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Gedankensammlung 2018-01-06

Kung Fu Panda [Englisch] ist ein Film für die ganze Familie. – Die Moral dieser Film-Geschichte ist, dass wir an einen Menschen glauben können, an seine Entwicklung, seine Wandlungsfähigkeit, seine Möglichkeiten, einen bestimmten Weg zu gehen. – Dieser Mensch verwendet vielleicht andere Methoden, als wir es gewohnt sind, um zu einem Ziel zu gelangen, aber er kann es und schafft es.

Es ist aber auch ein Beitrag, der die individuelle Freiheit betont und die Individualität als etwas Wertvolles hervorhebt. – Die Einzigartigkeit von uns Erdenwesen, wird in dem Film anschaulich gemacht. – Aber auch die Freude, die wir haben, miteinander zu sein und uns gegenseitig zu schätzen und zu mögen.


Die Autorin Frances Coppola hat auf ihrem Blog einen Artikel über Eugenik veröffentlicht [Englisch] , in dem sie sich mit einem Beitrag von Toby Young auseinandersetzt.

Young will die Gesellschaft »verbessern«, indem intelligentere Menschen sie bevölkern, als es heute der Fall ist. Wie will er das erreichen? Mit Eugenik.

Eugenik ist eine labormäßige, technische, biologische Herumexperimentiererei am Menschen. Statt Eugenik könnte sie auch Frankensteinik genannt werden, so absurd, gefährlich und bedrohlich erscheint sie mir. – Die negative Eugenik eliminiert Unerwünschtes am Menschen, oder den Menschen selbst. Sie war bevorzugte Methode bei den Nazis.

Die positive Eugenik will Erwünschtes beim Menschen fördern. – In dem zitierten Artikel von Coppola geht es um »Intelligenz«, die erwünscht ist, und in der Gesellschaft einen Vorrang eingeräumt werden soll. Wie denkt sich Toby Young das?

Embryonen sollen untersucht werden. Jene, die wahrscheinlich den intelligenteren Menschen hervorbringen, sollen sich entwickeln dürfen, die anderen eher nicht. Dadurch würde sich die Qualität der Gesellschaften verbessern und leistungsfähigere, klügere Menschen hervorbringen.

Die Autorin verurteilt zurecht diesen Ansatz, obwohl sie meiner Meinung nach, viel zu viel Gedanken an dieses Konzept verschwendet.

Eugenik ist ja eben nicht »Gott spielen«. Es ist »Teufel spielen«.

Wir Menschen sind, wie wir sind. In die natürlichen Vorgänge einzugreifen, ist »Teufel spielen«. Statt einer Wahnidee hinterherzuhecheln, die uns alle zu Intelligenzbestien macht, soll das Leben selbst entscheiden, wie die Menschheit sich entwickelt. – Möglicherweise gibt es auch Ruhephasen in der Menschheitsentwicklung.

Was ist aber mit Eltern, die kein behindertes Kind großziehen wollen. Ist das berechtigt, Embryos auszusortieren? Das ist Privatsache. Wer es tun will, trägt auch die moralische Verantwortung dafür, dass ein Embryo nicht zur Entwicklung freigegeben wurde. Aber es ist nicht Sache und Angelegenheit der ganzen Gesellschaft.

Coppola beschreibt aus ihren persönlichen Erfahrungen und jene, mit ihrem Sohn, wie Schulprüfungen darüber entscheiden, ob man in angemessene Schulen gelangt und einen erwünschten Lebensweg gehen kann. – Das wird aber so dargestellt, als ginge es um Leben oder Tod.

In der heutigen Zeit wird den Menschen suggeriert, nur die Fittesten finden einen guten und gut-bezahlten Job. Der Wettbewerb gegeneinander ist wichtiger denn je, in den heute totalitären Pseudo-Demokratien. Und Frances Coppola scheint selbst in einer solchen zu leben.

Gesellschaften, in denen jegliche gegenseitige Fürsorge und Mitgefühl aufgegeben wurde und nur noch der nackte Überlebenskampf »Jeder gegen jeden« an der Tagesordnung ist, sind der ideale Nährboden für dämonische Vorschläge, wie die Eugenik, als Ausweg aus der Krise.

Statt sich der offensichtlich »kranken Seele« des Menschen zuzuwenden, wird an seiner Physis herumgebastelt, um ihn besser zu machen.

Ist die Entwicklung der Menschheit statisch? Sicher nicht. Es ist egal, ob 10 Milliarden Menschen sich weiterentwickeln, oder 10. Wenn sich die Erde durch den Klimawandel soweit verändert, dass ein Großteil der Menschheit stirbt, dann ist es halt so. – Wir Menschen müssen auch fühlen können, welcher Weg der richtige ist. Was moralisch vertretbar wäre, und was nicht. Wären die Nazis nicht gestoppt worden, wäre deren Denken heute noch Gesetz.

Toby Young, mit dem sich Frau Coppola in ihrem Beitrag auseinandersetzte, ist ja gerade in den letzten Tagen, Thema in England gewesen, weil er von der Tory-Regierung zur Aufsichtsperson über die Universitäten erklärt werden sollte. Dabei wurden viele seiner Tweets auf Twitter zitiert, die ihn in moralisch fragwürdiger Haltung zeigten. – Und da passen seine Ansichten zur Eugenik »wie die Faust auf’s Auge«.


In den USA wurde ein Fall diskutiert, der im Kontext »Diskriminierung« in Erscheinung trat. Ein Konditor, der sich auf Hochzeitstorten spezialisiert hatte, weigerte sich, einem homosexuellen Paar eine Torte zu kreieren. Hier ein Artikel darüber. [Englisch] – Ich habe den Fall nicht weiterverfolgt. Er dient mir hier als Aufhänger, um über das Thema »Arbeit« und Arbeitszwang zu sinnieren.

Es gibt ganz unterschiedliche Situationen von Arbeit. – Eine Person ist in einer großen Firma beschäftigt. Sie arbeitet in einem Abhollager. Die Kunden kommen mit der Kauf-Quittung zum Ausgabeschalter, um die Ware in Empfang zu nehmen. Die Person reicht nach Vorlage der Quittung die Ware aus.

Wenn nun diese Person die Ware nicht aushändigen würde, weil ihr die Kopfbedeckung eines Kunden nicht passt, der seine Ware abholen will, dann kann sie nicht an dieser Stelle arbeiten und wird höchstwahrscheinlich entlassen. – Oder es kommen zwei Männer, und die Person glaubt Homosexuelle zu bedienen, und sie weigert sich die Ware herauszugeben, dann wird sie ebenfalls höchstwahrscheinlich ihre Stelle verlieren. Aber hier wäre schon unklar, ob die Person belangt würde, weil sie ihre Arbeit nicht macht oder weil sie sich diskriminierend verhält.

Aber es wird bereits deutlich, dass für »abhängig Beschäftigte« die Situation viel klarer zu sein scheint. Denn abhängig Beschäftigte müssen gemäß den Anweisungen ihrer Arbeitgeber sich verhalten. Sie müssen das tun, was ihr Chef ihnen sagt, sonst verlieren sie diesen Arbeitsplatz wieder. Diskriminierung wäre in diesem Fall eine nachgeordnete Verfehlung. Vorrangig wäre die Arbeitsverweigerung, die belangt würde.

Anders sieht die Sache aus, bei Selbstständigen.

