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… und du fliegst raus.

Sicher gibt es diejenigen, die jeden Tag ausschlafen können. Sie haben es sich so arrangieren können, haben einen ständigen Geldfluss organisiert. Ihr Einkommen ist gesichert. Wie sie das geschafft haben, ist erst mal egal. – Und dann diejenigen, die jeden Tag aufspringen müssen, um dafür zu sorgen, dass Geld auf ihr Konto kommt. Wer keinen »Arbeitgeber« hat, der bezahlt, der die eigene Arbeit bezahlt, muss sonstwie Geld organisieren. Beim Staat betteln, damit sie Geld herausrücken, über deren Stöckchen springen, sinnlose Lehrgänge besuchen und Jobs annehmen, die niemand haben will. – Wehe, du rührst dich nicht, bleibst einfach im Bett liegen. Dann versiegen die Zahlungen auf dein Konto, der Vermieter hat keine Geldeingänge mehr, der Stromversorger meckert, die Heizung bleibt kalt, der Kühlschrank ist leer und du trägst die Kleidung, die du einmal vor über 10 Jahren gekauft hattest.

In den 90er Jahren kamen die »Tauschringe« in Mode. Vereinigungen, deren Teilnehmer mit einer selbstgeschaffenen Währung, nennen wir sie »Holo«, in Tauschgeschäfte treten. Wie bei einem Flohmarkt, können Produkten gegen diese Währung »gekauft«, und gegenseitige Dienstleistungen mit dieser Währung bezahlt werden. Die Idee schien genial, in Zeiten zunehmender Single-Haushalte, um sich so gegenseitig zu helfen und sich auch kennenzulernen. Denn die Tauschringe sollten nicht bloß den Wirtschaftskreislauf abbilden, sie funktionieren eigentlich nur, wenn persönliche Beziehungen unter den Tauschring-Teilnehmern zustande kommen. – Der anonyme Tauschhandel der »Realwirtschaft« sollte eben nicht kopiert werden. – Auch wenn heute viele Personen von den Tauschringen profitieren, denn wer die Regeln verstanden hatte, kann sich gut in diesen Netzwerken einrichten, so ist doch eine gewisse Stagnation bei den Mitgliederzahlen festzustellen. – Woran liegt es?

Einmal sind es die strikten Regeln, die eher die Stimmung bei den Teilnehmern eintrüben. Tauschen gegen Euros ist verboten, beziehungsweise »nicht erwünscht«. – Dann werden säumige Teilnehmer, also solche, die ihre Jahresbeiträge nicht bezahlen, gemäß eines Regelautomatismus aus der Vereinigung »entfernt«. – Sicher ist dagegen ein Einspruch möglich. Aber das ist nicht der Punkt.

Wir leben in Gesellschaften, in Gemeinschaften, aus denen wir »automatisch« rausfliegen, wenn wir uns nicht entsprechend verhalten. Das ist es. – Wir sollen vorgegebene Regeln, von Menschen ausgedachte Regeln befolgen, sonst ist »Schluss mit Lustig«.

Was ist, wenn wir die Kraft dazu nicht haben, wenn uns das zu viel ist? Egal. Der Nächste bitte.

Die Idee des Tauschrings ist es, selbst »Angebote« zu machen, in einer eigenen Angebotszeitschrift und gleichzeitig auch bekannt geben, was nachgefragt wird. So würden »Angebot und Nachfrage« den Markt im Tauschring bestimmen, und mit den vorhandenen oder bereits verdienten »Holos« lassen sich die Tauschhandlungen abwickeln.

In der Praxis lässt sich aber kein Gleichgewicht herstellen, zwischen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, und Angeboten. Zumindest geht es vielen Personen so. – Im Ergebnis führt das dazu, dass jemand zwar viele Nachfragen nach seinen Dienstleistungen hat, aber die Person kann mit seinem in der Folge vorhandenen »Geldreichtum« nicht viel anfangen, weil keine passenden Angebote vorhanden sind, für die das Geld wieder eingetauscht werden könnte. – Das Tauschen ist dann eine einseitige Angelegenheit.

Hauptproblem des Tauschrings ist, dass keine »regelmäßig« nachgefragten Produkte und Dienstleistungen vorhanden sind, die zu einem Geldkreislauf führen. Alles, was wir den ganzen Monat über brauchen, und dann wieder im Folgemonat, wären die Produkte und Dienstleistungen, die im Tauschring »im Angebot« sein müssen. Aber dies ist nur zum Teil der Fall.

