Schlagwort-Archive: Gesundheit

Zu mehreren einsam

Was die Bürgerinitiative gegen den Fluglärm für ein Konzept hat, bleibt schon seltsam unklar. – Einmal geht es um »uns«, und dann um »die Politiker«.

Die übrige Bevölkerung existiert für diese streitbaren Herrschaften überhaupt nicht.

Das ist nicht gut.

Andere Menschen im Rhein-Main-Gebiet haben auch ihre Sorgen. Warum werden diese nicht »im Paket« gegenüber der Politik eingebracht? (Verkehrslärm durch S-Bahnen und Güterzüge) Auch wäre bei einem solchen Vorgehen viel mehr Solidarität aus der gesamten Bevölkerung zu erwarten. – So aber stehen die Häuslebesitzer und Rentner tapfer am Flughafen, bleiben aber irgendwie in selbstgewählter Isolation.

demo-mon-flu-laerm-e

Niemand ausschließen, alle beteiligen

Aus dem Infobrief der »Eintracht gegen Fluglärm«.

Darum sind wir heute Abend wieder pünktlich um 18 Uhr im Flughafen. …. Und weiter geht es mit der Unterschriftenaktion gegen Terminal 3 von letzter Woche.

Da hetzen die Beteiligten von einer Veranstaltung und Aktion zur nächsten. – Kommen so die Menschen am ehesten zum Ziel? Wenn wir im Rhein-Main-Gebiet für die Gesundheit der Bürger beste Bedingungen wollen, müssen alle Menschen miteinbezogen werden, müssen alle »Lärmprobleme« angesprochen werden. Nicht nur der Fluglärm, auch der Güterzuglärm, der Auto-, Straßenbahn, S-Bahnlärm gehören dazu.

Lärmreduzierung auf ein erträgliches Maß, sollte das Anliegen der gesundheitsbewussten Menschen werden.

Auf der Homepage der »Eintracht« geht es überwiegend um Aktionen, Unterschriftenlisten, Auseinandersetzungen mit Politikern, Vorträge und Reden zu den Gesundheitsgefahren durch Fluglärm. – Wo aber ist das Gespräch mit den Bürgern?

http://www.eintrachtgegenfluglaerm.de/stammtisch-wieder-aktiv/

Der letzte »Stammtisch« war »nach längerer Pause« im November letzten Jahres. Der nächste sollte im Dezember stattfinden. Aber darüber gibt es keinen Bericht auf der Homepage. Auch das Jahr 2014 hat ja doch schon vor einiger Zeit begonnen und bis jetzt scheint kein Stammtisch stattgefunden zu haben. Jedenfalls gibt es keine diesbezüglichen Berichte auf der Internetseite.

Dabei ist doch gerade das Gespräch mit der Bevölkerung der Schlüssel zum Erfolg. – Wer soll denn sonst die notwendigen Veränderungen bewirken, wenn nicht die Bürgerinnen und Bürger selbst. Ein Lärmschutzplan für die ganze Region könnte in Angriff genommen werden. – Aber hier zeigt es sich, wo die Beteiligten in ihrem Denken sich befinden. Sind sie Lobbyisten, dann wollen sie gar nicht die übrige Bevölkerung an einem Erfolg der Aktionen beteiligen und »nur für sich« etwas erreichen, zum Beispiel dass die Flugzeuge nicht mehr über Frankfurt-Oberrad fliegen. – Wo sie sonst langdüsen, das wäre dann diesen Aktivisten egal.

Bürgerinitiativen, die in Wirklichkeit »Lobby-Initiativen« sind, wären kein Gewinn für die Allgemeinheit, weil hier zu Lasten aller übrigen, einer kleinen Gruppe ein Vorteil zuteilwerden soll. Wohingegen Bürgerinitiativen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, ganz anders in ihrer Arbeit vorgehen. Sie fragen sich, wie ihre persönliche, konkrete Betroffenheit sich verbinden lässt, mit den Sorgen und Nöten der anderen Menschen in der Stadt, in der Region und wie eine große Solidarität entstehen kann, die »fair und gerecht« zwischen Arbeitsplätzen, Produktionsstätten und dem berechtigten Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit ausgleichend wirkt.

Die Lärmbelastungen durch vielerlei Quellen müssen unbedingt reduziert werden.

Gesundheit – Gesundheitsversorgung

1. Alltag

Unser Gesundheitswesen lässt sich am besten am Arzt-Patient-Verhältnis beschreiben. Der »Kunde« möchte über seine körperliche Befindlichkeit bestens informiert werden, um dann vielleicht selbst zu entscheiden, welche Maßnahmen die sinnvollsten sind. Aber was macht der Arzt. Neben einer richtigen Diagnose wird er immer mitüberlegen, welche Maßnahme ihm wie viel Geld bringt. Und über diese Überlegungen wird er den »Kunden« wohl kaum informieren.