Selbstständig sein, kann nicht bedeuten, dass eine fremde Person mit einem Geldschein winkt, und der Selbstständige müsste das machen, was der Geldbesitzer will. Denn wäre das so, dann wäre der Selbstständige nicht selbstständig, sondern ein Sklave.

In den alten Sklavengesellschaften hob der »Master« die Peitsche, und der Sklave wusste, er muss jetzt das tun, was der Sklavenhalter will, sonst wird er geschlagen. Heute hat sich die Peitsche in einen Geldschein verwandelt. Zumindest glauben manche Geldbesitzer, sie könnten über arbeitswillige, aber selbstständige Menschen verfügen, wenn sie mit dem Geldschein winken. – In einer freien Bürgergesellschaft darf jedoch genau das nicht möglich sein, dass das Selbstbestimmungsrecht der Menschen mit der Bezahldrohung ausgehebelt wird. – »Ich drohe, dich zu bezahlen. Dann musst du das machen, was ich von dir will.« – So darf es eben nicht sein.

Gerade heute haben wir die Situation, dass viele Geldbesitzer, die sich ihr Geld (=Verfügungsrecht über Andere) womöglich auf dubiose Weise beschafft haben, meinen, sie könnten mit diesem Hebel beliebig über andere Menschen verfügen.

Nehmen wir den selbstständigen Schreiner. Er bekommt den Auftrag, einen Tisch neu herzurichten. Ein verschnörkeltes Muster soll eingraviert werden. Er macht sich große Mühe, aber der Kunde befindet, es sei nicht in Ordnung. Der Schreiner soll nun kostenlos eine Ersatzleistung erbringen.

Warum sollte es nicht möglich sein, nicht für Leute zu arbeiten, die einem aufgrund verschiedener Umstände unsympathisch sind? Und stattdessen seine Dienstleistungen nicht mehr offen, am Markt anzubieten, sondern nur noch privat. – Personen, die einem als vertrauenswürdig vermittelt werden, hätten die Gelegenheit, sich als akzeptable Kunden zu bewähren. – Wer als Kunde nur Ärger macht, bekommt keine Arbeitsleistung, auch wenn dieser noch so viele Geldscheine besitzt. – Eine Verpflichtung, für irgendjemanden zu arbeiten, gibt es nicht, im Bereich der Selbstständigkeit.

Wie wäre es denn, einmal festzuhalten, dass ein Selbstständiger niemals verpflichtet ist, für jemanden eine Leistung zu erbringen. Sondern immer nur »freiwillig« dies tut. Somit besteht auch für niemanden ein Recht, eine Leistung erwarten zu dürfen. Wer selbstständig ist, kann nach eigenen Kriterien entscheiden, für wen gearbeitet wird und ob überhaupt.

Sonst hätten wir ja wieder den Arbeitszwang für alle, über die Hintertür des Geldbesitzes. Wer Geld besitzt, könnte andere zwingen, für einen zu arbeiten. – Das kann aber niemals der Fall sein. Arbeit ist eine grundsätzlich freie Angelegenheit. Niemand, kein Staat, kein Richter, kein vermeintlicher Kunde hat das Recht, einen anderen Menschen zu irgendeiner Arbeit zu zwingen.

Diskriminierung meint aber etwas anderes. – Wenn allen Bürgern Leistungen zugänglich sind, und man würde bestimmte Personengruppen von diesen Leistungen ausschließen, das wäre Diskriminierung. – Aber individuelles Verhalten ist keine »allen Bürgern zugängliche Leistung«. Individuelles Verhalten benötigt die »Freiheit für das Individuum« und die eigene, unabhängige Entscheidung.

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Kollegen in der Firma .. Kollegen im Dienst

Viele Menschen kennen diese Situation gar nicht. Sich mit anderen am Arbeitsplatz absprechen müssen, sich mit Kolleginnen und Kollegen arrangieren müssen.

Eine Menge Leute gestalten ihre Tätigkeiten selbständig, verfügen über einen eigenen Arbeitsplatz, den sie komplett selbst verantworten und gestalten können und sind somit auch nicht von anderen Personen dabei abhängig oder rechenschaftspflichtig. – Dazu gehören unter anderem Handwerker, Kulturschaffende, Künstler, Personen im Gesundheitsbereich und natürlich Unternehmer.

Aber es gibt nun einmal auch ganz viele, die ständig mit Kollegen sich absprechen müssen, zum Beispiel im Handel, in Verkaufsläden, im Lagerbereich. Und natürlich gibt es nicht nur die selbständigen Handwerker, sondern auch die vielen abhängig beschäftigten, die ihren Chef haben, ihren höher eingestuften Kollegen, mit denen sie sich arrangieren müssen und den ganzen Tag zusammen sind.

Ist es einfach, sich mit Kollegen abzusprechen?

Nein, es kann schwierig sein, mit manchen Kollegen. Am anstrengendsten sind Kollegen, die aggressiv, unfreundlich und unhöflich sind. Ja, es gibt sogar welche die sich unverschämt und beleidigend verhalten und sogar welche, die gezielt Mobbing betreiben, ihre Kollegen bedrohen, schikanieren, bewusst bei der Arbeit benachteiligen, schlecht stellen, provozieren, um diese Personen aus der Firma oder aus der Behörde oder Institution herauszutreiben, um den Arbeitsplatz Freunden, Verwandten oder Bekannten zuzuschustern. – Mit anderen Worten, es ist gar nicht so einfach, ein friedvolles Zusammenwirken zu gestalten, wenn man böswillige Mitmenschen als Kollegen hat.

Wie kann man nun damit umgehen, mit solchen Situation.

Einmal sind das allein private Vorgänge, die aber in einem öffentlichen Raum stattfinden. Wer mir privat in seinem Verhalten nicht sympathisch ist, diese Person kann ich einfach meiden, indem ich keinerlei physisches Zusammensein zulasse und im Internet meidet man solche Leute, indem man sie blockiert, ignoriert und einfach kein Gespräch mit ihnen führt.

Für den einfachen Mitarbeiter ist die Firma ein Ort, der nicht von ihm eingerichtet wurde. Jemand anderes hat ihn geschaffen. Der Firmengründer, der Firmenkäufer, der Besitzer der Firma, der Eigentümer der Firma. – Warum halten wir uns an diesen fremden Orten auf? Wir wollen Geld haben, und gehen dort hin, um für Arbeit Geld zu bekommen. Das ist oft der einzige Grund, warum wir an solche fremde Orte gehen. Wir haben kein persönliches Interesse, uns dort aufzuhalten. Wir wollen nur das Geld haben. – Und es gibt Menschen, die die Arbeit durchaus interessant finden, und vielleicht sogar gerne zur Arbeit kommen.

Nun haben wir aber einen absolut unsympathischen Kollegen. Und was nun?

Wenn wir den Kollegen meiden wollen, gehen wir nicht mehr zur Arbeit. Dann sehen wir die Kollegen nicht mehr, die einem unsympathisch sind. Aber wir bekommen auch kein Geld mehr, da wir nicht am Arbeitsplatz unsere Arbeit machen. Ein Problem!

