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Wer überlebt

Wir müssen besser sein als die anderen, höher, schneller, weiter war das Motto. Doch Spezialisierung ist nur eine Form der Problembewältigung in der Natur.

http://foehrkommunikation.blogspot.de/2017/04/es-gibt-zwei-grundhaltungen-in.html

Aber was war das für ein »Problem«? – Das der Eine leben will, egal, ob die anderen auch geeignete Lebensumstände haben? Oder war es das Problem, dass alle Menschen leben wollen und in den Köpfen vieler ist das nicht vorgesehen, weil sie nur an sich denken?

Wo früher Kontrolle herrschte, baue ich jetzt Vertrauensverhältnisse auf. .. Der Sinn der Arbeit wird für die vielen Wissensarbeiter wichtiger, als das reine Geld verdienen.

Aber wie kann so eine Gesellschaft proklamiert werden, ohne die Rahmenbedingungen? Dasjenige, das Frau Föhr kritisiert (Kontrolle, zentrale starre klare vorgaben-orientierte Hierarchie, in einer Misstrauens-Umgebung) ist doch immer noch da, in Form einer dermaßen gestalteten politischen Macht und Gesetzeslage, Jobcenter und Arbeitsagenturen.

Alle, die heute die Erfahrung der Arbeitslosigkeit durchmachen, werden der »Heile-Welt-Beschreibung« der Autorin misstrauen. Auch wenn sie jetzt in einen Job vermittelt wurden, oder noch nie die staatlichen Arbeitsbehörden von innen gesehen haben. Die Drohungen des Staates gegen die »Arbeitstiere« liegen in der Luft. Jeder spürt, was ihm blüht, wenn er keinen Job hat.

Es kann nicht auf der einen Seite einen unterdrückerischen Staat geben, der seine Bürger mit Gesetzen zu bestimmten Verhalten zwingen will, und im Gegensatz dazu, eine »Pseudo-Freiheit« in Unternehmen, die von Unternehmensberatern mit den Mitarbeitern antrainiert wird: so tun, als ob wir gute Lebensverhältnisse hätten.

Die zwei Grundhaltungen, die ein Unternehmen haben kann, resultieren nach meiner Ansicht aus einer alten Denke (Angst und Mangel) und aus einer neuen Denke (Vertrauen und Fülle).

Oder ist es hartnäckiges Ignorieren der Realität.

Wo ist heute in dieser Gesellschaft »Fülle«? – Ich sehe überall Menschen an den Mülltonnen, um darin zu wühlen nach Verwertbarem, Flaschensammler, ständig neue Essens-Tafeln für Bedürftige, ständig weitere Bettler, die vor den Banken und Supermärkten sitzen, für ein paar Cent. – Die Zahl der Armuts-Gefährdeten steigt von Jahr zu Jahr, vermelden die Nachrichten. Aber wir sollen uns »der neuen Denke« zuwenden? – Das ist wohl kaum vorstellbar.

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Ökonomie betrachten

Über die »Ökonomie« lässt sich Norbert Häring aus, aber zur Mitte seines Textes vermisse ich einen Hinweis darauf, was Wirtschaft überhaupt soll.

http://norberthaering.de/de/27-german/news/466-menschenfeindliche-oekonomik#weiterlesen

Ist sie nicht dazu da, uns mit den Gütern und Dienstleistungen zu versorgen, die wir Menschen brauchen?

Auf der Erde sind wir Menschen mit unserem Körper. – Ohne unseren Körper können wir Menschen hier auf der Erde gar nichts. Und unser Körper braucht bestimmte Dinge, damit er leben kann, damit er auf der Erde eine Zeit lang existieren kann. Denn zeitlos kann unser Körper auf der Erde eben nicht existieren. Aber er kann relativ lange, und über die Zeit, immer länger existieren.

Wir könnten auch sagen, es ist eine Nebensächlichkeit, was wir da brauchen, an Gütern und Dienstleistungen. Es ist eigentlich eine Kleinigkeit, die wir da brauchen. Aber unsere Körper brauchen nun mal diese Dinge.

Und dafür ist die Wirtschaft, die Ökonomie da, diese Dinge zu produzieren, sie bereitzustellen, damit wir sie uns nehmen können, damit sie unser Körper bekommt.


Aber alles, worüber die Ökonomen heute, worüber die Wirtschaftsjournalisten heute schreiben und reden, ist gar nicht nahe genug an dieser Erkenntnis.

Häring schreibt über »Egoismus, Konkurrenzdenken und Aggressivität« im Menschen und dem Menschenbild der klassischen Ökonomie (als Wissenschaft), das besagt, dass »… die Ungleichwertigkeit von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen … integraler Bestandteil des aufgebauten Theoriegebäudes der Ökonomen« sei.

Seine Analyse und Beschreibung ist richtig, wobei er sehr viel Text verwendet, um die typischen Vertreter der Ellenbogengesellschaft zu beschreiben.

Er weist auf die »Chancen von kollektivem Handeln« hin und wie wichtig der Gleichheitsgedanke ist und wir nicht umhinkommen, diesen weiter im Auge zu behalten.


Ökonomie lässt sich vollständig aus der Sicht des menschlichen Körpers begreifen und verständlich machen. – Wenn jemand in der Nahrungsproduktion arbeitet, dann kann dieser abends eine Portion der Ware kostenlos mit nach Hause nehmen, wer in einem Imbiss arbeitet, kann von den Produkten, die er feilbietet, selbst etwas nehmen und essen, ohne dafür zu zahlen und in der Lebensmittelkette können abends die Mitarbeiter von der Ware, die sonst weggeworfen wird, einen Teil mit nach Hause nehmen, was noch gut und verwendbar ist.

Der größte Teil der Arbeit = Ware, die wir im Laufe des Tages herstellen und fertig für den Weitertransport machen, geht aber an andere Menschen, die wiederum die Produkte für ihren Körper brauchen.

So ist alles ein Geben und Nehmen. Ich produziere etwas, was ich auch selber brauche (das muss nicht immer der Fall sein) und du produzierst etwas, was ich brauche und was ich von dir bekomme. – Von all dem, was produziert wird, brauchen wir immer wieder etwas, vielleicht nicht immer dasselbe, aber im Laufe unseres Lebens immer wieder mal das Eine oder Andere.

Vielleicht sehen sie in meiner Erzählung, dass da die Worte »Lohn, Gehalt, Einkommen« fehlen. Auch die Worte »Geld, Bezahlen, kaufen«, sind nicht nötig. – Es geht nur darum, die Güter herzustellen, die Dienste anzubieten, und weiter, dass die Menschen sich die Dinge nehmen, die sie brauchen. – Somit kommt die ganze Wirtschaft ohne »Verkaufen, kaufen, Geld« aus.

Wenn ich einen Haarschnitt brauche, gehe ich zu einer Person, die diese Aufgabe erledigt. – Niemand müsste nachprüfen, ob das Ansinnen des Menschen »berechtigt« ist. Es ist zu sehen, am Kopf desjenigen. Ähnliches gilt für Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie. – Was ein Mensch braucht, können wir alle mitdenken und müssen uns nicht belehren lassen, von Kontrolleuren. – Nimmt sich ein Mensch zu viel, wenn er eine 5-Zimmer-Wohnung hat? – An was soll dies gemessen werden. – Und wenn der Maßstab berechtigt wäre, finden wir Wege, um eine Lösung herbeizuführen.

Wenn wir Abertausende von Flüchtlingen haben, dann ist dies eine Wanderbewegung und die Frage ist nur, haben wir genügend Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Energie. Und in unserer Überflussgesellschaft haben wir alles. – Hinzu kommt noch, dass immer wieder gesagt wird, der »Westen« sei mit Schuld an dem Elend in der Welt. – Wenn auch dies in dieser pauschalen Art oft nicht im Einzelnen zu klären ist, so sollten wir die berechtigten Interessen aller Menschen auf ein würdevolles Leben ernst nehmen und entsprechende Bedingungen herstellen, die dies ermöglichen.

Immer häufiger zeigt es sich, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) der richtige Weg in eine bessere Welt darstellt. – Die Situation der Flüchtlinge macht deutlich, dass wir gute Lösungen brauchen und das bGE ist eine sehr gute Lösung in einer globalisierten Welt.

Norbert Häring schreibt: »Wem gemäß den Vorgaben des Grundgesetzes unabhängig vom eigenen Arbeitseinsatz ein menschenwürdiges Minimum an Einkünften garantiert ist, der muss seine Arbeitskraft nicht zu den vorherrschenden, vielleicht zum Überleben gar nicht ausreichenden Löhnen anbieten.«

Und dieses »Nicht-anbieten-müssen« ist der Verzicht auf die Hartz4-Zwangsarbeit, ist die Einhaltung der Menschenrechte in diesem Land, was aber heute nicht der Fall ist und wogegen sich Ralph Boes wendet, mit seinem »Sanktionshungern«. – Der heutige Staat in Deutschland ist totalitär, selbst wenn viele Menschen das nicht empfinden. Er ist mit seinen Gesetzen totalitär und wenn wir die Menschenrechte ernst nehmen, müssen wir Bürger uns gegen diesen Unrechtsstaat wenden und für menschenwürdige Verhältnisse eintreten.