Wenn der Arzt eine Diagnose formuliert, so ist sie nicht selten in lateinischer Sprache abgefasst. Aber warum nicht auf Deutsch? Weil so überall auf der Welt die Ärzte das Gleiche meinen, wenn sie über eine Krankheit sprechen und das sei ein Vorteil. Aber es ist ein Nachteil für den Patienten und dieser wird durch nichts aufgehoben. Ist das richtig, oder müsste nicht vielmehr gefordert werden, dass »vor Ort« der Arzt mit den Patienten die Krankheiten »auf Deutsch« abhandelt, und zusätzlich die lateinischen Begriffe parat hat, wenn es um wissenschaftliche Diskussionen geht. – Hier wird auch schon deutlich, um was es geht, und was heute gänzlich fehlt. Es sind die Positionen und Anliegen der »Kunden«. Diese werden heute überhaupt nicht berücksichtigt.

Wenn der Kunde ein vertrauensvolles Gespräch mit einem Arzt wünscht, dann gibt es das in der Regel nicht. Die Patienten werden auch in den Privatpraxen »am Fließband« abgefertigt, in einer gut frequentierten Praxis, oder aber der Arzt »will nicht«. Er bleibt auf Distanz, hält sich den Patienten vom Leib, in dem er nicht »gemeinsam« mit ihm die körperlichen Beschwerden sich anschaut, sondern klar macht, ich bin Arzt, du kannst mir deine Beschwerden »übergeben«, dann bin ich zuständig und du gibst deine Zuständigkeit ab. – Ja, das ist die Regel. Der Arzt will nicht »gemeinsam« mit dem Patienten schauen, was los ist. Er macht klar, ich lebe in meiner eigenen Welt, die von dir »Kunde« separiert ist.- Hinzukommt heute die Budgetierung. Der Arzt will nichts verschreiben, verordnen, weil das Geld kostet und von seinem Budget abgeht.

Das hat zur Folge, dass überhaupt keine Arztbesuche sinnvoll sind, und die eigene Gesundheit »ernsthaft« von uns »Kunden« alleine gehandhabt werden sollte. Angefangen von dem Versuch, drogen- und suchtfrei zu leben, weitestgehend auf Fleisch zu verzichten, selbst für die eigene Gesundheit Verantwortung zu übernehmen und überhaupt keinen Kontakt mit den Ärzten zu pflegen beziehungsweise ihn auf ein Minimum zu beschränken.

Interessant ist, dass wir aber trotzdem »zahlen« sollen. Denn der Gesundheitstopf, in den wir unsere Krankenkassenbeiträge geben, soll eine Bevorratung ermöglichen, an Dienstleistungen, die wir im Notfall in Anspruch nehmen. – Da die »Kunden« auch die Zahler sind, sollten sie selbst darüber entscheiden, wie viel in einen Topf gezahlt wird, was aus diesem Topf finanziert wird und was sie vielleicht selbst aus privater Tasche bereit sind zu zahlen. – Denn eines fällt auf, durch die umfassende Vorhaltung an Dienstleistungen wird in den Bereichen, die hier erwähnt wurden, eben nichts erreicht. Der Kunde kann durch seine Krankenkassenbeiträge eben nicht erreichen, in einer anderen Weise durch die Ärzte behandelt zu werden. Ja, die Situation ist in den letzten 20 Jahren noch viel schlimmer geworden, als es vorher war.

2. Ziele

Es scheint eher so zu sein, dass das Leistungsangebot der Krankenkassen auf die »Grundversorgung« reduziert und dementsprechend die Krankenkassenbeiträge deutlich gesenkt werden sollten. [1] Und zweitens, dass der dadurch gewonnene finanzielle Spielraum von den »Kunden« genutzt werden könnte, sich die Dienstleistungsangebote herauszusuchen, die ihren Vorstellungen entsprechen.

3. Fazit

Heute mangelt es an einer Diskussion über den Umgang mit Gesundheit und Krankheit aus der Kunden- beziehungsweise Patientenperspektive. Die Interessen der Kunden und der Leistungsanbieter stimmen nicht überein und schaffen dadurch eine »schlechte Gesundheitsversorgung«. – Ja, wir haben in Deutschland eine schlechte Gesundheitsversorgung.

Um die Situation zu verbessern, bedarf es aber nicht Maßnahmen durch diejenigen, die an der Versorgung Geld verdienen, es bedarf einer Aktivität durch die Kunden. Es ist also festzustellen, dass dann die Gesundheitsversorgung in die richtigen Bahnen gelenkt wird, wenn die Patienten und Kunden sich endlich mit dem Thema »Gesundheitsversorgung« langfristig beschäftigen und ihre Eindrücke und Vorstellungen formulieren und dadurch ins Gespräch mit den Leistungsanbietern kommen und erreichen, dass die Regierungen sich für neue Regeln, in Form von Gesetzen einsetzen, die diesen Überlegungen Rechnung tragen.

Heute ist es eher so, dass in einer Lobbyisten-Gesellschaft wie die unsere, die Regierungen nach den Vorstellungen der Leistungsanbieter handeln und die Interessen der Allgemeinheit vollständig übersehen. – Verantwortung, dies zu ändern, haben die Benachteiligten: die Kunden und Patienten.

