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Soziale Netzwerke – politische Arbeit – Medien

Fritz Lloyd Wetzel ist auch bei Facebook. „Ich hätte dort gern mehr Politisches und weniger Urlaubsbilder“, sagt er. Genau das ist die Strategie des Unternehmens. Mit neuen Angeboten für klassische Medien will Facebook diese Entwicklung verstärken, zum Beispiel mit Instant Articles, einer Möglichkeit, Medienbeiträge direkt bei Facebook zu veröffentlichen und nicht nur zu verlinken.

Ein neues Lesen – 29.04.2016 – Markus Hesselmann

Interessant an dem ganzen Beitrag ist der Hinweis auf die zunehmende Bedeutung der Sozialen Netzwerke.

Im krassen Gegensatz dazu ist das Verhalten vieler »Normalbürger« zu sehen, die sich vom Internet fernhalten, mit teils leicht zu hinterfragenden Behauptungen über den »Datenschutz«.

Natürlich ist das Internet »Öffentlichkeit«. – Wer dort aktiv ist, gibt »Daten« preis, statt sie zu »schützen«. Wer irgendetwas, oder sich selbst geheimhalten will, wählt diesen »Öffentlichen Raum« erst gar nicht aus, oder mag sich zurückziehen in die »Foren«, mit ihren überwiegend anonymen Teilnehmern.

Das Internet ist somit ideal für Menschen, die sich den Interessen der Allgemeinheit verpflichtet fühlen. – Die »Allgemeinheit« hat das natürliche Verhalten an sich, ihre Anliegen öffentlich zu machen. Während diejenigen, die zum Schaden der Allgemeinheit sich verhalten (Korruption, Steuerhinterziehung, Bestechung, Lobby-Interessen), sich gerne im Verborgenen bewegen.

Das Internet bedeutet, den »physischen öffentlichen Raum« durch einen virtuellen zu ergänzen, und in vielen Einzelfällen sogar abzulösen. – Zentraler Bestandteil des Internet ist der Umstand, »sichtbar« zu sein. Wer sich im Internet bewegen will, ohne sichtbar zu sein, »schwingt nicht mit«, mit der Wahrheit, die in dieser neuen Welt enthalten ist.

Im »virtuellen öffentlichen Raum« erledigen wir unsere Geschäfte nicht mehr »zu Fuß«. Wir können unsere Angelegenheiten schneller umsetzen, als noch vor Jahren. Wir können mittels des Internet schneller und einfacher mit anderen Menschen bei bestimmten Arbeiten »kooperieren«.

Gerade »politische Arbeit«, also gesellschaftliche Gestaltung, wird mittels des Internet und der vorhandenen Software enorm vereinfacht. – Das Problem hierbei ist heutzutage nicht mehr die fehlende Software, sondern das Fehlen der Menschen, die einsehen, welches Potential im Internet liegt, um gesellschaftspolitisch zu gestalten.

Nicht nur Medienfirmen, auch freie Journalisten können mitmachen und sich unter dem Facebook-Dach unter Umgehung von Redaktionen selbst zur Marke entwickeln. Aus dem post-industriellen wird ein neu-industrieller Journalismus, mit Facebook als multinationalem Medienkonzern.

Was der Autor nicht erwähnt, ist der Umstand, dass alle »Bezahlmedien« Eigentümer im Hintergrund haben. – Welche Interessen verfolgen diese? – Wenn er selbst für eine Zeitung arbeitet, hat er einen Chef, und den Eigentümer vor sich, der ihn bezahlt und ganz bestimmte, »tendenziöse« Artikel will. – Das muss er ja noch nicht mal direkt gesagt bekommen. Lob und Tadel bringen ihn in eine bestimmte Richtung, oder er wird entlassen. – Insofern wirkt die Kritik an den großen Internet-Medienkonzernen scheinheilig.

Die einzige Nachricht, die wirklich wertvoll ist, ist die des unabhängigen Schreibers, Bloggers, wenn sie denn seine persönliche Meinung, seine persönliche Erfahrung wiedergibt. – Alles andere sind »beauftragte« Texte.

Exklusive journalistische Expertise darf auch darauf hoffen, sich digital besser als Bezahlinhalt verkaufen oder hochpreisiger bewerben zu lassen.

