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Mehrheit

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Wer ist dumm, wer ist klug?

Wenn diese Entscheidung den Menschen überlassen wird, gibt es bestimmt unterschiedliche Einschätzungen darüber. »Gott« weiß wahrscheinlich die richtige Antwort. – Aber der Mensch?

Nehmen wir eine Gesellschaft der »Direkten Demokratie«, wie die Schweiz. Ständig werden Entscheidungen getroffen, Mehrheiten und Minderheits-Voten festgestellt. Da ist dann noch die Regierung, die auch ein Wörtchen mitzureden hat. – Wird nicht überprüft, welche Entscheidung die Richtige ist?

Vielleicht müssen auch spezielle Konstellationen in einer Gesellschaft vorherrschen, damit der »Super-GAU« stattfindet. Und Kulturen gehen unter oder vermischen sich mit anderen, wenn sie nicht Methoden entwickeln, wie sie das eigene Überleben gewährleisten.

Was Chaim Noll [1] beschreibt, betrifft die »Anerkenntnis« von Zuständigkeit und Kompetenz zu Sachfragen, aber auch zu Lebensfragen allgemein. – Haben wir Gesellschaften, in denen diese Anerkenntnis zerstört ist, nicht mehr existiert, dann ist jeder »zuständig« und kompetent zu entscheiden, was richtig ist, und was nicht. – Wir haben dann die Gesellschaft der Direkten Demokratie. – In der Parlamentarischen Demokratie behaupten wir, wir seien nicht kompetent für unsere Lebenswelt. Andere müssen dann entscheiden, was richtig ist, für uns, was wir zu tun und zu lassen haben.

Was ist aber nun die Wahrheit?

Die Anerkenntnis von höherer Kompetenz und Zuständigkeit, als man selbst hat, kann nur »freiwillig« erfolgen. Der einzelne Mensch muss es selbst sagen, dass jemand anderes »mehr« weiß, mehr Ahnung hat, als er selbst. – Und er muss aus freien Stücken etwa einem Rat folgen, und ein Urteil akzeptieren, dass eine solche Person fällt. – Und wenn diese Anerkenntnis nicht nur durch eine einzelne Person stattfindet, sondern gleich die ganze Gruppe, Clan, Gesellschaft, Gemeinschaft sie bestimmten Personen gegenüber erweist, dann könnte das auch in einer Direkten Demokratie funktionieren, weil die Menschen immer »frei« wären, diese Haltung zu revidieren.

»Die Mehrheit entscheidet« ist die Idee, dass alle Menschen kompetent und »zuständig« für die Dinge ihrer Lebenswelt sind. – Und natürlich kann und darf diese Vorstellung nicht »dumm« gehandhabt werden. – Die Zuständigkeit des Menschen muss von ihm selbst überprüft werden. Er muss selbst herausfinden, ob er zu allen Themen »zuständig« ist, und zu welchen er vielleicht nicht zuständig ist, und er die Verantwortung an andere Personen abzugeben bereit ist.

Wogegen der Mensch immer zurecht opponiert, ist die »Bevormundung«. – Unterschiedliche Zuständigkeiten müssen »verständlich« und erkennbar sein. Sodass der Einzelne bereit ist, aus sich heraus seinen Platz zu finden, in einem Gefüge von Aufgabenverteilung.

Diese Themen sind wichtig, etwa in einer Grundeinkommens-Gesellschaft.

Und sie sind wichtig, wenn in Staaten der Terror wir ein riesiges Geschwür wuchert, und andere Gesellschaften auf das Heftigste bedroht. – Terror kann durch Menschenmassen mitgetragen sein, aber Menschenmassen können von kleinen Gruppen, schwer bewaffneten Einschüchterern, einem diffizilen System der Unterdrückung in Schach gehalten werden.

»Dumm und klug« muss nicht auf ewig festgelegt sein. – Bildung sollte im Interesse der Gemeinschaften eine große Bedeutung haben. Sie ist Sache der Einzelnen, der Familien. Ihnen muss die Freiheit gegeben sein, in ihrem Sinne Bildung zu organisieren.

Eine Grundeinkommens-Gesellschaft würde »Freiraum« schaffen für Bildung, weil wir dann Zeit dafür hätten.

