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Nicht funktionierende Kommunikation in Sozialen Netzwerken und Blogs.

Der User A schreibt immer wieder auf dem Blog von D seine Meinung zu den Beiträgen von D. In eigentlich allen Fällen ist er anderer Meinung als D.

Ein genauerer Blick auf diese Situation wirft einige Fragen auf. – Wenn der User A völlig anderer Meinung ist als D, warum erscheint er immer wieder auf der Homepage oder dem Blog von D? Wäre es nicht viel sinnvoller und schlüssiger, wenn sich A auf den Blogs und Internetseiten äußert, deren Meinung er teilt?

Im Grunde belästigt er den Blogger D. – Sicher gibt es immer wieder Leute, die die fixe Idee entwickeln, den Anderen »überzeugen« zu wollen. Aber dieses Überzeugen wollen hat etwas, oder bekommt etwas Aggressives und Penetrantes. Dieses Verhalten geht in Richtung Nötigung und Bedrohung.

Solche Situationen mögen sich harmlos aufbauen. Ein angeblicher »Rat unter Freunden«, der sich dann auf die Dauer immer mehr zu einer Feindseligkeit verdichtet.

Anfangs war es so, dass sich der Blogger D auf ein Gespräch einließ, denn er dachte, es ist doch alles halb so wild. Es wird doch nur geredet und unterschiedliche Meinungen werden selbstverständlich respektiert. – Das war eine großzügige Sichtweise.

Dies mochte dann der User A missverstehen (wollen), nämlich so, dass der Blogger bereit ist, sich »belehren« zu lassen. Und diese Chance will A dann gar nicht mehr aus der Hand geben. – Er überhört die deutlichen Hinweise des Bloggers, dass jetzt Schluss sei mit der Unterhaltung.

Der Blogger kann dann noch von Glück sagen, dass es nur bei der unangenehmen Auseinandersetzung über die Kommentare auf der Homepage ablief. – Gar nicht auszudenken ist das, wenn sich solche Feindseligkeiten auf die physische Welt verlagern.

Was heißt das für die Kommentarfunktion auf einem Blog. – Sie muss von dem Blogger restriktiv gehandhabt werden. Differenzen mit den anderen Usern im Internet müssen frühzeitig zu einem Abbruch der Kommunikation führen, weil sonst der Eindruck entsteht, das gegenseitige Angemaule sei erwünscht, geduldet oder »normale« Unterhaltung und könne fortgesetzt werden.

Kommunikation in Sozialen Netzwerken oder Blogs mit anderen Usern geht nur, wenn Übereinstimmung in den Sichtweisen besteht. Mit einer Person, die anderer Meinung ist, ist eine längerfristige Gesprächssituation und dauerhafter Kontakt nicht möglich.

Jetzt werden sie mit Recht sagen, dass das zu streng formuliert ist. – Nun, es ist so: wenn »unterschiedliche Meinungen« aufeinandertreffen, um einen Sachverhalt zu klären oder unterschiedliche Perspektiven zu sammeln, um ein vollständiges Bild einer Sache zu bekommen, dann sind selbstverständlich verschiedene Meinungen erwünscht. – In dem Beispiel mit dem Blogger und der Kommentarfunktion ging es aber um etwas anderes: da will ein Mensch die Meinung des anderen bekämpfen. Das nimmt fanatische Züge an. Da geht es darum, die andere Meinung nicht dulden zu wollen. – Statt das die Personen mit unterschiedlichen Meinungen getrennte Wege gehen, will einer von beiden dem anderen »an den Karren fahren« und ihm nahelegen, von seiner Meinung Abstand zu nehmen. – In dem Beispiel geht es um Meinungsfreiheit und den Versuch, diese einschränken zu wollen.

Derjenige, der sie einschränken will, möchte demjenigen, der eine andere Meinung hat, »erklären«, warum dieser seine Haltung und Ansichten aufgeben sollte. – In totalitären Staaten und Diktaturen erfahren solche Situationen ihre Steigerung darin, dass der Bedrohte mehrfach gewarnt wird, jetzt endlich von seiner Einstellung abzulassen, sonst …. Und so weiter.

Im Grunde zeigt auch das Internet alle Formen gesellschaftlichen Umgangs der Menschen untereinander: Hass, Feindseligkeit bis zur freundlichen Zustimmung und »Liebesbekundungen«. 🙂

Die Differenz unter uns Menschen ist die Regel. Die Verständigung, die Ausnahme. – Erkennen wir das an, dann ist der Umgang miteinander sogar erleichtert.

