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Sklavenmentalität

Arbeitssituationen

Beispiel 1

Sie arbeiten in einer Firma. Und haben einen Vertrag unterschrieben. – In dem Vertrag stimmen sie zu, dass die Arbeit zu ihrem Nachteil gestaltet werden kann. – Etwa in Punkt 7 des Arbeitsvertrages hat der Arbeitgeber festgelegt, dass sie verpflichtet sind, bei Bedarf Überstunden zu leisten. Dies habe sie unterschrieben, weil sie sich nichts dabei gedacht haben, was das für Konsequenzen in der Praxis haben wird.

Der Arbeitgeber wird jetzt »in der Regel« sie dazu auffordern länger als vereinbart zu arbeiten, weil das die Arbeitsumstände erfordern.

Nun hatten sie eigentlich vorgehabt, jeden Donnerstag Abend um 18 Uhr eine Fortbildung zu besuchen. Da sie nicht pünktlich um 16 Uhr den Arbeitsplatz verlassen können, ist es ihnen nicht möglich die Fortbildung zu nutzen.

Beispiel 2

Sie haben ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, wann sie in Urlaub fahren wollen. Der Chef genehmigt ihnen aber diesen Zeitraum nicht. – Da sie aber einen wichtigen Termin mit Verwandten wahrnehmen wollen, fahren sie ohne die Erlaubnis des Chefs weg. – Daraufhin kündigt sie der Arbeitgeber fristlos. Die fristlose Kündigung wird später, nach dem Arbeitsgerichtstermin, in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt. – Der Arbeitgeber ist aber nicht mehr bereit, sie weiter zu beschäftigen.

Spüren sie den Nasenring. – Nein?

Sie sind der Sklave ihres Chefs. – Sie müssen das machen, was die Firma sagt. Ihre Interessen sind nichts wert und werden ignoriert. Wenn sie sich beschweren heißt es, sie hätten sich einen anderen Arbeitsplatz suchen sollen.

Das Arbeitsverhältnis ist ein Abhängigkeitsverhältnis. Sie müssen nach der Pfeife ihres Chefs tanzen. – Ja, natürlich gibt es Tricks. »Krankfeiern« ist einer der beliebtesten.

Der entscheidende Punkt ist aber, sie können sich überhaupt nicht solchen kontrollierenden und einschränkenden Situationen entziehen. Wenn Vereinbarungen, die im Arbeitsvertrag festgelegt wurden und die sie unterschrieben haben, nicht von ihnen eingehalten werden, gefährden sie mutwillig ihren Arbeitsplatz und bei Verlust desselben wird sie die Agentur für Arbeit für 3 Monate »sperren«. – Das heißt, sie bekommen kein Arbeitslosengeld und haben bestenfalls Anspruch auf ergänzende Hilfen vom Jobcenter. – Sie werden vom Staat bedroht.

Das heißt, wenn sie ihr Leben leben wollen, so wie sie ihre Zeit einteilen, dann werden sie für dieses Ansinnen vom Staat bestraft. Der Staat sagt, sie müssen ständig für ihre Einkünfte selbst sorgen, und wenn sie eine Einkommensquelle durch ihr Verhalten gefährden, dann will ihnen der Staat nicht helfen.

Was ist das für ein Denken der Politiker. – Wie finden sie solches Ansinnen?

Arbeit und Freiheit

Wenn wir Bürger keine Arbeitssklaven sein wollen, brauchen wir andere Gesellschaften mit anderen Gesetzen. – Wir brauchen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Die Hartz4-Gesetze müssen vollständig wieder abgeschafft werden.

An diesen Beispielen ist zu sehen, wie die Menschen in viehischer Abhängigkeit leben, es fehlt nur der Ring in der Nase. – Ja, das stimmt. Die Verhältnisse waren nicht immer so. – Erst mit Schröder und den GRÜNEN ist es richtig schlimm geworden. – Sie haben eine Demokratie in einen totalitären Staat verwandelt, mit ihrem Hartz4.

Recht und Gesetz

Jetzt las ich in einem Artikel der Wochenschrift für Anthroposophie (11/März 15), dass die Dreigliederung unserer sozialen Lebenswelt dann nicht funktioniert, wenn sich die Wirtschaft in das Rechtsleben einmischt, was zum Beispiel im Falle der TTIP Regelungen der Fall ist.