Da diejenigen, deren Leistungen zwar stark nachgefragt werden, selbst nichts, oder nicht viel finden, an Angeboten, die sie nachfragen wollen, kann dies bei diesen Personen zu einer »Einschränkung ihres Angebotes« führen, da für sie die Motivation fehlt, ihre Angebote im vollen Umfang aufrecht zu erhalten.

In der Realwirtschaft gibt es genau diese Situation bei den Fachärzten und Hausärzten. – Früher konnten sie beliebig viel dazuverdienen. Was dazu führte, dass sie gerne jeden Patienten behandelten, der sich meldete. Heute führt die »Budgetierung« dazu, dass sie ihre Behandlungsangebote einschränken und zurückhalten. Das ist für den Patienten daran zu erkennen, dass er keinen Behandlungstermin »jetzt« bekommt, obwohl dringend eine Behandlung von Nöten wäre, sondern erst in ein, zwei Monaten, wenn womöglich die Erkrankung schon wieder vorbei ist, oder sich die Sache noch verschlimmert hat.

Und die an sich wichtige Grundlage für die Tauschgeschäfte im Tauschring, nämlich das »persönliche Kennenlernen« wird von immer weniger Menschen noch aktiv genutzt. Dazu ist es notwendig, sich zu den »Stammtischen«, Café-Treffen, etc. regelmäßig einzufinden, damit sich die Tauschring-Teilnehmer kennenlernen können, um ein gewisses Vertrauen aufzubauen, für das Tauschen. – Es kommt durchaus vor, dass Personen in den Tauschring eintreten und dann meinen, »geschäftsmäßig« sich irgendwelche Angebote des Tauschrings einfach nehmen zu können. So geht es dann auch nicht.

Obwohl also in dem »reichen Deutschland« die Bedingungen günstig sind, für die Tauschringe, nämlich viel Armut, viele prekäre Lebensverhältnisse, die es sinnvoll erscheinen lassen, dass sich die Menschen direkt gegenseitig helfen, so scheint doch die Konzeption der Tauschringe an einen gewissen Endpunkt gekommen zu sein.

Kann der Tauschring-Gedanke noch weiterentwickelt werden?

Tauschringe sind ein bisschen wie »Vereine« organisiert. – Aber die Tauschringe sollten sich einen modernen Touch geben:

• Mitgliederversammlungen sollten »online« abgewickelt werden. Das heißt, Abstimmungen per Email möglich machen, Kommunikation mehr über das Internet und Soziale Netzwerke abwickeln.

• Kosten reduzieren, statt neue aufzubauen! Alle Gebühren, Beiträge »freiwillig« machen und nicht die Teilnehmerschaft im Tauschring an Beitragszahlungen koppeln. Wer nichts freiwillig zahlt, demjenigen eventuell den Service des Tauschrings einschränken.

• Tauschen auch gegen Euros ermöglichen, und nicht nur gegen die hauseigene Währung.

• Mitarbeit in der Tauschring-Verwaltung und Tauschring-Organisation nicht gegen Bezahlung durchführen, sondern ausschließlich »ehrenamtlich« beziehungsweise ohne Bezahlung. Weder in der Hauswährung, noch in Euros. Denn über genau diese »Geldforderungen« der Mitarbeiter, wird der »Zwang« für Beiträge und Abgaben erst geschaffen.

Ein interessanter Aspekt in den Tauschringen, ist die »Geldmengen-Steuerung«. Sie ist ähnlich zu denken, wie in der Realwirtschaft und bei der Zentralbank. Aber zuerst wären die anderen Punkte dran.

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»Gemeinwesen mit souveränen Staatsbürgern« im Gegensatz zur Arbeitsgesellschaft

Sascha Liebermann schreibt in einem Beitrag [1], dass wir unterscheiden müssen, zwischen der »Arbeitsgesellschaft« und dem Gemeinwesen mit seinen Staatsbürgern als »Souverän«.

In der Arbeitsgesellschaft ist der Einzelne ersetzbar. Im Räderwerk der Auftragserfüllung, sollen die die effizientesten Kräfte zum Einsatz kommen. Wenn der konkrete einzelne Mensch das nicht ist, dann ein anderer oder gar eine Maschine. – Allein daran ist zu erkennen, dass der Einzelmensch nicht im »Arbeitsleben« seine Erfüllung findet, wenn er dort nach Optimierungsgesichtspunkten angeschaut wird und notfalls ausgetauscht gehört.

Die Sicherheit seiner Person, die Unverletzbarkeit seiner Würde erfährt der Mensch nur in seiner Position als Souverän. Da ist er »unantastbar«. Als geachteter Teil eines Gemeinwesens ist er mit seinen Eigenarten »beständig anwesend«. So nehmen wir uns gegenseitig wahr und versuchen nicht, uns gegenseitig in subjektiven Vorstellungen »anzupassen«.