[1]
Hier wird deutlich, dass in anderen Bereichen dasselbe Dilemma vorherrscht. – Auch im »Medienbereich« (Öffentlicher Rundfunk und Fernsehen) haben es die Leistungsanbieter geschafft, den Kunden zu zwingen, ein überdimensioniertes Angebot zu finanzieren. – Gemeinsam, in Kumpanei mit den Politikern, wird dies dann durch entsprechende Regeln und Gesetze der Allgemeinheit aufgenötigt. Und auch in diesem Feld des öffentlichen Lebens besteht im Interesse der Verbraucher und Zahler die Lösung in der Reduzierung des Leistungsangebots auf eine »Grundversorgung«. – Nicht der Leistungsanbieter, sondern der Leistungsabnehmer sollte den Umfang von vorfinanzierten Leistungen bestimmen. Und es wird schnell deutlich, dass diese beiden Gruppen in dieser Hinsicht nicht die gleichen Interessen haben.

Die Gründe, warum das so ist, sind übrigens banal und haben sehr viel mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen zu tun. Denn die Leistungsanbieter haben heute eine instinktive Neigung, wie die Hamster, sich einen Vorrat an »Geld« anlegen zu wollen. Nicht umsonst nennt man auch die Menschen, die viel Geld haben, »Anleger«. 🙂

Denn das Geld brauchen sie gar nicht für das tagtägliche Leben. Sie haben es also übrig. Und dann soll das Geld, dass sie eh schon »zu viel« haben, auch noch »mehr« werden. Es soll sich verzinsen. Deshalb wird es »angelegt«.

Es ist die Angst, irgendwann »später« einmal »zu wenig« Geld zu haben. Deswegen soll in Zeiten, in denen das geht, möglichst viel Geld angehäuft werden. Also wird das »Leistungsangebot« über die Maßen ausgebaut, die Interessen der Zahler ignorierend, die eigenen Interessen in den Vordergrund schiebend. – Dabei wird behauptet, dass der Egoismus »normal« sei. Aber er ist es nicht. Weil der eigene Vorteil »zu Lasten« der Mitmenschen errungen wird. Es müssen andere Menschen benachteiligt werden, damit der Egoist einen Vorteil hat. – Insofern ist der Egoismus in keinster Weise etwas Positives, auch wenn er »natürlich« sein mag. Natürlich heißt ja »darwinistisch«, heißt, ich töte den anderen, schädige ihn, und habe dann dadurch selbst einen Vorteil. – Das kann sein, dass durch eine solche Sicht der einzelne Mensch für sich kurzfristig etwas herausschlagen kann, aber für die Menschheit ist das keine Lösung. Die Menschheit wird in Kooperation, in Solidarität, in individueller, freier Entscheidung des Einzelnen, gemeinsam sich weiterentwickeln und der Egoismus wird als »Schwäche« des Menschen eingeordnet werden.

Wege

welt–Venezuelas-Demokratie-stirbt-einen-langsamen-Tod

Trotz eines offiziellen Dialogs mit Teilen der Opposition hat sich die Maduro-Regierung offenbar für den kubanischen Weg entschieden: Die Zukunft für Venezuelas Opposition ist düster. Es sieht danach aus, dass, wenn in ein paar Tagen in Brasilien die Fußball-WM beginnt, in Caracas die Handschellen klicken und die Gefängnistüren zugeschlossen werden. Venezuelas Opposition droht eine Zukunft im Kerker.

Weil wir ein weltweit gültiges Wertesystem brauchen. – Es nützt nichts, die anderen Regierungen zu kritisieren, wenn wir in der westlichen Welt keine vorbildhaften Gesellschaftsordnungen haben.

Mit was will die USA in der Welt Anerkennung finden. Mit ihrem Waffenrecht, das jedem Durchgeknallten erlaubt die Mitwelt zu zerschießen? Ihrer fragwürdigen Medienkultur, in der in den Genres Horror, Komödie, Action, Drama, Sex alles abgesteckt zu sein scheint, was das Leben ausmacht. Oder sind es die überfüllten Gefängnisse und die gnadenlose Todestrafen-Ordnung? – Armut darf es in keinem Land geben, in dem alle zum Leben notwendigen Güter im Überfluss vorhanden sind. Und dennoch gibt es sie in den USA.

Nicht viel besser sieht es in Deutschland aus. Das Zwangsarbeitersystem der hiesigen Arbeits-Ideologen desavouiert jeglichen Ansatz einer menschenwürdigen Gesellschaft. Die Unterschiede zu den links-doktrinären Regierungen im Osten werden immer marginaler. Das Diktatorische in den Staatsführungen ist heute mehr denn je zu spüren. – Und wo soll das Beispielhafte sein, dass heute die Menschen ermutigt, ausgerechnet diese Welt verteidigen zu wollen?

In Venezuela ist es dieselbe Ratlosigkeit und Unzufriedenheit, die auch die Bürger in den westlichen Ländern umtreibt, die dazu führt, dass sich niemand für eine gesellschaftliche Gestaltung, für eine Wirtschaft, für eine Lebensgestaltung einsetzt, die die Menschen aus ihrer Lethargie reißen könnte und Hoffnung versprüht.

