Schlagwort-Archive: Internet

Rundfunkbeitrag

Stefan Padberg schreibt in einem Artikel in den »Sozialimpulse«, Juni 2016, dass die Zeiten für »Radio und Fernsehen« heute vorbei sind. Das bestimmende Medium ist stattdessen das »Internet«. – Wenn überhaupt, dann sind die Rundfunkanstalten nur noch bedingt wichtig:

Die Öffentlich-Rechtlichen haben in dieser neuen Medienlandschaft nur noch eine Berechtigung: Informationen aus dem staatlichen und politischen Bereich liefern und aufbereiten.

Der Sektor »Unterhaltung« in Radio und Fernsehen ist heute »zwangsfinanziert«. Das ist eine Farce für einen Rechtsstaat. Dass die Gerichte keinen Grund sehen, diese Praxis zu verbieten oder einzuschränken, zeigt, wie »heruntergekommen« diese Gesellschaft bereits ist.

Es müsste eigentlich für jeden Menschen ersichtlich sein, dass der Wetterbericht, die Staumeldungen, die Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder und erst recht nicht der »Krimi am Abend« mittels Zwangsabgaben produziert sein kann.

Es ist eine Frage der Zeit, bis endlich die Politiker, Richter, »Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens« und natürlich die gesamte Bürgerschaft, sich gegen diese Praxis aussprechen. – Auch bietet dieses Thema eine gute Gelegenheit für »den Souverän«, sein politisches Engagement wiederzugewinnen und gestalterisch die Gesellschaft mitzubestimmen.

Advertisements

Soziale Netzwerke – politische Arbeit – Medien

Fritz Lloyd Wetzel ist auch bei Facebook. „Ich hätte dort gern mehr Politisches und weniger Urlaubsbilder“, sagt er. Genau das ist die Strategie des Unternehmens. Mit neuen Angeboten für klassische Medien will Facebook diese Entwicklung verstärken, zum Beispiel mit Instant Articles, einer Möglichkeit, Medienbeiträge direkt bei Facebook zu veröffentlichen und nicht nur zu verlinken.

Ein neues Lesen – 29.04.2016 – Markus Hesselmann

Interessant an dem ganzen Beitrag ist der Hinweis auf die zunehmende Bedeutung der Sozialen Netzwerke.

Im krassen Gegensatz dazu ist das Verhalten vieler »Normalbürger« zu sehen, die sich vom Internet fernhalten, mit teils leicht zu hinterfragenden Behauptungen über den »Datenschutz«.

Natürlich ist das Internet »Öffentlichkeit«. – Wer dort aktiv ist, gibt »Daten« preis, statt sie zu »schützen«. Wer irgendetwas, oder sich selbst geheimhalten will, wählt diesen »Öffentlichen Raum« erst gar nicht aus, oder mag sich zurückziehen in die »Foren«, mit ihren überwiegend anonymen Teilnehmern.

Das Internet ist somit ideal für Menschen, die sich den Interessen der Allgemeinheit verpflichtet fühlen. – Die »Allgemeinheit« hat das natürliche Verhalten an sich, ihre Anliegen öffentlich zu machen. Während diejenigen, die zum Schaden der Allgemeinheit sich verhalten (Korruption, Steuerhinterziehung, Bestechung, Lobby-Interessen), sich gerne im Verborgenen bewegen.

Das Internet bedeutet, den »physischen öffentlichen Raum« durch einen virtuellen zu ergänzen, und in vielen Einzelfällen sogar abzulösen. – Zentraler Bestandteil des Internet ist der Umstand, »sichtbar« zu sein. Wer sich im Internet bewegen will, ohne sichtbar zu sein, »schwingt nicht mit«, mit der Wahrheit, die in dieser neuen Welt enthalten ist.

Im »virtuellen öffentlichen Raum« erledigen wir unsere Geschäfte nicht mehr »zu Fuß«. Wir können unsere Angelegenheiten schneller umsetzen, als noch vor Jahren. Wir können mittels des Internet schneller und einfacher mit anderen Menschen bei bestimmten Arbeiten »kooperieren«.