Was soll »exklusive journalistische Expertise« sein, wenn die Bürger Nachrichten und Informationen nach ganz anderen Kriterien beurteilen, als der »Journalist«?

Für die Bürger ist es wichtig, zu sehen, ob sich eine Nachrichte der »Lügenpresse« zuordnen lässt. »Lügen« bedeutet, aktiv wissentlich die Unwahrheit sagen. – Selbst wenn wir annehmen, dass viele Reporter und Medienmitarbeiter »keine Ahnung« haben, was sie da eigentlich für Nachrichten verbreiten, also nicht aktiv »lügen«, so können wir doch davon ausgehen, dass in vielen Medienanstalten, die Unwahrheit gesagt und verbreitet wird. – Also haben wir »Unwahrheitsmedien«.

2% der Bevölkerung hat Aktien. Dennoch werden jeden Tag auf allen Kanälen die Aktienkurse verbreitet. So, als ob das für alle wichtig wäre, darüber Bescheid zu wissen. Oder geht es eher darum, Propaganda zu machen, für ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, dass gegenüber der Bevölkerung durchgedrückt werden soll? – Jeden Tage bekommen wir erzählt, dass wir »Wirtschaftswachstum« brauchen und »Investitionen«, um »mehr Arbeitsplätze« zu schaffen, damit die Leute ein Einkommen haben.

Ist das die Wahrheit?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen brauchen, damit jeder »unabhängig von den Wechselfällen in der Wirtschaft«, ein sicheres Einkommen hat?

Wer sagt die Wahrheit, wer lügt, oder sagt zumindest die »Unwahrheit«?

Warum sollten die Leute etwas »bezahlen« wollen, das »inhaltlich« den Ansprüchen nicht genügt, die die Bürgerinnen und Bürger haben?

Der nicht unberechtigte Verdacht steht im Raum, dass ein Großteil der Printmedien und die öffentlich-rechtlichen Medien sowieso, im Windschatten der Regierenden ihre Nachrichten verbreiten und den Staatsverwaltern mit ihren Beiträgen »zuarbeiten«, also »gegen die Bevölkerung« ihre Texte schreiben. – Warum sollten die Bürger auf die Idee kommen, so etwas auch noch zu bezahlen.

Ich selbst, fern solcher Prominenz, mache eine ähnliche Erfahrung, wenn ich auf einer meiner Social-Media-Seiten mal wieder richtigstelle, dass ein Lob für einen besonders gelungenen, von mir empfohlenen Beitrag nicht mir gebührt („Toller Text von Markus Hesselmann, danke!“), sondern dem Kollegen, der ihn tatsächlich geschrieben hat. Und stelle fest, dass ich für einige Freunde und Follower inzwischen als eine Art Medium wahrgenommen werde, auf dessen Auswahlkriterien man vertrauen kann, eine neue Art beruflicher Genugtuung.

Das ist ähnlich der paternalistischen Einstellung, die auch die Bundesregierung hat, wenn sie uns alle »integrieren« und »fördern« will. – Auch in der Medienauswahl sollen wir an die Hand genommen werden, um zu den »Qualitätsprodukten« hingeleitet zu werden. – Das passt nun wirklich nicht mehr in die heutige Zeit der »selbständigen Menschen«. 😀

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Ausgestaltung der Direkten Demokratie

Wichtig ist die Einzelperson, das Individuum. – Alle Meinungen, Urteile und Entscheidungen des Individuums gilt es zu achten. Andererseits ist zu bedenken, dass ein Mensch eben auch nur eine Stimme hat, wenn es darum geht, etwas für die Allgemeinheit zu entscheiden. – Das heißt, die Meinung des Einzelnen ist bedeutend und sollte zur Kenntnis genommen werden, sie ist aber nicht »das letzte Wort«. Auch andere haben eine Meinung. – Werden verschiedene Vorschläge zu einer Sache eingebracht, wird eine Vorauswahl durch Abstimmung getroffen, die dann in die »Endrunde« kommen. Der Vorschlag, der die meisten Stimmen bekommt, wird umgesetzt. Das heißt, auch wenn es nur eine Stimme mehr wäre. – Dabei wird davon ausgegangen, dass die Vorschläge eher ähnlich, vergleichbar und nicht in krassem Gegensatz sind. – Und die Menschenrechte begleiten immer alle direkt-demokratischen Entscheidungen.