Mindestens genauso schlimm ist es aber, wenn das Rechtsleben, vertreten durch den Staat und die Gerichte, die Freiheit des Bürgers einschränkt und diese zu unterwürfig-abhängigen Menschen machen will.

Mit den Hartz4-Gesetzen hat der Staat Unrecht begangen und die Gerichte haben diesem frevelhaften Treiben ungerührt zugesehen und decken diese Schandtaten heute noch.

Dies dürfen wir als engagierte Bürger, gemäß unserem Rechtsempfinden, nicht hinnehmen.

Dreigliederung-Arbeit-15-03-23

Durch die Arbeitsideologie der Parteien, die auch bei vielen Mitbürgern noch virulent ist, obwohl die Realität des Lebens schon längst veränderte Bedingungen anmahnt, wird der Alltag, das Arbeitsleben »zwanghaft« in Bereiche aufgeteilt. – Dadurch haben wir Menschen es schwer, unser Leben zu gestalten und gesund zu bleiben.

Entweder sind wir in der »Arbeitswelt« oder wir sind »arbeitslos«. – In der Arbeitswelt werden wir gnadenlos den Regelungen des Arbeitslebens ausgesetzt. Das heißt, dass »die Logik der Wirtschaft«, aber genauso die Logik jeglicher Arbeitseffizienz auf uns einwirkt und wir »menschliche Aspekte« gar nicht dagegen ins Feld führen können. Wir werden zermahlen in diesem System, wir werden zerstört und vernichtet, wenn wir uns nicht selbst versuchen zu schützen und unsere Nischen finden, in denen wir mehr recht als schlecht überleben.

Wer sich aber nicht offiziell diesem System unterwirft und dem Götzen »Arbeitsgesellschaft« huldigt, den versuchen die Arbeitsideologen zu diskreditieren, in der Gesellschaft bloßzustellen und wieder in die Maschinerie hineinzuzwingen. – Rudolf Bahro nannte diese Maschinerie »die Megamaschine«.

»Arbeitslose« sollen nicht zugelassen werden. Nach dem Motto, »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«.

Die Arbeitsideologie macht uns Menschen krank und zwingt uns in nicht-menschengemäße Situationen. – Die Grippewelle ist ein Beispiel dafür. – Aber auch die wütenden und aggressiven Aktionen der Berufsgruppen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und Absicherungen sind ein Hinweis, dass wir Menschen diesen Arbeitswahn der Parteiideologen nicht aushalten wollen und können.

Die im Wirtschaftsleben enthaltene Tendenz, den Menschen »auszubeuten«, kann nur begrenzt und eingeschränkt werden, wenn sich Überlegungen in der Gesetzgebung niederschlagen und durch Gerichtsurteile bestätigt werden, die ein »menschengemäßes Leben« unterstützen und die Bürger gegen Übergriffe aus der Wirtschaft schützen.

Keine Öffentlichkeit

Weiterhin ist zu bemerken, dass wir heute eine fast vollständige »Windstille« im Geistesleben haben. – Hätten nicht schon längst die verschiedenen Berufsgruppen, die doch eigentlich »ein gutes Menschenleben« im Blick haben, aufschreien müssen und eine langfristige Kampagne starten sollen, zu einer Neugestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse. – Wo sind die Philosophen, die Ökonomen, die gesellschaftlich engagierten Staatsrechtler, die nicht »neue Nazis, getarnt als Demokraten« haben möchten. Wo sind die Künstler und Kulturschaffenden, die die Umstände erkennen und dauerhaft Einspruch erheben?

Was ist mit den Sozialarbeitern los, was mit den Psychotherapeuten. Was ist mit den Psychologen. – Müssten nicht all diese Berufsgruppen, ihre Angehörigen, aus ihrem beruflichen Selbstverständnis heraus laut und deutlich gegen diesen Zwangsarbeiterstaat protestieren?

Kein Wort hören wir von diesen Leuten. – Wo sind die Organisationen, die diese Berufsgruppen vertreten. Sozialarbeiterverbände, Psychotherapeutenverbände, Psychologenverbände. Wo sind deren öffentlichkeitswirksamen Auftritte, deren Anklagen gegen eine Staat, der die demokratischen Verhältnisse aufgibt, um sich in ein totalitäres System zu verwandeln? Wo sind die aufrüttelnden Worte der Verbandsvorstände. – Nichts ist zu hören. – Das ist unser Geistesleben.

