstanden.

Oder?

Jahre vergehen und man diskutiert immer noch das Bedingungslose Grundeinkommen, informiert andere Menschen über das Thema. Jetzt sollte man es aber auch mal umsetzen.

Beobachten sie, was da gesellschaftlich passiert.

Zur Umsetzung gehört eine effektive Vernetzung, die Aufgabe als Unternehmen verstanden und ein „Wir“-Gefühl. Es ist unsere Gemeinschaft, die wir gestalten.

Die Ansätze der Grundeinkommens-Idee in den 70er und 80er Jahren über die Ökologiebewegung
bGE als Güterleistung
Die aktuelle Situation


Die Ansätze der Grundeinkommens-Idee in den 70er und 80er Jahren über die Ökologiebewegung

Herbert Gruhl bringt in seinem Buch »Ein Planet wird geplündert« (1975), ein Beispiel gegen die Allmende. Allmende besagt, dass manche Dinge als Gemeinschaftsgut genutzt werden. Also zum Beispiel ein Stück Land wird von mehreren Bauern genutzt, um ihre Tiere dort weiden zu lassen. Nun sagt Gruhl, das funktioniert nicht, weil jeder Bauer versuchen würde, den größten Vorteil für sich aus der Sache herauszuholen.

Er schreibt (S.43): »Das System der Allmende funktioniert nur so lange, wie jeder Viehbesitzer stets die gleiche Zahl von Tieren auf die Weide schickt.« Der rationell denkende Viehhalter würde aber zu dem Schluss kommen, »es sei für ihn das einzig vernünftige, seiner Herde ein weiteres Tier hinzuzufügen«. Warum?
Dahinter steckt die Idee der »Ausbeutung von Ressourcen« zum eigenen Vorteil, für den eigenen Profit, beim Weiterverkauf der Ware. Aber ist es nicht absurd anzunehmen, bei den Menschen gäbe es einen Automatismus so zu denken. Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts dachten viele Menschen so. Und auch heute ist dieser Irrsinn womöglich zugange: Zum Beispiel gibt es Überlegungen, dass das »Massensterben« der Bienen damit zu tun hat, dass wir Menschen erstmal für eine »Massenhaltung« der Bienen gesorgt haben, was womöglich nicht in Ordnung (der Natur) ist. Aber die Allmende kommt doch aus einer ganz anderen Zeit, in der die Menschen so viel vorhielten (an Tieren z.B.) wie sie für die Selbstversorgung brauchten. Insofern sind die Annahmen Gruhls zur Allmende wenig hilfreich.

Gruhls Fazit: »Alle Dinge, die niemandem gehören, werden von allen sehr gerne benutzt, aber von niemandem gepflegt«. Im Grunde plädiert Gruhl für den Lobbyismus und die Gruppeninteressen. Er behauptet am Beispiel der Allmende, dass wir Menschen Allgemeingut schlecht behandeln, oder anders gesagt, dass die Allgemeinheit nicht existiert oder keine Verantwortung für die Dinge in ihrer Lebenswelt übernimmt, die ihr gehören. Einmal kann dies daran liegen, dass wir nicht gelernt haben, dass die Dinge um uns herum, die nicht dem einzelnen oder bestimmten Gruppen gehören, sondern der Allgemeinheit, von Wert sind und pfleglich behandelt werden sollten.

Bei speziellen Vorfällen können noch weitere Gründe hinzukommen.
Nehmen wir die öffentlichen Toiletten. Immer wieder ein Ärgernis für alle Menschen, die diese in Anspruch nehmen wollen, und sie zerstört, beschädigt, defekt, verdreckt, beschmutzt vorfinden. Mit der Folge, dass viele öffentliche Toiletten geschlossen sind, und die Menschen zusehen sollen, wo sie ihr Geschäft erledigen können. Hier ist es aber nicht die Übernutzung des Allgemeinguts, sondern deren Beschädigung. Möglich ist, dass sich Personen mit ihren Bedürfnissen (in der Gesellschaft) allein gelassen fühlen, und hier sich erinnert fühlen und ihren Unmut ausdrücken.

Überhaupt fällt auf, dass es nicht selten Jugendliche sind, die Allgemeingut beschädigen. An Nahverkehrsstationen Einrichtungen zerstören, unbenutzbar machen, in S-Bahnen die Fenster zerkratzen. Was bedeutet das? Vielleicht ist es ein Ritual, bei dem zur Anerkennung der Ordnung erst deren symbolische Zerstörung notwendig ist.

Gruhl meint, alles muss jemandem gehören, sonst gäbe es »Mord und Totschlag«. Denn alle hätten dorthin gedrängt, »wo die besten Lebensbedingungen, die besten Früchte ohne Arbeit oder das fruchtbarste Land zur Bestellung zu finden gewesen wäre«. Diesem Hinweis ist aber doch zu entnehmen, dass wir Menschen immer gute Lebensbedingungen suchen und Gruhl will das Problem »lösen«, indem die einen sie haben und die anderen sie nicht haben. Seltsam.

Zur Rationalisierung schreibt er: »Im industriellen Produktionskreis wird der Anteil der Arbeit des einzelnen Menschen am Produkt immer geringer. Durch die radikale Spezialisierung und die Verwendung von Maschinen und Energien sinkt der Beitrag des einzelnen immer weiter. …. Allein die Bezahlung verlockt noch zur Leistung; die Aussicht darauf, was man alles mit dem Geld wird kaufen können, liefert das Antriebsmotiv. Damit ist die Beziehung zur Arbeit nur noch eine indirekte«. Ja, das war vor 40 Jahren überlegt. Heute hat sich diesbezüglich nichts verändert. Im Gegenteil.

Die Entfremdung von der Arbeit ergibt sich aus dem Umstand, dass zwar weiterhin »die Bezahlung lockt«, aber die Menschen, die heute von den Arbeitsämtern zur Arbeit gezwungen wurden, erkennen, empfinden das Unrecht, das dahinter steckt, empfinden den Missbrauch ihrer Person, denn erst dann wollen die »Vertreter der Allgemeinheit« (Regierungen, Stadtverwaltung) den Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen und ihnen »Geld« geben. Die Bedingungen haben sich also für die Bevölkerung in den letzten 40 Jahren verschlechtert, während gleichzeitig eine vollständige Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistungen möglich ist.

Gruhl meint, dass eine »Neu-Definition der menschlichen Arbeit« notwendig ist. »Solange die Menschheit noch an den Fetisch »Arbeitsplatz« und daran glaubt, dass man ihn nur zu »schaffen« brauche, ist ihre Lage aussichtslos ….« (S.278). Interessant ist auch sein Hinweis, dass viele Arbeitsplätze immer wieder wegfallen werden, weil Märkte einen Sättigungsgrad erreichen und weitere (steigende und zunehmende) Produktionen sinnlos sind. Er nennt die Investitionsgüterproduktion, den Wohnungsbau, die Autoproduktion. Dadurch werden auf einen Schlag tausende von Menschen ihren Arbeitsplatz los. Und er erinnert sich wie in den 30er Jahren das Arbeitslosenproblem gelöst wurde: Durch einen Arbeitsdienst. [1] – Nicht viel anders wie heute also.

Auf Seite 290 spricht er eine sogenannte »Raumschiff-Wirtschaft« an, die Folgendes enthalten sollte:

1. Die Versorgung mit Nahrung
2. Die Versorgung mit Kleidung
3. Die Versorgung mit Heizung ….

Dies ist umso bedeutsamer, weil es sich mit den existenzsichernden Faktoren deckt, die ein Grundeinkommen finanzieren soll und die, wenn auch in völlig unzureichender Form, in Hartz4 abgedeckt sein sollen: Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie. Die »Plünderung des Planeten« hört dann auf, wenn wir Menschen erkennen, was die Wirtschaft tatsächlich für uns bereitstellen muss: das existentiell Notwendige. Bei aller weiteren »Produktion« sollten wir Menschen vorsichtig vorgehen.
Gruhl schreibt (S.293) wir brauchen nur lebensnotwendige Produktion zu geringsten ökologischen Kosten. Oberste Leitlinie sind dabei:

1. Vollständiges … Recycling …
2. Weitestgehende Energieeinsparung
3. Weitestgehende Rohstoffschonung
Ökologie geht vor Ökonomie

10 Jahre später, 1985, hat Rudolf Bahro im Zusammenhang mit der Ökopax-Bewegung dies gesagt [2]:
»Friede verlangt, dass wir die ganze Zivilisation neu beginnen, die Quelle für die Konkurrenz um knappe materielle Güter halbwegs verstopfen, indem wir allen materiellen Verbrauch und alle materielle Produktion auf das für annähernd gleiche Befriedigung der natürlichen Grundbedürfnisse notwendige Minimum zurückführen.«

Das ist das Bedingungslose Grundeinkommen!

Und

»Entziehen wir der großen Maschine und ihren Dienern nicht nur unsere Wahlstimme. Wir müssen überhaupt aufhören, mitzuspielen, wo immer das möglich ist.«

Damit meint er den Industriekomplex, die globale Wirtschaft sowie deren Unterstützer, die Regierungen, Politiker, Wissenschaftler, Institute, Parteien, etc.

[1]
Wikipedia:
1931 wurde in Deutschland – als Reaktion auf die hohe Arbeitslosenzahl im Rahmen der Weltwirtschaftskrise, die 1929 begonnen hatte – der „Freiwillige Arbeitsdienst FAD“ gegründet. Brüning ging damit auf eine Forderung unter anderem der NSDAP ein. ……..

Seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten (1933) diente der FAD (später umbenannt in Reichsarbeitsdienst) einem überwiegend militärisch definierten Nutzen.

[2]
Rudolf Bahro, »Logik der Rettung«, 1990, S. 15 folgende


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Überlegungen zur Weiterentwicklung des bGE-Gedankens

1. Menschenrechte

Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist ein Menschenrecht. Es passt zum Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte .

Artikel 22
Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Das bGE sollte in den Grundrechtserklärungen der Gesellschaften eine ausdrückliche Verankerung und Erwähnung finden. Zum Beispiel in der Form:

Artikel 22a
Die Staaten sorgen für eine kostenlose Existenzsicherung der Menschen. Eine Maßnahme, die diese Ansprüche in die Tat umsetzt, ist das Bedingungslose Grundeinkommen.