Gerade »politische Arbeit«, also gesellschaftliche Gestaltung, wird mittels des Internet und der vorhandenen Software enorm vereinfacht. – Das Problem hierbei ist heutzutage nicht mehr die fehlende Software, sondern das Fehlen der Menschen, die einsehen, welches Potential im Internet liegt, um gesellschaftspolitisch zu gestalten.

Nicht nur Medienfirmen, auch freie Journalisten können mitmachen und sich unter dem Facebook-Dach unter Umgehung von Redaktionen selbst zur Marke entwickeln. Aus dem post-industriellen wird ein neu-industrieller Journalismus, mit Facebook als multinationalem Medienkonzern.

Was der Autor nicht erwähnt, ist der Umstand, dass alle »Bezahlmedien« Eigentümer im Hintergrund haben. – Welche Interessen verfolgen diese? – Wenn er selbst für eine Zeitung arbeitet, hat er einen Chef, und den Eigentümer vor sich, der ihn bezahlt und ganz bestimmte, »tendenziöse« Artikel will. – Das muss er ja noch nicht mal direkt gesagt bekommen. Lob und Tadel bringen ihn in eine bestimmte Richtung, oder er wird entlassen. – Insofern wirkt die Kritik an den großen Internet-Medienkonzernen scheinheilig.

Die einzige Nachricht, die wirklich wertvoll ist, ist die des unabhängigen Schreibers, Bloggers, wenn sie denn seine persönliche Meinung, seine persönliche Erfahrung wiedergibt. – Alles andere sind »beauftragte« Texte.

Exklusive journalistische Expertise darf auch darauf hoffen, sich digital besser als Bezahlinhalt verkaufen oder hochpreisiger bewerben zu lassen.

Was soll »exklusive journalistische Expertise« sein, wenn die Bürger Nachrichten und Informationen nach ganz anderen Kriterien beurteilen, als der »Journalist«?

Für die Bürger ist es wichtig, zu sehen, ob sich eine Nachrichte der »Lügenpresse« zuordnen lässt. »Lügen« bedeutet, aktiv wissentlich die Unwahrheit sagen. – Selbst wenn wir annehmen, dass viele Reporter und Medienmitarbeiter »keine Ahnung« haben, was sie da eigentlich für Nachrichten verbreiten, also nicht aktiv »lügen«, so können wir doch davon ausgehen, dass in vielen Medienanstalten, die Unwahrheit gesagt und verbreitet wird. – Also haben wir »Unwahrheitsmedien«.

2% der Bevölkerung hat Aktien. Dennoch werden jeden Tag auf allen Kanälen die Aktienkurse verbreitet. So, als ob das für alle wichtig wäre, darüber Bescheid zu wissen. Oder geht es eher darum, Propaganda zu machen, für ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, dass gegenüber der Bevölkerung durchgedrückt werden soll? – Jeden Tage bekommen wir erzählt, dass wir »Wirtschaftswachstum« brauchen und »Investitionen«, um »mehr Arbeitsplätze« zu schaffen, damit die Leute ein Einkommen haben.

Ist das die Wahrheit?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen brauchen, damit jeder »unabhängig von den Wechselfällen in der Wirtschaft«, ein sicheres Einkommen hat?

Wer sagt die Wahrheit, wer lügt, oder sagt zumindest die »Unwahrheit«?

Warum sollten die Leute etwas »bezahlen« wollen, das »inhaltlich« den Ansprüchen nicht genügt, die die Bürgerinnen und Bürger haben?

Der nicht unberechtigte Verdacht steht im Raum, dass ein Großteil der Printmedien und die öffentlich-rechtlichen Medien sowieso, im Windschatten der Regierenden ihre Nachrichten verbreiten und den Staatsverwaltern mit ihren Beiträgen »zuarbeiten«, also »gegen die Bevölkerung« ihre Texte schreiben. – Warum sollten die Bürger auf die Idee kommen, so etwas auch noch zu bezahlen.