Dass das aber möglich ist, können wir in anderen Ländern beobachten. – In Kanada beschäftigt sich der Verband der Sozialarbeiter mit dem bedingungslosen Grundeinkommen.

Glenn Drover, Allan Moscovitch, and James Mulvale, “Promoting Equity for a Stronger Canada: The Future of Canadian Social Policy”

Das Geistesleben in Deutschland ist nicht mehr existent. Die Umwandlung unserer Gesellschaft in einen totalitären Staat, ist ohne dauerhaften Protest aus den Reihen der »Dichter und Denker« machbar. – Aber was bedeutet das?

Diese Menschen sind alle gestorben und niemand ist mehr nachgekommen.
Diese Menschen haben sich verändert, haben ihr Engagement aufgegeben, haben sich ins Private zurückgezogen. – Warum?

Entscheidungsträger

Sicherlich ist »das Geistesleben« auch nicht mehr so leicht zu verorten, wie es noch vor zwei, drei Jahrzehnten der Fall war. Die Printmedien, das Fernsehen, die verschiedenen Berufsgruppen und ihre Vertreter waren früher »zuständig« für die Welterklärung. – Heute wagen sich sogar Blogger, Aussagen über die Welt zu treffen und dies zu veröffentlichen.

Früher haben wir den »Herrn Doktor« gefragt, warum die Dinge so oder so sind, heute wissen wir dank Internet und moderner Software, dass der Herr Doktor seinen Titel durch Tricksereien erschlichen hat und zweifeln insgesamt die Kompetenz dieser Leute an, weil wir »selber denken« können und wollen und über das Internet alle Informationen zugänglich haben und uns selbst ein Bild von der Welt machen können. – Das Geistesleben ist nicht länger in bestimmten Kreisen ansässig, sondern »überall« zu finden, nur hat es noch nicht die Deutungszuständigkeit offiziell übertragen bekommen von den Resten der alten Garde der Welterklärer.

Schwarmintelligenz ist jedoch schon längst real.

Alles Bio

Beim Biohändler kommt schon immer ein Teil der Äpfel aus Argentinien. Das Gleiche gilt für die Birnen. Wie kommt diese Frischware nach Deutschland? Na mit dem Flugzeug natürlich. Mit dem Auto, Zug oder dem Schiff würde es viel zu lange dauern. Wenn aber diese Standard-Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert werden, dann muss der Flug relativ preiswert sein, sonst lohnt sich doch der Transport überhaupt nicht. – Warum sind Flüge so preiswert, wenn doch angeblich das Öl immer knapper wird?

Dann kommen wir zum Frankfurter Flughafen. Zwei Dinge sprechen vehement gegen diesen Umschlagplatz für Waren:

  • Hier wird ein Großteil der Arbeit von Zwangsarbeitern verrichtet. [1]
  • Der Flughafen ist einer der größten Gesundheitsschädiger im Rhein-Main-Gebiet. Durch ständig mehr Flugzeuge wird der Lärm, den die Bürgerinnen und Bürger zu ertragen haben, zu einer permanenten Erscheinung. – Der Lärm ist fürchterlich und durch nichts zu rechtfertigen.

Und genau über diesen Flughafen werden die »Bio-Äpfel« herangekarrt. – Wie aber kann da noch das Äpfelangebot »ökologisch« sein? – Dieses Angebot ist außerdem moralisch verwerflich, weil es die Zwangsarbeitsverhältnisse außer Acht lässt und das Angebot an »Niedriglohnjobs« befördert.

Dieses »unmoralische Äpfelangebot« gibt es aber von Anbeginn bei dem Biohändler. Scheinbar hat sich niemand genügend darüber mokiert. 😯

[1]
Ich gehe davon aus, dass bekannt ist, wie die Definition von Zwangsarbeit lautet und das weiterhin bekannt ist, wie die Hartz4-Sanktionspraxis gegen Arbeitslose ausgestaltet ist.

Ein Großteil der 1000 Zeitarbeitsfirmen im Rhein-Main-Gebiet vermittelt »Billiglohnjobs« am Frankfurter Flughafen. Mindestens ein Drittel der angebotenen Hilfsarbeiter- und Lagerjobs, die in der Jobbörse der Agentur für Arbeit angeboten werden, sind Tätigkeiten, die mit dem Flughafen zusammenhängen.

