Schlagwort-Archive: Diktatur

Wir, du und ich

Das Kind wächst in ein »Wir« hinein, bevor es ein »Ich« entwickelt.

Das »Wir« wird von den Bezugspersonen und weiteren Mitgliedern in der Lebensgemeinschaft gebildet. Zum Beispiel »Vater und Mutter« und Geschwister. Idealerweise haben Vater und Mutter bereits ein »Ich« entwickelt. An diesen »Ichen« kann sich das aufwachsende Kind orientieren.

In Kindheit, Jugend und jungem Erwachsenenalter entwickelt der Mensch sein »Ich«. – Dieser Prozess ist zeitlich nicht begrenzt.

Wer sein »Ich« nicht entwickelt, bleibt bei dem »Wir« stecken.

Typisch für diktatorisch-orientierte Gesellschaften ist es, dass Eigensinn, Subjektivität und Individualität bekämpft werden, weil sie angeblich das »Wir« in der Gesellschaft gefährden. Jede Form von Individualisierung wird als unerwünscht dargestellt, als ungeeignet für das dem Nationalbewusstsein typische »Wir«. – Die Ich-Entwicklung ist in einer Diktatur unerwünscht.

Da aber der Mensch sein »Ich« entwickeln will, verbirgt er dieses, wenn es bedroht wird. – Denn auch in einer Diktatur sind es wieder »Iche«, die sich mitteilen wollen und die die Geschicke der ganzen Nation lenken. Nur äußern sich die subjektiven Sichtweisen dann fortwährend eingekleidet in einem »Wir wollen das, wir sollten das, wir müssen das und jenes tun«. Und »Du solltest das, du müsstest das und jenes machen«. – Solche Sätze werden von denjenigen eingesetzt, die ihr »Ich« nicht offen zeigen wollen und können. Statt von sich zu reden, von dem, was sie selbst wollen, denken und machen würden, reden sie unentwegt auf andere ein, dass diese »dies und jenes« machen und tun sollten und das »wir« besser uns so und so verhalten sollten und so weiter. – Solche Leute reden nicht von sich, sondern immerzu von anderen, was diese wieder falsch gemacht haben und besser machen könnten, was diese nicht leisten können und wie »wir« voran kämen, wenn wir uns bloß richtig verhalten würden und wer alles bekämpft gehört, weil er sich nicht richtig verhält.

Personen, die ihr »Ich« hingegen weitestgehend entwickelt haben, können sich irgendwann wieder für ein »Wir« entscheiden. Nur entscheiden sie aus einem relativ reifen »Ich« heraus, wieder ein »Wir« zu schaffen, zum Beispiel mittels einer Partnerschaft.

Zwei Umstände begünstigen diesen Prozess der Neu-Schaffung eines »Wir«:

• Das »Ich« muss sich zeigen. – Es muss für andere sichtbar sein. Es muss seine Fähigkeiten, Fertigkeiten, Möglichkeiten, Interessen, es muss seine »Schönheit« zeigen, es muss sich für andere attraktiv machen. Es muss für andere attraktiv sein.

• Das »Ich« muss aus der großen Zahl anderer Iche ein Ich »auswählen«. – Es muss aus freien Stücken, freiwillig sich mit einem anderen Ich zusammentun. – Aus dem dann folgenden gemeinsamen »Tun« kann dann auf ein »Wir« geschlossen werden und die beteiligten Personen äußern sich dann auch entsprechend.

Dieses »Wir« ist freiwillig zustande gekommen.

Ganz anders das »Wir« aus der Kindheit. Dieses »Wir« kam nicht freiwillig zustande. Das erklärt auch, warum in dem Wir der Kindheit etwas »Zwanghaftes« drinsteckt. Und sind die Eltern unreif geblieben, dann ist es dem Kind auch nicht möglich, an ihnen ein reifes, selbständiges, eigenwilliges »Ich« zu erkennen, und es wächst ohne »Ich-Unterstützung« auf.

Wann ist etwas »reif«?

Ist jemand reif für einen öffentlichen Auftritt, wenn er nur 5 Akkorde auf der Gitarre spielen kann? Darüber kann kein »Wir« eine Auskunft geben, sondern nur derjenige selbst erstmal, der mit diesem Vermögen auftreten will, und natürlich wir alle, als Einzelpersonen, indem wir zu den Auftritten dieser Person eilen, weil wir das so toll finden, wie dieser Mensch Gitarre spielt. Oder indem wir als Einzelpersonen den Kopf schütteln, über so viel Unerfahrenheit, und diese Darbietungen meiden.