2. Direkte Demokratie und Volksabstimmungen

Da das Bedingungslose Grundeinkommen ein Menschenrecht ist, kann darüber nicht abgestimmt werden. Menschenrechte können nicht zur Diskussion stehen. Eine Volksabstimmung über die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens wäre also der falsche Weg. Oder kann höchstens als Versuch, das bGE noch schneller in die Tat zu bringen, angewendet werden. Wer für ein bGE eintritt, muss dies, wie bei den übrigen Menschenrechten auch, unabhängig von jeglicher weiterer Zustimmung anderer Menschen tun und die Durchsetzung desselben erreichen.


3. bGE und reale Existenzsicherung

Das bGE wird am Geld festgemacht. Dabei ist eine praktische Perspektive der bGE-Idee möglich. Die Existenzsicherung der Menschen muss sich materialisieren:

1.Wohnen

Kostenlose Wohnmöglichkeiten müssen gebaut und errichtet werden. Auf nicht zinsbelastetem Grund und Boden, der der Gemeinschaft gehört, mit nicht zinsbelastetem Kapital erbaut, verwaltet und betreut durch lokale Bau-Genossenschaften. Die Bereitstellung von kostenlosem Wohnraum ist zwingend notwendig. Dabei kann der Wohnungsmarkt weiterhin vielfältig bleiben. Es gäbe dann halt neben den maßlos überteuerten maklervermittelten Wohnungen, eine möglichst hohen Zahl an kostenlosen oder extrem preisgünstigen Wohnräumen.

2. Nahrung

Tafeln – Heute wird Nahrung bei Tafeln angeboten. Für Menschen, die sich kein Essen leisten können. Kostenlose Speisungsangebote im großen Stil müssten bereitgestellt werden. Also lokale Riesentafeln, Mensen, in denen jede Bürgerin und jeder Bürger, wenn er denn will, kostenlos essen kann. Dieses Angebot sollte in jeder Kommune, in jeder Stadt vorhanden und bekannt sein, so daß alle Menschen es nutzen können.

3. Kleidung

Kleiderkammern – Kleiderpaläste in jeder Stadt, mit allem was man zu jeder Jahreszeit zum Anziehen braucht, kostenlos.

4. Energie

Energiearmut muss verhindert werden. Jeder Bürgerin und jedem Bürger stehen zu seiner persönlichen Versorgung ein Quantum Energie zur Verfügung. Zum Wärmen/Kühlen, Nahrungsmittelzubereitung, sonstiger Nutzung. Die Energiemenge muss unabhängig von den Energieversorgern, durch modernes Energiemanagement ermöglicht, für die Menschen direkt abrufbar sein.


Ich habe hier meine Vorstellungen

von einer direkten Umsetzung des bGE-Gedankens grob skizziert. Alle Bereiche müssten natürlich, z.B. durch Fachpersonen weiter ausgestaltet werden. Mir geht es aber in erster Linie darum aufzuzeigen, dass man das Ziel, Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommen, an verschiedenen Stellen gleichzeitig angehen kann und insbesondere dadurch schneller die Idee umgesetzt bekommt.

Der Hauptgedanke bei der realen Umsetzung des Bedingungslosen Grundeinkommen (physische Umsetzung) als Bereitstellung aller existenzsichernden Güter ist die Überlegung, dass man bei der geld-orientierten bGE-Diskussion einen Umweg geht, der nicht unbedingt nötig ist. Das Bedingungslose Grundeinkommen lässt sich für die Empfänger desselben ohne Geld-in-die-Hand-drücken umsetzen. Das macht die Umsetzung der Idee eigentlich einfacher, weil man nicht auf einen Weg als einzigen festgelegt ist.

Man könnte also zwei Wege gleichzeitig gehen:

Das bGE als Geldleistung umsetzen und das bGE als Güterleistung umsetzen. Und dies möglichst schnell, denn die Empfänger der Leistungen brauchen die Leistungen jetzt. 😉


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bGE und reale Existenzsicherung

Die aktuelle Situation

Solange man ALDI, Lidl und Co ins Feld führen kann, bei der Nahrung, und z.B. KiK bei Kleidung oder die immer häufiger zu sehenden chinesischen Billigläden, könnte man meinen, für die Menschen ist die ausreichende Versorgung in diesen Bereichen gesichert.

Dabei muss allerdings bedacht werden, dass die preiswerte Nahrung und Kleidung nicht selten durch Ausbeutung der Menschen in anderen Ländern „erkauft“ wird, beziehungsweise durch elende Bedingungen für die Tiere (Massentierhaltung, etc).

Wirklich prekär wird die Lage allerdings in den ebenfalls für die Existenzsicherung notwendigen Bereichen „Wohnen“ und „Energie“.

Seit Jahren verschlechtern sich die Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Mietpreise sinken nie und Energie wird immer teurer.

Cathrin Holland, Sozialarbeiterin beim Diakonischen Werk, weißt auf den fehlenden „preiswerten Wohnraum“ hin. Eine Wiedereinführung einer „Art sozialen Wohnungsbaus“ ist im Gespräch (siehe Schwierige Herbergssuche).

Zitat aus dem Newsletter 12/2011 des Mieterschutz:

Beim Mieterbund ……. beobachte man mit Sorge, dass insbesondere im Ballungsraum …………. die Wohnkosten für Mieterinnen und Mieter Rekordstände erreichen und immer noch weiter steigen.

und im Bereich Energie, Zitat Berliner Morgenpost ,17. Dezember 2011

Insgesamt rechnen Energieexperten mit weiter steigenden Preisen in den kommenden Jahren.

Für Hartz4-Bezieher oder Sozialhilfeempfänger, die eh die Mietkosten und den Energiebedarf durch die Leistungsabteilung der Sozialämter oder Jobcenter gedeckt bekommen, mag das egal sein, aber für alle Menschen, die mit ihrem geringen Lohn diese Kosten aufbringen müssen oder mit einer kargen kaum aufstockbaren Rente, verschlechtert sich die Lebenssituation zusehens. Sie haben noch weniger Geld zur privaten Verwendung zur Verfügung, müssen noch mehr von ihrem wenigen Geld für die physische Existenzsicherung ausgeben.


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Piraten

Eine neue Partei gegen das Parteien-Einerlei?
Liquid Feedback – ein Vortrag von Lars Reineke

Eine neue Partei gegen das Parteien-Einerlei?

anhalter.havelse.eu

Karl-Heinz Withus schreibt:

Aber wir brauchen kein Programm um Wähler zu gewinnen, Programme liest keiner! Wir brauchen unverwechselbare Alleinstellungsmerkmale! Wir brauchen einen Markenkern und wir haben diesen sogar! Bürgerrechte, Datenschutz, Transparente politische Abläufe, Einbezug von Bürgern in Entscheidungen! Wir haben diesen Markenkern sträflich vernachlässigt.

Er spricht eigentlich etwas an sich Richtiges an. Er nennt es »Markenkern«, den es zu pflegen und bewerben gilt.

Für mich sind es genau die Bereiche, wegen denen sich Menschen überhaupt für diese Partei interessieren. Deshalb müssten diese Themen den Inhalt der Arbeit in der Partei zu mindestens 70% ausfüllen (also dominieren!). Das heißt, darum geht es. Und nicht um die »alte Leier« der Parlamentarischen Demokratie.

Wenn man sich nun den Alltag der Partei anschaut, ist es aber gerade nicht so. Die »alten Wege«, das typische Verhalten, wie es auch in den anderen Parteien gang und gäbe ist, soll sich, scheint sich in der Organisation durchzusetzen. Man schaue sich mal die Landesaufstellungen zu der Bundestagswahl an, welche Argumente, wenn denn welche sichtbar sind, da angeführt werden. Es ist nicht interessant, Piraten zu Abgeordneten zu machen, wenn man ahnt, dass es genauso enden wird, wie bei den anderen Parteien. Klar, diejenigen, die es in den Bundestag oder ein anderes Parlament schaffen, haben für sich schon mal ein nicht uninteressantes Einkommen. Wenigstens etwas, werden einigen sagen. Aber darum geht es doch gar nicht, sondern die Bevölkerung will bei den Sachthemen mitentscheiden, und wird es auch weiterhin nicht. Also muss der ganz Ansatz komplett neu gedacht werden.

Was Herr Withus da schreibt, ist ja wahr. Wenn es in Richtung Entscheidungen, Gesetzeserlasse geht, dann sind die Parteien kaum noch zu unterscheiden, und dann spielen die Parteiprogramme, Wahlprogramme nur noch eine untergeordnete Rolle. Diese Programme dienen in erster Linie dazu, die Bürgerinnen und Bürger dazu zu bewegen, die Parteien überhaupt zu wählen und zu unterstützen, dem ganzen Prozedere der »Parlamentarischen Demokratie« ihre Zustimmung zu erteilen. Sind die Parteien dann aber in »Verantwortung«, in der Regierung, spielen diese Programme überhaupt keine Rolle mehr. Dann sind es die »Sachzwänge«, die Empfehlungen der »Experten«, die ausschließlich als Grundlage genommen werden, um Urteile zu fällen und per Erlasse und Gesetze das Land zu gestalten. (Und wenn sich die »Experten« geirrt haben, sind die Politiker dann noch fein raus. An ihnen lag es ja nicht.) Und weiterhin, würde ich einfügen, sind diese Menschen auch (meiner Meinung nach oft insgeheim) Vertreter von Lobbygruppen und sorgen durch gesetzliche Entscheidungen, die vielleicht gar nicht groß an die Glocke gehangen werden, dafür, dass die eigenen Gruppen und Interessen entsprechend mit Vorteilen bedacht werden.

Nun merken aber die Bürgerinnen und Bürger diese Vorgänge, wobei Folgendes passiert: Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung zieht sich aus der parlamentarischen Demokratie zurück, weil die Menschen ihre Rolle bei dem »Spiel« nur noch als diejenige des »Wahl-Lakais« identifizieren, der mitnichten letztlich mitentscheidet und mitgestaltet. – Das ist die große Gruppe der »Nichtwähler«.
Die anderen, die weiterhin wählen gehen, sehen die Situation auch, und würden nach Withus Meinung, eher das »Original« wählen, als die Kopie (die Piraten), wobei er mit »Original« eher die etablierten Parteien meint.

Daraus ergibt sich, dass es eigentlich nur zwei Gruppen von Wahlberechtigten gibt. Einmal die Wähler (die eher das »Original« wählen) und dann die Nicht-Wähler.

Welche Rolle spielen dann neue Parteien überhaupt noch?

