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Wer überlebt

Wir müssen besser sein als die anderen, höher, schneller, weiter war das Motto. Doch Spezialisierung ist nur eine Form der Problembewältigung in der Natur.

http://foehrkommunikation.blogspot.de/2017/04/es-gibt-zwei-grundhaltungen-in.html

Aber was war das für ein »Problem«? – Das der Eine leben will, egal, ob die anderen auch geeignete Lebensumstände haben? Oder war es das Problem, dass alle Menschen leben wollen und in den Köpfen vieler ist das nicht vorgesehen, weil sie nur an sich denken?

Wo früher Kontrolle herrschte, baue ich jetzt Vertrauensverhältnisse auf. .. Der Sinn der Arbeit wird für die vielen Wissensarbeiter wichtiger, als das reine Geld verdienen.

Aber wie kann so eine Gesellschaft proklamiert werden, ohne die Rahmenbedingungen? Dasjenige, das Frau Föhr kritisiert (Kontrolle, zentrale starre klare vorgaben-orientierte Hierarchie, in einer Misstrauens-Umgebung) ist doch immer noch da, in Form einer dermaßen gestalteten politischen Macht und Gesetzeslage, Jobcenter und Arbeitsagenturen.

Alle, die heute die Erfahrung der Arbeitslosigkeit durchmachen, werden der »Heile-Welt-Beschreibung« der Autorin misstrauen. Auch wenn sie jetzt in einen Job vermittelt wurden, oder noch nie die staatlichen Arbeitsbehörden von innen gesehen haben. Die Drohungen des Staates gegen die »Arbeitstiere« liegen in der Luft. Jeder spürt, was ihm blüht, wenn er keinen Job hat.

Es kann nicht auf der einen Seite einen unterdrückerischen Staat geben, der seine Bürger mit Gesetzen zu bestimmten Verhalten zwingen will, und im Gegensatz dazu, eine »Pseudo-Freiheit« in Unternehmen, die von Unternehmensberatern mit den Mitarbeitern antrainiert wird: so tun, als ob wir gute Lebensverhältnisse hätten.

Die zwei Grundhaltungen, die ein Unternehmen haben kann, resultieren nach meiner Ansicht aus einer alten Denke (Angst und Mangel) und aus einer neuen Denke (Vertrauen und Fülle).

Oder ist es hartnäckiges Ignorieren der Realität.

Wo ist heute in dieser Gesellschaft »Fülle«? – Ich sehe überall Menschen an den Mülltonnen, um darin zu wühlen nach Verwertbarem, Flaschensammler, ständig neue Essens-Tafeln für Bedürftige, ständig weitere Bettler, die vor den Banken und Supermärkten sitzen, für ein paar Cent. – Die Zahl der Armuts-Gefährdeten steigt von Jahr zu Jahr, vermelden die Nachrichten. Aber wir sollen uns »der neuen Denke« zuwenden? – Das ist wohl kaum vorstellbar.

Armut in Deutschland – wer muss für das Geld sorgen?

Das ist eine ganz wichtige Frage und sie wird heute ständig in immer wieder anderen Variationen diskutiert.

ossiforum–Bedingungsloses-Grundeinkommen

Es gibt 2 Möglichkeiten, wie die Bürger in existenzsichernder Höhe mit Geld versorgt werden, damit sie sich die (im Überfluss vorhandenen) Waren besorgen können, die sie für ihr Leben brauchen:

1. Die Wirtschaft ist für die Einkommen zuständig. Sie soll, sie muss allen Arbeitnehmern anständige Löhne zahlen, von denen die Bürgerinnen und Bürger leben können und sie soll für Vollbeschäftigung sorgen, indem sie immer mehr Arbeitsplätze anbietet und möglichst niemanden entlässt, und wenn doch, dann sofort wieder in einem anderen Bereich einstellt.

Diese Version der »Geldbeschaffung« wird mit Vorliebe von der Regierung und den etablierten Parteien vertreten, und natürlich von den Gewerkschaften, aber auch von den Linken. Möglicherweise auch von Arbeitsloseninitiativen und von Globalisierungskritikern.