Sportlich?

Uli Hoeneß sagt, er sei kein »Sozialschmarotzer«.

Das ist verwirrend. – Als »Sozialschmarotzer« werden manchmal die Armen, Arbeitslosen und Hartz4-Empfänger bezeichnet, von böswilligen Menschen. Weil sie Geld vom Staat bekommen. Aber Uli Hoeneß hat 18 Millionen Euro an Steuern hinterzogen, und noch mehr an Einkommen erzielt. Das ist etwas ganz anderes.

Aber warum sagt er dann, dass er kein »Sozialschmarotzer« ist?

Weil er darauf hinweisen möchte, dass die wirklich moralisch verwerflichen Menschen diejenigen sind, die die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen. Und er unterstellt mit der Bezeichnung »Schmarotzer«, dass dies zu unrecht geschieht. Die Armen und Hilfsbedürftigen sind die eigentlich schlechten Menschen im Land, will er sagen. Weil sie es zu nichts gebracht haben. Im Gegensatz zu ihm.

Hoeneß hat mit seinen Geschäften und Unternehmungen viel Geld verdient. Hoeneß sagt, er ist kein Sozialschmarotzer und will damit sagen, ich habe etwas geleistet und dafür Anerkennung bekommen, in Form von Geld. Während andere nichts leisten und auch noch als dreiste Bittsteller beim Staat vorstellig werden, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu lassen. So ein, in seinen Augen, mieses Verhalten zeigt der Uli nicht.

Aber wie kann das jetzt eingeschätzt werden? Uli Hoeneß war einmal Fußballer und er kennt bestimmt »Fair Play«. Ist denn das »fair« was er da macht, was er da sagt? Na klar spielt der Uli in einer ganz anderen Liga, wenn er Einkommen hat, in der Höhe von mehreren Millionen Euro. Wieso aber nimmt er ausgerechnet die Ärmsten im Lande als Schutzschild, hinter denen er sich verstecken will? Ist das nicht hässlich und fürchterlich kleinkariert. Feige und hinterhältig? Da versteckt sich der Millionär Hoeneß hinter den Armen im Land, und behauptet indirekt, die eigentlich Bösen und Verwerflichen seien jene, und nicht er. – Pfui Teufel, kann das wahr sein?

Darauf jetzt inhaltlich einzugehen, und diesem infamen Angriff gegen eine bemitleidenswerte Gruppe innerhalb der Gesellschaft zum Zwecke der eigenen Verteidigung, zu widersprechen, ist nicht nötig. So ungeheuerlich und unverschämt ist dieses Manöver. – Mit solchen Faulspielen zum Erfolg zu kommen, kann ich keinem Verein wünschen.

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Zwangsarbeit

Die Vereinten Nationen, auch UNO genannt, sind ein Zusammenschluss von Ländern, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht haben, die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Einflussbereich zu garantieren.

In Verträgen verpflichten sich diese Länder, dafür zu sorgen, dass die Menschen unter angemessenen Bedingungen leben können. Insbesondere drei Vereinbarungen fallen dabei ins Gewicht. Die Erklärung der Menschenrechte von 1948, sowie die beiden Verträge (UNO-Pakt I und II) von 1966 zu verschiedenen Einzelfragen. [1]

In Wikipedia ist folgender Hinweis zu lesen:

Überwachung —
Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, periodisch Staatenberichte an den UN-Menschenrechtsausschuss einzureichen……

Daraus ergeben Fragen.

Ist der UN-Menschenrechtsausschuss darüber informiert, dass in Deutschland die Verträge gebrochen werden? Was stand im letzten »Staatenbericht« Deutschlands?

Ronald Blaschke schreibt in seinem Text zu Grundeinkommen und Zwangsarbeit [2], dass durch eine Reihe von Erklärungen, Verträgen, Gesetzen und Vereinbarungen Zwangsarbeit eigentlich ausgeschlossen ist, für diesen Staat Bundesrepublik Deutschland. – Aber warum haben wir dennoch Zwangsarbeit in Deutschland?

