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Selbstbestimmung und Zusammenleben

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In der Bundesregierung wird zur Zeit eine Bestrafung der Freier von Zwangsprostituierten diskutiert. Schwester Lea Ackermann von der Hilfsorganisation »Solwodi« begrüßt die Idee im Deutschlandfunk: »Es wäre ein kleiner Anfang, ein Signal.« Aber sie formulierte auch noch drastischere Forderungen.

Ackermann, die für Solwodi (»Solidarity with Women in Distress«, zu deutsch: »Solidarität mit Frauen in Not«) arbeitet, nannte die Bestrafung »das Mindeste, was man tun kann«. Sie will noch schärfere Gesetze. »Wir gehen weiter, wie in Schweden soll jeder Kauf von Sex verboten werden.«

Das ist eine interessante Überlegung.

Wie ist es denn heute mit der Sexualität. Da sie im eigenen Körper entsteht, ist derjenige Mensch vor die Aufgabe gestellt, eine Lösung dafür zu finden. – Natürlich haben die jeweiligen Kulturen über die Jahre und Jahrhunderte eigene Regeln entwickelt, wie die Personen in der Gruppe, die Männer und die Frauen, entlang dieses sexuellen Impulses sich verhalten sollen.

Heute sind diese Regeln mehr denn je in Frage gestellt. Einmal, weil diese klare Abgrenzung zu anderen Gruppen, Ethnien immer schwieriger wird, zum Anderen, weil die einzelnen Menschen sich nicht mehr diesen Kategorisierungs- und Einordnungsversuchen der Gemeinschaft sich fügen wollen. Die Genderdiskussion ist hier zu nennen, der Unisex. – Heute haben wir eine nie gekannte Freiheit mit diesem Thema umzugehen, mit der eigenen Sexualität zu hantieren.

Dies ist auch deshalb bemerkenswert, wenn wir hautnah erleben, wie in Kulturen, die noch festgefügt zu sein scheinen, in archaischen Lebensweisen, die jungen Menschen festgelegt sind in Rollen und in ganz jungen Jahren bereits Mutter und Vater werden und eine Familie gründen, wie es eben die Religion, der Familienclan, die eigene Kultur, die Politik des »Vaterstaates« verlangt.

Wenn also nicht der Staat, die eigene Kultur, die Religion festlegt, wie wir mit unserer eigenen Sexualität umgehen sollen, dann sind wir vor uns selbst gestellt, darüber zu entscheiden. – Sicher sind wir auch dann noch beeinflusst worden, bevor wir mit unserer eigenen Sexualität konfrontiert sind, durch unsere Bezugspersonen, die wir bis dahin hatten, durch unsere konkreten Lebensumstände, die wir bis dahin durchlebten. Dass heißt, wir Menschen kommen sehr wohl »präpariert« in die Pubertät.

Neben den subjektiven Erfahrungen, die uns in dieser Hinsicht beeinflussen, sind es die gesellschaftlichen Prozesse. – In den 70er Jahren gab es die Pornographiefreigabe, in den 80er Jahren waren es die Spielarten des Sex und in den 90er Jahren trat die große Ernüchterung ein, beim Anblick des vielen Leides, das durch einen grenzenlosen Sexwahn eintrat.

Ackermann: Es gibt doch auch Mord, den man gesetzlich verbietet, und man schafft damit nicht alle Morde aus der Welt. Ich meine, man muss Gesetze machen, um den Menschen zu sagen, das geht nicht. Es muss natürlich auch begleitend was geschehen. Es muss natürlich die Polizei aufgestockt werden. Man muss sich auch überlegen, wie sollen diese Bordelle kontrolliert werden. Deshalb wäre es wesentlich einfacher, den Kauf von Sex unter Strafe zu stellen, und dann wären so große Bordelle und all das gar nicht mehr möglich. Heute kann sich nicht mal eine Stadt dagegen wehren, wenn ein Großbordell in ihr errichtet wird. Die Stadträte haben nicht das Sagen. Das ist doch unglaublich. Die Bürger können auf die Barrikaden gehen, das Großbordell wird gebaut. In Saarbrücken haben sie es erlebt und jetzt sind andere Städte dran.