Damit der Einzelne genügend umfänglich gewürdigt werden kann, mit seinen Überlegungen, ist eine Präsentation seiner Gedanken und Ideen unumgänglich. Und natürlich können auch Personen vollständig im Verborgenen leben, ohne Handy, Telefon, Internet und sie können behaupten, dennoch bei der Gestaltung der Allgemeinheit und des Gemeinwohls mitzuwirken, aber wenn die Direkte Demokratie eine »große Sache« werden soll und werden wird, dann präsentieren wir uns genauso, wie heute die Politiker es tun, über eigene Internetseiten, über Blogs, über soziale Netzwerke.

Um ein Beispiel zu nennen. Immer wieder werden neue Initiativen, Gruppen gegründet, die sich bestimmten Zielen, Aufgaben widmen wollen. Hier ist es sehr wichtig, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, wer denn da sich gemeldet hat, aufgetaucht ist, um bei diesen Unternehmungen dabei zu sein. – Wer wenig von sich erzählt, hat womöglich nicht die Zeit dazu. Aber die realen Begegnungen können dies sowieso nicht leisten, da hier die Zeit immer zu knapp ist. Zeit im Überfluss gibt es dagegen im Internet. [1] Die schriftliche Darstellung einer Person ist schneller zu überschauen, als sich durch die vielen kurzen mündlichen Mitteilungen hindurchzuarbeiten, die »live« von einer Person zu erleben sind. – Frühzeitig und über Jahre einen Eindruck über die eigene Denkweise zu vermitteln (die sich durchaus über die Zeit auch ändern kann), bietet eine gute Gelegenheit für andere, die Gedankenwelt desjenigen zu erkunden. – Klar können solche Seiten manipuliert sein. So, wie es auch bei den Wikipediaseiten versucht wird, die über Personen informieren. Aber wenn etwas gesagt wurde, geschrieben ist, dann gilt das erstmal. Und es hat eine andere Wirkung, als wenn jemand als völliger »Nobody«, ohne Hintergrund in Erscheinung tritt.

Würde dies nun als Aufgabe verstanden werden, so bedeutet es, dass Personen, die in der Öffentlichkeit für die Allgemeinheit und das Gemeinwohl aktiv werden wollen (wer Lobbyist sein will, hat sowieso ein ganz anderes Wertesystem), sich darauf einrichten, in der Öffentlichkeit in gewisser Weise »zu leben«. Den eigenen Vorteil haben sie dadurch, dass sie selbst Teil der Allgemeinheit sind, für die sich eingesetzt wird. – Wer in einer Initiative sich einbringen will, sollte parallel dazu einen Blog betreiben, auf dem die eigenen Positionen in gewissem Umfang sich in der Entwicklung zeigen und verfestigt und verfeinert werden. – Es geht nicht darum, »mitzuschwimmen«, sondern wie alle anderen auch, »zentraler Baustein« der Unternehmung zu werden. – Alle sind unabdingbar und in vollem Umfang präsent. – Das geht aber nur, wenn der Einzelne eine eigene Meinung hat. Und die muss er konkretisieren.

[1]
Empfundene Wirklichkeit. – Das ist ein interessanter Aspekt. – Im Internet haben wir »Zeit im Überfluss«. In der realen Welt ist die Zeit extrem knapp. – Es sei denn, es wird die »reale Welt« ins Internet verfrachtet. Alberner geht es nicht. – Als Beispiel sind die »Sprachkonferenzen« bei den PIRATEN zu nennen. Mumble. Da werden alle Vorteile des Internets ausgehebelt. – Das ist so, als ob vor die Lokomotive ein Pferdegespann gesetzt wird, um die Lok samt Waggons zu ziehen.

Gruppe und Individuum

Basic Income UK – Towards an emancipatory welfare

We have different political and social backgrounds and do not represent any one political party. Except when explicitly mentioned, the views expressed on this website do not represent any official position as a group. The articles and opinions are rather intended as a discussion amongst a plurality of viewpoints and a way of raising awareness and debate around this issue.