Ob in Europa, in den USA, ob in Latein-Amerika, in Nord-Afrika, Asien, oder im Osten, wir alle brauchen ähnliche Veränderungen in den gesellschaftlichen Verfassungen. Wir brauchen eine neue Definition von Gemeinschaft, die sowohl die individuellen Rechte der Bürger respektiert, wie auch den Gruppeninteressen, sofern dafür Verständnis aufgebracht werden kann, eine Chance bietet. – Ein Ausgleich muss her, der sich orientiert an den Notwendigkeiten des menschlichen Daseins, denen in einem neuen rechtlichen Rahmen Geltung verschafft werden muss.

Die Versorgung aller Menschen, in allen Lebensräumen, als gemeinsame Aufgabe, als ein oberes Ziel für uns alle, muss erstrebt werden. Der Auftrag an die Wirtschaft-Treibenden muss von uns allen erteilt sein, sich diesem Feld zu widmen und eine sichere, dauerhafte Versorgung der Menschen mit den notwendigen Dingen des Lebens zu garantieren. Die Herausnahme dieser »Basics« aus dem Marktgeschehen wäre die logische Konsequenz, was in allen Bereichen des menschlichen Lebens »die Armut« ein für alle Mal beendet. Den Grundbedarf decken die Menschen, in dem sie sich die deklarierten Produkte in den Supermärkten nehmen und dafür nicht bezahlen müssen. Basis-Wohnraum, ein Energie-Quantum und ausreichend Wärme pro Person stehen allen Menschen ohne »Bezahlvorgang« zur Verfügung.

Damit wäre Vieles, was heute Grundlage für Missmut über gesellschaftliche Zustände ausmacht, sinnvoll erledigt. – Die Respektierung der Menschenrechte wäre selbstverständlich. – Eine Grundversorgung in Gesundheitsbelangen wäre ebenso die Regel, wie freier Zugang zu den Medien ohne Zwangsalimentierung von Medienschaffenden.

Der Rest an Bedarf kann weiterhin über »den Markt« zugänglich gemacht werden, ohne das darauf verzichtet wird, auch zukünftig zu überlegen, welcher Bedarf noch als »Basic« aus dem Markt als »Grundbedarf« kostengünstig oder kostenlos allen Menschen zugänglich gemacht werden könnte. – Zum Beispiel Internet und Datenvolumen.

Alles Bio

Beim Biohändler kommt schon immer ein Teil der Äpfel aus Argentinien. Das Gleiche gilt für die Birnen. Wie kommt diese Frischware nach Deutschland? Na mit dem Flugzeug natürlich. Mit dem Auto, Zug oder dem Schiff würde es viel zu lange dauern. Wenn aber diese Standard-Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert werden, dann muss der Flug relativ preiswert sein, sonst lohnt sich doch der Transport überhaupt nicht. – Warum sind Flüge so preiswert, wenn doch angeblich das Öl immer knapper wird?

Dann kommen wir zum Frankfurter Flughafen. Zwei Dinge sprechen vehement gegen diesen Umschlagplatz für Waren:

  • Hier wird ein Großteil der Arbeit von Zwangsarbeitern verrichtet. [1]
  • Der Flughafen ist einer der größten Gesundheitsschädiger im Rhein-Main-Gebiet. Durch ständig mehr Flugzeuge wird der Lärm, den die Bürgerinnen und Bürger zu ertragen haben, zu einer permanenten Erscheinung. – Der Lärm ist fürchterlich und durch nichts zu rechtfertigen.

Und genau über diesen Flughafen werden die »Bio-Äpfel« herangekarrt. – Wie aber kann da noch das Äpfelangebot »ökologisch« sein? – Dieses Angebot ist außerdem moralisch verwerflich, weil es die Zwangsarbeitsverhältnisse außer Acht lässt und das Angebot an »Niedriglohnjobs« befördert.

Dieses »unmoralische Äpfelangebot« gibt es aber von Anbeginn bei dem Biohändler. Scheinbar hat sich niemand genügend darüber mokiert. 😯

[1]
Ich gehe davon aus, dass bekannt ist, wie die Definition von Zwangsarbeit lautet und das weiterhin bekannt ist, wie die Hartz4-Sanktionspraxis gegen Arbeitslose ausgestaltet ist.

Ein Großteil der 1000 Zeitarbeitsfirmen im Rhein-Main-Gebiet vermittelt »Billiglohnjobs« am Frankfurter Flughafen. Mindestens ein Drittel der angebotenen Hilfsarbeiter- und Lagerjobs, die in der Jobbörse der Agentur für Arbeit angeboten werden, sind Tätigkeiten, die mit dem Flughafen zusammenhängen.