Kristin Eberhard befindet in ihrem Artikel, dass wir Menschen schauen müssen, in welche Richtung sich die Gesellschaften bewegen, und ob das den Vorstellungen der Allgemeinheit entspricht.

https://medium.com/basic-income/can-we-create-a-world-that-works-for-all-if-the-elites-in-charge-don-t-want-us-to-5eed5994c6be

Sie meint, es könnten heute die falschen Leute »am Ruder« sein und uns nicht in eine Welt der »Gleichheit« führen, sondern ihren eigenen egoistischen Interessen nur folgen, während sie uns im Ungewissen belassen. – Die »falschen Leute am Ruder« sind heute die Politiker oder die Eliten, die uns weißmachen wollen, was richtig ist, während sie in Wirklichkeit nur ihren eigenen Vorteil im Blick haben.

What are the rest of us rowers — those of us who believe that a world that works for all is not only possible, but the only acceptable destination for humanity — to do? We must take the tiller back from those who are leading us astray.

Was bedeutet es, wenn die Eliten »kein Problem« damit haben, dass ein Großteil der Bevölkerung Vollzeit arbeitet und dennoch arm ist. Es bedeutet, dass wir uns nicht auf diese Leute verlassen können und selbst dafür sorgen müssen, dass die Gesellschaften menschenwürdiger werden.

Kristin Eberhard:

In a world with few jobs for humans, a minimum wage will not keep all Americans out of poverty. A basic income will.

Der Einsatz für Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) ist unerlässlich, um wieder weltweit für menschenwürdige Verhältnisse zu sorgen. – Es wird möglich mit unserer Beteiligung. – Es ist unser aller Aufgabe und jede einzelne Person und ihr Engagement zählt.

Batman regelt alles

In Gotham City gibt es Armut. – Was ist daran schuld?

Nach Meinung der Hollywood-Leute ist das »Verbrechen« daran schuld. – Gottseidank hat dieses Land die Waffenindustrie und es ist für jeden Waffenliebhaber und kampforientierten Menschen ein Leckerbissen zu sehen, wie Batman aus der Vielfalt der Waffen und sonstiger Technik das Beste heraussucht, um in seinem Kampf gegen die Übeltäter voranzukommen.

Was ist das für eine Welt, in der die Amerikaner leben? Die Menschen dort sind genauso technikbesessen, wie es einmal die Deutschen waren. Alle Probleme werden mit dieser Art Wissenschaft gelöst. Sie sind allerdings nicht in der Lage, die Perspektive zu wechseln und der »Pool an Ideen« aus dem sie ein Weltbild schöpfen, ist arg begrenzt.

Schauen wir uns doch einmal die Armut in den USA an. Ist es wirklich so, dass es die viele Armut dort gibt, weil das Verbrechen daran schuld ist? Oder ist es nicht eher so, dass in den Vorstellungen der Menschen dort, in den Vorstellungen der Menschen, die das Geld haben, Hollywoodfilme zu produzieren, nichts anderes vorkommt, als Erklärungen, die die Verwendung von Waffen sinnvoll erscheinen lassen.

Warum gibt es keinen »Gutman«, der auf die Verwendung von Waffen ganz verzichtet, der die Waffengesetze in den USA für fragwürdig hält? Warum gibt es nicht Filme für »kleine Jungs«, in denen ein Mann (eine Frau) Vorbild ist, der sich in Bürgerinitiativen für die Veränderung bestehender Gesetze einsetzt, die von korrupten, manipulativen, der Bevölkerung gegenüber feindseligen Lobbyisten-Politiker erlassen wurden? – Warum schreibt niemand Comics über so eine Vorbild-Person?

Hollywood ist spannend, solange »im Film« eine in sich schlüssige Dynamik aufgebaut wird, Hollywood ist aber immer mehr langweilig, weil diese »Industrie« schon lange nicht mehr einen Bezug zur Realität hat, sondern nur einen kleinen Rest an Erinnerung in ermüdender Weise repetiert. – Eine Erinnerung an »alte Werte«, die sicherlich in irgendeiner Weise immer noch ihre Berechtigung haben, aber schon längst abgelöst sein müssten, von den zeitgemäßen Tools, und es ist zu spüren, dass die Amerikaner nur marginal dabei helfen können, diese zu entwickeln. – Sie können sich eben keinen »Gutman« vorstellen und damit sind sie raus aus dem Rennen. Die Geschicke der Menschheit werden von anderen entschieden werden, weil in »Gotham City« die Leute einfach nicht fähig sind, die Problemstellungen zu erkennen und sie genauso tatkräftig mit neuen Werkzeugen anzupacken, wie es Batman in seiner kleinen Welt immer wieder tut.

Elinor Ostrom war eine US-amerikanische Wissenschaftlerin, die sich mit Commons, Gemeingütern und ihren Variationen beschäftigte. Ihre Erkenntnisse wurden in erster Linie aus Feldforschungen abgeleitet. – Vor Ort wurden in vielen Ländern die Bedingungen überprüft, wie mit Gemeingütern umgegangen wird, und welche Verbesserungen für eine optimale Nutzung von Gemeingütern sinnvoll erscheinen könnten.

Die USA haben in allen Ländern dieser Erde immer ihr Lebensmodel als das Beste verkaufen (und durchsetzen) wollen. Verknüpft mit der Vorstellung, dass die anderen Lebenskonzepte und Gesellschaftsmodelle nicht bloß die schlechteren sind, der eigenen Einschätzung gemäß, sondern, verbunden mit dem Urteil, dass es nicht zu erlauben sei, dass in anderen Ländern die Menschen in freier Entscheidung sich Konzepten zuwenden, die von den Amerikanern (und der übrigen westlichen Welt?) als »gefährlich« eingeschätzt wurden, dass sie bekämpft gehören.

Wenn Ostrom also in andere Länder reiste und Bedingungen »vorfand«, denen gemäß Gemeingüter behandelt werden, dann muss natürlich die Frage gestellt werden, ob nicht bereits »vorher« ihr Heimatplanet dort die großen Rahmenbedingungen abgesteckt hat und damit ihr, als Abkömmling aus genau dieser Welt und Vertreterin derselben dann in einer bestimmten Weise begegnet wird. – In vielen Fällen sind die »Bedingungen« von Anbeginn an verfälscht, weil politische Verhältnisse nicht geduldet wurden, die nicht den scheinbar richtigen (demokratisch genannten) entsprachen.

In allen Ländern, in denen »demokratische Verhältnisse« erzwungen wurden, sind die Gesellschaften vergiftet, durch die zerstörerisch wirkenden Kräfte, die aus den Parametern der Demokratie sich ableiten:

  • »Wettbewerb« um Stimmen, um die Mehrheit zu erreichen. – Allein dieser Gedanke ist verwerflich, weil er die Idee befördert, der »Sieger« im Wettbewerb hätte das recht, über andere zu herrschen. Warum also nicht in betrügerischer Absicht den eigenen Sieg herbeiführen, um dann über die Unterlegenen zu gebieten? – Die Unterlegen müssen ja gehorchen, es gelten doch die Spielregeln der »Demokratie« und das muss gut sein. Wehren gegen dieses Unrecht könnten sie sich nur, in dem sie nicht mehr mitspielen, die Wahlen und das Spiel »Demokratie« boykottieren und eine andere gesellschaftliche Organisation durchsetzen, die nicht »demokratisch«, sondern fair, gerecht, menschenwürdig gegenüber allen Menschen sich zeigt.
  • Herrschaft »des Siegers« (in Form von Parteien) über die Besiegten. – In dieser Sicht ist schon der Gedanke eingebaut, dass die »Verlierer« gar kein Recht haben können, gleichberechtigt neben den Siegern zu leben. – Sie haben sich gefälligst zu unterwerfen. – Die Sieger können (wie es teilweise heute der Fall ist) allein die Politiker sein, und die Verlierer sind die ganze übrige Bevölkerung (Parteiendiktatur).
  • Zerstörung und Verhinderung anderer gesellschaftlicher Organisationsformen, mit dem Argument, dass die Demokratie die beste Lösung sei. – Indem bestehende Formen gesellschaftlichen Desasters (Kommunismus) vorgeführt werden, wird der Schluss gezogen, dass überhaupt keine andere Organisationsform zu dulden sei, die nicht der »demokratischen« entspricht, denn diese sei die beste.
  • »Demokratie« ist Exportprodukt des Westens, wie damals vor langer Zeit, das Christentum »Exportprodukt« war.
  • Die Verbreiter des Exportschlagers »Demokratie« sind blind gegenüber den dramatischen Fehlern und Schwächen des Demokratiekonzepts. Sie können diese nicht sehen, weil sie selbst Profiteure dieses Modells sind. – Demokratie ist unrecht, weil es keine Gestaltung der Gesellschaft »im Interesse aller« vorsieht, sondern »das Recht des Stärkeren« nur in neue Kleider packt. Der Stärkere ist der »Wahlsieger«.

In einer gerechten Gesellschaft aber, sind alle Menschen gleichberechtigt, bezogen auf einen Katalog von Menschenrechten. Allen muss ein würdevolles Leben ermöglicht sein. – Schauen wir aber die Länder heute an, so sehen wir die unwürdigen Verhältnisse (die Armut, die Zwangsarbeit, der Waffenwahn in der Bevölkerung) und Mitschuld daran ist die vorherrschende Gesellschaftsorganisation »Demokratie«.

Ostroms ganze Forschungen sind dann nur Laborversuche »ohne Weltkontakt«, wenn die umgebende, insbesondere politische Welt, die aufoktroyierte ihres Heimatsterns (USA) ist. In diesem Labor kommen die Menschen zu nichts, weil es keine Freiheit gibt, weil die angeblichen Entscheider in den aufgesuchten Ländern in Wirklichkeit Unfreie sind.

So haben wir schon längst überall »Gotham City«, zumindest diese Wahrnehmung von Wirklichkeit, oder, das ist einzuräumen, noch schlechtere Verhältnisse.