[1]
Chaim Noll, Feuer

Reporter oder Bürger

Alle Berichte triefen nur so von Parteinahme und gefährden irgendeine Seite. – Es sind die Methoden von vor 50 Jahren, als der Bürger nicht wusste, was los ist in der Welt und sich jemand aufmachen musste, um es zu erfahren und zu berichten. – Heute erzählen Verwandte und Bekannte, andere Internetuser, die vor Ort sind, es wird mit dem Smartphone ein Interview gemacht oder »live« gefilmt und »sofort« weiterverbreitet. Bewerten und einschätzen müssen wir »Citizen« immer selbst. – Die Idee, dass andere für uns urteilen, ist genauso überkommen und nicht mehr zeitgemäß, wie die »Reportage«. Egal ob über den Gezi-Park, den »Himmlischen Frieden«, über Vorgänge im Osten, im Westen, wir sind es selbst, die entscheiden müssen, wie dort die Sachlage ist und wie wir sie einschätzen, während die Medien und ihre Vertreter in den letzten Jahren Teil eines riesigen Propaganda-Apparates geworden sind. Die Propaganda besteht in der Rückwärtsgewandtheit, mit dem Beharren auf alten, überkommenen und nicht mehr zeitgemäßen Strukturen und dem Festhalten an erworbenen Besitzständen. – »Reaktionär« sind plötzlich alle Vertreter der herrschenden Gruppen und ihre Unterstützer, und »entlarvt« werden sie durch weltweite Unruhen und Krisen, bei denen es nötig ist, das alle Bürgerinnen und Bürger Partei ergreifen und Position beziehen. Welche Werte müssen wir verteidigen, welche Gesellschaften sind es heute »wert«, geschützt zu sein? – Wenn die Gesellschaften nur »Beute« eines Teils der Bevölkerung sind, braucht sich niemand für diese zu opfern. Sind die gesellschaftlichen Ordnungen auf einmal in Gefahr, erkennen die Lobbyisten, wie wenige sie eigentlich sind und das sie »ihre« Gesellschaften gar nicht verteidigen können. – Jetzt plötzlich brauchen sie »die Masse der Bevölkerung«, als »Krieger für die gerechte Sache«, die in Wirklichkeit eben nicht gerecht ist. – Wie das »Stimmvieh« noch vor 70 Jahren verheizt wurde, so ist heute anzunehmen, dass die Menschen gebildeter und insbesondere »wissender« sind, um die Propaganda zu durchschauen, sich selbst ein Urteil zu bilden und demgemäß zu handeln.

Es besteht somit Hoffnung, dass es zukünftig anders ausgehen wird, als in den vergangenen Jahrzehnten. – Dass wir Bürgerinnen und Bürger nicht mehr berichtet und »erklärt« bekommen müssen, was in der Welt vor sich geht und wir unser eigenes Wertesystem entwickeln, worüber wir entscheiden, in welche Projekte stecken wir unsere Energien und für was riskieren wir unsere Gesundheit.

Rundschau

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Auch der Privatschulsektor kann einen Zuwachs verzeichnen. Besonders populär sind Waldorfschulen, die sich am pädagogischen Konzept des Anthroposophen Rudolf Steiner orientieren: Sie können einen Zuwachs von 22 Prozent verzeichnen.

Ist das eine Antwort auf die Ratlosigkeit der politischen Kaste, die die Öffentlichkeit mit ihrem Aktionismus dominieren will, aber mit ihren Fehlentscheidungen immer mehr Menschen vor den Kopf stößt?

Was ist wichtig im Leben, welche Werte. – Weder die Öffentlichen noch die Print-Medien sind in der Lage, etwas »Wichtiges« zu sagen. Ganz zu schweigen von unseren Prominenten, oder der Bildungs-Elite. – Stattdessen werden wir mit Medienmüll zugedeckt, der unser Denken erstickt.

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Immer wieder halbnackte Frauen auf den Werbeflächen. Ist das Sexismus. Wer bezahlt diese Manipulation der Menschen.

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Waffen und Gewalt. Immer wieder diese Symbole, die in die Nähe von »Kunst« und »Kultur« gebracht, scheinbar ihre Berechtigung haben. – Wer bezahlt diese Symbolproduktion.

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Immer häufiger Menschen auf der Straße, die wie Obdachlose sind. Nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, viele von ihnen sind psychisch belastet. Viele sehen so aus, als ob sie es schon einmal besser hatten. – Viele Frauen, viel mehr als noch vor Jahren sind unter diesen Menschen.