Heuer: Sie sind und haben das jetzt auch zweimal in unserem Gespräch gesagt dafür, die Prostitution ganz zu verbieten. Als Beispiel gilt da immer Norwegen. Dort ist die Prostitution grundsätzlich verboten. Aber ist sie verschwunden?

Ackermann: Es ist der Kauf von Sex verboten. Es ist ein ganz neues Bild der Frau und des Mädchens. Die sind nicht käufliche Ware. Das ist schon mal sehr, sehr gut. Wir können alle Probleme, die die Menschheit hat, ja doch nicht auslöschen. Wir können doch die Krankheiten nicht abschaffen. Und trotzdem haben wir doch nie aufgehört, dagegen zu kämpfen!

Schwester Lea Ackermann (sie scheint also einer Religion stark verbunden zu sein) will dasjenige, das nicht gut ist, »bekämpfen« und verbieten. Neue Gesetze, Polizei aufstocken, mehr Kontrollen. Jetzt frage ich mich, wie eigentlich ein Polizeistaat aussieht. – Vielleicht so? – Und welche Menschen sind es, die letzten Endes einen totalitären Staat installieren, mit ihren Vorstellungen von »Ordnung«. Ist es möglich, sie sich vorzustellen?

Ackermann: »Es ist der Kauf von Sex verboten. Es ist ein ganz neues Bild der Frau und des Mädchens. Die sind nicht käufliche Ware.«

Ich bin mir nicht sicher, ob durch ein Verbot von etwas ein »ganz neues Bild« entsteht. – Was Frau Ackermann hier »lösen« will, sollte in einen anderen Kontext gestellt und dort weiter behandelt und diskutiert werden. Und wenn sich doch auf die Umstände bezogen wird, die die Dame hier anspricht, dann ist eine seriöse Auseinandersetzung nur möglich, wenn bis in die Einzelheiten Informationen zur Verfügung stehen würden, sonst verläuft sich alles in Spekulationen und Vermutungen, da wir nichts Genaues wissen.

Kein Mensch sollte zu etwas gezwungen werden können. Weder Kinder noch Erwachsene. Wer zu Sex gezwungen wird, sollte aus dieser Situation befreit werden, wenn die Person sich nicht selbst befreien kann. [1]

Wie ist das aber vorzustellen, das zum Beispiel in einem Bordell »Zwangsprostitution« stattfindet. – Sind dort die Frauen in Ketten gelegt und gefesselt vorzufinden, weil sie sonst weglaufen würden? – Oder ist es nicht eher so, dass der »Zwang« zur Prostitution darin besteht, dass die Frauen über kein sonstiges Einkommen verfügen und wenn sie aus dem Bordell »fliehen« würden, dann mittellos wären. – Warum unterstützt Schwester Lea Ackermann nicht das Bedingungslose Grundeinkommen? Dann hätten auch die Prostituierten ein existenzsicherndes Einkommen unabhängig von dem Gewerbe, dem sie (unfreiwillig) nachgehen. – Auch Alice Schwarzer scheint sich nicht für das Bedingungslose Grundeinkommen einzusetzen. Warum nicht?

Alles Unrecht, das Menschen zugefügt wird, gehört beendet. – Wenn wir von solchem Unrecht wissen, müssen wir uns dafür einsetzen, dass wieder die Würde zum Vorschein kommt, und das die Menschenrechte überall geachtet werden.