Ob eine Person, ein »Ich«, zu irgendetwas »reif« ist, bestimmt also in erster Linie diese Person selbst. Wer sich selbst reif dafür hält, zu heiraten in einem bestimmten Alter, kann das tun, und er wird sehen, was dabei herauskommt. – Andere Menschen haben sich nicht einzumischen in die Frage, ob jemand zu irgendetwas »reif« ist. »Wir« können nicht entscheiden, ob jemand zu etwas »reif« ist.

Die Reife drückt sich aus! – Und wir nehmen es dann wahr.

Sondersituationen sind dann gegeben, wenn wir »ausdrücklich« jemanden prüfen wollen, ob er »reif« ist. Zum Beispiel in Prüfungen. Aber hier in diesem Beitrag will ich ausschließlich die »Reife« ansprechen, die wir in freier Entscheidung zur Kenntnis nehmen, und nicht solche, die sich aus Spezialfällen ergibt.

Das »Du« wiederum kann »unreif« gehandhabt werden, indem es in das »Du« (in die andere Person) das eigene »Ich« projiziert, das sich nicht zeigen darf und deshalb im anderen auftauchen soll. – Wer selbst ein reifes Ich hat, wird das »Du« vorsichtig handhaben und den Respekt für die andere Person ausdrücken und die Würde der anderen Person anerkennen.

So haben wir das kindliche »Wir« und das erwachsene »Wir«.

Das kindliche »Wir« wird wahrgenommen aus einem schwachen, kaum entwickelten »Ich«. Bleibt das »Ich« wenig entwickelt auch in zunehmenden Alter der Person, ersetzt das »Wir« das »Ich« weitestgehend. Solche Zustände sind typisch für totalitäre und diktatorische Gemeinschaftsbildungen. – Dort herrscht das kindliche »Wir«.

Das erwachsene »Wir« hingegen, ergibt sich aus selbständigen »Ichen«. Die »Iche« produzieren sich (Inhalte) nach außen, in die Welt, damit die Inhalte, aber auch sie als Person sichtbar werden. – Sie zeigen sich. – Dies entspricht dem Bedürfnis des »Ich«. Die anderen »Iche« wiederum, wählen aus den vorhandene »Ichen« diejenigen aus, mit denen sie sich verbinden wollen. Daraus kann ein neues »Wir« entstehen. Die Formen des »Wir« aus erwachsenen »Ichen« sind vielfältig. Das können Partnerschaften sein, aber auch Freundschaften, Arbeitsgruppen, Interessengemeinschaften etc.

Advertisements

Nicht funktionierende Kommunikation in Sozialen Netzwerken und Blogs.

Der User A schreibt immer wieder auf dem Blog von D seine Meinung zu den Beiträgen von D. In eigentlich allen Fällen ist er anderer Meinung als D.

Ein genauerer Blick auf diese Situation wirft einige Fragen auf. – Wenn der User A völlig anderer Meinung ist als D, warum erscheint er immer wieder auf der Homepage oder dem Blog von D? Wäre es nicht viel sinnvoller und schlüssiger, wenn sich A auf den Blogs und Internetseiten äußert, deren Meinung er teilt?

Im Grunde belästigt er den Blogger D. – Sicher gibt es immer wieder Leute, die die fixe Idee entwickeln, den Anderen »überzeugen« zu wollen. Aber dieses Überzeugen wollen hat etwas, oder bekommt etwas Aggressives und Penetrantes. Dieses Verhalten geht in Richtung Nötigung und Bedrohung.

Solche Situationen mögen sich harmlos aufbauen. Ein angeblicher »Rat unter Freunden«, der sich dann auf die Dauer immer mehr zu einer Feindseligkeit verdichtet.

Anfangs war es so, dass sich der Blogger D auf ein Gespräch einließ, denn er dachte, es ist doch alles halb so wild. Es wird doch nur geredet und unterschiedliche Meinungen werden selbstverständlich respektiert. – Das war eine großzügige Sichtweise.