Schaut man sich nun diese »Lösung« des Problems genauer an, so stellt sich die Frage, wozu ist »Wirtschaft« überhaupt da? Da fällt doch den meisten Menschen als erstes ein, dass sie die Dinge produzieren soll, die wir zum Leben brauchen. Es sind die wenigsten, die daran zweifeln, dass diese Aufgabe die Wichtigste ist. Von den produzierten Dingen leben wir: Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie. Ist die Produktion wichtig, ist sie notwendig, dann sollten die Beteiligten für ihre Mitwirkung eine Anerkennung erhalten. So etwas nennt man dann »Lohn«. Aber nochmal: Alle Mitwirkende, Projektteilnehmer könnten auch ohne »Lohn« leben, wenn sie freien Zugriff auf die produzierten Güter hätten und sich so viel nehmen könnten, wie sie brauchen.

Das heißt, die Wichtigkeit des Lohns ist relativ. Wenn man genau hinschaut, ist zu sehen, dass es sich um eine Scheinwichtigkeit handelt. Wirklich wichtig sind die hergestellten Güter!

Die Befürworter der »Lohnlösung« möchten nun die Bürger dahingehend beeinflussen, dass wir alle wie gebannt auf die Wirtschaft und die Unternehmer schauen, wann sie denn wieder neue Arbeitsplätze schaffen, wann sie denn wieder bessere Löhne zahlen, und ob sie nicht schon wieder irgendjemanden entlassen haben.

Meine Frage wäre, ist das wirklich der richtige Weg, unsere Wirtschaft, den Arbeitsmarkt, die Situation der Arbeitslosen, unsere Finanzbranche anzuschauen? Ist unser ganzes »Wohl und Wehe« von den Geldzahlungen (Löhnen) der Unternehmer abhängig. Oder soll uns das nur weißgemacht werden?

Die 2. Version, wie die Bürger mit existenzsicherndem Geld versorgt werden, wird von der Politik vehement abgelehnt. Es ist die Idee, dass das Geld vom Staat kommt und an die Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt wird. Um dieses Ansinnen abzuwimmeln, hat sich die Bundesregierung im Laufe der Jahre einiges einfallen lassen. Ein Argument ist, es sei kein Geld da, die Kassen seien leer. Vielleicht können unsere öffentlichen Verwalter nicht mit Geld umgehen, oder sie wissen nicht, wo das Geld überhaupt herkommt, wie es erzeugt wird (aus dem Nichts!) und wie man dafür sorgt, dass es beständig vorhanden ist. Vielleicht sind Politiker beratungsresistent und wollen einfach nur »ihr Ding« durchziehen.

Ein weiterer Einwand, warum die Politik den Bürgern kein Geld gibt, ist die Behauptung, dass nur derjenige ein Recht auf Geld hat, der dies aus einem Erwerbseinkommen bezieht. Dieses Argument ist in der Grundeinkommens-Diskussion hinlänglich widerlegt. Durch Rationalisieren, Automatisieren, Computerisieren und Algorithmisieren werden in der Produktion (und im Dienstleistungsbereich) permanent Arbeitsplätze vernichtet. Dieser Prozess ist nicht aufhaltbar. Trotzdem und wider besseren Wissens, will die Politik die Bürger in den Arbeitsmarkt pressen, damit nicht sie für die existenzsichernden Einkommen verantwortlich sein muss. Ein weiterer Versuch besteht darin, auf »die Reichen« zu verweisen, die das ganz Geld gebunkert haben. Geld aber, lässt sich in beliebiger Menge herstellen. Es ist völlig egal, wer wie viel hat. Hier werden falsche Fährten ausgelegt. Nicht der Reiche hindert den Armen daran, sich das zu nehmen, was dieser für seine Existenz braucht, sondern der Staat. Denn es geht nicht um das Geld der Reichen oder das Geld des Staates, sondern es geht um die Güter! Und wenn die da sind, würde es auch genügen, wenn der Staat den Arbeitslosen einen monatlichen Bezugsschein in Höhe von 1000 Euro ausstellen würde, mit dem die Menschen bis zu der ausgestellten Höhe einkaufen könnten (denn die Produkte sind ja da!). Dabei würde es überhaupt keine Rolle spielen, was irgendjemand Reiches gerade macht, auf dem Konto hat, etc. Das ist völlig nebensächlich, wird aber gerne vom Staat als das eigentliche Problem aufgebauscht. – Der Staat muss freien Zugriff auf die Waren ermöglichen. Und dabei spielen »die Reichen« keine Rolle.