Ich selbst, fern solcher Prominenz, mache eine ähnliche Erfahrung, wenn ich auf einer meiner Social-Media-Seiten mal wieder richtigstelle, dass ein Lob für einen besonders gelungenen, von mir empfohlenen Beitrag nicht mir gebührt („Toller Text von Markus Hesselmann, danke!“), sondern dem Kollegen, der ihn tatsächlich geschrieben hat. Und stelle fest, dass ich für einige Freunde und Follower inzwischen als eine Art Medium wahrgenommen werde, auf dessen Auswahlkriterien man vertrauen kann, eine neue Art beruflicher Genugtuung.

Das ist ähnlich der paternalistischen Einstellung, die auch die Bundesregierung hat, wenn sie uns alle »integrieren« und »fördern« will. – Auch in der Medienauswahl sollen wir an die Hand genommen werden, um zu den »Qualitätsprodukten« hingeleitet zu werden. – Das passt nun wirklich nicht mehr in die heutige Zeit der »selbständigen Menschen«. 😀

Vereinsleben

Nach solchen Erlebnissen kommt die Erinnerung wieder hoch, warum damals die politische Arbeit gemieden wurde, das soziale Engagement nicht zustande kam.

Diese typisch deutsche Vereinsmeierei ist einfach nur grottig. Unglaublich langweilig und anmaßend gegenüber den Beteiligten. Eine Zeitverschwendung ohne gleichen.

Typischerweise hockt vorne »der Vorstand« und die Mitglieder können »Fragen stellen«. Im Vorstand sein heißt, Fachkompetenz besitzen, oder sie zumindest nach außen hin so darstellen.

Dass die ganze Angelegenheit fürchterlich langweilig ist, bemerken die Teilnehmenden an den immer wieder zu hörenden entschuldigenden Bemerkungen der Moderatoren, dass jetzt diese und dann jene Formalität zu erledigen sei, ein Verein verlangt nun mal nach solchen Regeln und Verfahrensweisen.

Und die gegenseitige Unterwürfigkeit bezüglich Kompetenz und Zuständigkeit kennt keine Grenzen. Wenn der eine vorne am Rednerpult etwas sagen will, bittet er gleich den nächsten »Fachmann« ihm doch ins Wort zu fallen, falls er etwas Falsches sage. – Gähn. Was für ein lahmes Getue.

Vielleicht kommt auch deshalb nichts Neues in Deutschland auf die Beine, gesellschaftliche Entwicklungen, notwendige Veränderungen, wenn überall solche müden Zusammenkünfte zelebriert werden.

Viel besser sind moderne, die Internetmedien nutzende Netzwerke aus selbstbewussten Einzelpersonen, in denen niemand den »Sachverständigen« heraushängen lassen muss, sondern alle am Erreichen der gemeinsamen Ziele mitwirken. – Dann können wir auch dieses wenig erbauliche deutsche Vereinsleben hinter uns lassen.

TOP1

Selber denken und handeln! 🙂
Zeiteffizient vorgehen.
Keine Hierarchien
Zielorientiert arbeiten.
Online Aktivismus

Ausgestaltung der Direkten Demokratie

Wichtig ist die Einzelperson, das Individuum. – Alle Meinungen, Urteile und Entscheidungen des Individuums gilt es zu achten. Andererseits ist zu bedenken, dass ein Mensch eben auch nur eine Stimme hat, wenn es darum geht, etwas für die Allgemeinheit zu entscheiden. – Das heißt, die Meinung des Einzelnen ist bedeutend und sollte zur Kenntnis genommen werden, sie ist aber nicht »das letzte Wort«. Auch andere haben eine Meinung. – Werden verschiedene Vorschläge zu einer Sache eingebracht, wird eine Vorauswahl durch Abstimmung getroffen, die dann in die »Endrunde« kommen. Der Vorschlag, der die meisten Stimmen bekommt, wird umgesetzt. Das heißt, auch wenn es nur eine Stimme mehr wäre. – Dabei wird davon ausgegangen, dass die Vorschläge eher ähnlich, vergleichbar und nicht in krassem Gegensatz sind. – Und die Menschenrechte begleiten immer alle direkt-demokratischen Entscheidungen.

