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Wo wohne ich

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Es sind Stimmen, wie die des Nahostexperten Jürgen Todenhöfer, die den Konflikt mit Argumenten aus dem vergangenen Jahrhundert anheizen. Eine Argumentation, die so harmlos daherkommt: Israel sei eine europäische Kolonie auf arabischem Boden, erzählt er bei Anne Will. Genau das ist die Logik, die diesen Konflikt bis heute bestimmt. Die Kategorie „geraubtes Land“, die der ehemalige CDU-Politiker immer wieder aufmacht, erinnert an eine völkische Blut-und-Boden-Philosophie. „Wenn sie die Schuldfrage stellen“, entgegnet Todenhöfer „würde ich als allererstes die Nazis und Hitler nennen.“ Hitler sei Schuld am Problem. Am Problem Israel – weil er den Arabern durch seine Vernichtungspolitik die Juden ins Land getrieben hat. Wer so argumentiert, wer Israel zum Räuber macht, zum ewigen Stachel im arabischen Fleisch, zum Problem, das man den Nazis zu verdanken habe, der kann in letzter Konsequenz gar nicht anders, als Israel das Recht auf Existenz abzusprechen.

Diese Diskussion »um Land« wird ja von den wenigsten geführt. – Die Israelkritiker beziehen sich auf die Kriegshandlungen der Israelis, wollen aber mit der Landfrage nichts zu tun haben. – Aber das geht nicht. Auch zu der Landfrage muss eine Haltung formuliert werden: Sollen, können die Juden in diesem Gebiet leben, ja oder nein? Jeder, der in dieser Sache sich zu Wort meldet, wird offen oder indirekt auch auf diese Situation hin angesprochen.

Aber die meisten Kritiker verzichten auf eine Bezugnahme zu dieser Frage und beschränken sich auf die Auseinandersetzung mit den tagespolitischen Themen, wie etwa der »Kulturredakteur« einer Obdachlosenzeitung.

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Wenn wir wissen, im Jahr 2005 lebten in Europa zwischen 42 und 53 Millionen Muslime, das sind etwa 6 bis 7,5 % der über 700 Millionen Einwohner des Kontinents, warum sollte es dann nicht möglich sein, dass 8 Millionen Israelis im arabischen Raum leben?

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Und sie haben den Ort ja nicht beim Würfeln herausgefunden. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Jahrhunderte und Jahrtausende alter Bezug zu dieser Gegend besteht. – Das ist also keine willkürliche Entscheidung.

Natürlich muss niemand dieser Sicht zustimmen, aber es wäre eine Überlegung wert.

Und schon längst leben Menschen, wollen Menschen dort leben, wo sie es hinverschlägt, wo sie ankommen. – Niemand will vertrieben werden aus »Blut-und-Boden« Gründen. Viele der Argumente gegen solche Lebensumstände und Lebensläufe sind »nationalistisch« begründet. – Wer aber will nationalistische Positionen weiter verteidigen?

Zumindest wäre es wert, einmal die Wanderbewegungen der Menschen und ihre Aufenthalte mehr mit der Verantwortung einzuschätzen, die jeder Einzelne aus seiner Position in der Weltgemeinschaft heraus empfinden könnte.

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Konkurrenz und Neid

Jonathan Jay Pollard, Jahrgang 1954, sitzt jetzt seit bald 30 Jahren im Gefängnis, weil er Informationen ausspioniert und weitergegeben hat. Ausgerechnet von den USA wurde er dafür ins Gefängnis gesteckt, von dem Land, dass durch NSA und die Enthüllungen des Edward Joseph Snowden in dieser Hinsicht weltbekannt ist. – Ist es nicht besonders perfide, dass die Verantwortlichen trotz dieser Vergleichbarkeit der »Taten«, nicht schleunigst den Verurteilten freilassen?

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Pollard niemanden getötet, geschlagen und sonst wie misshandelt hat, er hat bloß Daten gesammelt und an andere übermittelt. Er hat also das gemacht, was tausende von Amerikaner, Engländer, Australier, Kanadier auch jeden Tag machen. So müssten doch all diese Menschen, die in Zusammenhang mit NSA entlarvt wurden, ebenfalls mindestens 30 Jahre ins Gefängnis gesteckt werden. – Und hatte man der Weltbevölkerung nicht bei der Snowden-Affäre erklärt, dass es »üblich und normal« sei, wenn Geheimdiensttätigkeiten überall stattfinden?