Neben den drei Vereinbarungen der Vereinten Nationen gibt es noch die Aussagen in den Verlautbarungen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) [3] zur Zwangsarbeit und natürlich das Grundgesetz:

Art 12
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

Art, 12, 3 ist schon etwas seltsam formuliert. Warum hat man sich nicht durchgerungen zu schreiben, »Zwangsarbeit ist verboten. Ausnahmen ergeben sich bei gerichtlich angeordnetem Freiheitsentzug.« Denn so wie es im Gesetz steht, bleibt beim Lesen leicht der Eindruck, »Zwangsarbeit ist …. zulässig.«

Wie auch immer, obwohl die Regelung eigentlich klar ist, durch weltweite Vereinbarungen abgesegnet, durch ein Grundgesetz in Deutschland bestätigt, haben wir dennoch Zwangsarbeit in Deutschland. Wie kann das sein?

Eine nach dem Krieg geschaffene Institution, die sich darum kümmern sollte, dass die wechselnden Regierungen keine Gesetze erlassen können, die die zentralen Regelungen des Grundgesetz außer Kraft setzen, versagt vollständig, weil sie nichts sieht und nichts bemerkt. Das Bundesverfassungsgericht erkennt keine Grundgesetzverletzung durch die Hartz4-Gesetze. Insbesondere sieht es nicht, dass die Hartz4-Gesetze zur Zwangsarbeit führen. [4] – Diese staatliche Einrichtung, zum Schutz der Bürger gedacht, verfügt über einen mehrere Millionen Euro hohen Jahresetat und schafft es nicht, ihre genuinen Aufgaben zu erledigen. – Alles für die Katz. Was nützen da die besten Absichten der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland, wenn die eingerichteten Behörden ohne Wirkung sind und die Bevölkerung im Stich lassen.

[1]
Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte

[2]
Ronald Blaschke
Arbeitszwang/Arbeitsverpflichtung – verschiedene Bestimmungen und deren Bedeutung für ein Bedingungsloses Grundeinkommen

[3]
Wikipedia:
ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und damit beauftragt, soziale Gerechtigkeit sowie Menschen- und Arbeitsrechte zu befördern.

[4]
Die eindeutigste Beschreibung der Zwangsarbeit liefert meiner Meinung nach die ILO (zitiert nach Blaschke [2]):

ILO-Übereinkommens über Zwangs- oder Pflichtarbeit, 1930:
…..
Artikel 2, 1 lautet: »Als ‚Zwangs- oder Pflichtarbeit‘ gilt jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat.“

International Labour Organisation (ILO) – Elimination of all forms of forced or compulsory labour

Forced Labour Convention, 1930 (No. 29)

Article 2

1. For the purposes of this Convention the term forced or compulsory labour shall mean all work or service which is exacted from any person under the menace of any penalty and for which the said person has not offered himself voluntarily.

Wirtschaft im Blick

Gerade habe ich eine Sendung über »Wirtschaft« gehört, im Deutschlandfunk. Schreckliche Sache. Aber nur dann »schrecklich«, wenn man sich einen anderen Blick auf die Wirtschaft angewöhnt hat. Denn bei jedem Bericht über »Wirtschaft« gehe ich von der Frage aus: »Für was ist die Wirtschaft da?« und beantworte sie mir selbst: »Sie ist dafür da, die Menschen in ihrem Umfeld dauerhaft, beständig, langfristig und mit Sicherheit mit allen lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen zu versorgen«.

Geht man mit dieser Grundhaltung gegenüber »Wirtschaft« in die Betrachtung eines wirtschaftlichen Themas, dann fallen einem die Herangehensweisen der beteiligten Autoren und Akteure als »völlig absurd und ungeeignet« auf.

In der Sendung »Hintergrund« lässt Tilo Wagner über Portugal, die Finanzmärkte und die Schuldenkrise plaudern. Um was es für mich geht, wenn ich mich mit »Wirtschaft« beschäftige, habe ich gesagt, aber um was geht es bei Tilo Wagner?

deutschlandfunk–portugal-zurueck-an-den-finanzmarkt

Gleich am Anfang kommt ein »Deutscher Unternehmer« zu Wort. Er hat eine »Beteiligungsgesellschaft«. An was will er sich wohl beteiligen?

Er spricht von »Chancen« und »Business-Ideen« und was man alles in der Gesellschaft (unternehmerisch) besser machen könnte. Im Beitrag selbst geht es kunterbunt durcheinander. »Positive Zeichen von der Börse«. Die Wirtschaft »wächst«. Ein Schlüsselwort, das in keiner Sendung über »Wirtschaft« fehlen darf. Die Exporte »nehmen zu« und die »Wettbewerbsfähigkeit« Portugals würde »steigen«.