Ach ja. – Es ist wahr, neben dieser Welt haben wir noch keine bessere. Wenn es nur Gotham City oder »schlechtere Verhältnisse« gibt, und keine Länder, in denen vorbildhaft die neuen Menschheitskulturen sich entwickeln, und es kommt wieder mal zu einem Krieg, dann ist Gotham City die attraktivere Stadt, mit deren Bewohnern (zu einem Teil) es sich lohnt sich zu verbünden. :-/

Batman Begins

Was mehr wird, wenn wir teilen: Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter;
Elinor Ostrom

Quergelesen

Teil 1

Das Anliegen der Zeitschrift »Humane Wirtschaft« wird eigentlich von vielen dort schreibenden Autoren ganz unverblümt genannt.

Die freiwirtschaftliche Systemkritik zielt im Kern auf Machtverhältnisse, die zu leistungslosen Einkommen auf Kosten der produktiv tätigen Menschen (also zu Ausbeutung) führen, vor allem auf die private Aneignung von Allmende und die Etablierung nicht umlaufgesicherter und daher zinstragender Geldsysteme.

So schreibt es zum Beispiel der Psychologe Peter Berner in seinem Artikel »Der spaltende Geist und das Geldsystem« in der Ausgabe 02/2014.

Und wer sich dieser »Wahrheit« noch nicht genügend geöffnet hat, wird zum Naivling erklärt, wie Raphael Fellmer von der Autorin »Pat Christ« in derselben Ausgabe.

Die Visionen der Geldlosen sind sympathisch und gleichzeitig oberflächlich. Sie sind bestrickend in ihrer Einfachheit und gleichzeitig naiv. Es genügt nun einmal nicht, Tatbestände zu konstatieren. Nehmen wir den Hunger in der Welt. Der lässt sich keinesfalls ausschließlich als Verteilungsproblem fassen.

Und weiter:

Immerhin gehört Fellmer nicht zu jenen, für welche die da oben an allem schuld sind. Jeder einzelne ist verantwortlich für alles, sagt er gegenüber unserer Zeitschrift. Für quälerische Tiertransporte und Legehennenbatterien, für Klimawandel und Umweltverschmutzung, für den Hunger in der Welt und alle anderen Übel. Uff. Ganz schön viel Verantwortung – sagen wir für eine alleinerziehende Frau, die nicht weiß, wie sie ihre zwei Kinder mit Hartz IV über die Runden bringen soll. Zwar ist es auch für Humanwirtschaftlerlnnen zu billig, einfach mit dem Finger auf „die da oben“ zu zeigen. Aber Fakt ist: Reiche können die Spielregeln diktieren. Und sie tun es.

Und die Ikone der Freiwirtschaft, Helmut Creutz stößt natürlich in dasselbe Horn, wenn er konstatiert:

Die wesentlich größeren Veränderungen resultieren jedoch aus den mit allen unseren Geldausgaben zu zahlenden Zinsanteilen, die in allen Preisen (und damit den Haushaltsausgaben) ohne spezielle Angaben als Kapitalkosten genau so enthalten sind, wie die Personal und Materialkosten, während sich die diesen Kosten gegenüberstehenden Zinseinnahmen immer mehr bei den bereits reichen Minderheiten konzentrieren. Die Folgen dieser verdeckten Umschichtungen schlagen sich in jenen ständig zunehmenden ArmutReichtums-Diskrepanzen nieder, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr durch Leistungssteigerungen und Wirtschaftswachstum ausgeglichen werden können.

Humane Wirtschaft 01/2014

Es ist diese eine »Wahrheit«, auf die sich die Human-Wirtschaftler scheinbar gegenseitig eingeschworen haben. Die »ArmutReichtums-Diskrepanzen« sind das gesellschaftliche Problem überhaupt und es geht darum, die Leserschaft immer wieder mit dieser Wahrheit zu konfrontieren.

Aber eigentlich ist dieses Denken gar nicht so weit weg von der SPD-Propaganda. Denn auch in der Ideologie dieser Partei und nicht unähnlich bei den LINKEN, ist das Problem der Armut bei den Reichen verortet. – Schuld sind die Reichen.

Aus dieser »Erkenntnis« heraus lassen sich dann bestens Feindbilder pflegen oder neu auflegen, wie es Peter Berner in seinem schon anfangs erwähnten hoch interessanten Artikel tut, in dem er von einem Disput in einer Mailingliste erzählt, weil einer einen Artikel aus dem Kopp-Verlag gepostet hatte und andere Leser der Liste dies für unangemessen hielten, weil in diesem Verlag auch »rechtes Zeug« veröffentlicht wird.

Berner vermittelt, dass in dem Verlag eine Vielzahl von Artikeln erscheinen, und eben auch interessante. Und die weniger erfreulichen Artikel müssten hingenommen werden, um an die besseren Beiträge gelangen zu können.

Aber was sind das nun für Beiträge, die »interessant« sind, beziehungsweise über was hatten sich die Kritiker empört. Berner selbst zitiert einen Abschnitt im dem steht:

„Doch den genauen Zeitpunkt kennt keiner von uns. Den bestimmen die heimlichen Herrscher über die westliche Welt – jene Familien, denen alle großen Banken und Investmentfirmen gehören und die dennoch in keiner Forbes-Top-Ten-Liste auftauchen.“

Im Grunde geht es auch hier wieder um die »wahren Schuldigen« an unser aller Elend, so zumindest in der Lesart der »Wahrheitsfinder« bei der Humanen Wirtschaft.

So passiert es, dass durchaus lesenswerte und vom Ansatz inspirierende Artikel teilweise abrupt, so wirkt es manchmal, in die Bahnen der Denkschienen der Freiwirtschaftler gelenkt werden (müssen?).

Der Autor Siegfried Wendt etwa, verfasst einen Text, der die Frage nach dem Sinn von Wirtschaft aufwirft, »Wisst Ihr denn, wohin Ihr wollt?«, 01/2014, findet sich aber dann doch wieder in der »Einkommensspreizung«, die, wen wundert es, auf die Arm-und-Reich Diskussion zurückführt, ohne die es scheinbar gar nicht geht, in dieser Zeitschrift.

Fazit:

Trotz dieser Einschränkungen lohnt es sich immer wieder in diese Zeitschrift zu schauen, auch wenn der Schluss, die Quintessenz der meisten Artikel vorhersehbar ist. – So gab es einen wichtigen Artikel eines Arztes zum Gesundheitssystem, das in Wirklichkeit ein Gesundheitsmarkt ist. – Humane Wirtschaft 05/2013

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Teil 2

Zu Peter Berners Artikel »Der spaltende Geist und das Geldsystem.« möchte ich noch einmal gesondert eingehen, da sich Berner doch sehr ehrlich mit den unterschiedlichen Denkrichtungen beschäftigt, und die Frage stellt, wie wir überhaupt »gemeinsam« irgendeinen Weg gehen können, wenn wir so unterschiedlich in unserem Denken sind.

Er sagt, dass wir Menschen ein »Teilwissen« von der Wirklichkeit haben und nur in dem wir diese Teile verbinden, ermöglichen wir es uns allen, das Ganze zu begreifen und zu erkennen.

Allerdings macht er dabei das Individuum kleiner als es eigentlich sein müsste.

In einem solchen Fall kann jede(r) der Beteiligten in der Regel nur einen Teil der Wirklichkeit, die gerade zu untersuchen oder zu gestalten ist, erkennen und verstehen – was ebenfalls so lange unproblematisch ist, wie ich als Betroffene(r) mir dessen bewusst bin, wo die Grenzen meines Wissens liegen. …………………

Daraus entsteht ein Habitus, den ich als „Hochmut der Halbwahrheit“ bezeichnen möchte. Dieser kann auf unterschiedliche Weise gelebt werden, sei es ganz offen als missionarische Haltung, welche die anderen überzeugen und „bekehren“ will ………….

Unterhalb der »ganzen Wahrheit« scheint es nichts Akzeptables zu geben. Aber ist das so? Auch die Summe der individuellen Wahrheiten ergibt die menschheitsgeschichtliche »ganze Wahrheit«. Es geht daher nicht um »Grenzen des Wissens« die uns Einzelne auszeichnen, sondern um die »Fülle der Erfahrungen, Erkenntnisse und Eindrücke« die die Einzelmenschen im Laufe ihres Daseins erwerben. Die macht die individuelle Welt so bedeutsam. – Berner betont die Beschränktheit der individuellen Wahrheiten. Aber genau das Gegenteil ist richtig. Es gilt, die individuelle Wahrheit vollumfänglich anzuerkennen. Nicht das Kleinmachen des Einzelnen sollten wir einüben, sondern erkennen, wie wichtig die Beiträge aller Einzelmenschen sind.

Da sich bei Berner aber alles darum dreht, die »Wahrheit« zu finden, kommen wir wieder unweigerlich auf den »falsch-und-richtig« Weg. Die persönliche Wirklichkeit ist für ihn nur eine »Halbwahrheit«.

Andererseits sagt er auch:

Wer eine profilierte Position bezieht, die mir befremdlich erscheint, löst nicht mehr – wie bisher üblich – den Reflex aus, ihn in die richtige Schublade einzuordnen und mir damit gegebenenfalls vom Leib zu halten, sondern wird innerlich willkommen geheißen als eine Person, die – über die Stimme ihres Gewissens, welche jede(n) Einzelne(n) an das universelle Bewusstsein zurückbindet – die Wahrheitsfindung der Gemeinschaft vervollständigt.

Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen. – Und wo ist der Haken? Wer bestimmt darüber, was die »ganze Wahrheit« ist, und was »nur« Wirklichkeit, wenn doch alle Einzelnen nur einen Teil des Ganzen überschauen können.