Transformation

Ganz zentral ist der »öffentliche Raum«, wenn wir eine Gesellschaft wollen, die menschenwürdig und den Menschenrechten gemäß ist. Der Öffentliche Raum muss so gestaltet sein, dass er das »freie Bewegen« den Menschen ermöglicht. Alles was dies verhindert, sind interessensgeleitete Sonderregeln. Seien es die der Regierungen oder der Lobbygruppen, zu denen auch die Kriminellen zu zählen sind. Sonderinteressen durchtrennen den Raum, sperren Flächen, zwingen zu Abgaben. Durch Macht, Gewalt, »natürliche« Rechte, wird die Entfaltung der Mitmenschen eingeschränkt. Aber der öffentliche Raum muss derart gestaltet werden, dass sich alle Menschen frei entfalten können, Bewegungsfreiheit besitzen, und dennoch an jedem Ort Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie für die individuelle Existenzsicherung zur Verfügung haben. Dieses Umfeld zu schaffen, ist Aufgabe der Gemeinschaft, mit Hilfe der Wertschöpfung, die in ihrem Einflussbereich geschaffen wird. – Die Verwaltung aller (Staat genannt) ist der verlängerte Arm der Interessen der Allgemeinheit.

Sonderinteressen, Partialinteressen, Lobbygruppen hingegen, haben keine Neigung das »Wohl aller« ins Auge zu fassen. Sie sind mit ihren eigenen Anliegen beschäftigt, und das es auf ewig ihnen selbst gut geht. Die Erkenntnis wird sich aber durchsetzen, dass wir alle, als Individuen, den größten Vorteil haben, wenn wir darauf achten, dass es allen gut geht.

Wenn wir den öffentlichen Raum betrachten, dann ist damit jenes gemeint, was in der Fachsprache oft als Infrastruktur (mittels Infrastruktur-Maßnahmen geschaffen) bezeichnet wird. Beispiele dafür sind der Straßenbau, etwa in Neubaugebieten; die Schaffung von Kindergärten, Schulen, Wasserversorgung, Energieversorgung, Bürgerbüro, Spielplätze, Sporthallen, Freizeiteinrichtungen, Büchereien, Medienverleih, Internetcafés und so weiter.

Im Grunde geht es darum den Begriff des Öffentlichen Raums weiter zu fassen, die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen quasi miteinzubeziehen und, wie es Raphael Fellmer in seinem Buch »Glücklich ohne Geld« schreibt:

Zunächst hing ich noch sehr an der Idee des Grundeinkommens, doch dann war es wie ein Sprungbrett, um noch viel mehr an die Menschen und ihre Fähigkeiten zu glauben. Der Traum von einer Welt ohne Geld wurde …. größer und schon nach kurzer Zeit sah ich in dem Grundeinkommen, wenn überhaupt, nur eine Übergangslösung und glaubte mehr daran, dass wir Menschen irgendwann überhaupt kein Geld mehr brauchen würden. – Zunächst war das aber nicht mehr als eine Zukunftsvision.

Was muss es im Öffentlichen Raum geben, damit die Menschen mit dem existentiell Notwendigen ausgestattet sind? Ja, vielleicht so gar, damit sie eine »gut ausgestattete Umwelt« haben, in der es sich menschengemäß leben lässt.

Wenn der Öffentliche Raum nicht durch Sonderinteressen blockiert ist, können wir schauen, was alles dazugehört, um »in Freiheit« leben zu können.

In einem vorherigen Artikel hatte ich von den elenden Bedingungen gesprochen, in denen viele Menschen in Brasilien leben. Die Personen schlafen nachts auf der Straße, sie sind arm, haben Suchtverhalten, sie sind womöglich aggressiv, kriminell, gewalttätig. Dann hatte ich erwähnt, die Wirtschaft, und welche Aufgabe die Wirtschaft gegenüber seiner Bevölkerung hat. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Bevölkerung zu versorgen. Kein Mensch ist dabei auszunehmen, allen gebührt das Notwendige.

2

Wenn die Menschen sich in Recife, in Brasilien im Öffentlichen Raum aufhalten, dann brauchen sie abends Übernachtungsmöglichkeiten. Wer sich abends zur Ruhe legen will, braucht ein Dach über dem Kopf und vielleicht auch ein Gefühl der Sicherheit. Die Wirtschaft muss für alle Menschen Häuser und Wohnungen bauen, in denen sie leben können.

Wer jetzt sagt, »Wer soll das bezahlen, wer bezahlt denn die Miete«, würde noch »im alten Denken« feststecken. Das heutige Leben ist blockiert, durch Geldbesitz, Geldarmut, Bezahlhürden, Immobilienbesitz, privaten Bodeneigentum. Aber alles was wir tun, kann nur dazu dienen, unser aller Leben zu ermöglichen. Und nicht dazu, uns gegenseitig daran zu hindern, uns frei zu entwickeln.

Wenn wir durch die Gemeinschaft ermöglicht und finanziert, Häuser bauen, auf Grund und Boden, der der Gemeinschaft gehört, die kostenlos den Menschen zur Verfügung gestellt werden, dann tragen wir zum Wohl aller Menschen bei, und erhöhen den Wohlstand der Allgemeinheit innerhalb eines Lebensraums. Durch kostenlos zur Verfügung gestellten Wohnraum vergrößern wir den Umfang an Freiheit, den der Mensch hat, um sein Leben leben zu können.

1

Heute haben wir für die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes Kantinen und Essensausgaben in den Behörden. Das wird über Gemeinschaftsgeld (verunklart ausgedrückt, »Steuern«) finanziert. In Recife in Brasilien könnten ein oder mehrere Gebäude gebaut, und ein ständiges, kostenloses Essensangebot geschaffen werden. Über die Zeit würde man sehen, wie stark dieses genutzt wird, und das Angebot könnte reduziert oder ausgebaut werden.