Damit der Einzelne genügend umfänglich gewürdigt werden kann, mit seinen Überlegungen, ist eine Präsentation seiner Gedanken und Ideen unumgänglich. Und natürlich können auch Personen vollständig im Verborgenen leben, ohne Handy, Telefon, Internet und sie können behaupten, dennoch bei der Gestaltung der Allgemeinheit und des Gemeinwohls mitzuwirken, aber wenn die Direkte Demokratie eine »große Sache« werden soll und werden wird, dann präsentieren wir uns genauso, wie heute die Politiker es tun, über eigene Internetseiten, über Blogs, über soziale Netzwerke.

Um ein Beispiel zu nennen. Immer wieder werden neue Initiativen, Gruppen gegründet, die sich bestimmten Zielen, Aufgaben widmen wollen. Hier ist es sehr wichtig, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, wer denn da sich gemeldet hat, aufgetaucht ist, um bei diesen Unternehmungen dabei zu sein. – Wer wenig von sich erzählt, hat womöglich nicht die Zeit dazu. Aber die realen Begegnungen können dies sowieso nicht leisten, da hier die Zeit immer zu knapp ist. Zeit im Überfluss gibt es dagegen im Internet. [1] Die schriftliche Darstellung einer Person ist schneller zu überschauen, als sich durch die vielen kurzen mündlichen Mitteilungen hindurchzuarbeiten, die »live« von einer Person zu erleben sind. – Frühzeitig und über Jahre einen Eindruck über die eigene Denkweise zu vermitteln (die sich durchaus über die Zeit auch ändern kann), bietet eine gute Gelegenheit für andere, die Gedankenwelt desjenigen zu erkunden. – Klar können solche Seiten manipuliert sein. So, wie es auch bei den Wikipediaseiten versucht wird, die über Personen informieren. Aber wenn etwas gesagt wurde, geschrieben ist, dann gilt das erstmal. Und es hat eine andere Wirkung, als wenn jemand als völliger »Nobody«, ohne Hintergrund in Erscheinung tritt.

Würde dies nun als Aufgabe verstanden werden, so bedeutet es, dass Personen, die in der Öffentlichkeit für die Allgemeinheit und das Gemeinwohl aktiv werden wollen (wer Lobbyist sein will, hat sowieso ein ganz anderes Wertesystem), sich darauf einrichten, in der Öffentlichkeit in gewisser Weise »zu leben«. Den eigenen Vorteil haben sie dadurch, dass sie selbst Teil der Allgemeinheit sind, für die sich eingesetzt wird. – Wer in einer Initiative sich einbringen will, sollte parallel dazu einen Blog betreiben, auf dem die eigenen Positionen in gewissem Umfang sich in der Entwicklung zeigen und verfestigt und verfeinert werden. – Es geht nicht darum, »mitzuschwimmen«, sondern wie alle anderen auch, »zentraler Baustein« der Unternehmung zu werden. – Alle sind unabdingbar und in vollem Umfang präsent. – Das geht aber nur, wenn der Einzelne eine eigene Meinung hat. Und die muss er konkretisieren.

[1]
Empfundene Wirklichkeit. – Das ist ein interessanter Aspekt. – Im Internet haben wir »Zeit im Überfluss«. In der realen Welt ist die Zeit extrem knapp. – Es sei denn, es wird die »reale Welt« ins Internet verfrachtet. Alberner geht es nicht. – Als Beispiel sind die »Sprachkonferenzen« bei den PIRATEN zu nennen. Mumble. Da werden alle Vorteile des Internets ausgehebelt. – Das ist so, als ob vor die Lokomotive ein Pferdegespann gesetzt wird, um die Lok samt Waggons zu ziehen.