Dies mochte dann der User A missverstehen (wollen), nämlich so, dass der Blogger bereit ist, sich »belehren« zu lassen. Und diese Chance will A dann gar nicht mehr aus der Hand geben. – Er überhört die deutlichen Hinweise des Bloggers, dass jetzt Schluss sei mit der Unterhaltung.

Der Blogger kann dann noch von Glück sagen, dass es nur bei der unangenehmen Auseinandersetzung über die Kommentare auf der Homepage ablief. – Gar nicht auszudenken ist das, wenn sich solche Feindseligkeiten auf die physische Welt verlagern.

Was heißt das für die Kommentarfunktion auf einem Blog. – Sie muss von dem Blogger restriktiv gehandhabt werden. Differenzen mit den anderen Usern im Internet müssen frühzeitig zu einem Abbruch der Kommunikation führen, weil sonst der Eindruck entsteht, das gegenseitige Angemaule sei erwünscht, geduldet oder »normale« Unterhaltung und könne fortgesetzt werden.

Kommunikation in Sozialen Netzwerken oder Blogs mit anderen Usern geht nur, wenn Übereinstimmung in den Sichtweisen besteht. Mit einer Person, die anderer Meinung ist, ist eine längerfristige Gesprächssituation und dauerhafter Kontakt nicht möglich.

Jetzt werden sie mit Recht sagen, dass das zu streng formuliert ist. – Nun, es ist so: wenn »unterschiedliche Meinungen« aufeinandertreffen, um einen Sachverhalt zu klären oder unterschiedliche Perspektiven zu sammeln, um ein vollständiges Bild einer Sache zu bekommen, dann sind selbstverständlich verschiedene Meinungen erwünscht. – In dem Beispiel mit dem Blogger und der Kommentarfunktion ging es aber um etwas anderes: da will ein Mensch die Meinung des anderen bekämpfen. Das nimmt fanatische Züge an. Da geht es darum, die andere Meinung nicht dulden zu wollen. – Statt das die Personen mit unterschiedlichen Meinungen getrennte Wege gehen, will einer von beiden dem anderen »an den Karren fahren« und ihm nahelegen, von seiner Meinung Abstand zu nehmen. – In dem Beispiel geht es um Meinungsfreiheit und den Versuch, diese einschränken zu wollen.

Derjenige, der sie einschränken will, möchte demjenigen, der eine andere Meinung hat, »erklären«, warum dieser seine Haltung und Ansichten aufgeben sollte. – In totalitären Staaten und Diktaturen erfahren solche Situationen ihre Steigerung darin, dass der Bedrohte mehrfach gewarnt wird, jetzt endlich von seiner Einstellung abzulassen, sonst …. Und so weiter.

Im Grunde zeigt auch das Internet alle Formen gesellschaftlichen Umgangs der Menschen untereinander: Hass, Feindseligkeit bis zur freundlichen Zustimmung und »Liebesbekundungen«. 🙂

Die Differenz unter uns Menschen ist die Regel. Die Verständigung, die Ausnahme. – Erkennen wir das an, dann ist der Umgang miteinander sogar erleichtert.

gespraech-unter-ffre-j1

Ordnungs- oder Friedenspolitik

Die Friedensbewegung kommt als Reaktion auf Kriegserfahrungen und aus Sorge, dass es zu einem neuen Krieg kommen könnte. Dabei steht vor Augen, dass Leid, das den Menschen zugefügt wird, der Schmerz, der Schaden, den unsere Seele darüber erfährt. – Auch wenn die Friedenspolitik öfters so verstanden wird, dass sie die Ordnungspolitik ersetzen soll, so kann doch die Friedenspolitik sehr wohl parallel zu einer Ordnungspolitik eingesetzt werden und sie hat da volle Berechtigung.

Wahr ist allerdings, dass wir Bürgerinnen und Bürger uns nicht davor schützen können, selbst ein Urteil über Ereignisse zu fällen und in irgendeiner Weise Partei zu ergreifen. Die Herausforderung bei Unrechtsverhältnissen, Diktaturen und totalitären Herrschaften ist, dass wir Menschen als Bewohner dieser Gegenden uns zu verhalten haben, aber auch als Bürger anderer Staaten müssen wir uns zu den Ereignissen positionieren und können nicht einfach die Vorgänge ignorieren.

Die Zustände in Diktaturen und totalitären geführten Regionen dürfen nicht fortdauern und müssen beendet werden.