Nun wird hinter vorgehaltener Hand und teils offen darüber spekuliert, ob die hartnäckige Weigerung der amerikanischen Entscheider, Pollard freizulassen, nicht vielmehr Ausdruck eines Antisemitismus ist. Denn Pollard ist amerikanischer Jude und die gesammelten Informationen hatte er an Israel weitergegeben. Das war Anfang der 80er Jahre.

Diese Frage ist deshalb interessant, weil dabei zu den Quellen des Antisemitismus vorgedrungen wird. Es fällt auf, dass die Befürworter der weiteren Inhaftierung gerne öffentlich und namentlich zu ihrer Haltung stehen, unter anderem Bill Clinton. Und diese Inhaftierung muss durchaus als unmenschlich angesehen werden, da der Beschuldigte keinem Menschen physisch geschadet hat (auch wenn konstruiert wird, die von ihm weitergegebenen Informationen könnten anderen Spione gefährdet haben). – Dabei ist anzunehmen, dass die Befürworter der weiteren Inhaftierung Pollards sich sicher sind, in ihrer Haltung. Das passt aber gut zu dem Antisemiten, der ja auch gerne »triumphierend« seine Erkenntnisse und sein Wissen öffentlich macht, wenn er glaubt, in seinem ersten Urteil (Vorurteil) durch Ereignisse bestätigt zu werden.

Loyalität

Im Nationalstaat der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war in einem männerbündlerischen, völkischen Sinne Loyalität nur gegenüber der eigenen Gruppe möglich. Wer dies nicht leistete, war ein Verräter und Feind. Und schon immer war der Antisemit der Meinung, dass die Juden, egal wo sie wohnen, doch nur ihrem eigenen Volk sich verpflichtet fühlen. – Heute spielt diese Sicht kaum noch eine Rolle, weil die »völkischen, männerbündlerisch organisierten Nationalstaaten« am Verschwinden sind oder bereits in moderne, für alle Menschen, egal welcher Herkunft, geeignete »Lebensräume« sich umgewandelt haben oder dabei sind, sich umzuwandeln. In den 80er Jahren waren diese Vorstellungen aber bestimmt noch bei Einigen oder Vielen in den USA zu finden. Die Idee dieser »späten Nationalisten« ist, dass der Delinquent gegenüber seinem Wohn- und Geburtsland hätte loyal sein müssen und nicht gegenüber Israel. Und dem Antisemiten wird ein »Beweis« geliefert, dass seine ersten Urteile doch richtig sind, dass nämlich »der Jude« immer nur den Vorteil »seines Volkes« im Blick hat und nicht den Vorteil der Menschen seines »Wohnortes«, und er daraus berechtigt ist, besonders hart gegenüber dem Beschuldigten handeln zu dürfen. Das wäre dann die Ebene der Konkurrenz. Der Antisemit sieht in dem Juden einen Konkurrenten, der auf gleicher Ebene wie er, sich um Vorteile bemüht. Der »völkische, männerbündlerische Nationalist« sieht in dem Juden einen Konkurrenten, der dasselbe vorhat wie er, sich aber damit auf »fremden Boden« aufhält.

Wer aber nicht in der Dunstwolke des völkischen, männerbündlerischen Nationalstaates drinsteckt, kann vielleicht wahrnehmen, dass zum einen die Bedeutung solcher Staaten, wie schon eben bemerkt, rapide am Sinken ist, weil die Bevölkerungen immer stärker durchmischt sind, und ein Denken in Völkern eher hinderlich ist bei der Lebensbewältigung, und zum anderen, könnte die Einsicht möglich sein, dass ein Jude »für sein jüdisches Volk« sich einsetzen kann, ohne die Absicht zu haben, dabei den Nicht-Juden schaden zu wollen. Es kann ihm einfach darum gehen, sein Volk zu schützen und zu erhalten, ohne gegen Nicht-Juden feindselig zu sein.