Beyond our differences, we are working together to actively promote the idea of an unconditional and universal basic income as an unimpeachable right of every citizen of the world.

Warum soll auch eine Gruppe nur deshalb existieren, weil sich die beteiligten Individuen zu einer Meinung zu einem Thema bekennen. Ein Unfug ohnegleichen. Denn es ist doch wahr, dass wir Menschen in der Regel nicht einer Meinung sind und trotzdem in »eine bestimmte Richtung« gemeinsam gehen können. Diese Richtung ist eine »in etwa« Linie, die wir teilen, aber ausgestalten tun wir sie mit unseren individuellen Perspektiven und Schwerpunktsetzungen und die kommen zu Wort und sind unsere individuelle Anwesenheit bei der ganzen Unternehmung.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn in vielen Vereinen, Organisationen und Institutionen gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass die individuelle Sicht der Dinge sich unterzuordnen hat, der »offiziellen Marschrichtung« der jeweiligen Einrichtung. Diese Einschränkung und Unterwerfung, ja Brechung der Individualität zugunsten einer ominösen Gruppenmeinung, ist das Grundübel der heutigen Gesellschaftsgestaltung. – Es sind nicht zuletzt die Parteien, die nach dieser desaströsen Konzeption ihr übles Werk vollbringen.

Schlimm daran ist in erster Linie, dass es natürlich Einzelpersonen und Lobbyinteressen sind, die ganz bestimmte Gesetze und Entscheidungen »im Namen der Allgemeinheit« und aller in der Partei Aktiven auf den Weg bringen, dieser Umstand ab vertuscht wird, in dem man so tut, als ob »alle« das genau so wollen, wie es dann in die Umsetzung kommt. – Selbst wenn es so ist, dass alle letztlich zu bestimmten Gesetzen »ja« sagen, dann ist das im Laufe der Mitgliedschaft in diesen Organisation den Politikern und Mitgliedern antrainiert und beigebracht worden. – Es kann auch von »Zurichtung« des Menschen gesprochen werden, um ihm seine individuelle Sicht auszutreiben, um ihn auf »Parteilinie« zu bringen. Und wer nicht spurt, wird bekämpft.

Die Grundeinkommens-Idee braucht aber ganz andere Menschen. Es ist der aufmerksame Bürger gefragt, der eben nicht seine Einsichten an der Organisationstheke abgibt, bevor er die Mitgliedsbescheinigung in Händen hält. Im Gegenteil. Der Kulturimpuls, der durch die Grundeinkommens-Idee ausgeht, regt das Subjekt an, die eigene Perspektive als das eigentlich Wichtige zu erkennen und beizubehalten, statt sich einer Gruppenmeinung unterzuordnen. Gerade die eigene Wahrnehmung wird als das besondere Element erlebt, dass durch den Impuls angeregt wurde. Es geht darum, die subjektive Sicht zu stärken und die Gruppe ergibt sich dadurch, dass die Engagierten gemeinsam dieser Ansicht sind.

Die Sorge, dass eine solche Gruppe nicht durchsetzungsfähig sein könnte, weil eine zu starke Ausrichtung auf die individuellen Sichtweisen eine klare Ausformulierung von Schritten, die zu gehen sind, verunmöglicht, ist nicht berechtigt. Nach den Methoden der Direkten Demokratie kommen Ergebnisse zustande, die alle Menschen akzeptieren können.

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Soziales Netzwerk – was ist das?

Google macht Vorschläge, wie der Bürger das Soziale Netzwerk nutzen kann. Der Teilnehmer an dem Netzwerk soll »Kreise« anlegen, in die er die Menschen einordnet, mit denen er ein Netzwerk bildet.

Ein Kreis, für Angehörige, Verwandte. Ein Kreis für Arbeitskollegen. Ein Kreis für die Sportkameraden. Ein Kreis für die Menschen, mit denen man ein Hobby teilt. Und so weiter. Alle Beiträge dieser Menschen werden im Beitragsstrom (Stream) angezeigt. »Strom« deshalb, weil das Fenster, in dem die Beiträge zu sehen sind, ein Zeitfenster ist. Die zeitlich neuesten Beiträge sind oben zuerst zu sehen, die bereits älteren Beiträge von vor 12 Stunden zum Beispiel, sind »nach unten gerutscht«, sind bereits aus dem Blickfeld und der Teilnehmer muss nach unten scrollen mit der Maus, am Computerbildschirm, damit die älteren Beiträge zu sehen sind.