Diese Betrachtung der großen Gesellschaft, gilt es herunterzubrechen auf die kleinen Lebensumstände und Zusammenkünfte.

Wenn wir als souveräne Staatsbürger zusammenarbeiten, dann tun wir das nicht als »Organisation«, als »Arbeitsteam«, sondern als selbstbestimmte Einzelwesen, die jede Facette ihrer Subjektivität einbringt, in eine Vernetzung und Kooperation. – Wenn wir als Staatsbürger zusammenarbeiten, bilden wir deshalb keine »Arbeitsgesellschaft«, sind wir nicht im Kleinen, was wir im Großen auch nicht sein wollen.

Als Staatsbürger wirken wir zusammen, um ein Grundeinkommen zu erreichen, indem wir nicht zusammen »arbeiten«, sondern uns gegenseitig anerkennen. Als Erstes. Dann bringen wir die Dinge auf den Weg, in dem sich jeder so einbringt, wie wir das möchten und von uns aus beabsichtigen. Und es wird sich ergeben, dass diejenigen, die besondere Fähigkeiten in einer bestimmten Richtung haben, in diese strömen werden und sich dort die Fähigsten einfinden.

Und dies geschieht so, dass alle, die in eine Richtung wirken wollen, dies einfach tun. Und wir alle sehen die unterschiedlichen Ergebnisse und wir werden diejenigen unterstützen, die wir vor anderen vorziehen.

Wohingegen das schlechtere Verfahren wäre, in einer Organisation, Arbeitsorganisation festzulegen, wer für bestimmte Aufgaben zuständig ist, und gar Leute in diese Bereiche »gewählt« werden und wir womöglich Ergebnisse haben, mit denen niemand wirklich zufrieden ist, weil es die »Souveränität des Einzelnen« verletzt.

Deshalb ist das Zusammenwirken der Staatsbürger nicht in Form der Arbeitsorganisationen, Unternehmen, Initiativen möglich. – Weil es die Kompetenz des »eigenwilligen« Subjektes in Frage stellt, welches aber der »Souverän« ist.

[1]
Sascha Liebermann – Demokratische Konsequenz; in Philip Kovce: Soziale Zukunft – Das Bedingungslose Grundeinkommen – Die Debatte

Irrtümer des Parteienwesens

Wir »sollen« zusammenarbeiten?

Organisationen sind nach bestimmten Vorstellungen aufgebaut. Das Miteinanderwirken der in ihnen involvierten Personen »soll« nach bestimmten Mustern erfolgen. Es wird eine Theorie entwickelt und die Realität soll sich ihr fügen. Geht das?

Menschen sollen zusammenarbeiten. Dazu werden sie gewählt. In einen Vorstand werden Leute gewählt. Auf die Zusammensetzung des Vorstandes haben die Personen, die zusammenarbeiten »müssen« aber keinen Einfluss. Das Ergebnis einer Vorstandswahl ist Glücksache.

Aber sind das gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit?

Und sollte sich nicht besser so eine Zusammenarbeit ergeben, dass Menschen »probieren« zusammenzuarbeiten, zum Beispiel in einem kleinen Projekt, bei einer kleinen Aktion, bei einer Einzel-Kampagne? Nach solchen Erfahrungen kann überlegt werden, ob die gemeinsamen Aktivitäten ausgebaut werden, weil zum Beispiel das »Teamwork« gut funktioniert hat.

Und wäre es nicht besser, uns erst mal umfangreich zu präsentieren (zum Beispiel online), damit andere sich »ein Bild« von uns machen können, ob sie überhaupt Interesse haben, an gemeinsamer Arbeit?

»Jeder kann in eine Partei eintreten.« Wirklich?

Auch die, die schlechte Absichten gegenüber einer Organisation haben, können in diese eintreten? Ist das nicht absurd?

Unter diesen Umständen kann jede Institution zerstört werden. Von innen.

Zusammenarbeit muss sich vertrauensvoll entwickeln. Ob funktionierende Teams vergrößert werden, darf nicht einer seelenlosen Organisationsregel überlassen werden. Dass dürfen allein die in einem Team befindlichen Personen entscheiden.

Nach welchen Regeln, in welchen Formen wir Menschen »am produktivsten« und effizientesten zusammen arbeiten können, sollten wir überprüfen, darüber nachdenken, dies gemeinsam besprechen und entsprechende Wege gehen, statt uns in vorkonzeptionierte Schachteln stecken zu lassen.

Bedrückung

Dasein geht nur durch andere. – Mit diesen in einem guten Verhältnis zu sein, ist wichtig. Jeder Streit sollte sich hernach in einer Versöhnung wieder auflösen. – Tut er das nicht, »sammelt« sich das Negative in der Seele. Und »frisst« an den Kräften und verdüstert den Tag.