Die thematische Auseinandersetzung, die Berner hier führt, ist sehr wichtig und zu befürworten. Er ordnet aber das Individuum wieder der »ganzen Wahrheit« unter, der es angeblich nicht gewachsen ist. Wenn aber kein Individuum die ganze Wahrheit überschauen kann, wie entstehen dann solche Leitlinien, wie sie zum Beispiel in der Zeitschrift »Humane Wirtschaft« in jeder neuen Ausgabe wiederzufinden sind? – In Wirklichkeit sind es wieder Einzelpersonen und Machtsituationen, die zu solchen Entwicklungen beitragen.

Statt also allen eine »ganze Wahrheit« nahelegen zu wollen, könnten wir die individuellen Wahrheiten und Urteile akzeptieren, und schauen, wie wir über das gemeinsame Gespräch die Wirklichkeit so gestalten, dass möglichst viel von dem sich realisiert, was wir uns vorstellen. – Und natürlich wäre es naiv zu denken, dass wir alles tolerieren, was gedacht und gewollt wird. – Gedacht und gewollt wird ja auch das Böse in der Welt.

Arbeit für die Menschenrechte

Seit den 60er Jahren bemüht sich Amnesty International um Menschen in Not, die durch politische Urteile und durch Entscheidungen von Regierungen verfolgt und bedroht werden.

Amnesty orientiert sich nicht zuletzt an den Menschenrechten. Auf der Amnesty Deutschland Internetseite ist die »Erklärung der Menschenrechte« zu finden.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Amnesty verfasst »Länderberichte«, in denen die Menschenrechtslage in den einzelnen Ländern beschrieben wird und Forderungen formuliert werden, um die Situation der Menschen zu verbessern. – Über Deutschland wird berichtet, dass die Situation der Asylbewerber noch nicht ausreichend ist und Polizeiübergriffe unterbunden werden müssen.

Worüber aber Amnesty nicht berichtet, ist die Zwangsarbeit in Deutschland und die Armut vieler Kinder und Jugendlichen, aber auch Erwachsener, die durch vom Staat mutwillig verursachte Verarmung in existenzielle Bedrängnis geraten.

Amnesty Länderbericht Deutschland

Warum berichtet Amnesty nicht darüber.

Wenn es eine unterschiedliche Gewichtung der Menschenrechte in einzelnen Ländern gibt, durch Amnesty-Mitarbeiter, so scheint sie auf den ersten Blick einleuchtend. Wer am schlimmsten, am heftigsten bedroht ist, durch Polizei, Militär, durch Folter, Haft, Todesstrafe, der muss zuerst Hilfe bekommen, dem muss zuerst die Aufmerksamkeit gelten.

Aber bedeutet das, dass es bei Amnesty Menschenrechte erster und zweiter Klasse gibt? Oft ist es nur möglich, Bittbriefe an die Herrscher in den jeweiligen Ländern zu schreiben, sie sollen die bedrohten Menschen freilassen oder fair behandeln. – Und wäre es nicht möglich in einem Länderbericht auch Themen wie »Zwangsarbeit und Existenzsicherung« anzusprechen. Es bedürfte keines großen Zeitaufwands, um festzustellen, wie diesbezüglich die Lage zum Beispiel in der »Bundesrepublik Deutschland« ist.

Eine wirkliche Erklärung, warum kein Hinweis auf diese Menschenrechtsverletzungen in Deutschland bei »Amnesty International« zu finden ist, steht noch aus.

Warum berichtet Amnesty nicht über die Zwangsarbeit in Deutschland, die seit 2005 durch die Hartz4-Sanktionen existiert, warum berichtet Amnesty nicht über die Armut in Deutschland, die »Tafeln«, die Existenzbedrohung, die durch zu geringe Einkommen eine Vielzahl von Menschen gefährdet, in einem der reichsten Länder der Erde? Warum klagt Amnesty nicht die deutsche Bundesregierung an und fordert, sie solle für angemessene rechtliche Rahmenbedingungen sorgen, die eine menschenwürdige Existenz aller Bewohner ermöglicht ohne das die Bürger durch den Staat zu Zwangsarbeit genötigt werden.

Die Tatenlosigkeit gerade der deutschen Amnesty-Mitarbeiter in dieser Sache ist nicht nachvollziehbar und zu beklagen.

Deshalb bitte ich sie, schreiben sie höflich formulierte Briefe an die Geschäftsführungen von Amnesty International und Amnesty Deutschland, in denen sie darauf hinweisen, dass massive staatliche Menschenrechtsverletzungen in Deutschland (Zwangsarbeit, staatlich verordnete Armut) bisher keine Beachtung bei Amnesty fanden und doch endlich in den Länderberichten über Deutschland erwähnt werden und Amnesty sich diesbezüglich bei der Bundesregierung für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen solle.

Denn so viel Zeit muss sein, dass auch diese Umstände, die Millionen von Menschen in Deutschland empören und existenziell bedrohen, in der Menschenrechtsorganisation »Amnesty« angesprochen werden.

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Wege

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Trotz eines offiziellen Dialogs mit Teilen der Opposition hat sich die Maduro-Regierung offenbar für den kubanischen Weg entschieden: Die Zukunft für Venezuelas Opposition ist düster. Es sieht danach aus, dass, wenn in ein paar Tagen in Brasilien die Fußball-WM beginnt, in Caracas die Handschellen klicken und die Gefängnistüren zugeschlossen werden. Venezuelas Opposition droht eine Zukunft im Kerker.

Weil wir ein weltweit gültiges Wertesystem brauchen. – Es nützt nichts, die anderen Regierungen zu kritisieren, wenn wir in der westlichen Welt keine vorbildhaften Gesellschaftsordnungen haben.

Mit was will die USA in der Welt Anerkennung finden. Mit ihrem Waffenrecht, das jedem Durchgeknallten erlaubt die Mitwelt zu zerschießen? Ihrer fragwürdigen Medienkultur, in der in den Genres Horror, Komödie, Action, Drama, Sex alles abgesteckt zu sein scheint, was das Leben ausmacht. Oder sind es die überfüllten Gefängnisse und die gnadenlose Todestrafen-Ordnung? – Armut darf es in keinem Land geben, in dem alle zum Leben notwendigen Güter im Überfluss vorhanden sind. Und dennoch gibt es sie in den USA.

Nicht viel besser sieht es in Deutschland aus. Das Zwangsarbeitersystem der hiesigen Arbeits-Ideologen desavouiert jeglichen Ansatz einer menschenwürdigen Gesellschaft. Die Unterschiede zu den links-doktrinären Regierungen im Osten werden immer marginaler. Das Diktatorische in den Staatsführungen ist heute mehr denn je zu spüren. – Und wo soll das Beispielhafte sein, dass heute die Menschen ermutigt, ausgerechnet diese Welt verteidigen zu wollen?

In Venezuela ist es dieselbe Ratlosigkeit und Unzufriedenheit, die auch die Bürger in den westlichen Ländern umtreibt, die dazu führt, dass sich niemand für eine gesellschaftliche Gestaltung, für eine Wirtschaft, für eine Lebensgestaltung einsetzt, die die Menschen aus ihrer Lethargie reißen könnte und Hoffnung versprüht.

Ob in Europa, in den USA, ob in Latein-Amerika, in Nord-Afrika, Asien, oder im Osten, wir alle brauchen ähnliche Veränderungen in den gesellschaftlichen Verfassungen. Wir brauchen eine neue Definition von Gemeinschaft, die sowohl die individuellen Rechte der Bürger respektiert, wie auch den Gruppeninteressen, sofern dafür Verständnis aufgebracht werden kann, eine Chance bietet. – Ein Ausgleich muss her, der sich orientiert an den Notwendigkeiten des menschlichen Daseins, denen in einem neuen rechtlichen Rahmen Geltung verschafft werden muss.

Die Versorgung aller Menschen, in allen Lebensräumen, als gemeinsame Aufgabe, als ein oberes Ziel für uns alle, muss erstrebt werden. Der Auftrag an die Wirtschaft-Treibenden muss von uns allen erteilt sein, sich diesem Feld zu widmen und eine sichere, dauerhafte Versorgung der Menschen mit den notwendigen Dingen des Lebens zu garantieren. Die Herausnahme dieser »Basics« aus dem Marktgeschehen wäre die logische Konsequenz, was in allen Bereichen des menschlichen Lebens »die Armut« ein für alle Mal beendet. Den Grundbedarf decken die Menschen, in dem sie sich die deklarierten Produkte in den Supermärkten nehmen und dafür nicht bezahlen müssen. Basis-Wohnraum, ein Energie-Quantum und ausreichend Wärme pro Person stehen allen Menschen ohne »Bezahlvorgang« zur Verfügung.

Damit wäre Vieles, was heute Grundlage für Missmut über gesellschaftliche Zustände ausmacht, sinnvoll erledigt. – Die Respektierung der Menschenrechte wäre selbstverständlich. – Eine Grundversorgung in Gesundheitsbelangen wäre ebenso die Regel, wie freier Zugang zu den Medien ohne Zwangsalimentierung von Medienschaffenden.

Der Rest an Bedarf kann weiterhin über »den Markt« zugänglich gemacht werden, ohne das darauf verzichtet wird, auch zukünftig zu überlegen, welcher Bedarf noch als »Basic« aus dem Markt als »Grundbedarf« kostengünstig oder kostenlos allen Menschen zugänglich gemacht werden könnte. – Zum Beispiel Internet und Datenvolumen.