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Ausgestaltung der Direkten Demokratie

Wichtig ist die Einzelperson, das Individuum. – Alle Meinungen, Urteile und Entscheidungen des Individuums gilt es zu achten. Andererseits ist zu bedenken, dass ein Mensch eben auch nur eine Stimme hat, wenn es darum geht, etwas für die Allgemeinheit zu entscheiden. – Das heißt, die Meinung des Einzelnen ist bedeutend und sollte zur Kenntnis genommen werden, sie ist aber nicht »das letzte Wort«. Auch andere haben eine Meinung. – Werden verschiedene Vorschläge zu einer Sache eingebracht, wird eine Vorauswahl durch Abstimmung getroffen, die dann in die »Endrunde« kommen. Der Vorschlag, der die meisten Stimmen bekommt, wird umgesetzt. Das heißt, auch wenn es nur eine Stimme mehr wäre. – Dabei wird davon ausgegangen, dass die Vorschläge eher ähnlich, vergleichbar und nicht in krassem Gegensatz sind. – Und die Menschenrechte begleiten immer alle direkt-demokratischen Entscheidungen.

Damit der Einzelne genügend umfänglich gewürdigt werden kann, mit seinen Überlegungen, ist eine Präsentation seiner Gedanken und Ideen unumgänglich. Und natürlich können auch Personen vollständig im Verborgenen leben, ohne Handy, Telefon, Internet und sie können behaupten, dennoch bei der Gestaltung der Allgemeinheit und des Gemeinwohls mitzuwirken, aber wenn die Direkte Demokratie eine »große Sache« werden soll und werden wird, dann präsentieren wir uns genauso, wie heute die Politiker es tun, über eigene Internetseiten, über Blogs, über soziale Netzwerke.

Um ein Beispiel zu nennen. Immer wieder werden neue Initiativen, Gruppen gegründet, die sich bestimmten Zielen, Aufgaben widmen wollen. Hier ist es sehr wichtig, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, wer denn da sich gemeldet hat, aufgetaucht ist, um bei diesen Unternehmungen dabei zu sein. – Wer wenig von sich erzählt, hat womöglich nicht die Zeit dazu. Aber die realen Begegnungen können dies sowieso nicht leisten, da hier die Zeit immer zu knapp ist. Zeit im Überfluss gibt es dagegen im Internet. [1] Die schriftliche Darstellung einer Person ist schneller zu überschauen, als sich durch die vielen kurzen mündlichen Mitteilungen hindurchzuarbeiten, die »live« von einer Person zu erleben sind. – Frühzeitig und über Jahre einen Eindruck über die eigene Denkweise zu vermitteln (die sich durchaus über die Zeit auch ändern kann), bietet eine gute Gelegenheit für andere, die Gedankenwelt desjenigen zu erkunden. – Klar können solche Seiten manipuliert sein. So, wie es auch bei den Wikipediaseiten versucht wird, die über Personen informieren. Aber wenn etwas gesagt wurde, geschrieben ist, dann gilt das erstmal. Und es hat eine andere Wirkung, als wenn jemand als völliger »Nobody«, ohne Hintergrund in Erscheinung tritt.

Würde dies nun als Aufgabe verstanden werden, so bedeutet es, dass Personen, die in der Öffentlichkeit für die Allgemeinheit und das Gemeinwohl aktiv werden wollen (wer Lobbyist sein will, hat sowieso ein ganz anderes Wertesystem), sich darauf einrichten, in der Öffentlichkeit in gewisser Weise »zu leben«. Den eigenen Vorteil haben sie dadurch, dass sie selbst Teil der Allgemeinheit sind, für die sich eingesetzt wird. – Wer in einer Initiative sich einbringen will, sollte parallel dazu einen Blog betreiben, auf dem die eigenen Positionen in gewissem Umfang sich in der Entwicklung zeigen und verfestigt und verfeinert werden. – Es geht nicht darum, »mitzuschwimmen«, sondern wie alle anderen auch, »zentraler Baustein« der Unternehmung zu werden. – Alle sind unabdingbar und in vollem Umfang präsent. – Das geht aber nur, wenn der Einzelne eine eigene Meinung hat. Und die muss er konkretisieren.

[1]
Empfundene Wirklichkeit. – Das ist ein interessanter Aspekt. – Im Internet haben wir »Zeit im Überfluss«. In der realen Welt ist die Zeit extrem knapp. – Es sei denn, es wird die »reale Welt« ins Internet verfrachtet. Alberner geht es nicht. – Als Beispiel sind die »Sprachkonferenzen« bei den PIRATEN zu nennen. Mumble. Da werden alle Vorteile des Internets ausgehebelt. – Das ist so, als ob vor die Lokomotive ein Pferdegespann gesetzt wird, um die Lok samt Waggons zu ziehen.