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Eine schöne Bank, wie sie noch in den 70ern üblich und im Stadtbild überall anzutreffen waren. Dann kamen die Gemeindevertreter und Stadtväter auf die Idee, die Sitzgelegenheiten zu entfernen, unbequem zu gestalten und für das Liegen ungeeignet zu machen. – Insbesondere an den ÖPNV-Haltestellen.

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Wahlwerbung – für die Europawahl

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Ein Europa der Menschen – nicht des Geldes. SPD

Dieser Spruch ist so richtig schön zynisch. Ja, es stimmt. Die SPD rückt nicht gerne Geld heraus. Das sieht der Bürger an Hartz4. Und die Leute sollen es irgendwie schaffen, ohne Geld über die Runden zu kommen. – Jedenfalls bloß nicht Regierungen anbetteln.

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Ein Europa des Miteinanders. Nicht des Gegeneinanders. SPD

Nachdem den Menschen nicht die Möglichkeit gegeben wird, sich bedingungslos mit den notwendigen Gütern zu versorgen und sie sich stattdessen versklaven lassen müssen, mahnt die Partei das »Miteinander« an. – Dabei ist sie doch selbst der Hauptgrund für ein Gegeneinander in der Gesellschaft.

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Für Klimaschutz ohne Grenzen. Die Grünen.

Würden die Bürger den Parteien ernsthaft mal auf den Zahn fühlen, müsste auch ein schlauer grüner Jungwähler einsehen, dass der beste Klimaschutz einer ist, der die Menschen nicht dazu zwingt, jede noch so unsinnige Arbeit anzunehmen, Hauptsache sie bringt Geld. Zum Beispiel beim Holzabbau in den Tropenwäldern. Ein Grundeinkommen könnte die Bevölkerung unabhängiger von den Unternehmern machen. – Und die würden auf ihren schlechten Ideen sitzen bleiben.

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Damit Europa mehr Arbeit und Wachstum schafft. CDU.

Ja, nichts dazugelernt. – Das sind dieselben Sprüche, die die CDU bereits vor 50 Jahren von sich gegeben hat. Aber sie bauen auf den uninformierten Bürger, der sich sowieso nicht für seine Umgebung, für seine Lebenswelt interessiert, sobald sie unter dem Aspekt des Gemeinwohls gesehen werden müsste. – Dieser ganze Aufgabenkomplex ist seit Jahrzehnten den Politikern überlassen. Nennt sich Parlamentarische Demokratie. Und nur die wenigsten erkennen, dass das auf keinen Fall mehr so weitergehen kann. – Aber da die Dinge nun mal so sind, kann diese Partei auch so dreist sein, und völlig deplatzierte und überholte Parolen verbreiten. Prüft ja eh keiner nach, was dahintersteckt.

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Sicherheit und ein stabiler Euro. So will ich Europa. CDU

Wurde die Sicherheit nicht mit den anderen Forderungen, aufs Massivste gefährdet? Wachstum beschreibt ein ständiges Nichtwissen, wohin die Reise geht. Wie sieht die »ausgewachsene« Wirtschaft letztlich aus. Wie ein Monster, das uns im Laufe der Jahre aufgefressen hat?

»Mehr Arbeit« durch wen. Wer schafft sie. Ist es gute, sinnvolle, nützliche Arbeit, oder nur »irgendwelche« zu der dann wir Bürgerinnen und Bürger auch noch verpflichtet werden, in der Zwangsarbeit?

Dies alles hat nichts mit »Sicherheit« zu tun. Sicherheit sieht ganz anders aus. Sicherheit würde bedeuten, dass uns etwas sicher ist. Nämlich die gesicherte Existenz. Durch die sichere und verlässliche Bereitstellung der notwendigen Güter. – Das wäre »Sicherheit« für alle Bürger.

Und was soll »stabiler« Euro bedeuten? Wer soll ihn garantieren? Etwa die Banken. Das ist doch zum Schreien. Diese Truppe von Zockern. Oder die Politiker. Die alle Nase lang erklären, dass sie auch nicht so richtig wissen, wie das alles funktioniert mit dem Geld und das davon die Fachleute, Sachverständigen, Brancheninsider mehr von verstünden. Und dann wären wir wieder bei der Zockertruppe.

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Ein Europa des Wachstums. Nicht des Stillstands. SPD

Hier wird der Bürger von den Parteien mit dem Wachstumsbegriff eingelullt. Ob er es merkt. Warum soll nicht etwas aufhören zu wachsen? Zum Beispiel weil es die optimale Größe erreicht hat. Muss die Kühlschrankproduktion ständig wachsen oder kann sie zurückgefahren werden, wenn alle mit Kühlschränken versorgt sind. Muss die Brotproduktion ständig wachsen. Muss die Kleidungsproduktion ständig wachsen?