Damit ist das Soziale Netzwerk »Google+« eigentlich erklärt.

Ich bin mir nicht sicher, aber kann es sein, dass Google keine Ahnung hat, wie Menschen zueinander in Beziehung treten und miteinander kommunizieren?

Ich weiß nicht, wer mit »Angehörigen und Verwandten« einen Kreis macht. Und welche Arbeitskollegen treffen sich bei Google+? Wahrscheinlich Google-Mitarbeiter. 🙂
Einen Kreis für die Sportkameraden … Womöglich langt da die Email.

So wie Google+ tatsächlich genutzt wird, ist es aber von der Hersteller-Firma gar nicht konzipiert?

Interessant im Sozialen Netzwerk sind »gemeinsame Ansichten und Urteile«, ähnliche Bewertungen und Entscheidungen, zu einer Vielzahl unterschiedlichster Themen.

Hat Google für diese Wahrheit sein Netzwerk ausgerichtet? Jetzt passiert Folgendes. Ein Teilnehmer ist einmal ins Blickfeld geraten, weil er mehrfach +1 bei Beiträgen geklickt hat, und vielleicht auch ein, zwei Meinungsäußerungen tätigte, die wahrgenommen wurden. Deshalb wurde die Person in den Kreis »Neue Personen« eingefügt. Lange Zeit ist diese Person »verschwunden«, aber plötzlich erscheinen häufige Beiträge, die allesamt wenig ansprechend erscheinen, ja vielleicht sogar eher abgelehnte Meinungen vertreten. Die Person wird wieder aus dem Kreis entfernt. – So verschwinden Personen aus den eigenen Kreisen.

Gleichzeitig »verdünnt« sich insgesamt der Beitrags-Hauptstrom. Anfangs ist nicht recht erklärlich, warum im Laufe der Zeit (drei Viertel, bis ein Jahr) weniger Beiträge angezeigt werden, aber dann erscheint eine Möglichkeit zu sein, dass auch Personen, die in den eigenen Kreisen sind, Teilnehmer aus ihren Kreisen entfernen und sich so der Beitragsstrom leert.

Google berücksichtigt nämlich einen ganz bestimmten Umstand nicht: es findet eine permanente gegenseitige Bewertung statt. – Google hingegen tut so, als ob die Menschen aufgrund vergangener oder aktueller Bezogenheit eine »auf ewig« anlegbare zueinander ausgerichtete Aufmerksamkeit aufbauen würden. Aber das ist nicht wahr. – Wir Menschen bewerten uns permanent, und wenn wir keine Übereinstimmung mehr feststellen können, »kündigen« wir diese Aufmerksamkeit auf. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmefälle, bei denen diese Regel nicht gilt, zum Beispiel bei den Eltern oder Geschwistern. Aber selbst da ist nicht sicher, ob wir nicht doch uns zu Bewertungen hinreißen lassen, und dies die eigentlich »unkündbaren« Bande belastet.

Wenn Google diese »Wahrheit« in sein Netzwerk-Konzept miteinbeziehen würde, dann müssten weitere Aspekte stärker in den Vordergrund gerückt werden: Es geht nicht um die Leute, die in den Kreisen »hocken« und deshalb, weil sie in den Kreisen sind, redet man mit ihnen, sondern der Beitrags-Hauptstrom »aller Beiträge« müsste geöffnet und feinjustiert durchsuchbar gestaltet werden. – Der Beitrags-Hauptstrom wäre dann zum Beispiel »alle deutschsprachigen Beiträge«, die »öffentlich« ins Netzwerk gestellt werden. Dieser müsste feinjustiert durchsuchbar sein und aus den Suchergebnissen müssten »Favoriten« erstellt und abgespeichert werden. Diese Favoriten würden die Kreise komplett ersetzen. Denn es ginge nicht mehr um die »gleichen Menschen«, sondern um die »gleichen Meinungen, Urteile und Entscheidungen«. – Der Beitrags-Hauptstrom müsste viele hunderte, tausende; je nach sprachlichen Möglichkeiten, die wir haben; Millionen Beiträge umfassen. Dieser komplette, nicht gefilterte Hauptstrom müsste am Bildschirm wirklich sichtbar sein.