Wir können uns beim Chef beschweren. Es können Gespräche stattfinden. Der gemobbte Mitarbeiter kann sich immer wieder über einen Kollegen beschweren, aber wie geht es jetzt weiter. Der Chef kann abwiegeln, kann sagen, das Angeführte sei nicht der Rede wert, in den Kasernen des Militärs gäbe es auch schon mal ein rauer Ton. Das müsse der geschädigte Mitarbeiter aushalten. Oder der Chef kann sich auf die Seite des Klägers stellen, kann die beschuldigte Person ermahnen, oder diese zum Gespräch bitten, kann ein Dreiergespräch anberaumen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. – Problematisch ist es, wenn der Chef oder der Vorgesetzte kein Verständnis für die Beschwerden des betroffenen Mitarbeiters aufbringt. – Wie kann es dann weitergehen?

Es ist im Grunde eine Konfrontationssituation, die sich nicht auflösen lässt. Eine Zusammenarbeit scheint unumgänglich, da alle Beteiligten aus der Arbeitssituation einen Gelderlös haben wollen. Wer sich zurückzieht, hat verloren, hat ein Einkommen verloren. Deshalb will sich niemand zurückziehen, aber es gibt Beteiligte, die mit Gewalt der Begegnungsangelegenheit ihr Gepräge aufdrücken wollen. – Dies müsste eigentlich abgewehrt werden. Aber von wem?

Der Chef kann sagen, »Geht mich nichts an. Die Leute in meiner Firma müssen schon selbst miteinander zurechtkommen«. – Ja, es ist wahr. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre die Situation für die Menschen viel leichter, weil sie nicht existenziell abhängig von den Einnahmen am Arbeitsplatz wären. Sie könnten sich bei miesen Arbeitsbedingungen, zu denen auch ein schlechtes Arbeitsklima zählt, zurückziehen. Allerdings sollten böswillige Menschen auch nicht die Möglichkeit erhalten, ihre Mitwelt zu terrorisieren. – Es muss also Gelegenheiten geben, solches Verhalten abzublocken.

Was kann eine betroffene Person tun?

Nehmen wir an, eine Kollegin spricht einen Kollegen vor den Kunden an, es sei die Arbeit nicht richtig gemacht worden. Einmal ist es nicht klar, ob diese Aussage überhaupt stimmt, zum Anderen geht es nicht, vor den Kunden einen anderen Mitarbeiter herunterzuputzen oder zu tadeln. Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob ein Rechtsanwalt zurate gezogen wird. Insbesondere dann, wenn es ein gut bezahlter Job ist. Denn um einen solchen Job zu kämpfen, würde sich lohnen. Oder wenn man in der Gewerkschaft ist, kann die Gewerkschaft eingeschaltet werden. Wenn beides nicht infrage kommt, muss der Chef auf das Thema angesprochen werden. Wie verhält er sich, zeigt er Verständnis für das Anliegen, oder blockt er ab und stellt sich sogar auf die Seite des Beschuldigten. – Die gemobbte Person muss deutlich machen, dass sie solches Verhalten nicht duldet. Wie sehen dann die Konsequenzen aus? Man kann ankündigen, dass man mit der beschuldigten Person in keinster Weise mehr zusammenarbeiten will. Und wie ist das zu bewerkstelligen, wenn es von den Arbeitsabläufen nicht möglich ist? Wenn die beschuldigte Person eine firmeninterne Vorgesetzte ist, entsteht ein kaum lösbares Problem.

Hier zeigt es sich wieder, wie heilend ein Bedingungsloses Grundeinkommen wirkt. Denn wir wären nicht aufeinander angewiesen, um zu existieren und wir könnten uns Beziehungsverhältnisse suchen, in denen wir uns wohlfühlen. – All das ist heute nicht möglich.

Wer überlebt

Wir müssen besser sein als die anderen, höher, schneller, weiter war das Motto. Doch Spezialisierung ist nur eine Form der Problembewältigung in der Natur.

http://foehrkommunikation.blogspot.de/2017/04/es-gibt-zwei-grundhaltungen-in.html

Aber was war das für ein »Problem«? – Das der Eine leben will, egal, ob die anderen auch geeignete Lebensumstände haben? Oder war es das Problem, dass alle Menschen leben wollen und in den Köpfen vieler ist das nicht vorgesehen, weil sie nur an sich denken?

Wo früher Kontrolle herrschte, baue ich jetzt Vertrauensverhältnisse auf. .. Der Sinn der Arbeit wird für die vielen Wissensarbeiter wichtiger, als das reine Geld verdienen.

Aber wie kann so eine Gesellschaft proklamiert werden, ohne die Rahmenbedingungen? Dasjenige, das Frau Föhr kritisiert (Kontrolle, zentrale starre klare vorgaben-orientierte Hierarchie, in einer Misstrauens-Umgebung) ist doch immer noch da, in Form einer dermaßen gestalteten politischen Macht und Gesetzeslage, Jobcenter und Arbeitsagenturen.

Alle, die heute die Erfahrung der Arbeitslosigkeit durchmachen, werden der »Heile-Welt-Beschreibung« der Autorin misstrauen. Auch wenn sie jetzt in einen Job vermittelt wurden, oder noch nie die staatlichen Arbeitsbehörden von innen gesehen haben. Die Drohungen des Staates gegen die »Arbeitstiere« liegen in der Luft. Jeder spürt, was ihm blüht, wenn er keinen Job hat.

Es kann nicht auf der einen Seite einen unterdrückerischen Staat geben, der seine Bürger mit Gesetzen zu bestimmten Verhalten zwingen will, und im Gegensatz dazu, eine »Pseudo-Freiheit« in Unternehmen, die von Unternehmensberatern mit den Mitarbeitern antrainiert wird: so tun, als ob wir gute Lebensverhältnisse hätten.

Die zwei Grundhaltungen, die ein Unternehmen haben kann, resultieren nach meiner Ansicht aus einer alten Denke (Angst und Mangel) und aus einer neuen Denke (Vertrauen und Fülle).

Oder ist es hartnäckiges Ignorieren der Realität.

Wo ist heute in dieser Gesellschaft »Fülle«? – Ich sehe überall Menschen an den Mülltonnen, um darin zu wühlen nach Verwertbarem, Flaschensammler, ständig neue Essens-Tafeln für Bedürftige, ständig weitere Bettler, die vor den Banken und Supermärkten sitzen, für ein paar Cent. – Die Zahl der Armuts-Gefährdeten steigt von Jahr zu Jahr, vermelden die Nachrichten. Aber wir sollen uns »der neuen Denke« zuwenden? – Das ist wohl kaum vorstellbar.

Arbeitswille und bGE

Immer wieder gibt es den Fall, dass Personen behaupten, Rudolf Steiners Philosophie würde nicht hinweisen auf eine Grundeinkommens-Gesellschaft. Und eigentlich immer sind es Leute aus anthroposophischen Institutionen, die dies behaupten. – Aber ist das so?

Nehmen wir den Text »ARBEITSFÄHIGKEIT, ARBEITSWILLE UND DREIGLIEDRIGER SOZIALER ORGANISMUS«.

http://anthroposophie.byu.edu/aufsaetze/s106.pdf

Gleich zu Anfang stellt Steiner die Frage nach dem Arbeitsantrieb. Und er konstatiert, dass es nicht genügt, einfach den »Egoismus« der Gewinnstrebenden in Frage zu stellen und wie es der »Sozialist« tut, das Gemeinschaftsleben und gemeinsame Wirtschaften als »Muss« für alle darzustellen. – Dadurch wird der Mensch »in seinem Wesen« nicht erreicht und angesprochen.

Der Appell an die »Leistungspflicht« für die Gemeinschaft, stößt auf taube Ohren.