Aber auch wenn so weit die Einsicht vorgedrungen ist, lauert eine neue »Wahrheit« für den Antisemiten. Denn jetzt überkommt ihn der Neid. Vorher war es das Konkurrenzgefühl und nun der Neid. Denn jetzt sieht er, dass im Land und bei den eigenen Leuten keine völkische Stimmung mehr aufrechterhalten werden kann, weil die Menschen für ein solches Denken nicht mehr zugänglich sind, das Leben sich über andere Bahnen gestaltet, und ihn überkommt eine Trauer vermischt mit Neid, dass es einem Volk doch gelingt, was allen anderen Völkern verloren zu gehen scheint. Und er wird aus einem Neidgefühl heraus sich feindselig zeigen.

Korrekterweise kann hinzugefügt werden, dass die Nationalstaats- und Volksidee sich in der Folklore und im Brauchtum erhält, und wer will, dies auch pflegen kann, und dass das jüdische Volk nicht ganz von den weltweiten Entwicklungen verschont ist. Auch in diesem passiert es, dass die Religion an Bedeutung verliert, verlieren kann, dass ein Säkularisierungsprozess stattfindet, dass das Festhalten an der Religion nicht unbedingt, sondern freiwillig ist.

Mit anderen Worten, die Dramatik, mit der viele Menschen ihren Alltag gestalteten, erweist sich heutzutage immer mehr als unangemessen und das künstliche Aufrechterhalten dieser Spannung ist langweiliger denn je (siehe hierzu zum Beispiel die Filme Iron Man 2, Pacific Rim oder The Amazing Spider-Man).

wikipedia–Jonathan_Pollard

wikipedia–NSA

wikipedia–Edward_Snowden

washingtonpost–kerry-detours-to-middle-east-to-try-to-rescue-peace-talks

haaretz–Jonathan-Pollard

haaretz–diplomacy-defense

welt–Daemonisierung-mit-dem-Ziel-der-Delegitimierung

Samuel Salzborn:

Der Ausgangspunkt aller Diskussionen kann doch nur sein: Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten, die seit ihrer Gründung ununterbrochen angegriffen wird und sich gegen diese Angriffe verteidigt – wie jede andere Demokratie dies auch tut oder tun würde.

Mir wäre eine andere Argumentation lieber. Er spricht damit die Aufgabe der Solidarität an, die allen demokratischen Staaten in der Welt obliegt. Er sagt, ein Staat ist eine Demokratie, deshalb verdient er die Unterstützung der anderen Staaten. Das ist eher rational gesprochen. Wie die Menschen die Dinge gefühlsmäßig sehen, ist eine andere Sache.

Es gibt aber auch die Möglichkeit gefühlsmäßig die Position der Juden zu teilen: Sie haben einen geschichtlichen Bezug zu der Gegend, in der sie heute leben. Vielfach werden die Juden in der Welt verfolgt. Warum sollte man ihnen nicht einen eigenen Staat gönnen. Die Bedingungen der Entstehung des Staates sind unglücklich. Wenn man möchte, könnten die Menschen sich mit den Geschehnissen arrangieren, ohne das den Juden jetzt und den Palästinensern in Zukunft ein schlechtes Leben zuteil werden muss.

Es darf sich nicht wiederholen

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Das, was die Deutschen zu Zeiten ihres Diktators Hitler mit den Juden gemacht haben, darf sich niemals wiederholen. So lauten die Lehren aus den Vorkommnissen der Nazi-Zeit.

Wenn man dies bedenkt und ernst nimmt, stellt sich die Frage, wie man dem Anspruch gerecht wird.

Man muss die Vorgänge analysieren, Erkenntnisse gewinnen, Schlüsse ziehen, die Gesellschaften so gestalten, dass eine Wiederholung unmöglich wird.

Dabei wird der Umstand der Judenfeindlichkeit eher ängstlich diskutiert. Warum? Nun, man befürchtet, diese könnte sich als berechtigt herausstellen. Dass was die Nazis getan haben, war unrecht. Trotzdem muss man aber damit umgehen, wenn »ein Volk in einem Volk« leben will. Die dabei möglicherweise entstehenden Probleme müssen in einer menschenwürdigen Weise angegangen und behandelt werden. Die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts wären dazu geeignet gewesen, diesen Alptraum, der ab 1933 dem deutschen Volk jegliche Würde nahm, noch zu verhindern. Aber es geschah nicht. Woran lag es?