Die Prostitution ist dabei eine durchaus seltsame Angelegenheit. – Zurecht wird dabei auf den Umstand hingewiesen, dass da etwas »mit Geld« geschieht: Es wird »bezahlt«. – Dafür soll eine Person der anderen »helfen« mit der Sexualität fertig zu werden. Das kann zum Beispiel mit »Spielen« verknüpft sein. – Dass diese Art des Umgangs mit Sexualität den Vorstellungen mancher Menschen nicht entspricht, ist verständlich. Aber haben sie das Recht den anderen zu verbieten, wie sie es handhaben? – Womöglich finden es manche Frauen unerträglich, sich vorzustellen, Frauen könnten diese Art von Sexualität »freiwillig« machen. Da passt die Idee, alles ist »Zwangsprostitution« schon besser ins Bild. Außerdem könnte, wenn jegliche Form käuflichen Sex verboten wird, auch der dort stattfindende freiwillige Sex »zum Verschwinden« gebracht werden. So wahrscheinlich die Hoffnung der Befürworter. [2]

Wird das Thema »Sexualität« aber aus dem Zusammenhang von »Verbot und Strafe« einmal herausgenommen, dann wäre ein Gespräch möglich aus anderer Sicht. – Sexualität ist etwas, das »in uns« auftaucht. Warum helfen wir einander nicht, mit dieser »großen Energie« fertig zu werden, statt uns gegenseitig mit Strafen zu bedrohen? – Diese Diskussion müsste viel stärker geführt werden. – Mit Zuversicht und Wohlwollen sollten die Menschen einander begegnen und bei der Lösung von Problemen den positiven Kräften den Vorrang lassen.



[1]


Allerdings ist gerade in Deutschland der »zwangsweise« Umgang mit Menschen weit verbreitet.

So werden hier Menschen durch staatliche Organisationen zur Arbeit gezwungen. Obwohl es rechtliche Regelungen gibt, die dies eindeutig untersagen, wird es dennoch praktiziert, weil das Bundesverfassungsgericht diese Vorgänge nicht verbietet. – Die »Anleitung« zur Zwangsarbeit geschieht über die Hartz4-Sanktionen. – Außerdem haben wir »Zwangsrundfunkgebühren«, was bedeutet, dass wir gegen unseren Willen die Arbeitsplätze der Medienmitarbeiter in den öffentlichen Anstalten finanzieren müssen. – Und jüngst hat sich ein Politiker über die Wahlbeteiligung geäußert und vorgeschlagen, dass die Bürgerinnen und Bürger zur Wahlbeteiligung gezwungen werden sollten.

Damit ist eine gewisse Atmosphäre in diesem Land beschrieben, die womöglich in alle Lebensbereiche hineinwirkt.

[2]


Das Verhältnis von Männern und Frauen in Gesellschaften kann von Umbrüchen begleitet sein. – Es gibt eine gesellschaftliche »Stimmung«, die den öffentlichen Umgang miteinander beeinflusst.

In der Zwangsprostitutionsdebatte kann zuweilen ein Unterton von Ressentiment gegenüber den Männern wahrgenommen werden, wenn sich manche Frauen zu dieser Sache äußern.

Haben nicht »wir« Männer über die Frauen viel Unglück gebracht, in den letzten Jahren und Jahrzehnten? – Sind es nicht die Männer gewesen, die mit zwei Weltkriegen ungeheures Leid über die Menschen, die Frauen gebracht haben. Sind es nicht die Männer, die mit ihrer Gewalttätigkeit, Brutalität, Gefühlskälte sich selbst ein negatives Image verpasst haben? Welche positiven Aussagen über eine schöne Welt, ein gut gestaltetes Zusammenleben hören die Frauen von den Männern? Wie haben die Männer in den letzten Jahrzehnten die Gesellschaft gestaltet, dass sie für alle, für Frauen und Kinder, für Alte und Kranke eine lebenswerte eine gute Gesellschaft ist? Haben sie nicht mit ihrem Tun alles verschlimmert und verschlechtert?