Dabei geht es um eine Übergangsphase: von der parlamentarischen Demokratie zur Direkten Demokratie hin. Wenn die Piraten das begreifen, könnten sie in dieser Zeit eine wichtige Rolle spielen. Sie könnten die langfristige »Übernahme der Verantwortung« durch die Bürgerinnen und Bürger vorbereiten. Statt selbst zu entscheiden oder Entscheidungen der Regierungen einfach abzusegnen (denn mehr machen sie ja nicht mehr heute, die Abgeordneten), würden sie die Abstimmungen durch das Volk vorbereiten, praktisch und argumentativ (auch als Abgeordnete könnten sie sich bestens für diesen Vorgang einsetzen). Dies könnte ein Prozess über eine längere Zeit sein.

Alle wichtigen Stichworte für diesen Verlauf kann man in weiten Teilen bei den Piraten bereits finden: Bürgerbeteiligung, Direkte Demokratie, Basis-Demokratie, Transparenz, keine hierarchische Zuständigkeit bei den Grundsatzentscheidungen und allgemeiner politischer Arbeit, keine Delegierten, ständige Mitgliederversammlung, Liquid Feedback, LimeSurvey, Volksabstimmungen, Bürgerentscheid.


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Liquid Feedback – ein Vortrag von Lars Reineke

http://larsreineke.de/liquidfeedback-vortrag

Lars Reineke spricht von einer »Überforderung des Einzelnen«, weil sich nicht jeder mit allem auskennen kann. Als Beispiel nennt er »Fracking« (ich weiß auch nicht, was das ist). Nur 30% der Teilnahmer eines Parteitags wußten, was das ist. Deshalb würde es darum gehen, dass die 70% die nicht wissen. »was Sache« ist, ihre (Entscheidungs-) Stimme delegieren können.

Mir stellt sich allerdings gleich die Frage, warum überhaupt eine Behandlung dieses Themas durch die Gemeinschaft anliegen muss, wenn die Gemeinschaft überhaupt nicht weiß, um was es geht. Es könnte sich also um Themen handeln, die nicht wichtig sind, oder deren Wichtigkeit erst in der (piratigen) Öffentlichkeit bestätigt werden muss. Der erste Schritt wäre somit eine Information im Vorfeld, bevor man überhaupt die Gemeinschaft mit Entscheidungs-Forderungen »belästigt«.

Liquid Democracy

Delegation ist wesentlicher Bestandteil von Liquid Democracy. »Wir wollen, das sich Experten bilden.« sagt Reineke.

»Wir suchen nach Experten innerhalb der Gesellschaft. …….. wir haben immer mehr Probleme in unserer politischen Landschaft, weil sich Politiker die offensichtlich von dem Thema nichts verstehen darüber hinwegsetzen und dann einfach mal aus dem Bauch heraus selbst entscheiden.«

Puhh. Was für eine Erklärung. Ich frage mich, ob das noch konform ist mit den Überlegungen zur Basis-Demokratie. So krass, wie das rüberkommt, wird hier von Reineke der Experten-Wahn gepflegt. Nur die Experten sollen entscheiden. Echt? Wer ist Experte. Der, der aus dem Eff-Eff erklären kann, wie ein Atomkraftwerk funktioniert, weil er Diplom-Ingenieur ist? Neee, oder.
Der sagt dann, mit so und so viel Prozent Wahrscheinlichkeit passiert nichts. Und weil die anderen ja keine Ahnung haben, ist dann das Urteil von dem Herrn »Experten« maßgebend. Was für ein Unfug.
Für alle Lebensbereiche sind immer »wir« zuständig. Für unser Lebensumfeld sind »wir« zuständig (das Volk, die Bevölkerung, die Bürgerinnen und Bürger, der Souverän). Und wer muss gegenüber wem sein »Expertentum« nachweisen müssen? Niemandem gegenüber. Wenn wir aber alle mit einer Mehrheit, entschieden haben, wir wollen ein Atomkraftwerk, dann mag von mir aus der »Experte« es bauen und für den Betrieb zuständig sein. Aber daran sieht man auch, wie begrenzt eigentlich die Rolle des Experten ist. Er kommt zum Schluss. Wenn die anderen einen bestimmten Weg, eine bestimmte Richtung entschieden haben. Danach ist sein Auftritt. Aber die Richtungsentscheidung haben wir alle. Und nicht allein die Experten.

Auch stimmt hier die Beschreibung der Wirklichkeit nicht, die Reineke abliefert: Nicht die Politiker entscheiden heute, sondern sie lassen sich jeden Schritt den sie tun von den sogenannten Experten vorsagen, seien es »Experten« aus der Wirtschaft, der Industrie oder der Finanzwelt. Die Politiker sind doch nur noch Marionetten einer durch Geldmacht unterfütterten »Experten«-Clique. Und wenn dann trotzdem alles schief geht (wie bei den Finanzkrisen), heißt es, da könne keiner was dran ändern. Quasi unbeeinflussbare Vorgänge.

»Wir wollen halt die Stimme den Leuten wieder zurückgeben, die sich möglicherweise länger mit einem Thema beschäftigt haben.«

Also eine Enteignung bürgerschaftlicher Rechte? Bei den Piraten! Gott-oh-Gott.

Bei der Delegation könnte man natürlich auch sagen, sie ist Quatsch. Warum? Weil sie ja wieder die eigene Entscheidung, das eigene Urteil außerkraft setzt. Auch das bisherige System (die Parlamentarische Demokratie) ist eine Delegation: beim Wählen gibt man seine Stimme an eine Partei ab. Insofern wäre eigentlich nur die eigene Entscheidung basis-demokratisch, während »Delegation« immer eine Entmündigung bedeutet (im Falle von Liquid Feedback eine »freiwillige«. Aber das macht die Sache auch nicht besser).

Deshalb stellt sich die Frage, ob überhaupt noch die Möglichkeit der Delegation eingebaut gehört. Oder ob man nicht ganz darauf verzichten sollte.

Wichtiger Punkt: Das System Liquid Feedback sieht keine geheimen Wahlen vor. Denn ich muss sehen können, ob die Person, der ich meine Stimme delegiert habe, auch so abstimmt, wie es vereinbart ist. Eine gute Idee. Oder?

Die Beteiligungsmöglichkeiten bei Liquid Feedback sind sehr umfangreich:
delegieren, abstimmen, anregen, bewerten, (Initiativen) gründen.

Liquid Feedback ermöglicht (Wikipedia):
Iteration: eine Methode, sich der exakten Lösung eines Rechenproblems schrittweise anzunähern

Sich der optimalen Lösung von Problemen anzunähern.

Insgesamt eine gute Einführung in Liquid Feedback.


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Männertaten

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So entscheiden sich viele Frauen für das Kind, doch gegen den Vater. Billigend in Kauf nehmen sie damit, dass sie dem Sohn die Identifikationsfigur nehmen. Vielleicht wollen sie aber auch gar nicht, dass er sich mit diesem defizitären Männertypus identifiziert?“

Eine unattraktive Lebenswelt ist doch überwiegend von Männern verursacht. Warum leben wir nicht in angenehmen Verhältnissen? Dass es überwiegend die Handlungen der Männer sind, die die Lebenssituationen der Menschen zum Schlechten wenden, ist doch nicht von der Hand zu weisen. – Wer mag jetzt Gegenbeispiele nennen? 🙂

Wenn Männer mit Sexualität umgehen könnten, gäbe es keine Vergewaltigungen und Sexualverbrechen. Warum können Männer nicht ohne Kriege ihr Zusammenleben gestalten. Die Arbeitsgesellschaft ist größtenteils eine Ausbeutungsgesellschaft. Selbstausbeutung, Fremdausbeutung, genährt durch Ideologien von Männern. Der Wirtschaftswachstumswahn der Männer ist Ursache für die Zerstörung des Planeten. Haben Männer eine Vorstellung von Gemeinschaft, Zusammenleben? Welche Vision soll das sein. In welcher Welt wollen Männer leben. Sie bemühen sich nicht, in guten Verhältnissen zu stehen. Das Leben, das wir heute leben, ist schlecht, weil wir keine oder zu wenig Zeit für unsere persönlichen Angelegenheiten haben, während andere keine Chance haben, etwas Geld hinzuzuverdienen. Alles verursacht von Männern!

Und noch gar nicht angefangen hatte ich von diesem verrückten Hitler, den doch Männer erst in seinen Taten möglich gemacht haben. Oder die heutigen weltpolitischen Auseinandersetzungen, die ausschließlich die Logik der Männer berücksichtigen, woraus sich ausschließlich als Lösungen Kriege ableiten lassen. (Wobei ich zugeben muss, dass ich mich auch nicht diesen Schlüssen entziehen kann.)

Kurz und gut, es kann durchaus ein Teil Verständnis für diese Position aufgebracht werden. Warum sollten nicht diejenigen, die immer wieder von den falschen und schlechten Entscheidungen von Männern betroffen sind, sich irgendwann sagen, diese Spezies sollte man meiden, oder doch wenigsten deren Wahnwelt kein weiteres Futter mehr bieten.


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Sparpolitik

derstandard–Langfristig-gibt-es-keine-Alternative-zur-Sparpolitik

Länder, deren Regierungen entweder den Zugang zu Marktfinanzierung verloren haben (Griechenland, Irland, Portugal) oder mit sehr hohen Risikoprämien konfrontiert sind (Italien, Spanien 2011 und 2012), haben keine Wahl: Sie müssen ihre Ausgaben kürzen, um Finanzmittel von Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds oder dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu erhalten. Doch offizielle Finanzierungen aus dem Ausland unterliegen in jedem Fall den Bedingungen der Kreditgeber – und diese sehen keinen Grund, laufende Ausgaben in einer Höhe zu finanzieren, die das Land zuvor in Schwierigkeiten brachten.

Es ist schon seltsam, wie innerhalb weniger Jahrzehnte ein jedes Land in ein scheinbar unabwendbares Abhängigkeitsverhältnis von ausländischen Geldzahlungen geraten ist. Denn das dies sein »muss« ist nicht nachzuvollziehen.

Waren nicht dieselben Staaten vor gar nicht so langer Zeit so unabhängig, dass sie die gesamte Bevölkerung ernähren und versorgen konnten? Und warum können sie es auf einmal nicht mehr. Zumindest ein Interesse daran hätten die Verantwortlichen in den Verwaltungen und Regierungen zeigen können.

Sicherlich haben wir heute Arbeitsteilung und eine Globalisierung der Leistungserbringung. Aber muss sie auf Kosten einer selbstbestimmten Staatsführung erfolgen? Häuser bauen und die landestypischen Speisen herstellen, für ausreichend Energie sorgen, Kleidung … Damit ist das Leben der Menschen weitestgehend geregelt. – Was also wollen die ausländischen Kreditgeber für Bedingungen stellen, für eine Gegenleistung, die gar nicht notwendig ist?


