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Politikergeschichten

Am Wochenende hatte sich der Politiker aus dem Bundestag verabschiedet, aus gesundheitlichen Gründen. Am darauffolgenden Wochenbeginn wird seine Wohnung durchsucht. Jetzt wäre die Möglichkeit, zu fragen, ob die Gründe der Durchsuchung der Ausdruck von »ungesunder Befindlichkeit« sind.

Jedenfalls ist festzustellen, dass eine Diskussion darüber eher tabuisiert ist, bei uns. Aber wir sollten es versuchen. Ist es normal, wenn Mann solche Bedürfnisse hat, sollte Mann sich dann besser behandeln lassen? Momentan läuft eine Anzeigenkampagne, bei der die Männer angesprochen werden, sie sollten sich beraten lassen, wenn es sie sexuell zu Kindern hinzieht.

Und was sollte in den Sexualkundekoffer, wenn es darum geht, über »sexuelle Vielfalt« aufzuklären. Gehört dann auch dazu, darüber zu berichten, dass das ein Problem ist, wenn Mann »auf Kinder steht«?

Wenig hilfreich ist es jedenfalls, über »Grenzbereiche« zu sprechen, bei der Nutzung von stimulierenden Medien, so als ob derjenige der sich »Posing« Filme kauft und herunterlädt, unproblematisch handeln würde. Denn die Missbrauchsindustrie hat für jeden Interessenten ein Angebot, und es bleibt dennoch ein Missbrauch, der dahintersteht. Und erst durch das Interesse der »Konsumenten« kann eine solche Branche überhaupt entstehen.

Seit mindestens 10 Jahren wird darauf hingewiesen, dass es bedenklich ist, sich solchen Bedürfnissen zu öffnen. Immer wieder kommen Missbrauchsfälle ans Tageslicht, in Schulen, Internaten, kirchlichen und sonstigen (Betreuungs-) Einrichtungen, die alle von diesem gewissen Interesse und Bedürfnis befeuert sind, sich mit der eigenen Sexualität auf Kinder auszurichten.

Dann wurde ein Minister informiert, über diese Vorgänge, und statt das er die Justiz an dem Fall arbeiten lässt, gibt er erstmal die Nachrichten weiter an jene Partei, die durch die Sache einen Nachteil haben könnte. Ein klarer, eklatanter Rechtsbruch, wegen dem er nun auch zurückgetreten ist.

Über die Einflussnahme auf die Justiz wurde jetzt erst vor kurzem ausgiebig berichtet, im Falle der Türkei. Dort agiert die regierende Partei selbstherrlich in den Bereich der Justiz hinein. Und es konnte der Eindruck entstehen, oh Gott, was für eine Bananenrepublik. Jetzt ist zu sehen, dass es in Deutschland keinen deut‘ besser verläuft. – Und im öffentlichen Rundfunk, im Bericht eines lokalen Radiosenders war eine Bürgerin zu hören, im Wahlkreis des betroffenen Politikers, die meinte, er sei ein guter Politiker und hätte viel geleistet. – Mit anderen Worten, das Fehlverhalten ist doch egal, wir übersehen das und tun so, als sei nichts gewesen. 😐

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Ja nun

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Ein sehr guter Beitrag, der eine wichtige Diskussion hoffentlich anschiebt, die mir auch am Herzen liegt.

Worum es mir geht? Ich möchte verhindern, dass unsere Söhne wie Zombies vor ihren Computermonitoren hängen, um dort ihre tägliche Dosis (sexueller) Gewalt zu verarbeiten.

Na ja, das sehe ich nicht so als Problem. Immerhin »verarbeiten« sie ja. 🙂

Im Islam kann der Mann noch Krieger sein, ist der Mann noch Mann und die Frau noch Frau, auf der Grundlage uralter Rollenbilder, …

Aber was soll das heißen? Rollenbilder können überkommen sein. Und es lohnt sich, andere Wege zu gehen. Das ist sicher eine Aufgabe. Die alten Rollenbilder haben auch noch ihren Anteil an dem Neuen. In abgewandelter Form. Was den »Krieger« angeht, da sollte jeder genau hinschauen. Sind es nicht überwiegend »Selbstmordattentäter« die da von sich reden machen? Und feige Mörder, die Wehrlose massakrieren? Was soll da zu lernen sein und ist übernehmenswert. Nichts! Die westlichen Krieger stehen da nicht viel besser. Wenn der General eine taktische und strategische Niete ist, muss sich der einfache Soldat trotzdem damit abfinden, dass er »verheizt« wird. – Was soll das? Menschen sind großgezogen worden, haben Zuwendung erhalten und den Eltern wird im Nachhinein erklärt, sorry, der Einsatz ist irgendwie schiefgelaufen, euer Sohn ist gefallen. Nein, das geht nicht mehr. Die Nieten im Militär sind das Problem und es sollte sich jeder (männliche) Staatsbürger dagegen wehren, nur als Rädchen im Getriebe zu fungieren.