Warum beklagen wir uns über die Überflussgesellschaft, in der so viel brauchbare Dinge weggeworfen werden. Hängt das vielleicht mit diesem wahnwitzigen Wachstumsbegriff zusammen? Warum wird der Verzicht auf ständiges Wachsen als etwas Negatives gesehen und als »Stillstand« diffamiert.

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Artgerecht statt ungerecht. Die Grünen

Wie jetzt. Die Menschen?

Ein Mindestkorn für jeden. Oder doch lieber in die »Arbeitsbatterie«. – Den Tieren soll es gut gehen. Für die Menschen hingegen hatten die GRÜNEN Hartz4 vorgesehen.

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Arbeit für die Jugend. So wird’s was mit Europa. DIE LINKE

Nicht umsonst kann heute von einer Parteien-Diktatur gesprochen werden. – Weil keine Partei aus dem Parolen- und Programm-Einerlei ausschert. Alle haben dieselben Sprüche parat. – In Bezug auf Wirtschaft und Soziales haben die Kommunisten nichts »Besseres« im Sinn, als die Konservativen, Ökologen oder die Sozialisten. Sie alle schwören auf die Arbeitsdoktrin, die einer Arbeitspflicht für alle Bürger gleichkommt.
Das ist auch kein Wunder. Gibt es doch in den kommunistischen Staaten keine freie Entscheidung darüber, welcher Arbeit, welcher Beschäftigung der Einzelne nachgeht. Das Kollektiv, sprich: der Parteikader entscheidet, wo sich die Arbeitermassen zu verdingen haben. Ein Recht, Arbeitsaufträge abzulehnen, gibt es dort nicht. Eine Freiheit der Entscheidung, etwa wie sie angedacht ist in der Grundeinkommens-Konzeption, fürchten diese Machthaber, »wie der Teufel das Weihwasser«. – Sie würde die Manipulierbarkeit der Massen gefährden.

»Arbeit für die Jugend. So wird’s was mit Europa.« ist Unfug, weil »die Jugend« bitte selbst entscheiden darf, welchen Lebens- und Berufsweg sie gehen will. Statt das sich DIE LINKEN überlegen, wie wir Arbeit aus dem Boden stampfen, gehört diese Sache in die Hände der betroffenen Menschen selbst. – Gegen unverbindliche Berufsberatung ist überhaupt nichts einzuwenden.

Pikant ist diese Forderung der LINKEN auch insofern, da sich doch die Frage stellt, wo soll die Arbeit herkommen. Wenn wir in einer sozialen Marktwirtschaft leben, leben wollen, wäre es die Aufgabe der ansonsten ständigen Angriffen ausgesetzten Unternehmer, für Arbeitsplätze zu sorgen. Also ausgerechnet eine Abhängigkeit von dieser von den Linken so ungeliebten gesellschaftlichen Gruppe. – Es ist offensichtlich, wie absurd diese Forderung ist. Und sie bietet gleichzeitig wieder Gelegenheit, die Unternehmer zu Sündenböcken zu machen.

Arbeitsplätze entstehen, wenn überhaupt, doch nur als »Nebeneffekt« einer Unternehmung. Ein Unternehmer kann ein Projekt vor Augen haben, ob und wie viele Mitarbeiter er da braucht, ist für ihn eher nachrangig. Wichtig ist, dass das Projekt erfolgreich wird. – An solche Situationen aber die zwingende Notwendigkeit existenzieller Versorgung der Menschen zu knüpfen, ist mehr als unverschämt und dreist. Stattdessen muss diese notwendige Versorgung unabhängig von dem Auf und Ab im Wirtschaftsleben garantiert sein.

Sich für ein sicheres, bedingungslos gewährtes Einkommen, das die Existenz garantiert, einzusetzen, was eigentlich gefühlsmäßig hundertprozentig »sozialistisch« wäre, dazu sehen sich die Kommunisten allerdings nicht in der Lage.

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GRÜN für ein besseres Europa

Müsste nicht jeder in Deutschland von Armut betroffene Mensch, müsste nicht jeder Hartz4-Empfänger dieses Lächeln als verlogen empfinden?