Und ist andererseits nicht gerade unsere heutige, schrecklich elende, arme, am Dahinsiechen befindliche Gesellschaft maßgeblich von Frauen mitgestaltet? – Nehmen wir die ganzen Politikerinnen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten den Verfall der Gesellschaft aktiv mitgestaltet haben, in den Parteien, in der heutigen Regierung. Aber auch in den Firmen, als Führungskräfte, in der Medienlandschaft, in der Kulturwelt, überall sind heute Frauen deutlich stärker vertreten und somit mitverantwortlich für den Zustand unserer Gemeinschaft. – Ein Großteil der Beschäftigten, die die Zwangsarbeit verwalten, in der Agentur für Arbeit und Jobcenter sind Frauen. – Interessant ist dabei die irrige Annahme, durch die Frauenbewegung würde eine »bessere Gesellschaft« entstehen. Was tatsächlich passiert, ist die »Übernahme« der männlichen Verhaltensweisen, sofern sie von Frauen bisher nicht gelebt war. – Mehr nicht.

»Die Lösung« ist auf der Ebene der Verständigung und Versöhnung zu suchen und nicht durch ein Gegeneinander die Differenzen zu vergrößern.

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Akzeptiert und unbedrängt leben, in Raum und Zeit.

Immer mehr Single-Haushalte, war lange Zeit eine immer wiederkehrende Nachrichten-Überschrift in den Medien. – Als Single leben zu können, ist ein großes Stück Freiheit. – In unseren Gesellschaften muss niemand mehr heiraten, Kinder zeugen oder einer bestimmten Sexualität verpflichtet sein.

Ganz anders ist es, wenn der Mensch einer archaischen Lebensgemeinschaft angehört, in der dem Einzelnen Schritt auf Tritt alles vorgeschrieben wird. Wer spätestens mit siebzehn, achtzehn Jahren nahegelegt bekommt, doch endlich zu heiraten, doch endlich den »ersehnten« Nachwuchs zu liefern, der hat nicht viel Auswahl. Weigert er oder sie sich, werden sie geschnitten, bedrängt oder aus der Gemeinschaft verstoßen oder gar getötet. Weitere Regeln und Vorschriften, wie sich Männer, Frauen und Kinder zu verhalten haben, »komplettieren« die Welt, in der die Menschen leben müssen.

Andererseits bietet die archaische Gruppe dem angepassten und sich unterwerfenden Einzelnen viel Sicherheit. Menschen, die gemeinsam durch die Gegend laufen, werden eher nicht von anderen, Fremden angegriffen, bedroht. Umgekehrt können diejenigen, die in Gruppen auftreten, leichter jemanden angreifen, der nur alleine durch die Straßen zieht.

So zeigt das Singleleben einerseits den Fortschritt, der möglich ist, für das Individuum, sein eigenes Leben zu leben, aber es werden auch die Unterschiede deutlich zu den anderen, früheren Formen des Lebens. – Ob das Singleleben gefahrlos möglich ist, ob es von hoher Qualität ist, für die Menschen, ob es als gleichberechtigte, stark vertretene Lebensform in den Gesellschaften vorhanden bleibt, das wird sich über die Jahre und Jahrzehnte erst erweisen.

Was ist Machtausübung: Die Durchsetzung privater Interessen. – Geht das überhaupt. – Jemand will Gesetze brechen, um dadurch einen privaten Vorteil zu erreichen. Das geht nicht so ohne weiteres. Aber der Bruder arbeitet bei der Polizei. Mhmm. Und der Onkel ist Anwalt. Aha. – Auch das wird vielleicht nicht reichen. – Wenn eine größere Anzahl von Menschen und deren Interessen vertreten werden sollen, und es handelt sich dabei darum, sich zu bereichern, Grundbesitz an sich zu reißen, teuer bezahlte Einkommensstellen zu ergattern, etwa im Öffentlichen Dienst, dann lohnt es sich in allen relevanten Parteien vertreten zu sein, in denen dann dafür gesorgt wird, das dort die Interessen zum Beispiel dieser Leute sich durchsetzen. Aber auch in allen anderen gesellschaftlich relevanten Institutionen und Organisationen werden sich diese Menschen einfinden, um immer klarzumachen, dass sie etwas wollen. Da wird Druck angewandt. – Das ist Machtausübung. Sie meinen, so etwas gibt es nicht. Mhmmm.