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«Unschätzbarer Wert« – und die kapitalistische Logik

welt–Meisterwerke-verbrannt-Prozessbeginn-in-Bukarest

Weil ihr eigener Wert missachtet wird, in der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der westlichen Welt. Weil sie scheinbar nichts wert sind, sonst würde unser »System« den Menschen ein Leben in existenzieller Sicherheit ermöglichen, deshalb achten sie auch nicht die Dinge, die in diesen Gesellschaften angeblich von unschätzbarem Wert sind. Ein Gemälde ist vielleicht für die Menschheit von Wert, weil es ermöglicht, das Denken, Fühlen, der Menschen in vergangenen Zeiten nachvollziehen zu können und nach der kapitalistischen Logik mag ein solches Gemälde auf Auktionen bei superreichen Personen die Neigung hervorrufen, dieses eigentlich der Menschheit gehörende Kulturgut »für sich« haben zu können. Aber da zeigt es sich doch, wie heruntergekommen unsere modernen Gesellschaften sind, dass wir solche Situationen ermöglichen. Und dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass sich die Diebe entsprechend der etablierten Logik einrichten.

Siehe auch:
existenzistmenschenrecht–fehlende-mindesteinkommen-am-beispiel-bulgarien-rumanien-griechenland


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In welcher Welt spielen, und leben wir

Düstere Zukunftsvisionen beherrschen derzeit viele mit prominenter Besetzung und den neuesten Special Effects produzierte Hollywood-Blockbuster. Brad Pitt kämpft in «World War Z» gegen einfallende Zombies. In «Oblivion» mit Tom Cruise und «After Earth» mit Will und Jaden Smith ist der einstmals blaue Planet schon lange unbewohnbar, neue Welten im Universum wurden als Lebensräume erschlossen.

Matt Damon verbreitet Endzeitstimmung

Science-Fiction Filme sind sehr beliebt, wobei man sagen muss, dass allein wegen der technischen Möglichkeiten das Gros dieser Filme aus den USA kommen. Und offensichtlich besteht ein Interesse, solche Filme zu drehen. Und Science-Fiction finde ich gar nicht mal so schlecht. Denn es könnte die Zukunft sein, in der wir leben.

Was mich aber wundert, ist das Düstere dieser Filme. Zu diesem Genre hinzu kommen noch die Horrorfilme und als Ausgleich Komödien und Liebesfilme. Dann kann man noch beobachten, dass bei den Actionfilmen kaum noch Zeit zum Luftholen gegeben wird. Eine Aufregerszene nach der anderen. Das ist so, als ob man ein Rosinenbrötchen isst, in dem nicht 5, sondern 50 Rosinen eingearbeitet wurden.

http://www.youtube.com/user/Gronkh

Rechnet man noch die Computerspiele hinzu, die Auskunft über Gegenwart und Zukunft geben können, dann hat man zumindest bei den Ego-Shootern wieder die Düsternis, die man auch in vielen Science-Fiction Filmen vorfindet.

Warum gibt es diese Filme, Spiele. Und warum spielen viele junge Menschen, Männer das, und schauen sich solche Sachen an? Ich vermute, dass ein Großteil dieser düsteren Weltperspektiven im Sinne einer Indoktrination und Propaganda subventioniert wird. Die Aufgaben in den Spielen und Filmen, mit denen sich die (überwiegend) Männer konfrontiert sehen, ähneln irgendwie auch manchen Weltretter-Aufgaben, denen sich bestimmte Staatsführungen verpflichtet fühlen. Also eine Vorbereitung für den »Ernst des Lebens«.

Andererseits sind es gerade die Männer, die mit ihrer nicht mehr zeitgemäßen Identität (Kämpfer, Krieger, Mörder sein zu müssen, sein zu wollen) deplatziert in der Gesellschaft dastehen, die wenigstens noch ein bisschen in den Computerspielen, Filmen (und im Sport) ihrer alten Bedeutung in der Welt, nachhängen.

„Batman“-Todesschütze verletzt sich in Haft selbst

Allerdings kann es sein, dass Menschen diese Propaganda durchschauen oder als solche empfinden, und sie, vielleicht auch weil sie unehrlich, versteckt daherkommt, ablehnen und sich als Betrogene, Verführte fühlen und dann selbst den Part der vermeintlich Bösen übernehmen, (die ja immer in diesen Phantasiegebilden vorkommen). Was wäre denn, wenn so ein Staat eben nicht mehr Weltpolizei spielen müsste? Dann wären auch nicht mehr diese Werbemedien nötig. – Aber eine Weltpolizei halte ich für absolut notwendig. Sie müsste von allen Staaten konstituiert werden. Dann ist die Last der Verantwortung auf alle verteilt und lässt sich besser stemmen.

Juden und Nicht-Juden

Deutsche und Juden als Science Fiction

Ein ganz anderes Thema (oder vielleicht doch nicht) ist ein interessanter Beitrag von Johannes Honigmann über Science-Fiction in einem Buch von Algis Budrys.

Das Verhältnis von Juden und Nicht-Juden muss unbedingt unser aller Anliegen sein. Davon bin ich überzeugt. Da aber das offene Reden »über Juden« Grundlage für die Verbrechen »gegen Juden« war, reden Nicht-Juden heute eher hinter vorgehaltener Hand über Juden, oder gar nicht. Die Deutungshoheit allen Jüdischseins wird von den Juden selbst beansprucht, wohl aus der Erfahrung heraus, was bereits passiert ist. Als Nicht-Jude über Juden zu reden und zu urteilen, ist mit hohem Risiko behaftet. Der antisemitische Morast ist immer in Sichtweite.

Als Nicht-Jude kann man nur versuchen, so verantwortlich wie nur irgend möglich sich zu verhalten. Das heißt auch immer bereit sein, bisherige Ansichten zu korrigieren, Informationen hinzuzugewinnen und hinzuzulernen, um ein gemeinsames Leben in der Welt zu ermöglichen, und sich diesbezüglich ein Urteil und Verhalten zu erarbeiten.

Das Jüdischsein sehe ich als komplett abgekapselt. Andererseits sind (wollen sein?) die Juden in jedem Land der Erde vertreten. Warum? – Je mehr sich eine Menschengruppe in einem Land als Volk fühlt, umso fremder sind die Juden für diese. Das Nationalistische, Völkische ist aber weltweit auf dem Rückzug, weil es einfach unpraktisch ist. Es behindert mehr die Menschen, beim »Leben«, als das es hilft. (Der Antisemitismus wird genährt von dem Wunsch, das Fremde entweder zu assimilieren oder es weit weg von sich weißen zu können. Dass es im selben Haus, im selben Land wohnt, wird als Bedrohung erlebt.)

Andererseits, in das Land »Amerika« kamen von überall her Menschen und so kann ich mir vorstellen, dass man sich gegenüber den Juden dort gar nicht so fremd fühlte, weil man ja selber Neuankömmling (und Fremder) in einem fremden Land war. Außerdem sehe ich heute Anzeichen, dass dieses Abgekapselte des Judentums sich in einem Veränderungsprozess befindet. Und vielleicht kommt von daher auch eine Annäherung von Juden und Nicht-Juden. – Einfach über das praktische Leben. 🙂

In Beit Schemesch regieren Charedim. Ein säkulares Bündnis will das ändern

»Women of the Wall« kämpft für die Gleichberechtigung an der Westmauer

Das Mutterprinzip ist Halacha. Sollten auch Kinder jüdischer Männer als Juden anerkannt werden?


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Charaktere

Herumziehende Personen, auf der Jagd nach Beute, die sie billig abgreifen können. Dahingehen, wo Menschen andeuten, dass sie großzügig sind und das dann ausnutzen. Desinteressiert, egoistisch seinen eigenen Bedürfnissen nach gehen, sich in den Mittelpunkt stellen, ständig selber reden. Über sich, oder über den anderen. Besserwisser. Immer nur die eigenen Themen hochhalten. Da auftauchen, wo man mit der eigenen Art, dem eigenen Verhalten höchstwahrscheinlich unerwünscht ist, und so tun, als merke man das nicht. Bei Gegenwehr, Widerworten sofort die eigene Aggressionsbereitschaft zeigen, die physische Dominanz hervorkehren. Aggressiv angediente Hilfsbereitschaft, die nicht angenommen wird, sofort zum Anlass nehmen, feindselig und unfreundlich das Gegenüber anzugehen.


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Caféhaus-Besitzer

Wie kommt man dazu, ein Café zu eröffnen? Vielleicht weil einem die Arbeit Spaß macht, man Geldverdienen will. In Cafés kann man in der Regel Frühstück bestellen. Als Gast stelle ich mir Frühstück so vor, wie ich es von zu Hause kenne, wie ich es selbst mache.

Dabei gibt es eine Reihenfolge, wie ich es zubereite. Zuerst mache ich die Dinge fertig, deren Frische oder Verfassung lange so anhält, wie ich es gerne beim Frühstücken habe. Also mache ich zuerst das Brot, die Brötchen fertig, toaste sie, mache dann die Butter schon mal drauf, dann mache ich das Ei. Koche es, schrecke es ab, stelle es in den Eierbecher. Zum Schluss kommt der Kaffee. Heute verwende ich nicht mehr die klassische Kaffeemaschine, mit Filtereinsatz, Kaffeefilter und Kaffeepulver aus der Dose, sondern die Kaffeepads. Eines in die Padmaschine, Wasser durchlaufen lassen, fertig. – Ja, das Frühstück kann serviert werden.

Und wie läuft das in einem Café? Ich bestelle ein Frühstück mit Ei und Kaffee. Die Bedienung bringt mir zuerst die Tasse Kaffee. Drei bis 5 Minuten später bringt sie mir die Brötchen, Butter, Wurst, Käse. Bis dahin ist der Kaffee in der Tasse schon nicht mehr heiß, sondern nur noch sehr warm. Nachdem sie mir die Brötchen gebracht hat, dauert es nochmal 5 bis 8 Minuten, bis sie mir das Ei bringt. Bis dahin habe ich den Kaffee getrunken und die Brötchen gegessen. Was ich dann als Letztes habe, ist ein kochend heißes Ei.