In der Vergangenheit hatte ich schon diese Idee vertreten, etwa im Zusammenhang mit den »Tafeln«, die kurz nach der unsäglichen Hartz4-Einführung in Deutschland aus dem Boden schossen. Das Gegenargument war dann, es sei erniedrigend, wenn man Menschen vorab ausgewählte Nahrung anbietet, statt ihnen Geld zu geben, damit sie sich selbst etwas kaufen können. Ähnlich kann man das ja auch sehen, bei den Essensgutscheinen, die an Flüchtlinge in Deutschland ausgegeben wurden.

Essensangebote haben sicher Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, ich muss nicht selber kochen, für die Energie sorgen, eine Kochstelle parat haben. Bei den Essensausgaben kann Nahrung aus ökologischem Anbau angeboten werden, es sind verschiedene Formen von Essensausgaben denkbar. Aber in einer Grundeinkommens-Gesellschaft wären auch private Essensausgabestellen denkbar (heute Lokale, Restaurants genannt), die die Versorgung der Menschen mit Nahrung bei der Gemeinschaft abrechnen. Statt also dogmatisch die Idee einfach abzulehnen, könnte man damit experimentieren und ein Angebot starten und sehen wie es angenommen wird. Bestens geeignet wären dazu übrigens Universitätsmensen. Dann könnte die nachwachsende Generation gleich mitbekommen, was in Gesellschaften wichtig ist und was nicht.

3
Bei der Kleidung wären Produzenten denkbar, die »gemeinwohl-orientiert« produzieren, mit Öko-Baumwolle. Die Produkte würden über die Gemeinschaftskasse finanziert und in »Kleiderhäusern« zu Abholung bereitgelegt.

4
Energiegewinnung müsste unter dem Aspekt der Notwendigkeit geschehen. Wie viel brauchen wir an Energie? Wir brauchen so viel Energie, dass die Grundversorgung aller Menschen damit, gewährleistet wird.

Dass diese Aufgabe von Privatfirmen (finanziert durch Investoren mit Profitinteressen) am besten gelöst und bewältigt werden kann, ist zumindest anzuzweifeln. Auszuprobieren wäre es, wenn die Allgemeinheit die Aufgabenstellung Schritt-für-Schritt vorgibt, vielleicht mehreren »Fachleuten« den gleichen Auftrag erteilen und man dann schaut, wie diese vorankommen. Transparenz in der Energiewirtschaft ist für die Bevölkerung ganz wichtig. Die Energieversorger erfüllen nicht ihre Arbeit im Sinne der Gesamtbevölkerung, wenn die Menschen unangemessen hohe Energieausgaben haben. Langfristiges Ziel muss sein, dass jeder Bürger eine »Energiekarte« (ähnlich einer Scheckkarte) besitzt, mit der er eine (festgelegte) Menge an Energie kostenlos aus »Terminal-Steckdosen« abzapfen kann.

Damit wäre der Bereich der physischen Existenzsicherung in den Öffentlichen Raum verlagert, und maximale Freiheit wäre für das Individuum vorhanden (die Physis betreffend).

Darüber hinaus gibt es sicherlich eine große Menge an weiteren Aufgaben der Infrastruktur-Komplettierung. Zu weiteren Infrastrukturmaßnahmen könnte gehören:

Nur die wenigsten Menschen kommen in die Welt, und wachsen »wie Prinz und Prinzessin« auf, womit ich sagen will, dass es viele Menschen gibt, die alptraumartige Kindheiten hatten, und ihre Seelen ein Leben lang davon gezeichnet sind. Für viele besteht gar nicht die Möglichkeit, all das Geschehene aufzuarbeiten, Dinge wieder gut zu machen, bei einer »normalen Entwicklung« wieder anzusetzen, weil der tagtägliche Existenzkampf in Form von Selbstausbeutung am Arbeitsplatz, die ganze Energie und Daseinskräfte aufsaugt.

Erst eine »kostenlose Infrastruktur« (die die physische Existenz sichert) würde die Grundlage dafür bieten, sich diesen Aufgaben zuzuwenden. Das heißt, die sogenannte »soziale Arbeit«, Seelenarbeit, Herzensarbeit, würde einen regelrechten Boom erleben, weil die Menschen auf einmal Zeit hätten, sich diesen Dingen zuzuwenden, um ihre Seele zu »heilen«. Dazu gehören Beziehungsstörungen, Ich-, Identitätsprobleme, etc. Aber auch Vieles, was zum Bereich der »Gesundheit« gehört, könnte erst nach diesem großen Schritt in der Daseinsvorsorge, durch die In-Dienststellung der Wirtschaft für die Bedürfnisse der Menschen, angepackt werden.

Und sicherlich werden wir als Menschheitsaufgabe dabei den Planeten im Auge behalten müssen, dass er uns auch noch in den nächsten Millionen Jahren gute Dienste leistet und wir nicht »die gute Erde« überbeanspruchen.