Im Waldgebiet, am See im Naturschutzgebiet sind immer eine Reihe von Menschen unterwegs. Sie wandern, machen einen Spaziergang, radeln oder joggen. Von den Spaziergängern haben etwa 80% Hunde dabei. Mehr als die Hälfte dieser Hunde läuft unangeleint im Wald. Mehr als die Hälfte der Hundebesitzer, die hier mit ihren Hunden unterwegs sind, haben mehr als einen Hund dabei. Sie führen 2, 3 oder vier Hunde mit sich. Diese Leute sind überwiegend Hausbesitzer aus der näheren Umgebung, die ihre Schutz- und Wachhunde mitnehmen, wenn sie selber einen Spaziergang in öffentlichem Gelände unternehmen. Zuhause, am Haus, hat der Hund sein Revier. Da passt er auf, dass niemand Fremdes das Haus und das Gelände seines Herrchens betritt, der nicht dazu berechtigt ist.

Aber was macht der Hund, wenn er in öffentlichem Gelände läuft. – Nun, er behandelt das Gebiet ebenfalls wie sein Revier. Geht das. – Die übrigen 20% Spaziergänger (…. so wenige, wegen der Hundebesitzer?), die am See spazieren gehen wollen, werden je nach Verfasstheit der Hunde als Eindringlinge, Fremde von diesen behandelt, eingeschränkt durch die Hinweise des Herrchens. Dadurch sind diese Spaziergänger immer einer potentiellen Bedrohung ausgeliefert, während sich das »Herrchen« dieser Tiere ganz klar in der besseren Position befindet. – Dieses Machtgefälle im Öffentlichen Raum könnte dazu führen, dass kaum noch andere Personen am See spazieren gehen, es sei denn, sie ignorieren diese Umstände, sind selbst »Hundefreunde«, sind in Gruppen unterwegs oder auf dem Fahrrad.

Der freilaufende Hund ist in seinen Bewegungen sehr schnell. Er läuft drei bis zehn Meter vorne weg und hat zuerst »Kontakt« zu Fremden. Wenn das Herrchen nicht aufpasst (der Hund dreht sich noch einmal kurz um, bevor er selber entscheidet, wie er mit dem Fremden »verfahren« will), dann ist der Hund schon zum »Angriff« übergegangen, bevor Herrchen ihn zurückpfeifen kann. Die »fremden« Spaziergänger tragen bei solchen Situationen das Risiko, was passiert. – Die Hunde sind oftmals »Brocken«, die selbst an der Leine kaum von den Frauchen oder Herrchen gehalten werden können. Solche »Viecher« haben vielleicht als Wachhunde am eigenen Haus ihren Sinn, aber in öffentlichem Gelände, dass auch von anderen Menschen genutzt wird, ist das Mitführen dieser Tiere nur noch eine Provokation und Machtdemonstration.

Die Regelungen im Naturschutzgebiet, im Wald, sind ganz klar: Hunde dürfen nur an der Leine spazieren geführt werden. – Aber niemand überwacht diese Regel. Es ist einfach niemand da, der die Hundebesitzer zurechtweist, sie ermahnt und nach mehrmaligem Fehlverhalten bestraft. – Die Einhaltung des Leinenzwanges müsste überwacht werden. – Da dies niemand macht, entscheiden sich immer mehr Hundebesitzer dafür, ihre Hunde trotz der gesetzlichen Vorgaben unangeleint spazieren zu führen. – Und welcher Spaziergänger, der alleine unterwegs ist, wird es wagen, einen von diesen Leuten zurechtzuweisen, wenn dieser seinen »Waldi« auf ihn hetzen kann.