In modernen, befriedeten Gesellschaften werden junge Männer ständig darauf hingewiesen, dass ihre Triebe nicht toleriert werden und Ideen von Ehre und Heldentum keine Wertschätzung genießen.

Stimmt nicht! Gescheitert sind sicherlich die Männer überhaupt. Definieren sie eine Welt, in der es sich lohnt zu leben? Eben nicht. Da fängt es schon an. Das Interesse der Männer müsste sein, lebenswerte Welten zu beschreiben, für die es sich lohnt aktiv zu sein, und im Bedarfsfall auch zu sterben. Diese werden nicht benannt. Gerade in den Computerspiel-Welten wird das Elend zelebriert, dass doch schon lange in den Köpfen vieler Menschen vorhanden ist. – »Das Gute« gilt es zu benennen, da müssen die Männer endlich wieder den Mund aufmachen und zeigen, dass sie etwas Schönes wollen.

So aber sieht es aus, als ob die Männer nur das Hässliche, das Böse, das Schlechte anstreben. Denn ständig beschäftigen sie sich nur mit dem. Nimmt man mal die Hollywood-Sparten als Grundlage von Lebenswelten der Männer, dann löst sich das auf in Kategorien wie Action, Horror, Komödie. Und quasi im »Off«, kommt dann noch Porno hinzu.

Verdächtig ist, dass von den männlichen Protagonisten so getan wird, als ob das Böse »ewig« vorhanden sei. Klar, denn dann braucht man auch nicht seine inneren Zustände anpassen und kann die »ollen Kamellen« weiterlutschen. 😐

Die Triebe sollten nicht negiert, sondern kanalisiert werden. Sie sollten in gesellschaftlich sinnvolles Verhalten münden, in Gefühle von Stolz und Ehre, in den Wunsch, kompetitiv zu sein und Verantwortung zu tragen.

Nehmen wir den Herrn Breivik. Aber auch die anderen Amokläufer speziell in den USA, und solche hier in Deutschland. Der Breivik soll ja auch so ein Fan der Computer-Ego-Shooter gewesen sein. Warum soll der Kampf gegen das Böse schlecht sein? Überhaupt nicht. Aber der Täter wählt die Rolle des Bösen. Das muss schon mal zu denken geben. – Wir müssen darüber nachdenken, warum die Männer »wie Zombies« aus der Wohnung kommen (nachdem sie ihre »tägliche Dosis Gewalt« an den Computermonitoren verabreicht bekamen), um Schlechtes zu tun.

Warum ermorden diese Computerspiele-beeindruckten jungen Männer wehrlose Menschen, Kinder? Genauso gut könnten sie auf die Idee kommen, dass die Diktatoren dieser Welt durch eine private Eingreiftruppe eliminiert gehören. Oder durch einen Selbstmordattentäter! Das wäre wenigstens etwas Sinnvolles. Stattdessen greifen sie aber ihre eigene Peergroup an, Menschen in ihrem gesellschaftlichen Zuhause und töten dort Gleichaltrige, Kinder. Warum? – Weil es Rache ist.

Es sind junge Männer, die sich rächen. Im Grunde genommen sagen sie, die Gesellschaft die ihr geschaffen habt, hasse ich. Es sind Söhne, die sich von ihren Vätern im Stich gelassen fühlen und sich eine kaum hilfreiche Ersatzwelt mit den Computerspielen schaffen. Die westlichen Gesellschaften haben in den letzten hundert Jahren sich immer mehr technisiert, aber dafür ist das Gespräch, das Zusammensein der Menschen in immer stärkerem Maße zu kurz gekommen. Junge Männer stehen mit 20 alleine da, weil der Vater nicht vorhanden war, nichts mitzuteilen hatte oder gar als Gegner empfunden wurde. – Unsere heutigen westlichen Gesellschaften sind inhuman.

Männerwelten

Akif Pirinccis Artikel über den Vorfall in »Kirchweyhe« hatte ich schon mal überflogen, aber wegen der sehr derben Sprache dann doch nicht weiter gelesen. Jetzt ein weiterer Artikel von ihm, dass er auf Facebook gesperrt wurde (und dann wieder freigeschaltet). [1] Dann die Vorfälle in Boston. – Ist was los mit den Männern?

Männer sind ganz tolle Kerle, wenn sie sich anerkannt fühlen, in einer Gruppe von Männern sich wohl fühlen, wenn sie der Gemeinschaft geben können, von ihren Fähigkeiten, ihrer Solidarität, ihrer Zuneigung. Sie sind stark, und bis in den Tod bereit sich für etwas einzusetzen, wenn sie den Wert anerkennen und der Meinung sind, es ist eine gute Sache. Sie sind warmherzig und liebevoll, können aber auch dort, wo sie es für angebracht halten, gnadenlos hart und unnachgiebig sein. – Habe ich da jetzt die guten Männer beschrieben?