Heute denken wir viel weniger nationalistisch, völkisch. Eine sich rasend schnell entwickelnde Durchmischung der Bevölkerungen findet statt. Auffallen tun eher die, die an »archaischen« Riten und Regeln festhalten wollen, um dadurch ihre speziellen Gruppenzugehörigkeiten stabilisieren und weiter pflegen zu können. – Eine bedeutende Idee der Menschen ist »Gleiches Recht für alle« und sie reagieren misstrauisch, wenn sich Gruppen Sonderrechte genehmigen wollen. Die Individualrechte müssen weiter Vorrang erhalten, das stärkt den Zusammenhalt unter den Menschen. Die Gruppenrechte gehören da problematisiert, wo sie die Individualrechte verletzen und in der Summe der Allgemeinheit (also allen Einzelpersonen, die nicht diesen speziellen Gruppen angehören) Nachteile bereiten. Dies müsste ausreichen, um »nicht gerechtfertigte« Gruppen-Vorteile, einzuschränken.

Die Israelkritik verkürzt die Auseinandersetzung mit der Frage: »Wie wollen wir gemeinsam leben, wie wollen wir mit Gruppen umgehen, die Sonderrechte für sich beanspruchen«, auf eine Antwort, die der »Lösung« der Nazis gleichkommt. Sie ist billig, nicht durchdacht, »einfach« und der Situation nicht angemessen. Augsteins Kritik führt in der Konsequenz wieder zu genau den Ergebnissen, die wir angeblich nicht mehr ermöglichen wollen. – Menschheitsgeschichte kann nur eine sein mit dem jüdischen Volk. Dazu muss man es kennen, kennenlernen, verstehen und die besonderen Umstände in den Umgang mit diesem Volk mit einfließen lassen. Alle Verhaltensweisen, die auf die Vertreibung oder Vernichtung dieses Volkes hinauslaufen (was soll sonst Israelkritik sein), sind diesem Volk gegenüber als »feindlich« einzuschätzen.

Nakba-Ausstellung

Alan Posener schreibt in seinem Beitrag zu der Nakba-Ausstellung und dem Artikel von Fikentscher/Neumann in der Neuen Rheinischen Zeitung (NRZ), das es antisemitisch sei, das Verhalten der Israelis gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis zu vergleichen.


http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article110306703/Propaganda-in-den-Kirchen.html
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17906
http://www.lib-hilfe.de/fakten_ausstellung_termine.html
http://koeln-bonn.dgb.de/themen/++co++81797fce-b3d6-11e1-6402-00188b4dc422

Bei dem Vergleich in der NRZ geht es wohl um einen »Verhaltensvergleich«. Also wenn ich sage die Gruppe A »atmet« und verhält sich somit gleich der Gruppe B, dann ist der Vergleich bezogen auf das Verhalten in Bezug auf »atmen«. Ob diese beiden Gruppen noch weitere Bezugspunkte haben, geschichtlich gesehen, wäre zu beachten.
Vielleicht gibt es aber einfach nicht so viele Möglichkeiten, mit Gewalt gegen andere Menschen vorzugehen, sodass sich gewalttätiges Handeln ab einem bestimmten Punkt irgendwie auch ähnelt. Und da die Deutschen wissen, wie es die Nazis gemacht haben, vergleichen sie das mit dem, wie es heute die Israelis machen und stellen Ähnlichkeiten fest.

Die Kritikpunkte bezüglich der Ausstellungsgestaltung sind berechtigt. Posener fasst das zusammen, was in der »Erklärung zur »Nakba-Ausstellung« in Köln« formuliert wird:

Es fehle »jeder Hinweis auf die Verstrickung palästinensischer Führer mit dem Naziregime in Deutschland ». Ebenso wenig werde der »massive und lebensbedrohliche Antisemitismus in vielen arabischen Ländern« thematisiert, der nach 1948 »zu einer gewalttätigen Vertreibung Hunderttausender Juden aus ihren angestammten Heimatorten führte«. Eine »kritische Auseinandersetzung mit der Behandlung der palästinensischen Flüchtlinge durch die umliegenden Staaten« suche man ebenso vergeblich wie »Hinweise auf palästinensischen Terrorismus, arabische Vernichtungsdrohungen und iranische Endlösungsrhetorik.«

Ich war erstaunt unter den Unterstützern der Ausstellung Personen wie Alfred Grosser und Stéphane Hessel zu finden, die ich eigentlich schätze. Aber ich kann es auch verstehen. Denn das Thema Nah-Ost-Konflikt ist in hohem Maße emotional besetzt und nur mit Mühe rational zu handhaben.