Warum?

Dieses Prozedere übergeht den »individuellen Menschen«. Der Mensch will in seiner »Würde« angesprochen werden und nicht an seinen »niederen Instinkten«. Und er will auch nicht bessererwisserisch belehrt werden, wie und warum er seine Arbeit zu verrichten hat.

Die Dreigliederung besagt, dass das Wirtschaftsleben sich um seinen Bereich kümmert, die Produktion und Dienstleistung. Während das Rechtsleben den Rahmen schafft, in dem das Individuum seine Rechte gegenüber den Mitmenschen und den Wirtschaftsvertretern zur Geltung bringt. Im Geistesleben wiederum ist die Quelle zu sehen, für die Arbeitsmotivation. Ein »freies, auf sich selbst gestelltes Geistesleben« ermöglicht es den Individuen ihre persönliche Beziehung zum Gemeinwesen und den Mitmenschen zu entwicklen, indem das Subjektive, das Eigene geachtet und anerkannt wird. Was Grundlage ist dafür, dass der in seinen Indivualrechten »würdig« behandelte und anerkannte Mensch erkennt, welchen Wert diese Gemeinschaft für ihn hat, und er sie erhalten will, auch um seiner selbst willen. – Damit aber, erkennt er die Individualrechte der anderen genauso an, wie diese seine anerkennen. Dieses Bewusstsein stiftet Gemeinschaft.

Und wie das freie Geistesleben die Antriebe zur Ausbildung der individuellen Fähigkeiten erzeugen wird, so wird das demokratisch orientierte Rechtsstaatsleben dem Arbeitswillen die notwendigen Impulse geben. In den wirklichen Beziehungen, die sich herstellen werden zwischen den in einem sozialen Organismus vereinigten Menschen, wenn jeder Mündige gegenüber jedem Mündigen seine Rechte regeln wird, kann es liegen, dass der Wille sich entzündet, «für die Gemeinschaft» zu arbeiten. Man sollte daran denken, dass durch solche Beziehungen ein wahres Gemeinsamkeitsgefühl erst entstehen und aus diesem Gefühl der Arbeitswille erwachsen kann. Denn in der Wirklichkeit wird ein solcher Rechtsstaat die Folge haben, dass ein jeder Mensch lebendig, mit vollem Bewusstsein, in dem gemeinsamen Arbeitsfelde darinnen steht. Er wird wissen, wofür er arbeitet; und er wird arbeiten wollen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft, in die er sich durch seinen Willen eingegliedert weiß.

S.52

Aber nichts anderes ist eine Grundeinkommens-Gesellschaft.

In ihr sind sich die Menschen bewußt, dass der wirtschaftliche Erfolg die Grundlage für die Existenzsicherung ist, die das »Bedingungslose Grundeinkommen« ausmacht. Weder werden die Menschen arbeiten, weil die Jobcenter-Mitarbeiter das so wollen, in Arbeitslagern, in »Beschäftigungsgesellschaften«, noch wird es die »Gewinngier« sein, die angeblich heute und in früheren Jahren, die Leute in den kapitalistischen Gesellschaften angetrieben hat, »stundenlang« täglich zu arbeiten. – Vielmehr ist es das Bewusstsein, dass das Wirtschaften ein gemeinschaftlicher Prozess ist, ein »Für-einander-Leisten«, welches die Produkte und Dienstleistungen erbringt, die wir alle für unsere Existenzsicherung brauchen. Wir arbeiten das, was nötig, ist und mehr nicht. Oder wir arbeiten mehr, weil wir individuell das so wollen.

Die heutige Hartz4-Zwangsarbeit ist eigentlich »sozialistisch«. Und damit »diktatorisch«. Sie gibt einer kleinen Clique von Leuten, »Politikern«, Politkadern, das Recht, andere Personen im Land zu einer Arbeit zu zwingen. Willkürlich gegen die »Würde des Menschen« zu agieren.

Noch sind wir Bürgerinnen und Bürger wie betäubt, und können es kaum fassen, dass uns dies passiert. – Unsere Aufgabe ist es nun, einen »Bürgerwillen« zustande zu bringen, der die gesellschaftliche Ordnung wieder in »menschengemäße« Bahnen lenkt. – Angetrieben dazu, werden wir durch die empörenden Aktionen der »Sklaventreiber« in den Regierungen.

Arbeitspflicht?

Marc Desaules Beitrag erschien auf einem Blog mit dem Titel »Pamphlet«. – Desaules stört sich daran, dass anthroposophisch-orientierte Grundeinkommens-Befürworter sich auf Rudolf Steiner beziehen, wenn sie für ihre Idee werben. Er behauptet, Rudolf Steiners Aussagen weisen auf den Preis hin. Der »Preis« ist die Lösung.

Richtiger Preis statt bedingungsloses Grundeinkommen

Herr Desaules stellt die These auf, Armut und Ausbeutung hingen einzig mit »dem Preis« zusammen. Und nicht ein Grundeinkommen, sondern ein angemessener Preis würden vieles Unrecht heilen.

Dazu muss gesehen werden, wie Herr Desaules »Wirtschaft« sieht. Er sagt:

Auch arme Leute, wenn sie zu niedrige Preise bezahlen, verursachen Übel und Armut in der Welt durch ihre Art der Bezahlung. Von Bedeutung ist nicht, wie viel man hat, sondern wie viel man bezahlt.

Das, was Götz Werner ein »Füreinander-Leisten« nennt, wird bei Desaules zur »Pflicht«:

In diesem Sinne hat man keine Rechte, sondern nur Pflichten seinen Mitmenschen gegenüber. Dass Arbeit eine solche Pflicht ist, wird zum Beispiel …..

Er sagt, die »Trennung von Arbeit und Einkommen«, würde von den Grundeinkommens-Befürwortern missinterpretiert, wenn sie Steiners Aussagen so deuten, dass der Unternehmer den Angestellten(-Menschen) nicht bezahlen könne. Vielmehr, so deutet Desaules an, sei es der Arbeitnehmer, der sich falsch verhält, weil er »Lohn fordert«:

Das hauptsächliche Problem liegt nicht an den institutionellen Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt, sondern an der inneren egoistischen Haltung, für den Lohn zu arbeiten (anstatt um der Arbeit selbst willen). Mit anderen Worten, es ist das Arbeiten für das Einkommen, das die Arbeit mit dem Einkommen verknüpft. Und es ist diese Gesinnung ….

Würde der Arbeiter nicht so handeln, hätten wir gar nicht das Problem der »Kopplung von Arbeit und Einkommen«.

Auch die Ursache, die zu einer Trennung von Arbeit und Einkommen führt, nämlich der Warencharakter der menschlichen Arbeitskraft, existiert nach Marc Desaules eigentlich gar nicht.

Denn wenn wir dieser Kraft ihren Wert absprechen, ist es mit der darauf aufbauenden Schlussfolgerung nicht weit hin:

Ein formaler Aspekt des Problems ist, dass Arbeit als eine Ware angeschaut und behandelt wird, als etwas, das gekauft und verkauft werden kann. Der Arbeiter wird dadurch zu einem Objekt des Marktes, einer maskierten Form von Sklaverei. – Dieses Problem kann überwunden werden, wenn wir einsehen, dass Arbeit an sich keinen Wert hat. Unabhängig davon, wie viel Arbeit darauf verwendet wird, Kohle aus dem Boden zu schaufeln, weder die Kohle noch die Arbeit
hat einen Wert an sich. Der Wert entsteht durch das Bedürfnis nach Kohle. Nur die Arbeit, welche in solcher Weise auf Natur angewendet wird, dass sie den menschlichen Bedürfnissen entgegenkommt, hat einen Wert. Nie die Arbeit an sich. Der Verkauf von Arbeit ist daher ein wirtschaftlicher Unsinn, der durchschaut werden muss. Eine Illusion, die noch solange andauern wird, als für den eigenen Lebensunterhalt gearbeitet wird.