Das heißt, mit den Menschen, mit denen vor 2 Jahren eine Übereinstimmung in der Einschätzung von Sachverhalten bestand, gibt es womöglich aktuell überhaupt keinen Kontakt mehr, weil sich alle Beteiligten »auseinandergelebt« haben und eben nicht mehr die gleichen Ansichten vertreten. – Aber genau diese Wahrheit berücksichtigt Google mit seinem Konzept heute nicht, so dass sich das Verhalten der Teilnehmer und die Vorstellungen der Netzwerkmacher nicht decken und das Netzwerk ausgebremst wird und der Frust die Leute zum Aussteigen bringt.

Kommentarfunktion

tagesspiegel–in-eigener-sache-keine-bewertungsfunktion-mehr

Liebe Leserinnen und Leser, um den Missbrauch der Bewertungsfunktion einzuschränken, hatten wir im Sommer 2012 die Funktion, Kommentare negativ zu bewerten, abgeschafft.

Leider wurde aber die Funktion, Kommentare positiv zu bewerten, ebenfalls missbraucht. Geneigte Nutzer legten sich mehrere Benutzerprofile an, um ihren Kommentaren auf diese Weise mehr Gewicht zu verleihen und im Ranking der bestbewerteten Kommentare weiter oben zu platzieren.

Die Zeitung Der Tagesspiegel in Berlin reduziert weiter die Möglichkeiten rund um ihre Kommentarfunktion. Dies ist interessant, da deutlich wird, wie gering der Wert dieses Feature überhaupt ist. Ich vermute, dass jeder, der eine Kommentarfunktion in seinem Blog oder auf seiner Homepage, Internetseite freischaltet, immer die Zustimmung der Antwortenden im Sinn hat. Niemand denkt wirklich daran, was es bedeutet, wenn die Kommentare eine andere Sicht vertreten, als der Eigentümer der Seite. Ich vermute, dass die Wenigsten sich dabei wohlfühlen, abweichende Ansichten auf ihrem Medium zu dulden.

Aber worauf läuft das dann hinaus? Im Grunde sind wir in unseren Meinungen alle verschieden ausgerichtet und es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass wir Menschen bei verschiedensten Themen einer Meinung sind. Wenn wir damit anfangen, diesen Umstand ernst zu nehmen, ist ein erster wichtiger Schritt getan. Es ist wertvoll, einander in unserer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Es gibt immer noch viele Personen, die es nicht ertragen können, dass der Mitmensch eine andere Meinung gleichermaßen vertreten kann, als sie selbst. Wenn wir es aber akzeptieren, brauchen wir auch nicht mehr zusammenzuglucken, aufeinanderzuhocken und auf Teufel komm‘ raus, eine gemeinsame Meinung herstellen zu müssen. Dann akzeptieren wir unsere Unterschiedlichkeit, sehen diese als Bereicherung und als Ergebnis unterschiedlichster Erfahrungen und wir trachten in gegenseitiger Achtung uns in Einzelfragen zu verständigen und Mehrheitsabstimmungen mitzutragen, wenn sie denn nicht gegen die Menschenrechte verstoßen. – Dann haben wir Direkte Demokratie.

Der Tagesspiegel will also nicht mehr Negativbewertungen zulassen und jetzt auch nicht mehr Positivbewertungen von Kommentaren. Aber immerhin wollen sie weiter Kommentare zulassen. Wer weiß, wann sich auch das ändert.

Und es ist doch wahr. Im Tagesspiegel soll natürlich die Meinung der Tagesspiegel-Eigentümer stehen. – Was denn sonst. 🙂

Das heißt aber für die vielen Kommentarschreiber, dass sie sich darum bemühen müssen, ihre eigene Meinungsplattform zu schaffen (wie der Tagesspiegel seine hat) und zum Beispiel eine Homepage oder einen Blog eröffnen. – Statt »bei anderen« anonym die Ideen und Gedanken abzuladen, kann auf der eigenen Seite, mit Realnamen die eigene Sicht der Dinge erscheinen.

