Schlagwort-Archive: Arbeit

Wer überlebt

Wir müssen besser sein als die anderen, höher, schneller, weiter war das Motto. Doch Spezialisierung ist nur eine Form der Problembewältigung in der Natur.

http://foehrkommunikation.blogspot.de/2017/04/es-gibt-zwei-grundhaltungen-in.html

Aber was war das für ein »Problem«? – Das der Eine leben will, egal, ob die anderen auch geeignete Lebensumstände haben? Oder war es das Problem, dass alle Menschen leben wollen und in den Köpfen vieler ist das nicht vorgesehen, weil sie nur an sich denken?

Wo früher Kontrolle herrschte, baue ich jetzt Vertrauensverhältnisse auf. .. Der Sinn der Arbeit wird für die vielen Wissensarbeiter wichtiger, als das reine Geld verdienen.

Aber wie kann so eine Gesellschaft proklamiert werden, ohne die Rahmenbedingungen? Dasjenige, das Frau Föhr kritisiert (Kontrolle, zentrale starre klare vorgaben-orientierte Hierarchie, in einer Misstrauens-Umgebung) ist doch immer noch da, in Form einer dermaßen gestalteten politischen Macht und Gesetzeslage, Jobcenter und Arbeitsagenturen.

Alle, die heute die Erfahrung der Arbeitslosigkeit durchmachen, werden der »Heile-Welt-Beschreibung« der Autorin misstrauen. Auch wenn sie jetzt in einen Job vermittelt wurden, oder noch nie die staatlichen Arbeitsbehörden von innen gesehen haben. Die Drohungen des Staates gegen die »Arbeitstiere« liegen in der Luft. Jeder spürt, was ihm blüht, wenn er keinen Job hat.

Es kann nicht auf der einen Seite einen unterdrückerischen Staat geben, der seine Bürger mit Gesetzen zu bestimmten Verhalten zwingen will, und im Gegensatz dazu, eine »Pseudo-Freiheit« in Unternehmen, die von Unternehmensberatern mit den Mitarbeitern antrainiert wird: so tun, als ob wir gute Lebensverhältnisse hätten.

Die zwei Grundhaltungen, die ein Unternehmen haben kann, resultieren nach meiner Ansicht aus einer alten Denke (Angst und Mangel) und aus einer neuen Denke (Vertrauen und Fülle).

Oder ist es hartnäckiges Ignorieren der Realität.

Wo ist heute in dieser Gesellschaft »Fülle«? – Ich sehe überall Menschen an den Mülltonnen, um darin zu wühlen nach Verwertbarem, Flaschensammler, ständig neue Essens-Tafeln für Bedürftige, ständig weitere Bettler, die vor den Banken und Supermärkten sitzen, für ein paar Cent. – Die Zahl der Armuts-Gefährdeten steigt von Jahr zu Jahr, vermelden die Nachrichten. Aber wir sollen uns »der neuen Denke« zuwenden? – Das ist wohl kaum vorstellbar.

Arbeitswille und bGE

Immer wieder gibt es den Fall, dass Personen behaupten, Rudolf Steiners Philosophie würde nicht hinweisen auf eine Grundeinkommens-Gesellschaft. Und eigentlich immer sind es Leute aus anthroposophischen Institutionen, die dies behaupten. – Aber ist das so?

Nehmen wir den Text »ARBEITSFÄHIGKEIT, ARBEITSWILLE UND DREIGLIEDRIGER SOZIALER ORGANISMUS«.

http://anthroposophie.byu.edu/aufsaetze/s106.pdf

Gleich zu Anfang stellt Steiner die Frage nach dem Arbeitsantrieb. Und er konstatiert, dass es nicht genügt, einfach den »Egoismus« der Gewinnstrebenden in Frage zu stellen und wie es der »Sozialist« tut, das Gemeinschaftsleben und gemeinsame Wirtschaften als »Muss« für alle darzustellen. – Dadurch wird der Mensch »in seinem Wesen« nicht erreicht und angesprochen.

Der Appell an die »Leistungspflicht« für die Gemeinschaft, stößt auf taube Ohren.

Warum?

Dieses Prozedere übergeht den »individuellen Menschen«. Der Mensch will in seiner »Würde« angesprochen werden und nicht an seinen »niederen Instinkten«. Und er will auch nicht bessererwisserisch belehrt werden, wie und warum er seine Arbeit zu verrichten hat.

Die Dreigliederung besagt, dass das Wirtschaftsleben sich um seinen Bereich kümmert, die Produktion und Dienstleistung. Während das Rechtsleben den Rahmen schafft, in dem das Individuum seine Rechte gegenüber den Mitmenschen und den Wirtschaftsvertretern zur Geltung bringt. Im Geistesleben wiederum ist die Quelle zu sehen, für die Arbeitsmotivation. Ein »freies, auf sich selbst gestelltes Geistesleben« ermöglicht es den Individuen ihre persönliche Beziehung zum Gemeinwesen und den Mitmenschen zu entwicklen, indem das Subjektive, das Eigene geachtet und anerkannt wird. Was Grundlage ist dafür, dass der in seinen Indivualrechten »würdig« behandelte und anerkannte Mensch erkennt, welchen Wert diese Gemeinschaft für ihn hat, und er sie erhalten will, auch um seiner selbst willen. – Damit aber, erkennt er die Individualrechte der anderen genauso an, wie diese seine anerkennen. Dieses Bewusstsein stiftet Gemeinschaft.

Und wie das freie Geistesleben die Antriebe zur Ausbildung der individuellen Fähigkeiten erzeugen wird, so wird das demokratisch orientierte Rechtsstaatsleben dem Arbeitswillen die notwendigen Impulse geben. In den wirklichen Beziehungen, die sich herstellen werden zwischen den in einem sozialen Organismus vereinigten Menschen, wenn jeder Mündige gegenüber jedem Mündigen seine Rechte regeln wird, kann es liegen, dass der Wille sich entzündet, «für die Gemeinschaft» zu arbeiten. Man sollte daran denken, dass durch solche Beziehungen ein wahres Gemeinsamkeitsgefühl erst entstehen und aus diesem Gefühl der Arbeitswille erwachsen kann. Denn in der Wirklichkeit wird ein solcher Rechtsstaat die Folge haben, dass ein jeder Mensch lebendig, mit vollem Bewusstsein, in dem gemeinsamen Arbeitsfelde darinnen steht. Er wird wissen, wofür er arbeitet; und er wird arbeiten wollen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft, in die er sich durch seinen Willen eingegliedert weiß.