Warum wird das Problem »des Warencharakters der Arbeit« überwunden, wenn wir einsehen, dass »Arbeit keinen Wert an sich hat«? – Das Problem wird eben nicht überwunden!

Der Warencharakter der Arbeit bleibt auch dann, wenn wir behaupten, Arbeit sei an sich wertlos. Denn in dem Moment, wenn wir Interesse haben »Arbeit zu kaufen«, hat sie sofort »Warencharakter«. – Auch geht es nicht um den »Verkauf von Arbeit«, sondern um den »Kauf von Arbeit«. Denn diejenigen, die am »Arbeitsmarkt« handeln, sind nicht bloß die Arbeitskraft-Anbieter, sondern die Arbeitskraft-Abnehmer.

Da wir aber heute eine Gesellschaft haben, in der »Zwangsarbeit« herrscht, für die Arbeitskraft-Anbieter, sind es allein die »Arbeitgeber«, die den Arbeitsmarkt nutzen, mit ihrer »Nachfrage nach Arbeitskraft«. Denn ein »freies Agieren« am Arbeitsmarkt ist nur den Arbeitgebern möglich. Die Arbeitnehmer sind »gezwungen«, ein Angebot am Arbeitsmarkt anzunehmen. Sie müssen sich verkaufen. – Somit ist heute der einzig »Schuldige« der den Warencharakter der Arbeitskraft nutzt und Arbeitskraft »kauft«, der Arbeitgeber. Er dominiert »die institutionellen Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt«. Und nicht der Arbeitskraft-Anbieter. – Dieser ist vielmehr abhängig von dem Gutdünken der Arbeitgeber, ob sie die Arbeitskraft kaufen, oder nicht.

Aber Desaules greift den »egoistischen« Arbeitnehmer an, und nicht den Arbeitgeber. Was schon sehr seltsam ist. – Denn auch der profit-orientierte neo-liberale Ausbeuter-Unternehmer ist ein »Egoist«. – Auch wenn er die Produkte herstellt, die wir brauchen. – Der Unternehmer ist der Haupt-Profiteur im Kapitalismus.


Auf derselben Internetseite schreibt Fionn Meier. Er argumentiert ähnlich. Dennoch lohnt es sich bei ihm, genauer hinzuschauen.

Bei der Frage, wie das »Wirtschaftsgeschehen« einzuschätzen ist, zielen sowohl Meier, als auch Desaules auf den »Arbeitnehmer«, mit ihrer Kritik. Warum aber nicht auf den Unternehmer? Ist der denn ganz untadelig?

Meier unterstellt den Menschen Schlechtes, wenn er sagt:

Viele Menschen haben einen Narzissmus entwickelt, welcher in einigen Fällen schon beinahe autistische Züge annimmt. Man interessiert sich hauptsächlich für sich selbst, sein Aussehen, seine Gefühle und Vorstellungen.
….
Passivität und Narzissmus. Es ist wohl nicht übertrieben, dies als zwei wesentliche Merkmale unserer heutigen Gesellschaft zu bezeichnen.

Pamphlet

Der Einzelne würde den Blick auf den Mitmenschen vernachlässigen. – Andererseits gibt er Hinweise, wie wir die wirtschaftlichen Zusammenhänge erkennen, und uns sinnvoll verhalten:

Erkennt der Käufer jedoch die Abhängigkeit des Produzenten von ihm, und nimmt er sich deswegen vor, bei jedem Einkauf darauf zu achten, dass er einen solchen Preis bezahlt, der es dem Produzenten ermöglicht in Würde zu leben, bis er das nächste Produkt zum Verkauf hergestellt hat, verlässt er seine egoistische Sichtweise. Er nimmt neben seinen eigenen Bedürfnissen zugleich auch diejenigen des Produzenten wahr, für deren Befriedigung er sich mitverantwortlich weiss.

Sowohl für Meier, als auch für Desaules dreht sich in der Wirtschaft alles um den Preis. – Die Wirtschaft lässt sich jedoch auch anders sehen, ohne das man dadurch Steiner »untreu« wird. Lassen wir den »Preis« (also das Geld) einmal weg. Dann ginge es in einer Wirtschaft nur um die Produkte und Dienstleistungen. Und tatsächlich sind sie es allein, die wir brauchen. Kein Mensch braucht »Geld«. Geld ist nur ein Verteilungsinstrument.

Wenn also der Käufer sich bewusst ist, dass die Produzenten ebenfalls »in Würde leben« wollen, dann muss ihnen von der existenzsichernden Wertschöpfung gleichviel zuteil werden, wie allen anderen auch. – Das aber wäre ein Bedingungsloses Grundeinkommen in Form von Gütern! – In der Wirtschaft kann es nur um die Schaffung von Produkten gehen, und um die Verteilung dieser Produkte an die Menschen. – Die Regeln für die Verteilung der Güter werden im Geistesleben entwickelt. Und durchgesetzt werden sie über das Rechtsleben.

[Die enge Verknüpfung Rudolf Steiners Denken mit der Grundeinkommens-Bewegung lässt sich insbesondere in seinem Werk »Die Kernpunkte der sozialen Frage« herausarbeiten. – Stichworte dazu, habe ich in einem Kurzbeitrag zusammengefasst. Hier ]

Die »Preisperspektive«, die Meier und Desaules aufzeigen ist sicherlich möglich. Sie stellt meiner Meinung nach aber eine verengte Sicht der Dinge dar, und ist nicht die einzige Möglichkeit, Wirtschaft zu sehen. – Auch die Schriften Rudolf Steiners besagen nicht, dass einzig und allein eine »Preis-Perspektive« die richtige Sicht auf die Wirtschaft ergibt. – Diese Sicht kann aber durchaus einen Erkenntnisgewinn darstellen.

Weiter schreibt Meier:

Erstens. Solidarität lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Sie muss immer wieder neu und individuell gewollt werden.


Zweitens. Freiheit ist keine Frage des Einkommens, sondern eine Frage des Kapitals. Einkommen brauchen wir, um unsere leiblichen und geistigen Bedürfnisse zu befriedigen. Die gegenseitige Gewährleistung der Befriedigung dieser Bedürfnisse ist jedoch keine Frage der Freiheit, sondern eine Frage der Solidarität. Freiheit befindet sich dort, wo wir unsere individuellen Ideen und Fähigkeiten praktisch umsetzen können. Hierzu ist nicht das Einkommen der entscheidende Faktor, sondern der Zugang und die freie Verfügung über das dazu erforderliche Kapital. Dies ist der eigentliche Angelpunkt zur Entwicklung von mehr Freiheit.

Das sind sehr wichtige Aussagen. Auch für Grundeinkommens-Befürworter.

Erst einmal scheinen wir Menschen, anders wie Meier sagt, auch ohne Kapital »frei« zu sein. – Denn sonst könnten wir es uns nicht erlauben, »individuell gewollt«, also aus freien Stücken »solidarisch« zu sein.