In dem Buch »Meine Sprache wohnt woanders« schreibt Lea Fleischmann, dass die deutschen Kirchen mit keinem Wort auf die Synagogenbrände reagierten und sich nicht solidarisch mit den Juden erklärten. Am 8. und 9. November 1938. Und auch das deutsche Bürgertum schwieg zu diesen Vorgängen.

Das aber haben sich die Menschen gemerkt. Und auch deshalb sind heute die Kirchen leer. – Wer behauptet »Gottes Wort« zu vertreten, der darf sich nicht zurückhalten, wenn die Orte, in denen dieses Wort verkündet wird, zerstört werden. – Die Menschen sahen, dass das nicht glaubwürdig ist, was die Kirchenvertreter taten.

Aber dann ist nicht die Religion »ohne Botschaft«, es sind deren Verkünder, die mit leeren Händen dastehen.

Dasjenige, was in Organisation überführt wird, muss weiterhin von Leben erfüllt sein. Viele der heutigen und vergangenen Institutionen sind aber Betrügerclubs. – Die Lüge, die in ihnen lebendig ist, rührt daher, dass sie alle von egoistischen Interessen missbraucht werden. – Wer sich in Bildungsinstitutionen begibt, weil er weiß, dort ist er »versorgt«, der hat andere Interessen, als große Leistungen in Wissenschaft und Forschung zu erbringen. Viele, die in den Staatsdienst oder in die Verwaltung eintreten, haben das Pekuniäre im Visier. Und nicht den Anspruch, bestmöglich für die Bevölkerung zu wirken.

Auch die Kirche ist eine Organisation, die Vorteile bietet, demjenigen, der sich ihr anschließt. Wer berechnend ist, und da es immer schwer war, einen sicheren Arbeitsplatz zu ergattern, kommt das durchaus vor, der sieht seine persönlichen Vorteile als wichtiger, als irgendwelche hehren Ansprüche einer Gruppe oder Gemeinschaft.

Institutionen und Organisationen haben etwas Unehrliches an sich. – Sie sind eher Fassade, hinter der sich »weitere Interessen« ausbreiten, als es nach außen sichtbar ist. Nach außen werden die ursprünglichen Absichten, von Menschen einmal abgefasst, nur plakativ verbreitet und diese Anliegen mehr oder weniger lustlos vertreten. – Der Pfarrer bekommt von der Kirche ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt. Hat eine Haushälterin und bekommt von seiner Glaubensgemeinschaft noch dieses oder jenes zugesteckt. – Soll er jetzt »Gottes Wort« verteidigen und dieses bequeme Leben aufs Spiel setzen. – Es ist aber auch wahr, dass jeder der sich aus der Deckung wagt, mit allen Konsequenzen rechnen muss. – Die Nazis waren ja schnell dabei, diejenigen zu töten, die sich gegen sie stellten.

Dann muss auf lange Sicht überlegt werden. – Wie gestalten wir Gesellschaften, in denen diese Art von Bedrohung »dauerhaft verhindert« ist. In der Einleitung von Martin Luther Kings Buch »Where do we go from here: Chaos or Community« schreibt Vinzent Harding von den »3 Übeln«: Materialismus, Rassismus und Militarismus.

Alles Schlechte muss sich umsetzen können. Wenn wir es kennen, sollte es möglich sein, dieses in Zukunft zu verhindern. – Wer kann das tun? Alle Menschen, die sich in diese Richtung orientieren wollen. – Erfolgreiche Gewaltausübung muss unter der Kontrolle der Gerechten sein. Wer das ist, kann sich aus den Grund- und Menschenrechten ergeben. – Organisation für das Gerechte, ein gemeinsames Wissen darüber, das sind Grundlagen für eine erfolgreiche Lebensgestaltung, bei der wir nicht immer wieder von den »Bösen« berichten, dass sie schon wieder unser Leben verdorben haben. – Der Anspruch in diese Richtung geschieht durch »Orientierung« in der Welt. Welche Dinge sind wichtig für die Lebensgestaltung, welche Schwerpunkte sind zu setzen. Wie ist vorzugehen.

Informationen – und dann ….

Die Bevölkerung ist immer informierter. – Sich zu bestimmten Themen die Daten zu beschaffen, wird immer leichter oder Menschen, wie Herr Snowden helfen uns dabei.

Wenn sich nun aufgrund einer Erkenntnislage die Notwendigkeit ergibt, die »Lebenswelt« anzupassen, wie kann dies geschehen. – An dieser Stelle stehen die Menschen. – Sie sehen, dass sich eine Menge in ihrer Lebenswelt zum Besseren ändern müsste, aber es passiert nichts.