Ein Wirtschaftswissenschaftler wird zitiert:

Das Wirtschaftswachstum beschleunigt jetzt diesen Umbruch. Und das, was entsteht, ist kein Luftschloss mehr, sondern sehr rentabel. Die Firmen stehen auf eigenen Beinen. Denn es gibt keine Unterstützung vom Staat, weil der kein Geld hat. Und keine billigen Kredite, weil uns niemand etwas leiht.

»Rentabel« wieder so ein Schlüsselwort. Und der Staat hat kein Geld.

Für den Politologen José Maltez ist dies das wahre Drama der Troika-Jahre:

»Uns fehlt eine Wirtschaft, die das ganze Land trägt. Unsere Jugend hat deshalb kaum Hoffnung, dass sie hier bleiben kann. Sie glaubt, dass das System ungerecht ist. Und das ist wirklich schrecklich. Wir haben es nicht verstanden, die Erwartungen unserer Jugend zu erfüllen. Das hat Folgen für die Entwicklung der Bevölkerung, es schafft ein Gefühl von großer Instabilität innerhalb der Jugend und es macht jedes Gespräch, das wir mit jungen Portugiesen führen, zu einer Unterhaltung ohne Hoffnung auf die Zukunft.«

Hier wird eigentlich das gesagt, um was es gehen sollte. Eine Wirtschaft, die das Land »trägt«, kann nur eine sein, die die Versorgung der Menschen leistet. Und eine Portugiesin meint:

»Unsere Situation hat sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, sondern verschlechtert. Die Menschen leiden jeden Tag ein Stückchen mehr. Ich glaube, wir haben in Portugal eigentlich alles, was wir brauchen. Aber das Land scheint daraus kein Kapital schlagen zu können.

»Wir haben in Portugal alles, was wir brauchen.« Genau. Man müsste es nur noch mehr konkretisieren.

Die Einkommensverluste für die Portugiesen wären noch viel größer gewesen, wenn das portugiesische Verfassungsgericht nicht einige Sparmaßnahmen gekippt hätte. Die Regierung und Vertreter der internationalen Institutionen haben in den vergangenen Jahren einen enormen Druck auf das Gericht aufgebaut.

»Internationale Institutionen« und die Regierungen sind es, die den Menschen die Not aufhalsen. Weil sie eine Politik betreiben, die die Abhängigkeit der Länder von Geldern der Finanzmärkte vergrößert. Die Schulden, die die Länder dadurch anhäufen, sollen später durch weitreichende Veräußerungen von Landesvermögen, Bodenschätzen und Rechten erfolgen. Eine Versklavung der Menschen in Europa unter der Fuchtel der »Geldgeber« wäre das Ergebnis.

Die Troika verlässt vielleicht das Land, aber damit gehen ja nicht die Verpflichtungen zu Ende, die wir gegenüber Europa getroffen haben.«

Unabhängig davon, wie Portugal nach dem Ende des Spar- und Reformprogramms seine Glaubwürdigkeit auf den Finanzmärkten zurückgewinnen kann, steht dem Land ein schwieriger Weg bevor.

Wie können wir eine Gemeinschaft im Sinne der Polis aufbauen, wenn es so viele Verlierer gibt? Die ältere Generation, die mehr Einschnitte hat hinnehmen müssen als jede andere Gruppe. Die Arbeitslosen. Und die jungen Mitte-Zwanzigjährigen, die studiert haben und gut qualifiziert sind, keinen Job finden und schließlich auswandern müssen.

Das Wichtigste ist die Erkenntnis, dass sich die Menschen nicht »vorsagen« lassen, was in ihren Gesellschaften wichtig ist. – Sie müssen es selbst benennen.

PS: Der Öffentlicher Rundfunk ist keine Hilfe »in der Krise«. Er ist selbst ein Teil des Problems. Weil sich die Mitarbeiter schön fein heraushalten wollen, aus der Arbeitswelt des »Hire and Fire«, haben sie sich etwas Fieses ausgedacht: Die Mitbürger werden dazu gezwungen, die Arbeitsplätze in den Rundfunkhäusern zu sichern.

So geht es halt auch nicht weiter.