S.52

Aber nichts anderes ist eine Grundeinkommens-Gesellschaft.

In ihr sind sich die Menschen bewußt, dass der wirtschaftliche Erfolg die Grundlage für die Existenzsicherung ist, die das »Bedingungslose Grundeinkommen« ausmacht. Weder werden die Menschen arbeiten, weil die Jobcenter-Mitarbeiter das so wollen, in Arbeitslagern, in »Beschäftigungsgesellschaften«, noch wird es die »Gewinngier« sein, die angeblich heute und in früheren Jahren, die Leute in den kapitalistischen Gesellschaften angetrieben hat, »stundenlang« täglich zu arbeiten. – Vielmehr ist es das Bewusstsein, dass das Wirtschaften ein gemeinschaftlicher Prozess ist, ein »Für-einander-Leisten«, welches die Produkte und Dienstleistungen erbringt, die wir alle für unsere Existenzsicherung brauchen. Wir arbeiten das, was nötig, ist und mehr nicht. Oder wir arbeiten mehr, weil wir individuell das so wollen.

Die heutige Hartz4-Zwangsarbeit ist eigentlich »sozialistisch«. Und damit »diktatorisch«. Sie gibt einer kleinen Clique von Leuten, »Politikern«, Politkadern, das Recht, andere Personen im Land zu einer Arbeit zu zwingen. Willkürlich gegen die »Würde des Menschen« zu agieren.

Noch sind wir Bürgerinnen und Bürger wie betäubt, und können es kaum fassen, dass uns dies passiert. – Unsere Aufgabe ist es nun, einen »Bürgerwillen« zustande zu bringen, der die gesellschaftliche Ordnung wieder in »menschengemäße« Bahnen lenkt. – Angetrieben dazu, werden wir durch die empörenden Aktionen der »Sklaventreiber« in den Regierungen.

Arbeitspflicht?

Marc Desaules Beitrag erschien auf einem Blog mit dem Titel »Pamphlet«. – Desaules stört sich daran, dass anthroposophisch-orientierte Grundeinkommens-Befürworter sich auf Rudolf Steiner beziehen, wenn sie für ihre Idee werben. Er behauptet, Rudolf Steiners Aussagen weisen auf den Preis hin. Der »Preis« ist die Lösung.

Richtiger Preis statt bedingungsloses Grundeinkommen

Herr Desaules stellt die These auf, Armut und Ausbeutung hingen einzig mit »dem Preis« zusammen. Und nicht ein Grundeinkommen, sondern ein angemessener Preis würden vieles Unrecht heilen.

Dazu muss gesehen werden, wie Herr Desaules »Wirtschaft« sieht. Er sagt:

Auch arme Leute, wenn sie zu niedrige Preise bezahlen, verursachen Übel und Armut in der Welt durch ihre Art der Bezahlung. Von Bedeutung ist nicht, wie viel man hat, sondern wie viel man bezahlt.

Das, was Götz Werner ein »Füreinander-Leisten« nennt, wird bei Desaules zur »Pflicht«:

In diesem Sinne hat man keine Rechte, sondern nur Pflichten seinen Mitmenschen gegenüber. Dass Arbeit eine solche Pflicht ist, wird zum Beispiel …..

Er sagt, die »Trennung von Arbeit und Einkommen«, würde von den Grundeinkommens-Befürwortern missinterpretiert, wenn sie Steiners Aussagen so deuten, dass der Unternehmer den Angestellten(-Menschen) nicht bezahlen könne. Vielmehr, so deutet Desaules an, sei es der Arbeitnehmer, der sich falsch verhält, weil er »Lohn fordert«:

Das hauptsächliche Problem liegt nicht an den institutionellen Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt, sondern an der inneren egoistischen Haltung, für den Lohn zu arbeiten (anstatt um der Arbeit selbst willen). Mit anderen Worten, es ist das Arbeiten für das Einkommen, das die Arbeit mit dem Einkommen verknüpft. Und es ist diese Gesinnung ….

Würde der Arbeiter nicht so handeln, hätten wir gar nicht das Problem der »Kopplung von Arbeit und Einkommen«.

Auch die Ursache, die zu einer Trennung von Arbeit und Einkommen führt, nämlich der Warencharakter der menschlichen Arbeitskraft, existiert nach Marc Desaules eigentlich gar nicht.

Denn wenn wir dieser Kraft ihren Wert absprechen, ist es mit der darauf aufbauenden Schlussfolgerung nicht weit hin:

Ein formaler Aspekt des Problems ist, dass Arbeit als eine Ware angeschaut und behandelt wird, als etwas, das gekauft und verkauft werden kann. Der Arbeiter wird dadurch zu einem Objekt des Marktes, einer maskierten Form von Sklaverei. – Dieses Problem kann überwunden werden, wenn wir einsehen, dass Arbeit an sich keinen Wert hat. Unabhängig davon, wie viel Arbeit darauf verwendet wird, Kohle aus dem Boden zu schaufeln, weder die Kohle noch die Arbeit
hat einen Wert an sich. Der Wert entsteht durch das Bedürfnis nach Kohle. Nur die Arbeit, welche in solcher Weise auf Natur angewendet wird, dass sie den menschlichen Bedürfnissen entgegenkommt, hat einen Wert. Nie die Arbeit an sich. Der Verkauf von Arbeit ist daher ein wirtschaftlicher Unsinn, der durchschaut werden muss. Eine Illusion, die noch solange andauern wird, als für den eigenen Lebensunterhalt gearbeitet wird.

Warum wird das Problem »des Warencharakters der Arbeit« überwunden, wenn wir einsehen, dass »Arbeit keinen Wert an sich hat«? – Das Problem wird eben nicht überwunden!

Der Warencharakter der Arbeit bleibt auch dann, wenn wir behaupten, Arbeit sei an sich wertlos. Denn in dem Moment, wenn wir Interesse haben »Arbeit zu kaufen«, hat sie sofort »Warencharakter«. – Auch geht es nicht um den »Verkauf von Arbeit«, sondern um den »Kauf von Arbeit«. Denn diejenigen, die am »Arbeitsmarkt« handeln, sind nicht bloß die Arbeitskraft-Anbieter, sondern die Arbeitskraft-Abnehmer.