Die Menschen müssen ihre Interessen organisieren. – Die »alten Wege« sind verknüpft mit dem »alten System«, Parteien gründen, in solche eintreten, die Organisationsregeln beachten (oder wissen und lernen, sie zu umgehen) und in diesen Strukturen erfolgreich sein.

Diese Form der Interessensorganisation ist nicht mehr zeitgemäß. – Ich sehe aber, dass sich noch keine voll funktionsfähigen neuen Konzepte entwickelt haben. Stattdessen fallen die Menschen zurück in das, was sie bereits erreicht haben: sie informieren die Informierten.

Was folgt auf das Ende des Informationszeitalters

Wenn die Interessensorganisation nicht mehr über die alten Konzepte erfolgt, die da sind: als Individuum sich etablierten Organisationen und Institutionen anschließen (die Teil des überfälligen und obsoleten Machtapparates sind), in diesen »aufgehen« und diesen Moloch dann entscheiden zu lassen, wie er mit meinen Anliegen umgeht (das heißt, diese Anliegen notfalls auch verwirft und sie als »nicht realisierbar« darstellt), dann stehen die Menschen vor einer noch nicht bewältigten Aufgabe. Der Versuch diese Situation dadurch zu meistern, dass »neue Organisationen« gegründet werden, scheitert immer wieder kläglich (siehe Piratenpartei), weil die Individuen »in die Organisation« reingesteckt sein sollen, und wir haben abermals das alte Spiel.

Für einen neuen Lösungsweg gibt es sicherlich schon eine ganze Menge Ansätze. Aber sie harren noch ihrer vollumfänglichen Umsetzung.

Die Generation der Aktivisten

Aber hier noch einmal Beispiele, wie schwierig die Situation ist. – Wenn neue Initiativen sich nur »ein Thema« vornehmen, an dem sie arbeiten, dann ist das schon ein guter Ansatz. Das Problem der Parteien ist ja, dass sie zu allen erdenklichen Lebensbereichen eine Meinung haben müssen, das verlangt der Wähler von ihnen. – Was aber, wenn der Wähler die Positionen der Partei zu Thema A unterstützt, aber bei Thema B entgegengesetzter Meinung ist? Das sind echte Zerreißproben für die Menschen.

Geschickter ist es auf alle Fälle, sich als Initiative einem Thema zuzuwenden (zum Beispiel Hartz4). – Dieser an sich richtige Ansatz wird aber postwendend ins Absurde verkehrt, wenn diese Organisation auf einmal anfängt, sich in Zusammenarbeit mit der abc-Partei darzustellen. – War vorher noch die Idee vorhanden, wir schauen, wie wir das Problem Hartz4 bewältigen, und alle Optionen wurden vorurteilsfrei untersucht und betrachtet, so ist nach der »Bindung« an eine Partei, plötzlich eine ideologische Ausrichtung der ganzen Initiative festzustellen und viele, die bisher die Initiative unterstützten, werden sich von dieser abwenden, weil sie zum Beispiel die Ideologie der abc-Partei nicht gutheißen.

Anderes Beispiel sind die Rundfunkgebühren. – Dieses Thema lässt eine Menge Interpretationsspielraum. Wer der Meinung ist, dass sich hier Bürger in Kungelei mit der Politik an den Finanzen der Bevölkerung bereichern, der sollte unbedingt aktiv werden. – Aber auch da ist wieder die Frage, mit welchen Mitstreitern will sich die Gruppierung »schmücken«. – Am einfachsten wäre es natürlich, sie würden ihre Unterstützer und die eigenen Aktiven als »legitime Informationsquellen« zitieren, aber die Verlockung scheint groß, andere Player im öffentlichen Raum zu benennen.

Und prompt passiert das gleiche Missgeschick, das ich eben schon erwähnte: Aus Propaganda, Ideologien und fragwürdigen Parteien wird zitiert, was der Initiative mehr schadet als nützt, weil sie sich selbst mit diesen schrägen Quellen in Verbindung bringt, und dies sofort als »ein Sumpf« gedeutet wird.

Wer also in solchen Initiativen mitwirkt, muss ständig darauf achten, dass nicht irgendwer in der Gruppierung einen »Link« zwischen der Gruppe und seinen »weiteren Interessen« herstellt.

Hier wird aber schon deutlich, wie der bessere Weg aussieht: ausschließlich Einzelpersonen kommen zu Wort, ausschließlich »ein-Thema« bezogen wird argumentiert.