Was ist denn heute los? Fange ich mal bei den Deutschen an. 1933 haben wir es Männern erlaubt, ein ganzes Volk zu »führen« und sind mit diesen Männern und ihrem Denken untergegangen, verbunden mit unsäglichem Leid, dass diese Männer ihrem eigenen Volk und Menschen in anderen Ländern angetan haben. – Heute ist es aus, mit der deutschen Männerherrlichkeit! Weltordnungen der Männer sind gewaltbasierend. Gewalt überall und allenthalben. Aber jetzt ist es nicht mehr die militärische Gewalt, die uns so beschäftigt, im Inneren, sondern die Gewalt, die durch mannigfaltigen Missbrauch in verschiedensten Beziehungen (Familie, Partnerschaft, Arbeitsplatz) und über den öffentlichen Raum zustande kommt.
Migranten. Sie bringen ihre Kultur, ihre Beziehungskultur mit. Die Gruppe spielt noch eine viel größere Rolle als bei den deutschen Männern im Westen. In der Zeit, in der im Westen die Single-Haushalte überhandnahmen, war es noch selbstverständlich für die Migranten, dass sie im Familienverband sich orientierten und ihre Vorteile suchten. Sprich, man geht zu zweit, zu dritt, zu viert abends aus dem Haus, und wenn einer von den Single-Deutschen einem quer kommt, gibt’s halt eine auf die Mütze. Richtig ist schon, dass das ganz normal von der Polizei verfolgt gehört, bloß ist das, was der Akif Pirincci da sagt, durchaus bedenkenswert. Natürlich kann ein Migrant erkennen, wer zu seiner Kulturgruppe gehört und wer nicht. In der Berichterstattung, auch unter dem Aspekt des Pressekodex, entsteht dabei ein durcheinander und durchaus auch Benachteiligungen von »Bio-Deutschen«. Für die einen ist das »kein Problem«, aber andere bemerken das und ärgern sich dann darüber.
Wer sich daraufhin beklagt, wird schnell als Nazi tituliert, insbesondere von denen, die sich selbst als »Links« bezeichnen. Und ruckzuck findet ein Schlagabtausch statt, der in der Sprache gewalttätig wird, oder wie jetzt bei Herrn Pirincci wird flux angezeigt und verklagt, und gedroht und so weiter. – Ja die Gruppenorientierung bei den Migranten ist durchaus vorhanden, gilt es doch auch, sich in dem Einwanderungsland mit den eigenen Interessen zu behaupten.

Wenn man aber nur mal diesen Beitrag von Herrn Pirincci als Anregung nimmt, einmal darüber nachzudenken, so kann man durchaus sagen, dass die Männer allgemein, in einer Dauerkrise sich befinden, was sich an den Symptomen bemerkbar macht, die wir alle sehen. Auch die Migranten-Männer müssen sich langfristig umorientieren, vielleicht kommt man doch nicht so voran, als Subjekt, als Individuum, wenn man sich immer nur im Clan bewegt. Vielleicht muss doch das Verhältnis zu den Frauen überdacht werden.
In der westlichen Zivilisation nimmt das nun schon ganz andere Formen an. Der Gendergedanke (die Lichtgestalt ist hier wohl Judith Butler) verknüpft mit der Idee, das Geschlecht nicht mehr erkennbar zu machen, führt in neue Dimensionen menschlichen Seins. Vielleicht weiß man in Zukunft gar nicht mehr, oder hat es vergessen, wer nochmal die Kinder bekommt. Oder irgendwelche Gerätschaften übernehmen die Angelegenheit. 😕

Junge Männer, die selbst gerade die Schule hinter sich haben, kehren in diese zurück, mit halb-automatischen Waffen und töten Kinder und Lehrer, oder entwickeln ein komplett eigenes Weltbild, auf dessen Grundlage sie zu einer Insel fahren und die dort anwesenden Jugendlichen ermorden. – Es gibt keine Vorbilder mehr, für Männer. Höchstens im Negativen. Das ist schon seltsam. Immer wieder wird im Zusammenhang von Amokläufen sich darüber beklagt, dass die Computerspiele eine negative Wirkung haben. Aber ist das wirklich so? In den Computerspielen, wie in den Filmen, gibt es doch meist die Unterscheidung zwischen den Guten und den Bösen. Also eine Auswahl. Warum aber, entscheiden sich die jungen Männer im realen Leben dann die Bösen zu verkörpern? Wieso töten die Ego-Shooter Unbewaffnete, Frauen und Kinder. Warum setzen sie sich nicht gegen bekannte Diktatoren in Bewegung, oder kämpfen gegen Terroristen?
Mir kommt es eher wie eine Verwirrung vor. Die Männer wissen nicht mehr, wie sie ihren Platz in der Gesellschaft finden sollen, Werte, die sie für richtig halten und womöglich idealisieren, sind im alltäglichen Leben bedeutungslos, wofür sie dann die Gesellschaft hassen. Und unsere totale Unterwerfung unter die »Arbeitsgesellschaft« könnte ein Grund sein. Eltern (Frau und Mann!?) haben keine Zeit mehr, mit den Kindern zu leben, mit ihnen gemeinsam, während sie aufwachsen, die Welt zu erkunden, Gefühle und Haltungen zu vermitteln. – Die Personen werden älter und sind innerlich leer und können mit der Welt nichts anfangen.

[1]
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