Dennoch ist die Unterscheidung, Solidarität → Einkommen — Kapital → Freiheit, bedeutsam. (→ = führt zu)

Denn tatsächlich funktioniert ein Grundeinkommen in einer Gesellschaft auch nur dann, wenn wir verantwortlich auf unsere Gemeinschaft blicken und zum Beispiel gemeinsames »Wirtschaften« als eine »solidarische« Aktion ansehen, die für uns alle die Güter schafft, die wir zum Leben brauchen. – Und diese Güter sind das Grundeinkommen.

Somit ist die Gesellschaftsgestaltung eine »gemeinsame, »solidarische« Kraftanstrengung, die zu unserer existentiellen Sicherheit beiträgt, und zum Beispiel »Einkommen« schafft, von dem alle leben können.

»Freiheit« wäre dann mehr der Luxus, sich den privaten, persönlichen Interessen zuwenden zu können, sofern dies von anderen mittels Kapital ermöglicht wird. – Zum Beispiel durch ein »Stipendium«. – Dies jetzt im Sinne von Meiers Ausführungen dargestellt.

In einer Grundeinkommens-Gesellschaft sind meiner Meinung nach allerdings viel mehr Freiheiten möglich, die völlig ohne Kapitalzuschüsse funktionieren. – In dieser Hinsicht erscheinen Desaules und Meiers Weltsicht begrenzt, eingeschränkt und veraltet.

Die Idee des Grundeinkommens verkennt die zwei eigentlichen Wege zu mehr Freiheit und Solidarität und bietet stattdessen eine Scheinlösung an. Und darin liegt auch ihre Gefahr. Anstatt an der arbeitsteiligen Wirtschaft den Impuls zu entwickeln, eine Solidarität auszubilden, die auf individueller Anteilnahme an den Bedürfnissen der Mitmenschen beruht, wird ein Mechanismus gesetzt. Jeder hat sein Brot, unabhängig von dem Verhalten der anderen. Zudem degradiert das Grundeinkommen die Idee der Freiheit zur Einkommensfrage.

Meiers Hinweise sollten insofern aufgegriffen werden, dass wir nicht »bewusstlos« ein Grundeinkommen einführen, ohne mit der Bevölkerung in einen Diskurs zu treten, die unsere gegenseitige Abhängigkeit und Mitwirkungsnotwendigkeit offenlegt. – Die Gesellschaft funktioniert nicht nur durch die Roboter mit künstlicher Intelligenz. Und die Digitalisierung nimmt uns nicht die Aufgabe ab, die materielle Versorgung aller Menschen ganz konkret jeden Tag zu leisten und zu organisieren. – Das hierfür entscheidende Stichwort Meiers war, wie er die Verfasstheit der »Solidarität« beschrieben hat.

Solidarität können wir nicht erzwingen. Auch nicht durch »Zwangsarbeit«. – Sie muss sich »intrinsisch« in jedem einzelnen Menschen herausbilden, »in Freiheit«. – Wir können gesellschaftlich diesen Prozess begleiten, in dem wir für gute Ausbildungsstätten sorgen, für »Bildung« allgemein, für »freies Geistesleben«.

Eine solidarische Gesellschaft, in der die Menschen gemeinsam wirken, sich gegenseitig ihr Einkommen bereitstellen und das Auskommen ermöglichen, in der jeder Einzelne seine Solidarität »in Freiheit« entwickelt hat, diese Gemeinschaft kann eine Grundeinkommens-Gesellschaft sein.

Die Welt gestalten

»Der Hof«, ein Zusammenschluss von Menschen mit anthroposophischem Bezug, hat seine neue Broschüre herausgebracht, in der als Schwerpunktthema die »Emphatie« angesprochen wird.

Emphatie, etwas, das »im Menschen« sich abspielt, betrifft die eigenen Gefühle, das eigene Denken, also die Instrumentarien, mit denen wir die Welt untersuchen und einschätzen.

Wenn man so will, ist das eine »buddhistische« Weltsicht, bei der es darum geht, mein Inneres so zu gestalten, dass es eine Ordnung in mir findet, die ich bejahen kann.

Die mehr »zarathustrische« Weltsicht ist eine ganz andere. Sie will nicht »im Inneren« ordnen, sondern »das Außen« gestalten und formen. Der Zarathustra fragt, was ist an der Außenwelt nicht in Ordnung, wie kann ich so auf sie wirken, dass sie ins Lot gerät und »angemessen« ist.

In der Vorbetrachtung zum Programm des »Hofs« wird also die Emphatie besprochen und dabei gerät auch die Wirklichkeit ins Blickfeld. – Die Wirklichkeit tritt zum Beispiel auf, durch das »Flüchtlingsthema«. Die Bundesregierung plant, die Flüchtlinge zu »integrieren«. Die Integration besteht als Modell aus demselben, was die politischen Verwalter schon gegen die Arbeitslosen anwenden, das »Hartz4-Konzept«: Fördern und Fordern.

»Fordern« ist der Zwang, arbeiten gehen zu müssen. Die deutsche Zwangsarbeit besteht durch die Hartz4-Sanktionen, die die Menschen dazu zwingen, einen Billiglohn-Job anzunehmen, wenn denn sonst kein gut bezahlter, mit guten Rahmenbedingungen ausgestatteter Arbeitsplatz auffindbar ist.

In genau diesen Billiglohn-Sektor wird aber auch die Mehrzahl der anerkannten Flüchtlinge hineingedrängt, da nicht jeder von diesen »Arzt« oder Ingenieur ist, oder Nischenarbeiten übernimmt, die sonst nicht von der vorhandenen Bevölkerung erledigt werden.

In diesem Kontext steht in der Hof-Broschüre:

Ein verbreitetes Missverständnis ist, zur Empathie gehöre es, alles gelten zu lassen, was der andere sagt, ohne es zu bewerten. „Empathiefähigkeit bedeutet nicht, mit dem anderen inhaltlich einer Meinung zu sein”, sagt Jäckel. Im empathischen Gespräch sollte die Sichtweise des anderen klarer werden, aber deshalb muss man sie noch lange nicht teilen.

Ein Beispiel: Fremdenfeindliche Menschen haben Angst, dass Ausländer ihnen eine andere Kultur aufzwingen oder ihnen ihren Job wegnehmen wollen. Empathie bedeutet, solche Ängste wahrzunehmen — aber man muss nicht verschweigen, dass man sie für irrationale, archaische und destruktive Ängste hält.

Hier könnte jetzt die Frage sein, ist die Angst vor einer Zunahme der Arbeitsplatz-Konkurrenz unberechtigt, wenn mehr Menschen in einer Gesellschaft um Billiglohn-Jobs wettstreiten? – Ist diese Angst irrational, archaisch oder »destruktiv«?

Irrational ist die Angst nicht. – Denn tatsächlich wird der Konkurrenz-Druck am Arbeitsmarkt größer. Die vielen Arbeitslosen werden von den Agenturen für Arbeit und Jobcenter überwiegend in den Billiglohn-Bereich vermittelt. – Durch die Zunahmen an Flüchtlingen, müssen noch mehr Menschen in diesen Bereich »gedrückt« werden. – Die Gefahr ist da, dass die arbeitsabhängigen Menschen von skrupellosen, neo-liberalen Unternehmern »ausgebeutet« werden, weil sie sich nicht gegen diese »unlauteren« Jobangebote wehren können.