Aber wie sollen sie beendet werden. Mit Gewalt oder durch Friedensverhandlungen? – Oder doch lieber »abwarten«, auf bessere Zeiten? Vielleicht lösen sich die Probleme von selbst. – Wenn wir heute in die Krisengebiete dieser Welt schauen, ergibt sich aus jeder Situation eine Aufforderung an uns, sie zu bewerten und unser eigenes Urteil über die Lage abzugeben. – An was wollen wir uns orientieren, bei der Bewertung von Krisensituationen. Wie sollen wir zu einem angemessenen Urteil kommen?

Was gar nicht geht, ist, aus Opportunismus und Eigeninteresse eine Auswahl zu treffen. Wer das tut, handelt verwerflich, ist »Mitläufer« und kann bestenfalls als Kollaborateur unrechter Zustände verstanden werden. – Als Maßstab für die Bewertung von Krisenverhältnissen können allein die Menschenrechte von Belang sein. Hingegen über die moralische Integrität eines jeden Menschen zu urteilen, ist nicht möglich. Das Handeln ist uns freigestellt. – Wenn wir aber die Menschenrechte als Maßstab anerkennen, dann deshalb, weil hier den einzelnen Menschen ein Recht an ihrer Existenz zuerkannt wird, und was besonders wichtig ist, weil das Individualrecht als Universalrecht über dem Gruppenrecht steht. Das ist deshalb von Bedeutung, weil viel Unglück in der Welt, den Menschen von klar definierten Gruppen zugefügt wird. – Wenn wir die Menschenrechte aber anerkennen, dann sollten wir jeden einzelnen Konflikt, der uns bekannt ist, einmal nach diesen Kriterien uns anschauen und uns fragen, wer hat Recht, welche Lösung ist angemessen. – Und danach sollten wir handeln und argumentieren.

Neben den Menschenrechten ist es das »Verständnis«, das uns dabei hilft, die Vorgänge richtig einzuschätzen. Wir müssen Verständnis aufbringen, für die Situationen in denen sich die Menschen befinden, aber auch für die Menschen selbst, in ihrem »so Gewordensein«.

Natürlich ist es möglich zu sagen, in keinem Land werden die Menschenrechte zu hundert Prozent anerkannt, also sei das kein Maßstab. Aber das Gegenteil ist der Fall. Selbstverständlich können die graduellen Unterschiede, die zudem im Vergleich der Länder sehr drastisch ausfallen, allein schon ausreichen, zu beurteilen, in welchen Ländern die Menschenrechte anerkannt sind und in welchen nicht. Das heißt, in kann sagen, in Deutschland werden die Menschenrechte geachtet, im Vergleich zu Ländern, in denen die Bevölkerung reihenweise ins Gefängnis geworfen, gefoltert und ermordet wird, weil sie sich öffentlich zu Missständen äußert, die Regierungen beschuldigt und für Veränderungen protestiert; ohne dabei zu vergessen, dass natürlich von der deutschen Regierung nicht die Menschenrechte geachtet werden, mit ihren Zwangsarbeits-Dekreten. Aber das ist im Vergleich zu »Mordstaaten« dann eben relativ. – Genau diese Einschätzung zwischen Zuständen und dem Alltag in Ländern, wird von uns verlangt. Wer aber sagt, alles ist gleich schlecht, der ignoriert die tatsächlich vorhanden Unterschiede.

Mit Ordnungspolitik sollen in Staaten, in Regionen menschwürdige Verhältnisse hergestellt werden. Ordnungspolitik beinhaltet die Anwendung von Gewalt. Die Staatengemeinschaft braucht einen Wertekatalog, nach dem sich die Ordnung richten soll. Diese Ordnung muss letztlich weltweit gültig sein. Aber neben den Staaten müssen wir Menschen in uns selbst einen »Wertekatalog« haben, der für uns Richtschnur ist, die Zustände überall zu beurteilen. – Zu behauten, dass es anzuerkennen sei, wenn in bestimmten Regionen dieser Welt aufgrund von zum Beispiel stammesgeschichtlichen Entwicklungen die Menschenrechte nicht beachtet werden, ist nicht hinnehmbar.