Rundschau

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Auch der Privatschulsektor kann einen Zuwachs verzeichnen. Besonders populär sind Waldorfschulen, die sich am pädagogischen Konzept des Anthroposophen Rudolf Steiner orientieren: Sie können einen Zuwachs von 22 Prozent verzeichnen.

Ist das eine Antwort auf die Ratlosigkeit der politischen Kaste, die die Öffentlichkeit mit ihrem Aktionismus dominieren will, aber mit ihren Fehlentscheidungen immer mehr Menschen vor den Kopf stößt?

Was ist wichtig im Leben, welche Werte. – Weder die Öffentlichen noch die Print-Medien sind in der Lage, etwas »Wichtiges« zu sagen. Ganz zu schweigen von unseren Prominenten, oder der Bildungs-Elite. – Stattdessen werden wir mit Medienmüll zugedeckt, der unser Denken erstickt.

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Immer wieder halbnackte Frauen auf den Werbeflächen. Ist das Sexismus. Wer bezahlt diese Manipulation der Menschen.

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Waffen und Gewalt. Immer wieder diese Symbole, die in die Nähe von »Kunst« und »Kultur« gebracht, scheinbar ihre Berechtigung haben. – Wer bezahlt diese Symbolproduktion.

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Immer häufiger Menschen auf der Straße, die wie Obdachlose sind. Nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, viele von ihnen sind psychisch belastet. Viele sehen so aus, als ob sie es schon einmal besser hatten. – Viele Frauen, viel mehr als noch vor Jahren sind unter diesen Menschen.

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Eine schöne Bank, wie sie noch in den 70ern üblich und im Stadtbild überall anzutreffen waren. Dann kamen die Gemeindevertreter und Stadtväter auf die Idee, die Sitzgelegenheiten zu entfernen, unbequem zu gestalten und für das Liegen ungeeignet zu machen. – Insbesondere an den ÖPNV-Haltestellen.

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Wahlwerbung – für die Europawahl

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Ein Europa der Menschen – nicht des Geldes. SPD

Dieser Spruch ist so richtig schön zynisch. Ja, es stimmt. Die SPD rückt nicht gerne Geld heraus. Das sieht der Bürger an Hartz4. Und die Leute sollen es irgendwie schaffen, ohne Geld über die Runden zu kommen. – Jedenfalls bloß nicht Regierungen anbetteln.

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Ein Europa des Miteinanders. Nicht des Gegeneinanders. SPD

Nachdem den Menschen nicht die Möglichkeit gegeben wird, sich bedingungslos mit den notwendigen Gütern zu versorgen und sie sich stattdessen versklaven lassen müssen, mahnt die Partei das »Miteinander« an. – Dabei ist sie doch selbst der Hauptgrund für ein Gegeneinander in der Gesellschaft.

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Für Klimaschutz ohne Grenzen. Die Grünen.

Würden die Bürger den Parteien ernsthaft mal auf den Zahn fühlen, müsste auch ein schlauer grüner Jungwähler einsehen, dass der beste Klimaschutz einer ist, der die Menschen nicht dazu zwingt, jede noch so unsinnige Arbeit anzunehmen, Hauptsache sie bringt Geld. Zum Beispiel beim Holzabbau in den Tropenwäldern. Ein Grundeinkommen könnte die Bevölkerung unabhängiger von den Unternehmern machen. – Und die würden auf ihren schlechten Ideen sitzen bleiben.

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Damit Europa mehr Arbeit und Wachstum schafft. CDU.

Ja, nichts dazugelernt. – Das sind dieselben Sprüche, die die CDU bereits vor 50 Jahren von sich gegeben hat. Aber sie bauen auf den uninformierten Bürger, der sich sowieso nicht für seine Umgebung, für seine Lebenswelt interessiert, sobald sie unter dem Aspekt des Gemeinwohls gesehen werden müsste. – Dieser ganze Aufgabenkomplex ist seit Jahrzehnten den Politikern überlassen. Nennt sich Parlamentarische Demokratie. Und nur die wenigsten erkennen, dass das auf keinen Fall mehr so weitergehen kann. – Aber da die Dinge nun mal so sind, kann diese Partei auch so dreist sein, und völlig deplatzierte und überholte Parolen verbreiten. Prüft ja eh keiner nach, was dahintersteckt.

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Sicherheit und ein stabiler Euro. So will ich Europa. CDU

Wurde die Sicherheit nicht mit den anderen Forderungen, aufs Massivste gefährdet? Wachstum beschreibt ein ständiges Nichtwissen, wohin die Reise geht. Wie sieht die »ausgewachsene« Wirtschaft letztlich aus. Wie ein Monster, das uns im Laufe der Jahre aufgefressen hat?

»Mehr Arbeit« durch wen. Wer schafft sie. Ist es gute, sinnvolle, nützliche Arbeit, oder nur »irgendwelche« zu der dann wir Bürgerinnen und Bürger auch noch verpflichtet werden, in der Zwangsarbeit?

Dies alles hat nichts mit »Sicherheit« zu tun. Sicherheit sieht ganz anders aus. Sicherheit würde bedeuten, dass uns etwas sicher ist. Nämlich die gesicherte Existenz. Durch die sichere und verlässliche Bereitstellung der notwendigen Güter. – Das wäre »Sicherheit« für alle Bürger.

Und was soll »stabiler« Euro bedeuten? Wer soll ihn garantieren? Etwa die Banken. Das ist doch zum Schreien. Diese Truppe von Zockern. Oder die Politiker. Die alle Nase lang erklären, dass sie auch nicht so richtig wissen, wie das alles funktioniert mit dem Geld und das davon die Fachleute, Sachverständigen, Brancheninsider mehr von verstünden. Und dann wären wir wieder bei der Zockertruppe.

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Ein Europa des Wachstums. Nicht des Stillstands. SPD

Hier wird der Bürger von den Parteien mit dem Wachstumsbegriff eingelullt. Ob er es merkt. Warum soll nicht etwas aufhören zu wachsen? Zum Beispiel weil es die optimale Größe erreicht hat. Muss die Kühlschrankproduktion ständig wachsen oder kann sie zurückgefahren werden, wenn alle mit Kühlschränken versorgt sind. Muss die Brotproduktion ständig wachsen. Muss die Kleidungsproduktion ständig wachsen?

Warum beklagen wir uns über die Überflussgesellschaft, in der so viel brauchbare Dinge weggeworfen werden. Hängt das vielleicht mit diesem wahnwitzigen Wachstumsbegriff zusammen? Warum wird der Verzicht auf ständiges Wachsen als etwas Negatives gesehen und als »Stillstand« diffamiert.

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Artgerecht statt ungerecht. Die Grünen

Wie jetzt. Die Menschen?

Ein Mindestkorn für jeden. Oder doch lieber in die »Arbeitsbatterie«. – Den Tieren soll es gut gehen. Für die Menschen hingegen hatten die GRÜNEN Hartz4 vorgesehen.

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Arbeit für die Jugend. So wird’s was mit Europa. DIE LINKE

Nicht umsonst kann heute von einer Parteien-Diktatur gesprochen werden. – Weil keine Partei aus dem Parolen- und Programm-Einerlei ausschert. Alle haben dieselben Sprüche parat. – In Bezug auf Wirtschaft und Soziales haben die Kommunisten nichts »Besseres« im Sinn, als die Konservativen, Ökologen oder die Sozialisten. Sie alle schwören auf die Arbeitsdoktrin, die einer Arbeitspflicht für alle Bürger gleichkommt.
Das ist auch kein Wunder. Gibt es doch in den kommunistischen Staaten keine freie Entscheidung darüber, welcher Arbeit, welcher Beschäftigung der Einzelne nachgeht. Das Kollektiv, sprich: der Parteikader entscheidet, wo sich die Arbeitermassen zu verdingen haben. Ein Recht, Arbeitsaufträge abzulehnen, gibt es dort nicht. Eine Freiheit der Entscheidung, etwa wie sie angedacht ist in der Grundeinkommens-Konzeption, fürchten diese Machthaber, »wie der Teufel das Weihwasser«. – Sie würde die Manipulierbarkeit der Massen gefährden.

»Arbeit für die Jugend. So wird’s was mit Europa.« ist Unfug, weil »die Jugend« bitte selbst entscheiden darf, welchen Lebens- und Berufsweg sie gehen will. Statt das sich DIE LINKEN überlegen, wie wir Arbeit aus dem Boden stampfen, gehört diese Sache in die Hände der betroffenen Menschen selbst. – Gegen unverbindliche Berufsberatung ist überhaupt nichts einzuwenden.

Pikant ist diese Forderung der LINKEN auch insofern, da sich doch die Frage stellt, wo soll die Arbeit herkommen. Wenn wir in einer sozialen Marktwirtschaft leben, leben wollen, wäre es die Aufgabe der ansonsten ständigen Angriffen ausgesetzten Unternehmer, für Arbeitsplätze zu sorgen. Also ausgerechnet eine Abhängigkeit von dieser von den Linken so ungeliebten gesellschaftlichen Gruppe. – Es ist offensichtlich, wie absurd diese Forderung ist. Und sie bietet gleichzeitig wieder Gelegenheit, die Unternehmer zu Sündenböcken zu machen.

Arbeitsplätze entstehen, wenn überhaupt, doch nur als »Nebeneffekt« einer Unternehmung. Ein Unternehmer kann ein Projekt vor Augen haben, ob und wie viele Mitarbeiter er da braucht, ist für ihn eher nachrangig. Wichtig ist, dass das Projekt erfolgreich wird. – An solche Situationen aber die zwingende Notwendigkeit existenzieller Versorgung der Menschen zu knüpfen, ist mehr als unverschämt und dreist. Stattdessen muss diese notwendige Versorgung unabhängig von dem Auf und Ab im Wirtschaftsleben garantiert sein.