»Archaisch« ist diese Angst auch nicht.

Als »destruktiv« könnte die Angst allerdings dann zu recht eingeschätzt werden, wenn sie dazu dient, das Existenzrecht der Flüchtlinge insgesamt in Frage zu stellen. – Die Flüchtlinge haben, wie alle Menschen, ein Recht zu existieren.

Deshalb müssen wir überlegen, wie wir für alle Menschen menschenwürdige Verhältnisse schaffen können. – Das ist der »zarathustrische« Anteil an unserer Weltgestaltung. Wir haben »von innen heraus« uns nach Gesetzmäßigkeiten umzuschauen, was angemessen und menschenwürdig ist, zum Beispiel in Form von »Emphatie«, und wir haben »im Außen« nach diesen Ordnungsstrukturen zu schauen und diese herzustellen, dass die Welt eine wohlgestaltete ist. – Das haben wir als Menschen zu leisten.

Der deutsche Staat war mit seinem bismarckschen Sozialsystem vor über hundert Jahren, ein Vorbild in der Welt. Heute haben wir durch die Politik der GRÜNEN und der Schröder/SPD einen unfassbaren Scherbenhaufen und politisch-gestalterischen Stillstand, der für die Bewohner zur großen Gefahr wird.

Die deutsche Hartz4-Zwangsarbeit ist in direkter Nachfolge zur Nazi-Zwangsarbeit zu sehen. Sie ist in keinster Weise irgendwie »besser« oder sonstwie hinnehmbar. – Das penetrante Unwissen deutscher Politiker über unser Geldsystem, die Geldschöpfung, das Vollgeld, ist gesellschaftsschädigend. Sodass die Politiker persönlich schadensersatzpflichtig sein sollten, für ihre Unwissenheit und den desaströsen Folgen, die daraus für uns alle sich ableiten lassen. – Die Ablehnung des Bedingungslosen Grundeinkommens durch die Politik schadet auch den Flüchtlingen, und nicht nur der vorhandenen Bevölkerung.

Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist ein viel besseres, den Menschenrechten und der Menschenwürde dienliches Konzept, um mit der Einkommenslosigkeit der Leute umzugehen, als sie alle zur Arbeit zu zwingen.

»Destruktiv« wäre somit nicht nur die Furcht vor den Flüchtlingen, dass sie uns die wenigen noch verblieben (schlecht bezahlten mit schlechten Rahmenbedingungen ausgestatteten) Arbeitsplätze wegnehmen, es wäre auch destruktiv, die Regierungen mit ihrer katastrophalen Politik weitermachen zu lassen.

Wir Bürgerinnen und Bürger müssen zusätzlich zur »Emphatie« auch zu einem »Handeln«, zu einem »Aktiv-sein« gelangen. – Es ist die Aufgabe der Menschen, ihre Gesellschaften zu gestalten. Und wenn wir sehen, dass die vom Bürger-Souverän beauftragten politischen Verwalter die Gesellschaften in den existentiellen Abgrund wirtschaften, dann müssen wir aufstehen und uns gegen diese Verhältnisse wenden und bessere schaffen. – Das ist der Zarathustra in uns.

Zusammenhang zwischen Ausbeutung und Arbeitszwang

Kids deal with vomiting, burning eyes working on tobacco farms

http://edition.cnn.com/2014/05/17/health/hrw-children-tobacco-workers-report/index.html

Fakten

Warum müssen Kinder und Jugendliche auf Tabakfarmen arbeiten?

Warum werden Kinder und Jugendliche durch Arbeit ausgebeutet?

Warum wird die Gesundheit dieser Kinder und Jugendlichen ruiniert?

Gründe

Weil es unsere Arbeitsideologie zulässt!

Weil wir den Arbeitswahn höher bewerten, als den Schutz und die Sorge um die Menschen.

Weil viele Leute an Zwangsarbeit und Ausbeutung nichts Schlechtes sehen.

Lösung

Diese Kinder und Jugendlichen können nur ausgebeutet werden, weil die Ideologie sagt, »wer ein Einkommen haben will, muss arbeiten«. Und dieser Arbeitszwang ist Grundlage für alle Ausbeutung, die den Menschen wiederfährt.

Die Ausbeutung beenden und verhindern wir, wenn wir auch Einkommen ohne Arbeitszwang gewähren und gutheißen. – Und diese Umstellung in der Einstellung wird von uns verlangt. – Wann sind wir so weit.

Was ist Arbeitsideologie

Stellen sie sich vor, sie würden erst den Abwasch machen und dann die Wohnung putzen.

Den Abwasch machen sie ohne Arbeitshandschuhe, ihre Hände sind auf die Dauer davon rissig und unansehnlich geworden. Aber sie sind ganz stolz, dass sie ihren Haushalt in Ordnung haben, sie sind stolz auf sich selbst, weil sie »konsequent arbeiten«.

Die Wohnung saugen sie mit dem Staubsauger. Sie verwenden keinen Gehörschutz, weil sie das lächerlich finden, obwohl der Staubsauger sehr laut bei der Arbeit ist und sie einige Zeit damit am Tun sind, bis sie die ganze Wohnung gesaugt haben. – Sie würden es lächerlich finden, wenn jemand beim Staubsaugen einen Gehörschutz verwendet. Ihrem Gefühl nach, käme das dem gleich, dass sich derjenige vor der Arbeit »drückt«.

Ortswechsel

Baustelle. Die Arbeiter verwenden beim Flexen keinen Gehörschutz oder Augenschutz. Aus ihrer Sicht sind das »Weicheier«, die so etwas brauchen. Manche haben keine Arbeitshandschuhe, haben völlig verhornte und zerfurchte Hände und zeigen diese gerne als »Beweis« dafür, wie viel sie schon gearbeitet haben.

Fazit

Arbeit muss »wehtun« und irgendwie dem Menschen auch schaden, sonst ist es keine »richtige« Arbeit. – Sie muss belasten, müde machen, erschöpfen. All das dient als »Beweis« dafür, dass gearbeitet wurde.

Arbeit, die leicht von der Hand geht, wird mit Argwohn beäugt. Es kann keine richtige Arbeit sein. Derjenige, der so arbeitet »drückt sich« doch eher vor der Arbeit. – Echte Arbeit ist wie »Sklavenarbeit«. Schwer und belastend. Oft nicht gewollt und gemocht. Aber irgendwie notwendig, erzwungen.

Der Arbeitsideologe überbewertet die Arbeit. – Er macht aus ihr einen Popanz. Er will seine Vorstellung von Arbeit anderen Menschen aufnötigen. Er mag es nicht, wenn Menschen die Arbeit, an der er lange und fast religiös behaftet dranhängt, schnell und korrekt erledigen, um sich dann anderen (wichtigeren?) Dingen zuzuwenden.

Niemand ausschließen, alle beteiligen

Aus dem Infobrief der »Eintracht gegen Fluglärm«.

Darum sind wir heute Abend wieder pünktlich um 18 Uhr im Flughafen. …. Und weiter geht es mit der Unterschriftenaktion gegen Terminal 3 von letzter Woche.