Bei beiden Perspektiven ist »Verantwortung« von Bedeutung. Was liegt in der Verantwortung des Staates, was ist die Verantwortung und Aufgabe der Wirtschaft.

Die Wirtschaft muss für die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen sorgen. Der Staat muss dafür sorgen, dass wir Menschen (in existenzsichernder Höhe) freien Zugriff auf die Produktionsergebnisse haben. In welcher Form er das regelt, ob mit »Geld« oder mit blauen, grünen, roten Papierschnipseln, das soll er sich überlegen (oder sich beraten lassen).

Was nicht geht, aber heute zutrifft, ist, dass der Staat für Produktion sorgt, die Wirtschaft fördert, aber die Menschen keine Zugriffsmöglichkeit auf die Güter haben. Der Staat (die Verwalter unserer Gemeinschaft) verhält sich hier gegen die Bevölkerung und stellt durch dieses Verhalten eine Bedrohung für die Menschen da. Der erste Schritt in totalitäre Verhältnisse ist getan. Ein neuer Unrechtsstaat wächst heran. Hoffentlich können wir ihn noch rechtzeitig stoppen. – Zwangsarbeit erinnert nicht von ungefähr an die Hitlerzeit. 😐

Geplante Wirtschaft, vorausschauend produzieren

nzz–labour-fuehrer-miliband-geht-in-die-offensive

Die Regierungen, die Sachverständigen, Fachleute und Wirtschaftsjournalisten lassen die Bevölkerung im Stich, wenn es darum geht zu formulieren, was Wirtschaft überhaupt leisten soll, für eine Gemeinschaft, für die Menschen.

Die jüngste Formschwäche Labours hat primär mit dem unvermittelten Einsetzen einer wirtschaftlichen Erholung seit Jahresbeginn zu tun, die mit einer deutlichen Aufhellung der Konsumentenstimmung einhergeht. Der Aufschwung erlaubt es der konservativ-liberalen Regierung, triumphierend zu erklären, ……………

Die ständig in Anwendung befindlichen Begriffe beschreiben nicht die Notwendigkeiten einer Wirtschaft für die Allgemeinheit.

»Erholung, Aufhellung, Stimmung, Aufschwung« beschreiben ein Auf und Ab von unberechenbaren Vorgängen. Ist das die Wirtschaft? Muss sie so sein. Jetzt hörte ich in einem Radiobeitrag die Sprecherin formulieren, »Wir brauchen Wachstum, damit die Jugend wieder eine Zukunft hat«.

Alle diese gebetsmühlenartig wiedergekauten Behauptungen werden von den meisten Menschen wahrscheinlich nie in ihrem Aussagegehalt geprüft, denn es ist doch die allgemein vorherrschende Meinung. Wozu da noch selber denken. …..

Der Staat soll unter Miliband aktiv in «versagende» Märkte eingreifen, Löhne und Arbeitsmärkte regulieren, Kleinunternehmen zulasten von Konzernen fördern und die Versorgung der Gesellschaft mit wichtigen Gütern direkt an die Hand nehmen. Miliband versprach etwa das Einfrieren der Strom- und Gaspreise bis Anfang 2017, das Angebot von Ganztagesschulen, den Ausbau des nationalen Gesundheitsdiensts und den Bau von 200 000 Häusern pro Jahr.

Die Unberechenbarkeit der wirtschaftlichen Vorgänge wird erklärt mit dem Markt, den dort gültigen Gesetzen, denen wir uns zu beugen haben. Aber die ganz Wirtschaft ist doch ein Konstrukt von uns Menschen, also beeinfluss-, kontrollier- und steuerbar. Dargestellt wird es aber so, als ob die dort getroffenen Entscheidungen nicht anders möglich seien und wir den Vorgängen schicksalhaft ausgeliefert sind.