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Starke Wirtschaft statt Politik auf Pump. FDP

Und hier eines der viele Start-ups. – Gelb. Die Farbe der Täuschung? – Wie auch immer. Neues Spiel, neues Glück. 😉

Freiheit des Geistes

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Die Berliner Schulen haben im übrigen Deutschland einen denkbar schlechten Ruf. Das ist umso schädlicher für die Bundeshauptstadt, als diese auf den Zustrom gebildeter Menschen mit gehörigem Anspruch auch an die schulische Qualität für ihre Kleinen angewiesen ist. Will die regierende SPD diese Menschen aus der Stadt fernhalten? Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass für sie selbst, für die Sozialdemokratie, die Zuwanderung des Präkariats attraktiver ist, weil dadurch der Bedarf an staatlichem Betreuungs- und Reparaturbetrieb, eben auch an den Schulen, noch größer wird, eines der Lieblingsterrains der SPD.

Die SPD-Politiker bevorzugen den Kontrollstaat. Paradebeispiel ist da Hartz4. Ein freies Geisteswesen könnte zu dem Ergebnis kommen, dass das alles Murks ist, was die Politiker machen. Bei Ulli Kulke ist es aber erst ein Herummaulen. 🙂

Das wird nicht reichen. Wer eine andere Politik will, muss sie in Gang setzen. Und da sind nicht zuletzt die Eltern gefragt, die die staatlichen Schulen verschmähen und freie Bildungswahl im Sinn haben. – Welche politischen Kräfte unterstützt ihr? Macht das deutlich.

Gegen das Selbstbestimmungsrecht anderer

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Es drückt – ich muss mal !?

Die Berichte aus Indien erscheinen einem schon seltsam. Ein ganzes Volk, von Männern, unfähig mit ihren Trieben umzugehen? Sollten nicht doch mal »die Triebe« der Männer zum Thema gemacht werden. Weltweit? Welche Lösungen gibt es. Ein Beruhigungsmittel dem Trinkwasser beifügen. Hhmm. Von den (Jung) Männern muss ein Verhalten verlangt werden, dass die Belästigung anderer Menschen ausschließt. Hilfestellungen anbieten!? Anfang der 80er Jahre gab es die Peep-Shows. Gar nicht so schlecht .Zumindest besser, als das was man von den Männerhorden in Indien hört. (Mal davon abgesehen, dass es in fast allen Ländern Probleme gibt, wie Männer mit Sexualität umgehen.) Im Schulunterricht, wie geht Mann mit sexuellen Bedürfnissen um. In Kunst und Kultur das Thema aufgreifen. In der Wissenschaft, im sozialen Bereich. – Am Schlechtesten ist, nur auf das Problem zu glotzen und die Dinge weiterlaufen lassen.

Siehe auch hier.

Print und Medien

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Ina Hartwig hat einen langen Artikel geschrieben über die Frankfurter Rundschau, zu der sie 1998 kam und deren Niedergang sie miterlebte. Sie glaubt, dass die Printmedien noch nicht am Ende sind, und sogar durch eine Subventionierung durch den Staat erhalten werden könnten.

Als junger Mensch habe ich oft die Rundschau gekauft, gerade die Wochenend-Ausgabe und Frau Hartwig beschreibt auch in ihrem Bericht, dass diese Wochenend-Ausgabe einige »Perlen« parat hatte, die es zu begutachten lohnte. Da war das Feuilleton, die »Auto und Verkehr«-Seite, die Wissenschafts- und die Frauenseite, die Reiseseite. Es fanden sich auch immer wieder Artikel abseits des Üblichen und das Ganze war schon lesenswert.

Aber mal ehrlich, die Zeitungen konnten doch nicht die Wirklichkeit abbilden. In ihr waren mikroskopisch kleine Auszüge des menschlichen Lebens aufgezeichnet. Das Mitgeteilte war ein Teilbereich des Lebens. Nur dadurch, das bestimmte Leute in diesen Medien präsent waren, konnten deren arg begrenzte Wahrheiten wiederum eine größere Gruppe von Personen per Zeitungspapier erreichen. Aber was hat das für eine Bedeutung gegenüber der ganzen Fülle des Wissens und der Wahrheiten der Menschheit, aller Menschen? Es ist nahezu bedeutungslos. – Insofern bin ich heilfroh, dass diese Beschränktheit dieser Zeitungspapier-Welten durch die digitalen Medien eine Ersetzung erlebt hat und das man aufatmen kann, in einer freieren Welt, in der mehr mitzuteilen endlich möglich ist, als es diese Berufstätigen je zustande brachten. Durch das Internet wurde mit einem Schlag die Bedeutung dieser »durchs Nadelöhr der Drucker gepressten« Wahrheiten auf das Niveau zurechtgestutzt, welches man als »realistisch« bezeichnen könnte.

