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Inhalte, Gesprächskultur und Absprachen

Bei den Inhalten, die zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Thema »Bedingungsloses Grundeinkommen« produziert werden (Texte, Videos, Podcasts, etc.), geht es nicht nur um die »Qualität« der Produktionen, sondern auch darum, dass es öffentlich wird, wie viele Menschen sich für ein Grundeinkommen engagieren.

Die Anzahl der Menschen, die sich für ein bGE aussprechen und die Qualität von Einzelbeiträgen zum Grundeinkommen, sind beides wesentliche Faktoren bei der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens.

Alle, die ein Grundeinkommen befürworten, sollten mit ihren Beiträgen in der Öffentlichkeit »sichtbar sein«. Das ist ganz wesentlich, für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens. – So, wie heute jeden Tag die Merkelstaat-Anhänger und Hartz4-Gesetze-Befürworter ununterbrochen »Werbung« machen, für ihre Gesellschafts-Vorstellungen, so müssen die Menschen, die sich für einen anderen Staat aussprechen, ihre Sicht der Dinge öffentlich bemerkbar machen. Dauernd, jeden Tag.

Das ist notwendig, damit in der Öffentlichkeit sichtbar ist, wie die Menschen denken.

Bei der »Gesprächskultur« wiederum, geht es darum, eine Form zu finden, die allen Menschen und ihrer Unterschiedlichkeit gerecht wird. Als Grundlage dient die Vorstellung, dass wir Menschen nicht einer Meinung sind. Und das es eher die Ausnahme ist, wenn wir in dieselbe Richtung denken.

Wenn das so ist, dann müssen Gespräche dies berücksichtigen. – Abhängig von der Größe der Gruppe, sollten alle Gesprächsteilnehmer »gleich viel« Zeit erhalten, um sich mitteilen zu können. Keine Äußerung sollte bewertet werden, unterbrochen werden, kritisiert werden. Niemand sollte in Aussagen angegriffen und beschuldigt werden. Stattdessen sollte jeder »von sich« und den eigenen Eindrücken sprechen, von der Wahrnehmung der eigenen Lebenswelt. Und dies den anderen mitteilen.

Wenn es um Entscheidungen geht, steht am Schluss dieses Gesprächs, oder am Schluss von mehreren Gesprächsrunden die Abstimmung. So sehr sich Einzelne auch echauffieren konnten, während der Gespräche, Tatsache ist doch auch, dass bei den Abstimmungen jeder Mensch eben »nur eine Stimme« hat, um die Richtung zu beeinflussen, in die die Gemeinschaft geht.

Gab es mehrere Handlungsmöglichkeiten abzustimmen, so wird sich zeigen, welches Angebot »eine Mehrheit« an Stimmen erhält. Das ist Demokratie. Direkte Demokratie.

Das bedeutet nicht, dass diejenigen, die mit ihren Ansichten nicht die Mehrheit erzielten, auf weiteres Engagement für ihre Anliegen verzichten müssen, wenn sie davon überzeugt sind, dass ihre Ansichten eine Umsetzung verdienen.

Wie ergibt sich Macht? Macht ergibt sich!

Aber Macht gezielt erlangen zu wollen, zum Beispiel durch manipulierte Wahlen, indem mit Absicht Leute in Institutionen geschickt werden, um dort Mehrheiten zu erreichen, um diese Institutionen »umzupolen«, muss verhindert und unterbunden werden, zum Beispiel dadurch, dass wir solche Strukturen in Institutionen, dass wir solche Organisationen nicht unterstützen.

Entwicklungen ergeben sich. Und sie können gezielt angestrebt werden. Aber »Macht« sollte nicht gezielt angestrebt werden. Macht ist sinnlos und wertlos.

Sollte gemeinsames Handeln »gewählt« werden?

Organisationen sind wie ein Gerüst. Sie sollen einer gemeinschaftlichen Interessenvertretung dienen. Organisation funktionieren nach bestimmten Regeln. Es ist eigentlich ganz einfach, Organisationen auszutricksen.