Meinungsfreiheit

Im Grundgesetz steht:

Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Und in den Abmachungen der UNO finden wir.

Artikel 19 Menschenrechtserklärung
Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Wie kommt es aber, dass dennoch die Meinungsfreiheit »faktisch« eingeschränkt ist?

Um die Meinung äußern zu können, brauchen die Menschen Medien. Das einfachste Medium ist die Stimme. Jeder kann sich hinstellen und seine Meinung sagen. Aber da beginnen bereits die Schwierigkeiten. Stellt sich der Mensch in seiner Wohnung hin, und sagt seine Meinung, dann geht das nur, wenn er nicht dadurch Nachbarn belästigt (Lautstärke, Uhrzeit, ..). Und auf öffentlichen Plätzen kann man nicht einfach Menschen um sich versammeln und eine Rede halten. – Öffentliche Versammlungen müssen angemeldet werden. Wer Flugblätter verteilt, muss diese namentlich kennzeichnen, damit die Behörden wissen, wer für den Text verantwortlich ist.

Am Arbeitsplatz kann ein Mitarbeiter nur bedingt seine Meinung sagen. Geht er in Konfrontation mit seinen Chefs, so werden diese versuchen, den Mitarbeiter loszuwerden. Zum Beispiel wegen »geschäftsschädigenden Verhaltens«. – So ist festzustellen, dass es gar keinen öffentlichen Raum mehr gibt. Jeder »Raum« gehört irgendjemandem anderes. Dem Hauseigentümer gehört die Wohnung. In der Schule können die Schüler nicht sagen, was sie wollen. Hier hat die Schulleitung Hausrecht. Auf der Straße hat der Staat »Hausrecht«.

Und wie ist es im Internet? Hier könnte man meinen, sei die Meinungsfreiheit eher möglich. Auf einer Homepage kann jeder Bürger seine Meinung sagen. Oder? Natürlich nur im Rahmen der Gesetze. Und wer eine eigene Domain verwendet, kann Besuch bekommen von Menschen, die mit dem Autor »direkt« kommunizieren wollen. 🙂

So lässt der Mensch, der seine Meinung sagen will, seine Homepage hosten und meldet keine eigene Domain an. Aber auch da ist niemand davor geschützt, seine Meinungsplattform gekündigt zu bekommen, weil Regierungen den Provider und Hoster unter Druck setzen und so die Sperrung der Seite erwirken. – Mit anderen Worten, die Meinungsfreiheit ist theoretisch gegeben, in der Praxis bestehen allerdings viele Hürden.

Wie ist es auf Kommunikationsplattformen? Foren, Soziale Netzwerke. Hier spielt wieder die Eigentumsfrage eine große Rolle. »Foren« sind in der Regel von Privatpersonen erstellt worden, von Vereinen, aber auch von Firmen. Diese haben neben den gesetzlichen Regeln, die sie beachten müssen, eigene Regeln, nach denen sie die Beiträge anderer Personen beurteilen. Gefallen dem Foreneigentümer bestimmte Meinungen nicht, in »seinem« Forum, wird er sie zu verhindern wissen und die Verursacher aus »seinem« Forum verbannen.

In den Sozialen Netzwerken sind es auch wieder die »Eigentümer« der Netzwerke, die Regeln aufstellen und damit festlegen, was möglich ist und was nicht. – Im Usenet gibt es (selbsternannte) Meinungspolizisten, die ein bisschen für »Ordnung« sorgen.

Wie ist nun die Tendenz bei der Meinungsfreiheit?

Meinungsfreiheit ist am ehesten dann möglich, wenn das Medium, das die Meinung trägt, und der »Raum«, in dem Meinungsfreiheit stattfindet, nicht »fremder« Kontrolle unterliegt und der Mensch »Medium und Raum« unbeschränkt nutzen kann, um sich mitzuteilen.