Wie miteinander reden, ohne übereinander zu reden.

Im Internet gab es schon früh Newsgroups (die heute von Google verwaltet werden), später dann Foren und heute haben wir die Sozialen Netzwerke.

Aufgefallen ist mir dabei viel Aggressivität, manchmal regelrechter Hass, besonders in den Newsgroups. In den Foren, belehrende, »über den Mund fahrende«, patzige, unverschämte, arrogante, beleidigende Äußerungen der einen Teilnehmer gegenüber den anderen. In den Sozialen Netzwerken finde ich dieses negative Verhalten am wenigsten.

Und ich hatte mir überlegt, wie sieht ein idealer (Online) Gesprächskreis aus, in dem die problematischen Aspekte ausgebremst werden:

  • Auf Fragen antworten nur Moderatoren und Administratoren. (Gerade bei Fachforen ist es wichtig, viele Menschen zu haben, die ihr fundiertes Wissen einbringen können.)
  • Teilnehmer können über alles sprechen (in den entsprechenden Unterforen), was ihnen in den Sinn kommt, ohne »über« andere Teilnehmer zu reden.
  • Beiträge, in denen das doch stattfindet, werden gelöscht, insbesondere wenn ein Tadel oder gar Angriff gegen andere Teilnehmer spürbar ist. (Ein Entscheidungsspielraum muss vorhanden sein.)

Was würde eine solche Foren- und Gesprächskultur bedeuten?

Einmal, dass die Aussagen der Teilnehmer alle gleichwertig sind und das auch niemandem das Recht eingeräumt wird, über andere Teilnehmer zu reden und zu schreiben.

Der Sachverstand der Moderatoren und Administratoren ist ständig auf dem Prüfstand, weil Fragen und Antworten öffentlich abgehandelt und permanent überprüft werden.

Worum es mir geht, ist, dass ein Reden übereinander als unziemlich und unangemessen behandelt wird. Denn gerade das Reden übereinander ist eine heutige »Unkultur« [1] in den Internetgesprächskreisen, die abgestellt gehört. Das Reden übereinander ist eng verknüpft mit der physischen Aggressivität der einen gegen die anderen. – Vor gar nicht so langer Zeit haben bei uns die einen »Denker« den anderen Denkern auf den Kopf geschlagen, um diese zum Schweigen zu bringen (und in vielen Staaten passiert das heute noch). Mit Gewalt wird das Denken unterdrückt, dass als unliebsam empfunden wird, dass nicht in der Öffentlichkeit ausgesprochen werden soll. Gewalt und Brutalität beim Meinungsaustausch ist uralt und scheint etwas »Natürliches« zu sein, beim Menschen. Deshalb ist es auch in den neuen Medien, im Internet wiederzufinden.

Wenn es aber unerwünscht wäre, Meinungen mit (verbaler) Gewalt zum Schweigen zu bringen, dann müssen die Gesprächskreise (Foren, Newsgroups, Soziale Netzwerke) eben anders organisiert werden. Denn dann werden die Aggressiven an ihrem Tun gehindert.

Dieses Verfahren ist auch möglich, wenn auf Moderatoren und Administratoren verzichtet wird. Es genügt das Einvernehmen in den Gesprächskreisen, so zu verfahren, und wer sich nicht daran hält, wird blockiert, oder »ignoriert« (diese Funktionen müssen vorhanden sein).

Mir geht es in der Tendenz darum, dass die Beiträge der Mitmenschen »in einer Linie« betrachtet, und kein Beitrag bekämpft und an den Rand gedrängt werden kann. – Eine Gesellschaft in Direkter Demokratie braucht solche Arrangements.

Heute hingegen, erlebe ich Foren, in denen die Admins die Teilnehmer auf übelste Weise herunterputzen und fertig machen, erlebe ich, dass Admins und Moderatoren sich nicht getrauen gegen einfache Teilnehmer vorzugehen, die andere Teilnehmer in rüder Art und Weise attackieren, erlebe ich, wie Teilnehmer in Beratungsforen gegen die Hilfesuchenden herabsetzend argumentieren, ohne das die Moderatoren und Administratoren dagegen etwas unternehmen. – Eine insgesamt völlig untragbare Situation, die auch damit zusammenhängt, dass viele Foren privat gemanagt, von dubiosen Vereinen oder gar von gewinnorientierten Firmen organisiert und betreut werden. – Wer dabei »baden geht«, sind die User.

