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Gruppe und Individuum

Basic Income UK – Towards an emancipatory welfare

We have different political and social backgrounds and do not represent any one political party. Except when explicitly mentioned, the views expressed on this website do not represent any official position as a group. The articles and opinions are rather intended as a discussion amongst a plurality of viewpoints and a way of raising awareness and debate around this issue.

Beyond our differences, we are working together to actively promote the idea of an unconditional and universal basic income as an unimpeachable right of every citizen of the world.

Warum soll auch eine Gruppe nur deshalb existieren, weil sich die beteiligten Individuen zu einer Meinung zu einem Thema bekennen. Ein Unfug ohnegleichen. Denn es ist doch wahr, dass wir Menschen in der Regel nicht einer Meinung sind und trotzdem in »eine bestimmte Richtung« gemeinsam gehen können. Diese Richtung ist eine »in etwa« Linie, die wir teilen, aber ausgestalten tun wir sie mit unseren individuellen Perspektiven und Schwerpunktsetzungen und die kommen zu Wort und sind unsere individuelle Anwesenheit bei der ganzen Unternehmung.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn in vielen Vereinen, Organisationen und Institutionen gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass die individuelle Sicht der Dinge sich unterzuordnen hat, der »offiziellen Marschrichtung« der jeweiligen Einrichtung. Diese Einschränkung und Unterwerfung, ja Brechung der Individualität zugunsten einer ominösen Gruppenmeinung, ist das Grundübel der heutigen Gesellschaftsgestaltung. – Es sind nicht zuletzt die Parteien, die nach dieser desaströsen Konzeption ihr übles Werk vollbringen.

Schlimm daran ist in erster Linie, dass es natürlich Einzelpersonen und Lobbyinteressen sind, die ganz bestimmte Gesetze und Entscheidungen »im Namen der Allgemeinheit« und aller in der Partei Aktiven auf den Weg bringen, dieser Umstand ab vertuscht wird, in dem man so tut, als ob »alle« das genau so wollen, wie es dann in die Umsetzung kommt. – Selbst wenn es so ist, dass alle letztlich zu bestimmten Gesetzen »ja« sagen, dann ist das im Laufe der Mitgliedschaft in diesen Organisation den Politikern und Mitgliedern antrainiert und beigebracht worden. – Es kann auch von »Zurichtung« des Menschen gesprochen werden, um ihm seine individuelle Sicht auszutreiben, um ihn auf »Parteilinie« zu bringen. Und wer nicht spurt, wird bekämpft.

Die Grundeinkommens-Idee braucht aber ganz andere Menschen. Es ist der aufmerksame Bürger gefragt, der eben nicht seine Einsichten an der Organisationstheke abgibt, bevor er die Mitgliedsbescheinigung in Händen hält. Im Gegenteil. Der Kulturimpuls, der durch die Grundeinkommens-Idee ausgeht, regt das Subjekt an, die eigene Perspektive als das eigentlich Wichtige zu erkennen und beizubehalten, statt sich einer Gruppenmeinung unterzuordnen. Gerade die eigene Wahrnehmung wird als das besondere Element erlebt, dass durch den Impuls angeregt wurde. Es geht darum, die subjektive Sicht zu stärken und die Gruppe ergibt sich dadurch, dass die Engagierten gemeinsam dieser Ansicht sind.

Die Sorge, dass eine solche Gruppe nicht durchsetzungsfähig sein könnte, weil eine zu starke Ausrichtung auf die individuellen Sichtweisen eine klare Ausformulierung von Schritten, die zu gehen sind, verunmöglicht, ist nicht berechtigt. Nach den Methoden der Direkten Demokratie kommen Ergebnisse zustande, die alle Menschen akzeptieren können.

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Soziales Netzwerk – was ist das?

Google macht Vorschläge, wie der Bürger das Soziale Netzwerk nutzen kann. Der Teilnehmer an dem Netzwerk soll »Kreise« anlegen, in die er die Menschen einordnet, mit denen er ein Netzwerk bildet.

Ein Kreis, für Angehörige, Verwandte. Ein Kreis für Arbeitskollegen. Ein Kreis für die Sportkameraden. Ein Kreis für die Menschen, mit denen man ein Hobby teilt. Und so weiter. Alle Beiträge dieser Menschen werden im Beitragsstrom (Stream) angezeigt. »Strom« deshalb, weil das Fenster, in dem die Beiträge zu sehen sind, ein Zeitfenster ist. Die zeitlich neuesten Beiträge sind oben zuerst zu sehen, die bereits älteren Beiträge von vor 12 Stunden zum Beispiel, sind »nach unten gerutscht«, sind bereits aus dem Blickfeld und der Teilnehmer muss nach unten scrollen mit der Maus, am Computerbildschirm, damit die älteren Beiträge zu sehen sind.