Im Grunde bedeutet es, das Meinungsfreiheit überhaupt nicht existiert, sondern nur eine gegenseitige Duldung und Akzeptanz. – Wenn wir einander nicht dulden und akzeptieren, werden wir uns bekämpfen und verhindern.

Meinungsfreiheit ist mehr ein Anspruch, als das sie Wirklichkeit ist.

meinungsfrr-a

Print und Medien

perlentaucher–die-panik-der-anderen

Ina Hartwig hat einen langen Artikel geschrieben über die Frankfurter Rundschau, zu der sie 1998 kam und deren Niedergang sie miterlebte. Sie glaubt, dass die Printmedien noch nicht am Ende sind, und sogar durch eine Subventionierung durch den Staat erhalten werden könnten.

Als junger Mensch habe ich oft die Rundschau gekauft, gerade die Wochenend-Ausgabe und Frau Hartwig beschreibt auch in ihrem Bericht, dass diese Wochenend-Ausgabe einige »Perlen« parat hatte, die es zu begutachten lohnte. Da war das Feuilleton, die »Auto und Verkehr«-Seite, die Wissenschafts- und die Frauenseite, die Reiseseite. Es fanden sich auch immer wieder Artikel abseits des Üblichen und das Ganze war schon lesenswert.

Aber mal ehrlich, die Zeitungen konnten doch nicht die Wirklichkeit abbilden. In ihr waren mikroskopisch kleine Auszüge des menschlichen Lebens aufgezeichnet. Das Mitgeteilte war ein Teilbereich des Lebens. Nur dadurch, das bestimmte Leute in diesen Medien präsent waren, konnten deren arg begrenzte Wahrheiten wiederum eine größere Gruppe von Personen per Zeitungspapier erreichen. Aber was hat das für eine Bedeutung gegenüber der ganzen Fülle des Wissens und der Wahrheiten der Menschheit, aller Menschen? Es ist nahezu bedeutungslos. – Insofern bin ich heilfroh, dass diese Beschränktheit dieser Zeitungspapier-Welten durch die digitalen Medien eine Ersetzung erlebt hat und das man aufatmen kann, in einer freieren Welt, in der mehr mitzuteilen endlich möglich ist, als es diese Berufstätigen je zustande brachten. Durch das Internet wurde mit einem Schlag die Bedeutung dieser »durchs Nadelöhr der Drucker gepressten« Wahrheiten auf das Niveau zurechtgestutzt, welches man als »realistisch« bezeichnen könnte.

Und mir geht es keinesfalls darum, die Leistungen dieser Berufsgruppen zu schmälern, aber gerade auch an diesem Beispiel wird deutlich, wie sehr »Arbeit und Beruf« sich an den Erfordernissen der Menschheits-Aufgaben zu messen hat. Sobald sich bessere Möglichkeiten ergeben, die Dinge für den Menschen zu gestalten und zu erledigen, müssen sie ergriffen werden, wenn denn ein Gespür für diese Notwendigkeiten vorhanden ist. Erst jetzt, durch die Blogs, privaten Internetseiten, durch die Projekte unterschiedlichster Initiativen, ist es möglich, die »ganze Wahrheit« mitteilen zu können und es wird spürbar, wie sehr Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau, FAZ etc. eine »Notlösung« waren, und das ganze Ausmaß an »Bedarf« nach Information, Wissen, Bildung, Unterhaltung, Diskurs nicht mal ansatzweise haben abdecken können.

(Dieselbe Perspektive gilt übrigens auch in Hinblick auf die »öffentlichen Rundfunkanstalten«, die es bis heute kurioserweise geschafft haben in vollem Umfange trotz digitaler Medienkonkurrenz zu überleben. Dies war nur möglich, durch »Zwangsgebühren« (ehemals GEZ-Gebühren), die sie von der Bevölkerung kassieren. Dieses Unrecht endlich zu beenden, ist eine der großen Aufgaben, die die Bevölkerung »als nächsten Schritt« vor sich hat, in Richtung Basis-Demokratie, Direkte Demokratie.)

achgut–der-sprachlose-schwaetzer

Henryk M. Broder schreibt hier über ein Thema, das sicherlich von Bedeutung ist: Wem bietet das Internet die größeren Chancen, wer hat eher schlechte Karten, bei der Nutzung dieses Mediums, als Sprachrohr, »Mitteilungsmaschine«.