[1]
Eine »Unkultur« ist es, in den Gesprächskreisen, die physisch, real, oder in den virtuellen Welten stattfinden. Natürlich gibt es Formen der Auseinandersetzung, in denen das Reden »über den anderen« akzeptiert ist. Zum Beispiel in den Blogs. Aber auch hier gilt, was ist angemessen. In den Blogs entscheiden die Leser, oder sogar öffentliche Institutionen, wie ein akzeptabler Rahmen aussieht.

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In jeder Interpretation durch den anderen steckt eine potentielle Vernichtungsdrohung. Haben nicht zum Beispiel die Deutschen jahrzehntelang erklärt, wer und wie die Juden sind, was dann die Argumentation lieferte, für die Taten, die in der NS-Zeit passiert sind?

Andererseits scheint mir es nicht durchhaltbar, immer den anderen reinreden zu wollen, wie sie etwas zu sehen, interpretieren, einzuschätzen haben. Es kommt nicht nur »bevormundend« daher, es ist es dann auch. Wer mag sich dann noch ernsthaft unterhalten. Die Folge, man geht auf Distanz.

Und schon passiert wieder genau jenes, welches von der Tendenz her das alte Beziehungsmuster einleitet. – Achtung aufgepasst! Ja wir alle müssen schauen, dass sich nichts mehr wiederholt.

Homöopathie nicht bei Amelie Fried

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Amelie Fried »glaubt« nicht an Homöopathie. Vielleicht liegt es schon daran, zu »glauben«. Sie schreibt:

Dass bislang in keiner wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit der Methode nachgewiesen werden konnte, ficht die Gläubigen nicht an.

In diesem Satz sind schon mal 2 Unterstellungen drin, die Frau Fried so nonchalant unter die Leute streut.

Einmal das wir alle wissen, welche »Wissenschaft« Frau Fried meint, und dann das diejenigen, die die Wirksamkeit der Homöopathie für durchaus möglich halten, keine Wissenschaft als Grundlage ihrer Einschätzungen verwenden würden, sondern an die Wirksamkeit »glauben«.

Das sind allerdings dermaßen massive Schwächen in der Argumentation von Frau Fried, dass man sich jede weitere Beschäftigung mit ihren Bemerkungen ersparen könnte.

Na gut. Schauen wir mal weiter:

Es handelt sich um die sogenannte „Neue Homöopathie“, ihr Guru Erich Körbler war gelernter Antennentechniker. Wenn das so weitergeht, haben wir hierzulande bald die gesellschaftliche Spaltung, um nicht von einem Religionskrieg zu sprechen.

Vielleicht muss Frau Fried einfach ertragen, dass die Welt nicht nur »von oben« und durch die etablierten »alten« Medien abgesegnete Heilslehren gestaltet ist (was sie als Gesprächsleiterin in Talkshows womöglich annehmen konnte), sondern das es noch viel mehr Wahrheiten gibt.

Gottseidank haben wir die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre in den Grundrechten verankert. Die Bemühungen von Frau Fried und selbigen würden sonst noch ins Mittelalter zurückführen, wo man das, was man nicht verstehen kann oder will, bekämpft.

Hinzukommt, dass Frau Fried als nicht unbedeutender Teil der öffentlichen Meinungsmache auch das Symptom derselben verkörpert. Man weiß eben nichts, zu wenig, oder nicht das Richtige, sonst würden wir uns doch nicht in »Krisen« befinden. Während wir seit Jahren durch eine »Finanzkrise« stolpern, reden und urteilen in der Öffentlichkeit Experten, Fachleute und Fachjournalisten an der Lösung der Probleme vorbei. Sie »wissen« offensichtlich nichts. Aber das wird dann schöngeredet, die Schwierigkeiten seien eben nicht beeinflussbar.

Offensichtlich gibt es unterschiedliche Wahrheiten. Welche, die wirksam sind und weiterhelfen, und welche die unwirksam sind. Vielleicht könnte Frau Fried zuerst einmal das anerkennen und für möglich halten.