Nichts muss in der Wirtschaft von »Schwüngen, Stimmungen« und »organischen« Befindlichkeiten abhängig sein. Wirtschaft ist in allen Bereichen steuerbar, planbar, wie in einer »Planwirtschaft«. Und so dumm war das gar nicht, was sich die Sozialisten da überlegt hatten. Richtig ist nämlich, dass alle Menschen einer Gemeinschaft beständig, regelmäßig, mengenmäßig berechenbare Einheiten an Nahrung, Kleidung, Energie und Wohnfläche brauchen. Dazu ist weder »Erholung, Aufhellung, Stimmung oder Aufschwung« nötig, geschweige denn der immer wieder beschworene Fetisch »Wachstum«. Wachstum braucht man dann, wenn eine vorher berechnete Menge an materieller Versorgung nicht ausreicht und tatsächlich mehr Produktion gebraucht wird. Aber die Zeiten sind zumindest in Europa und Nordamerika und auch in weiten Teilen Asiens schon längst vorbei. Eine Überproduktion findet statt und zwar deshalb, weil die damit generierten Einkommen, aber nicht mehr die Produkte gebraucht werden.

Was hindert uns also daran, die Versorgung der Menschen stabil, verlässlich und planbar zu gestalten. Die Angst vor dem Sozialismus, der in dieser Idee steckt? Warum sollten wir nicht neben einer geregelten Versorgung aller Menschen in allen Gebieten dieser Erde nicht auch zusätzlich noch so etwas haben wie einen Markt für allerlei Schnickschnack und allem, was über die Grundversorgung hinausgeht?

Aber denken muss man es doch erstmal. Denken. Und sich nicht zuquasseln lassen, auf allen Kanälen des Berieselungfunks, von Regierenden und solchen, die es werden wollen, von »Fachleuten«, Sachverständigen und Wirtschaftsjournalisten. Alle plärren sie immer das Gleiche, und derweil werden die Verfassungen der Gemeinschaften immer schlechter, aber keiner von diesen Naseweis kommt doch auf die Idee, dass es vielleicht an ihren begrenzten Vorstellungsvermögen liegen könnte.

Frau Merkel sprach in ihrer Neujahrsansprache am 31. Dezember 2012 über die Verfassung unserer Gemeinschaft, die wirtschaftliche Lage, die Situation in der die Menschen leben. Sie hat dabei meiner Meinung nach die Situation in der wir leben falsch dargestellt und erschwert dadurch unser aller Leben. Gerade unsere geistige Elite (wenn es denn eine gibt) und unsere bedeutenden Kulturschaffenden (wenn es sie denn gibt) äußern sich viel zu wenig zu der Verfasstheit unserer Gesellschaft und formulieren keinen Gegenentwurf für den es sich lohnen würde sich einzusetzen. Natürlich gibt es diesen Gegenentwurf in Form eines Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE). Aber selbst wenn ich davon absehe, ob unsere Geistig- und Kulturschaffenden sich für ein bGE oder für sonst irgendetwas anderes einsetzen, nein, es gibt sie überhaupt nicht, diese Gruppe. Es besteht seit einigen Jahren ein Vakuum an geistiger Teilnahme. Die Gesellschaft steuert wie eine führerlose Barke auf einen Taifun zu. Die Kapitänin ist berauscht von ihrer Allmacht, in einer »Weitersolaune«, großzügig hinwegschauend über alle Warnzeichen.

http://goo.gl/Rno5IN

Es sind Gewerkschafter und Unternehmer, die gemeinsam für die Sicherheit der Arbeitsplätze arbeiten.

Wenn wir alle einmal darüber nachgedacht haben, was der eigentliche Zweck von Wirtschaft nur sein kann, dass müsste es eigentlich einsichtig sein, dass es niemals darum gehen kann »Arbeitsplätze« sicher zu machen, sondern es kann höchstens darum gehen, die »Versorgung der Bevölkerung« sicher zu machen. Die Versorgung der Bevölkerung ist aber sicher. Darüber sagt Frau Merkel kein Wort. – Oder ist unsere Versorgung mit 300 verschiedenen Brotsorten gefährdet?

http://www.grossbaecker.de/verbraucher-infos/brotvielfalt/

Sie und viele mehr machen unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich. So wurde es möglich, dass wir in diesem Jahr die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung hatten.