Damit ist das Soziale Netzwerk »Google+« eigentlich erklärt.

Ich bin mir nicht sicher, aber kann es sein, dass Google keine Ahnung hat, wie Menschen zueinander in Beziehung treten und miteinander kommunizieren?

Ich weiß nicht, wer mit »Angehörigen und Verwandten« einen Kreis macht. Und welche Arbeitskollegen treffen sich bei Google+? Wahrscheinlich Google-Mitarbeiter. 🙂
Einen Kreis für die Sportkameraden … Womöglich langt da die Email.

So wie Google+ tatsächlich genutzt wird, ist es aber von der Hersteller-Firma gar nicht konzipiert?

Interessant im Sozialen Netzwerk sind »gemeinsame Ansichten und Urteile«, ähnliche Bewertungen und Entscheidungen, zu einer Vielzahl unterschiedlichster Themen.

Hat Google für diese Wahrheit sein Netzwerk ausgerichtet? Jetzt passiert Folgendes. Ein Teilnehmer ist einmal ins Blickfeld geraten, weil er mehrfach +1 bei Beiträgen geklickt hat, und vielleicht auch ein, zwei Meinungsäußerungen tätigte, die wahrgenommen wurden. Deshalb wurde die Person in den Kreis »Neue Personen« eingefügt. Lange Zeit ist diese Person »verschwunden«, aber plötzlich erscheinen häufige Beiträge, die allesamt wenig ansprechend erscheinen, ja vielleicht sogar eher abgelehnte Meinungen vertreten. Die Person wird wieder aus dem Kreis entfernt. – So verschwinden Personen aus den eigenen Kreisen.

Gleichzeitig »verdünnt« sich insgesamt der Beitrags-Hauptstrom. Anfangs ist nicht recht erklärlich, warum im Laufe der Zeit (drei Viertel, bis ein Jahr) weniger Beiträge angezeigt werden, aber dann erscheint eine Möglichkeit zu sein, dass auch Personen, die in den eigenen Kreisen sind, Teilnehmer aus ihren Kreisen entfernen und sich so der Beitragsstrom leert.

Google berücksichtigt nämlich einen ganz bestimmten Umstand nicht: es findet eine permanente gegenseitige Bewertung statt. – Google hingegen tut so, als ob die Menschen aufgrund vergangener oder aktueller Bezogenheit eine »auf ewig« anlegbare zueinander ausgerichtete Aufmerksamkeit aufbauen würden. Aber das ist nicht wahr. – Wir Menschen bewerten uns permanent, und wenn wir keine Übereinstimmung mehr feststellen können, »kündigen« wir diese Aufmerksamkeit auf. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmefälle, bei denen diese Regel nicht gilt, zum Beispiel bei den Eltern oder Geschwistern. Aber selbst da ist nicht sicher, ob wir nicht doch uns zu Bewertungen hinreißen lassen, und dies die eigentlich »unkündbaren« Bande belastet.

Wenn Google diese »Wahrheit« in sein Netzwerk-Konzept miteinbeziehen würde, dann müssten weitere Aspekte stärker in den Vordergrund gerückt werden: Es geht nicht um die Leute, die in den Kreisen »hocken« und deshalb, weil sie in den Kreisen sind, redet man mit ihnen, sondern der Beitrags-Hauptstrom »aller Beiträge« müsste geöffnet und feinjustiert durchsuchbar gestaltet werden. – Der Beitrags-Hauptstrom wäre dann zum Beispiel »alle deutschsprachigen Beiträge«, die »öffentlich« ins Netzwerk gestellt werden. Dieser müsste feinjustiert durchsuchbar sein und aus den Suchergebnissen müssten »Favoriten« erstellt und abgespeichert werden. Diese Favoriten würden die Kreise komplett ersetzen. Denn es ginge nicht mehr um die »gleichen Menschen«, sondern um die »gleichen Meinungen, Urteile und Entscheidungen«. – Der Beitrags-Hauptstrom müsste viele hunderte, tausende; je nach sprachlichen Möglichkeiten, die wir haben; Millionen Beiträge umfassen. Dieser komplette, nicht gefilterte Hauptstrom müsste am Bildschirm wirklich sichtbar sein.