Da wir aber heute eine Gesellschaft haben, in der »Zwangsarbeit« herrscht, für die Arbeitskraft-Anbieter, sind es allein die »Arbeitgeber«, die den Arbeitsmarkt nutzen, mit ihrer »Nachfrage nach Arbeitskraft«. Denn ein »freies Agieren« am Arbeitsmarkt ist nur den Arbeitgebern möglich. Die Arbeitnehmer sind »gezwungen«, ein Angebot am Arbeitsmarkt anzunehmen. Sie müssen sich verkaufen. – Somit ist heute der einzig »Schuldige« der den Warencharakter der Arbeitskraft nutzt und Arbeitskraft »kauft«, der Arbeitgeber. Er dominiert »die institutionellen Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt«. Und nicht der Arbeitskraft-Anbieter. – Dieser ist vielmehr abhängig von dem Gutdünken der Arbeitgeber, ob sie die Arbeitskraft kaufen, oder nicht.

Aber Desaules greift den »egoistischen« Arbeitnehmer an, und nicht den Arbeitgeber. Was schon sehr seltsam ist. – Denn auch der profit-orientierte neo-liberale Ausbeuter-Unternehmer ist ein »Egoist«. – Auch wenn er die Produkte herstellt, die wir brauchen. – Der Unternehmer ist der Haupt-Profiteur im Kapitalismus.


Auf derselben Internetseite schreibt Fionn Meier. Er argumentiert ähnlich. Dennoch lohnt es sich bei ihm, genauer hinzuschauen.

Bei der Frage, wie das »Wirtschaftsgeschehen« einzuschätzen ist, zielen sowohl Meier, als auch Desaules auf den »Arbeitnehmer«, mit ihrer Kritik. Warum aber nicht auf den Unternehmer? Ist der denn ganz untadelig?

Meier unterstellt den Menschen Schlechtes, wenn er sagt:

Viele Menschen haben einen Narzissmus entwickelt, welcher in einigen Fällen schon beinahe autistische Züge annimmt. Man interessiert sich hauptsächlich für sich selbst, sein Aussehen, seine Gefühle und Vorstellungen.
….
Passivität und Narzissmus. Es ist wohl nicht übertrieben, dies als zwei wesentliche Merkmale unserer heutigen Gesellschaft zu bezeichnen.

Pamphlet

Der Einzelne würde den Blick auf den Mitmenschen vernachlässigen. – Andererseits gibt er Hinweise, wie wir die wirtschaftlichen Zusammenhänge erkennen, und uns sinnvoll verhalten:

Erkennt der Käufer jedoch die Abhängigkeit des Produzenten von ihm, und nimmt er sich deswegen vor, bei jedem Einkauf darauf zu achten, dass er einen solchen Preis bezahlt, der es dem Produzenten ermöglicht in Würde zu leben, bis er das nächste Produkt zum Verkauf hergestellt hat, verlässt er seine egoistische Sichtweise. Er nimmt neben seinen eigenen Bedürfnissen zugleich auch diejenigen des Produzenten wahr, für deren Befriedigung er sich mitverantwortlich weiss.

Sowohl für Meier, als auch für Desaules dreht sich in der Wirtschaft alles um den Preis. – Die Wirtschaft lässt sich jedoch auch anders sehen, ohne das man dadurch Steiner »untreu« wird. Lassen wir den »Preis« (also das Geld) einmal weg. Dann ginge es in einer Wirtschaft nur um die Produkte und Dienstleistungen. Und tatsächlich sind sie es allein, die wir brauchen. Kein Mensch braucht »Geld«. Geld ist nur ein Verteilungsinstrument.

Wenn also der Käufer sich bewusst ist, dass die Produzenten ebenfalls »in Würde leben« wollen, dann muss ihnen von der existenzsichernden Wertschöpfung gleichviel zuteil werden, wie allen anderen auch. – Das aber wäre ein Bedingungsloses Grundeinkommen in Form von Gütern! – In der Wirtschaft kann es nur um die Schaffung von Produkten gehen, und um die Verteilung dieser Produkte an die Menschen. – Die Regeln für die Verteilung der Güter werden im Geistesleben entwickelt. Und durchgesetzt werden sie über das Rechtsleben.

[Die enge Verknüpfung Rudolf Steiners Denken mit der Grundeinkommens-Bewegung lässt sich insbesondere in seinem Werk »Die Kernpunkte der sozialen Frage« herausarbeiten. – Stichworte dazu, habe ich in einem Kurzbeitrag zusammengefasst. Hier ]

Die »Preisperspektive«, die Meier und Desaules aufzeigen ist sicherlich möglich. Sie stellt meiner Meinung nach aber eine verengte Sicht der Dinge dar, und ist nicht die einzige Möglichkeit, Wirtschaft zu sehen. – Auch die Schriften Rudolf Steiners besagen nicht, dass einzig und allein eine »Preis-Perspektive« die richtige Sicht auf die Wirtschaft ergibt. – Diese Sicht kann aber durchaus einen Erkenntnisgewinn darstellen.

Weiter schreibt Meier:

Erstens. Solidarität lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Sie muss immer wieder neu und individuell gewollt werden.


Zweitens. Freiheit ist keine Frage des Einkommens, sondern eine Frage des Kapitals. Einkommen brauchen wir, um unsere leiblichen und geistigen Bedürfnisse zu befriedigen. Die gegenseitige Gewährleistung der Befriedigung dieser Bedürfnisse ist jedoch keine Frage der Freiheit, sondern eine Frage der Solidarität. Freiheit befindet sich dort, wo wir unsere individuellen Ideen und Fähigkeiten praktisch umsetzen können. Hierzu ist nicht das Einkommen der entscheidende Faktor, sondern der Zugang und die freie Verfügung über das dazu erforderliche Kapital. Dies ist der eigentliche Angelpunkt zur Entwicklung von mehr Freiheit.

Das sind sehr wichtige Aussagen. Auch für Grundeinkommens-Befürworter.

Erst einmal scheinen wir Menschen, anders wie Meier sagt, auch ohne Kapital »frei« zu sein. – Denn sonst könnten wir es uns nicht erlauben, »individuell gewollt«, also aus freien Stücken »solidarisch« zu sein.