Die heute gewordene Demokratie ist doch keine »echte«. Wenn Demokratie bedeutet,
»Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen … ausgeübt.«, dann wird doch gerade dies durch die Praxis der Parlamentarischen Demokratie außer Kraft gesetzt. Durch tausenderlei Filterungen sind es zum Schluss nicht »die Bürger«, die über die Dinge ihres Lebens urteilen und entscheiden, sondern wieder mal nur ein Häufchen Menschen, die sich beim »Kampf um Macht« haben durchsetzen können und dann nicht »im Namen aller«, sondern über alle Köpfe hinweg gegen die Bevölkerung ihre (teils Unrechts-Gesetze) durch die Parlamente peitschen. – Wo ist da »Demokratie«, das Urteil und die Entscheidung des Einzelnen, gleichberechtigt nebeneinanderstehend?

Im Internet nun, in den Blogs, in den Sozialen Netzwerken passiert genau dies. Alle stehen gleichberechtigt mit ihren Urteilen und Entscheidungen zu den einzelnen Themen ihrer Betrachtung, nebeneinander. – Das muss eine schreckliche Vorstellung sein, für die Obermacker von anno dazumal. Aber die Entwicklungen in Richtung »moderne Gesellschaften« lassen sich nicht aufhalten.

Realnamenspflicht oder Anonymität

Die Realnamen-Vertreter weisen gerne darauf hin, dass in der Anonymität unrechtes Verhalten stattfindet. Das stimmt. Aber reicht das, um anonymes Auftreten im Internet per se ausschließen zu dürfen?

Über meinen Google+ Account bin ich relativ öffentlich. Auch hier in diesem Blog gebe ich meinen Realnamen bekannt und wie man mich (im Notfall) erreichen kann. Aber welche Unterhosen ich kaufe, in welcher Straße ich wohne, oder welches Smartphone ich verwende, geht mit Verlaub gesagt, die Öffentlichkeit einen feuchten Kehricht an.

Das heißt das richtige Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Privatheit muss letztlich der Internetnutzer selbst herausfinden und die Gesetze sollten nur einen groben Rahmen vorgeben. Nun muss ich erleben, dass mir die Dropbox-Anbieter meine Links sperren, weil ich damit »zu viel Traffic« verursache. Ehrlich? Oder blockieren sie nur deshalb meine Links, weil ein Film dabei ist (aus der Sicht der Dropbox-Macher womöglich urheberrechtlich geschütztes Material, dass ich da illegal zum Download anbiete.)

So gerät man als Internetnutzer in ein Dilemma. Einerseits möchte man die Möglichkeiten des Internets nutzen, so wie man sich das vorstellt, aber die Macher der Angebote wollen einen zwingen, dies in der Form zu tun, wie diese sich das vorstellen.
Einen anonymen YouTube Account hat man »freundlich« entzogen, in dem Google mir »anbot«, diesen mit meinem Realnamen Account bei Google+ zu verschmelzen. Eine gute Idee, oder? Wozu auch in »vielfältiger Form« in der (Internet)- Öffentlichkeit auftreten, denken sich die Global Player des Internets. Da könnte sich der User ja der Beobachtung und Kontrolle entziehen. – Tatsächlich wäre es mir lieber, in manchen Fällen anonym auftreten zu können. Zum Beispiel als Konsument bei der Bewertung von Produkten. Warum soll ich meinen Realnamen bekannt geben, wenn ich die Qualiät eines Staubsaugers bewerte? Aber was mir viel wichtiger ist. Wenn alles an meinen Realnamen gekoppelt ist, werde ich zum gläsernen Menschen. Dann wüsste man wirklich alles über mich. Und wozu soll das gut sein?