Da hetzen die Beteiligten von einer Veranstaltung und Aktion zur nächsten. – Kommen so die Menschen am ehesten zum Ziel? Wenn wir im Rhein-Main-Gebiet für die Gesundheit der Bürger beste Bedingungen wollen, müssen alle Menschen miteinbezogen werden, müssen alle »Lärmprobleme« angesprochen werden. Nicht nur der Fluglärm, auch der Güterzuglärm, der Auto-, Straßenbahn, S-Bahnlärm gehören dazu.

Lärmreduzierung auf ein erträgliches Maß, sollte das Anliegen der gesundheitsbewussten Menschen werden.

Auf der Homepage der »Eintracht« geht es überwiegend um Aktionen, Unterschriftenlisten, Auseinandersetzungen mit Politikern, Vorträge und Reden zu den Gesundheitsgefahren durch Fluglärm. – Wo aber ist das Gespräch mit den Bürgern?

http://www.eintrachtgegenfluglaerm.de/stammtisch-wieder-aktiv/

Der letzte »Stammtisch« war »nach längerer Pause« im November letzten Jahres. Der nächste sollte im Dezember stattfinden. Aber darüber gibt es keinen Bericht auf der Homepage. Auch das Jahr 2014 hat ja doch schon vor einiger Zeit begonnen und bis jetzt scheint kein Stammtisch stattgefunden zu haben. Jedenfalls gibt es keine diesbezüglichen Berichte auf der Internetseite.

Dabei ist doch gerade das Gespräch mit der Bevölkerung der Schlüssel zum Erfolg. – Wer soll denn sonst die notwendigen Veränderungen bewirken, wenn nicht die Bürgerinnen und Bürger selbst. Ein Lärmschutzplan für die ganze Region könnte in Angriff genommen werden. – Aber hier zeigt es sich, wo die Beteiligten in ihrem Denken sich befinden. Sind sie Lobbyisten, dann wollen sie gar nicht die übrige Bevölkerung an einem Erfolg der Aktionen beteiligen und »nur für sich« etwas erreichen, zum Beispiel dass die Flugzeuge nicht mehr über Frankfurt-Oberrad fliegen. – Wo sie sonst langdüsen, das wäre dann diesen Aktivisten egal.

Bürgerinitiativen, die in Wirklichkeit »Lobby-Initiativen« sind, wären kein Gewinn für die Allgemeinheit, weil hier zu Lasten aller übrigen, einer kleinen Gruppe ein Vorteil zuteilwerden soll. Wohingegen Bürgerinitiativen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, ganz anders in ihrer Arbeit vorgehen. Sie fragen sich, wie ihre persönliche, konkrete Betroffenheit sich verbinden lässt, mit den Sorgen und Nöten der anderen Menschen in der Stadt, in der Region und wie eine große Solidarität entstehen kann, die »fair und gerecht« zwischen Arbeitsplätzen, Produktionsstätten und dem berechtigten Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit ausgleichend wirkt.

Die Lärmbelastungen durch vielerlei Quellen müssen unbedingt reduziert werden.

Wege

welt–Venezuelas-Demokratie-stirbt-einen-langsamen-Tod

Trotz eines offiziellen Dialogs mit Teilen der Opposition hat sich die Maduro-Regierung offenbar für den kubanischen Weg entschieden: Die Zukunft für Venezuelas Opposition ist düster. Es sieht danach aus, dass, wenn in ein paar Tagen in Brasilien die Fußball-WM beginnt, in Caracas die Handschellen klicken und die Gefängnistüren zugeschlossen werden. Venezuelas Opposition droht eine Zukunft im Kerker.

Weil wir ein weltweit gültiges Wertesystem brauchen. – Es nützt nichts, die anderen Regierungen zu kritisieren, wenn wir in der westlichen Welt keine vorbildhaften Gesellschaftsordnungen haben.

Mit was will die USA in der Welt Anerkennung finden. Mit ihrem Waffenrecht, das jedem Durchgeknallten erlaubt die Mitwelt zu zerschießen? Ihrer fragwürdigen Medienkultur, in der in den Genres Horror, Komödie, Action, Drama, Sex alles abgesteckt zu sein scheint, was das Leben ausmacht. Oder sind es die überfüllten Gefängnisse und die gnadenlose Todestrafen-Ordnung? – Armut darf es in keinem Land geben, in dem alle zum Leben notwendigen Güter im Überfluss vorhanden sind. Und dennoch gibt es sie in den USA.

Nicht viel besser sieht es in Deutschland aus. Das Zwangsarbeitersystem der hiesigen Arbeits-Ideologen desavouiert jeglichen Ansatz einer menschenwürdigen Gesellschaft. Die Unterschiede zu den links-doktrinären Regierungen im Osten werden immer marginaler. Das Diktatorische in den Staatsführungen ist heute mehr denn je zu spüren. – Und wo soll das Beispielhafte sein, dass heute die Menschen ermutigt, ausgerechnet diese Welt verteidigen zu wollen?

In Venezuela ist es dieselbe Ratlosigkeit und Unzufriedenheit, die auch die Bürger in den westlichen Ländern umtreibt, die dazu führt, dass sich niemand für eine gesellschaftliche Gestaltung, für eine Wirtschaft, für eine Lebensgestaltung einsetzt, die die Menschen aus ihrer Lethargie reißen könnte und Hoffnung versprüht.

Ob in Europa, in den USA, ob in Latein-Amerika, in Nord-Afrika, Asien, oder im Osten, wir alle brauchen ähnliche Veränderungen in den gesellschaftlichen Verfassungen. Wir brauchen eine neue Definition von Gemeinschaft, die sowohl die individuellen Rechte der Bürger respektiert, wie auch den Gruppeninteressen, sofern dafür Verständnis aufgebracht werden kann, eine Chance bietet. – Ein Ausgleich muss her, der sich orientiert an den Notwendigkeiten des menschlichen Daseins, denen in einem neuen rechtlichen Rahmen Geltung verschafft werden muss.

Die Versorgung aller Menschen, in allen Lebensräumen, als gemeinsame Aufgabe, als ein oberes Ziel für uns alle, muss erstrebt werden. Der Auftrag an die Wirtschaft-Treibenden muss von uns allen erteilt sein, sich diesem Feld zu widmen und eine sichere, dauerhafte Versorgung der Menschen mit den notwendigen Dingen des Lebens zu garantieren. Die Herausnahme dieser »Basics« aus dem Marktgeschehen wäre die logische Konsequenz, was in allen Bereichen des menschlichen Lebens »die Armut« ein für alle Mal beendet. Den Grundbedarf decken die Menschen, in dem sie sich die deklarierten Produkte in den Supermärkten nehmen und dafür nicht bezahlen müssen. Basis-Wohnraum, ein Energie-Quantum und ausreichend Wärme pro Person stehen allen Menschen ohne »Bezahlvorgang« zur Verfügung.

Damit wäre Vieles, was heute Grundlage für Missmut über gesellschaftliche Zustände ausmacht, sinnvoll erledigt. – Die Respektierung der Menschenrechte wäre selbstverständlich. – Eine Grundversorgung in Gesundheitsbelangen wäre ebenso die Regel, wie freier Zugang zu den Medien ohne Zwangsalimentierung von Medienschaffenden.

Der Rest an Bedarf kann weiterhin über »den Markt« zugänglich gemacht werden, ohne das darauf verzichtet wird, auch zukünftig zu überlegen, welcher Bedarf noch als »Basic« aus dem Markt als »Grundbedarf« kostengünstig oder kostenlos allen Menschen zugänglich gemacht werden könnte. – Zum Beispiel Internet und Datenvolumen.