Dennoch ist die Unterscheidung, Solidarität → Einkommen — Kapital → Freiheit, bedeutsam. (→ = führt zu)

Denn tatsächlich funktioniert ein Grundeinkommen in einer Gesellschaft auch nur dann, wenn wir verantwortlich auf unsere Gemeinschaft blicken und zum Beispiel gemeinsames »Wirtschaften« als eine »solidarische« Aktion ansehen, die für uns alle die Güter schafft, die wir zum Leben brauchen. – Und diese Güter sind das Grundeinkommen.

Somit ist die Gesellschaftsgestaltung eine »gemeinsame, »solidarische« Kraftanstrengung, die zu unserer existentiellen Sicherheit beiträgt, und zum Beispiel »Einkommen« schafft, von dem alle leben können.

»Freiheit« wäre dann mehr der Luxus, sich den privaten, persönlichen Interessen zuwenden zu können, sofern dies von anderen mittels Kapital ermöglicht wird. – Zum Beispiel durch ein »Stipendium«. – Dies jetzt im Sinne von Meiers Ausführungen dargestellt.

In einer Grundeinkommens-Gesellschaft sind meiner Meinung nach allerdings viel mehr Freiheiten möglich, die völlig ohne Kapitalzuschüsse funktionieren. – In dieser Hinsicht erscheinen Desaules und Meiers Weltsicht begrenzt, eingeschränkt und veraltet.

Die Idee des Grundeinkommens verkennt die zwei eigentlichen Wege zu mehr Freiheit und Solidarität und bietet stattdessen eine Scheinlösung an. Und darin liegt auch ihre Gefahr. Anstatt an der arbeitsteiligen Wirtschaft den Impuls zu entwickeln, eine Solidarität auszubilden, die auf individueller Anteilnahme an den Bedürfnissen der Mitmenschen beruht, wird ein Mechanismus gesetzt. Jeder hat sein Brot, unabhängig von dem Verhalten der anderen. Zudem degradiert das Grundeinkommen die Idee der Freiheit zur Einkommensfrage.

Meiers Hinweise sollten insofern aufgegriffen werden, dass wir nicht »bewusstlos« ein Grundeinkommen einführen, ohne mit der Bevölkerung in einen Diskurs zu treten, die unsere gegenseitige Abhängigkeit und Mitwirkungsnotwendigkeit offenlegt. – Die Gesellschaft funktioniert nicht nur durch die Roboter mit künstlicher Intelligenz. Und die Digitalisierung nimmt uns nicht die Aufgabe ab, die materielle Versorgung aller Menschen ganz konkret jeden Tag zu leisten und zu organisieren. – Das hierfür entscheidende Stichwort Meiers war, wie er die Verfasstheit der »Solidarität« beschrieben hat.

Solidarität können wir nicht erzwingen. Auch nicht durch »Zwangsarbeit«. – Sie muss sich »intrinsisch« in jedem einzelnen Menschen herausbilden, »in Freiheit«. – Wir können gesellschaftlich diesen Prozess begleiten, in dem wir für gute Ausbildungsstätten sorgen, für »Bildung« allgemein, für »freies Geistesleben«.

Eine solidarische Gesellschaft, in der die Menschen gemeinsam wirken, sich gegenseitig ihr Einkommen bereitstellen und das Auskommen ermöglichen, in der jeder Einzelne seine Solidarität »in Freiheit« entwickelt hat, diese Gemeinschaft kann eine Grundeinkommens-Gesellschaft sein.

Die Welt gestalten

»Der Hof«, ein Zusammenschluss von Menschen mit anthroposophischem Bezug, hat seine neue Broschüre herausgebracht, in der als Schwerpunktthema die »Emphatie« angesprochen wird.

Emphatie, etwas, das »im Menschen« sich abspielt, betrifft die eigenen Gefühle, das eigene Denken, also die Instrumentarien, mit denen wir die Welt untersuchen und einschätzen.

Wenn man so will, ist das eine »buddhistische« Weltsicht, bei der es darum geht, mein Inneres so zu gestalten, dass es eine Ordnung in mir findet, die ich bejahen kann.

Die mehr »zarathustrische« Weltsicht ist eine ganz andere. Sie will nicht »im Inneren« ordnen, sondern »das Außen« gestalten und formen. Der Zarathustra fragt, was ist an der Außenwelt nicht in Ordnung, wie kann ich so auf sie wirken, dass sie ins Lot gerät und »angemessen« ist.

In der Vorbetrachtung zum Programm des »Hofs« wird also die Emphatie besprochen und dabei gerät auch die Wirklichkeit ins Blickfeld. – Die Wirklichkeit tritt zum Beispiel auf, durch das »Flüchtlingsthema«. Die Bundesregierung plant, die Flüchtlinge zu »integrieren«. Die Integration besteht als Modell aus demselben, was die politischen Verwalter schon gegen die Arbeitslosen anwenden, das »Hartz4-Konzept«: Fördern und Fordern.

»Fordern« ist der Zwang, arbeiten gehen zu müssen. Die deutsche Zwangsarbeit besteht durch die Hartz4-Sanktionen, die die Menschen dazu zwingen, einen Billiglohn-Job anzunehmen, wenn denn sonst kein gut bezahlter, mit guten Rahmenbedingungen ausgestatteter Arbeitsplatz auffindbar ist.

In genau diesen Billiglohn-Sektor wird aber auch die Mehrzahl der anerkannten Flüchtlinge hineingedrängt, da nicht jeder von diesen »Arzt« oder Ingenieur ist, oder Nischenarbeiten übernimmt, die sonst nicht von der vorhandenen Bevölkerung erledigt werden.

In diesem Kontext steht in der Hof-Broschüre:

Ein verbreitetes Missverständnis ist, zur Empathie gehöre es, alles gelten zu lassen, was der andere sagt, ohne es zu bewerten. „Empathiefähigkeit bedeutet nicht, mit dem anderen inhaltlich einer Meinung zu sein”, sagt Jäckel. Im empathischen Gespräch sollte die Sichtweise des anderen klarer werden, aber deshalb muss man sie noch lange nicht teilen.