Wenn es tatsächlich zu kriegerischen Handlungen kommt, kann es sein, dass wir Menschen in diese Vorgänge direkt involviert sind. Die heutige »Kriegsführung« ist noch einmal ein Thema für sich. – Dass junge Männer und Frauen in Kriegen »verheizt« werden, weil die militärischen Führungen von schlechter Qualität sind, ist nicht hinnehmbar. Es darf nicht sein, dass die Beurteilung von solchen Vorgängen allein den Regierungen und scheinbar »durch sich selbst« legitimierten Gruppen überlassen wird. Staaten und Leiter militärischer Operationen können zwar mit ihrem Anliegen Recht haben, aber wie sie mit den vielen Menschen, für die sie doch Verantwortung haben, umgehen, erscheint dann desaströs, weil Personen unnötigerweise zu Tode kommen, weil Operationen falsch geplant, stümperhaft umgesetzt wurden. – Ja, es zeigt sich, dass wir Menschen mit »allen« Bereichen der Gestaltung des Öffentlichen Raums uns beschäftigen müssen, und kein Bereich für uns Bürgerinnen und Bürger »tabu« sein darf.

Nazi oder nicht Nazi?

Eigentlich banal: Wenn man in einem totalitären System mitmacht, ist man Teil dieses Systems und trägt zum Erhalt und Funktionieren desselben bei. Erstaunt bin ich erstmal, wie viel Mühe sich Vera Lengsfeld gibt, das Gegenteil herausarbeiten zu wollen (die Hintergrundinformationen sind schon interessant). Ihre Mühe ist aber umsonst, wie Artur Brauner mit seinen Beispielen viel besser aufzeigt, um was es geht. Nicht nur wer das Emblem am Revers trug, ist ein Nazi gewesen. Auch die, die einfach nur mitgemacht haben, waren ein Problem. Diese Leute reinzuwaschen ist unmöglich.

Es kann sich aber auch um Begriffsklauberei handeln. Klar ist jemand Nazi gewesen, der in der Partei war, und kein Nazi war jener, der nicht in der Partei war. Aber dennoch kann derjenige, der nicht in der Partei war, in seinem Verhalten den Tätern zugearbeitet haben. »Mitläufer« nennt man jene.

achgut–heinrich-george-war-kein-nazi

achgut–heinrich-george-war-ein-nazi

wikipedia–Heinrich-George

Chavez und die Armen

In dem Interview mit Mercedes Chacín, Chefredaktorin der Zeitung «Ciudad Caracas» wird deutlich, wie es möglich sein kann, dass ein diktatorisch handelnder Staatsführer dennoch akzeptiert wird.

tagesanzeiger-Die-Medien-fuehren-eine-brutale-Kampagne-gegen-Chavez

Sie sagt auf die Frage:Welches sind in Ihren Augen Hugo Chávez‘ größte Leistungen?

Dass er den Ärmsten des Landes seit dem ersten Tag seiner Amtszeit geholfen hat. Genau das ist die Aufgabe eines Präsidenten, der sein Volk liebt. Ausserdem hat er die Bildung und das Gesundheitswesen verbessert. Er hat die offene Rechnung beglichen, welche zwischen der Oberschicht und den Bedürftigen während Jahren und Jahrzehnten offenstand. Deshalb ist er bei der Unterschicht so beliebt und wird am Sonntag für weitere sechs Jahre gewählt werden.

Den Armen muss »Respekt« entgegengebracht werden (um mal diesen Begriff zu verwenden, der in letzter Zeit gerne von Vertretern der Religionen verwendet, wird, um klar zu stellen, dass sie ebenfalls geachteter Teil der Weltgemeinschaft sein wollen).
Und erst Chavez war es, bei dem erkennbar wurde, dass er diese Absicht hat, und die Armen als Teil der Gemeinschaft ansieht, mit Interessen und Bedürfnissen.

Dass dieses Anliegen mit Gewalt durchgesetzt werden muss, hängt damit zusammen, dass die anderen gesellschaftlichen Gruppierungen eben KEIN Interesse daran zeigten und zeigen, den Armen dauerhaft unter die Arme zu greifen und Chavez (und ähnliche »Gerechte«) sich genötigt sieht, gegen den Willen der anderen Gruppen für die Armen Partei zu ergreifen.

Den »Blutzoll« erzwingen die Evolutionäre aus dem Bürgertum und dem Adel. Eintreiben tun ihn die Revolutionäre. – Wer tut jetzt Unrecht mit seinem Verhalten?