Angenommen die Organisation ist angetreten, um die Farbe »Rot« zu bewerben. Anhänger der Farbe »Grün« passt das nicht und sie sorgen dafür, dass viele anonyme Grüne bei den Roten eintreten. Dann schauen sie, dass sie »Schlüsselpositionen« in der roten Organisation ergattern. In dem sie »eigene Leute« bei Abstimmungen lancieren und zum »Wahlsieg« verhelfen. – Anschließend sorgen sie dafür, dass die Öffentlichkeitsarbeit für die Farbe »Rot« unprofessionell, stümperhaft und wenig erfolgreich verläuft. – All das ist möglich zu erreichen, in »Institutionen und Organisationen«.

Statt sich also zu einem »Marsch durch die Institutionen« aufzumachen, der womöglich in einen Irrgarten oder eine Sackgasse mündet und unsere Lebenskräfte verplempert, und statt uns durch »Wahlen« auseinander dividieren zu lassen, sollten wir lieber gezielt Ausschau halten, nach den Menschen, mit denen wir uns vorstellen könnten, eine Bürgerbewegung aufzubauen oder Projekte und Kampagnen durchzuführen. – Das wäre jetzt in Angriff zu nehmen.

Mit den Leuten Kontakt aufnehmen, sich persönlich absprechen und wenn möglich, nach und nach den Kreis der vertrauenswürdigen Personen vergrößern und bei dieser Form der Zusammenarbeit, weitestgehend auf »Wahlen« zu verzichten.

Mehrheit

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Wer ist dumm, wer ist klug?

Wenn diese Entscheidung den Menschen überlassen wird, gibt es bestimmt unterschiedliche Einschätzungen darüber. »Gott« weiß wahrscheinlich die richtige Antwort. – Aber der Mensch?

Nehmen wir eine Gesellschaft der »Direkten Demokratie«, wie die Schweiz. Ständig werden Entscheidungen getroffen, Mehrheiten und Minderheits-Voten festgestellt. Da ist dann noch die Regierung, die auch ein Wörtchen mitzureden hat. – Wird nicht überprüft, welche Entscheidung die Richtige ist?

Vielleicht müssen auch spezielle Konstellationen in einer Gesellschaft vorherrschen, damit der »Super-GAU« stattfindet. Und Kulturen gehen unter oder vermischen sich mit anderen, wenn sie nicht Methoden entwickeln, wie sie das eigene Überleben gewährleisten.

Was Chaim Noll [1] beschreibt, betrifft die »Anerkenntnis« von Zuständigkeit und Kompetenz zu Sachfragen, aber auch zu Lebensfragen allgemein. – Haben wir Gesellschaften, in denen diese Anerkenntnis zerstört ist, nicht mehr existiert, dann ist jeder »zuständig« und kompetent zu entscheiden, was richtig ist, und was nicht. – Wir haben dann die Gesellschaft der Direkten Demokratie. – In der Parlamentarischen Demokratie behaupten wir, wir seien nicht kompetent für unsere Lebenswelt. Andere müssen dann entscheiden, was richtig ist, für uns, was wir zu tun und zu lassen haben.

Was ist aber nun die Wahrheit?

Die Anerkenntnis von höherer Kompetenz und Zuständigkeit, als man selbst hat, kann nur »freiwillig« erfolgen. Der einzelne Mensch muss es selbst sagen, dass jemand anderes »mehr« weiß, mehr Ahnung hat, als er selbst. – Und er muss aus freien Stücken etwa einem Rat folgen, und ein Urteil akzeptieren, dass eine solche Person fällt. – Und wenn diese Anerkenntnis nicht nur durch eine einzelne Person stattfindet, sondern gleich die ganze Gruppe, Clan, Gesellschaft, Gemeinschaft sie bestimmten Personen gegenüber erweist, dann könnte das auch in einer Direkten Demokratie funktionieren, weil die Menschen immer »frei« wären, diese Haltung zu revidieren.

»Die Mehrheit entscheidet« ist die Idee, dass alle Menschen kompetent und »zuständig« für die Dinge ihrer Lebenswelt sind. – Und natürlich kann und darf diese Vorstellung nicht »dumm« gehandhabt werden. – Die Zuständigkeit des Menschen muss von ihm selbst überprüft werden. Er muss selbst herausfinden, ob er zu allen Themen »zuständig« ist, und zu welchen er vielleicht nicht zuständig ist, und er die Verantwortung an andere Personen abzugeben bereit ist.