Ein Beispiel: Fremdenfeindliche Menschen haben Angst, dass Ausländer ihnen eine andere Kultur aufzwingen oder ihnen ihren Job wegnehmen wollen. Empathie bedeutet, solche Ängste wahrzunehmen — aber man muss nicht verschweigen, dass man sie für irrationale, archaische und destruktive Ängste hält.

Hier könnte jetzt die Frage sein, ist die Angst vor einer Zunahme der Arbeitsplatz-Konkurrenz unberechtigt, wenn mehr Menschen in einer Gesellschaft um Billiglohn-Jobs wettstreiten? – Ist diese Angst irrational, archaisch oder »destruktiv«?

Irrational ist die Angst nicht. – Denn tatsächlich wird der Konkurrenz-Druck am Arbeitsmarkt größer. Die vielen Arbeitslosen werden von den Agenturen für Arbeit und Jobcenter überwiegend in den Billiglohn-Bereich vermittelt. – Durch die Zunahmen an Flüchtlingen, müssen noch mehr Menschen in diesen Bereich »gedrückt« werden. – Die Gefahr ist da, dass die arbeitsabhängigen Menschen von skrupellosen, neo-liberalen Unternehmern »ausgebeutet« werden, weil sie sich nicht gegen diese »unlauteren« Jobangebote wehren können.

»Archaisch« ist diese Angst auch nicht.

Als »destruktiv« könnte die Angst allerdings dann zu recht eingeschätzt werden, wenn sie dazu dient, das Existenzrecht der Flüchtlinge insgesamt in Frage zu stellen. – Die Flüchtlinge haben, wie alle Menschen, ein Recht zu existieren.

Deshalb müssen wir überlegen, wie wir für alle Menschen menschenwürdige Verhältnisse schaffen können. – Das ist der »zarathustrische« Anteil an unserer Weltgestaltung. Wir haben »von innen heraus« uns nach Gesetzmäßigkeiten umzuschauen, was angemessen und menschenwürdig ist, zum Beispiel in Form von »Emphatie«, und wir haben »im Außen« nach diesen Ordnungsstrukturen zu schauen und diese herzustellen, dass die Welt eine wohlgestaltete ist. – Das haben wir als Menschen zu leisten.

Der deutsche Staat war mit seinem bismarckschen Sozialsystem vor über hundert Jahren, ein Vorbild in der Welt. Heute haben wir durch die Politik der GRÜNEN und der Schröder/SPD einen unfassbaren Scherbenhaufen und politisch-gestalterischen Stillstand, der für die Bewohner zur großen Gefahr wird.

Die deutsche Hartz4-Zwangsarbeit ist in direkter Nachfolge zur Nazi-Zwangsarbeit zu sehen. Sie ist in keinster Weise irgendwie »besser« oder sonstwie hinnehmbar. – Das penetrante Unwissen deutscher Politiker über unser Geldsystem, die Geldschöpfung, das Vollgeld, ist gesellschaftsschädigend. Sodass die Politiker persönlich schadensersatzpflichtig sein sollten, für ihre Unwissenheit und den desaströsen Folgen, die daraus für uns alle sich ableiten lassen. – Die Ablehnung des Bedingungslosen Grundeinkommens durch die Politik schadet auch den Flüchtlingen, und nicht nur der vorhandenen Bevölkerung.

Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist ein viel besseres, den Menschenrechten und der Menschenwürde dienliches Konzept, um mit der Einkommenslosigkeit der Leute umzugehen, als sie alle zur Arbeit zu zwingen.

»Destruktiv« wäre somit nicht nur die Furcht vor den Flüchtlingen, dass sie uns die wenigen noch verblieben (schlecht bezahlten mit schlechten Rahmenbedingungen ausgestatteten) Arbeitsplätze wegnehmen, es wäre auch destruktiv, die Regierungen mit ihrer katastrophalen Politik weitermachen zu lassen.

Wir Bürgerinnen und Bürger müssen zusätzlich zur »Emphatie« auch zu einem »Handeln«, zu einem »Aktiv-sein« gelangen. – Es ist die Aufgabe der Menschen, ihre Gesellschaften zu gestalten. Und wenn wir sehen, dass die vom Bürger-Souverän beauftragten politischen Verwalter die Gesellschaften in den existentiellen Abgrund wirtschaften, dann müssen wir aufstehen und uns gegen diese Verhältnisse wenden und bessere schaffen. – Das ist der Zarathustra in uns.

Zusammenhang zwischen Ausbeutung und Arbeitszwang

Kids deal with vomiting, burning eyes working on tobacco farms

http://edition.cnn.com/2014/05/17/health/hrw-children-tobacco-workers-report/index.html

Fakten

Warum müssen Kinder und Jugendliche auf Tabakfarmen arbeiten?

Warum werden Kinder und Jugendliche durch Arbeit ausgebeutet?

Warum wird die Gesundheit dieser Kinder und Jugendlichen ruiniert?

Gründe

Weil es unsere Arbeitsideologie zulässt!

Weil wir den Arbeitswahn höher bewerten, als den Schutz und die Sorge um die Menschen.

Weil viele Leute an Zwangsarbeit und Ausbeutung nichts Schlechtes sehen.

Lösung

Diese Kinder und Jugendlichen können nur ausgebeutet werden, weil die Ideologie sagt, »wer ein Einkommen haben will, muss arbeiten«. Und dieser Arbeitszwang ist Grundlage für alle Ausbeutung, die den Menschen wiederfährt.

Die Ausbeutung beenden und verhindern wir, wenn wir auch Einkommen ohne Arbeitszwang gewähren und gutheißen. – Und diese Umstellung in der Einstellung wird von uns verlangt. – Wann sind wir so weit.

Was ist Arbeitsideologie

Stellen sie sich vor, sie würden erst den Abwasch machen und dann die Wohnung putzen.

Den Abwasch machen sie ohne Arbeitshandschuhe, ihre Hände sind auf die Dauer davon rissig und unansehnlich geworden. Aber sie sind ganz stolz, dass sie ihren Haushalt in Ordnung haben, sie sind stolz auf sich selbst, weil sie »konsequent arbeiten«.