Sicherlich sind Gründe benennbar, größere Zusammenhänge darstellen zu wollen. Und tatsächlich gibt es diese Verknüpfungen ja auch. – Aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir dann schon wieder auf dem Weg »auseinander« sind, wenn wir uns nicht vorher ganz sicher waren, dass wir die großen Zusammenhänge tatsächlich so alle gleich (oder ähnlich) denken.

Ich selbst stelle fest, dass es heute immer noch viel zu wenige Menschen sind, die sich »als Individuum« zu Einzelfragen ihrer Lebenswelt äußern und in dieser Weise in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten und einen (festen) Standpunkt haben. – Müssen wir warten, bis es mehr Menschen werden.

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Batman regelt alles

In Gotham City gibt es Armut. – Was ist daran schuld?

Nach Meinung der Hollywood-Leute ist das »Verbrechen« daran schuld. – Gottseidank hat dieses Land die Waffenindustrie und es ist für jeden Waffenliebhaber und kampforientierten Menschen ein Leckerbissen zu sehen, wie Batman aus der Vielfalt der Waffen und sonstiger Technik das Beste heraussucht, um in seinem Kampf gegen die Übeltäter voranzukommen.

Was ist das für eine Welt, in der die Amerikaner leben? Die Menschen dort sind genauso technikbesessen, wie es einmal die Deutschen waren. Alle Probleme werden mit dieser Art Wissenschaft gelöst. Sie sind allerdings nicht in der Lage, die Perspektive zu wechseln und der »Pool an Ideen« aus dem sie ein Weltbild schöpfen, ist arg begrenzt.

Schauen wir uns doch einmal die Armut in den USA an. Ist es wirklich so, dass es die viele Armut dort gibt, weil das Verbrechen daran schuld ist? Oder ist es nicht eher so, dass in den Vorstellungen der Menschen dort, in den Vorstellungen der Menschen, die das Geld haben, Hollywoodfilme zu produzieren, nichts anderes vorkommt, als Erklärungen, die die Verwendung von Waffen sinnvoll erscheinen lassen.

Warum gibt es keinen »Gutman«, der auf die Verwendung von Waffen ganz verzichtet, der die Waffengesetze in den USA für fragwürdig hält? Warum gibt es nicht Filme für »kleine Jungs«, in denen ein Mann (eine Frau) Vorbild ist, der sich in Bürgerinitiativen für die Veränderung bestehender Gesetze einsetzt, die von korrupten, manipulativen, der Bevölkerung gegenüber feindseligen Lobbyisten-Politiker erlassen wurden? – Warum schreibt niemand Comics über so eine Vorbild-Person?

Hollywood ist spannend, solange »im Film« eine in sich schlüssige Dynamik aufgebaut wird, Hollywood ist aber immer mehr langweilig, weil diese »Industrie« schon lange nicht mehr einen Bezug zur Realität hat, sondern nur einen kleinen Rest an Erinnerung in ermüdender Weise repetiert. – Eine Erinnerung an »alte Werte«, die sicherlich in irgendeiner Weise immer noch ihre Berechtigung haben, aber schon längst abgelöst sein müssten, von den zeitgemäßen Tools, und es ist zu spüren, dass die Amerikaner nur marginal dabei helfen können, diese zu entwickeln. – Sie können sich eben keinen »Gutman« vorstellen und damit sind sie raus aus dem Rennen. Die Geschicke der Menschheit werden von anderen entschieden werden, weil in »Gotham City« die Leute einfach nicht fähig sind, die Problemstellungen zu erkennen und sie genauso tatkräftig mit neuen Werkzeugen anzupacken, wie es Batman in seiner kleinen Welt immer wieder tut.

Elinor Ostrom war eine US-amerikanische Wissenschaftlerin, die sich mit Commons, Gemeingütern und ihren Variationen beschäftigte. Ihre Erkenntnisse wurden in erster Linie aus Feldforschungen abgeleitet. – Vor Ort wurden in vielen Ländern die Bedingungen überprüft, wie mit Gemeingütern umgegangen wird, und welche Verbesserungen für eine optimale Nutzung von Gemeingütern sinnvoll erscheinen könnten.

Die USA haben in allen Ländern dieser Erde immer ihr Lebensmodel als das Beste verkaufen (und durchsetzen) wollen. Verknüpft mit der Vorstellung, dass die anderen Lebenskonzepte und Gesellschaftsmodelle nicht bloß die schlechteren sind, der eigenen Einschätzung gemäß, sondern, verbunden mit dem Urteil, dass es nicht zu erlauben sei, dass in anderen Ländern die Menschen in freier Entscheidung sich Konzepten zuwenden, die von den Amerikanern (und der übrigen westlichen Welt?) als »gefährlich« eingeschätzt wurden, dass sie bekämpft gehören.