Das heißt, mit den Menschen, mit denen vor 2 Jahren eine Übereinstimmung in der Einschätzung von Sachverhalten bestand, gibt es womöglich aktuell überhaupt keinen Kontakt mehr, weil sich alle Beteiligten »auseinandergelebt« haben und eben nicht mehr die gleichen Ansichten vertreten. – Aber genau diese Wahrheit berücksichtigt Google mit seinem Konzept heute nicht, so dass sich das Verhalten der Teilnehmer und die Vorstellungen der Netzwerkmacher nicht decken und das Netzwerk ausgebremst wird und der Frust die Leute zum Aussteigen bringt.

Kommentarfunktion

tagesspiegel–in-eigener-sache-keine-bewertungsfunktion-mehr

Liebe Leserinnen und Leser, um den Missbrauch der Bewertungsfunktion einzuschränken, hatten wir im Sommer 2012 die Funktion, Kommentare negativ zu bewerten, abgeschafft.

Leider wurde aber die Funktion, Kommentare positiv zu bewerten, ebenfalls missbraucht. Geneigte Nutzer legten sich mehrere Benutzerprofile an, um ihren Kommentaren auf diese Weise mehr Gewicht zu verleihen und im Ranking der bestbewerteten Kommentare weiter oben zu platzieren.

Die Zeitung Der Tagesspiegel in Berlin reduziert weiter die Möglichkeiten rund um ihre Kommentarfunktion. Dies ist interessant, da deutlich wird, wie gering der Wert dieses Feature überhaupt ist. Ich vermute, dass jeder, der eine Kommentarfunktion in seinem Blog oder auf seiner Homepage, Internetseite freischaltet, immer die Zustimmung der Antwortenden im Sinn hat. Niemand denkt wirklich daran, was es bedeutet, wenn die Kommentare eine andere Sicht vertreten, als der Eigentümer der Seite. Ich vermute, dass die Wenigsten sich dabei wohlfühlen, abweichende Ansichten auf ihrem Medium zu dulden.

Aber worauf läuft das dann hinaus? Im Grunde sind wir in unseren Meinungen alle verschieden ausgerichtet und es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass wir Menschen bei verschiedensten Themen einer Meinung sind. Wenn wir damit anfangen, diesen Umstand ernst zu nehmen, ist ein erster wichtiger Schritt getan. Es ist wertvoll, einander in unserer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Es gibt immer noch viele Personen, die es nicht ertragen können, dass der Mitmensch eine andere Meinung gleichermaßen vertreten kann, als sie selbst. Wenn wir es aber akzeptieren, brauchen wir auch nicht mehr zusammenzuglucken, aufeinanderzuhocken und auf Teufel komm‘ raus, eine gemeinsame Meinung herstellen zu müssen. Dann akzeptieren wir unsere Unterschiedlichkeit, sehen diese als Bereicherung und als Ergebnis unterschiedlichster Erfahrungen und wir trachten in gegenseitiger Achtung uns in Einzelfragen zu verständigen und Mehrheitsabstimmungen mitzutragen, wenn sie denn nicht gegen die Menschenrechte verstoßen. – Dann haben wir Direkte Demokratie.

Der Tagesspiegel will also nicht mehr Negativbewertungen zulassen und jetzt auch nicht mehr Positivbewertungen von Kommentaren. Aber immerhin wollen sie weiter Kommentare zulassen. Wer weiß, wann sich auch das ändert.

Und es ist doch wahr. Im Tagesspiegel soll natürlich die Meinung der Tagesspiegel-Eigentümer stehen. – Was denn sonst. 🙂

Das heißt aber für die vielen Kommentarschreiber, dass sie sich darum bemühen müssen, ihre eigene Meinungsplattform zu schaffen (wie der Tagesspiegel seine hat) und zum Beispiel eine Homepage oder einen Blog eröffnen. – Statt »bei anderen« anonym die Ideen und Gedanken abzuladen, kann auf der eigenen Seite, mit Realnamen die eigene Sicht der Dinge erscheinen.

achgut–isabelles-erzaehlungen-geruechte-ueber-israel-und-juden

In jeder Interpretation durch den anderen steckt eine potentielle Vernichtungsdrohung. Haben nicht zum Beispiel die Deutschen jahrzehntelang erklärt, wer und wie die Juden sind, was dann die Argumentation lieferte, für die Taten, die in der NS-Zeit passiert sind?

Andererseits scheint mir es nicht durchhaltbar, immer den anderen reinreden zu wollen, wie sie etwas zu sehen, interpretieren, einzuschätzen haben. Es kommt nicht nur »bevormundend« daher, es ist es dann auch. Wer mag sich dann noch ernsthaft unterhalten. Die Folge, man geht auf Distanz.

Und schon passiert wieder genau jenes, welches von der Tendenz her das alte Beziehungsmuster einleitet. – Achtung aufgepasst! Ja wir alle müssen schauen, dass sich nichts mehr wiederholt.