»Raum« brauchen alle Menschen. Um zu atmen, um sich entfalten zu können. – Raum muss fair unter den Menschen aufgeteilt sein. Es darf nicht sein, dass sich Gruppen von Leuten sich »Raum« unter den Nagel reißen und andere Menschen von dessen Nutzung ausschließen können.

Raum ist Lebensraum. – Wenn er so wichtig ist, müssen wir schauen, wer ihn kontrolliert, welche Gesetze gelten und wen sie bevorteilen. Raum, das sind Grundstücke, das sind öffentliche Flächen, wie Parks, Freizeitanlagen, Spiel- und Sportplätze, das ist aber auch Luft, die verpestet oder durch Lärm »vergiftet« wird. – Raum ist aber mittlerweile auch »Platz« im Internet, Speicherkapazität, Geschwindigkeit, Mitteilungsmöglichkeiten, etc.

»Macht« will sich im Raum zugunsten der Machthaber entfalten und andere Menschen im Raum zurückdrängen und ganz ausschließen, ihnen die Luft abdrehen, sie aus dem Raum werfen. – Deshalb muss es unser aller Interesse sein, erkennbares Unrecht zu reklamieren, »soziale Kontrolle« zu installieren und eine faire Verteilung der Ressourcen einzufordern.

Die Frau trug »alternative Kleidung«. Buntes Tuch, bunte, weite Hose. Erinnerungen wurden wach. Wohngemeinschaften. Alternative Szene. Freies Leben. – War es nicht so, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer die Hoffnung bestand, dass die »Alternativen« es schaffen, eine bessere Welt zu kreieren, gerechter, menschlicher, besser als die »Kohl-Regierung« uns sie bereits eingerichtet hatte? – Und dann das Unfassbare, was Schröder und die Schmiere stehenden GRÜNEN uns allen angetan haben. – Damit war alles »Alternative« mit einem Schlag entwertet und in seiner Bedeutung zerstört. – Was in diesem Moment deutlich wurde, war, dass alle Gruppierungen, Organisationen und Institutionen, die vorgaben für eine »bessere Welt« sich einzusetzen, in erster Linie ihren Mitgliedern Vorteile verschafften. – Diese Leute waren doch schon zufrieden, wenn sie mittels ihrer Organisationskraft »für sich selbst« wirkten und innerhalb ihrer Peergroup sich einrichten, einen persönlichen Vorteil generieren und für sich ein Auskommen bewirken konnten. – Das, was als Parole für die Allgemeinheit auf dem Werbeplakat vor sich hergetragen wurde, entpuppte sich als nicht haltbares Versprechen, das sie sofort in die Ecke stellten, wenn das eigene Leben »gerettet« war. – Die »soziale Ader« reichte gerade mal so weit, dass das eigene Leben »in trockene Tücher« gebracht werden konnte. – Die Leute ließen einfach die Bevölkerung im Stich, um sich selbst zu retten.

Deshalb ist die Aura weg, wenn diese Menschen in ihren botschaftsvollen Aufmachungen und ausstaffiert mit diversen anderen Symbolen für eine bessere Welt, auftauchen. – Sie lösen ihre Versprechen nicht für ihre Mitwelt ein. Sie wollen nicht die Rettung aller. Sie begnügen sich mit dem eigenen Davonkommen.

Kontrolle und Zwang als Teil politischer Raumorganisation

Es sind längst nicht mehr nur die Flüchtlinge, Asylbewerber, die massiv kontrolliert und zu einem bestimmten Verhalten gezwungen werden sollen. Auch die übrige Zivilbevölkerung gerät mehr und mehr in den Fokus einer staatlichen Gewaltanwendung, die nicht durch die Zustimmung der Bevölkerungen gedeckt ist (unterschieden werden soll zwischen auch bei geringster Wahlbeteiligung zustande gekommener politischer Führung und dem Volkeswillen).