Wenn Ostrom also in andere Länder reiste und Bedingungen »vorfand«, denen gemäß Gemeingüter behandelt werden, dann muss natürlich die Frage gestellt werden, ob nicht bereits »vorher« ihr Heimatplanet dort die großen Rahmenbedingungen abgesteckt hat und damit ihr, als Abkömmling aus genau dieser Welt und Vertreterin derselben dann in einer bestimmten Weise begegnet wird. – In vielen Fällen sind die »Bedingungen« von Anbeginn an verfälscht, weil politische Verhältnisse nicht geduldet wurden, die nicht den scheinbar richtigen (demokratisch genannten) entsprachen.

In allen Ländern, in denen »demokratische Verhältnisse« erzwungen wurden, sind die Gesellschaften vergiftet, durch die zerstörerisch wirkenden Kräfte, die aus den Parametern der Demokratie sich ableiten:

  • »Wettbewerb« um Stimmen, um die Mehrheit zu erreichen. – Allein dieser Gedanke ist verwerflich, weil er die Idee befördert, der »Sieger« im Wettbewerb hätte das recht, über andere zu herrschen. Warum also nicht in betrügerischer Absicht den eigenen Sieg herbeiführen, um dann über die Unterlegenen zu gebieten? – Die Unterlegen müssen ja gehorchen, es gelten doch die Spielregeln der »Demokratie« und das muss gut sein. Wehren gegen dieses Unrecht könnten sie sich nur, in dem sie nicht mehr mitspielen, die Wahlen und das Spiel »Demokratie« boykottieren und eine andere gesellschaftliche Organisation durchsetzen, die nicht »demokratisch«, sondern fair, gerecht, menschenwürdig gegenüber allen Menschen sich zeigt.
  • Herrschaft »des Siegers« (in Form von Parteien) über die Besiegten. – In dieser Sicht ist schon der Gedanke eingebaut, dass die »Verlierer« gar kein Recht haben können, gleichberechtigt neben den Siegern zu leben. – Sie haben sich gefälligst zu unterwerfen. – Die Sieger können (wie es teilweise heute der Fall ist) allein die Politiker sein, und die Verlierer sind die ganze übrige Bevölkerung (Parteiendiktatur).
  • Zerstörung und Verhinderung anderer gesellschaftlicher Organisationsformen, mit dem Argument, dass die Demokratie die beste Lösung sei. – Indem bestehende Formen gesellschaftlichen Desasters (Kommunismus) vorgeführt werden, wird der Schluss gezogen, dass überhaupt keine andere Organisationsform zu dulden sei, die nicht der »demokratischen« entspricht, denn diese sei die beste.
  • »Demokratie« ist Exportprodukt des Westens, wie damals vor langer Zeit, das Christentum »Exportprodukt« war.
  • Die Verbreiter des Exportschlagers »Demokratie« sind blind gegenüber den dramatischen Fehlern und Schwächen des Demokratiekonzepts. Sie können diese nicht sehen, weil sie selbst Profiteure dieses Modells sind. – Demokratie ist unrecht, weil es keine Gestaltung der Gesellschaft »im Interesse aller« vorsieht, sondern »das Recht des Stärkeren« nur in neue Kleider packt. Der Stärkere ist der »Wahlsieger«.

In einer gerechten Gesellschaft aber, sind alle Menschen gleichberechtigt, bezogen auf einen Katalog von Menschenrechten. Allen muss ein würdevolles Leben ermöglicht sein. – Schauen wir aber die Länder heute an, so sehen wir die unwürdigen Verhältnisse (die Armut, die Zwangsarbeit, der Waffenwahn in der Bevölkerung) und Mitschuld daran ist die vorherrschende Gesellschaftsorganisation »Demokratie«.

Ostroms ganze Forschungen sind dann nur Laborversuche »ohne Weltkontakt«, wenn die umgebende, insbesondere politische Welt, die aufoktroyierte ihres Heimatsterns (USA) ist. In diesem Labor kommen die Menschen zu nichts, weil es keine Freiheit gibt, weil die angeblichen Entscheider in den aufgesuchten Ländern in Wirklichkeit Unfreie sind.

So haben wir schon längst überall »Gotham City«, zumindest diese Wahrnehmung von Wirklichkeit, oder, das ist einzuräumen, noch schlechtere Verhältnisse.