Sich für ein sicheres, bedingungslos gewährtes Einkommen, das die Existenz garantiert, einzusetzen, was eigentlich gefühlsmäßig hundertprozentig »sozialistisch« wäre, dazu sehen sich die Kommunisten allerdings nicht in der Lage.

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GRÜN für ein besseres Europa

Müsste nicht jeder in Deutschland von Armut betroffene Mensch, müsste nicht jeder Hartz4-Empfänger dieses Lächeln als verlogen empfinden?

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Starke Wirtschaft statt Politik auf Pump. FDP

Und hier eines der viele Start-ups. – Gelb. Die Farbe der Täuschung? – Wie auch immer. Neues Spiel, neues Glück. 😉

Sichtweisen

fuw–die-schweiz-stellt-sich-ins-abseits

Warum tut sich die Schweiz das an? In den vergangenen Abstimmungen haben wohl etliche Stimmbürger der Denkzettelpolitik gehuldigt: einen Protest zu markieren und im Inneren zu hoffen, dass die Vorlage dann schon abgelehnt wird. Wie der sehr knappe Ausgang der Abstimmung zur Masseneinwanderung zeigt, ist das gefährlich – manch einer wünscht sich in der Zwischenzeit wohl, er hätte doch eher Nein gestimmt. Die Denkzettelpolitik ist eine Missinterpretation der direkten Demokratie und führt in die organisierte Verantwortungslosigkeit. In einer Demokratie sollen nicht Denkzettel verteilt, sondern verantwortungsvolle Entscheide gefällt werden.

Die Gründe, warum die Bürger bei konkreten Fragestellungen, die eine oder die andere Entscheidung präferieren, kann niemand im Einzelfall herausarbeiten wollen. Wozu? Das geht niemanden etwas an, warum ein Staatsbürger sich für oder gegen etwas ausspricht. – Vielmehr muss bei diesem Unterfangen die Absicht angenommen werden, die Motive der Bürger zu diskreditieren. Vielleicht um einmal vom Volk getroffene Entscheidungen wieder zurücknehmen oder sie als »wertlos« erklären zu können. – Interessant ist ja, dass die Gegner der Volksentscheide hier am »Suchen und Wühlen« sind, um Verwertbares gegen die Bevölkerung zusammentragen zu können. – Es geht ihnen darum, die Autonomie und Selbstkompetenz (»Ich habe entschieden.«) relativieren zu wollen.

Dabei sind sich die Sprücheklopfer in aller Regel nicht bewusst, dass nicht Beamte, Bauern oder Gewerkschafter Arbeitsplätze, Einkommen und Wohlstand schaffen, sondern die Wirtschaft. Sie ist es auch, die Steuern generiert – bezahlt von den Unternehmen selbst und ihren Lohnbezügern. Die Wirtschaft trägt den Staat.

Das ist ein schönes Beispiel, wie die Bedeutung der Wirtschaft »verdreht« wird, falsch dargestellt wird, zu Lasten von uns allen. Es geht ja eben nicht darum, dass die Wirtschaft Arbeitsplätze, Einkommen und [somit] Wohlstand erzeugt. Dass die Wirtschaft Arbeitsplätze schafft, ist ein Nebeneffekt der eigentlichen Aufgabe, nämlich uns alle mit den benötigten Gütern und Dienstleistungen zu versorgen. Nur darum geht es. Und dieses Versorgen geschieht über »Arbeit«. Wenn aber die Versorgung in weiten Teilen auch »ohne Menschenarbeit« möglich ist, dann genügt das auch. (Zum Beispiel mit überwiegend roboterisierten Produktionsstraßen, automatisierten Arbeitsabläufen und computerisierten Verwaltungen.)

Weder brauchen wir Arbeitsplätze, noch brauchen wir Einkommen zwingend, um »Wohlstand« zu haben. Denn wir brauchen allein die Produkte und Dienste (je weniger Menschen dafür »arbeiten« müssen, um so besser für uns alle, weil wir die sich daraus ergebende freie Zeit anderweitig verwenden können) und freien Zugriff darauf (Geld ist doch nur eine Beschränkung dieses Zugriffs. Denn nicht jeder hat Geld, oder viele haben zu wenig Geld).

Auch trägt nicht »die Wirtschaft den Staat«, sondern die Bürger sind verantwortlich für ihr Gemeinwesen. Und etwas, das ihren Vorstellungen nicht entspricht, werden sie nicht unterstützen wollen. Die Wirtschaft hat zwar eine wichtige, aber dann doch untergeordnete (vielleicht auch gleichwertige) Bedeutung. Es ist alleinige Aufgabe der Wirtschaft, die zuverlässige, sichere und langfristige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Alle übrigen Fragen, die bedeutsam für ein Gemeinwesen sind, müssen die Bürgerinnen und Bürger selbst beantworten. Übrigens nützt es auch nicht wenn, nach Meinung des Autors, die Wirtschaft den Staat »trägt«, aber die Menschen kein Geld haben, um sich die Wirtschaftsprodukte zu leisten und dadurch die Unternehmen in Konkurs gehen.

Deshalb muss vom Staat per Gesetz geregelt werden, wer alles Zugriff auf die Wertschöpfung der Wirtschaft hat. Und das müssen immer alle Menschen in der Gemeinschaft sein. Deshalb müssen diese Menschen mit Rechten [1] ausgestattet werden, sich die existenzsichernden Güter nehmen zu dürfen.

[1]
Dieses »Recht« ist gemäß unserer gesellschaftlichen Absprachen, Geld.

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Verständigung und Gestaltung des Staates durch alle relevanten Kräfte

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Maduro, der Capriles 2013 bei der Präsidentschaftswahl knapp besiegte, nannte Frieden und Gewaltlosigkeit als einzig möglichen Weg. Darin würde selbst die Opposition ihm zustimmen. Doch dann hört die Gemeinsamkeit auf, denn beide Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld für die Gewalt zu. Eine klassische Patt-Situation.

Weil es nicht damit getan ist, dass eine Seite regiert. Heute ist das Parlamentarische System Hauptursache für Bürgerkriege, Mord und Totschlag. Diese Art »Demokratie« befördert die Vormachtstellung einzelner gesellschaftlicher Gruppierungen zum Nachteil der anderen. So kann kein Zusammenleben funktionieren.

Demokratie darf nicht einzelne Gruppen in den Gesellschaften bevorteilen. Statt Demokratie brauchen wir »gemeinsame gesellschaftliche Gestaltung«.

Gemeinsame gesellschaftliche Gestaltung muss sich an verbindlichen Parametern orientieren, die das Zusammenleben aller Menschen in den Gebieten ermöglicht und sich in erster Linie an den Menschenrechten und sonstigen zwischenstaatlichen Vereinbarungen ausrichtet, die zum Beispiel die UNO-Organisationen erarbeitet haben.

Erstes Ziel gemeinsamer gesellschaftlicher Gestaltung muss es sein, allen Menschen im Zuständigkeitsgebiet ein Leben ohne Armut zu ermöglichen. Und zwar dauerhaft. Jede »Nation« muss dahingehend einen Pakt mit den örtlichen Wirtschaftsteilnehmern schließen, dass diese in vollem Umfang und dauerhaft diese Versorgung für alle ansässigen Menschen gewährleistet.

Pakte, die in diese Richtung gehen, sind realistisch und sachlich angemessen und wären für Länder wie Venezuela, Ukraine, für viele afrikanische und asiatische Länder sofort umsetzbar. – Stattdessen bekämpfen sich die beteiligten Gruppen, in dem sie ihre eigenen Perspektiven ideologisch vertreten und mit Feindbildern leben. – Aber die Frage muss sein, wie leben wir alle gemeinsam und welche Aufgabe hat dabei die Wirtschaft.

Auf dem Weg in eine gerechte und menschenwürdige Welt – gemeinsam mit der Wirtschaft

Der Autor erzählt in seinem Buch unter anderem von einer Reise im Jahre 2010. Eine Reise ohne Geld durch Teile der Welt. Eine schön geschriebene Story, zusätzlich garniert mit vielen Informationen über die Erde und den Umgang, den wir mit ihr pflegen. Von Holland aus sind diese drei jungen Menschen losgezogen, um über Spanien, Marokko, Mallorca, bis nach Brasilien, Mittelamerika, und Mexiko zu gelangen. Ich war erstaunt, dass sie überhaupt so weit kamen, ohne vorher »gestoppt« zu werden, durch mangelnde Überlebensmöglichkeit, Raub, Körperverletzung. – Im Vergleich zu vielleicht vor 30, 40 Jahren, ist es heute viel gefährlicher »durch die Welt« zu ziehen. Aber sie machten sich auf den Weg.

Was der Autor über Brasilien schildert, war mir so nicht bekannt. Von Brasilien hört man immer nur, dass es eine aufstrebende Wirtschaftsnation ist, die immer »erfolgreicher« ihren Weg geht. Welche Formen von Armut und Elend in diesem Land zu finden sind, beeindruckte mich dann doch. Nachts schlafen in der Altstadt von Recife viele Menschen auf der Straße, Erwachsene und Jugendliche schnüffeln Klebstoff, und die 3 jungen Menschen wurden 2 mal von der Polizei gestoppt, als sie abends an den Strand von Recife laufen wollten. Es sei zu gefährlich. – Ungeschützt zu übernachten war nicht möglich, da von Diebstählen auszugehen war. Letztlich wurden sie dann doch bestohlen.