Defekt

tagesspiegel–gewalt-im-goerlitzer-park-die-zeugen-helfen-nicht

Immerhin schickt man einen Krankenwagen. Im Klinikum Neukölln warte ich fünf Stunden in der Notaufnahme, bis eine Ärztin mich untersucht; weitere zwei Stunden, bis ich geröntgt bin. Es ist mir schleierhaft, warum sich eine Gesellschaft, die nicht weiß, wohin mit ihren Privatvermögen, kein funktionierendes Gesundheitssystem leistet.

Dieser Mann weiß nicht, dass wir keine »funktionierende Gesellschaft« mehr haben. Unsere Gesellschaft funktioniert nicht mehr. – Es ist nicht bloß der Gesundheitsbereich. Ich frage mich, was die Menschen alles in der Summe erleben müssen, um das wahrzunehmen. Die Gesundheitsversorgung ist in diesem Land eine Katastrophe, der Umgang mit den Arbeitslosen ist desaströs, mit Geld kann die Verwaltung nicht umgehen und die Politik weiß nicht, wie das Geld »geschöpft« wird. Unsere Kultur ist »am Ende«, weil sie nichts zu sagen hat. Der Bildung sind keine Ziele gesetzt, die Herrschaften stochern im Nebel. Alles ……. funktioniert nicht.

Jetzt verstehe ich die Elterngeneration viel besser. »Warum habt ihr euch nicht gegen die braunen Horden gewehrt, habt die Gesellschaft nicht verändert, Widerstand geleistet.« – Und heute? Wir sind ja noch nicht mal in der Lage, als Bürger, diese Kleinigkeit und Unfug »Hartz4« zu beenden. Wie könnten wir da einen Diktator und seine Mordbuben aufhalten. – Das ist die Wahrheit über gesellschaftliche Prozesse.

Vergleichbar

Ralphs Sammeln für den Lebensunterhalt ähnelt doch dem Versuch Johannes Ponaders, eine Finanzierung seines Lebensunterhaltes über Spenden zu realisieren. Dann aber hatten vermeintliche »Piraten« und scheinbare Fürsprecher der Arbeitslosen ihn über die Maßen angegriffen. Ja, da ging es darum, Ponader aus dem Rennen zu schmeißen. Und seine Gegner hatten Erfolg mit ihrer Heimtücke.

Denn natürlich hatte Ponader Recht mit seiner Idee. Es ging nämlich nicht darum, wie seine Gegner ihm unterstellten, er wolle sich in seiner »privilegierten Position« etwas ermöglichen, was der normale Arbeitslose sich nicht leisten kann, sonder darum, dass wir gemeinsam »das notwendige Zugriffsrecht auf Wertschöpfung« einander gewähren. Das wir Menschen die Möglichkeit haben uns gegenseitig die Existenz zu sichern. Darum ging es! Dies zu erkennen.

Natürlich muss auch nicht der »normale Arbeitslose« im Dreck und im Elend der Hartz4-Gesetze dahinvegetieren. Aber genau das wollen die Ponader-Gegner suggerieren. Deshalb musste einer, der aus der Reihe tanzen wollte, gestoppt werden. Denn sonst hätte man sehen können, es ist doch machbar. Und die Frage wäre aufgetaucht, warum also nicht für alle! Die Antwort darauf: »Na klar geht es für alle. Mit einem bGE.« Aber hier wurde auch die Neidschiene gefahren, und so getan, als ob alle neidisch sind. So wurde eine wichtige Aktion verhindert.

Wäre es dem Johannes möglich gewesen, über Spenden seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, dann hätte er mit einem Einkommen im Rücken seine Arbeit bei den Piraten gemacht und er wäre ein »lebendiges Beispiel« dafür gewesen, wie das Bedingungslose Grundeinkommen funktioniert und welchen Sinn es hat. Denn über die Spenden ein Bedingungsloses Grundeinkommen zu haben und am Beispiel seiner selbst die Funktion, Wirkung und Bedeutung eines solchen Grundeinkommens vorzuleben, wäre einfach genial gewesen!

So aber setzten sich Saboteure und Gegner einer Direkten Demokratie und besseren Gesellschaft durch, die in den Reihen der Mochtengern-Politiker ihr Unwesen trieben. – Zu diesem Komplott gehören sicherlich auch Zeitungen und Medien.

wir-sind-boes.de

welt–Pirat-Ponader-lenkt-ein-und-stoppt-Spendenaktion

spiegel–johannes-ponader-geschaeftsfuehrer-der-piraten-bereut-spendenaufruf