Ich will wirklich nichts sagen, gegen Leute, die ein Café betreiben wollen. Es ist wichtig, dass wir Menschen haben, die von sich aus Tätigkeiten ergreifen. Vielleicht sollte man aber Ahnung entwickeln, was der Kunde wünscht. 🙂

Go-rl-I21


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Die Logik und Welt der Hundehalter

Ich komme zum Haupthaus und höre schon auf dem Weg dahin einen Hund knurren und bellen. Als ich näher komme, sehe ich das Tier, Typ Jagdhund, aber vom Gesicht mehr Kampfhund, an einen Baum angebunden. Er meint scheinbar mich, denn er bellt und bewegt sich in meine Richtung. Aber er ist ja angebunden. Der Hundebesitzer ruft sogleich laut zu mir rüber: »Der ist ganz lieb. Der macht gar nichts.« Erst später habe ich begriffen, was diese Person mit seiner Aussage macht und bewirkt. Er sagt, dass Problem liegt bei dir, mit dem Hund ist alles in Ordnung. Und ja, so fange ich auch gleich an zu denken: komisch, warum bin ich ein wenig ängstlich, der Hund macht doch nichts und ist doch ganz lieb. ….. Ich habe ein Problem.

Später treffe ich einen Menschen, der mir sagt, ja, dieser Hund bellt ganz bestimmte Leute halt an und bei anderen ist er ganz freundlich. Und in dem Moment dämmert es mir, dass der Hund eben nicht »ganz lieb« ist und »mir« nichts macht, sondern das gilt für andere. Aber der Hundebesitzer hatte mir damit gleich den Wind aus den Segeln genommen, mich zu beschweren, warum denn der Hund mich so unfreundlich anbellt und anknurrt. Er hatte sofort behauptet, wenn es ein Problem gibt, dann hat der Angebellte es, und auf keinen Fall sein Hund (oder der Besitzer).

Ja es kam noch etwas hinzu, was erst in den Sichtkreis tritt, wenn klar ist, dass der Hund sich unfreundlich verhält. (Das hört und sieht der Betroffene und alle anderen, die die Situation mitbekommen, aber der Hundebesitzer ignoriert den Umstand einfach.)
Darf sich ein Hund unfreundlich gegenüber Fremden verhalten? Wenn er sich auf seinem Grund bewegt, zum Beispiel als Wachhund, ist das in Ordnung. Aber wenn der Hund sich im öffentlichem Raum befindet, oder auf Grundstücken anderer Personen, dann darf ein Hund nicht fremde Personen anknurren oder anbellen. Dann ist er schlecht erzogen, oder hat überhaupt keine Erziehung erhalten. Aber so etwas hören die Hundebesitzer gar nicht gerne. Was sie mit ihren Hunden machen und wie sie damit die Umwelt beeindrucken, all das sollen die anderen erdulden. – Egoisten? 😕


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Identität, Nation, Kultur

Richard Wagner schreibt (S. 342):

Die deutsche Gesellschaft, die mit ihren Nachkriegsreparationsversuchen Identität, Nation und Kultur weitgehend abrüstete, steht damit vor einem realen Problem. Wie kann man diese Begriffe aktivieren, wie lassen sich in der abgerüsteten Nation die eigenen Interessen definieren? Wie kann man auf Augenhöhe den anderen gegenübertreten?

Also bezüglich Nation bietet sich die Folklore an. Insbesondere als Erinnerung oder lokale Besonderheit. Überwiegen wird hingegen die Identifikation mit der globalen Wirklichkeit. Das ist etwas relativ neues und wird die Menschen magisch anziehen. Die Identität wiederum gewinnt das Subjekt über seine individuelle Entwicklung. Kultur ist Weltkultur, durch Gruppen und Einzelaktivitäten repräsentiert. – Ich kann nicht sehen, wo da die »Augenhöhe« verloren gehen könnte oder den eigenen Interessen kein Raum bliebe.

Richard Wagner, Der Deutsche Horizont (2006)


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Achgut – nicht gut

Jetzt sehe ich gerade, dass ich immer nur die Auflistung einer Kategorie mir anschaue. Aber das war wohl auch besser so. Besonders krass, »Wirtschaft«. Ein omh gibt hier sein halbseidenes Wissen über die Wirtschaft bekannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute in Übersee begeistert sind, wenn so einer über Europa (und die Deutschen) herzieht.

Inhaltlich ist es das Palaver der Konservativen im letzten Jahrhundert. Solchem Denken ist nichts Konstruktives abzugewinnen. – Und der Mann ist noch sooo jung. 🙂


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Sexismus bei Lassahn

achgut–wie-sexismus-entsteht–und-warum-es-dafuer-keine-entschuldigung-gibt

Bernhard Lassahns Beitrag ist sicher notwendig und wichtig. Dennoch bleibt ein bedrückendes Gefühl.

Manche Personen repräsentieren jahre- und jahrzehntelangen Stillstand in der Gesellschaft. Eine Partei, mit einer Miniprozentzahl an gesellschaftlicher Zustimmung »quält« die Gemeinschaft mit ihren Beschlüssen. Ständig wird weiterhin von Wirtschaftswachstum gequasselt, obwohl wir bloß stattdessen die Versorgung der Menschen im Auge haben müssten. Zum Beispiel eine bescheidene, aber menschenwürdige Versorgung aller Menschen. Auch wenn man den Angriff auf diese Person zerflückt, und man »Unrecht« im Umgang mit ihm herausfiltern kann, so ist doch viel zu lange gedultet worden, was uns widerfahren ist. Und das »Foul« an dem Stellvertreter wird dann so nebensächlich.

Bei Lassahn kommt für mich eine »persönliche Betroffenheit« zum Vorschein. Ist er im Scheidungskrieg mit seiner Ex, muss er für seine Kinder Alimente zahlen? Wurde er quotenmäßig zurückgesetzt? Die heutige Welt ist in vielen Einzelbereichen schlecht. Der Umgang mit Arbeitslosen, die Gesundheitsversorgung, der Wachstumswahn, unser krankes Geldsystem, die Kriege in anderen Ländern, der Raubbau an der Natur. Es fällt schwer, nicht zu sagen, dass das von Männern verursacht ist. Man hat den Eindruck, auch wenn es viele Männer gibt, die sich für eine bessere Welt einsetzen, dass es insbesondere gewaltbereite Männer sind, die die gerade beschriebenen negativen Aspekte der Welt, fördern, verursachen, ausbauen. Die großen Probleme der Welt scheinen durchaus von diesen »gewaltbereiten Männern« in Gang gehalten zu sein.

Und was will jetzt Lassahn mit dem »Opfer«? Die eine ist Journalistin, der andere ist bedeutender Politiker. Und beide treffen sich nachts in einer Bar. Eigentlich ändert sich zu keiner Sekunde die Rolle, die die beiden innehaben. Oder war der Politiker gerade schon zu Bett gegangen und wollte sich nur noch schnell eine Pulle Sekt ins Zimmer holen? Da hätte die Journalistin auch sehen können, dass er schon »bettfertig« ist.

Lassahn nutzt das Thema »Sexismus«, um auf andere Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Das kann er ja. Allerdings will er verrechnen. Und das geht nicht.


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Film und Wirklichkeit

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Hannes Stein spricht hier in seinem Kommentar etwas an, was mich durchaus auch beschäftigt. Der Zusammenhang von Wirklichkeit und Film.

Ist das, was wir im Film sehen, real? Wenn wir einen Science-Fiction Film sehen, kann das Dargestellte ja nicht real sein, weil wir diese (technischen) Möglichkeiten nicht haben. Nun sagt Pola Kinski, ihr Vater sei genau so gewesen, wie er in seinen Rollen im Film war. Genau so sei er auch privat gewesen. Klaus Kinski hätte in seiner »Kunst« einfach nur sich selbst plagiiert. Und Hannes Stein meint, dass das ja keine große Kunst sein kann, nur »sich selbst« darzustellen.

Es scheint somit »Kunst« zu geben, in der das, was in der Wirklichkeit ist, nur noch mal zum Beispiel »im Film« eine weitere Abbildung erfährt. Aber wie ist das denn bei den anderen Genres im Film: Horror, Gewalt und Kriegsfilme. Oder den Liebesfilmen, Komödien?

Müsste man bei einem Teil der Filme davon ausgehen, dass sie die Wirklichkeit abbilden, also nur eine »Wiederholung« der Wirklichkeit sind? Dann aber stellt sich die Frage, ob wir ihr zustimmen, sie unterstützen, sie befürworten, ihr Raum lassen. Wir könnten damit umgehen, so wie Stein sich sagte, dass er diesen Kinski nie mochte und den Hype um diese Person nicht verstehen konnte. Wenn wir also Einfluss darauf nehmen können, sowohl die Realität als auch ihre Abbildung zu bewerten und zu gestalten, so sollten wir vielleicht diese Möglichkeiten mehr nutzen. »Idiotische« Filme muss niemand vorführen, anschauen, dafür Werbung machen. Niemand muss deren Darsteller gut finden, die »Botschaft« des Werkes unterstützen oder überhaupt solche »Botschaften« für gesellschaftlich hilfreich halten. Und letzten Endes kommen wir in einen Bereich, in dem wir uns fragen können, ob nicht manche Darstellungen den Menschen in der Gemeinschaft schaden und eher einen üblen Einfluss auf die Personen haben. – So sind die Botschaften, die einem das »Gefühl« vermitteln womöglich gar nicht so verkehrt.


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Sophie Dannenberg und Vera Lengsfeld

Ich finde über die Ankündigung [1] ihres neuen Buches die Autorin Sophie Dannenberg.

dradio–dkultur-politischesfeuilleton

In diesem Beitrag beim DLF gefällt mir besonders die Kritik an der Frauenbewegung, am Feminismus.

Ich mochte den Feminismus der 70er, 80er und 90er Jahre nicht leiden (heute fällt es mir schwer, ihn überhaupt noch wahrzunehmen), weil ich in ihm keine Verständigungsversuche zwischen Frauen und Männern fand, und diese aber für nötig hielt. Es gab im Alltag entweder ein (irgendwie) funktionierendes Verhältnis zwischen Männern und Frauen, oder eben keins. Also die Zweisamkeit gelang, oder eben nicht. Da wo Männer und Frauen (ungewollt) allein waren, hätte es einer Verständigungsarbeit bedurft, hätte es Erklärungen gebraucht, für das Nicht-Gelingen eines guten Umgangs miteinander. So aber wurden die Single-Haushalte immer mehr. Die Autonomie war möglich (auch wenn man fürchterlich unter der Einsamkeit litt). In Bezug auf heterosexuelle Beziehungen strahlte der Feminismus etwas Düsteres aus. Das Zusammensein der beiden Geschlechter war nicht mehr vorgesehen. Alice Schwarzer verkörpert geradezu dieses Motto, diese Botschaft.