In Deutschland spielt die »Beschäftigung« und »Arbeitslosigkeit« bei er Versorgung der Bevölkerung überhaupt keine Rolle. Warum? Weil die benötigten Mitarbeiter, um die Grundversorgung zu garantieren, immer vorhanden sind. Sie werden über den Arbeitsmarkt rekrutiert. Das Problem ist, dass wir zu viele Menschen haben, die ein Einkommen benötigen, es aber zu wenig Arbeit gibt, um Einkommen auszahlen zu können. »Einkommen und Arbeit« werden von der Regierung künstlich zusammengepackt, zusammengeschnürt, um den Eindruck zu erwecken, nur so sei der Mensch berechtigt, Einkommen zu erhalten. Dies ist aber die Unwahrheit. Wenn die Versorgung aller Menschen technisch und durch die Zahl der Mitarbeiter gewährleistet ist, dann müssen alle Personen auf die zur Existenzsicherung benötigten Güter zugreifen können, egal ob sie ein Arbeitseinkommen haben oder nicht.

Das bedeutet für viele hunderttausend Familien, eine sichere Zukunft zu haben und Anerkennung zu erfahren.

Eine »sichere Zukunft« haben wir Menschen eben nicht durch »niedrige Arbeitslosigkeit« und »hohe Beschäftigung«, wie es Merkel suggerieren will, sondern durch eine »sichere Versorgung« der Bevölkerung mit den notwendigen Gütern. Darauf muss eine Regierung achten!
Da also eine Begründung, warum wir überhaupt noch so großen Wert auf »Beschäftigung« legen sollen, nur noch schwer anzubringen ist, wird ein Argument »nachgeschoben«, wodurch Beschäftigung mehr zu »Beschäftigungstherapie« wird: Anerkennung erfahren. Aber was sorgt sich die Kanzlerin darum, wodurch wir Menschen Anerkennung erfahren. Geht sie diese privaten Dinge der Menschen überhaupt etwas an? Nein, angesprochen wird das, um zu begründen, warum Hartz4-Sanktion notwendig sind, aus der Sicht der Befürworter dieser Gesetze. Man meint es ja nur gut mit seinen Untertanen. Nicht wahr. 😐

Und das bedeutet für unsere jungen Menschen die Sicherheit, eine Ausbildung, einen Arbeitsplatz und damit einen guten Start ins Leben zu haben.

Hier werden bewusst die Menschen auf eine falsche Fährte gelockt. Es wird behauptet, dass »Sicherheit« mit dem Besitz eines Arbeitsplatzes verbunden ist. Dies ist aber die Unwahrheit. »Sicherheit und einen guten Start ins Leben« habe die Menschen dort, wo sie stabil und beständig immer Zugriff haben, auf die existenziell notwendigen Güter die da sind: Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie.

Dennoch weiß ich, dass viele natürlich auch mit Sorgen in das neue Jahr gehen. Und tatsächlich wird das wirtschaftliche Umfeld nächstes Jahr nicht einfacher, sondern schwieriger. Das sollte uns jedoch nicht mutlos werden lassen, sondern – im Gegenteil – Ansporn sein.

Auch hier wird der Bevölkerung weißgemacht, die Unzuverlässigkeit der Wirtschaft, die Menschen mit »Erwerbseinkommen« zu versorgen, sei »normal«. Wirtschaft sei halt unberechenbar. Aber das ist eine unrichtige Behauptung. Wirtschaft kann sehr wohl verlässlich handeln, produzieren, Güter und Dienstleistungen bereitstellen. Man muss sie nur auf diesen Weg hin ausrichten und die Rahmenbedingungen entsprechend schaffen, was wiederum Aufgabe der Politik wäre.

Für unser Land bedeutet Forschung Arbeitsplätze. Wenn wir etwas können, was andere nicht können, dann erhalten und schaffen wir Wohlstand.