Das Internet muss auch weiterhin beides ermöglichen. Mit Realnamen auftreten, da wo es Sinn macht, wo man das von selbst gerne tut. Aber es müssen auch Möglichkeiten bleiben, das Internet anonym zu nutzen. Denn auch das macht Sinn. Zum Beispiel in Newsgroups, Foren.

Ich sehe jedenfalls eine Tendenz, die anonyme Bereitstellung von Bildern und Filmen eher zu verunmöglichen. Gründe dafür sind zweierlei: Einmal die weltweite Kinderpornographie, die es zu unterbinden gilt, und dann die Content-Industrie, die nicht will, dass man ihre Produkte »kopiert« und kostenlos an andere Menschen weiterverteilt. – Mal sehen, wie sich das Ganze noch entwickelt.

Besonders krass ist es ja bei den (deutschen) Domains. Wenn man eine deutsche Domain auf seinen Namen registriert, kann jedermann die Wohnadresse des Domaininhabers herausfinden (über die Who-is-Abfrage). Was für ein Schwachsinn. Wer hat sich das bloß ausgedacht.
Dabei ginge es ganz einfach: wie bei den Nummernschilder an den Autos. So könnte eine Domain ein öffentliches »Nummernschild« bekommen und alle berechtigt Interessierten (wie Polizei, Justiz, Geheimdienst *haha*) hätten ruckzuck die komplette Adresse des Inhabers.

316 256 060 020

Das Internet nutzen

http://wolkenstich–communities-bei-google-plus

York Werres weist in seinem Beitrag daraufhin, dass letztlich die (längeren) Mitteilungen der Menschen von Belang sind, und nicht das schnelllebige Posting eines Google+-Users im Stream. Hier zeigt es sich auch, das sinnvolle Plattformen bereits vorhanden sind, aber die Menschen sich erstmal durch den Wust an Internet-Angeboten durcharbeiten müssen, um herauszufinden, welche Programme und Angebote für eine optimale Vernetzung und Mitteilungsdarbietung sinnvoll und brauchbar sind.

Denn obwohl ein Blog besser geeignet ist, differenzierte Stellungnahmen relativ »bleibend« ins Netz zu stellen, kann man es nicht verhindern, dass Personen ihre guten Überlegungen auch mal schnell als Streambeitrag in Google+ bereitstellen oder gar diese »Perlen« nur als Kommentar verfasst in einen Diskussionsstrang verschenken.

Meine Vermutung ist, dass wir auf die Dauer uns gegenseitig helfen, die optimalsten Wege zu wählen, die eine zielgerichtete und effektive Vernetzung ausmacht.

Eigentum

… das Menschenrecht auf Eigentum in Frage stellen und damit eine wesentliche Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft aus den Angeln heben könnten.

Ingo Langner schafft es in einem kruden Artikel auf der Achse des Guten ein »Menschenrecht auf Eigentum« zu behaupten (vordergründig geht es um die »Grenzen des Internet« und der Aussage, die Piraten würden es überbewerten), ohne Bezug zu nehmen auf die Entstehungsgeschichte von Eigentum überhaupt und die damit zusammenhängende Fragwürdigkeit des Eigentumsbegriffes.

Eigentum entstand geschichtlich gesehen, durch »Inbesitznahme« von zum Beispiel Land, welches vorher anderen Menschen gehörte (durch Gewalt enteignet) oder niemandem gehörte. Was aber niemand gehört, gehört allen.

Geistige Leistungen wiederum entstehen geschichtlich gesehen, über die Nutzung von Gemeingütern (Bibliotheken) und Hilfen, die von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden (Schulen, Universitäten) als Eigen- oder Gemeinschaftsprodukt. Dieses ist somit ohne die Gemeinschaft gar nicht möglich. Deswegen ist »Geistiges Privateigentum« in weiten Teilen unberechtigt.