Bei Hartz4 gibt der Staat die Parole aus, er habe das Recht zu fordern (Forderungen an die Bevölkerung stellen). Aber ist das so? Wenn die Forderungen längst die Schwelle der Menschenrechtsverletzungen überschritten haben, wird von den Politikern ganz selbstverständlich weiter »gefordert«, und werden übelsterweise von den eigentlich getrennt denkenden Juristen (Gewaltenteilung) gedeckt. Der Justiz gelingt es nicht, Menschenrechtsverletzungen bei den Zwangsmaßnahmen festzustellen. Sei es nun bei Hartz4 (Zwangsarbeit) oder bei den GEZ-Gebühren (Zwangsabgaben).

Was die räumliche Nutzung des Gemeinwesens angeht, werden die Menschenrechte ignoriert und die Bedürfnisse der Personen übergangen und gegen sie interpretiert (selbst schuld an der Lage). So wird zwar Asyl gewährt, aber zähneknirschend und der Asylant als feindliches Wesen angesehen, das möglichst bald wieder verschwinden sollte. Fühlen sich die Personen eingeengt und sehen keine Chance zu leben, werden sie kriminell und als Folge ausgeschafft oder in Gefängnisse gesteckt. Ihre Situation verschlechtert sich immer weiter.
Denn die Lebensmöglichkeiten werden ganz wesentlich von den anderen bestimmt, von denen die nicht selbst in diesen Situationen sich befinden. Es liegt in deren Macht, die Lebenssituation von Flüchtlingen zu erleichtern oder zu erschweren. Warum aber erschweren die Einheimischen die Lebenssituation der Flüchtlinge? Nun, sie fürchten einen weiteren Zuzug, wenn die Lebenssituation der Aufgenommenen gut ist.

Es fehlt also ein Gesamtkonzept. Dies muss so aussehen, dass die Grenzen (Landesgrenzen) an Bedeutung verlieren. Die Lebensverhältnisse für alle Menschen müssen sich im Guten angleichen. Ein sinnvoller Einstieg dazu wäre das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE). Wenn der Lebensraum der Menschen als ein für sie notwendiger angesehen wird, könnte dieser im Sinne aller Menschen gestaltet werden. Also z.B. nicht Asylunterkünfte, die überwacht werden müssen, wer da wohnt und so weiter, sondern »freie« Wohnräume, bei denen man vom Verwalter einen Schlüssel erhält und solange dort wohnen bleibt, wie man möchte.

„These families are sleeping in their cars, in tents, on city buses and hospital emergency rooms. Of course they need permanent homes. But equally important, they need a place to be safe, warm and together tonight,“ Hartman said.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen macht die Menschen finanziell unabhängig, aber zum gestalteten Lebensraum hinzurechnen und hinzufügen können wir Essensstellen, die zu bestimmten Zeiten kostenlose Essen ausgeben (als Teil kommunaler Infrastruktur). In den Wohnungen wiederum stehen pro Tag ein Quantum Energie zur Verfügung (abzapfbar aus den Steckdosen) und »Kleiderpaläste« geben in allen Größen und zu jeder Jahreszeit passende Kleidungsstücke kostenlos an die Menschen ab. – Dies ist ein Gesamtkonzept. Es hat zum Ziel, nicht den Menschen unter Kontrolle zu halten und ihn zu diesem oder jenem zu zwingen, sondern ihn in Freiheit leben zu lassen, gemäß den Absichten, die sich in jedem von uns abzeichnen und realisiert sein wollen. Und die volle Freiheit, durch den Raum zu schreiten, ergibt sich erst, wenn die lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen »in greifbarer Nähe« des Menschen sind und er sich darüber hinaus auf das Wesentliche in ihm selbst konzentrieren kann.
Das Paradies, wo sich der Mensch das Benötigte in unmittelbarer Nähe einfach nimmt, ist so dann von Menschen für Menschen gemacht und umgesetzt.