Diese Aussage ist besonders krass in ihrer Abstrusität. Wohlstand gäbe es nur dann, wenn wir »etwas können, was andere nicht können«. Mit anderen Worten nur der ewige »Wettbewerb«, die Konkurrenz, das Besserseinwollen soll in der wirtschaftlichen Ausrichtung unsere Maxime sein. Ist das nicht pervers? Kann man nicht in Frieden, ohne Industriespionage, und ohne »ewige« Olympiade die Welt gemeinsam gestalten und mit allem versorgen, was wir Menschen brauchen? – Ohne permanente Kampfeshaltung kann sich Merkel den Bürger nicht vorstellen.

Wir brauchen für unseren Wohlstand und unseren Zusammenhalt die richtige Balance. Wir brauchen die Bereitschaft zur Leistung und soziale Sicherheit für alle.

Und dieser Hinweis durfte natürlich auch nicht fehlen, steckt in ihm doch der unverhohlene Tadel an die Arbeitslosen, sie würden nicht »bereit zur Leistung« sein. Auch das ein an den Haaren herbeigezogener Unfug, wenn man sich anschaut wie ständig in allen Branchen tausende von Menschen immer wieder entlassen werden. Wo soll da jemand »schuld« an dieser seiner Situation sein? Und dass sich niemand wie einen Lumpen behandeln lassen möchte, nachdem man vielleicht einen respektablen Arbeitsplatz, den man viele Jahre inne hatte, verloren hat, um sich dann von den Arbeitsämtern zu zeitlich befristeten, unterbezahlten, unattraktiven Jobs nötigen zu lassen, ist doch mehr als verständlich.

Frau Merkels Staat ist eigentlich ein Alptraum. Man muss es bloß merken. 🙂

PS: Habe gerade noch mal nachgeschaut. Bei ALDI. Die Regale sind voll! Die Grundversorgung ist gesichert. (Wie es bei LIDL ausschaut, weiß ich nicht. Es wird aber ähnlich sein. Bei ALNATURA, Basic ist es ähnlich. Somit sind auch die Reichen, Bundestagsabgeordnete, »die GRÜNEN«, etc. versorgt.

Sogar Sonderangebote werden gemacht. Allerdings geht das »breite Sortiment« immer mehr zurück. In den Stadtteilen verschwinden die großen Anbieter von Komplettbedarf, wie Kaufhof, Karstadt, oder Woolworth, stattdessen hat man einen »Chinesen« der den Woolworth ein bisschen ersetzt. Aber dafür gibt es das breite Sortiment dann bei den Online-Händlern. Den vielen Leerstand haben wir allerdings wieder unserer schlechten Regierung zu verdanken. Stichworte wären: Bodenreform, Erbschaftssteuer reformieren und natürlich Bedingungsloses Grundeinkommen.

Dass wir uns also »Sorgen machen« müssen, wie Frau Merkel erzählt, liegt in erster Linie daran, dass die Versorgung mit »Einkommen« unsicher ist. Und nicht die Versorgung mit Waren. Für die Grundversorgung müssen aber alle Menschen Waren und Dienstleistungen erhalten, sonst können sie nicht in Ruhe ihr Leben gestalten.

for-all-a

Fehlende Mindesteinkommen am Beispiel Bulgarien, Rumänien, Griechenland

achgut–griechisches-sommertagebuch-2013-1.-teil

Was soll die Menschen auch halten. Im Monat 200 Euro für Arbeiter, 500 Euro für Akademiker? Dabei kostet der Liter Sprit soviel wie in Deutschland. Selbst für Lebensmittel sind 24 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Da rutscht unseren Gesprächspartnern der Satz heraus: Unter Ceausescu war alles besser! Selbst die brutalsten Diktatoren verklären sich angesichts der täglichen Misere.

Es liegt an den Regierungen, an der Staatsführung, die Mehrwertsteuer richtig zu handhaben. Es ist ja gerade der Vorteil an der Mehrwertsteuer, dass sie feinjustiert werden kann (neben weiteren anderen Vorteilen). Warum also macht das die rumänische Regierung nicht? Sie könnte die existenzsichernden Güter steuerfrei oder mit einem sehr geringen Mehrwertsteuersatz belegen.