Die Wohnung saugen sie mit dem Staubsauger. Sie verwenden keinen Gehörschutz, weil sie das lächerlich finden, obwohl der Staubsauger sehr laut bei der Arbeit ist und sie einige Zeit damit am Tun sind, bis sie die ganze Wohnung gesaugt haben. – Sie würden es lächerlich finden, wenn jemand beim Staubsaugen einen Gehörschutz verwendet. Ihrem Gefühl nach, käme das dem gleich, dass sich derjenige vor der Arbeit »drückt«.

Ortswechsel

Baustelle. Die Arbeiter verwenden beim Flexen keinen Gehörschutz oder Augenschutz. Aus ihrer Sicht sind das »Weicheier«, die so etwas brauchen. Manche haben keine Arbeitshandschuhe, haben völlig verhornte und zerfurchte Hände und zeigen diese gerne als »Beweis« dafür, wie viel sie schon gearbeitet haben.

Fazit

Arbeit muss »wehtun« und irgendwie dem Menschen auch schaden, sonst ist es keine »richtige« Arbeit. – Sie muss belasten, müde machen, erschöpfen. All das dient als »Beweis« dafür, dass gearbeitet wurde.

Arbeit, die leicht von der Hand geht, wird mit Argwohn beäugt. Es kann keine richtige Arbeit sein. Derjenige, der so arbeitet »drückt sich« doch eher vor der Arbeit. – Echte Arbeit ist wie »Sklavenarbeit«. Schwer und belastend. Oft nicht gewollt und gemocht. Aber irgendwie notwendig, erzwungen.

Der Arbeitsideologe überbewertet die Arbeit. – Er macht aus ihr einen Popanz. Er will seine Vorstellung von Arbeit anderen Menschen aufnötigen. Er mag es nicht, wenn Menschen die Arbeit, an der er lange und fast religiös behaftet dranhängt, schnell und korrekt erledigen, um sich dann anderen (wichtigeren?) Dingen zuzuwenden.

Niemand ausschließen, alle beteiligen

Aus dem Infobrief der »Eintracht gegen Fluglärm«.

Darum sind wir heute Abend wieder pünktlich um 18 Uhr im Flughafen. …. Und weiter geht es mit der Unterschriftenaktion gegen Terminal 3 von letzter Woche.

Da hetzen die Beteiligten von einer Veranstaltung und Aktion zur nächsten. – Kommen so die Menschen am ehesten zum Ziel? Wenn wir im Rhein-Main-Gebiet für die Gesundheit der Bürger beste Bedingungen wollen, müssen alle Menschen miteinbezogen werden, müssen alle »Lärmprobleme« angesprochen werden. Nicht nur der Fluglärm, auch der Güterzuglärm, der Auto-, Straßenbahn, S-Bahnlärm gehören dazu.

Lärmreduzierung auf ein erträgliches Maß, sollte das Anliegen der gesundheitsbewussten Menschen werden.

Auf der Homepage der »Eintracht« geht es überwiegend um Aktionen, Unterschriftenlisten, Auseinandersetzungen mit Politikern, Vorträge und Reden zu den Gesundheitsgefahren durch Fluglärm. – Wo aber ist das Gespräch mit den Bürgern?

http://www.eintrachtgegenfluglaerm.de/stammtisch-wieder-aktiv/

Der letzte »Stammtisch« war »nach längerer Pause« im November letzten Jahres. Der nächste sollte im Dezember stattfinden. Aber darüber gibt es keinen Bericht auf der Homepage. Auch das Jahr 2014 hat ja doch schon vor einiger Zeit begonnen und bis jetzt scheint kein Stammtisch stattgefunden zu haben. Jedenfalls gibt es keine diesbezüglichen Berichte auf der Internetseite.

Dabei ist doch gerade das Gespräch mit der Bevölkerung der Schlüssel zum Erfolg. – Wer soll denn sonst die notwendigen Veränderungen bewirken, wenn nicht die Bürgerinnen und Bürger selbst. Ein Lärmschutzplan für die ganze Region könnte in Angriff genommen werden. – Aber hier zeigt es sich, wo die Beteiligten in ihrem Denken sich befinden. Sind sie Lobbyisten, dann wollen sie gar nicht die übrige Bevölkerung an einem Erfolg der Aktionen beteiligen und »nur für sich« etwas erreichen, zum Beispiel dass die Flugzeuge nicht mehr über Frankfurt-Oberrad fliegen. – Wo sie sonst langdüsen, das wäre dann diesen Aktivisten egal.

Bürgerinitiativen, die in Wirklichkeit »Lobby-Initiativen« sind, wären kein Gewinn für die Allgemeinheit, weil hier zu Lasten aller übrigen, einer kleinen Gruppe ein Vorteil zuteilwerden soll. Wohingegen Bürgerinitiativen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, ganz anders in ihrer Arbeit vorgehen. Sie fragen sich, wie ihre persönliche, konkrete Betroffenheit sich verbinden lässt, mit den Sorgen und Nöten der anderen Menschen in der Stadt, in der Region und wie eine große Solidarität entstehen kann, die »fair und gerecht« zwischen Arbeitsplätzen, Produktionsstätten und dem berechtigten Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit ausgleichend wirkt.

Die Lärmbelastungen durch vielerlei Quellen müssen unbedingt reduziert werden.

Wege

welt–Venezuelas-Demokratie-stirbt-einen-langsamen-Tod

Trotz eines offiziellen Dialogs mit Teilen der Opposition hat sich die Maduro-Regierung offenbar für den kubanischen Weg entschieden: Die Zukunft für Venezuelas Opposition ist düster. Es sieht danach aus, dass, wenn in ein paar Tagen in Brasilien die Fußball-WM beginnt, in Caracas die Handschellen klicken und die Gefängnistüren zugeschlossen werden. Venezuelas Opposition droht eine Zukunft im Kerker.

Weil wir ein weltweit gültiges Wertesystem brauchen. – Es nützt nichts, die anderen Regierungen zu kritisieren, wenn wir in der westlichen Welt keine vorbildhaften Gesellschaftsordnungen haben.

Mit was will die USA in der Welt Anerkennung finden. Mit ihrem Waffenrecht, das jedem Durchgeknallten erlaubt die Mitwelt zu zerschießen? Ihrer fragwürdigen Medienkultur, in der in den Genres Horror, Komödie, Action, Drama, Sex alles abgesteckt zu sein scheint, was das Leben ausmacht. Oder sind es die überfüllten Gefängnisse und die gnadenlose Todestrafen-Ordnung? – Armut darf es in keinem Land geben, in dem alle zum Leben notwendigen Güter im Überfluss vorhanden sind. Und dennoch gibt es sie in den USA.