Sophie Dannenberg spricht »Differenz und Gleichheit« an. Ja, Gleichheit in den Rechten, und dann trotzdem die Freiheit haben, das leben zu können, was zu einem passt. Woher kommt nun die Pflicht, auf die weiblichen Attribute verzichten zu müssen. Ist sie von den 68er-Eltern ausgehend, die das von den Töchtern verlangen?

[1] http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/teufelsberg/
Vera Lengsfeld schreibt hier eine Rezension zu dem neuen Buch von Sophie Dannenberg »Teufelsberg«. Wenn der Roman genauso spannend wie die Rezension geschrieben ist, dann muss er schon toll sein. Vera Lengsfeld kennt sich außerdem sehr gut aus, in der Geschichte der DDR und betrachtet die Aufarbeitung dieser Zeit mit kritischem Blick.


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Denunziation im öffentlichen Raum

Abwertung eines Ideen-Gebers (und sein Schaffen), mit dem Argument, er habe auch »schlechte«, inakzeptable Äußerungen von sich gegeben.

Von dieser Plage betroffen sind bekannte Personen im Wissenschaftsbetrieb. Die »Abwerter« sind in der Regel farblose Gesellen, von denen man nichts Bedeutendes hört und liest, die aber dadurch auffallen, dass sie bekannte (bedeutende) Personen »vor den Karren fahren«. – Dies geschieht dann durch Denunziation (in Form von Dissertationen zum Beispiel), meist mit der Unterstellung völkischer, nationaler, antisemitischer Äußerungen und Haltungen. Geht man diesen Behauptungen nach, bleibt nicht mehr als »heiße Luft«.
Worte, Begriffe, einzelne Sätze, werden dramatisierend aus dem Gesamtwerk der Bedrohten gezerrt, um das ganze Ideen-Gebäude, die ganz Person zu schädigen. Die »erforschten« Belege machen dann mikroskopisch kleine Aspekte der gesamten Mitteilungen der angegriffenen Person aus, aber die Möchtegern-Inquisitoren wollen weiß machen, sie hätten ganz üble Mitmenschen entlarvt. Ihr Mapropagiert wird. Ist das vorgegebene nicht in Ordnung müssen die Männer gegen die große Ordnung opponieren. Das ist ihre Aufgabe. Tun sie dies nicht, verfehlen sie sich. – Im sozialen Leben spielt die verbalisierte Zuständigkeit eine Rolle. Sonst kann die Leistung auch durch etwas Anonymes vollbracht (und ersetzt) werden.

Lassahn spricht das ungerechtfertigte Vergleichen der Frauen an, welches sexistisch ist. Ich denke, er bemerkt nicht die mehrfache Bedeutung, die solches Verhalten beinhaltet. Die Frauen sagen etwas, was nicht (ganz so) stimmt, aber sie sagen es auch um die Männer anzustubsen (anzustoßen), sich endlich verantwortlich (für den Bereich, den sie physisch, psychisch, geistig auch verantworten können) zu zeigen, im sozialen Kontext. Das tun die Männer offensichtlich nicht, die Kritik der Frauen ist ein Hinweis darauf. – Die Männer haben Potentiale, aber sie verwenden sie nicht im Sinne einer Gemeinschaft. Das ist der Hinweis (der manchmal vielleicht auch Vorwurf wird).

Die Gesellschaften sind heute eine Katastrophe. Das haben in erster Linie die Männer zu verantworten. Ein schönes Zusammenleben, wo sich alle wohlfühlen (Kinder, Frauen, Männer, Junge, Alte), ist in unseren Staaten nicht mehr möglich.

Den Sexismus, den Lassahn erkennt, meint doch nur eine Schuldzuweisung gegenüber den Männern und die Frauen beschäftigen sich mit der Frage, wie die tatsächlichen (aber nicht sinnvoll in Beziehungen angewandten Fähigkeiten der Männer) anderweitig zu besorgen sind, oder nur die Kraft des »Wesens« in Anspruch genommen wird (»Männer«, im sozialen Kontext, sind es ja nicht).

Warum versagen die Männer in der Gemeinschaft?

Wer einen moralisch verwerflichen Krieg führt (Kriege führen Männer) hat versagt. Das Werte- und Regelsystem, an dem sich deutsche Männer orientierten, wurde ungültig. Wie wollen deutsche Männer leben, was interessiert sie, welche Lebensform streben sie an, was bedeutet ihnen Beziehung zu Frauen, Männern, was bedeutet ihnen Gemeinschaft, soziales Leben, wie setzen sie sich in der Gemeinschaft für erstrebenswerte Ziele ein?

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland alles über »die Arbeit« definiert. Heute reden wir immer noch von einem »Recht auf Arbeit« und meinen in Wirklichkeit die Pflicht zu arbeiten. Einen Lebensinhalt wurde gesellschaftlich für die Menschen im Lande überhaupt nicht vermittelt. Nationale Orientierungen waren nach dem Krieg für die Deutschen kein Thema. Sie mussten (die Männer mussten) erstmal von den anderen Völkern lernen, sich anständig zu verhalten. Heute redet niemand mehr von einem deutschen Volk, weil die Zuwanderung erwünscht ist, und jede völkische Bezugnahme als Rassismus gewertet werden kann.

Der starke Arbeitsbezug nach dem Krieg hat auch zu einer Vernachlässigung des Nachwuchses geführt, wobei sicher noch hinzukam, dass die Eltern gar kein eigenes Konzept eines schönen Lebens hatten (außer dem Konsumrausch, der durch Geld aus Arbeit möglich war, und späterdings ergänzt wurde durch den Sexrausch und den Drogenrausch, heute: Computerspielerausch) und teils ganz froh waren, sich nicht mit den Kindern im Sinne eines Zusammenlebens auseinandersetzen zu müssen. Denn dann hätten sie die Kinder mit ihrer Prägung aus der Nazizeit konfrontieren und bekunden müssen, dass sie selbst persönlich beschädigt aus dieser Zeit gekommen waren und eigentlich gar nicht die Kraft hatten, sich mit dem Nachwuchs angemessen zu beschäftigen. So sind Kinder aus der Nachkriegszeit nicht selten beziehungslos aufgewachsen und hatten keine Vorstellung von etwas Anzustrebenden im Außen (ein schönes Gemeinschaftsleben in eigener Familie mit Kindern), wenn sie selbst im Inneren noch nicht ausgereift waren (und dort ihre »Baustelle« hatten).

Eine Orientierung, wo es langgehen könnte, ist heute gar nicht so einfach. Denn einmal fällt (zurecht) die nationale Schiene weg. Nationale Werte in einer globalen Welt sind vergeudete Energie. (Allerdings sind diese Gefühle der Bezogenheit zu der eigenen Volksgruppe, Ethnie, Clan, etc. durchaus wichtig und viele Menschen wollen diese Bezogenheit in Begegnungen auch pflegen. Dazu bedarf es allerdings keines Nationalstaates. Es finden sich Wege sich zu begegnen, in Vereinen, Organisationen und dadurch wird den eigenen Gefühlen Rechnung getragen.) Die Familie ist unter den heutigen Arbeits- und Einkommensbedingungen unmöglich. Wir brauchen zuerst ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Bei den Beziehungen ist es schwer zu sagen, was die Männer wollen. Es gibt heute einen Tendenz zur Privatisierung allen Privaten. Das heißt, es gibt keine Regeln, die allgemeingültig sind, etwa im Umgang unter Männer und Frauen. Alle machen privat was sie wollen, wenn es denn nicht gegen die Menschenrechte verstößt (und dann noch bekannt wird. Interessant zu untersuchen dabei wären z.B. die sexuellen Beziehungen).

Es bedeutet auch, das was Lassahn öffentlich macht, will heute niemand wirklich öffentlich diskutieren. Denn es gibt keine große Gemeinschaft, die Vorbild ist für das »kleine Leben«. Es gibt müde Erinnerungen an Zeiten, nach denen man sich zurücksehnt und man nicht weiß, ob sie jemals wiederkommen. Diese Sehnsucht in den Beziehungen zwischen Männer und Frauen wird in den Spielfilmen der 50er Jahre, vielleicht auch 30er, 20er Jahre dargestellt. Die Männer begehren und lieben die Frauen, sie sind charmant, höflich, nett, witzig, spontan, kreativ, machen den Frauen »den Hof«, sind gerne mit ihnen zusammen und schätzen es ein schönes gemeinsames Leben, mit gemeinsamen Kindern zu gestalten. Die Frauen wiederum sind von dieser Männlichkeit angetan und den Männern und den gemeinsamen Kindern liebevoll zugewandt. – Beide lachen viel und freuen sich des Lebens.

Bernhard Lassahn
Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann
(1. Teil), Teil 2, Teil 3

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Autorität und Persönlichkeit

Nochmal Richard Wagner (ich hatte an anderer Stelle bereits mich auf ihn bezogen). Wagner schreibt, die jungen Leute seien heute (2005) schlechter auf die Anforderungen des Lebens vorbereitet. (S.248) Leistungsprinzip und Autoritätsprinzip seien »ausgehebelt« worden. Und weiter schreibt er: »Ohne Autorität keine Leistung«. Er vermisst den »Ernst des Lebens« bei den jungen Menschen. (S.249)

Wenn man die Errungenschaften im Computerbereich in den letzten Jahren sich anschaut, die auch von den jungen Leuten (bei Google!) vorangebracht wurden, dann weiß ich nicht. Braucht es denn wirklich Autorität für Leistung?. Oder sind das eher die »ollen Kamellen« des Herrn Wagner?

Früher war die Autorität in den Vater, den Erwachsenen, den Lehrer, den Professor verlagert. Autorität im Sinne, zu wissen, was nötig ist, was angepackt werden muss. Tatsächlich ist es heute viel besser. Diese Autorität muss bereits im Schüler für ihn selbst wirkend sein. Sonst wird das nix mit seinem Leben. Das bekommt er auch frühzeitig von allen Seiten mitgeteilt. Wenn er nicht mitmacht, mitzieht, sich Mühe gibt, wird er links liegen gelassen oder zum »Problemfall« erklärt. Die Situation ist also heute viel besser als es Richard Wagners »Früher« mal war. Das Kind, der Jugendliche ist für sich selbst verantwortlich.

Dann noch das andere. Wagner beschreibt unseren Bildungsalltag, und viel und ausführlich das Leben in den Fernsehkanälen. Hat er sonst nichts zu tun, als vor dem Fernseher rumzuhängen? Wie wäre es mal mit was arbeiten. 🙂
Seit ich den Computer entdeckte, wurde der Fernseher ruckzuck unbedeutend. Viel aktiver kann man am PC sein und das Geschwafel im Rundfunk lässt sich locker durch interessante Dinge im Internet ersetzen. – Fortsetzung folgt ……… vielleicht.