Und weil die Vergangenheit weder personell noch wirtschaftlich aufgearbeitet wird, haben sozialistische Prediger der verschiedenen marxistischen Lehrmeinungen die Chance, das heutige Elend der Marktwirtschaft anzulasten. Hier versagt Europa kläglich.

Eben weil der Kapitalismus in der heutigen Form auch am Ende ist. Es ist nicht die Marktwirtschaft, die versagt, sondern es ist die in der kapitalistischen Art die Gesellschaften zu gestalten innewohnende Verantwortungslosigkeit gegenüber der Gesamtbevölkerung, der Allgemeinheit, die mangelnde Fürsorge für das Gemeinwohl, was unsere westlichen Staaten zerstören wird. Der grenzenlose Egoismus der Einzelnen und Lobbyisten, der Interessengruppen zulasten des Gemeinwohls, ist die »Schwäche« unserer westlichen Wirtschaftsnationen, die zu einem genauso notwendigen Umbruch führen wird, wie es in den sogenannten »sozialistischen« Staaten der Fall war. Das, was in den sozialistischen Ländern behauptet wurde, nämlich das der Staat sich um alle Menschen der Gemeinschaft kümmert und für ihre existenzielle Sicherheit sorgt, und was erkauft wurde durch herrschende Machtcliquen und Parteikader und womöglich dann doch gar nicht für alle sich realisierte, fehlt heute in den kapitalistischen Staaten gänzlich. Hier war es, zumindest in Deutschland die »soziale Marktwirtschaft«, die die Verantwortung übernehmen sollte dafür, dass alle Menschen gut versorgt sind, und das geschah überwiegend über (gut) bezahlte Arbeitsplätze und zusätzlich über ein großzügig gestaltetes Sozialsystem. Beides ist uns aber heute verloren gegangen. Das großzügige Sozialsystem haben die Leute aus der linken, alternativen Ecke, Schröder und Fischer von der SPD und den GRÜNEN, abgeschafft und außerdem gibt es nicht mehr genügend (gut bezahlte) Arbeitsplätze für alle Menschen, die ein auskömmliches Einkommen brauchen. In diesem unseren Kapitalismus kommt dann noch hinzu, dass die Situation von den Machthabern hier verdreht und den Arbeitslosen selbst die Schuld an deren Einkommenslosigkeit in die Schuhe geschoben wird, während gleichzeitig egoistische Interessengruppen, wie etwa die Politiker, jede Gelegenheit nutzen, um sich über öffentliches Eigentum zu bereichern (siehe der Verwandtschaftsklüngel bei bayrischen Abgeordneten) oder die vielen Angestellten in den öffentlich-rechtlichen Medien, die mittels Kumpanei mit den Politikern sich üppige Einkommen garantieren, für eine Arbeit, die sie der Gesamtbevölkerung aufnötigen und die von der Mehrheit der Bevölkerung in diesem Ausmaß überhaupt nicht nachgefragt wird (das würde sich bei einer Volksabstimmung herausstellen).
Außerdem bemühen sich die Parteien, zumindest in Deutschland, den Eindruck zu erwecken, als wären nicht sie verantwortlich für ein Mindesteinkommen für alle Menschen. (Genauso wie Beamte, Politiker, öffentliche Angestellte den Zugriff auf die gemeinsame Wertschöpfung haben, in dem der Staat ihnen »Geld« auf ihre Konten überweist.) Sie wollen in einer Propaganda-Aktion den Menschen erklären, diese sollen sich gefälligst mit ihrer Einkommensnot an die Wirtschaft wenden und die Politiker in Ruhe lassen. Dieser miese Versuch, von der eigenen Aufgabe abzulenken, läuft über das Stichwort »Mindestlohn«. Man durchschaut aber das Ablenkungsmanöver, wenn man sich klarmacht, dass wir Menschen als Privatpersonen uns nie an andere Privatpersonen wenden können, wenn es um unsere existenzielle Sicherheit geht, sondern immer nur an unsere gemeinschaftliche Verwaltung (sprich: Regierung, Staatsführung, etc.). Nur diese kann und muss die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, auf die sich alle Menschen berufen können (als Menschenrecht), berechtigterweise auf die Wertschöpfung zugreifen zu können, in einem bescheidenen, aber menschenwürdigen Maße. Die Politik weigert sich, ein Bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen und den rechtlichen Rahmen dafür zu setzen. Aber selbst wenn wir als Arbeitnehmer an den Überschüssen, die sich aus Arbeit ergeben, (in freier Aushandlung) beteiligt wären, so muss doch der Staat ein Sicherungsseil »nach unten« einbauen (unabhängig von den Absprachen der Wirtschaftsteilnehmer) und das muss das Grundeinkommen sein.