Nicht viel besser sieht es in Deutschland aus. Das Zwangsarbeitersystem der hiesigen Arbeits-Ideologen desavouiert jeglichen Ansatz einer menschenwürdigen Gesellschaft. Die Unterschiede zu den links-doktrinären Regierungen im Osten werden immer marginaler. Das Diktatorische in den Staatsführungen ist heute mehr denn je zu spüren. – Und wo soll das Beispielhafte sein, dass heute die Menschen ermutigt, ausgerechnet diese Welt verteidigen zu wollen?

In Venezuela ist es dieselbe Ratlosigkeit und Unzufriedenheit, die auch die Bürger in den westlichen Ländern umtreibt, die dazu führt, dass sich niemand für eine gesellschaftliche Gestaltung, für eine Wirtschaft, für eine Lebensgestaltung einsetzt, die die Menschen aus ihrer Lethargie reißen könnte und Hoffnung versprüht.

Ob in Europa, in den USA, ob in Latein-Amerika, in Nord-Afrika, Asien, oder im Osten, wir alle brauchen ähnliche Veränderungen in den gesellschaftlichen Verfassungen. Wir brauchen eine neue Definition von Gemeinschaft, die sowohl die individuellen Rechte der Bürger respektiert, wie auch den Gruppeninteressen, sofern dafür Verständnis aufgebracht werden kann, eine Chance bietet. – Ein Ausgleich muss her, der sich orientiert an den Notwendigkeiten des menschlichen Daseins, denen in einem neuen rechtlichen Rahmen Geltung verschafft werden muss.

Die Versorgung aller Menschen, in allen Lebensräumen, als gemeinsame Aufgabe, als ein oberes Ziel für uns alle, muss erstrebt werden. Der Auftrag an die Wirtschaft-Treibenden muss von uns allen erteilt sein, sich diesem Feld zu widmen und eine sichere, dauerhafte Versorgung der Menschen mit den notwendigen Dingen des Lebens zu garantieren. Die Herausnahme dieser »Basics« aus dem Marktgeschehen wäre die logische Konsequenz, was in allen Bereichen des menschlichen Lebens »die Armut« ein für alle Mal beendet. Den Grundbedarf decken die Menschen, in dem sie sich die deklarierten Produkte in den Supermärkten nehmen und dafür nicht bezahlen müssen. Basis-Wohnraum, ein Energie-Quantum und ausreichend Wärme pro Person stehen allen Menschen ohne »Bezahlvorgang« zur Verfügung.

Damit wäre Vieles, was heute Grundlage für Missmut über gesellschaftliche Zustände ausmacht, sinnvoll erledigt. – Die Respektierung der Menschenrechte wäre selbstverständlich. – Eine Grundversorgung in Gesundheitsbelangen wäre ebenso die Regel, wie freier Zugang zu den Medien ohne Zwangsalimentierung von Medienschaffenden.

Der Rest an Bedarf kann weiterhin über »den Markt« zugänglich gemacht werden, ohne das darauf verzichtet wird, auch zukünftig zu überlegen, welcher Bedarf noch als »Basic« aus dem Markt als »Grundbedarf« kostengünstig oder kostenlos allen Menschen zugänglich gemacht werden könnte. – Zum Beispiel Internet und Datenvolumen.

Alles Bio

Beim Biohändler kommt schon immer ein Teil der Äpfel aus Argentinien. Das Gleiche gilt für die Birnen. Wie kommt diese Frischware nach Deutschland? Na mit dem Flugzeug natürlich. Mit dem Auto, Zug oder dem Schiff würde es viel zu lange dauern. Wenn aber diese Standard-Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert werden, dann muss der Flug relativ preiswert sein, sonst lohnt sich doch der Transport überhaupt nicht. – Warum sind Flüge so preiswert, wenn doch angeblich das Öl immer knapper wird?

Dann kommen wir zum Frankfurter Flughafen. Zwei Dinge sprechen vehement gegen diesen Umschlagplatz für Waren:

  • Hier wird ein Großteil der Arbeit von Zwangsarbeitern verrichtet. [1]
  • Der Flughafen ist einer der größten Gesundheitsschädiger im Rhein-Main-Gebiet. Durch ständig mehr Flugzeuge wird der Lärm, den die Bürgerinnen und Bürger zu ertragen haben, zu einer permanenten Erscheinung. – Der Lärm ist fürchterlich und durch nichts zu rechtfertigen.

Und genau über diesen Flughafen werden die »Bio-Äpfel« herangekarrt. – Wie aber kann da noch das Äpfelangebot »ökologisch« sein? – Dieses Angebot ist außerdem moralisch verwerflich, weil es die Zwangsarbeitsverhältnisse außer Acht lässt und das Angebot an »Niedriglohnjobs« befördert.

Dieses »unmoralische Äpfelangebot« gibt es aber von Anbeginn bei dem Biohändler. Scheinbar hat sich niemand genügend darüber mokiert. 😯

[1]
Ich gehe davon aus, dass bekannt ist, wie die Definition von Zwangsarbeit lautet und das weiterhin bekannt ist, wie die Hartz4-Sanktionspraxis gegen Arbeitslose ausgestaltet ist.

Ein Großteil der 1000 Zeitarbeitsfirmen im Rhein-Main-Gebiet vermittelt »Billiglohnjobs« am Frankfurter Flughafen. Mindestens ein Drittel der angebotenen Hilfsarbeiter- und Lagerjobs, die in der Jobbörse der Agentur für Arbeit angeboten werden, sind Tätigkeiten, die mit dem Flughafen zusammenhängen.

Armut in Deutschland – wer muss für das Geld sorgen?

Das ist eine ganz wichtige Frage und sie wird heute ständig in immer wieder anderen Variationen diskutiert.

ossiforum–Bedingungsloses-Grundeinkommen

Es gibt 2 Möglichkeiten, wie die Bürger in existenzsichernder Höhe mit Geld versorgt werden, damit sie sich die (im Überfluss vorhandenen) Waren besorgen können, die sie für ihr Leben brauchen:

1. Die Wirtschaft ist für die Einkommen zuständig. Sie soll, sie muss allen Arbeitnehmern anständige Löhne zahlen, von denen die Bürgerinnen und Bürger leben können und sie soll für Vollbeschäftigung sorgen, indem sie immer mehr Arbeitsplätze anbietet und möglichst niemanden entlässt, und wenn doch, dann sofort wieder in einem anderen Bereich einstellt.