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Mensch-Werdung und seelische Organisation – Ein Podcast

Das „Dasein“ verläuft geradlinig, sofern dies von den Lebensumständen und Bedingungen möglich ist (wie bei einer Pflanze, die sich unter normalen Bedingungen entfaltet). Die »realen Verhältnisse« produzieren das was wir »Persönlichkeit« nennen zusammen mit den genetischen Materialien, die wir bei unserer Geburt mitbekamen. Das »Optimierungsbemühen« bezüglich unserer Persönlichkeit ist in unserem Wesen als Streben vorhanden und erlebt verschiedenste Beeinflussungen und Verläufe durch unsere Lebensgeschichte.

Mediendatei
(Die mp4-Datei ließ sich mit den Browsern Google Chrome und Internet Explorer öffnen. Mit dem Firefox und dem Opera-Browser ging es bei mir nicht. Bitte ausprobieren.)

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Zähneputzen – aber wie?

Da es so viele Möglichkeiten gibt, scheint eine Kombination von diesen am sinnvollsten zu sein.

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Andreas Buro und die Friedensbewegung

Die Friedensbewegung hat Ende März einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie zu Verhandlungen zwischen den Streitparteien USA und Iran aufgerufen hat. Möglichst mit Hinzuziehung Israels in diese Verhandlungen.

Außerdem wurde gestern ein Interview mit Andreas Buro veröffentlicht, in dem er über die Entstehung der Friedensbewegung, ihre Ziele und seine eigenen Motive für sein Engagement berichtete:

Es geht in erster Linie um „Vorschläge zur gewaltlosen Konfliktbewältigung“. Als Hochschulprofessor hat er sich besonders für „soziale Lernprozesse“ eingesetzt. Ihm ging es immer um einen „gewaltfreien, zivilen Umgang mit Konflikten“. Für ihn sind „unabhängige soziale Bewegungen notwendig, um das Bewusstsein in der Gesellschaft zu verändern.“ Es wurde auch auf Buros neues Buch „Gewaltlos gegen Krieg: Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten“ hingewiesen.

Das „Model der gewaltlosen Konfliktbeilegung“ setzt auf Alternativen. „Wir müssen anfangen Alternativen uns vorzustellen und für diese eintreten und werben. …. In der Gesellschaft besteht keine Fantasie, wie eine andere Lösung als mit Gewalt, mit militärischer Gewalt, herbeigeführt werden kann.“

Seinen persönlichen Bezug zum gewaltfreien Ansatz erklärte er eher farblos und in kargen Worten (die „schwarzen Stiefel“ der SS-Leute und das Buch von Eugen Kogon „Der SS-Staat“; sowie die weitere gesellschaftliche und weltweite Entwicklung und geschichtliche Informationen). Besonders überrascht war ich von folgender Aussage: Er weiß keinen einzigen Krieg, der eine humanitäre Absicht tatsächlich verfolgt hat. Und die „Lehre vom gerechten Krieg“ der katholischen Kirche sei eine Legitimation für Krieg, aber keine gerechte Anwendung von Gewalt.

Humanitäre Intervention mit militärischer Gewalt lehnt Buro ab. Als Begründung nennt er, „eingreifen kann nur jemand, wer stärker ist“ und dies wäre eine Dauerlegitimation für Aufrüstung. Nur der Überlegene könne eingreifen.

Die Interviewerin fragt nun, ob man nicht diese Stärke braucht, um Diktatoren zu beseitigen. Darauf antwortet Buro ausweichend. Er stellt eine Gegenfrage, was denn die USA für Kriege geführt habe. Und selbst den 2. Weltkrieg hält Buro nicht für einen gerechten Krieg, denn die Alliierten hätten den Krieg nicht geführt, „um Deutschland vom Faschismus zu befreien oder die Juden zu schützen“.

Jetzt wirft die Interviewerin ein, ein Argument für militärische Einsätze sei, dass sich Auschwitz niemals wiederholen dürfe und einen Diktator könne man gar nicht auf eine andere Weise beseitigen (als mit Gewalt und Krieg). Dabei wurden die Vorgänge im Kosovo-Krieg und das Massaker von Srebrenica besprochen. Buro sagt, es hätte auch die Chance gegeben, mit den Serben auf Verhandlungsebene eine Lösung zu finden. Allerdings hätten die USA und ihre Verbündeten sich auf die Vorschläge der Serben einlassen müssen, was diese nicht wollten.

Manche Äußerungen Buros machen mich nachdenklich.

Es ist Fakt das durch den Sieg der Alliierten der Nazi-Terror beendet wurde. Und selbst wenn die meisten der Juden von den Mördern bereits getötet waren, so sind doch noch einige gerettet worden, durch den Einsatz der Verbündeten. Ohne den Sieg der Übermacht hätten die Hitler-Schergen weiter gewütet. All das kommt bei Buro nicht an. Dabei geht es auch nicht darum, ob ein Krieg eine „humanitäre Absicht“ hat, wie es Buro ausdrückt, sondern welche Wirkung der Sieg hat. Es geht auch nicht um „gerechte Gewalt“, sondern in der Regel um die eine Gewalt, die Unrecht darstellt, zu beenden. Und dies geschieht über eine andere Gewalt.

Seine Aussage, „Eingreifen kann nur jemand, wer stärker ist und dies ist eine Dauerlegitimation für Aufrüstung“, halte ich für absurd. Wenn Unrecht beendet werden soll, kann dies nur jemand Starkes oder halt der Stärkere, sonst gelingt es doch gar nicht. Außerdem deutet er an, dass ihm nationale Souveränität wichtiger sei, als individuelle Freiheitsrechte. Etwa wenn er dem serbischen oder iranischen Nationalstaat das Wort redet.

Natürlich hat Buro und die Friedensbewegung ihren Anteil an der Weltgestaltung, wenn sie darauf hinweisen, zu überlegen, ob Konflikte nicht auch mit anderen Methoden als mit Gewalt gelöst werden können. Da haben sie recht und ich denke das wird auch getan. Der Gewalt aber grundsätzlich die Legitimation zu ihrem Einsatz abzusprechen, halte ich nicht für sinnvoll und realitätsnah.

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Gewalt – Ein notwendiger Teil unseres Lebens

Wir alle müssen Gewalt ausüben, damit nicht einige Wenige sie gegen uns verwenden kann. Gewalt ist genauso ein selbstverständlicher Teil in der Beziehungsgestaltung zwischen uns Menschen, wie Freundlichkeit, Herzlichkeit, Geschwisterlichkeit. Die Ausübung von Gewalt müssen wir da vollziehen, wo Unrecht geschieht, um dieses zu beenden und für die Zukunft zu verhindern. Dies hat nichts mit Fragen der Polizei und Justiz zu tun, da diese Einrichtungen korrumpiert und von dem Bösen infiltriert werden. Wir können zwar die Aufgabe der Gewaltausübung diesen Einrichtungen übertragen, die letztendliche Verantwortung haben aber wir und die Frage, ob Gewalt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt wurde oder umsonst war, müssen wir in der Gemeinschaft der Menschen beantworten und können uns nicht aus der Verpflichtung nehmen, in dem es andere richten sollen.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen mit Gewalt gegen Menschenrechtsverletzungen vorgehen, allgemein Bedrohungen, die gegen die Bevölkerung ausgeübt werden, müssen zukünftig verhindert und Personen, die diese Bedrohungen verursachen, müssen dingfest gemacht werden, auch in der Gesellschaft sichtbar.

Gerhard Leopold Durlacher schreibt in seinem Bericht über die Verbrechen der Nazis:

…. war über den endgültigen Zweck der Konzentrationslager keine Täuschung mehr möglich: die Vernichtung aller ……… Menschen, die in den Augen der Machthaber minderwertig oder staatsgefährdend waren.

Und weiter:

Zu den wichtigsten Funktionen dieser Orte des Schreckens gehörte der exemplarische Terror. Allein die Existenz dieser Orte war eine ständige Drohung für jeden, der seine Seele nicht den Nazis verkauft hatte. ….. Eine andere Funktion der Konzentrationslager war ihre Rolle als Übungsplatz für die Amoralität. ….. Sie wurden zu abgehärteten Elite-Truppen ohne moralische Skrupel ausgebildet ..

Alles, was die Nazis an Unrecht tun konnten, geschah auf Grundlage ausgeübter Gewalt, gegen die keine andere Gewalt stark genug war anzukämpfen, bis die Übermacht der Alliierten die Nazi-Gewalttäter besiegte.

Eine der Lehren, die wir Menschen aus den fürchterlichen Taten der Massenmörder ziehen müssen ist, dass die erfolgreiche Gewaltausübung elementarer Bestandteil einer überdauernden gerechten und humanen gemeinschaftlichen Ordnung sein muss. Wir dürfen uns nicht vor den Gewalttätern verstecken und die Gewaltausübung tabuisieren oder sie im Sinne der Polizei als isolierte Tätigkeit von Berufsgruppen wahrnehmen. Wir selbst müssen sie gemeinsam ausüben, uns wehren, radikale Gewaltnester im Keim ersticken, sie öffentlich machen und die durch Gewalt die Gemeinschaft bedrohen nicht in dem Gefühl lassen, die Umgebung, die Mitbürger würden sich ängstlich zurückziehen und verbergen, denn dadurch entsteht bei ihnen das Gefühl, da scheinbar nur sie Gewalt ausüben und die Polizei sowieso nicht zur Stelle ist, wenn sie es tun, sondern immer danach auftaucht, wenn es Opfer auf der Strasse aufzulesen gibt und sie erst dann anfängt, nach den Tätern zu suchen, dass sie damit ihr Bedrohungspotenzial ausweiten. Denn überall wo sie auftauchen, kann die Bürgerin und der Bürger nur die Flucht ergreifen oder sich anbiedernd den Gewalttätern anschließen.

Dabei sollten wir aufmerksam sein, wer sich neben den offiziell zur Gewaltausübung ernannten Gruppen (Polizei, Militär) noch zur Gewaltausübung bekennt, entsprechendes Drohpotenzial entwickelt und sich diesbezüglich organisiert und tatsächlich gewalttätig ist. Wir müssen als große, schweigende Mehrheits-Gruppe rechtzeitig eingreifen und zeigen, dass wir auch die symbolische Handhabung der Gewalt sehr wohl bereit sind, zu übernehmen und keinen Kleinstgruppen erlauben, sich gewalttätig auszubreiten. – Die Ausübung von Gewalt im Guten muss uns allen geläufig sein.