Für mich ist wichtig zu sehen bei der Ausstellung, dass sie eine Aussage macht über die zukünftigen Absichten der Menschen. Das ist zentral. Beim Nah-Ost-Konflikt geht es doch um die Frage, wie lösen wir dieses Problem, und wie sieht der Weg zu dieser Lösung aus. Und in der Nakba-Ausstellung ist eine Antwort eingepackt. Wer diese Ausstellung unterstützt, hat eine bestimmte Lösung des Nah-Ost-Konflikts im Sinn. Das ist hier wesentlich. – Wer die Nakba-Ausstellung unterstützt, will keine Lösung im Sinne Israels.

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Judith Butler nach der Adorno-Preisverleihung in der Diskussion

Butler trat für eine „Ethik der Kohabitation“, des Zusammenlebens, ein ……….

Diese Perspektive ist sicherlich ein Gewinn. Es geht nicht um räumliche Abgrenzungen, die für sich ein Eigenrecht haben, sondern es geht zuerst um die Menschen und die Frage, was für die Menschen in ihren Situationen und Bedürfnissen angemessen ist. Hier an einer Verständigung zu arbeiten wird den größten Erfolg bringen.

In diesem Sinne kann man Frau Butler nur gutes Gelingen wünschen.

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Vorrangiges Ziel muss der Schutz der Menschenleben sein. Grund und Boden können nicht wichtiger sein als Menschen. Deswegen wundert es mich immer, dass bei der Problembetrachtung viel zu viel Gewicht auf die Frage des Bodenbesitzes und Bodeneigentumes gelegt wird. Zuerst müsste die Frage in den Raum gestellt werden, wie machen wir Politik, die alle Menschenleben schützt?

Grass Diskussion

Krass der Grass

Günter Grass hat den Literaturnobelpreis bekommen, er hat nicht gleich, aber später, gesagt, dass er Mitglied in der SS war. Er ist seit vielen Jahren Wahlkampfhelfer der SPD. Sein Altersgenosse Martin Walser, mit dem er zusammen ein ZEIT-Gespräch führte, war ebenfalls in der Diskussion, mit seinem Buch „Tod eines Kritikers“ involviert gegen Reich-Ranicki und schon vorher bei seiner Rede „zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels„.

Das sind die Umstände, die wahrzunehmen möglich ist.

Grass Äußerungen (ein Gedicht soll es dann doch nicht sein, meinen Fachleute) empören, weil er einen Tatbestand umdreht. Er sagt, dass die Drohung bestünde, Israel könnte Iran auslöschen. Wer aber seit Jahren aufmerksam die Berichterstattung verfolgt und den Konflikt beobachtet weiß, dass es genau andersherum ist: Seit der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad an der Macht ist, hat dieser mehrfach die Vernichtung Israels angedroht. Israel hat hingegen nie, mit keinem einzigen Wort, so etwas gesagt. Und jeder Mensch kann, wenn er die Situation durchdenkt, den Umständen so wie sie sich darbieten, nichts anderes beimessen.

Ich halte die Aussagen von Grass für völlig daneben. Vielleicht ist ja die Einschätzung von Elke Heidenreich nicht von ungefähr, die sie gegen die Schriftsteller Walser und Grass äußerte.

Krieg und Frieden


Die Friedensbewegung hat Ende März einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie zu Verhandlungen zwischen den Streitparteien USA und Iran aufgerufen hat. Möglichst mit Hinzuziehung Israels in diese Verhandlungen.

Außerdem wurde gestern ein Interview mit Andreas Buro veröffentlicht, in dem er über die Entstehung der Friedensbewegung, ihre Ziele und seine eigenen Motive für sein Engagement berichtete:

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