Ach ja. – Es ist wahr, neben dieser Welt haben wir noch keine bessere. Wenn es nur Gotham City oder »schlechtere Verhältnisse« gibt, und keine Länder, in denen vorbildhaft die neuen Menschheitskulturen sich entwickeln, und es kommt wieder mal zu einem Krieg, dann ist Gotham City die attraktivere Stadt, mit deren Bewohnern (zu einem Teil) es sich lohnt sich zu verbünden. :-/

Batman Begins

Was mehr wird, wenn wir teilen: Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter;
Elinor Ostrom

Gruppe und Individuum

Basic Income UK – Towards an emancipatory welfare

We have different political and social backgrounds and do not represent any one political party. Except when explicitly mentioned, the views expressed on this website do not represent any official position as a group. The articles and opinions are rather intended as a discussion amongst a plurality of viewpoints and a way of raising awareness and debate around this issue.

Beyond our differences, we are working together to actively promote the idea of an unconditional and universal basic income as an unimpeachable right of every citizen of the world.

Warum soll auch eine Gruppe nur deshalb existieren, weil sich die beteiligten Individuen zu einer Meinung zu einem Thema bekennen. Ein Unfug ohnegleichen. Denn es ist doch wahr, dass wir Menschen in der Regel nicht einer Meinung sind und trotzdem in »eine bestimmte Richtung« gemeinsam gehen können. Diese Richtung ist eine »in etwa« Linie, die wir teilen, aber ausgestalten tun wir sie mit unseren individuellen Perspektiven und Schwerpunktsetzungen und die kommen zu Wort und sind unsere individuelle Anwesenheit bei der ganzen Unternehmung.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn in vielen Vereinen, Organisationen und Institutionen gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass die individuelle Sicht der Dinge sich unterzuordnen hat, der »offiziellen Marschrichtung« der jeweiligen Einrichtung. Diese Einschränkung und Unterwerfung, ja Brechung der Individualität zugunsten einer ominösen Gruppenmeinung, ist das Grundübel der heutigen Gesellschaftsgestaltung. – Es sind nicht zuletzt die Parteien, die nach dieser desaströsen Konzeption ihr übles Werk vollbringen.

Schlimm daran ist in erster Linie, dass es natürlich Einzelpersonen und Lobbyinteressen sind, die ganz bestimmte Gesetze und Entscheidungen »im Namen der Allgemeinheit« und aller in der Partei Aktiven auf den Weg bringen, dieser Umstand ab vertuscht wird, in dem man so tut, als ob »alle« das genau so wollen, wie es dann in die Umsetzung kommt. – Selbst wenn es so ist, dass alle letztlich zu bestimmten Gesetzen »ja« sagen, dann ist das im Laufe der Mitgliedschaft in diesen Organisation den Politikern und Mitgliedern antrainiert und beigebracht worden. – Es kann auch von »Zurichtung« des Menschen gesprochen werden, um ihm seine individuelle Sicht auszutreiben, um ihn auf »Parteilinie« zu bringen. Und wer nicht spurt, wird bekämpft.

Die Grundeinkommens-Idee braucht aber ganz andere Menschen. Es ist der aufmerksame Bürger gefragt, der eben nicht seine Einsichten an der Organisationstheke abgibt, bevor er die Mitgliedsbescheinigung in Händen hält. Im Gegenteil. Der Kulturimpuls, der durch die Grundeinkommens-Idee ausgeht, regt das Subjekt an, die eigene Perspektive als das eigentlich Wichtige zu erkennen und beizubehalten, statt sich einer Gruppenmeinung unterzuordnen. Gerade die eigene Wahrnehmung wird als das besondere Element erlebt, dass durch den Impuls angeregt wurde. Es geht darum, die subjektive Sicht zu stärken und die Gruppe ergibt sich dadurch, dass die Engagierten gemeinsam dieser Ansicht sind.

Die Sorge, dass eine solche Gruppe nicht durchsetzungsfähig sein könnte, weil eine zu starke Ausrichtung auf die individuellen Sichtweisen eine klare Ausformulierung von Schritten, die zu gehen sind, verunmöglicht, ist nicht berechtigt. Nach den Methoden der Direkten Demokratie kommen Ergebnisse zustande, die alle Menschen akzeptieren können.

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Eine neue Partei gegen das Parteien-Einerlei?

anhalter.havelse.eu

Karl-Heinz Withus schreibt:

Aber wir brauchen kein Programm um Wähler zu gewinnen, Programme liest keiner! Wir brauchen unverwechselbare Alleinstellungsmerkmale! Wir brauchen einen Markenkern und wir haben diesen sogar! Bürgerrechte, Datenschutz, Transparente politische Abläufe, Einbezug von Bürgern in Entscheidungen! Wir haben diesen Markenkern sträflich vernachlässigt.

Er spricht eigentlich etwas an sich Richtiges an. Er nennt es »Markenkern«, den es zu pflegen und bewerben gilt.

Weiterlesen hier.