Kommentarfunktion

tagesspiegel–in-eigener-sache-keine-bewertungsfunktion-mehr

Liebe Leserinnen und Leser, um den Missbrauch der Bewertungsfunktion einzuschränken, hatten wir im Sommer 2012 die Funktion, Kommentare negativ zu bewerten, abgeschafft.

Leider wurde aber die Funktion, Kommentare positiv zu bewerten, ebenfalls missbraucht. Geneigte Nutzer legten sich mehrere Benutzerprofile an, um ihren Kommentaren auf diese Weise mehr Gewicht zu verleihen und im Ranking der bestbewerteten Kommentare weiter oben zu platzieren.

Die Zeitung Der Tagesspiegel in Berlin reduziert weiter die Möglichkeiten rund um ihre Kommentarfunktion. Dies ist interessant, da deutlich wird, wie gering der Wert dieses Feature überhaupt ist. Ich vermute, dass jeder, der eine Kommentarfunktion in seinem Blog oder auf seiner Homepage, Internetseite freischaltet, immer die Zustimmung der Antwortenden im Sinn hat. Niemand denkt wirklich daran, was es bedeutet, wenn die Kommentare eine andere Sicht vertreten, als der Eigentümer der Seite. Ich vermute, dass die Wenigsten sich dabei wohlfühlen, abweichende Ansichten auf ihrem Medium zu dulden.

Aber worauf läuft das dann hinaus? Im Grunde sind wir in unseren Meinungen alle verschieden ausgerichtet und es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass wir Menschen bei verschiedensten Themen einer Meinung sind. Wenn wir damit anfangen, diesen Umstand ernst zu nehmen, ist ein erster wichtiger Schritt getan. Es ist wertvoll, einander in unserer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Es gibt immer noch viele Personen, die es nicht ertragen können, dass der Mitmensch eine andere Meinung gleichermaßen vertreten kann, als sie selbst. Wenn wir es aber akzeptieren, brauchen wir auch nicht mehr zusammenzuglucken, aufeinanderzuhocken und auf Teufel komm‘ raus, eine gemeinsame Meinung herstellen zu müssen. Dann akzeptieren wir unsere Unterschiedlichkeit, sehen diese als Bereicherung und als Ergebnis unterschiedlichster Erfahrungen und wir trachten in gegenseitiger Achtung uns in Einzelfragen zu verständigen und Mehrheitsabstimmungen mitzutragen, wenn sie denn nicht gegen die Menschenrechte verstoßen. – Dann haben wir Direkte Demokratie.

Der Tagesspiegel will also nicht mehr Negativbewertungen zulassen und jetzt auch nicht mehr Positivbewertungen von Kommentaren. Aber immerhin wollen sie weiter Kommentare zulassen. Wer weiß, wann sich auch das ändert.

Und es ist doch wahr. Im Tagesspiegel soll natürlich die Meinung der Tagesspiegel-Eigentümer stehen. – Was denn sonst. 🙂

Das heißt aber für die vielen Kommentarschreiber, dass sie sich darum bemühen müssen, ihre eigene Meinungsplattform zu schaffen (wie der Tagesspiegel seine hat) und zum Beispiel eine Homepage oder einen Blog eröffnen. – Statt »bei anderen« anonym die Ideen und Gedanken abzuladen, kann auf der eigenen Seite, mit Realnamen die eigene Sicht der Dinge erscheinen.

Das Internet nutzen

http://wolkenstich–communities-bei-google-plus

York Werres weist in seinem Beitrag daraufhin, dass letztlich die (längeren) Mitteilungen der Menschen von Belang sind, und nicht das schnelllebige Posting eines Google+-Users im Stream. Hier zeigt es sich auch, das sinnvolle Plattformen bereits vorhanden sind, aber die Menschen sich erstmal durch den Wust an Internet-Angeboten durcharbeiten müssen, um herauszufinden, welche Programme und Angebote für eine optimale Vernetzung und Mitteilungsdarbietung sinnvoll und brauchbar sind.

Denn obwohl ein Blog besser geeignet ist, differenzierte Stellungnahmen relativ »bleibend« ins Netz zu stellen, kann man es nicht verhindern, dass Personen ihre guten Überlegungen auch mal schnell als Streambeitrag in Google+ bereitstellen oder gar diese »Perlen« nur als Kommentar verfasst in einen Diskussionsstrang verschenken.

Meine Vermutung ist, dass wir auf die Dauer uns gegenseitig helfen, die optimalsten Wege zu wählen, die eine zielgerichtete und effektive Vernetzung ausmacht.