Literatur:
Gerhard Leopold Durlacher (1928-1996)
Die Suche – Bericht über den Tod und das Überleben

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Soziale Räume nach Bedarf (schnell) wechseln

Immer wieder liest man von massiven Gewaltvorgängen in Situationen, in denen sich nach einer Beziehung Menschen in der Trennungsphase sich selbst und/oder der anderen Person schwere physische, seelische Verletzungen beibringen.

Für die Männer kann eine Trennung schwierig sein, besonders, wenn sie vor der Beziehung eher als „einsamer Wolf“ gelebt, und während der Beziehung auch keine weiteren Kontakte, außer den zur Ehefrau hatten, und die meiste Zeit arbeiten gingen. Dann stürzen sie ein Loch und sehen die Ex-Partnerin als Schuldige, wenn sie sich trennte.

Eine Trennung ist in unseren Gesellschaften eine organisatorische Schwierigkeit. Denn neben der emotionalen Abnabelung sollen innerhalb kürzester Zeit eine neue Wohnung, neue Kontakte, eventuell ein größerer Ortswechsel bewerkstelligt werden. Es kann auch der Wechsel des Arbeitsplatzes anstehen.

Alle vertrauten Vorgänge sind auf einmal beendet. Alles muss neu in Angriff genommen werden. Die Trennung ist noch nicht richtig verdaut, die Gründe noch nicht komplett nachvollzogen.

Sind die Beteiligten in so einer Phase noch physisch zusammen, kann es urplötzlich zu emotionalen Ausbrüchen und in manchen, aber immer wieder vorkommenden Fällen, kommt es zu gewalttätigen Entladungen. Eigentlich sollten die betroffenen Personen nach einer bekundeten Beendigung der Beziehung sich sofort aus dem Weg gehen können und es sollte keinen Zwang mehr bestehen, sich noch einmal physisch zu begegnen. Die praktischen Anforderungen verunmöglichen diese an sich sinnvolle Vorgehensweise.

Entweder die Betroffenen können sich physisch nicht sofort trennen, weil der ausziehende Teil noch keine eigene Wohnung gefunden hat oder das Ausziehen aus der Wohnung geschieht peu à peu, und eine Person kommt immer wieder in die alte Wohnung (und somit in die „alte“ Beziehung), um die restlichen Habseligkeiten zu holen. Was „Zündstoff“ birgt, da vermeintliches Unrecht erinnert wird.

Deswegen scheint es nicht schlecht, nach einer Trennung, sich auch physisch sofort zu trennen und sich längere Zeit nicht wiederzusehen.

Das gilt jetzt aber für die Menschen, die mit diesen Vorgängen schlecht umgehen können. Aus einer anderen Sicht betrachtet, bietet das „noch ein bisschen Zusammensein“ nach einer Trennung auch die Möglichkeit, sich emotional zu verabschieden, was durchaus für die Betroffenen hilfreich sein kann und vielleicht werden sogar vergehende Beziehungen in „neue Freundschaften“ umgewandelt.

…………..

Was fehlt, ist die Möglichkeit zur „schnellen Veränderung“. Die Gesellschaften müssen es ermöglichen, dass der Mensch gemäß seinen Situationen sich „unmittelbar“ die passenden sozialen Räumlichkeiten aussuchen kann. Dies ist bis jetzt noch nicht möglich, nur unter großem Zeitaufwand, teilweise nur in kleinen Schritten.

Wie sähen die Gesellschaften aus, in denen ein schneller Wechsel „sozialer Räumlichkeiten“ stattfindet:

Nehmen wir ein Beispiel. Jemand verlässt das Gebäude seiner Firma und sagt sich, da gehe ich nie wieder hin. Nach Hause will er auch nicht, er möchte ganz neu wieder anfangen mit seinem Leben. Also neue Arbeit, neue Wohnung, neue Beziehungen und weiterhin noch, neue Gegend, also ein größerer Ortswechsel.

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Bürgerentscheid

Direkte Demokratie kann nicht uneingeschränkt wirksam werden.

Die Schweiz will Volksbegehren für ungültig erklären beziehungsweise nicht zulassen, wenn sie gegen Grundrechte der Bundesverfassung oder gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen.


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Die arme Seele

In einer Rezension zu Georg Kreisler: Ein Prophet ohne Zukunft (Verbrecher Verlag, 315 S., 24 Euro), findet sich dieser Satz:

Kreisler beschreibt ein von Anfang an beschädigtes Leben, damit bekräftigt er seine These, dass die NS-Zeit verstümmelte Seelen hinterließ, auch die Nachgeborenen trifft dieser Fluch.

Ist es nicht so, dass viele Menschen keine komplette eigene Persönlichkeit ausreifen konnten? Dass viele Menschen verstümmelte, halbfertige Personen wurden und dann, wenn sie vom Lebensalter her „erwachsen“ sind, ihren Mann oder ihre Frau stehen müssen und es nicht recht oder nur in enge Grenzen können?

Unserer Wettbewerbsgesellschaft fallen gerade diese Menschen zum Opfer. Weil sie mit ihren Defekten nicht optimalst funktionieren können und im Wettlauf um die Lebensvorteile im Hintertreffen sind.

Aber in Diskussionen wird von Vielen dieser Fakt gerne kleingeredet. Hauptargumente der Relativierer sind: auch Menschen mit schwerer Kindheit können es weit bringen und widrige Umstände schaden nicht jeder Seele.

Dabei geht es überhaupt nicht um diese Ausnahmefälle. In der Mehrzahl sind diese seelischen Schädigungen und Mängel-Folgeerscheinungen kaum reparable Zustände in den Menschen, die damit oft mehr recht als schlecht sich durchs Leben schleppen. – Prekariat ist ja nicht nur „Geldmangel“, sondern z.B. Mangel an seelischer Reife. Auch diese „Armut“ in den Gesellschaften gibt es.

Siehe auch „Therapie Elend in Deutschland“ auf scribd.


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Handelsblatt-Interview mit Peter Sloterdijk über die Finanzkrise,

die „globale Vertrauenskrise“.

„Die Staaten verpfänden die Luft und Banken atmen tief durch“

Ich habe mir das angetan, dieses Interview ganz zu lesen und bin sehr enttäuscht. Vertane Zeit, sehr ärgerlich. Sloterdijk hat wirklich nichts zu sagen, zu den gegenwärtigen Geschehnissen. (Aber ich weiß, er kann auch anders. ;-)) Erwähnen kann man höchstens die Idee, den Steuerzahler zukünftig als „Sponsor“ anzuschauen, der auch eine Gegenleistung zu erwarten hat. Was Neues hat diese Idee aber auch nicht. Denn jede Steuer muss sich ja in Form von gemeinschaftlicher Leistung für alle auszahlen und tut das auch.


Kulturwissenschaftler Bazon Brock

über den „professionalisierten Bürger„:

Heute geht es nicht mehr um mehr Freiheiten, sondern um mehr Tatkraft, um aus den Freiheiten etwas zu machen….. Was heißt das, seine Freiheiten zu nutzen? ….. Man muss es lernen, wie man lernen musste zu lesen, zu schreiben und zu rechnen, …….

Der Philosoph Peter Sloterdijk

schreibt zur systematischen Entpolitisierung, „Bürgerausschaltung„:

In der repräsentativen Demokratie werden Bürger als Lieferanten von Legitimität für Regierungen gebraucht. Deswegen werden sie in weitmaschigen Abständen zur Ausübung ihres Wahlrechts eingeladen. In der Zwischenzeit können sie sich vor allem durch Passivität nützlich machen. Ihre vornehmste Aufgabe besteht darin, durch Schweigen Systemvertrauen auszudrücken.


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Gesundheitssystem


Ein akuter Notfall führt ins Krankenhaus. Der behandelnde Arzt lässt den offensichtlich kranken Menschen mitnichten im Krankenhaus, sondern schickt ihn weg. Mit einem Diagnosezettel in der Hand soll dieser dann zusehen wie es weitergehen könnte. Ist das unser Gesundheitssystem? Die Ärztin und der behandelnde Arzt sehen dem Patienten zu, wie er sich mühte in Hose und Schuhe zu kommen. Die Schuhe konnte er sich nicht zubinden. „Gell, das ist schwer.“ meinte die Ärztin. Ja es ist schwer diese ignoranten Menschen auszuhalten, die von unseren monatlichen Beiträgen finanziert werden und sich dann so gegenüber den Patienten verhalten. Das ist schwer zu ertragen.
Weiterbehandelnder Arzt? Fehlanzeige. Die Dame, die problemlos für einen Termin zu haben ist, erweist sich als eiskalt, distanziert, unfreundlich und verweist den Patienten an nicht zuständige Stellen. Besser wieder weg hier. Und wie findet man jetzt schnell einen zuständigen Arzt? Gar nicht möglich. Es sei denn, man ist Selbstzahler, Privatpatient. Ansonsten warten bis die Hand abfällt. Der nächste Termin in 2, 3 Wochen? Und was ist mit den akuten Schmerzen, Problemen?

Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht mehr akzeptabel.


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Sportschützen-Morde


Bei einem Mord in Hamburg war es wieder einer aus den Vereinen. Laut Innenbehörde besaß der seit 2003 registrierte Sportschütze drei Schusswaffen. Also schon wieder einer aus den sogenannten Schützenvereinen. Das einzige was sich da als Vorteil herauskristallisiert, wenn man da mitmacht, ist die Möglichkeit die dadurch erhaltenen Waffen auch „anderweitig“ zu verwenden. Siehe Amokschützen in Deutschland. – Die Vereine sind in dieser Form ein Schaden für die Gesellschaft und nicht wünschenswert.

Die Sportschützenstatistik:

Getötet mit Schusswaffen von Sportschützen




Groß- und kleinkalibrige Waffen sind nicht nötig um den Schützen-Sport auszuüben. Druckluftwaffen würden ausreichen.

10 Millionen legale Sportwaffen in Deutschland.

Zitate aus dem Film „Gefährliche Sportwaffen in deutschen Haushalten“, RTL


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Religion oder Menschenrechte


Die Autorin Monika Maron echofiert sich über Patrick Bahners Buch „Die Panikmacher“.
Zurecht. Bahner scheint der religiösen Orientierung höheren Wert beizumessen, als den allgemeinen Menschenrechten. Sein Determinismus ist beängstigend. Die Unterwerfung des Einzelnen unter vermeintlich für alle gültige Regeln entpuppt sich als Unterdrückungskonzept. Man muss sich fragen, wer noch alles auf dem Weg der Selbstaufgabe ist. 😦

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