So hatte der Sozialismus zwar die richtige Idee, nämlich das der Staat dafür sorgen muss, dass die Gesamtbevölkerung einen ausreichenden Zugriff auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche Wertschöpfung hat, um in Sicherheit existieren zu können, aber die Sozialisten wollten den Menschen diese Erkenntnis mit Gewalt nahelegen, was zu den Mauern rund um diese Staaten führte und einfach keinen Sinn macht und einen wichtigen Aspekt des menschlichen Wesens verletzt, nämlich das der Mensch in Freiheit leben will und selbst entscheiden möchte. Während der Kapitalismus behauptet, wenn jeder Mensch nur seinen egoistischen Impulsen nachgeht, dann profitieren alle davon, was halt auch eine Falschaussage ist, das heißt, es stimmt einfach nicht. Nicht alle Menschen können und wollen sich so egoistisch verhalten. Deswegen ist der kapitalistische Weg auch der falsche. Und mit »Marktwirtschaft« hat diese Diskussion gar nichts zu tun. Weil der Terminus »Marktwirtschaft« einfach nur eine Methode des Wirtschaftens beschreibt, aber der Begriff »Kapitalismus« in dieser Diskussion mehr auf das Verhalten der Gesellschaftssubjekte bezogen verwendet wird. Und auch der Begriff »Sozialismus« bezieht sich hier mehr auf das Verhalten der Gesellschaftsteilnehmer.

Aus beidem müssen wir raus, aus Sozialismus und Kapitalismus. Ich vermute aber, dass das von dem Autor des hier angesprochenen Artikels, Günter Ederer, nicht erkannt wird. Jedenfalls hat er sich nicht zum Bedingungslosen Grundeinkommen geäußert. Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist ein Ausweg für alle Länder Europas, für alle Länder der Erde, weil diese Idee den berechtigten und richtigen Gedanken in der sozialistischen Idee aufgreift (der Staat muss dafür sorgen, dass alle Menschen ein »bescheidenes, aber menschenwürdiges« Mindesteinkommen haben), ohne dabei die freiheitliche Gestaltung unseres Wirtschaftslebens über Märkte aufgeben zu wollen. In einer Marktwirtschaft mit Grundeinkommen lassen sich alle existenzsichernden Güter steuerfrei oder mit geringer Steuer belegen (Mehrwertsteuerkonzept), und üppiger Konsum mit höheren Steuern.

Es ist die Crux bei vielen Journalisten in den öffentlich-rechtlichen Medien heute, dass sie nur Problembeschreiber sind. Da sie aber selbst ihr Einkommen in fragwürdiger Weise beziehen, wundert mich das überhaupt nicht. Denn dann müssten sie damit anfangen, ihr eigenes Verhalten, ihre eigene Situation in Frage zu stellen.

Die Sprache der Agentur für Arbeit

In den Anschreiben, die die Agentur für Arbeit (AfA) an Personen verschickt, die sich erdreisten Geldleistungen vom Staat beziehen zu wollen, ist ein dermaßen unfreundlicher Ton angeschlagen, man glaubt es kaum. Ist ihnen das auch schon aufgefallen? Oder hatten sie das Glück, nie in eine solche Situation geraten zu sein. Klar, wer will auch schon von der Gemeinschaft unterstützt werden. Kein Mensch.

Oder?

Oder könnte es sein, dass die Perspektive falsch ist, und Gemeinschaft per se für die Menschen da ist? Weil es im Wesen von Gemeinschaft drinsteckt, Leben für alle Geborenen zu ermöglichen, bei Achtung der Würde jedes Einzelnen.

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