Raphael Fellmer Buch

Defekt

tagesspiegel–gewalt-im-goerlitzer-park-die-zeugen-helfen-nicht

Immerhin schickt man einen Krankenwagen. Im Klinikum Neukölln warte ich fünf Stunden in der Notaufnahme, bis eine Ärztin mich untersucht; weitere zwei Stunden, bis ich geröntgt bin. Es ist mir schleierhaft, warum sich eine Gesellschaft, die nicht weiß, wohin mit ihren Privatvermögen, kein funktionierendes Gesundheitssystem leistet.

Dieser Mann weiß nicht, dass wir keine »funktionierende Gesellschaft« mehr haben. Unsere Gesellschaft funktioniert nicht mehr. – Es ist nicht bloß der Gesundheitsbereich. Ich frage mich, was die Menschen alles in der Summe erleben müssen, um das wahrzunehmen. Die Gesundheitsversorgung ist in diesem Land eine Katastrophe, der Umgang mit den Arbeitslosen ist desaströs, mit Geld kann die Verwaltung nicht umgehen und die Politik weiß nicht, wie das Geld »geschöpft« wird. Unsere Kultur ist »am Ende«, weil sie nichts zu sagen hat. Der Bildung sind keine Ziele gesetzt, die Herrschaften stochern im Nebel. Alles ……. funktioniert nicht.

Jetzt verstehe ich die Elterngeneration viel besser. »Warum habt ihr euch nicht gegen die braunen Horden gewehrt, habt die Gesellschaft nicht verändert, Widerstand geleistet.« – Und heute? Wir sind ja noch nicht mal in der Lage, als Bürger, diese Kleinigkeit und Unfug »Hartz4« zu beenden. Wie könnten wir da einen Diktator und seine Mordbuben aufhalten. – Das ist die Wahrheit über gesellschaftliche Prozesse.

Fluglärm, Egoismus und die Parteien

Die Ordnung der Deutschen geht langsam flöten.

Es war die Ordnung der Eltern, der Elterngeneration, und diese stirbt weg oder ist schon längst nicht mehr da. Die jungen Deutschen können diese Ordnung nicht durchsetzen, nicht garantieren. Oder sie haben sie massiv abgelehnt und verurteilt, wie die 68er. Der Witz dabei ist aber, dass gerade die 68er den Ursprung der deutschen Ordnung, der ja vergiftet ist, weil es die Ordnung der Nazis war und die ihrer Vorgängermächte, dass sie in der Folge, heute, dieses Denken wieder einführen! – Oder was soll sonst die Zwangsarbeit in Deutschland bedeuten, die in Form der Hartz4-Sanktionen von SPD und GRÜNEN wieder eingeführt wurde?

Da unterhalten sich erst zwei, dann drei ältere Herren über den Lärmschutz, und wie mit ihm in Deutschland umgangen wird, zugunsten der Wirtschaft und zum Schaden der Menschen und ihrer Gesundheit. Und der eine sagt, als die Flugzeuge über Nieder-Eschbach geflogen sind, da haben die Bad Homburger protestiert, gegen den Lärm und die Flüge sind dann über Wiesbaden geschickt worden, denn die Bad Homburger hatten eine gute Lobby. Da haben die Wiesbadener protestiert, bei ihnen seien die Krankenhäuser, bitte wo anders rüberfliegen, und die Flieger sind dann über Mainz geflogen. Jetzt protestieren die Mainzer. – Wer die stärkere Lobby hat, schafft es den Fluglärm auf andere abzuwälzen, bis der Lärm bei denen hängen bleibt, die die schwächste Lobby haben. Die Armen, wenig Redegewandten, wenig in der Politik vertretenen, weniger Mächtigen. Und dann mischt sich der Dritte ins Gespräch ein, einer, der in der Chemie in einem großen Unternehmen arbeitete und dann beim Erzählen kaum noch zum Punkt kommt, lässt die anderen beiden kaum noch zu Wort kommen, so regt er sich auf. Ein Unding sei der Lärm, unerträglich, und er hätte ja gar nichts gegen die Wirtschaft, bloß das ginge nicht, sein Häuschen hätte er ja da hingebaut, wo jetzt der meiste Lärm ist, und das hätte er vorher nicht gewusst, dass ausgerechnet dahin eine Landebahn gebaut würde. Und einer von den Herren fügt dann hinzu, zumal die angeblich so tollen Arbeitsplätze, die da entstehen zu einem großen Teil für Zwangsarbeiter gedacht seien. Nö, meint jetzt der Chemiker, Zwangsarbeiter gibt es nicht. Doch, über die Hartz4-Sanktionen werden Zwangsarbeiter in großer Zahl für den Flughafen rekrutiert. Nein, nein, das will er nicht glauben. Das sei nicht so. Davon will er nichts wissen. – Ja so ist das. Auch im Protest sind die Menschen Egoisten und die Sorgen der anderen interessieren nicht.

Die Rednerin auf der Kundgebung beschreibt die Situation sehr gut, fasst die Aspekte zusammen, bekommt bei ihrer Ansprache guten Zuspruch von den ZuhörerInnen. Eine interessante Person. Auch das Argument »Arbeitsplätze« zieht sie in Zweifel, weil zum Beispiel die Lufthansa versucht beim Personal zu sparen.