Diese Version der »Geldbeschaffung« wird mit Vorliebe von der Regierung und den etablierten Parteien vertreten, und natürlich von den Gewerkschaften, aber auch von den Linken. Möglicherweise auch von Arbeitsloseninitiativen und von Globalisierungskritikern.

Schaut man sich nun diese »Lösung« des Problems genauer an, so stellt sich die Frage, wozu ist »Wirtschaft« überhaupt da? Da fällt doch den meisten Menschen als erstes ein, dass sie die Dinge produzieren soll, die wir zum Leben brauchen. Es sind die wenigsten, die daran zweifeln, dass diese Aufgabe die Wichtigste ist. Von den produzierten Dingen leben wir: Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie. Ist die Produktion wichtig, ist sie notwendig, dann sollten die Beteiligten für ihre Mitwirkung eine Anerkennung erhalten. So etwas nennt man dann »Lohn«. Aber nochmal: Alle Mitwirkende, Projektteilnehmer könnten auch ohne »Lohn« leben, wenn sie freien Zugriff auf die produzierten Güter hätten und sich so viel nehmen könnten, wie sie brauchen.

Das heißt, die Wichtigkeit des Lohns ist relativ. Wenn man genau hinschaut, ist zu sehen, dass es sich um eine Scheinwichtigkeit handelt. Wirklich wichtig sind die hergestellten Güter!

Die Befürworter der »Lohnlösung« möchten nun die Bürger dahingehend beeinflussen, dass wir alle wie gebannt auf die Wirtschaft und die Unternehmer schauen, wann sie denn wieder neue Arbeitsplätze schaffen, wann sie denn wieder bessere Löhne zahlen, und ob sie nicht schon wieder irgendjemanden entlassen haben.

Meine Frage wäre, ist das wirklich der richtige Weg, unsere Wirtschaft, den Arbeitsmarkt, die Situation der Arbeitslosen, unsere Finanzbranche anzuschauen? Ist unser ganzes »Wohl und Wehe« von den Geldzahlungen (Löhnen) der Unternehmer abhängig. Oder soll uns das nur weißgemacht werden?

Die 2. Version, wie die Bürger mit existenzsicherndem Geld versorgt werden, wird von der Politik vehement abgelehnt. Es ist die Idee, dass das Geld vom Staat kommt und an die Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt wird. Um dieses Ansinnen abzuwimmeln, hat sich die Bundesregierung im Laufe der Jahre einiges einfallen lassen. Ein Argument ist, es sei kein Geld da, die Kassen seien leer. Vielleicht können unsere öffentlichen Verwalter nicht mit Geld umgehen, oder sie wissen nicht, wo das Geld überhaupt herkommt, wie es erzeugt wird (aus dem Nichts!) und wie man dafür sorgt, dass es beständig vorhanden ist. Vielleicht sind Politiker beratungsresistent und wollen einfach nur »ihr Ding« durchziehen.

Ein weiterer Einwand, warum die Politik den Bürgern kein Geld gibt, ist die Behauptung, dass nur derjenige ein Recht auf Geld hat, der dies aus einem Erwerbseinkommen bezieht. Dieses Argument ist in der Grundeinkommens-Diskussion hinlänglich widerlegt. Durch Rationalisieren, Automatisieren, Computerisieren und Algorithmisieren werden in der Produktion (und im Dienstleistungsbereich) permanent Arbeitsplätze vernichtet. Dieser Prozess ist nicht aufhaltbar. Trotzdem und wider besseren Wissens, will die Politik die Bürger in den Arbeitsmarkt pressen, damit nicht sie für die existenzsichernden Einkommen verantwortlich sein muss. Ein weiterer Versuch besteht darin, auf »die Reichen« zu verweisen, die das ganz Geld gebunkert haben. Geld aber, lässt sich in beliebiger Menge herstellen. Es ist völlig egal, wer wie viel hat. Hier werden falsche Fährten ausgelegt. Nicht der Reiche hindert den Armen daran, sich das zu nehmen, was dieser für seine Existenz braucht, sondern der Staat. Denn es geht nicht um das Geld der Reichen oder das Geld des Staates, sondern es geht um die Güter! Und wenn die da sind, würde es auch genügen, wenn der Staat den Arbeitslosen einen monatlichen Bezugsschein in Höhe von 1000 Euro ausstellen würde, mit dem die Menschen bis zu der ausgestellten Höhe einkaufen könnten (denn die Produkte sind ja da!). Dabei würde es überhaupt keine Rolle spielen, was irgendjemand Reiches gerade macht, auf dem Konto hat, etc. Das ist völlig nebensächlich, wird aber gerne vom Staat als das eigentliche Problem aufgebauscht. – Der Staat muss freien Zugriff auf die Waren ermöglichen. Und dabei spielen »die Reichen« keine Rolle.

Bei beiden Perspektiven ist »Verantwortung« von Bedeutung. Was liegt in der Verantwortung des Staates, was ist die Verantwortung und Aufgabe der Wirtschaft.

Die Wirtschaft muss für die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen sorgen. Der Staat muss dafür sorgen, dass wir Menschen (in existenzsichernder Höhe) freien Zugriff auf die Produktionsergebnisse haben. In welcher Form er das regelt, ob mit »Geld« oder mit blauen, grünen, roten Papierschnipseln, das soll er sich überlegen (oder sich beraten lassen).

Was nicht geht, aber heute zutrifft, ist, dass der Staat für Produktion sorgt, die Wirtschaft fördert, aber die Menschen keine Zugriffsmöglichkeit auf die Güter haben. Der Staat (die Verwalter unserer Gemeinschaft) verhält sich hier gegen die Bevölkerung und stellt durch dieses Verhalten eine Bedrohung für die Menschen da. Der erste Schritt in totalitäre Verhältnisse ist getan. Ein neuer Unrechtsstaat wächst heran. Hoffentlich können wir ihn noch rechtzeitig stoppen. – Zwangsarbeit erinnert nicht von ungefähr an die Hitlerzeit. 😐