Aber wenn ich genau überlege, ist es denn in Frankfurt am Main wirklich viel anders? Auch hier findet man abends Menschen, die auf der Straße übernachten. Vielleicht sind es nicht so viele, wie in Recife, aber sie sind da. Viele Menschen durchwühlen mittlerweile die Papierkörbe und Müllcontainer nach Verwertbarem. Und wenn man abends durch die Straßen zieht, und zwar nicht nur in den Vierteln, die als »gefährlich« bekannt sind, dann geht man ein Risiko ein, überfallen zu werden. Und wer sich abends und nachts am Mainufer aufhält, kann durchaus damit rechnen, unliebsame Bekanntschaften zu machen.

Eher überrascht war ich über seinen Bericht aus Ländern wie Mexiko, Kambodscha, Marokko, dass er dort alleine, oder mit den anderen, relativ problemlos hat sich aufhalten und reisen können, ohne oder mit wenig Geld. – Das war schon interessant.

Sehen wir Länder, in denen Gewalt, Elend und Armut zu finden sind, fragen sich doch viele Menschen, ob man dieses nicht »umwandeln« könnte in eine lebenswertere Welt.

Wenn wir Menschen etwas gestalten, so ist es doch nicht nur die Wohnung oder unseren Kleingarten. Wir gestalten unsere Lebenswelt (in der sich auch andere Menschen befinden) und die Ordnung (oder Unordnung), die in ihr herrscht. Ja, wir gestalten die ganze Welt, wenn die Möglichkeiten dazu vorhanden sind.

Heute schauen wir uns Gebiete an, in denen die dort lebenden Menschen die Verantwortung haben sollten, und stellen unterschiedlichste Zustände fest. Nehmen wir Situationen war, die wir nicht gutheißen können, stellt sich de Frage, warum ändern die Menschen, die dort leben, nicht die Verhältnisse zum besseren? Und eine Vielzahl von Antworten sind dann möglich.

• Die Mehrheit im Land will keine Veränderung.
• Eine Minderheit beherrscht die Mehrheit und will keine Veränderung.
• Die Regierung und die Herrschenden behaupten, Veränderungen seien nicht oder nur sehr schwer möglich.
• Alle im Land habe keine Idee.

Wir müssen uns immer dafür einsetzen, dass die Lebensbedingungen überall auf der Welt menschengemäß sind und der Würde des Menschen entsprechen. Den ganzen Menschenrechtskatalog der UNO auswendig zu wissen, ist vielleicht zu viel verlangt, aber wenn wir Unrecht bemerken, sollten wir wissen, welche Paragraphen in der Menschenrechts-Charta sich dazu äußern. Und wenn wir feststellen, dass ein Unrecht gegen die Menschenwürde noch nicht in einem Menschenrechts-Artikel in ein Gutes gewendet wurde, dann sollten wir dafür eintreten, dass dies geschieht.
Ich weiß, ich habe gut reden, wenn man im Hamsterrad der Berufstätigkeit, oftmals mit dauernden Überstunden, eingespannt ist, und kaum Zeit hat sich selbst zu erholen, dann sind weitere Aktivitäten kaum möglich. Und was bringen diese Aufrufe, wenn die Menschen weder Kraft noch Energie haben, sich für die wichtigen Dinge einzusetzen. Aber vielleicht sollten wir aufmerksam unser Schicksal beobachten. Manchmal ereignen sich (dramatische) Situationen, die auf den ersten Blick für einen selbst von Nachteil erscheinen, aber auch eine Chance darstellen, aus festgefahrenen Wegen auszubrechen, um Sinnvolleres zu tun.

Um mehr über das Land Brasilien zu erfahren, schaute ich bei Wikipedia nach.

Bei dem Artikel über »Brasilien« waren mir besonders die Abschnitte über Innere Sicherheit und der über die Wirtschaft wichtig. Aber nicht nur bei diesen Abschnitten, sondern auch bei anderen Beiträgen kann immer wieder die Frage nach dem »Wozu« gestellt werden.

»Wozu« passiert dies und das, »wozu« wird dieses und jenes gemacht, »wozu« sind diese und jene Aussagen gut. Und erst recht ist diese Perspektive von enormer Bedeutung, wenn man sich selbst die sinnvollen Antworten auf ein »Wozu« bei vielem sich vorstellen kann.

Dann fangen ich einfach mal an:

Traditionelle Völker und Gemeinschaften

Da die Entwicklungspolitik Brasiliens derzeit jedoch nach wie vor auf die Ausbeutung der Naturressourcen setzt und die Zerstörung der Ökosysteme und der destruktive Kulturwandel weiterhin dramatisch fortschreitet, ist gerade die Sicherung der Territorien der entscheidende Punkt für den langfristigen Fortbestand der lokalen Kulturen.

Schon hier macht ein »Wozu« Sinn. Was will denn die Politik da »entwickeln«? Wieso setzt sie auf »Ausbeutung der Naturressourcen«. Wieso »schreitet die Zerstörung der Ökosysteme« und der »destruktive Kulturwandel« weiter fort? So sind die scheinbar erläuternden Beschreibungen des Wikipedia-Autors eigentlich wenig hilfreich und lassen einen ratlos zurück. – Denn hier fehlt seine Einschätzung, was ist eigentlich wichtig, sodass er die Ereignisse in eine Wertigkeit bringen kann.

Brasilien ist ein Vielvölker- und ein Vielreligionenstaat. Bildung wird sowohl in privaten, wie auch öffentlichen Schulen vermittelt.

In Brasilien wird jeder im Krankenhaus oder beim Arzt behandelt, ohne eine Krankenversicherung zu besitzen.

Das ist wirklich nachahmenswert.

Innere Sicherheit

Das Polizistengehalt ist niedrig, deswegen gilt die Polizei als besonders korruptionsanfällig. Es ereignen sich zudem zahlreiche Fälle, in denen Polizeiangehörigen Machtmissbrauch bis hin zu Erpressung und Mord vorgeworfen wird. Auch innerhalb der Justiz ist Korruption weit verbreitet. Gefängnisaufstände in den überfüllten Haftanstalten sind keine Seltenheit. Das Leben der Kleinbauern und Indios auf dem Land ist durch Konflikte mit Großgrundbesitzern und Unternehmen gefährdet, die nach Rohstoffen suchen.
Um die hohe Zahl an Gewaltopfern zu verringern, wurde im Januar 2004 ein Gesetz vorgeschlagen, das den privaten Waffenbesitz verbieten sollte. Dieser Gesetzesvorschlag ist 2005 per Volksreferendum abgelehnt und deshalb ausgesetzt worden. Als einer der Gründe dafür wurde mangelndes Vertrauen in die Polizei genannt.

Interessant ist erst einmal, dass es überhaupt eine Volksabstimmung über »privaten Waffenbesitz« gegeben hat. Vorbildhaft. Ja, das mangelnde Vertrauen und das niedrige Polizistengehalt stechen dabei sofort ins Auge. Und »Sicherheit« ist doch nur von Bedeutung, wenn es etwas »von Wert« gibt, dass es sich lohnt zu verteidigen. Vielleicht haben die Armen, Elenden und Entrechteten nichts, was sich lohnt zu verteidigen?

Würden die Menschen Brasiliens in einer gerechten Gesellschaft leben, hätten sie ein angemessenes Einkommen, wären alle berücksichtigt und niemand vergessen, dann könnten die Menschen von einem »guten« Staat sprechen, den es sich lohnt zu verteidigen und für den man gemeinsam eintritt.
Somit ist »Sicherheit« in einer Gesellschaft nur möglich, wenn »alle« an einem Strang ziehen, und gleichermaßen ein sicheres Leben bevorzugen und dabei den Staat als etwas Wertvolles erleben. Ein menschenwürdiges Dasein würde dafür die Motivation schaffen. Dieses wäre zu verteidigen und jeder könnte die Aufgabe übernehmen, den Mitmenschen und sich selbst zu schützen, zum Beispiel im Dienste der Polizei.

In der Volksabstimmung wurde der Polizei nicht das Vertrauen ausgesprochen und dem Verzicht auf Waffen zugestimmt, weil die Menschen in der Gesellschaft keine gerechten und menschenwürdigen Verhältnisse in Brasilien vermuten und statt allen Menschen ein bescheidenes, aber menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, versuchen die verschiedenen Lobbygruppen für sich selbst das Beste (und meiste) herauszuschlagen, während andere, ohne Lobby, sich prostituieren, versklaven und verkaufen müssen. – Das Misstrauen in die Mitmenschen hat den Ausschlag bei dem Referendum gegeben.

Nun aber zu dem meiner Meinung nach wichtigsten Bereich, der nicht nur Aussagen über die Verfasstheit des Landes Brasilien ermöglicht, sondern auch über den Blick des Wikipedia-Autors auf dasjenige, was man allgemein »Wirtschaft« nennt.

Die brasilianische Wirtschaft befindet sich in einem allgemein guten Zustand. Hohe Wachstumsraten, Rekorde bei Außenhandel, Investitionen und Beschäftigungszuwachs erhöhen das wirtschaftspolitische Interesse an Brasilien.

Die Wirtschaft befindet sich »in einem guten Zustand«. Für was?

Wachstum, Rekorde beim Handeln …… erhöhen das Interesse an dem Land. Wessen Interesse? Für was?

Das wichtigste wirtschaftspolitische Maßnahmenpaket ist seit Januar 2007 das Programm zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums ….

Wozu soll die Wirtschaft wachsen? Der Autor reiht eine Aussage an die andere, ohne darüber Auskunft zu geben, wozu das alles gut sein soll.