Wogegen der Mensch immer zurecht opponiert, ist die »Bevormundung«. – Unterschiedliche Zuständigkeiten müssen »verständlich« und erkennbar sein. Sodass der Einzelne bereit ist, aus sich heraus seinen Platz zu finden, in einem Gefüge von Aufgabenverteilung.

Diese Themen sind wichtig, etwa in einer Grundeinkommens-Gesellschaft.

Und sie sind wichtig, wenn in Staaten der Terror wir ein riesiges Geschwür wuchert, und andere Gesellschaften auf das Heftigste bedroht. – Terror kann durch Menschenmassen mitgetragen sein, aber Menschenmassen können von kleinen Gruppen, schwer bewaffneten Einschüchterern, einem diffizilen System der Unterdrückung in Schach gehalten werden.

»Dumm und klug« muss nicht auf ewig festgelegt sein. – Bildung sollte im Interesse der Gemeinschaften eine große Bedeutung haben. Sie ist Sache der Einzelnen, der Familien. Ihnen muss die Freiheit gegeben sein, in ihrem Sinne Bildung zu organisieren.

Eine Grundeinkommens-Gesellschaft würde »Freiraum« schaffen für Bildung, weil wir dann Zeit dafür hätten.

[1]
Chaim Noll, Feuer

Demokratie im Wandel

nzz–stille-revolution-in-lateinamerika

Gerade die «bolivarischen» Länder zeigen die Gefahren auf, die nicht integrierte Gesellschaften für die Demokratie in Lateinamerika darstellen. Während es früher verhältnismäßig leicht möglich war, die arme Mehrheit de facto aus dem politischen Prozess auszugrenzen, wird dies mit zunehmender Demokratisierung und der Ausbreitung der modernen Kommunikationsmittel immer schwieriger. Sind die armen Massen einmal mobilisiert, können sie nicht mehr ignoriert werden, wie auch der peruanische Präsident Humala kürzlich in einem Interview mit «El País» darlegte. Andernfalls drohen ähnliche Entwicklungen wie in Venezuela und Bolivien, wo bisher ausgegrenzte Mehrheiten – die an der Erdölbonanza nicht beteiligte Unterschicht in Venezuela und die indianische Bevölkerung in Bolivien – in autoritärer Form die Macht übernahmen. Ähnliches droht längerfristig auch anderen Ländern, in denen eine Mehrheit der Bevölkerung von den Früchten des Wachstums ausgeschlossen ist, wie beispielsweise in Paraguay.

Das Problem der »ausgegrenzten Mehrheiten« haben wir auch in Europa. Die Teilhabe der Menschen an der gesellschaftlichen Gestaltung über »Parlamentarische Demokratie« findet nicht statt, weil das Instrumentarium seiner Wirksamkeit beraubt wurde. Über Wahlen und Engagement in Parteien kann der Normalbürger nichts erreichen. Parteien sind in ihren Strukturen von Funktionären beherrscht, die jegliches »Durchkommen« neuer Ideen oder Mehrheitsbeschlüsse der Parteimitglieder verunmöglichen. In diesem Irrgarten kann sich jeder austoben, der seine Energien sinnlos verbrauchen will. 🙂
Ähnlich schlecht sieht es mit der Methode »Wählen gehen« aus. Denn die Parteien sind durchsetzt mit immer den gleichen Leuten an den Schalthebeln, die jegliche Veränderung zugunsten einer Bevölkerungsmehrheit und der Allgemeinheit zu verhindern wissen. Es ist also egal was man wählt, da die »Doorkeeper« zur Stelle sind, um letzten Endes das durchzusetzen, was in nichtöffentlichen Absprachen von Machtgruppen vorbereitet und zur Umsetzung gebracht wird. Zwar merken heute immer mehr Menschen, dass das so ist. Nicht umsonst wird von der Einheitspartei SPDCDUGRÜNEFDP gesprochen. Aber es ist der »ausgegrenzten Mehrheit« bis jetzt noch nicht gelungen, dieses Bollwerk aus ausgeklügelter Demokratieverhinderung zu knacken. 😐

Voting-II