Super Vortrag von der Frau! Da lohnt es sich doch, ihr für weitere Reden nahezulegen, auch den Aspekt der Zwangsarbeit, der viele tausend Arbeitsplätze am Flughafen betrifft, in die öffentliche Diskussion mit einzubringen. Wer ist diese Person? Über die Googlesuche per Smartphone kommt »Bündnis 90/Die Grünen« zum Vorschein. Hähh? Was ist denn das? Die Person ist eine Vertreterin der Partei, die maßgeblich mitverantwortlich ist für die Zwangsarbeiter-Gesetze, die seit dem Untergang der Nazis, keine 60 Jahre später wieder in Deutschland Fuß fassen konnten, durch fatale Abgeordneten-Entscheidungen genau dieser politischen Gruppierung. Kaum zu glauben. – Und diese Leute dürfen dann bei Bürger-Initiativen Reden halten. Potz Blitz. Wenn da nicht was schief läuft.

Stopp-Flulaerm-a

Warum siecht unser Gesundheitssystem dahin?

Die Arbeit der Leistungserbringer ist gut. Dafür sollen sie auch einen angemessenen Lohn erhalten. Aber unser Gesundheitssystem ist trotzdem krank. Wie kommt das?

Fragt man die Leistungserbringer, ist alles in Ordnung. Nur das Einkommen könnte etwas höher sein. Außerdem könnten mehr Leistungen aus der Krankenkassen-Finanzierung herausgenommen werden und nur noch die aufwendigen Arbeiten gesetzlich garantiert sein. Der »Rest« sollte die Bevölkerung selbst aus eigener Tasche bezahlen.

Fragt man die Patienten und Leistungsempfänger sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Seit Jahren wird die Grundversorgung aus der Kassenfinanzierung herausgenommen. Angefangen von der Brille, zusätzliche (aber sinnvolle) Augenuntersuchungen, Zahnarztarbeiten, Untersuchungen beim Hausarzt. Facharzt-Untersuchungen mit Krankenkassen-Scheckkarte sind nur möglich bei sehr langen Wartezeiten (oft über einen Monat z.B. bei Orthopäden, Augenärzte).
Die Standard-Versorgung für die Bevölkerung wird über die Jahre immer schlechter. Alles muss selbst bezahlt werden, ohne das die Krankenkassenbeiträge sinken. Diese steigen vielmehr.

Irgendwas läuft da schief. Aber was?

Um nochmal auf die Ausgangsbetrachtung zurückzukommen. Die ärztlichen Leistungen sind gut. Das Einkommen der Ärzte ist berechtigt. Aber die Klagen der Bevölkerung und der Patienten über die Verschlechterung der Versorgung sind auch berechtigt.

Was ist nun das Problem? Der Zugang zum Berufsfeld der Leistungserbringer wird nicht begrenzt! Dadurch kommen mehr Menschen in den Bereich, der durch Beiträge finanziert wird, als es sinnvoll ist. Dies müsste die Politik erkennen und durch Gesetze gegensteuern. Das aber macht sie nicht, weil die Politik eine lobbyorientierte Sphäre ist. Die Lobby der Leistungserbringer sorgt dafür, dass trotz der Einsicht das eine Zugangsbegrenzung notwendig ist, diese nicht umgesetzt wird. Die Lobbygruppen verhindern sinnvolle gesellschaftliche Entscheidungen, indem sie Einfluss nehmen auf Politiker oder ihre eigenen Leute als »Politiker« in den Parteien installiert haben. Auch in den Medien nehmen sie Einfluss und verhindern die Erkenntnis in der Gesellschaft, dass eine fehlende Zugangsbegrenzung das Hauptproblem unseres Gesundheitssystems ist.

Warum ist eine Zugangsbegrenzung notwendig?

Die notwendigen und sinnvollen »guten« Einkommen wollen alle haben. 🙂

Deshalb strömen sie auch zur Not mit Gewalt in diese Berufe. Für eine bestimmte Zahl von Patienten, für eine bestimmte Zahl an Bewohnern in einem Gebiet, kann ausgerechnet werden, wie viele Gesundheitsberufe für diese Menschen von Nöten sind. In anderen Ländern wird dies erfolgreich gemacht (Holland). Für eine solche begrenzte Zahl an Gesundheits-Dienstleister steht dann (berechtigt) ein bestimmter Haushaltsbetrag zur Verfügung.

Da wir in Deutschland aber nicht ein allgemeines (Bürgerinnen) Interesse staatspolitisch verfolgen, sondern gruppenorientiert die Politik gemacht wird, haben wir ständig »Gewinner« und »Verlierer« in der Gesellschaft. Statt dem »Allgemeinwohl« zu dienen, werden die egoistischen Anliegen, die sich am besten durchsetzen können, befördert. Unsere bundesdeutsche Demokratie ist von Grund auf ungerecht (organisiert).

niederlande-gesundheitssystem-streng-und-gut
aerzte-bekommen-270-millionen-euro-mehr-honorar