Und mir geht es keinesfalls darum, die Leistungen dieser Berufsgruppen zu schmälern, aber gerade auch an diesem Beispiel wird deutlich, wie sehr »Arbeit und Beruf« sich an den Erfordernissen der Menschheits-Aufgaben zu messen hat. Sobald sich bessere Möglichkeiten ergeben, die Dinge für den Menschen zu gestalten und zu erledigen, müssen sie ergriffen werden, wenn denn ein Gespür für diese Notwendigkeiten vorhanden ist. Erst jetzt, durch die Blogs, privaten Internetseiten, durch die Projekte unterschiedlichster Initiativen, ist es möglich, die »ganze Wahrheit« mitteilen zu können und es wird spürbar, wie sehr Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau, FAZ etc. eine »Notlösung« waren, und das ganze Ausmaß an »Bedarf« nach Information, Wissen, Bildung, Unterhaltung, Diskurs nicht mal ansatzweise haben abdecken können.

(Dieselbe Perspektive gilt übrigens auch in Hinblick auf die »öffentlichen Rundfunkanstalten«, die es bis heute kurioserweise geschafft haben in vollem Umfange trotz digitaler Medienkonkurrenz zu überleben. Dies war nur möglich, durch »Zwangsgebühren« (ehemals GEZ-Gebühren), die sie von der Bevölkerung kassieren. Dieses Unrecht endlich zu beenden, ist eine der großen Aufgaben, die die Bevölkerung »als nächsten Schritt« vor sich hat, in Richtung Basis-Demokratie, Direkte Demokratie.)

Homöopathie nicht bei Amelie Fried

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Amelie Fried »glaubt« nicht an Homöopathie. Vielleicht liegt es schon daran, zu »glauben«. Sie schreibt:

Dass bislang in keiner wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit der Methode nachgewiesen werden konnte, ficht die Gläubigen nicht an.

In diesem Satz sind schon mal 2 Unterstellungen drin, die Frau Fried so nonchalant unter die Leute streut.

Einmal das wir alle wissen, welche »Wissenschaft« Frau Fried meint, und dann das diejenigen, die die Wirksamkeit der Homöopathie für durchaus möglich halten, keine Wissenschaft als Grundlage ihrer Einschätzungen verwenden würden, sondern an die Wirksamkeit »glauben«.

Das sind allerdings dermaßen massive Schwächen in der Argumentation von Frau Fried, dass man sich jede weitere Beschäftigung mit ihren Bemerkungen ersparen könnte.

Na gut. Schauen wir mal weiter:

Es handelt sich um die sogenannte „Neue Homöopathie“, ihr Guru Erich Körbler war gelernter Antennentechniker. Wenn das so weitergeht, haben wir hierzulande bald die gesellschaftliche Spaltung, um nicht von einem Religionskrieg zu sprechen.

Vielleicht muss Frau Fried einfach ertragen, dass die Welt nicht nur »von oben« und durch die etablierten »alten« Medien abgesegnete Heilslehren gestaltet ist (was sie als Gesprächsleiterin in Talkshows womöglich annehmen konnte), sondern das es noch viel mehr Wahrheiten gibt.

Gottseidank haben wir die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre in den Grundrechten verankert. Die Bemühungen von Frau Fried und selbigen würden sonst noch ins Mittelalter zurückführen, wo man das, was man nicht verstehen kann oder will, bekämpft.

Hinzukommt, dass Frau Fried als nicht unbedeutender Teil der öffentlichen Meinungsmache auch das Symptom derselben verkörpert. Man weiß eben nichts, zu wenig, oder nicht das Richtige, sonst würden wir uns doch nicht in »Krisen« befinden. Während wir seit Jahren durch eine »Finanzkrise« stolpern, reden und urteilen in der Öffentlichkeit Experten, Fachleute und Fachjournalisten an der Lösung der Probleme vorbei. Sie »wissen« offensichtlich nichts. Aber das wird dann schöngeredet, die Schwierigkeiten seien eben nicht beeinflussbar.

Offensichtlich gibt es unterschiedliche Wahrheiten. Welche, die wirksam sind und weiterhelfen, und welche die unwirksam sind. Vielleicht könnte Frau Fried zuerst einmal das anerkennen und für möglich halten.