Böswillig könnte man jetzt meinen, dass er natürlich darauf hinweisen will, welche Faktoren alle dazu beitragen, dass die Profite der Kapitalisten weiter in die Höhe schnellen, und das er das gar nicht mehr erwähnt, weil er annimmt, dass wir Leserinnen und Leser das genauso denken. Und richtig ist sicher auch, dass er tatsächlich nicht darüber schreibt, was das eigentlich alles soll und wozu es gut ist. – Aber erstmal weiter.

Der Bergbaukonzern Vale ist das profitabelste Unternehmen Lateinamerikas und der größte Eisenerzproduzent der Welt. …..
Auch der Flugzeughersteller Embraer hat einen staatlichen Hintergrund, gehört inzwischen aber mehrheitlich privaten Eignern.
Brasilien wird im Allgemeinen ein großes ökonomisches Potential zugeschrieben. Das liegt unter anderem an der fortgeschrittenen Industrialisierung, politischer Stabilität und an der großen Menge an Rohstoffen, insbesondere gewaltiger Vorkommen an Eisen.

Für was hat dieses Land »ein großes ökonomisches Potential«? Für Profite? Wessen Interessen werden in diesem Wikipedia-Beitrag in den Fokus genommen und für wichtig erachtet. Die der Unternehmer, Kapitalisten, Lobbyisten und Reichen? Und wie müssten die Aussagen formuliert und die Tatbestände ins Licht gerückt werden, wenn die Interessen der »Allgemeinheit« und das »Gemeinwohl« von allererster Bedeutung wäre? Müsste dann der Beitrag über »Wirtschaft« in dem Artikel über Brasilien in Wikipedia anders geschrieben werden?

Ebenso stärkt die südamerikanische Zollunion Mercosul den Markt in Lateinamerika und eröffnet auch der brasilianischen Wirtschaft weitreichende Möglichkeiten.

»Möglichkeiten« für was? Was soll möglich werden. Soll die brasilianische Wirtschaft es etwa ermöglichen, dass alle Menschen in Brasilien sicher und beständig mit den lebensnotwendigen Gütern versorgt werden? Das ganze Menschenleben lang. Und Elend und Armut finden endlich ein Ende? Na, das wäre es ja. – Aber man liest nichts im Artikel darüber.

Hauptproblem bei der Ausschöpfung dieses ökonomischen Potentials sind allerdings die hohen Kosten („Custo Brasil“) im Land. Darunter fallen etwa Kosten durch die schlechte Logistikinfrastruktur, hohe Steuern, hohe Finanzierungskosten oder das hohe Lohnniveau verbunden mit Fachkräftemangel im Land.

Auch hier müsste man den Autor fragen, was er denn da für Probleme sieht. Denn der Lohn kann niemals zu den »Kosten« gehören, wie etwa Vorprodukte bei der Produktion. Denn man kann keine menschliche Arbeitsleistung »kaufen«. Wir Menschen leisten aus unserer Freiheit heraus, und nicht weil wir in der Tradition der Sklaven uns so behandeln lassen wollen, von den Unternehmern und »Kapitalisten«. – Der Lohn muss heute und in Zukunft immer »Teil des Gewinns« sein. Der Unternehmer muss seinen Betriebserfolg mit allen seinen Mitarbeitern, die mit ihm (gleichberechtigt) »im Team« das Betriebsergebnis erreicht haben, teilen.

Bei den »hohen Steuern« steht allgemein die Frage im Raum, wie die Wertschöpfung eines Landes geteilt wird. Es ist in vielen Ländern üblich, die Hälfte der Wertschöpfung für Gemeinschaftsaufgaben zu verwenden. Aber das sollte die Bevölkerung direkt-demokratisch in einer Volksabstimmung entscheiden. Und bei der »schlechten Infrastruktur« muss man auch wieder fragen »für was«? Geht es um die Versorgung der Bevölkerung mit allen existenzsichernden Gütern (Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie) oder darum, dass andere Länder möglichst bequem die Bodenschätze »stehlen« können (zum Beispiel in dem sie für einen Spottpreis die Umwelt verwüsten dürfen oder mit hundertfachem Gewinn die Naturprodukte verwerten). Und der »Fachkräftemangel« ist genauso fragwürdig. Geht es darum, eine beständige, sichere Versorgung der gesamten Bevölkerung zu erreichen, oder sollen die »fehlenden Fachkräfte« bei der Ausbeutung des »Naturschatzes« Brasilien mithelfen, um »Anlegern« die Taschen zu füllen?

So sind die meisten Aussagen in dem Artikel wertlos, wenn nicht ein Bezugsrahmen hergestellt wird, in dem alles wirtschaftliche Handeln erst einen Sinn bekommt.

Für 2013 wird daher wieder ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent prognostiziert, die Industrie-Produktion soll wieder um über 5 Prozent zulegen.

Zu wessen Vorteil? Werden die Gewinne außer Landes gebracht, bereichern sich die Industriellen?

Ausgangspunkt war für mich ein Reisebericht, der ein fast lebensunwirtliches Brasilien aufzeigte. Der Autor wollte in dem Land einfach nur »frei« Tag und Nacht verbringen und das ging nicht, weil es lebensbedrohlich ist. Was muss Brasilien für ein Land sein, in dem solche Verhältnisse herrschen. Deshalb meine Frage, was tut die Wirtschaft seit Jahrzehnten, um Elend und Armut der Menschen zu beenden?

Wird aus der Perspektive der Armen das Tun der Wirtschaftsakteure begutachtet, und das ist durchaus möglich, dann müssen Berichte über wirtschaftliche Aktivitäten in den Ländern anders formuliert und mit anderer Intention geschrieben werden. Und das Wikipedia die Interessen des Kapitals und der Profiteure vertritt (in dem sie deren Position als Blickwinkel wählt), wäre ein Grund diese »Tatsachenbehaupter« zu kritisieren.

Ein besonderer Wachstumsschub wird von der Fußball-Weltmeisterschaft 2014, den Olympischen Spielen 2016 und der Erschließung der 2008 entdeckten umfangreichen Rohöl- und Erdgasvorkommen an der südöstlichen Atlantikküste erwartet.

»Wachstum, Wachstum über alles.« Ich bin mir aber fast sicher, dass die Verhältnisse der Elenden und Armen in Recife, der Menschen in den Favelas, sich trotz der tollen Wachstumsschübe im Jahr 2020 nicht wesentlich verändern haben. Warum? Weil diese »Wachstumsschieberei« überhaupt nichts mit den Interessen der Gesamtbevölkerung zu tun hat. Weil Finanzjongleure, Börsentycoone und Industriemagnate sich die Welt nach belieben aufteilen und mit ihr hantieren.

Es fehlt ein Aufgabenkatalog für die Wirtschaft, der sich an den Interessen der Gesamtbevölkerung orientiert.

Ein erster Schritt in die uneingeschränkte Umsetzung der Menschenrechte als Orientierungsmaßstab für das Wirtschaftsleben könnte zum Beispiel sein, dass Wirtschaftsjournalisten, Blogger, »freie« Radiostationen aufhören, die Standardaussagen der sogenannten »Sachverständigen« und »Fachleute« der Wirtschaft nachzuplappern, und endlich selbst entscheiden, für was Wirtschaft da ist, da sein muss und gebraucht wird.

Im Abschnitt »Entwicklung«:

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung vor allem vom Export von Agrarprodukten.

Die Bevölkerung »lebt« von Nahrungsmitteln. Diese werden höchstwahrscheinlich zu 100% im Land Brasilien angebaut. Als Ergänzung können Produkte aus anderen Ländern hinzugewonnen werden. Aber sicherlich haben »Händler und Exporteure« mit der Warenausfuhr große Profite gemacht. – War es die Absicht, darauf hinzuweisen?

Ein aktuelles Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die steigende Urbanisierung und Zuwanderung der Landbevölkerung in die Städte. Allein in Brasilia steigt sie pro Jahr um drei Prozent, was in den Armenvierteln katastrophale Auswirkungen hat.

Die Logik dieser 2 Sätze hat es in sich. Die »Zuwanderung der Landbevölkerung« sei ein Problem der Wirtschaft. Warum? Es ist völlig egal, wo die Menschen leben wollen. Immer muss ihre Versorgung durch die Wirtschaft dauerhaft, stabil, sicher und langfristig garantiert sein. Allein diese Aufgabe hat die Wirtschaft. – Die Vorstellung, dass Zuwanderung in die Stadt die Armutssituation verschärft, ist nicht nachzuvollziehen. Aber wahrscheinlich meint der Autor, wenn wir durch Zuwanderung mehr Städter haben, muss die Wirtschaft mehr Arbeitsplätze schaffen. Dies wäre aber das Denken der herrschenden Wachstums-Apologeten.

Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden, gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt.

Es ist eine Schimäre, zu behaupten, die Wirtschaft wäre nicht in der Lage, sofort und aus dem Stand für die materielle Existenzsicherung aller in Brasilien lebenden Menschen zu sorgen. Natürlich ist das möglich. Es wird nur nicht gemacht!

Es geschieht aus derselben Ideologie heraus nicht, die auch hier in Deutschland Grundlage ist, für die »staatlich gewollte Armut« eines nicht unbeträchtlichen Teils der deutschen Bevölkerung. Mit genau denselben Argumenten der Schröders, Münteferings und Clements (und der GRÜNEN Unterstützer), wird überall auf der Welt eine bedingungslose, bescheidene, aber menschwürdige Versorgung der Menschen verhindert.

Produktionstechnisch und von den Kapazitäten her, kann die Wirtschaft in Brasilien alle seine Bewohner menschenwürdig versorgen. – Man muss es bloß wollen.